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Re: DVB-T2-Receiver gesucht
Antwort #105: März 07, 2017, 14:29:56
Unglaublich, dass es nicht geschafft wird, das flächendeckend im GANZEN Land auszurollen. Wieder mal ein Armutszeugnis.
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«Das Internet? Gibt's diesen Blödsinn immer noch?»  (Homer Simpson)

Florian

  • Es lebe der König!
Re: DVB-T2-Receiver gesucht
Antwort #106: März 07, 2017, 14:42:37
Für viele alte Menschen kommen irgendwelche Sticks oder Anbieter für Streaming nicht in Frage, selbst eine neue Antenne werden die nicht kaufen wollen, nachdem sie vor weniger als einer Generation ihre Kisten schon für DVB-T1 fit gemacht haben.

Denke auch immer an die technikfernen Älteren (natürlich nicht alle!), die auch mit solchen Laufschriften nichts anfangen können, sondern nur verunsichert werden.
Ein gutes Geschäft für die Elektronikläden. Vielleicht auch für den Buchhandel. :) Und alle möglichen Abzocker. Warte schon auf die Schlagzeile „DVB-Trickbetrüger schlagen wieder zu!“.

Link zum Thema, insbesondere auch zum Empfang am Rechner.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/DVB-T2-HD-Hardware-fuer-das-hochaufgeloeste-Antennen-TV-3645512.html
 
« Letzte Änderung: März 07, 2017, 14:47:54 von Florian »
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Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit aber ist der Mut.
Thukydides
Re: DVB-T2-Receiver gesucht
Antwort #107: März 07, 2017, 15:39:03
Unglaublich, dass es nicht geschafft wird, das flächendeckend im GANZEN Land auszurollen.

Das 99,x % Versorgung hat man ja schon 2003 - 2007 beim Umstieg von analog zu DVB-T1 aufgegeben. Per Satellitenantenne gibt es ja überall Empfang. Mit DVB-T2 werden im Endausbau 2019 sogar mehr Gebiete versorgt als mit T1.

Die RTL Gruppe hatte 2013 auch schon mal begonnen sich komplett aus DVB-T zurückzuziehen. Für die ist das ein einfaches Rechenexempel - finanzieren mir 8 % der Zuschauerstunden via DVB-T die entsprechende Sendetechnik, oder schmälert das meinen Gewinn?


Off Topic:
Die "Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse" zu der das Grundgesetz aufruft, versteht man heute eben anders ...  Und die Politik steht rat- und hilflos vor hohen Immobilienpreisen in Ballungsräumen.
Re: DVB-T2-Receiver gesucht
Antwort #108: März 07, 2017, 16:23:15
das hat das Potential zum Wahlkampfthema.

Die "Erzürnungsmasse" ist allerdings begrenzt. Für die 90 %, die DVB-T nicht nutzen, ändert sich nichts. 9 % werden mehr oder weniger erfreut im Elektromarkt oder Versand 30 bis 100 Euro spenden und höchstens 1 % werden wirkliche, längeranhaltende Probleme mit dem TV Empfang bekommen. Nachdem es schon beim Umstieg auf DVB-T1 keine brennenden Autos gab, ist die Politik jetzt glaube ich entspannter bei Zumutungen, wie ich schon mal schrieb:
Meine Meinung:
Die Politik hat gelernt, dass das Volk keinen Aufstand macht, wenn man ihm das Fernsehen weg nimmt, aber gleichzeitig mit einem alternativen Fernsehempfangsweg winkt, der auch durchaus Umstand und Kosten machen darf. Bei früheren Umstellungen war man da vorsichtiger. Bei der Abschaltung des analogen Fernsehens gab es monatelange parallele Ausstrahlungen, gewohnte, aber digital eigentlich nicht mehr zu empfangende 3. Programme wurden extra im "falschen" Bundesland aufgeschaltet und es gab sogar SonderZahlungen an SozialhilfeEmpfänger für die Anschaffung einer DVB-T Box.

Für ein Stück mehr Verdrossenheit wirds aber reichen.

Florian

  • Es lebe der König!
Re: DVB-T2-Receiver gesucht
Antwort #109: März 07, 2017, 16:46:45
Das 99,x % Versorgung hat man ja schon 2003 - 2007 beim Umstieg von analog zu DVB-T1 aufgegeben. Per Satellitenantenne gibt es ja überall Empfang. Mit DVB-T2 werden im Endausbau 2019 sogar mehr Gebiete versorgt als mit T1.

Klar. Man wünschte sich halt, dass sich das ändert, wenn man schon wieder alles ändert, nur das nicht.

Zitat
Die "Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse" zu der das Grundgesetz aufruft, versteht man heute eben anders ...  Und die Politik steht rat- und hilflos vor hohen Immobilienpreisen in Ballungsräumen.

Sicher ist das ein wesentlich größeres Problem.
Trotzdem verstehe ich nicht, dass man - von irgendwelchen Bergtälern abgesehen - dies nicht hinbekommt. Sind Sendeanlagen denn so teuer?

Die Zahlen bezweifele ich ein bisschen. Viele Leute haben doch SAT oder Kabel und nebenher am Laptop oder am abgelegenen Viert-TV DVB-T. Überhaupt, wie wird das gemessen? Per Umfrage?
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Thukydides
Re: DVB-T2-Receiver gesucht
Antwort #110: März 07, 2017, 17:16:57
Zahlen gibts im Digitalisierungsbericht der Medienanstalten. Dort ist auch die UmfrageMethodik erläutert:
http://www.die-medienanstalten.de/fileadmin/Download/Publikationen/Digitalisierungsbericht/2016/Digitalisierungsbericht_2016_deutsch.pdf

Irgendwo stand, dass 8 % DVB-T als Erstgerät verwenden. Das aber mit erstaunlichen Schwankungen. In Berlin sinds 25 %, in Sachsen 1 % (Alle Zahlen aus dem Gedächtnis und nicht von 2016). Dass viele DVB-T als 2. 3. oder 4. Gerät haben, ist klar. Die tragen aber nicht wesentlich zur NutzungsQuote bei.


Zitat
Die "Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse" zu der das Grundgesetz aufruft, versteht man heute eben anders ...  Und die Politik steht rat- und hilflos vor hohen Immobilienpreisen in Ballungsräumen.

Sicher ist das ein wesentlich größeres Problem.
Trotzdem verstehe ich nicht, dass man - von irgendwelchen Bergtälern abgesehen - dies nicht hinbekommt. Sind Sendeanlagen denn so teuer?

Ich meinte diesen Einwurf pro bundesweiter, flächendeckender Ausstrahlung. Wenn man die Kluft zwischen Stadt und Land - und selbstverständlich ist DVB-T nur eine klitzekleines Symptom - aktiv anwachsen läßt, dann sollte man sich nicht wundern.
Wenigstens die öffentliche-rechtlichen sollten das leisten. Vielfach besitzen sie auch noch die entsprechenden Sendetürme aus analogen Zeiten. Ein bißchen mehr Rücksicht auf Alte, Lahme, DVB-T Nutzer und gleiche Lebensverhältnissen in Stadt und Land würde die Einführung von 5G nicht ernsthaft behindern, wenn man es umsichtig anstellt. Und darum, dass wir im übernächsten iPhone - auf ehemaligen TV Frequenzen - überall schnelles Internet haben, darum geht es doch eigentlich. :P
« Letzte Änderung: März 07, 2017, 18:01:15 von radneuerfinder »

Florian

  • Es lebe der König!
Re: DVB-T2-Receiver gesucht
Antwort #111: März 07, 2017, 18:15:42
Danke für die Erläuterung.

Generell weiß ich nicht so recht, wie die ÖR es schaffen, all die schönen Milliarden zu verbrauche - wobei ständig alle Beteiligten über schlimme Sparmaßnahmen jammern und ja tatsächlich zumindest für die meisten Kreativen und Journalisten die goldenen Zeiten wirklich vorbei sind.
Natürlich weiß ich es eigentlich doch. Nur nachvollziehen kann ich diese Prioritäten nicht.
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Thukydides
Re: DVB-T2-Receiver gesucht
Antwort #112: März 07, 2017, 22:53:50
es gibt einen neuen Standard, nur gültig mit diesem Logo:

 
https://www.freenet.tv/connect

Irgendwie spielt bei "Freenet Connect" HbbTV 1.5 (Hybrid broadcast broadband Television wird auch Videotext 2.0 genannt) eine Rolle ...

Hier gibts Infos zu Freenet Connect :
http://www.dehnmedia.de/?page=dvbt2&subpage=connect

Eins ist schon beschloßen, nach HbbTV 1.5 kommt HbbTV 2.0. :-\
« Letzte Änderung: März 07, 2017, 23:33:44 von radneuerfinder »
Re: DVB-T2-Receiver gesucht
Antwort #113: März 08, 2017, 07:34:52
Ein großer Nachteil der meisten Receiver ist meiner Meinung nach, dass man dort kein Entschlüsselungsmodul einstecken muss, sondern dieses fest verbaut ist. Hierdurch ist die Benutzung von mehreren Geräten mit einem Abo auch nicht mehr möglich. Z.B.: Hat man mehrere Fernseher/Receiver, so guckt man in der Regel nicht auf allen Geräten gleichzeitig. Hat der Receiver ein Modul, dann könnte man das/die Module einfach immer in den Receiver stecken, der gerade benutzt wird. Bei fest verbautem Modul muss man aber immer für alle Geräte ein eigenes Abo abschliessen oder den Receiver herum tragen.

Den größten Kritikpunkt habe ich bei "Free"netTV ja darin, dass man pro Gerät und nicht z.B. per Haushalt bezahlen soll. Das zusammen mit der Unverschämtheit, dass "Free"netTV zu nennen, ist für mich der Grund, dass ich es nicht nutzen will. Ja, ich weiß, dass der Name "Free"net älter ist und sich nicht auf "freies/kostenloses" TV bezieht. Trotzdem sollte der Begriff "Free"net auch schon vorher "frei/kostenlos" beim Verbraucher suggerieren. Das ist unehrlich und gibt mir eher das Gefühl, dass man den Kunden für zu dumm hält, das zu durchschauen.

Ich glaube auch nicht, dass es einen großen Aufschrei geben wird. Sicherlich nutzen mehr Leute als in der Statistik angegeben DVB-T (eben als Zweitanschluss), aber trotzdem ist das für die Leute nicht wichtig genug. Sie werden dann zähneknirschend bezahlen oder nur noch Kabel/Satellit/Streaming verwenden. Das Bezahlen pro Gerät gibt es bei SatHD ja auch schon und die wenigsten scheint es zu stören.
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Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei wen´gen nur gewesen." -- Schiller
Re: DVB-T2-Receiver gesucht
Antwort #115: März 08, 2017, 09:44:10
Da ich schon seit vielen Jahren kein Privat-TV sehe (außer zwischendurch mal Sky), ist`s mir egal, was wer für Krombacherwerbung in HD wie viel bezahlt. ;D
Re: DVB-T2-Receiver gesucht
Antwort #116: März 08, 2017, 09:54:07
Freenet wird da was machen müssen. Angeblich denken sie ja bereits darüber nach:

Ja, hatte ich schon von Dir gelesen. Aber solange es nur Nachdenken ist, bleibt es bei mir außen vor. Wenn sich die Situation ändert, kann ich jederzeit umsteigen. Fürs Streaming habe ich schließlich nicht viel investiert.

Wobei ich es verstehen kann, dass es schwer ist, dass pro Haushalt abzurechnen. Wie soll das funktionieren?
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Re: DVB-T2-Receiver gesucht
Antwort #117: März 08, 2017, 14:33:22
Andere könnens doch auch, z.B. Apple mit der Familienfreigabe.
Re: DVB-T2-Receiver gesucht
Antwort #118: März 08, 2017, 15:58:01
Das ist auch ein bisschen was anderes.
Über die Familienfreigabe können mehrere (wie viele eigentlich?) Personen ihre Einkäufe teilen. D.h. einer bezahlt und x benutzen. Wenn dabei ein Missbrauch stattfindet, d.h. Leute, die nicht wirklich eine Familie sind, tun sich zu einer zusammen, stört das Apple nicht groß. Die sind beim um- und durchsetzen von DRM immer schon relativ lax gewesen. Als die Musik im iTunesMS noch mit DRM gesperrt war, konnte man trotzdem ohne irgendein Hindernis mit iTunes selber Audio-CDs brennen und vom DRM befreien. Und heute kann man die Titel ohne DRM weiter geben (ist allerdings ein Wasserzeichen drin). D.h. Apple hat zwar in begrenztem Maße auch so etwas wie Missbrauchsschutz drin, aber da war es immer wichtiger, dass der ehrliche Kunde möglichst gar nichts davon merkt. Dafür riskieren sie es, dass ein bestimmter Teil der Benutzer sich nicht an die Regeln hält.
Effektiv scheint ein laxer Umgang mit DRM, d.h. wenig Gängelung der ehrlichen Kunden und dafür das Zulassen von Missbrauch, finanziell besser zu funktionieren, als zu harter Umgang mit DRM, d.h. die ehrlichen Kunden werden vergrault und die unehrlichen weichen auf andere Quellen aus. Das hat die Musikindustrie doch in einem langen Prozess lernen müssen. Nicht hartes DRM bringt etwas, sondern einfacherer Umgang für die ehrlichen.

Die Film- und Fernsehindustrie ist meiner Meinung nach noch nicht so weit. Die setzen immer noch auf hartes DRM, Region Code etc. Man schaue sich nur an, wie der Kampf Premiere/Sky gegen Cracker ablief. Sie glauben immer noch, dass sie illegale Benutzung verhindern können, wenn das DRM nur scharf genug ist.
So und nun kommt Freenet. Wenn es einen Tarif für einen Haushalt geben würde, dann könnten doch sich auch mehrere Leute zusammen tun und "einen Haushalt" bilden. Ich wüßte nicht, wie das technisch verhindert werden könnte. Deshalb hat man bei den Streamingangeboten auch nicht die Grenze von beliebig vielen Geräten pro Kunde, sondern max. 2 oder 3 Geräte.
Stell Dir mal vor, es gäbe einen Tarif pro haushält und mein Nachbar würde dann über meinen Vertrag schauen. Da würden die Leute vom Fernsehen aber Bauchkrämpfe kriegen, weil ihnen Geld entgeht.
Die haben einfach noch nicht gelernt, dass sie Missbrauch nie völlig verhindern können und es daher für sie besser ist, dem ehrlichen Kunden das Leben einfach zu machen und nicht diesen immer stärker zu gängeln.

Der Unterschied liebt wirklich darin, dass die Musikindustrie da schon einen Lernprozess hinter sich hat.
Leute, die sich eine Audio-CD bei Amazon kaufen, bekommen teilweise MP3s direkt als Download dazu.
Leute, die sich eine DVD oder BluRay kaufen, bekommen keine einfache Möglichkeit, einer Nutzung auf einem anderen elektronischen Gerät. Bei einigen bieten sie dieses UltraViolet an, was aber wieder völlig verrammelt ist und nur mäßig bis gar nicht funktioniert. Weil der Kunde ja böse ist.
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Florian

  • Es lebe der König!
Re: DVB-T2-Receiver gesucht
Antwort #119: März 08, 2017, 17:55:13
Das ist auch ein bisschen was anderes.
Über die Familienfreigabe können mehrere (wie viele eigentlich?) Personen ihre Einkäufe teilen. D.h. einer bezahlt und x benutzen.

1 (Bezahler) + 5 = 6


Was den Vergleich mit der Musikindustrie angeht: Ich glaube, die Glotze ist für die meisten Leute viel, viel wichtiger. Wer kauft schon wirklich Musik? Deswegen klappt das mit dem Streaming auch so gut. Musik hat für die meisten keinen großen Wert, schon gar nicht seit Napster. Da täuscht auch der Erfolg von iTunes nicht darüber hinweg und die Zahlen der Industrie, die endlich wieder bisschen wachsen - wahrscheinlich wegen dem Revival der Schallplatte. die ja mittlerweile oft doppelt so teuer ist wie die CD. Und zudem weniger oft gebraucht gekauft wird und schon gar nicht hochgeladen.

Filme kapern ist erstens langwierig, wenn man nicht gerade eine starke DSL-Leitung hat. Man weiß nie, was wirklich kommt und dann muss man hierzulande auch noch Angst vor Abmahnungen haben (bei Musik auch, aber am Anfang eben nicht). Das ist was für technikaffine junge Leute, die eh nicht so viel Geld ausgeben würden/könnten. Eher nichts für arbeitenden Menschen, die sich nach dem Nach-Hause-Kommen entspannen wollen.
Meine Meinung ohne Faktenunterlage.
Außerdem gab es schon immer Videotheken, Musik ausleihen ging nicht.

Wie auch immer. Die ganzen alten Verbreitungswege wie normales TV und Silberscheibe sind aufs ärgste gefährdet und v.a. die Discs wird es bald wohl nicht mehr geben oder nur für Sammler.
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Thukydides