Apfelinsel

Talk => Thema gestartet von: elafonisi am August 23, 2007, 21:21:27

Titel: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am August 23, 2007, 21:21:27
Was ich verstehe:
Die US Banken verleihen Geld an Hauskäufer mit geringer oder keiner Bonität zur Vollfinanzierung. Hintergedanke ist, solange die Leute ihre Kredite bedienen können ist’s gut, wenn nicht, ist die Immobilie inzwischen wesentlich mehr wert als der eigentliche Kaufpreis.  Versteigert man die Immobile ist der zu erzielende Gewinn immer noch ein gutes Geschäft. Dummerweise werden im Moment die Immobilen deutlich schlechter bewertet als noch vor kurzer Zeit. Jetzt können die ersten Leute ihre Kredite nicht mehr bedienen und die Banken treffen auf einen sehr zurückhaltenden Immobilienmarkt mit rückläufigen Preisen.

Was ich nicht verstehe:
Waren das soviele Kredite, dass man damit eine Internationale Finanzkrise auslösen kann oder haben die Börsenfuzzis mal wieder einen Crash gebrauchen können? Wenn ich höre, dass die IKB in die Insolvenz gegangen wäre, hätte die KfW nicht den Rettungsring  geworfen, die Postbank zugibt, Risiken im zweistelligen Millionenbereich  zu haben und die Sachsen LB nur mit einem 17 !!! Milliardenkredit über Wasser gehalten werden konnte fehlt mir einfach das Verständnis. Zumal die Zentralbanken Unsummen in den Geldkreislauf pumpen.

Hat hier einer von Euch noch den Durchblick, oder hab ich mal wieder irgendwas falsch verstanden?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 23, 2007, 21:40:31
Durchblick habe ich auch nicht.

Aber was die Menge der Kredite angeht: Ja, daß waren sehr viele, Unsummen. Das wirkt sich dann v.a. deshalb über den Immobilienmarkt hinweg aus, weil keine Bank noch der anderen traut und daher Kredite schwer aufzutreiben sind. Das wirkt sich wiederum auf den gesamten Wirtschaftskreislauf aus. So mussten schon mehrere Fusionen und Buy-Outs verschoben werden (oder stehen wohl kurz davor). Da diese (und Spekulationen über sie) die Börsenkurse anheizen fehlt schon mal ein Briket im Ofen.

Sinken die Börsenkurse und ist das Haus weniger wert und drücken die Schulden, wird weniger konsumiert.

Und so weiter...

Die Börsen sind ja in letzter Zeit auf breiter Front gestiegen, da reicht dann ein Luftzug für einen Sturm, da eh alle auf die "Korrektur" warten. Auch deshalb wurde gleich massiv gegengesteuert.
Und ja, viele Leute profitieren auch bei sinkenden Kursen, aber ob die das steuern können wage ich zu bezweifeln.

Bin natürlich kein Experte, ein oder zwei frequentieren aber dieses Forum, bitte melden. ;)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am August 23, 2007, 21:44:33
Experte bin ich auch nicht. Aber ich geb jetzt trotzdem meinen Senf dazu.  :)

Nur die simplen Hypotheken wären wohl nicht so ein Problem gewesen. Aber heute muss ja alles in möglichst komplizierte und undurchschaubare "strukturierte Produkte" verpackt und möglichst grosse Hebelwirkung erzeugt werden. Die Hebelwirkung liefert natürlich den grossen Reibach, solange es in die gewünschte Richtung  läuft. Da geht dann aber wohl offenbar selbst bei den Profis mal das Bewusstsein flöten, dass die Hebel dann natürlich auch in umgekehrter Richtung wirken können.

Die letzte NZZ am Sonntag brachte ein Interview zum Thema mit dem Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank:
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/ein_wichtiges_merkmal_der_heutigen_lage_ist_misstrauen_1.542978.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Chucky am August 23, 2007, 22:43:08
Nur kurz meinen Senf dazu:

Es handelt sich bei diesen Krediten in den USA um Subprime Kredite. Diese Kredite werden an Kreditnehmer vergeben, die eine schlechtere Bonität haben.

Das Problem dieser Kreditnehmer ist jetzt a) die steigenden Kreditkosten (Zinsen) und b) die Immobilien sind überbewertet gewesen. Das heisst dass zu viel dafür bezahlt worden ist.
Jetzt mussten viele verkaufen, weil die Kredite für diesen Personenkreis nicht mehr leistbar waren. Das Problem dabei: Sie müssen die Immobilien zu niedrigeren Preisen verschleudern als sie gekauft worden sind. Folglich sind viele tausende Kreditnehmer finanziell bankrott.

Verstärkt werden derartige Dinge immer (bei endfälligen Finanzierungen) durch Hebelprodukte, wie Futures und Optionen (Hebel = Hedge), die Gewinne vervielfachen, aber eben auch Verluste.

Europa ist klugerweise sehr stark mit den US-Finanzmärkten verbunden - aus diesem Grund sind viele Fonds, Banken usw. auch mitverstrickt.

Deshalb ist die Situation prekär. Wenn eine Bank, oder ein Fonds zugibt mehr als bisher zugegeben in der Sache verstrickt zu sein, wird wieder eine Lawine gelöst.

Ob die Talsohle schon erreicht ist, ist fraglich - professionelle Investoren steigen allerdings schon wieder ein. Einige Titel haben zwischenzeitlich wieder sensationell performt…

Nur in aller Kürze  ;)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am August 23, 2007, 23:00:22


Was ich nicht verstehe:
Waren das soviele Kredite, dass man damit eine Internationale Finanzkrise auslösen kann oder haben die Börsenfuzzis mal wieder einen Crash gebrauchen können?

Ausschlaggebend hier ist nicht nur die Anzahl der Kredite sondern erstens wie deren Einstufung (Wertigkeit) ist und wie sie weiter in dem Finanzkreislauf umherschwirren.

Zu Erstens: Zuerst sah das Problem ja danach aus das nur die Kredite die selbst dann gewährt wurden wenn die Bonität der Kreditnehmer gerade mal so ausreichte um die zu erwartenden Zinsen zu decken problematisch wären. Was Nationalbankpräsident Jean-Pierre Roth in warlords verlinktem Interview geschockt sagt: "Es ist Unglaubliches passiert. Da erhielten Leute Kredite, die weder Einkommen noch Vermögen hatten – zu sehr attraktiven Bedingungen, die erst mit der Zeit verschärft werden sollten." So geschoockt muss er nicht tun, denn das war tatsächlich allen Beteiligten bekannt, und ich nehme stark an ihm auch. Aber solange das Geschäft läuft und zumindest die Zinsen Monat für Monat gezahlt werden wollte natürlich keiner denn Spielverderber raushängen lassen und hat mitgemacht oder zugeschaut.

Dieses Problem ist ja dann als  Subprime Kredite  (http://deloitte.com/dtt/cda/doc/content/us_dtcf_deal_talk_may_070607.pdf) zuerst in den Medien aufgetaucht. Verschärft hat sich das ganze dadurch das später klar wurde das mitunter auch Kredite betroffen waren die von der Wertigkeit deutlich höher anzusiedeln sind.

Kredite werden aber in Amerika (aber auch anderswo) meist nicht von der kreditgebenden Bank weiterbearbeitet sondern gebündelt. Solche "Bündel" können dann innerhalb des Finanzkreislaufes weiterverkauft werden. Welchen Preis sie dann erzielen ist abgesehen von Laufzeit und ihrem Volumen vor allem vom  Ausfallrisiko abhängig. Das Ausfallrisiko bei den Subprime Krediten ist natürlich sehr hoch, und somit der Verkaufspreis deutlich unter den "höherwertigen Krediten". Damit die kreditgebenden Banken ihre "Bündel" nicht zu billig verkaufen müssen werden mitunter auch Subprime-Kredite mit höherwertigen Krediten vermengt angeboten.

Als der US Immobilienmark dann nachgab, stiegen damit auch die Zinsen für die Kredite. Die Kreditnehmer konnten oftmals nicht mehr ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen, was letztendlich bedeutet das dass Ausfallrisiko eines  "Bündels" falsch eingeschätzt wurde. Aber wer will nun weiterhin diese "Bündel " kaufen wenn ihm nicht klar sein kann was er da eigentlich kauft und vor allem zu welchem Preis?

Banken benötigen aber ständig "frisches" Geld, und diese Verkäufe sind ein großer Teil davon. Da Banken nicht wissen welche Ausfallrisiken aus der Kreditkrise ihre Wettbewerber haben, halten sie sich mit der Geldvergabe an ihre Konkurrenten zurück. Daher ist der Terminmarkt der Banken praktisch lahmgelegt. Die nötige Liquidität leihen sich Banken deshalb anstatt durch Geschäfte untereinander lieber  als Tagesgeld aus. Weshlab Notenbanken mit Liquiditätshilfen am Markt einspringen.

Warum das Problem jetzt noch weiterhin so brisant ist, das liegt daran das es nicht einfach nur um ein Bankenproblem (und um die hohe Schwankungsintensität bei Bankenaktien) handelt sondern sich auch zu einem Aktienmarktproblem hochschaukeln kann. Was an der direkten Verzahnung liegt, wer Lust darauf hat kann sich dieses PDF zum Einfluss von Krisen auf Börsenentwicklung des DEutschen Aktieninstituts anschauen (http://www.dai.de/internet/dai/dai-2-0.nsf/LookupDL/41256A99002BDD55C1256AD300231A4F/$File/KS_04_Krisen.pdf).

P. S.: Mir ist natürlich klar das ich die Sachlage so stark vereinfacht habe das sie schon fast nicht mehr wahr ist.  Aber im Grunde isses das ;)

P. P. S.: Gleichzeitig mit Chucky geschrieben deshalb Überschneidungen ;D
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am August 23, 2007, 23:09:27
@elafonis: Ich habe das auch so, wie von Dir geschildert, verstanden.

Eine Erklärung der Dimension die das ganze angenommen hat, wäre vielleicht auch die Masse an Immobilien die in den USA unter den geschilderten Umständen unters Volk gebracht wurden.
Es sind halt doch ein paar mehr "Häuslebauer", als in good old Germany.

@Chucky
Europa ist klugerweise sehr stark mit den US-Finanzmärkten verbunden...

Ist das wirklich "klug"?
Diese Frage meine ich ernst. Meiner Meinung nach kommen immer größere Probleme auf die USA zu. Die Finanzmärkte werden auf lange sicht das hohe Niveau nicht halten können und viele internationale Investoren werden in Zukunft lieber in Europa investerien. Die amerikanischen Produkte sind schon lange nicht mehr hochwertig. Seht euch mal bitte amerikanische Autos im Gegensatz zu europäischen an - Ford, GM und Chrysler sehen bald überhaupt kein Land mehr. Auch mit ihren Pensionsfonds, die bald keiner mehr bezahlen kann, wird es noch die eine oder andere Überraschung geben. Dann wird noch mal eine dicke Krise um den Planeten schwirren...

Wie eingangs schon erwähnt, ist das alles *nur meine Meinung*, aber immer öfter höre ich in verschiedenen Berichten diesen Unterton heraus.

Ich sehe folgende Dinge in der Zukunft:
China liefert noch Schrott, wird das Niveau ihrer Produkte aber steigern und immer mehr in den Mittelpunkt rücken. Die USA ist langfristig der Verlierer für mich. Die Qualität ihrer Produkte nimmt immer mehr ab, die gesellschaftlichen Probleme werden sich massiv häufen. Europa könnte die Kehrtwende schaffen. Qualität und Arbeitsleitstung sind hoch. Würde mehr Geld in die Bildung gesteckt, könnte man dies auch halten und evtl. wieder einen Vorsprung im globalen Markt schaffen. Diese Chance müssen die Politiker Europas (und insbesondere natürlich in D) erkennen.

Würde ich jetzt viel Geld haben welches ich in Aktien investieren müsste, würde ich schon einen Mix über Branchen und Länder hinweg wählen. Europa hätte aber ein deutliches Übergewicht und der kleinste Teil würde in amerikanische Firmen investiert. Wie gesagt, ich spreche von langfristigen Anlagen. Damit meine ich einen Zeitraum von zwischen 10 und 20 Jahren.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Chucky am August 24, 2007, 06:40:31
@Chucky
Europa ist klugerweise sehr stark mit den US-Finanzmärkten verbunden...

Diesen Satz habe ich eher sarkastisch gemeint.

Andererseits ist die Finanzwelt in Amerika wesentlich unbürokratischer, was vielen Unternehmensneugründungen sehr entgegenkommt. Wie viele Erfolgsstorys sind erst in den USA zu dem geworden, was sie jetzt sind? Es gibt viele Beispiele. In Deutschland oder Österreich werden Kredite sehr streng vergeben (meistens) und in den USA werden derartige Kredite fast verschenkt bzw. gefördert…
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am August 24, 2007, 16:45:56
Vielen Dank für die Antworten. So manches ist mir jetzt klarer geworden.
Trotzdem bleiben noch Fragen offen wie:

Wenn die US Kreditgeber die Forderungen im Bündel weltweit weiter verkaufen, müßte sich doch mit jedem Verkauf das Risiko für den einzelnen Erwerber minimieren (Es sei denn, er erwirbt sehr viele von diesen Bündeln).

Gestandene Bänker, die sich jetzt hinstellen und sagen, dass sie nicht gewußt hätten wie groß die Ausfallrisiken ihrer erworbenen Bündel seien, haben aber seinerzeit die Risiken bewußt in Tochtergesellschaften verschoben um sie nicht bilanzieren zu müssen.

Wenn wider besseren Wissens bewußt hohe Risiken eingegangen werden (also die Gier gesiegt hat), kannn man dann von solchen Finanzfachleuten nicht erwarten, dass sie wissen welche Folgen so etwas auf den internationalen Finanzmärkten hat, wenn es schief geht?

Nimmt die Konjunktur dann wirklich Schaden, sind es die gleichen Bänker die sich vor dir  aufbauben wenn du nach einem Kredit für deine Firma fragst und sagen: Wie weltweit schlechte Konjunktur? Verschlanken sie ihre Strukturen! Haben sie einen Trend verschlafen? Waren sie nicht kreativ genug?  :P :P :P
 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am September 20, 2007, 11:29:35
Die Süddeutsche online beweist einmal mehr ihr ganzes geballtes Wirtschaftswissen. Am 30.07.07 war sie noch voll des Lobes für Ackermann  "Auf die Krise gewettet ... und gewonnen."  (http://www.sueddeutsche.de/finanzen/artikel/935/125745/) und ließ ihn an anderer Stelle über kleine Banken herziehen die "ja ganz klar ihre Marktstellung überschätzt hätten". Um jetzt am 20.10.07 zurückzurudern: "Ackermann gibt klein bei." (http://www.sueddeutsche.de/,tt2m2/wirtschaft/artikel/20/133769/) Was auch erst veröffentlicht wurde nachdem es bereits durch die Financial Times und Konsorten gerauscht ist.

„Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.“
Konrad Adenauer
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am September 23, 2007, 21:33:30
Die Krise sei noch nicht ausgestanden: http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/noch_mehr_probleme_in_europa_1.559562.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am November 17, 2007, 19:21:53
Das selbe meint noch einer: http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=17768&CategoryID=62
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Chucky am Dezember 05, 2007, 08:46:45
Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Jahresabschlüsse der großen europäischen Banken - ob da noch was kommt...
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Januar 12, 2008, 12:48:49
Sind die österreichischen Häuslebauer etwa noch risikofreudiger als die Amis?

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/bungee-jumping_mit_gummiringen_1.649751.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Chucky am Januar 15, 2008, 08:32:15
Nein, das ist mit den amerikanischen Kreditformen nicht vergleichbar.

Die Amis binden bei den Subprime Krediten den Zinssatz an die Bonität. Das heisst: Schlechte Bonität = hohe Zinsen.
Österreichische Kreditinstitute werden erst nach und nach an dieses System anknüpfen - quasi gezwungenerweise durch gesetzl. Bestimmungen wie Basel II. Erst dann wird sich die Krise zuspitzen, da potentielle Kreditnehmer mit schlechter Bonität an keinen Kredit mehr kommen werden. Die Folge kann sich jeder ausmalen - ein breiter Konsumausfall ist zumindest sehr denkbar.

Bei den sogenannten "endfälligen Fremdwährungsfinanzierungen" handelt es sich um eine IMHO gute Finanzierungsform. Kreditnehmer bekommen diese auch nur, wenn die Bonität des Kunden auch in EURO gegeben ist. Sprich: Wenn sich jemand den Kredit in EURO nich leisten kann, wird er ihn auch in CHF nicht bekommen.
Im Institut, das mich beschäftigt, werden bei endfälligen Fremdwährungsfinanzierungen viele "Sicherheitsmaßnahmen" getroffen.

In unserem Haus werden weiters "Sicherheitspolster" bei dem/den Tilgungsträger/n eingebaut. Soll heißen: Die Ansarvariante wird so hoch ausgewählt, dass ein kalkulierter "Überschuß" von ca. 20% am Ende der Finanzierung übrig bleibt. Entweder kann so ein möglicher Verlust ausgeglichen werden, oder im optimalen und hoffentlich üblichen Fall, die Finanzierung zeitlich früher zurückgeführt werden kann.

In den Letzten Jahren haben die Häuselbauer in unserem Institut sehr gute Gewinne eingefahren. Nicht selten machen diese 15% der Kreditsumme aus. Und wen hier die Gier packt und entgegen allen Beratungen nicht zum Umstieg zu bewegen ist, hat mehr als nur selber Schuld...

Klar - es wird auch hier schwarze Schafe geben - schließlich gibt es genügend Marktteilnehmer, die durch Niedrigzinspolitk und unseriöse Angebote "hervorstechen" könnten, oder gar werden. Beunruhigt mich jetzt aber, was den Finanzstandort Österreich betrifft, eher weniger. Zum Problem könnten hier aber sicherlich Internetbanken werden, die ihre Geschäfte nur über das Internet abwickeln und auch die hypothekarische Besicherung so abwickeln will. Hier wird sicherlich einiges passieren - nicht nur positives, auch aus Sicht des Kunden...

Ich halte den Artikel zwar für informativ - in der Tiefe der Materie ist er aber (vermutlich aufgrund schwer zugänglicher Quellen) seicht und nicht vollständig bezüglich seines Inhaltes.
Man kann eben nicht immer Äpfel mit Birnen vergleichen...
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Januar 15, 2008, 08:37:43
Sehr informative Einblicke.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Januar 15, 2008, 12:27:40
In den Letzten Jahren haben die Häuselbauer in unserem Institut sehr gute Gewinne eingefahren. Nicht selten machen diese 15% der Kreditsumme aus.

Aber das war/ist doch auch nur solange so, als die Kurse in die eine Richtung gingen/gehen, oder nicht?
Du kennst Dich da natürlich viel besser aus. Aber die Rendite von 15%, die so risikofrei/-arm ist, wie man bei Dir nun fast den Eindruck erhält, gibts doch nicht. Bei einer Rendite von 15% gehe ich als Laie von nicht unerheblichem Risiko aus.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Januar 16, 2008, 21:44:54
Ich habe heute gelesen, dass es noch einen weitaus grösseren Berichtigungsbedarf gibt als bisher vermutet, da in den Staaten jetzt auch jede Menge Konsumentenkredite platzen. Dies wirke sich negativ auf das Kaufverhalten aus und beschleunige denn Weg in die Rezession. 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Januar 16, 2008, 22:00:47
Hurra, endlich wieder Rezession! ;)

Ist halt die Frage, wie viele Armleuchter noch meinen, man könne das aussitzen, anstatt die Zahlen bekannt zu geben.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Januar 19, 2008, 09:48:18
Republikaner und Demokraten wollen großes Konjunkturprogramm auflegen um Rezession abzuwenden aus SZ (http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/wirtschaft/artikel/751/153360/)
Wann ist das Ende des Geldes erreicht?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: tertinator am Januar 19, 2008, 12:21:17
Wann ist das Ende des Geldes erreicht?

DAS frage ich mich schon seit langem.
Wo nimmt die USA das ganze Geld her? Ich meine, die haben ja auch noch andere Kosten auf der Welt …

<Nachtrag:> Machen die etwa Schulden dafür? Dann wären sie ja gar nicht schlauer als wir …
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Januar 19, 2008, 14:15:23
Na klar machen die Schulden. Überhaupt hat Bush die schönen Überschüsse der Clinton-Jahre schon lange nicht nur verpulvert sondern die Neuverschuldung wieder auf alte Zeiten zurückgeführt.
Wobei man sagen muss das sie auch wieder nicht so schlimm treiben. Schauen wir mal nach Europa, da sieht es auch nicht besser aus, auch Deutschland war vor kurzem ja noch keineswegs ein Musterschüler.
146 Milliarden sind für die USA nicht besonders viel, also im Vergleich zu Deutschland, meine ich.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Januar 20, 2008, 15:03:41
Hier mal eine Meinung eines Professors der Universität von Boston: Sind die USA bankrott?
http://research.stlouisfed.org/publications/review/06/07/Kotlikoff.pdf
Das PDF steht auf der Seite der Federal Reserve Bank von St.Louis.

Viel davon gilt auch für Deutschland, und fast alle größeren europäischen Staaten.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Januar 27, 2008, 22:41:14
Was mich wundert ist das die Medien erstaunlicherweise in Bezug auf Kredite an amerikanische Privatbürger eine große Position komplett vergessen. Oftmals wird in den USA nicht nur Häuser und privater Konsum durch Kredite erst möglich, sondern auch Bildung (http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,522731,00.html). Auch hier werden Kredite leichtfertig und ohne Prüfung vergeben. Was passiert wenn unerwartet viele studentische Kreditnehmer vor Beendigung des Studiums exmatrikuliert werden oder durch eine allgemeine wirtschaftliche schlechte Lage nicht einen gut bezahlten Beruf bekommen? Who cares.


Edit: Link verbessert
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Februar 04, 2008, 19:43:38
Hier ein Bericht über den Etat-Entwurf der Bush Regierung aus SPON (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,533076,00.html)
Satte Steigerungsraten für die Armee und das Heimatschutzministerium, drastische Kürzungen im Bereich Bildung und Soziales.
*Alles wird gut*  :P
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am Februar 05, 2008, 23:13:24
Der "Schorsch" ist halt auf großer Abschiedstournee. Da lässt er es noch mal so richtig krachen. Außerdem hinterlässt er ja sonst keine Probleme und die nächste Regierung braucht doch auch noch ein paar Aufgaben um sich zu profilieren.

 :P

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: daveinitiv am Februar 06, 2008, 09:44:23
Vielleicht überrascht G. Unit Bush ja sein Volk und kandidiert doch noch mal für seine dritte Präsidentschaftsperiode. So fulminant, wie er die ersten Beiden gewonnen hat, da dürfte ein Sieg bei der Dritte auch kein Problem darstellen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Februar 28, 2008, 15:53:13
Es scheint ein neues großes Loch zu entstehen von N-TV (http://www.n-tv.de/925205.html?260220082200) und von Yahoo (http://de.biz.yahoo.com/28022008/299/trifft-elite-wall-street.html)

Na dann Börsianer, auf zur fröhlichen Talfahrt.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am März 13, 2008, 21:57:57
Ich habe keine Ahnung, ob das hier (http://www.faz.net/s/RubF3F7C1F630AE4F8D8326AC2A80BDBBDE/Doc~EB15B441ADBBC4A97AB2BD613A9880C80~ATpl~Ecommon~Scontent.html) Erwähnte richtig dargestellt wird, aber endlich mal ein Artikel den selbst ich verstanden habe.  :)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 22, 2008, 18:37:04
Was ist eine Trennbank (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27978/1.html)? ???
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Chucky am Mai 22, 2008, 18:56:43
Was ist eine Trennbank (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27978/1.html)? ???

Eine Trennbank ist eine Bank, die sich ausschließlich auf spezielle Bankdienstleistungen bzw. Bankprodukte für Spezielle Kundensegmente spezialisiert.
Dies können beispielsweise Banken sein, die sich nur um vermögende Wertpapierkunden kümmert. Aber auch Bausparkassen und ähnliche.

Im europäischen Raum überwiegen allerdings Universalbanken, die sich um viele Kundensegmente und viele Dienstleistungen bemühen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Mai 22, 2008, 18:58:42
Hier geht es ja ums Trennbanksystem, wie es bis 1999 in den USA (auch England) vorherrschte.
Bedeutete, daß eine Bank nur Kreditgeschäfte (Geschäftsbank) oder Börsengeschäfte (Investmentbank) machen durfte, nicht beides gleichzeitig.
Der Autor des tp-Artikels meint darin einen Schutz vor Kredit-Desastern wie derzeit erkannt zu haben.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Juli 01, 2008, 21:36:29
Wer von dem Thema nicht genug bekommen kann: Heute (besser gesagt in diesem Moment) legt Arte einen Themenabend über die Bankenkrise auf: "Krepierte Kredite, explodierende Kreise"  (http://www.arte.tv/de/DOSSIER-Finanzkrise/2100676.html)

Viel Spaß, falls das bei dem Thema überhaupt möglich ist. ;)

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Juli 18, 2008, 08:10:40
Der Artikel über die beiden größten US-Hypothekenfinanzierer  Fannie Mae und Freddie Mac auf Spiegel.de (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,565867,00.html) ist zwar nicht mehr ganz frisch; aber dennoch interessant um einige Hintergründe der Bankenkrise zu verstehen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am September 17, 2008, 13:03:27
Das die Bankenkrise sich gerade wieder massiv verschärft und 3 von 5 der führenden amerikanischen Investmentbanken wie Kekse zerbröselt hat ist bekannt. Gerade in Deutschland wäre Schadenfreude allerdings nicht angebracht, denn was weniger bekannt ist, ist dass die  KfW-Bankengruppe  (http://de.wikipedia.org/wiki/KfW_Bankengruppe) doch glatt noch  300 Millionen Euro an die bankrotte Lehman Investmentbank überwiesen hat.    (http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Peinliche-Panne-Staatsbank-KfW-%FCberweist-Lehman-trotz-Pleite-300-Mio-Euro/414804.html) Autsch.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am September 17, 2008, 18:28:18
„Fehlerhafte Überweisung“ heißt's jetzt. Wieso bekomme ich nie solche? Ach so, es ist ja andersrum, als Steuerzahler überweise ich ja mit, bzw. die KfW für mich. :)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am September 21, 2008, 18:12:25
„Fehlerhafte Überweisung“ heißt's jetzt. Wieso bekomme ich nie solche? Ach so, es ist ja andersrum, als Steuerzahler überweise ich ja mit, bzw. die KfW für mich. :)

Und die nächste Überweisung an uncle sam (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,579509,00.html) ist fällig

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Terrania am September 22, 2008, 08:21:41
Wer mal ein bißchen nachvollziehen will, was wirklich los ist, sollte sich den "crash course" von chris martenson anschauen. Einstieg: Fuzzy Numbers. Alles andere ist übrigens sehr interessant und ändert die Sicht auf unsere Wirtschaft komplett … Ein Kapitel geht über "Blasen" und unter anderem die "Immobilienkrise" …

http://www.chrismartenson.com/fuzzy_numbers
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am September 29, 2008, 18:41:02
Danke für den Fuzzy-Link! Kam noch nicht dazu, wirklich einzutauchen, ist aber auf alle Fälle ansprechend gemacht.

Jetzt hat's/hätt's ja den ersten DAX-Konzern zerbröselt, namens Hypo Real Estate, und einmal dürft ihr raten, wer die Suppe auslöffeln darf. http://www.sueddeutsche.de/finanzen/283/312199/text/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am September 29, 2008, 23:13:40
@Terrania

Sehr interresante Serie. Leider ist die letzte noch nicht produziert ;-) "What should i do?"
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Terrania am September 30, 2008, 10:27:12
Genau. Auf "What shoud I do" warte ich jetzt seit 14 Tagen …
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Oktober 05, 2008, 07:54:45
Gestern wurde bekannt, dass die HRE einen Wertberichtigungsbedarf von ca. 100 Mrd. € hat, statt wie bisher geglaubt von 35 Mrd. €.
Wenn ein einziges Deutsches Bankhaus schon 100 Mrd. € verschlingt, wie lange reichen dann die 700 Mrd. $ (ca. 520 Mrd. €) in den USA?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Terrania am Oktober 05, 2008, 10:00:34
Gar nicht. Die 700 Mrd (so war meine Hoffnung) hätten bis zum nächsten Quartalsende etwas Ruhe in die Gemeinde bringen sollen. Inzwischen glaube ich das nicht mehr, es wird nicht mal mehr ein paar Tage anhalten. Vor 14 Tagen an einem Sonntag, habe ich einem Optimisten aus Hessen erklärt, dass die Börsen am Montag auf Talfahrt gehen werden (heftig), weil keiner mehr durchblickt. Keiner. Er hat mich ausgelacht und ich dachte bei mir: hoffentlich hat er recht und ich unrecht. Inzwischen dürfte er nicht mehr lachen, und ich kriege langsam ein sehr mulmiges Gefühl.

Ist es nicht interessant, wie Amerika mit seinen Anhängseln Europa und Asien (vulgo: der Welt) ALLES zerstört? Was hat diese JUNTA-Regierung nicht alles zu verantworten. Dieser Bush kann zumindest eines Fug und Recht behaupten: kein Präsident vor ihm hat einer derartig nachhaltige Zerstörung der normalen Gegenbenheiten weltweit bislang zu verantworten gehabt. Amerika ist fertig. Definitiv. Fragt sich, ob Europa sich endlich aus der Abhängigkeit befreien kann.

Sollen ein paar europäische Banken fallen, wenns ein reinigendes Gewitter gibt. Nur leider glaube ich nicht, dass es ein reinigendes Gewitter sein wird. Die Chance, dass Ottonormalverbraucher alles verliert ist inzwischen größer geworden.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Oktober 05, 2008, 10:32:17
Ist es nicht interessant, wie Amerika mit seinen Anhängseln Europa und Asien (vulgo: der Welt) ALLES zerstört?

Wenn ich es richtig verstehe, zerstören also alle Alles?

Ich denke nirgendwo auf der Welt lässt sich eine starke Wirtschaft und ein starkes Finanzwesen von irgend einem Politik-Heini reinreden.

Die Privatbanken haben ihre drei Tage alte Zusage, über einige Milliarden, für die aktuelle Bankenrettung zurückgezogen.
Jetzt wo mehr Kohle, als noch letzte Woche vermutet, benötigt wird, behalten sie lieber ihre Kohle, weil sie genau wissen, der Staat muss nun eingreifen und wird alles löhnen.

Und ob die Amis nun 700 Milliarden oder das 10-fache in das System pumpen, spielt eigentlich keine Rolle. Jedenfalls nicht langfristig.
Mit diesen zusätzlichen Geldgeschenken werden sich abermals die aktuellen Versager bereichern.

Vielleicht können nur wirklich heftige Auswirkungen Änderungen bringen.
Hunger, Kälte, Obdachlosigkeit, radikale Parteien............
Aber selbst wenn dies überstanden ist, werden es wieder die Alten sein, die mit reichlich Startkapital aus der Nummer kommen und das alte System fortsetzen.

Die nächsten Tage wird es wieder sehr lustig zu beobachten sein, welche Obernullen wieder ihren Mist in jedes Mikrofon sülzen. Allen voran Politiker, Banker und Politpopulisten.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 05, 2008, 10:38:11
Wo bringen wir unser Geld hin, sofern wir etwas haben.

Zu Banken die uns 2-3 % Zinsen versprechen ?
Zu Banken die uns 4-5 % Zinsen versprechen ?
Zu Banken die uns 6-7 % Zinsen versprechen ?

Gierig sind nicht nur die anderen sondern wir auch  ;D

Jochen

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Oktober 05, 2008, 10:47:39
Die Nummer mit den Zinsen halte ich für OK.

Ich leihe der Bank mein Geld, sie zahlt dafür an mich und gut so.

Schlimmer wird's wenn, wenn dem Getue kein Wert mehr entgegen steht.
Angefangen bei einigen Apple-Aktien, die einem das Vermögen um einige $ erhöhen, weil SJ etwas gesünder aussieht als vor drei Wochen.
Das sind die Luftnummern, die eines Tages platzen müssen.

Und wenn dem Priavtanleger nun die Alterversorgung den Bach runter geht, weil er etwas mehr haben wollte und weil er sich für etwas schlauer gehalten hat, habe ich damit kaum Mitleid.
Schade nur das ich auch das bezahlen muss.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Oktober 05, 2008, 11:52:36
....... und ich kriege langsam ein sehr mulmiges Gefühl.
 Die Chance, dass Ottonormalverbraucher alles verliert ist inzwischen größer geworden.

*unterschreib*

Wenn die (Banken, Versicherungen,Staat) nicht bis Montag 9 Uhr etwas vernünftiges (gibt es so etwas in dieser Situation?) hinbekommen, mag ich mir die Konsequenzen garnicht ausmalen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 05, 2008, 12:44:56
Habe da kaum Bedenken. Gut, die Aktienkurse werden wieder einknicken, aber wenn man Pleiten nicht verkraften kann, weil sie „das System“ gefährden würden, frage ich mich schon, ob dieses System überhaupt Zukunft haben soll.
Ich habe auch ein Depot, daß ganz schön verloren hat und wünschte mir eine andere Entwicklung, aber ich denke halt auch langfristig. Hypo Real Estate ist ein Sonderfall, und selbst hier war es ja die - offensichtlich schlecht beaufsichtigte irische Tochterbank. Die deutsche Wirtschaft steht auf gesunden Beinen und dürfte sich schnell erholen. Asien ist bis heute nur wenig betroffen.
Der US-Markt ist sehr wichtig, aber eben nicht mehr so wichtig für uns wie früher.
In der Eurozone sind's v.a. Spanien und GB.

Gut, und wenn die PANIK wirklich die Kurse knüppelt: NACHKAUFEN! :)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 05, 2008, 13:02:07
...ob dieses System überhaupt Zukunft haben soll.
Einmal so  ???

...Gut, und wenn die PANIK wirklich die Kurse knüppelt: NACHKAUFEN! :)

Eimal so ???

 ;D

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 05, 2008, 13:50:43
Wo ist da der Widerspruch.
Ich glaube eben nicht, daß „das System“ zusammenbricht. Aber wen doch: Durchaus verdient.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Thyrfing am Oktober 05, 2008, 14:21:43
Wo ist da der Widerspruch.
Ich glaube eben nicht, daß „das System“ zusammenbricht. Aber wen doch: Durchaus verdient.

Das kommt darauf an, was man als "Das System" und "zusammenbrechen" definiert.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 05, 2008, 14:28:55
Für mich: Das Finanzsystem. Darum geht doch die Diskussion, nur m.E. gibt es dieses so gar nicht, daher die Anführungszeichen. Diese aber v.a. auch, weil ja jetzt in diversen Publikationen so getan wird, als wäre der Kapitalismus an sich am Ende und die große Zeitenwende heraufbeschworen wird. Was ich für den totalen Blödsinn halte.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Oktober 05, 2008, 14:37:52
Für mich: Das Finanzsystem. Darum geht doch die Diskussion, nur m.E. gibt es dieses so gar nicht, daher die Anführungszeichen. Diese aber v.a. auch, weil ja jetzt in diversen Publikationen so getan wird, als wäre der Kapitalismus an sich am Ende und die große Zeitenwende heraufbeschworen wird. Was ich für den totalen Blödsinn halte.

Wieso gibt es das "Finanzsystem" nicht?

Es ist wohl als solches nicht gegründet oder erfunden worden, aber da sich alle gleich verhalten, nach den gleichen Maßstäben handeln, durch die gleichen Ratings laufen............ ist am Ende sehr wohl ein System entstanden.


Ich glaube auch nicht das wir vorm Ende des Kapitalismus stehen.
Es fallen viele Kleine, viele Mittlere und einige Große auf die Fresse. (nicht Banken oder Firmen, ich meine einzelne Zocker)

Die die übrig bleiben werden den Markt einfach neu aufteilen und den gleichen Mist fortsetzen.
Alle die jetzt verlieren werden versuchen so schnell wie möglich wieder mitzuspielen und alles fängt von Neuem an.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Oktober 05, 2008, 15:55:56
Was mich beunruhigt, ist das einige private Kommentatoren (also Leser) auf Newsseiten offen zum Bankenrun aufrufen. Unabhängig der  Zukunfts Hypo Reals Estate hätte ich eher Bedenken das durch Panik eine Selbsterfüllende Prophezeiung ausgelöst wird und die Menschen tatsächlich ihre Konten plündern.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Thyrfing am Oktober 05, 2008, 15:58:09
Ich sehe das wie Fränk. "Das System" ist für einige bestimmt "zusammengebrochen". Aber der Rest wird weitermachen und weiterhin versuchen, die größtmögliche Rendite zu erhalten, bis es wieder so weit ist wie jetzt.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 05, 2008, 17:14:16
Fränk:
Ich sage ja nicht, daß es kein Finanzsystem gäbe. Aber nicht das System, von dem alle reden und schreiben. Die Realität ist nun mal viel komplexer.

Thyrfing:
„Ich sehe das wie Fränk. "Das System" ist für einige bestimmt "zusammengebrochen"

Sicherlich. So wie jeden Tag für irgendwelche Menschen ihr System zusammenbricht. Nur diesmal sind es halt Kolosse, und wie groß ist der Kollateralschaden.
z.B.: Mich würde halt mal genau interessieren, inwiefern eine Pleite der HRE alles andere gefährden soll. Das sie de facto pleite sind, weiß man. Es geht also darum, ob der Staat gewillt ist, den Steuerzahler quasi unbeschränkt zu schröpfen, um Banken zu retten. Selbst wenn dort keine Privateinlagen zu finden sind, sondern es sich um ein Institut handelt, daß v.a. Firmen und Staaten Geld leiht.
Hier wird doch der Popanz vom wirtschaftlichen Zusammenbruch instrumentalisiert, um die Entscheider und Bürger mürbe zu machen. So sieht es für mich halt aus.

„Aber der Rest wird weitermachen und weiterhin versuchen, die größtmögliche Rendite zu erhalten, bis es wieder so weit ist wie jetzt.“

Ganz meine Meinung.


Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Oktober 05, 2008, 17:31:05
Mich würde halt mal genau interessieren, inwiefern eine Pleite der HRE alles andere gefährden soll.

Mein Horror-Szenario:

Ich bin ein schuldenfreier Kleinbetrieb.
Ich bin sehr altmodisch, ich kaufe nur sehr ungern etwas auf Pump.
Keine Schulden, aber auch keine Kohle um Sprünge zu machen.
Schon gar keine Kohle um einen länger ausbleibenden Zahlungen verkraften zu können.

Meine Kundschaft ist aber von Krediten abhängig.
Die haben nämlich immer brav das getan, was ihnen die vielen Experten bei Banken, Unternehmensberatungen und ultra-schlaue Jungmanager geraten haben.
Das war nie irgend etwas, was auch nur einem einzigen wirklich eingefallen wäre, es war immer nur das, was alle machen. Sie sind den Markt- oder auch Finanzmarktgesetzen gefolgt, weil sie ihren Job so schlecht machen, daß ihnen halt nix anderes eingefallen ist.

Wenn jetzt einer meiner großen Kunden nun in den Strudel gerät und ihm eine Bank die Kredite abdreht, weil sie halt keine Kohle mehr hat, bestellen die nicht mehr bei mir, bzw. bestellen schon noch, aber zahlen nicht.

Resultat: Mein Ende.

Toll.

Alles erfunden, nachgemacht von Leuten die absolut nix "machen", keinen Wert erarbeiten, alles was sie generieren sind ausschließlich Luftnummern.
Leute das stimmt was nicht.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: daveinitiv am Oktober 05, 2008, 17:32:08
@ Flo: Weil es mir jetzt schon ein paar Mal aufgefallen ist. Warum zitierst du so "eigenartig"? Habe ich etwas verpasst?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 05, 2008, 17:41:50
Wird sich erweisen, ob es wirklich so schlimm kommt. Ich denke nicht, aber natürlich ist das mehr Glaube als Wissen.

Dave:
Findest Du das merkwürdig? Ich mache es aus Effizienzgründen. Unten habe ich die Schnellantwort (aktivierbar im Profil), wenn ich nun „zitieren“ drücke, wird immer der gesamte Text reinkopiert und man muss manuell nacharbeiten, drum mache ich es per Hand/Zwischenablage und setze einfach Anführungszeichen, wenn es komplizierter wird nutze ich aber schon die Zitierfunktion oder schreibe den Namen noch mal drüber.
Erst unbewusst, nun angewöhnt. <-- Edit: „unbewusst“ ist das falsche Wort, bitte keine Freudschen Debatten. ;)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: daveinitiv am Oktober 05, 2008, 17:49:29
Ich persönlich finde es unübersichtlicher -- ich bin an "normale" Forenzitate normiert. Aber hatte ich halt immer mal wieder gefragt, was der Grund deines Vorgehens sein könnte, den du jetzt aber hinreichend dargelegt hast. :)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 05, 2008, 21:48:30
Ich sah gerade Kasper und Gretel in der Tagesschau die mitteilten.

Unsere Spareinlagen sind sicher.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am Oktober 05, 2008, 23:03:08
Sind ja auch nur 3 Billionen. Das kann "das Land" locker aufbringen, wenn's ganz blöd kommt...  :P
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Oktober 06, 2008, 00:02:14
Sind ja auch nur 3 Billionen...

Je nachdem wie man rechnet sogar 5 Billionen. Aber um das alles ginge es auch nicht, abgesichert würden im Ernstafall  nur "Liquidationsmittel ersten Grades" die sich bei den Banken befinden, also Girokonto- Bankguthaben Tagesgeldkonten (schätzungsweise eine halbe Billionen). Aber nichts was darüber hinaus ginge.

Das scheint aber so oder so eher gedacht zu sein, um etwas Ruhe in die Angelegenheit zu bringen. Hoffentlich ist es nicht nötig: Denn es gibt  jetzt einen neuen Rettungsplan für die HRE.  (http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Neuer-Milliarden-Kredit-Rettung-in-letzter-Minute-f%FCr-HRE/422295.html). Gerade noch zwei Stunden bevor die asiatischen Börsen beginnen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am Oktober 06, 2008, 00:14:38
Da lässt sich die Regierung auf ein ganz böses Spielchen ein.. aber Pleite darf die HRE auch nicht gehen. Knapp 400 Milliarden Bilanzwert ist nicht gerade ohne. Vor allem, weil da auch noch Pfandbriefe mit dabei sind.

Wenn das so weiter geht, steuern wir ernsthaften Problemen entgegen. *Ich* befürchte, da kommt noch ordentlich was nach.

Was mich aber auch nervt, sind Leute, die Geld in Aktien stecken und sich hinterher über einen Totalverlust aufregen.
Gerade Heute saß wieder so einer bei Anne Will. Hat angeblich sein ganzes Vermögen (22.000 Euro) in Lehman-Zertifikate gesteckt und jetzt ist es weg. Dabei war das Geld doch für die Ausbildung der Kinder gedacht... Nun sind alle anderen Schuld. Er wusste natürlich nichts von irgendwelchen Risiken.

Also, da habe ich dann aber kein Mitleid. Was glauben die Leute denn eigentlich?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Oktober 06, 2008, 00:23:33
Was mich aber auch nervt, sind Leute, die Geld in Aktien stecken und sich hinterher über einen Totalverlust aufregen.
Gerade Heute saß wieder so einer bei Anne Will. Hat angeblich sein ganzes Vermögen (22.000 Euro) in Lehman-Zertifikate gesteckt und jetzt ist es weg. Dabei war das Geld doch für die Ausbildung der Kinder gedacht... Nun sind alle anderen Schuld. Er wusste natürlich nichts von irgendwelchen Risiken.

Also, da habe ich dann aber kein Mitleid.

Tendenziell stimme ich Dir zu, aber man sollte auch ein bisschen differenzieren. Viele Kunden glauben dem freundlichen Bankberater gegenüber einfach zu gutgläubig wenn er ihnen versichert, dass da natürlich kein Risiko besteht. Das es eigentlich gar keine Bankberater für Kunden gibt, sondern einfach nur Verkäufer die mal mehr mal weniger (und oft eben mehr weniger) Ahnung haben, erkennen manche erst wenn es zu spät ist.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 06, 2008, 00:35:01
Also, da habe ich dann aber kein Mitleid. Was glauben die Leute denn eigentlich?

Meine Rede. Die gier macht die Leute blind und am Ende sind dann die Vermittler schuld. Dabei darf er nix verkaufen, wenn nicht eine Unterschrift unter der Risiko-Aufklärung steht. Natürlich entbindet das den Vermittler nicht von allen Pflichten, aber man sollte halt verdammt noch mal durchlesen, was man unterschreibt.

Rendite ohne Risiko gibt es halt nicht. Ganz einfach.
Das dies einfach nicht in die Birnen geht, ist mir ein Rätsel. Ebenso, daß der Trick „steuerfrei“ immer wieder funktioniert.

Es ist diese Gier und Leichtgläubigkeit, die nun diese Probleme bereitet. Nicht nur von den Bankern, sondern auch von den Kunden. Ohne vernünftiges Einkommen ein Riesenhaus zu finanzieren, alleine durch die Wertsteigerung, kann doch gar nicht funktionieren.

Aber klar! Schuld sind immer die anderen.

Tendenziell stimme ich Dir zu, aber man sollte auch ein bisschen differenzieren. Viele Kunden glauben dem freundlichen Bankberater gegenüber einfach zu gutgläubig wenn er ihnen versichert, dass da natürlich kein Risiko besteht. Das es eigentlich gar keine Bankberater für Kunden gibt, sondern einfach nur Verkäufer die mal mehr mal weniger (und oft eben mehr weniger) Ahnung haben, erkennen manche erst wenn es zu spät ist.

Da stimme ich auch zu, natürlich wird grenzwertig bis kriminell gehandelt, aber wenn es ums Geld geht?! Offensichtlich sind viele Leute echt sehr naiv.  Dieses auszunutzen ist eine Sauerei, aber eben leider Normalität, wahrscheinlich seit dem Homo Erectus. Wer sein Steinwerkzeug nur mal eben Freunden überlässt, kann eben Pech haben.
Wir haben, im Gegensatz zu unseren Vorfahren, aber die Möglichkeit, uns umfassend zu informieren. Tatsächlich geht jetzt das Gleiche los wie damals bei den Ost-Schrottimmobilien, um mal ein Beispiel zu nennen. Da fasste ich mir auch schon an den Kopf.


Noch ein abschliessender Kommentar zu den Ereignissen der heutigen Nacht:
Bei diesen Rettungsfonds frage ich mich ja immer, woher das Geld komme soll. Irgendwo werden wohl doch die Druckmaschinen angeworfen, oder wie soll man das beurteilen? Geld, die unendliche Ressource?
Aber die Einlagen sind jetzt sicher. Genau wie die Renten. :D


Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Oktober 06, 2008, 01:21:40
frage ich mich ja immer, woher das Geld komme soll. Irgendwo werden wohl doch die Druckmaschinen angeworfen, oder wie soll man das beurteilen? Geld, die unendliche Ressource?

Auf die Notenpresse haben die europäischen Regierungen glücklicherweise keinen direkten Zugriff mehr. Nach den Erfahrungen mit der Inflation im letzten Jahrhundert gibts für die Gelddruckmaschinen eine eigene, nicht an Weisungen gebundene, Institution - die Zentralbank (http://de.wikipedia.org/wiki/Europäische_Zentralbank).

Zahlen muss der Steuerzahler, also überwiegend Leute bei denen, wenn sie sich in Gelddingen grob verkalkulieren ein Staatsbediensteter zum pfänden kommt.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 06, 2008, 01:32:46
Ist mir schon klar, daß der Staat nicht die Zentralbanken nötigen kann, aber andersherum kann sich die Zentralbank ja den Zwängen einer Systemgefährdung (großes Fragezeichen) auch nicht grenzenlos entziehen.
Zahlen muss der Steuerzahler, ja gut, aber das reicht ja momentan schon nicht, also müssten noch mehr neue Kredite aufgenommen werden. Da ist dann ein niedriger Leitzins ein gute Sache. Zu viel billiges Geld hat aber gerade diese Krise mit-ausgelöst und verlängert sie womöglich mehr als sie zu beenden.

Hoffentlich werden wenigstens die richtigen Lehren gezogen, fürs nächste Mal. Aber meine Hoffnung geht gegen null.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Oktober 06, 2008, 01:49:34
Kommt halt darauf an wie man null definiert. Bis Europa unabhängige Notenbanken hatte, hats über 70 Jahre nach der auslösenden Krise gedauert. Mein Fazit: Ergebnis gut, Reaktionszeit 60 bis 70 Jahre zu lang.

So wie dem Kapitalismus die staatliche Reglementierung zur sozialen Marktwirtschaft gut gestanden hat, wäre jetzt ein extrem guter Anlass eine "Notenbank" für den globalen Handel mit Geld (inklusive der Zweitwährung Aktien (http://www.apfelinsel.de/forum/index.php/topic,2704.msg37195.html#msg37195)) einzuführen.

Wobei ich "Notenbank" als verbindliche, öffentliche Aufsicht mit Gestaltungskraft sehe.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Oktober 06, 2008, 01:56:19
[Das hier ist nicht direkt als Beitrag gedacht sonder mehr als zusätzliche Information darüber für diejenigen die wissen wollen wie das Finanzsystem "im Innersten" funktioniert. Und wie Geld, dass man ja einfach so zu drucken scheint wirklich zu seinem "Wert" gelangt. In dem frei verfügbaren Dokumentationsfilm  Zeitgeist: Addendum  (http://video.google.com/videoplay?docid=7065205277695921912&hl=de) wird es hinterleuchtet. Auch wenn es sehr stark aus amerikanischer Sicht und auch ziemlich reisserisch gemacht ist, trotzdem empfehlenswert für einen regnerischen Herbstabend]
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am Oktober 06, 2008, 15:51:18
Na, sind Heute alle in Schockstarre verfallen??  ;)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: tertinator am Oktober 06, 2008, 17:16:40
Na, sind Heute alle in Schockstarre verfallen??  ;)
nö, in interessierter Erwartung ;)

Hab zwar kein Geld investiert, bin aber dennoch gespannt, was demnächst noch so alles kommt.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 06, 2008, 20:26:46
Und ich arbeite meine Depot-Verluste wieder rein. ;)


Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Oktober 07, 2008, 09:00:41
Hat sich schon jemand Gold gekauft?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: tertinator am Oktober 07, 2008, 10:56:53
Hat sich schon jemand Gold gekauft?

Hab mir letztens sogar Gold einbauen lassen ;D
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am Oktober 07, 2008, 11:42:38
Ich kauf mir jetzt ein Haus. Bevor Geld nix mehr wert ist...  ;)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 07, 2008, 12:30:03
Gold ist doch das totale Spekulationsobjekt und keineswegs der sichere Hafen.
Und Häuser werden dauernd entwertet, wegen neuen Vorschriften und Käuferwünschen zu Energiebedarf.
Außerdem läuft es bei uns eh so: EFH wird abgerissen und drei Reihenhäuser rein. Man bekommt also sowieso nix mehr dafür.
Ach so, drin wohnen? Pff! Lieber großes Auto, daß reicht auch! Ölpreis, na und? Fährt die Wohnung eben nicht mehr!

Aber Tagesgeld: 5,75%. Die brauchen wirklich dringend Geld.

Alles verrückt, ich werd's jetzt auch.
---


Anderswo:
Island kämpft gegen den Staatsbankrott (http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/wirtschaft/115/313024/text/).
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Oktober 07, 2008, 14:18:34
@ Flo: Wie kann man sich nur als Investmentbank Vorstand outen? In diesen Zeiten!  ;D
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 07, 2008, 16:00:59
Ich sag's ja: Verrückt. :) Das Ansehen kümmert mich nicht, Hauptsache die Abfindung stimmt. 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 07, 2008, 21:15:23
Die Grundübel sind:

Virtuell Schulden
Virtuelle Gewinne

also der bargeldlose Zahlungsverkehr.

Schlimm finde ich nun auch noch die Aussage:

"Die EU-Staaten wollen demnach alle "systemrelevanten Finanzinstitute" stützen"

Der Begriff systemrelevant heisst doch nichts anderes als Beibehaltung der momentanen Spielregeln.

Wobei auf dem G8 Gipfel in Heiligendamm 2007 viele "Fachleute" vor dem Crash gewarnt hatten.

Aber was anderes als das Statement, wir (Politik) müssen die Finanzwirtschaft beobachten, kritisch ist es nicht, gab es nicht.
Der nächste Crash ist vorprogrammiert.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 07, 2008, 23:31:39
Zitat
also der bargeldlose Zahlungsverkehr.

Ich glaube, hier hast Du den falschen Terminus gewählt, denn das führte ja sehr, sehr weit.
Denn dann wäre ja der einzige Ausweg die Rückkehr zu Barzahlung, weil nach dem Motto wären ja nicht mal mittelalterliche Wechsel okay.
Die Geldmenge müsste zudem z.B. an die Goldreserven gekoppelt werden. Oder wieder Münzen aus Edelmetallen.

Meinst Du vielleicht das Kaufen auf Pump, Wetten auf Kursverluste, etc. und automatisierte Überweisungen/Käufe/Verkäufe? Da stimme ich teilweise überein.

Letztendlich liegt der Fehler aber immer nur in einem begründet: Die Gier der Menschen. Und dagegen ist kein System gefeit. Man sollte aber zumindest effiziente Kontrollen gegen Betrug, Übervorteilung, Insider-Handel etc., pp. etablieren, da liegt für mich der große Hund begraben.
De facto gibt es scheinbar ein Milieu, in dem überhaupt nicht mehr kontrolliert wird.

In diesem Zusammenhang fällt mir gerade mal wieder der Enron-Skandal ein. Dazu kann ich die Dokumentation Enron: The Smartest Guys in the Room empfehlen, daß ist jetzt alles schon etwas her und anders gelagert, aber hat man daraus gelernt? Oder aus dem ganzen dotcom-Desaster?
Wo sind die Behörden, die diese gewaltigen Multimilliarden-Transfers noch kontrollieren können und wollen? Immer wird erst reagiert, wenn es schon zu spät ist.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Oktober 10, 2008, 09:29:14
Ist heute der schwarze Freitag?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am Oktober 10, 2008, 10:32:15
Er ist auf dem besten Weg dazu ...  :-X

Kaufen, Leute, kaufen! So billig wird's wohl nie mehr!   (außer vielleicht Morgen...)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: tertinator am Oktober 10, 2008, 11:15:39
Mist. Mein Jackpot wird erst am Mittwoch ausgezahlt :(
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 10, 2008, 12:02:54
Irgendwann muss der Tiefpunkt erreicht sein. Glück auf!

Einfach nicht hinschauen!
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Oktober 10, 2008, 15:51:52
Man darf nicht vergessen, dass der DAX nach der Internetblase vor etwa 5 Jahren bei ca. 2300 Punkten lag. Und damals war nur ein "Marktsegment" betroffen. Also ich befürchte fast, dass die Talsohle noch lange nicht erreicht ist. Täusche mich aber lieber.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am Oktober 10, 2008, 15:55:09
Habe Heute mal ein paar Hunderter ins Getümmel geworfen. Da gibt es Sachen, die haben vor 3 Monaten noch das 10fache gekostet.
Auf ein paar Kröten mehr oder weniger kommt's jetzt auch nicht mehr an. Juhuuu... Casino.. alles auf die Null  ;D
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Thyrfing am Oktober 10, 2008, 19:56:44
Ihr macht mir hier einen leicht hysterischen Eindruck... ;D
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Oktober 11, 2008, 19:54:49
Dieses  Interview mit einem Aktienhändler  (http://www.youtube.com/watch?v=J4ry-bAmZ-s) hier macht mich nervös. Danach kollabiert das Finanzsystem mit 70%iger Wahrscheinlichkeit. Kann das stimmen?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 11, 2008, 20:13:01
Dieses  Interview mit einem Aktienhändler  (http://www.youtube.com/watch?v=J4ry-bAmZ-s) hier macht mich nervös. Danach kollabiert das Finanzsystem mit 70%iger Wahrscheinlichkeit. Kann das stimmen?

Wenn er das sagt wird es stimmen  :-\
Börsenhändler, Analysten, Astrologen.... ???
Nach 1923 ging es auch wieder aufwärts  ;D

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Oktober 13, 2008, 13:39:38
Wer aktuelles und fundiertes (soweit dies im Rahmen so extremer Verflechtungen überhaupt möglich ist) über die Finanzkrise wissen will findet sie  im Blog  (http://krugman.blogs.nytimes.com/) und in den  Kolumnen  (http://topics.nytimes.com/top/opinion/editorialsandoped/oped/columnists/paulkrugman/index.html) von Paul Krugman. Die Bücher die ich von ihm gelesen habe sind "Der europäische Traum" und "Die Große Rezession" (beide sind zu empfehlen).

Interessant vor allem: In "Die Große Rezession" von 1999 (2001 in Deutsch erschienen) nennt er z.B. Hedge-Fonds und andere Spekulanten die mit "extremen Hebeln" arbeiten die Hexenmeister des Universums. "Dass das Schicksal ganzer Länder von den Transaktionen einzelner Händler abhängen könnte, mochte niemand glauben - für so etwas hielt man die Märkte für viel zu groß. Insofern schien es undenkbar, dass Einzelpersonen oder kleinere Gruppen in der Lage sein könnten, den Kurs selbst einer nur mittelgroßen Volkswirtschaft nennenswert zu beeinflußen. Doch da irrte man möglicherweise. Eine der bizarrsten Aspekte der Wirtschaftskrise [Anmerkung von mir: Er meint damit die Asienkrise] war die markante Rolle der Hedge-Fonds und anderer Spekulanten. Dabei handelt es sich um hoch spekulative, auf makroökonomische Entwicklung setzende Investmentfirmen, die in der Lage sind kurzfristig mit Summen zu operieren, die weit über das Einlagenkapital hinausgehen. Es kann kein Zweifel bestehen, dass solche Fonds den Weltmärkten hart zugesetzt haben- im Erfolgsfall nicht weniger als im Fall des Scheiterns." (Paul Krugman , Die große Rezession, Sa58-159, Econ 2001).

Am Ende kommt er noch zu dem Schluß, dass es fast unausweichlich sein wird, dass der Staat eingreifen muss um die negativen Auswirkungen extremer Spekulationen zu minimieren. Ich glaube mal vor allem dafür, und für seine Forderung nach Schutzvorrichtungen um extreme Hebelgeschäfte zu minimieren bekommt er jetzt den Nobelpreis.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 13, 2008, 18:15:11
Der DAX steigt ja schon wieder.

"Alles nicht so schlimm"  ;)

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 13, 2008, 19:27:23
Habe ich es gesagt oder habe ich es nicht gesagt? Bis zur nächsten schlechten Nachricht stimme ich mit mir selbst überein. ;D
Dale: Danke für den Tip!
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Oktober 17, 2008, 20:41:51
Der Einlegerschutz scheint wirklich zu funktionieren. Habe gestern die Kohle zurück erhalten, die ich bei einer isländischen Bank parkiert hatte und die jetzt eine Weile blockiert war. Samt Zinsen. :)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Oktober 18, 2008, 17:41:28
Auf  Stern.de   (http://www.stern.de/politik/deutschland/:Weimers-Woche-Die-Krise-Krieges/642631.html)zieht Wolfram Weimer eine interessante Verbindung zwischen dem Krieg und der Krise. (Klar neu ist dieser Gedanke nicht, trotzdem sehr gut komprimiert auf den Punkt gebracht)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Oktober 18, 2008, 17:44:02
Der Einlegerschutz scheint wirklich zu funktionieren. Habe gestern die Kohle zurück erhalten, die ich bei einer isländischen Bank parkiert hatte und die jetzt eine Weile blockiert war. Samt Zinsen. :)

Das ist ein Scherz, oder?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Oktober 18, 2008, 17:57:50
Auf  Stern.de   (http://www.stern.de/politik/deutschland/:Weimers-Woche-Die-Krise-Krieges/642631.html)zieht Wolfram Weimer eine interessante Verbindung zwischen dem Krieg und der Krise. (Klar neu ist dieser Gedanke nicht, trotzdem sehr gut komprimiert auf den Punkt gebracht)

Tja, neben dem Irak-Krieg gibts aber wohl noch andere Gründe für die Niedrigzinspolitik. Nur passen die halt ein bisschen weniger gut ins politisch korrekte europäische Weltbild (und in jenes von Spiegel bzw. Cicero).
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Oktober 24, 2008, 12:08:17
Der nächste schwarze Freitag? Kursziel = 0?

Wie sagte noch vor kurzem Hr. Steinbrück: "Ein Durchschlagen auf die Realwirtschaft wird es nicht geben, dazu ist die Deutsche Wirtschaft zu gut aufgestellt und zu robust".

Politikermund tut Wahrheit kund.  :-X
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 24, 2008, 12:18:33
Wenn sonst am Freitag die Gewinne versilbert werden, werden jetzt wohl die Verluste verschrottet? ;)

Also, ich sage nur: Viele Unternehmen sind unterbewertet. Wer jetzt noch Geld hat, sollte sich wirklich überlegen, dick einzusteigen. :D
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Chucky am Oktober 24, 2008, 14:27:55
Zu diesem Thema sage ich nur eines: Ein was Veranlagungen anbelangt absolutes Greenhorn namens Warren Buffet hat feine 3 Mrd. USD in ein Finanzinstitut gesteckt und zusätzlich noch ein paar Milliönchen in einen chinesischen Hersteller von Batterien. Der hat keine Ahnung, sage ich euch! Wieso chinesischer Hersteller von Batterien für Fahrräder, wo in China doch fast keiner mit dem Fahrrad fährt. Wäre wohl besser, er würde in Immobilien oder Gold gehen - bei der Wirtschaftslage!

Aber bleiben unserem Motto treu: Wir Experten steigen ein, wenn es die Bild (oder in Österreich die Kronenzeitung) empfiehlt. Dann muss es ja stimmen - schließlich sind die Börsen ja schon jahrelang im "Jahrhunderthoch". Da brauch man sich dann auch nichts denken, dass es mal abwärts gehen könnte. Schließlich schreiben das die Experten von RevolverQualitätsblättern. Und die wissen, was sie schreiben - schließlich sind das studierte Ägyptologen!
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am Oktober 24, 2008, 20:28:56
Kann mir mal jemand erklären, warum die Belegschaft der Bayern LB so vehement Partei für den Vorstand Kemmer (http://www.br-online.de/aktuell/finanzkrise-rettungspaket-bayernlb-ID1224496189571.xml) ergriffen hat? Was steckt da genau dahinter?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 24, 2008, 21:21:20
Kann mir mal jemand erklären, warum die Belegschaft der Bayern LB so vehement Partei für den Vorstand Kemmer (http://www.br-online.de/aktuell/finanzkrise-rettungspaket-bayernlb-ID1224496189571.xml) ergriffen hat? Was steckt da genau dahinter?

Herdentrieb  ;D

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am Oktober 24, 2008, 22:26:02
Hmm o.k. aber ausnahmsweise hätte ich gerne mal eine ausführliche Erklärung dazu. Ich verstehe es wirklich nicht. Hab ich was verpasst?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 25, 2008, 00:34:30
Kapiere es auch nicht. Wird auch in keinem Nachrichten-Beitrag erwähnt. Mal schauen, was morgen so in der Zeitung steht…
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Oktober 25, 2008, 12:19:41
Kann mir mal jemand erklären, warum die Belegschaft der Bayern LB so vehement Partei für den Vorstand Kemmer (http://www.br-online.de/aktuell/finanzkrise-rettungspaket-bayernlb-ID1224496189571.xml) ergriffen hat? Was steckt da genau dahinter?

Interessiert mich auch.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Oktober 25, 2008, 12:31:08
Vielleicht wurde ihnen von der Chefetage "nahe gelegt" etwas Stimmung zu machen.

Oder aber sie bestehen darauf absolut unschuldig zu sein.
Und weil es im Bankgewerbe im Moment etwas schwer fällt sich immer nur hinter "denen da oben" zu verstecken, hat man nun beschlossen alle, von ganz oben bis zum Pförtner, als "die Guten" hinzustellen.
Ich vermute im Selbstverständnis der Banker, gibt es auf der einen Seite "sie selber", das sind die, die Ahnung von der Materie haben (ich glaube viele Banker glauben tatsächlich immer noch sie hätten die Hintergründe dessen was gerade geschieht verstanden) und die böse Journaille, die den Doofen (die Bankkunden) mit gezielten Falschinformationen das Hirn verdreht.


Ich glaube aber Seehofer wird sich durchsetzen. Halt nur etwas später.
Der Kemmer hat in der größten Not die, die ihm helfen sollten angelogen. Selbstverständlich muss der weg!
Es zeigt aber deutlich wo sich diese Gattung von Menschen sehen: Die stehen einer Landesregierung mit ungerechtfertigten Milliardenforderungen gegenüber und dürfen lügen.
Wenn sie dann drei Tage später erwischt werden, bleiben sie stur, überheblich und uneinsichtig.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: tertinator am Oktober 25, 2008, 12:35:20
Kann mir mal jemand erklären, warum die Belegschaft der Bayern LB so vehement Partei für den Vorstand Kemmer (http://www.br-online.de/aktuell/finanzkrise-rettungspaket-bayernlb-ID1224496189571.xml) ergriffen hat? Was steckt da genau dahinter?
Herdentrieb  ;D

Ich bin mir da etwas unsicher.
Wichtig ist, dass durch die Bankenkrise nun keine Hexenjagd losgetreten wird.
Vielleicht ist der Vorstand wirklich ein guter Banker, der eher Pech hatte…

Momentan gehe ich noch DAVON aus.

Verteufelungen und Bauernopfer bringen uns zu gegenwärtigem Zeitpunkt auch nicht weiter…
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 25, 2008, 13:34:00
...Verteufelungen und Bauernopfer bringen uns zu gegenwärtigem Zeitpunkt auch nicht weiter…

Merkwürdigerweise ist da offensichtlich was falsch gelaufen, aber wieder mal keiner verantwortlich.

Hatten wir das nicht schon mal  ???

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Oktober 25, 2008, 14:29:21
Was mit Herrn Kemmer passiert ist mir ziemlich egal, aber  diese Offenheit  (http://www.welt.de/wirtschaft/article2625271/Steinbrueck-warnt-vor-Kollaps-der-Finanzmaerkte.html) von Herrn Steinbrück macht mir dagegen echt Angst: „Die Gefahr eines Zusammenbruchs [der Finanzmärkte] ist noch lange nicht vorüber. Jede Entwarnung wäre falsch“ Er werde keinem Bürger Sand in die Augen streuen und sagen 'Wir haben alles unter Kontrolle“

Was bezweckt er damit? Panik schüren? Oder nur die Bürger auf bevorstehende "Einschnitte" gefasst machen"?

[Edit: Der link führt nach nur ca. 6 stunden nachdem die Meldung online ging ins Leere. Hier: http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Trotz-Rettungspaket-Steinbr%FCck-warnt-vor-Kollaps-der-M%E4rkte/430463.html gibt es die gleiche Meldung mit ähnlichen Wortlaut]
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am Oktober 25, 2008, 18:57:15
Was bezweckt er damit? Panik schüren? Oder nur die Bürger auf bevorstehende "Einschnitte" gefasst machen"?

Wohl eher Zweiteres.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am Oktober 27, 2008, 23:52:48
Na? Hatte jemand VW-Aktien VOR Heute gekauft??   8)

Da sieht man mal wieder schön, das die Börse schon lange nichts mehr mit der Realität zu tun hat.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 28, 2008, 00:21:20
Nennt sich Short Squeeze (http://boerse.ard.de/lexikon.jsp?p=150&key=lexikon_149256&letter=S).
Die Ursache ist auch ganz klar: Eine Pressemeldung von Porsche.

Trendmäßig also verständlich, im Ausmaß ganz und gar nicht.

Und nein, leider habe ich keine VW-Aktien billig eingekauft. ;)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Oktober 28, 2008, 00:43:28
Es wird ja munter spekuliert, was Porsches  Masterplan  (http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:Das-Kapital-Sprengt-Porsche-die-Bank/431483.html)bei der ganzen Sache ist. Ich will doch hoffen, dass Porsche nicht sogar auf die zerstörerische Wirkung einer Währungsreform baut. Ala besser die eigenen Reserven für 75 anstatt 50% der VW-Aktien unter Druck setzen, um somit VW "zu besitzen" als Milliarden € in der Hinterhand halten die nach einer Reform nichts mehr Wert sein würden. Hoffe schwer, dass es nicht dazu kommt.  :-\
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 28, 2008, 00:55:25
Währungsreform? Sind wir schon soweit?

Ich denke, da kann man beruhigt sein, Porsche und die dort Herrschenden VW übernehmen wollen, und zwar richtig, ist doch ein älterer Hut. Und wenn man Milliarden los sein will, gibt es sichere Anlagemöglichkeiten als ein Unternehmen in einem stark kriselnden Markt.
Klar das man die Chose möglichst gewinnbringend über die Bühne bringen will. Wobei ich auch nicht dahintersteige, was wie viel ergibt…  :P
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Dezember 18, 2008, 17:51:21
USDollarLeitzins bei 0 % - Contra & Pro:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29379/1.html
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/268/451976/text/print.html


Und einem Spiegel Artikel (http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=62127252&top=SPIEGEL) entnehme ich:
"Der Wert der Finanzanlagen übersteigt den Wert aller weltweit verkauften Waren und Dienstleistungen inzwischen um das Dreifache."

Kann mir jemand einen Maßstab in die Hand drücken, nach dem ich beurteilen kann, ob das zuviel ist?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Dezember 18, 2008, 18:12:14
USDollarLeitzins bei 0 % - Contra & Pro:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29379/1.html
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/268/451976/text/print.html


Und einem Spiegel Artikel (http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=62127252&top=SPIEGEL) entnehme ich:
"Der Wert der Finanzanlagen übersteigt den Wert aller weltweit verkauften Waren und Dienstleistungen inzwischen um das Dreifache."

Kann mir jemand einen Maßstab in die Hand drücken, nach dem ich beurteilen kann, ob das zuviel ist?


Ja ja der Spiegel  ;D

Laut seriöser Literatur zu Realwirtschaft / Finanzwirtschaft
Weniger als 2 % aller Finanztransaktionen sind noch gebunden an realwirtschaftliche Vorgänge.

Jochen


Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Dezember 18, 2008, 20:09:03
Zitat von: Spiegel
Der Wert der Finanzanlagen übersteigt den Wert aller weltweit verkauften Waren und Dienstleistungen inzwischen um das Dreifache.
Zitat von: seriöser WirtschaftsLiteratur/Jochen
Weniger als 2 % aller Finanztransaktionen sind noch gebunden an realwirtschaftliche Vorgänge.

Das widerspricht sich ja nicht unbedingt. Ich frage mal hartnäckig nach dem Maßstab?

Wenn alle Geldanlagen eingelößt würden, dann wären sie doch nur noch ein drittel Wert - in realen Dingen zum anfassen? Oder ist das der falsche Maßstab? Blicke leider in Wirtschaft nicht durch.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Dezember 18, 2008, 20:31:33
Masstab ? wird schwierig sein.

Du hast ein Bild von Picasso und der wäre eine Millionen Euro wert und du könntest dafür 1 Millionen Brötchen kaufen, wenn ein Brötchen ein Euro kosten würde.

Nun ist eine schlechte Zeit und Du gehst zum Bäcker, aber dem bedeutet der Picasso nix und du bekommst dafür kein einziges Brötchen, also ist der Picasso dann nix wert.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Dezember 18, 2008, 22:20:55
Der Picasso wird aber als Ware betrachtet, mit dem Preis, den er auf dem relevanten Markt einbringt. :)

„Der Wert der Finanzanlagen übersteigt den Wert aller weltweit verkauften Waren und Dienstleistungen inzwischen um das Dreifache.“

Ich sehe da irgendwie keinen Zusammenhang zwischen den beiden Werten. ???
Ich denke daher, es soll durch die Aussage nur verdeutlicht werden, daß eben sehr, sehr viele Geldeinlagen existieren.
Den Artikel habe ich aber nicht gelesen. :)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Dezember 19, 2008, 10:07:00
So ists richtig. Toxic Waste für die Verursachenden:
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/abgeschwaechtes_verursacherprinzip_fuer_cs-manager_1.1501197.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Dezember 30, 2008, 11:16:05
Hole den thread mal wieder hoch wegen
Knallharter Fakten  (http://www.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ)
Oder waren die schon bekannt ?

Jochen

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Dezember 30, 2008, 12:15:53
Oder waren die schon bekannt ?

Du meinst das Bankdirektoren von ganz weit her (http://de.wikipedia.org/wiki/Mels) kommen? ;D

Danke für den Link, recht erleuchtend. :D
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Januar 06, 2009, 21:38:42
"Wie krank muss ein System sein, das noch 70 Milliarden US-Dollar an Boni bezahlt, also etwa zehn Prozent des amerikanischen Rettungspaketes, während Banken reihenweise untergehen oder unter die Fittiche des Staates fliehen. Setzt man die Zahlungen ins Verhältnis zu dem Wertverlust, den die Aktien vieler Banken seit Jahresbeginn zu verzeichnen haben, so sollten Banker ihre Bonizahlungen der letzten Jahre auf Heller und Pfennig zurückbezahlen. Wer so wirtschaftet, hat keine zusätzlichen Gehälter verdient. Manager, wie der Lehman-CEO Richard Fuld, haben sich sogar noch zusätzliche Boni gesichert, als das Unternehmen schon pleite war. Eine wahrhaft einzigartige Dreistigkeit, die ihresgleichen sucht und nur noch als Finanz-Kannibalismus bezeichnet werden kann. Anstatt sein Unternehmen Kaufinteressenten aus Südkorea oder China zu einem für die Aktionäre noch erträglichen Preis zu verkaufen, ließ er das Unternehmen in Rekordzeit untergehen. In einer nicht mehr zu überbietenden Dekadenz haben Boni-Hascher das Weltfinanzsystem an den Abgrund geführt."

Mehr von dem Zeug:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29385/1.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Chucky am Januar 07, 2009, 08:32:42
@ radneuerfinder: Der letzte Satz beschreibt das ganze Dilemma ziemlich gut. Wobei hier in Europa nicht ganz so dreist vorgegangen worden ist. Wenn ich denke, dass beispielsweise in Österreich, der Generaldirektor der Erste Group aus seinen Bonus verzichtet hat, erscheinen die Amis wirklich dreist. Gut, der CEO der Erste Group verdient so auch nicht ganz so schlecht, aber es stellt für mich ein anderes vorgehen dar, als jenes in den USA. Ausserdem lässt sich die Schlagzeile "Treichl verzichtet auf 80% seines Gehalts" marketingtechnisch ganz gut verkaufen  ;)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Januar 21, 2009, 14:53:32
Neulich habe ich irgendwo gelesen, dass allein die Deutschen Banken Papiere für rund 300 Milliarden € in den Bilanzen stehen haben, die quasi wertlos sind.  :o Wenn die Institute die notwendigen Wertberichtigungen vornehmen würden, wären sie praktisch pleite - Rettungspaket hin oder her. Aber irgendwann müssen die Tatsachen ja mal an die Sonne. Ist das nicht eine strafbare Insolvenzverschleppung?  Wir haben hier ja anscheinend ein paar Leute aus dem Finanzsektor, stimmen diese Zahlen tatsächlich?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Januar 21, 2009, 18:30:36
Darauf gebe ich auch keine direkte Antwort. Unschön (aber hoffentlich nicht vielsagend):  Ein weiterer Chef des Bankenrettungsfonds tritt zurück  (http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Bankenrettungsfonds-ohne-F%FChrung-Soffin-Chef-Merl-tritt-zur%FCck/463994.html)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Januar 21, 2009, 18:44:25
Der Unterschied zu einer Insolvenzverschleppung ist wohl, daß die Papiere ja auch wieder was wert werden könnten. Theoretisch. Ein nicht realisierter Verlust also bis hierhin.
Aber ja, irgendwann muss das ans Licht, ich bin schon erstaunt, wie lange sich die Politik das bieten lässt. Seite Monaten gärt die Krise, es kommen schon wieder neue Forderungen, was soll das?

Diese faulen Papiere sollen ja jetzt alle an eine „Bad Bank“ gehen, und die soll nach Meinung der Großbanken wieder mal der Steuerzahler abwickeln. Quasi eine Giftmülldeponie. Galt nicht irgendwann mal das Verursacherprinzip?

Aber klar, nachdem man eilfertig die Schutzschirme aufzog und Pleite-Institute wie Hypo Real Estate und IKB mit zig Milliarden vorläufig (!) gerettet hat, kann man jetzt natürlich nicht mehr zurück. Dabei hat man irgendwie verpasst, mal zu erklären, warum man diese Institute eigentlich retten musste?!
Ich habe dazu jetzt viele Meinungen gelesen und wirklich wissen tut es scheinbar keiner. So bedeutend waren sie jedenfalls nicht, daß sie Deutschland in den Bankrott gezogen hätte. ABER DAS VERTRAUEN! Ja, ja. 

Ich muss wirklich sagen: Bert Brecht hatte recht. Ich würde sogar noch weiter gehen: Wer seit Jahren dieses nagende Gefühl hat, daß immer nur von unten nach oben verteilt wird, der kriegt jetzt den Beweis in einer Dimension erbracht, wie schöner nicht vorstellbar.
Wie sollen diese Schulden jemals zurückbezahlt werden? Ach so, die Frage ist ja: Wieso zurückzahlen? Nehmen wir eben noch mehr aus den Steuern zur Zinstilgung und jammern dann, daß die Politik keine Spielräume mehr hat. Und die kleinen und mittleren Unternehmen sind natürlich nicht vergessen, aber nein, aber wir müssen die Eigenverantwortung stärken, ein Schutzschirm wäre da doch kontraproduktiv!

Ich jedenfalls werde mich ewig erinnern, wie hier das Steuergeld verschenkt wurde, letztendlich an die Aktionäre der Großbanken.

Der Bankrott ist eben nicht nur finanziell.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Januar 21, 2009, 19:38:21
Da die Gewinne doch fiktiv waren, sind doch die Schulden auch nur fikiv  ;D

Keine Panik

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Januar 22, 2009, 09:12:31
Die Umverteilung geht allem Anschein nach (http://www.n-tv.de/1089799.html) weiter. Ich wander aus! Wohin???
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Januar 24, 2009, 11:39:24
Eine schlechte Bank für giftige Wertpapiere

Wie merkwürdig ist das oder denke ich da zu naiv.

Wer kauft denn Wertpapiere die nix wert sind ?
Der Staat > damit der Steuerzahler > also Steuererhöhungen vorprogrammiert

Warum heißen Wertpapiere denn Wertpapiere, wenn sie nichts mehr wert sind ?

Zitat in der Zeitschrift
...wie man Ramschpapiere (bessere Bezeichnung) aus den Bilanzen entfernen kann.
Aha ist das nicht Betrug ?
Positive Wertpapiere sind in den Bilanzen
Schlechte Ramschpapiere sind nicht in den Bilanzen ?

Verstehe ich nicht.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Januar 24, 2009, 12:31:02
Doch, Du verstehst. Zumindest bringst Du m.E. genau die richtigen Stichwörter.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Januar 24, 2009, 13:05:54
Wer kauft denn Wertpapiere die nix wert sind ?
Der Staat > damit der Steuerzahler > also Steuererhöhungen vorprogrammiert


Der Gedanke der dahinter steht, ist das der Staat im Gegensatz zu den Banken Zeit hat. Müssten die Banken die Wer/ttpapiere zum derzeitigen tatsächlich am Markt erzielbaren Preis bewerten könnten einige in arge Bedrängnis geraten. Also soll der Staat sie an sich nehmen und darauf hoffen, dass zumindest ein großer Teil davon zu einem späteren Zeitpunkt wieder etwas Wert sein wird. (Was natürlich sehr unwahrscheinlich sein dürfte.)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Januar 24, 2009, 16:45:24
Eine Billionen Euro Ramschpapiere verteilt auf 80 Millionen Bundesbürger ergibt pro Nase und Tag verteilt auf 5 Jahre 55 Euro. Na ja, da erhöhen wir halt die MWSt. Herr Steinbrück.

BIP nominal (2007)   3.322 Mrd. US$

Habe ich richtig gerechnet ;-)

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Januar 24, 2009, 21:39:28
Der Gedanke der dahinter steht, ist das der Staat im Gegensatz zu den Banken Zeit hat. Müssten die Banken die Wer/ttpapiere zum derzeitigen tatsächlich am Markt erzielbaren Preis bewerten könnten einige in arge Bedrängnis geraten. Also soll der Staat sie an sich nehmen und darauf hoffen, dass zumindest ein großer Teil davon zu einem späteren Zeitpunkt wieder etwas Wert sein wird. (Was natürlich sehr unwahrscheinlich sein dürfte.)

Ja, an sich nehmen kann der Staat ja die Papiere, aber die Banken sollten die daraus entstehenden Verbindlichkeiten auf Euro und Cent, mit Zins und Zinseszins zurückzahlen, wie jeder andere Schuldner auch, selbst wenn das Jahrzehnte dauert. Dann is halt nix mehr mit 25% Rendite und Millionengehältern. Wo ist das Problem?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Januar 24, 2009, 22:55:44
Ja, an sich nehmen kann der Staat ja die Papiere, aber die Banken sollten die daraus entstehenden Verbindlichkeiten auf Euro und Cent, mit Zins und Zinseszins zurückzahlen, wie jeder andere Schuldner auch, selbst wenn das Jahrzehnte dauert. Dann is halt nix mehr mit 25% Rendite und Millionengehältern.

Ach, glaubst Du daran ?

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Januar 25, 2009, 07:42:53
Ach, glaubst Du daran ?
Jochen

Natürlich nicht, denn es ist ja viel einfacher den Steuerzahler auszuplündern, auch wenn der Staat damit seine Gestaltungsmöglichkeiten für die Zukunft drastisch einschränkt. Aber der Steuerzahler hat leider kaum Möglichkeiten sich zu Wehr zu setzen, im Gegensatz zu den Banken. Da zahlt sich eine enge Verflechtung von Geld und Politik eben aus. (Gibt es irgend einen Politiker, der nicht im Aufsichtsrat einer Bank sitzt?) Hier kann man als Bankvorstand immer darauf verweisen, dass die Geschäftspolitik der Bank vom Aufsichtsrat mitgetragen wurde.

Ein Verarschter

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Januar 25, 2009, 18:55:21
Ich glaub ich bin im falschen Film.
C Bank "kauft" D Bank und schafft's nicht. Staat springt ein.
Schaeffler "übernimmt" Conti und schafft's nicht. Staat soll helfen (http://www.n-tv.de/1091580.html) und erste Angebote liegen auch schon vor. :P
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Januar 25, 2009, 18:59:32
Da zahlt sich eine enge Verflechtung von Geld und Politik eben aus. (Gibt es irgend einen Politiker, der nicht im Aufsichtsrat einer Bank sitzt?) Hier kann man als Bankvorstand immer darauf verweisen, dass die Geschäftspolitik der Bank vom Aufsichtsrat mitgetragen wurde.
Ein Verarschter

Da hat sich seit dem 15. Jahrhundert (Fugger) nichts geändert.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Januar 26, 2009, 12:34:08
Das NZZ-Folio versucht, die Finanzkrise in einfachen Worten zu erklären:
Der globale Geldtopf (http://www.nzzfolio.ch/www/21b625ad-36bc-48ea-b615-1c30cd0b472d/showarticle/3b1f80a6-659e-4917-97bb-fdb54285c66e.aspx) (etwas längere Lektüre)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Januar 27, 2009, 15:22:37
Ich habe wieder einiges verpasst.

Nicht nur die Finanz- und wasweißichnoch für eine Krise scheint abgeebbt, sie ist auch nicht nur angehalten, es scheint schon seit langer Zeit (ich schätze so um die 40 Minuten) wieder steil aufwärts zu gehen.
Die ersten Experten warnen vor übereilter Konjunktureuphorie (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,603791,00.html).

Puuhh, bin ich froh, dass wir die Krise überwunden haben. Aber macht bitte noch für ein paar Tage langsam!

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Januar 27, 2009, 15:42:23
Und nochmal der Spiegel. Schuld an allem war der Kaffee:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,601697,00.html
 ;D
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Januar 27, 2009, 16:26:33
Und nochmal der Spiegel. Schuld an allem war der Kaffee:

Endlich einmal eine, in sich schlüssige, Erklärung der ganzen Krise.  ;D
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Januar 30, 2009, 16:26:45
Jetzt ist wirklich Panik angesagt:  Peer Steinbrück spielt Lotto!  (http://www.sueddeutsche.de/finanzen/987/456654/text/)  ::)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Februar 11, 2009, 08:48:21
FAZ-Artikel: Milliarden pur nutzlos, ohne Systemwandel geht die Krise nicht vorbei:
http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E6DE8370CE13D4DC0BD53F8E7D3912C79~ATpl~Ecommon~Scontent.html


Eine Illustration von Reuters:
   (https://customers.reuters.com/d/graphics/USDEBT1.pdf)

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Februar 13, 2009, 11:14:56
Das NZZ-Folio versucht, die Finanzkrise in einfachen Worten zu erklären:
Der globale Geldtopf (http://www.nzzfolio.ch/www/21b625ad-36bc-48ea-b615-1c30cd0b472d/showarticle/3b1f80a6-659e-4917-97bb-fdb54285c66e.aspx) (etwas längere Lektüre)

Bin erst jetzt dazu gekommen. Danke für den Lesetipp! Gute, ausführliche Beschreibung der Entwicklung.

Bleibt nur noch die Frage nach dem Warum? Da habe ich noch nicht viel gefunden. Bisher nur diese Erläuterungen:
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Finanzen-Finanzkrise-Bernd-Senf;art130,2727660
http://www.bag-shi.de/fachinfo/sozialpol_infos/Creutz-Interview_DF-0803-Kurzfassg.pdf
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Februar 13, 2009, 12:33:17
Zitat:
...Schlechte Nachrichten aus allen Ländern der Euro-Zone: Die Wirtschaft ist im vierten Quartal um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Es ist der größte Rückgang seit Gründung des Währungsraums - Ökonomen hatten nicht erwartet, dass er so drastisch ausfällt....

In der normalen Messtechnik sind solche Werte innerhalb des Bereichs der Messunsicherheit.

Also was soll das ?

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Chucky am Februar 13, 2009, 13:54:16
Zitat:
In der normalen Messtechnik sind solche Werte innerhalb des Bereichs der Messunsicherheit.

Also was soll das ?

Du bist Naturwissenschaftler, oder?  ;D

In der wirtschaft ist es in derartigen Situationen unmöglich genau zu messen - vor allem wenn jeder seine eigenen Parameter verwendet.

Beispiel: Ich bin mir sicher, dass jede Bank ihre Risikokosten auf eine andere Art und Weise ermittelt. Zu Ergebnissen kommt jeder, nur die Vergleichbarkeit leidet darunter.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Februar 13, 2009, 15:11:15
Zitat:
In der normalen Messtechnik sind solche Werte innerhalb des Bereichs der Messunsicherheit.

Also was soll das ?

Du bist Naturwissenschaftler, oder?  ;D

Neee, nur Ing.  ;D

In der wirtschaft ist es in derartigen Situationen unmöglich genau zu messen - vor allem wenn jeder seine eigenen Parameter verwendet.

Beispiel: Ich bin mir sicher, dass jede Bank ihre Risikokosten auf eine andere Art und Weise ermittelt. Zu Ergebnissen kommt jeder, nur die Vergleichbarkeit leidet darunter.

Leider nicht wie bei beim Benzinverbrauch wo es ja eine Norm gibt wo sich alle drauf beziehen.

Stelle mir vor zum Zeitpunkt des crashs wären alle Infos nicht kommuniziert worden. Dann würde es heute noch genau so weitergehen wie vor dem crash. Jetzt wird durch das ganze Schwarzmalen und Verbreiten von Horrormeldungen der Untergang geradezu herbeigeredet.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Thyrfing am Februar 13, 2009, 16:52:42
Neee, nur Ing.  ;D

Das erklärt natürlich einiges...  ;D 8)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Februar 15, 2009, 12:30:53
Diese tolle Abwrackprämie in Deutschland fördert offensichtlich den Irrsinn (http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/wirtschaft/674/458328/text/), anders kann ich mir das nicht erklären.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Februar 22, 2009, 15:43:30
Die ganze Chose begann ja wohl mit der Subprime Crisis in den USA. Immer wieder muss ich feststellen, daß niemand so recht weiß, was das Wort eigentlich bedeutet und wie genau das alles ablief.
Hier (http://www.crisisofcredit.com/) wird's anschaulich (auf Englisch) erklärt und bebildert. Via df (http://ringfireball.net/). 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Februar 22, 2009, 16:48:25
Die ganze Chose begann ja wohl mit der Subprime Crisis in den USA. Immer wieder muss ich feststellen, daß niemand so recht weiß, was das Wort eigentlich bedeutet und wie genau das alles ablief.
Hier (http://www.crisisofcredit.com/) wird's anschaulich (auf Englisch) erklärt und bebildert. Via df (http://ringfireball.net/). 

Coole Erklärung  8)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Februar 26, 2009, 17:55:29
Ich dachte immer Berater bei den Banken wären Berater.
Nun stelle ich fest es sind Verkäufer.   ???

Seit 6 Wochen melden die sich dauernd und möchten mir eine Anschlussfinanzierung verkaufen mit dem Argument, dass die Zinsen steigen.

In der Realität fallen sie seit 6 Wochen

Was sagt denn der Bankenfachmann hier ?

In 2 Wochen muss ich zuschlagen  ;D

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Februar 26, 2009, 18:06:45
Ich habe vor drei Jahren ein ganzes Pack an Versicherungen abgeschlossen.

Lebens-, Renten-, Arbeitunfähigkeit.... teilweise privat, teilweise geschäftlich finanziert, ein wildes Kuddelmuddel, was mir so von einem Bekannten (wirklich nur bekannt, fern ab eines Freundes) empfohlen wurde.

Der größte Teil dieser Versicherungen sind bei R&V abgeschlossen.

Letzte Woche habe ich dann erfahren, dass dieser Bekannte und freie Versicherungsmakler keine Versicherungen mehr der R&V vermittelt, weil er es nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren kann, wie dieser Konzern seine Kunden über den Tisch zieht.

Jetzt frage ich mich, stimmt das so?
Oder zahlt eine andere Versicherung einfach nur eine höhere Prämie und sucht er einen Kniff, seinem Bekanntenkreis erneut eine Ladung Versicherungen anzudrehen?

Soll ich meine Versicherungen überprüfen und gegebenenfalls, bei einem anderen Anbieter erneuern?
Mich also bei einer anderen Gesellschaft abermals verscheißern lassen?

Eine Sache steht wohl fest: Freiwillig bezahlen wird keine Versicherung. Da sind sie etwas träger, als beim Prämien abbuchen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Februar 26, 2009, 21:13:04
Zum Versicherungsmakler:
http://verbraucherschutz.wtal.de/vertreter.htm

überprüfen ist natürlich nie schlecht:
http://www.test.de/themen/versicherung-vorsorge/infodok/-Versicherungsberatung-der-Verbraucherzentralen/1132257/1132257/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Patrick am März 04, 2009, 22:55:57
Jetzt frage ich mich, stimmt das so?
Sagen wir's mal so: schenken tut Dir keiner was. Wenn eine Versicherung ein gewisses Risiko absichern soll und sonst nichts, dürfte das auch in Ordnung sein (wobei man hier wirklich das Kleingedruckte genau lesen und das Kauderwelsch verstehen muß, sonst könnte es sein, daß die Versicherung ihren Zweck verfehlt). Alles andere, bei dem was angespart werden soll, zB auch die Riester-Rente, ist bei fast allen Versicherungen in den Prospekten dermaßen schön gerechnet, daß es nicht mehr feierlich ist. Vor allem wird hier von unverhältnismäßig hohen Lebenserwartungen ausgegangen (-+ 93 Jahre), um den erreichbaren "Ertrag" groß zu rechnen. Geht man von realistischen Zahlen aus (und rechnet mit einer etwas höheren jährlichen Inflationssteigerung), dann ist das klassische Sparbuch schon fast rentabler...
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am März 05, 2009, 07:51:09
Sagen wir's mal so: schenken tut Dir keiner was. Wenn eine Versicherung ein gewisses Risiko absichern soll und sonst nichts, dürfte das auch in Ordnung sein (wobei man hier wirklich das Kleingedruckte genau lesen und das Kauderwelsch verstehen muß, sonst könnte es sein, daß die Versicherung ihren Zweck verfehlt).

Ich will nix geschenkt haben.
Ich will eigentlich nur das, was mir "versprochen" (also wirklich die Versprechen des Verkäufers, das was er mir gesagt hat und von dem ich nicht weiß ob es irgend wo niedergeschrieben wurde) auch gerne bekommen.
Ich habe die Angst, dass ich mich einer Sicherheit hingebe, die keine ist.
Ich habe probiert die Verträge zu verstehen. Ich schaffe es nicht. Dazu kommt dann noch das, was nicht in den Verträgen steht, aber dennoch Anwendung findet.

Ich habe halt einen Mix aus Altersversorgung und Risikoabdeckung.

Wenn ich 20 Jahre vor Renteneintritt arbeitsunfähig werde, wird die Versicherung, die für die Abdeckung dieses Risikos, Monat für Monat einige Hundert Euro erhält, sowieso nicht zahlen und mich stattdessen klagen lassen.
Die Rechtsschutzversicherung wird dafür nicht aufkommen, weil die eine Krähe der anderen kein Auge aushackt und die beiden Versicherungen wahrscheinlich sogar zum selben Konzern gehören.

Die Rentenversicherungen (gesetzlich oder privat spielt keine Rolle) werden eine Tages nicht mehr existent sein, Garantien sind dann mit ⅔-Mehrheit zur Geschichte gemacht worden und zusätzlich habe ich einen Verwandten von dem keiner was wusste, aber für dessen "Hartz XII" ich aufkommen muss.


Tja, das einfache Sparbuch, oder besser der Sparstrumpf haben schon was. Sie wirken sehr sicher. Man hat seine Kohle keinen halbseidenen A6-Fahrern anvertraut und versteht immer alles.
Für die Altersversorgung werde ich mir das ernsthaft überlegen.
Vielleicht ist es sinnvoller, die Kohle, die ich in den letzten Jahren einbezahlt habe abzuschreiben, zusätzlich noch etwas drauf zu zahlen, damit ich aus den Verträgen komme und mir einen Safe zu kaufen.

Für die Risiken wie Arbeitsunfähigkeit und Krankheit muss ich mich einem Konzern hingeben und hoffen.


Das alles wäre eine Aufgabe für die Politik.
Eine ernsthafte Verbraucherschutzpolitik mit verständlichen Verträgen, mit der Pflicht für die Versicherer im Zweifelsfalle erst einmal zahlen zu müssen.........
Diese Politik würde genau so ein großartiger Erfolg, wie ein Internet- oder Handytarifanbieter mit verständlichen Tarifen ohne Fallen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am März 05, 2009, 08:23:10
Das alles wäre eine Aufgabe für die Politik.
Eine ernsthafte Verbraucherschutzpolitik mit verständlichen Verträgen, mit der Pflicht für die Versicherer im Zweifelsfalle erst einmal zahlen zu müssen.........
Diese Politik würde genau so ein großartiger Erfolg, wie ein Internet- oder Handytarifanbieter mit verständlichen Tarifen ohne Fallen.

Ein schöner Traum, aber leider nur ein Traum. Und es wird ewig ein Traum bleiben.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 05, 2009, 11:36:57
Tja, ein Safe hat aber halt das Problem, daß die Inflation - wohin sie tendiert steht in den Sternen - am Geld knabbert. Das wird ständig unterschätzt. Nehmen wir mal eine noch recht moderate Rate von 2,5%, haben 10.000 Euro in 20 Jahren noch eine Kaufkraft von ungefähr 6100 Euro!
Bei vier Prozent Zinsen, unter Berücksichtigung von Abgeltungssteuer und Freibetrag: ca. 21 900 Euro. Minus Inflation immer noch ein Kaufkraftgewinn.

Zu den Versicherungen kann ich nichts sagen, aber wie die Leute hier verarscht werden, kann man ja den Medien entnehmen.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am März 05, 2009, 11:49:29
Inflation ist ein Problem.
Also erst einmal ein Haus bauen, das Gesicht straffen lassen, 'ne Pumpe in den Schwellkörper einarbeiten lassen... also Dinge die einen bleibenden Wert habe.

Zu der Verzinsung von Kapital fällt mir noch ein Freund ein.
Der hat vor ca. 12 Jahren 100.000,-- DM in hochriskanten Aktiengeschäften angelegt.
Weil es so gut lief, hat er ständig von seinem guten Einkommen, zugeguttert.
Zwischenzeitlich war er längst Millionär.
Er hat weiterhin sparsam gelebt und von seinem Kapital nix angerührt. Er war für ihn weg, tabu! Selbstverständlich das man es nur beobachtet, evtl. umschichtet aber niemals nicht etwas davon entnimmt.

Nach dem ersten großen Crash vor (?) sechs oder acht Jahren, war alles weg. Er hatte weniger als die eingezahlten 100.000,-- DM.
Am Tiefpunkt wieder eingestiegen.
Mit dem was er hatte + (wie schon damals) geliehenem Geld.
Und wieder ging es ab wie Schmitts Katze!

Und nun?
Wieder alles am Arsch.

Es kostet Nerven, es bringt den Banken reichlich Gebühren aber bedroht nicht die Existenz meines Freundes.

Er hat immer wieder eine güldene Nase für die absolut, 100% richtigen Knallerpapiere.
Bei einer ernsthaften Kontrolle allerdings, hat sich seine Kohle exakt so entwickelt wie die Aktienindizies.
Weniger als 2% besser oder schlechter als sich alles andere entwickelt hat.

Und, was wird er demnächst tun?
Wieder mit mächtigem Erfolg einsteigen! ;D
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am März 05, 2009, 11:55:25
Manchmal muss man schon etwas von möglichen Gewinnen einstreichen. Sonst macht das alles überhaupt keinen Sinn. Als ich früher mit meinen Hausfrauen-Aktienpaketen gut in der Gewinnzone war, habe ich zumindest immer die Hälfte abgeschöpft. Ich war mit Nokia mal 500% im Plus - da habe ich dann den doppelten Einsatz rausgeholt und den Rest stehen lassen. Danach kann eigentlich passieren was will - es geht dann relativ Spurlos an einem vorüber.

Das hätte dein Kumpel auch so machen sollen...

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 05, 2009, 11:57:01
Na gut, wer zockt, der muss halt damit rechnen.
Wenn er aber 1000% Rendite hatte und dann nicht verkauft sondern zuwartet: Selber Schuld.

Aber für 4% oder 5% muss man ja nicht in Aktien gehen.

Wer Eigenheim und Geld hat, sollte gleich nach der Schwellkörperpumpe auch seinem Haus eine gönnen: Wärmepumpen dürften sich in den nächsten Jahren sicher lohnen. Oder eine Dämmung.
Wenn die Wirtschaften in Asien wieder anziehen… der IEA-Chef erwartet schon 2010 einen Rohölpreis von 200 Euro. Und 2013 die nächste Riesenkrise, wenn jetzt nicht massiv in die Förderung investiert wird. Und genau das wird nicht gemacht, weil der Ölpreis zu niedrig ist.
PEAK OIL! PANIK!

Ernsthaft: In Deutschland bekommt man ja auch eine schöne Förderung und die KDW-Kredite sind auch recht günstig derzeit, falls der Safe doch nicht so voll ist. :)

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 05, 2009, 12:54:23
Wäre vor dem Handeln ($$$€€€) nicht eine Analyse nötig was los ist? Wo ist sie? Wer erklärt mir das System hinter dem "systemischen"? Kann nur wenig, und wenn, nur auf sehr kleinen Seiten was finden. Z.B:
http://www.solidaritaet.com/neuesol/2009/4/hankel.htm
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 05, 2009, 14:11:38
Dir ist schon bewust, daß die verlinkte Seite wohl kaum Hort der objektiven Weisheit ist, hoffe ich doch.
Das der mittlerweile achtzigjährige Hankel sich erneut in eher abseitigen Medien äussert, wundert mich auch nicht.
Mit anderen Worten: Die Seite ist sehr zu recht eine kleine.

Nun interessiert mich aber, wie genau Du Deine Frage meinst. Aus dem Interview kann man ja vieles herauslesen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 05, 2009, 17:33:00
Ich meine die Frage ganz naiv. Ich will wissen was passiert ist. Gut ich habe - nicht zuletzt in diesem Fädilein - ausführliche Beschreibungen des "Tathergangs" gelesen. Jetzt interessiert mich warum das so und nicht anders abgelaufen ist. Sprich, ich vermute Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten. Und da es um Geld geht, interessieren mich auch quantitative Angaben.  ;)  Sprich die Dimensionen um die es geht sind für mich noch sehr nebulös.

ARD BörsenExperte Lehmann:
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/854/460487/text/10/print.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 05, 2009, 19:07:33
Irgendwie scheint mir der Herr Lehmann auch nicht gerade sattelfest. Eigenkapitalerhöhung durch Kredite der Notenbank? Hä?

Zitat
Jetzt interessiert mich warum das so und nicht anders abgelaufen ist.

Weil die Gier stärker ist als die Vernunft, und letztere in etwa auf dem evolutionären Stand von Kapuzineräffchen ist :): http://www.sueddeutsche.de/wissen/132/459771/text/
Kommt noch der Herdentrieb dazu.
Das Geld war/ist einfach zu billig, warum also nicht auf Pump kaufen. Alle anderen machen es, da habe ich doch einen Nachteil, wenn ich nicht mitmache!
Später dann: Die Ersten springen ab, jetzt aber schnell mitspringen.

Im Endeffekt sehe ich diese Krise ganz ähnlich wie alle anderen Finanzkrisen der Vergangenheit, auch wenn der Ablauf ein anderer ist. Ursache bleibt die menschliche Gier.

Also meiner Meinung nach alles ganz einfach. Im Detail wird's dann natürlich sehr kompliziert. :)

Die Dimensionen? Allmählich kann man ja aufaddieren, nach und nach müssen die faulen Papiere ja abgeschrieben werden. Im Oktober meinte der IWF noch, der Gesamtschaden betrage 1,4 Billionen. Das reicht wohl sicher nicht mehr. Aber wie groß der Schaden am Ende ist, wird man erst in ein paar jahren wissen - und so ganz genau wohl nie.


Heute hat ja die Europäische Zentralbank die Zinsen gesenkt, man hält also an der Niedrigzinspolitik fest. Klar, was anderes scheint ja auch irgendwie fatal. Augen zu und durch. :)


Jetzt wo ich den Beitrag noch mal lese, stelle ich fest das er vor 08/15-Weisheiten nur so strotzt. Sorry. Aber mehr ist für mich da nicht dahinter. Man meint immer, es gäbe gegen so etwas doch irgendein Mittel, oder die Leute müsste doch viel früher erkennen, was Sache ist. Aber der Mensch ist eben, wie er ist.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am März 05, 2009, 19:21:59
Irgendwie scheint mir der Herr Lehmann auch nicht gerade sattelfest.

Ich sehe Herrn Lehmann eigentlich sehr gerne.
Aber er ist doch auch nur ein schmarotzendes Geschwür am Aktienmarkt.
Er kann immer schön erklären warum etwas gewesen war. In die andere Richtung bekommt er es nicht so gut hin.

Aber mit dem Aktien seine Kohle zu verdienen, unabhängig davon, was mit den Kursen passiert oder ob man Aktien selber besitzt oder nicht, ist auch eine saubere Leistung.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 19, 2009, 23:51:30
Vertrauen in das Bankensystem bringen, indem man 1 Billion $ (http://www.sueddeutsche.de/finanzen/705/462324/text/4/print.html) auf die Straße kippt?  ???
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 20, 2009, 00:11:31
Ist das Geld nix mehr wert, wird es auch wieder verliehen, ist doch logisch! Und Inflation ist ja auch 'ne schöne Sache, wenn man so viele Schulden hat.
:-X

Also, mir wird jetzt doch allmählich etwas mulmig. Hier entsteht doch gerade das Potential für den nächsten, noch viel größeren Knall. Bitte um beruhigenden Widerspruch!
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am März 20, 2009, 00:15:31
Leider auch von mir kein Widerspruch!

Guter Artikel


Da ist aber wohl ein Print-Dokument verlinkt. Hier der Link (http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/finanzen/705/462324/text/) zur Seite "offiziellen" Seite  ;)

Auch lesenswert:
Die Angst vor Deflation und Inflation (http://www.sueddeutsche.de/finanzen/705/462324/text/4/)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 22, 2009, 23:07:37
USA:
Das Finanzministerium will Investmentfirmen anheuern, die glauben, dass sich der Preis der Wertpapiere in den nächsten Jahren erholt. Für jeden Dollar, den die Privatinvestoren einsetzen, will die Regierung einen Dollar dazugeben. Mögliche Gewinne und Verluste sollen geteilt werden.
http://www.sueddeutsche.de/,ra9m1/finanzen/966/462582/text/

Bei mir kommt an: "der Motor hat einen plötzlichen, deutlichen Leistungsabfall - die Lösung, wir geben kräftig Gas." FehlerAnalyse oder MotorReparatur sind kein Thema.

Blick ichs nicht, oder ist das tatsächlich so?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 22, 2009, 23:35:12
Ne, Du hast recht. Man tut so, als wäre eigentlich alles okay, jedenfalls grundsätzlich und in noch größerem Massstab als bisher sozialisiert man die Risiken.
Es werden ja auch Schrottpapiere aufgekauft, 85% darf der Steuerzahler (von morgen) stemmen.

In den USA sind die Leute auch allmählich entsetzt, sieht es doch ganz so aus, als gehöre auch diese Regierung den Multis und nicht ihnen.

Auch Paul Krugman von der NY Times verzweifelt (http://krugman.blogs.nytimes.com/2009/03/21/despair-over-financial-policy/).

Ich dachte ja eigentlich, die USA fänden schon einen Weg aus der Krise, aber Überschuldung mit immer neuen Schulden und Gelddrucken lösen, das dürfte nicht funktionieren.

Nun bin ich kein Hellseher oder gar Prophet des Untergangs, aber wenn nicht mal jetzt der Wille da ist, etwas zu ändern, wann dann? Noch besteht ja wenigstens die Chance auf strengere Regeln, aber auch der Glaube daran wird strapaziert.
Vielleicht kann der „Change“ doch nur von unten kommen?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 23, 2009, 02:16:52
Viel habe ich, wie schon geschrieben, nicht gefunden um als Laie die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten der (Welt)Wirtschaft zu verstehen. Zwei Sachen fand ich aber unmittelbar einleuchtend.

1. Wenn Geld verzinst angelegt wird, braucht es jemanden der Geld - gegen Zinsen - ausleiht. Volkswirtschaftlich gesehen, ist die Summe aller Geldanlagen und aller Kredite ausgewogen.

2. Der bei Geldanlagen gebräuchliche ZinsesZins generiert ein exponentielles Wachstum.

Schön illustriert das die Geschichte vom Josephspfennig (http://de.wikipedia.org/wiki/Josephspfennig). Joseph zahlt zu Christi Geburt 0,01 € auf ein Festgeldkonto. Er bekommt einen Zinsatz von 5 %, da er das Geld langfristig auf 2000 Jahre anlegt. Nach 2000 Jahren ergeben sich, allein aus Zins und Zinseszins 23911022046137555112359856380294423642112,00 €. Wenn man von einem, ungefähr aktuellen, Goldpreis von 20000 € pro Kilo ausgeht, entspräche diese Summe ungefähr 1,2 x 1033 Tonnen Gold. Zum Vergleich, die Erde wiegt 6 x 1024 Tonnen (http://www.wissen.lauftext.de/die-natur/die-erde/wie-schwer-ist-die-erde_.html). :o 

Der ZinsesZins kommt also irgendwann an Grenzen.

Wenn ich die Grenze bei der Verzehnfachung des ursprünglichen Kapitals annehme, komme ich nach der Zinsformel (http://www.qwerkop.de/qwerkop-money-zinseszinsrechner.php) für 5 % Zinsen nach 48 Jahren an diese Grenze. Bei den schon mal gerne geforderten 20 %, dann meist als "Eigenkapitalrendite" verkleideten, Zinsen sind es nur 13 Jahre.


Soweit die Theorie. Wo aber liegen die realen Grenzen? Wo stehen wir im Moment? Zumindest für die Vergangenheit, mit ihren Währungsumstellungen, Inflationen, etc. müßten sich doch einige Angaben machen lassen. Habe mir sagen lassen, die Wirtschaftswissenschaften machen gerne quantitative Angaben anhand von Rechenmodellen. Warum finde ich nix im WWW?


Kann es sein, daß die Politik gerade mit viel Geld versucht eine ExponientialKurve am Leben zu erhalten?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Thyrfing am März 23, 2009, 05:28:30
Kann es sein, daß die Politik gerade mit viel Geld versucht eine ExponientialKurve am Leben zu erhalten?

Sehe ich ähnlich. Siehe auch:

Konjunktur(zyklus) (http://de.wikipedia.org/wiki/Konjunktur)

Kondratjew-Zyklus (http://de.wikipedia.org/wiki/Kondratjew-Zyklus)

Elliott-Wellen (http://de.wikipedia.org/wiki/Elliott-Wellen)

Soweit ist deine Theorie also nicht hergeholt.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am März 28, 2009, 14:49:52
China denkt über ein  rohstoffbasiertes Reservewährungssystem   (http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E1B117FBB97B144F599254FF43B0701A7~ATpl~Ecommon~Scontent.html) nach.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am April 05, 2009, 00:05:37
Warum steht in der Zeitung nur so wenig:
http://www.sueddeutsche.de/,tt7m1/finanzen/432/464036/text/
Etwas genauer hätt's schon sein dürfen, bitteschön.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am April 06, 2009, 14:59:44
"Ein erweitertes Financial Stability Forum (http://de.wikipedia.org/wiki/Forum_für_Finanzstabilität) soll es in Zukunft vor allem richten. Das ist die Institution, die nach der asiatischen Finanzkrise vor zehn Jahren gegründet wurde, um die Finanzmärkte zu überwachen und vor drohenden Gefahren zu warnen. Was heute nur den Schluss zulässt, dass keine Institution mehr versagt hat als dieses Financial Stability Forum. Na dann, auf ein Neues.":
http://www.sueddeutsche.de/,tt5m1/wirtschaft/556/464158/text/
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/118/427873/text/print.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am April 06, 2009, 15:08:32
"Ein erweitertes Financial Stability Forum (http://de.wikipedia.org/wiki/Forum_für_Finanzstabilität) soll es in Zukunft vor allem richten.


Wenn man meint Fachleute oder Politiker könnten das Ungeheuer bändigen, sollte  das  (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,617645,00.html)mal lesen.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am April 06, 2009, 22:58:07
...Es droht daher der völlige Verlust des Eigenkapitals. Ich bitte dringend um ein persönliches Gespräch."
SPIEGEL: Wie haben die beiden reagiert?
Marnette: Gar nicht. Ich habe keine Antwort bekommen. Sehen Sie, hier ist ein Ausdruck der SMS. Unten rechts habe ich vermerkt: Keine Reaktion.


Dieser Auszug sagt ja eigentlich alles. Gutes Interview. Mich wundert nur, dass da wirklich viele Namen genannt werden. Das wird einigen gar nicht gefallen. Aber scheinbar ist ja eh schon alles egal und die Verantwortlichen streiten, wie üblich, alles ab. Es ist schon erstaunlich, wie leicht immer alle davonkommen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am April 07, 2009, 06:41:19
Das klingt glaubwürdig.
Bei solchen Leuten kann man zwar nie genau sagen, was sie alles inszenieren um gut auszusehen, aber alles was Marnette erzählt, passt wunderbar in mein Bild von Politikern.

Aber wie FOX schon schrieb:
Jetzt können die Cracks mit dem glänzen, was sie wirklich können und was das wichtigste überhaupt in der Politik-Branche ist: Vernebeln, lügen, Seilschaften anzapfen......
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am April 07, 2009, 17:22:31
Ich glaube halt, so richtig kennt sich doch Niemand mehr aus. Das hinterher es Manche besser wussten, ist auch klar, irgendwann trifft ja Jeder mal ins Schwarze… naja, vielleicht ist auch alles ganz anders.

Aber mal zur Frage: Wie geht es weiter?
Auch da scheint ja alles im Vagen. Aber eine interessante Meldung:
Bridgewater Associates schichtet seinen All-Weather-Fond total (!) auf „immun" (deren Werbung) um, dabei ist der schon seit jeher recht konservativ ausgerichtet. Laut SZ ist das der größte Hedgefond der Welt.Zum Artikel (http://www.sueddeutsche.de/954385/710/2836731/Hedgefonds-befuerchtet-Depression.html)
Der Mix aus normalen Staatsanleihen aus aller Welt, inflationsversicherten Staatspapieren (was es alles gibt…) und etwas Gold sowie einer Versicherung gegen Währungsschwankungen, erhalte die Kaufkraft bei Inflation wie Deflation. Den eigenen Simulationen zufolge hätte dieses Portfolio alle bisherigen Krisen gut überstanden.
Aber warum schichtet man so defensiv um? Die eigenen Modelle zeigen einen massiven Anstieg des „Depressionsindikators“.

Klar, bei diesem Fond steht immer der Erhalt des Vermögens im Vordergrund (nicht so sehr die beste Rendite), entsprechend vorsichtig ist man nun auch. Aber vielleicht lässt man sich ja von deren Verhalten inspirieren? Kaufen kann man den Fond als Otto Normalbürger nämlich scheinbar nicht. 

Wenn man mal etwas über die Berge an Schrottpapieren nachdenkt, könnte man meinen das Unheil steht erst noch bevor. Oder doch nicht? Wo sind die Experten, die jetzt wissen, was morgen geschieht? :) Zumindest ein paar Fakten wären echt nicht schlecht, das interessierte mich mehr als die Schuldfrage.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am April 07, 2009, 21:44:27
Wo sind die Experten, die jetzt wissen, was morgen geschieht?

Wissen kann man es natürlich nicht, aber ich "schätze", da schlummern noch einige Katastrophen unter der (Banken)Bettdecke. Zur Zeit kommt nur das Allernötigste zum Vorschein. Und das ist schon schlimm genug. Wenn die jetzt mit der ganzen Wahrheit rausrücken würden, wäre wohl eine größere Panik nicht zu vermeiden.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am April 08, 2009, 01:02:28
Naja. Du hast den Smilie unterschlagen ;) Natürlich weiß man nie, was kommen wird, aber wieso werden die durch den Staat gepäppelten Banken nicht endlich zur Wahrheit gezwungen?
Ist das, wie Du meinst, die gleiche Verschwörung wie bei der Alien-Landung? ;D Weil sonst Panik ausbricht? Kann gut sein… oder niemand hat noch den Überblick. Oder sonst was.

Wie auch immer, irgendwie sind alle Sicherheiten dahin. Wird das die Überschrift fürs frühe 21. Jahrhundert?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Patrick am April 08, 2009, 01:54:41
Ich befürchte, daß uns noch eine massive Inflation bevorstehen wird. Von der nächsten Regierung wird es dann abhängen, wieviel unser Geld dann noch wert sein wird. Noch spürt der Einzelhandel nur wenig von der Krise, aber das wird sich bald ändern. Die Kaufkraft geht runter, die Umsätze werden sinken, andererseits werden die Erzeugerkosten steigen und somit auch die Preise. Die Schere wird weiter aufgehen und der Euro sich in den freien Fall begeben. Allerdings werden auch andere Währungen davon betroffen sein, allen voran der Dollar, auch wenn Obama versucht, mit nicht vorhandenem Geld die Wirtschaft zu stützen.

Wir unterhalten uns über dieses Thema nochmal in einem halben Jahr...

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Dale am April 08, 2009, 12:09:42
Natürlich weiß man nie, was kommen wird, aber wieso werden die durch den Staat gepäppelten Banken nicht endlich zur Wahrheit gezwungen?
Ist das, wie Du meinst, die gleiche Verschwörung wie bei der Alien-Landung?

Etwas was wirklich wie eine Verschwörung aus einem schlechten Roman anhört ist schon vor viel längerer Zeit Wirklichkeit geworden. Dazu muß man aber etwas ausholen.

Heute wird die Inflation dadurch errechnet das man sich einen fiktiven Otto-Normalverbraucher ausgedacht hat der einen fiktiven Warenkorb hat in dem (sage ich jetzt einfach mal: pro Jahr 30 Pfund Fleisch, 1/7 Auto usw.) Waren liegen. Dieser Warenkorb wird aufgrund sich ändernder Konsumgewohnheiten regelmäßig aktualisiert. Aus der Verteuerung des Warenkorbes wird dann die Inflation berechnet.

Früher hat man einfach von Jahr zu Jahr die Steigerung der Menge aller kaufbaren Güter mit der Steigerung der Geldmenge verglichen. Also das Wachstum der Geldmenge M3 minus dem Wachstum des BIP. Das ergab dann die Inflation. Sprich würde man einfach 10% mehr Geld im Umlauf bringen während  das BIP aber nur um schwache 1,5% Steigt, dann ergibt sich daraus eine Inflation von 8,5%.

Und jetzt kommt das Interessante, seit 2006 hat die USA das Wachstum der  Geldmenge M3 als Verschlusssache deklariert und veröffentlicht sie gar nicht mehr !  (http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2005/11/23/a0111) Wer will sie schon dazu zwingen? Allerdings damit fehlt die wichtigste Komponente um "realistisch" zu bewerten was der Dollar überhaupt wert ist. Also wie will ein Staat Offenheit der Banken einfordern der selbst keine Offenheit praktiziert?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am April 08, 2009, 22:17:51
Ich bin nicht so der Anhänger von VerschwörungsTheorien. Aber ich finde es bemerkenswert, wie wenig ich bei meinen Recherchen zur Funktionsweise von Geld und Finanzwirtschaft herausgefunden habe. Hatte nicht das Gefühl da ist ein WissensSchatz zu finden, sondern eher das Gefühl an eine Wand, oder Tabu, auf jenden Fall auf viel Schweigen, zu stoßen. Naja, könnte natürlich an mir liegen. 8)  Wobei ich immer denke, Geld ist ja von den Menschen erfunden und keine Naturgewalt. Ist ja eine eindimensionale Sache, wo 1 + 1 wirklich noch 2 ist. Das sollte also vielleicht komplex, aber im Grunde nicht so schwierig sein. Vielleicht sollte ich dieses Buch lesen:
http://www.amazon.de/Nebel-um-das-Geld/dp/3879984352/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am April 10, 2009, 08:37:06
 Die fehlenden 5 Taler  (http://www.neueimpulse.org/index.php?id=208)

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am April 10, 2009, 19:01:16
Au weia, Jochen!
 Der Link geht direkt in die Gefilde von Rechtsesoterikern und Verschwörungstheoretikern. Was hier harmlos bunt und mit Märchenerzählerstimme daher kommt, halte ich schon für ziemlich bedenklich. Ja, der Fabian mit seiner Geheimgesellschaft. Genau… kommt mir mit anderen Namen recht bekannt vor.

Im Video steht ja: Unterstützt von secret.tv und kopp-verlag, hier, bitte sehr, über den Mann dahinter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Udo_Holey

Also… wer jetzt noch die Stunde aufbringen will, sich dieses Machwerk anzutun, soll es tun.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am April 11, 2009, 08:00:36
@florian

Mir geht's eigentlich nur um die Behauptung "der fehlenden 5 Taler"
Lass alles andere mal ausser acht.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am April 11, 2009, 14:34:55
Dann halt was anderes
 Seriös genug ;-)  (http://www.archive.org/details/BS0001)
Langes video

Jochen

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am April 11, 2009, 19:08:26
Mir geht's eigentlich nur um die Behauptung "der fehlenden 5 Taler"
Lass alles andere mal ausser acht.

Ist zu wenig Geld verfügbar? Ich denke, genau das Gegenteil ist z.Z. unser Problem, oder?
War die Einführung von Geld das Ende der vorher gerechten Gesellschaft? Die Frage ist ja schon absurd, Ungleichheit gibt es seit Anbeginn der Menschheit.
Gibt es unbegrenztes Wachstum? Wahrscheinlich fällt sogar das Universum irgendwann wieder in sich zusammen, also wohl eher nicht.

Alles klar? ;)

Übrigens ging es mir weniger um Seriosität an sich. Die nehme ich für mich selbst auch nicht in Anspruch, wenn es um Finanzdinge geht. Sondern um die transportierte Lüge von der jüdischen Weltverschwörung, auch wenn davon nur - mäßig - verklausuliert die Rede ist.
Das englische Original dieser Geschichte ist übrigens auch schon ein paar Jahrzehnte alt, kein aktueller Kommentar.

Das Bernd-Senf-Video will nicht laden, ich kenne aber seine Thesen. Kann ich schlecht beurteilen. Generell ist den Renegaten der Wissenschaft, nicht nur aber besonders derzeit, natürlich Aufmerksamkeit gewiss.
Aber vielleicht lädt es ja über Nacht und ich bin nachher schlauer… :)


Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am April 11, 2009, 19:51:38
@florian

Die in den Videos postulierten Aussagen und Schlussfolgerungen sind schon sehr interessant. Das erste Video habe ich fast durch. Man kann zu den Aussagen von BS stehen wie man will, es gibt diesbezüglich sehr konträre Meinungen im www.
Lustigerweise werden in diversen Foren die heutigen Symptome nicht abgestritten, aber durch andere "Experten"  - allerdings keinen wissenschaftlichen Hintergrund haben - ganz anderen Ursachen zugeschrieben.
Jedenfalls habe ich bezüglich Geld, System, Finanzkreislauf, Zinsen, VWL sehr viel gelernt in den 2 h.

Und rhetorisch ist BS sehr gut.

Wie man ohne Mathematik, nur mit "simplen" Diagramme so komplexe Sachverhalte so gut rüberbringt, Respekt.
Übrigens ist das Buch von BS in dem die heutigen Probleme beschrieben werden, in der ersten Auflage im Mai 1996 veröffentlicht worden und liegt nun schon in der 10. Auflage vor !!!

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am April 16, 2009, 21:12:19
Hat hier einer von Euch noch den Durchblick, oder hab ich mal wieder irgendwas falsch verstanden?

Wenn man verstehen will, empfehle ich folgende Videos:
Video 1-3 (http://www.archive.org/search.php?query=Bernd%20senf)
Video 4 (http://a9.video2.blip.tv/0900000544638/BillHicks23-WeltfinanzkriseTeil4BrsenfieberUndKollektiverWahnVortra942.wmv)

Jochen



Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am April 20, 2009, 20:03:25
Ist das der - Zitat - "Abgrund" in den Finanzminister Steinbrück geschaut hat:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30165/1.html

Wo und was sind jetzt eigentlich die neuen "Leitplanken" für die Finanzwirtschaft, die Bundeskanzlerin Merkel angekündigt hat?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am April 20, 2009, 21:41:38
Erstes Wirtschaftsforschungsinstitut gibt zu mit seinem Latein am Ende zu sein und verweigert bis auf weiteres Wirtschaftsprognosen wegen "extrem großer Unsicherheiten":
http://www.sueddeutsche.de/,tt3l1/wirtschaft/391/464984/text/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am April 21, 2009, 10:21:51
Im von mir oben verlinkten TP Artikel sinds 1600, hier bis zu 1000 Milliarden an wertlosen Schrottpapieren, die in Bad Banks sollen:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,620108,00.html


Und hier noch die bereits zugesagten staatliche Hilfen für Banken in Relation zum Bruttoinlandsprodukt:
http://www.ftd.de/politik/international/502577.pdf
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am April 21, 2009, 15:36:46
Der IWF setzt noch einen (http://www.n-tv.de/1141239.html) drauf. Zahlen dürfen am Ende immer die Steuerzahler und die Banken gehen gestärkt aus der Krise hervor. :P
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am April 22, 2009, 00:53:53
Good banks:
Der Staat solle die alten Banken ruhig Konkurs gehen lassen und ihnen anstatt der schlechten die guten Papiere abkaufen. Mit diesen Papieren – und dem Filialnetz – solle der Staat dann eine "Good Bank" gründen, die später bei Bedarf mit Gewinn wieder privatisiert werden kann.

Neben ihrem Namen blieben die alten Banken dann auf dem gesammelten Finanzschrott sitzen, der nicht durch staatliche Bürgschaften gesichert ist. Die Zeche würden dann neben denn Aktionären diejenigen zahlen, die den Banken Kapital abseits der normalen Einlagen zur Verfügung gestellt haben – eben jene Spekulanten also, die jetzt vom Steuerzahler herausgeboxt werden sollen.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30174/1.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am April 22, 2009, 02:39:24
Man verbietet also den Banken das Banken sein und nimmt ihnen dann noch ihre werthaltigen Papiere und lässt sie auf den schlechten sitzen. Nur welche sind gut und welche schlecht? So einfach ist das ja nicht. 
Der Begriff der bei mir aus dem Artikel haften blieb ist Enteignung. Die ist kaum möglich, selbst bei der Happy-Hypo-Bank ist die Rechtmässigkeit des Enteignungsgesetzes keineswegs schon geklärt.
„Aktionäre und Spekulanten würden so auf marktgerechte Art und Weise enteignet“
Aha. Wieder mal werden Aktionäre in den Spekulantentopf geworfen und als Leute, denen man ruhig ihr Vermögen entziehen kann.

Weiter oben heißt es „Konkurs gehen lassen… und die guten Papiere abkaufen“. Bei einem Konkurs wird das Restvermögen abgewickelt - profitieren tun die Aktionäre. Und v.a. warum sollte der Staat denn dann überhaupt mitsteigern?


Solche Überlegungen scheinen bei der ganzen Chose natürlich fast zu rechtfertigen, man träumt vom weisen Staat, aber mich bestärken sie in der Meinung, dass niemand eine vernünftige Lösung weiß.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am April 23, 2009, 11:16:51
Klar das man die Chose möglichst gewinnbringend über die Bühne bringen will. Wobei ich auch nicht dahintersteige, was wie viel ergibt…  :P

Das bezog sich auf die Übernahmespielchen Porsche-VW. Offensichtlich ging es den Managern ähnlich wie mir.
Nun sind wir in der nächsten Runde und womöglich gelingt dem bedrängten Champion ein Knockout mit einem schönen Konter (http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/wirtschaft/439/466024/text/).

Habe so den Verdacht, ein gewisser Mann wollte das so von Anfang an. Jedenfalls gehört womöglich bald Porsche zu Volkswagen und nicht umgekehrt. :)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am April 25, 2009, 15:32:41

   (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/1/18/Auftragseingang_der_deutschen_Industrie_52-09.png/800px-Auftragseingang_der_deutschen_Industrie_52-09.png)
http://de.wikipedia.org/wiki/Finanzkrise_ab_2007


"Kein Markt hat sich je selbst reguliert", Anton Brender, Chefökonom bei Dexia Asset Management:
http://www.nzz.ch/finanzen/nachrichten/die_zaehmung_des_globalen_finanzmarktes_1.2456109.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am April 26, 2009, 20:29:52
300 Milliarden USD reichen um alle Armen und Hungrigen dieser Welt zu versorgen:
http://www.zeit.de/2009/18/PD-Thomas-Pogge?page=all

Dennis Meadows ("Grenzen des Wachstums") meint wir sind am Ende eines Kondratjew Zyklus:
http://www.heise.de/tr/artikel/print/136646
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am April 28, 2009, 07:41:36
Was es nicht alles gibt! :o FTD (http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/anleihen_devisen/:Geldpolitik-Fed-w%FCnscht-Zins-von-minus-f%FCnf-Prozent/505988.html)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am April 28, 2009, 09:05:49
Was es nicht alles gibt! :o FTD (http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/anleihen_devisen/:Geldpolitik-Fed-w%FCnscht-Zins-von-minus-f%FCnf-Prozent/505988.html)

Ohne den Artikel schon gelesen zu haben. Im Mittelalter 12. Jh bis 14. Jh soll es auch keine Zinspolitik wie heute gegeben haben. Und da gab es trotzdem einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am April 28, 2009, 10:31:59
300 Milliarden USD reichen um alle Armen und Hungrigen dieser Welt zu versorgen:
http://www.zeit.de/2009/18/PD-Thomas-Pogge?page=all

Keineswegs will ich abstreiten, ja ich fordere ebenso stets, endlich mehr zu machen: An direkter Hilfe, v.a. aber auch moralischen Standards beim Einkauf von Waren und Rohstoffen.
Aber zu sagen: Dies muss man machen, dann XY… halte ich für verwegen. Sicher heißt das nicht, man solle nichts machen. Aber z.B. der Rohstoffeinkauf, wie soll man denn letztendlich sicherstellen, dass die Gelder bei der Bevölkerung ankommen, wenn man gar keine Kontrollmöglichkeit hat, und auch keine alternativen Verkäufer der Ware?

Noch mal: Anstrebenswert, aber viel m.E. viel schwieriger als einfach 300 Milliarden auszugeben.

 
Zitat
Dennis Meadows ("Grenzen des Wachstums") meint wir sind am Ende eines Kondratjew Zyklus:
http://www.heise.de/tr/artikel/print/136646

Wie viele Zyklen gibt es eigentlich? :)
Interessanter Artikel, mal schauen ob er recht hat. Ich glaube ja, die Stahlwerke werden demnächst wieder Überstunden schieben und zwar nicht auf Kredit , sondern auf reale Nachfrage, v.a. aus Asien. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.


Was es nicht alles gibt! :o FTD (http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/anleihen_devisen/:Geldpolitik-Fed-w%FCnscht-Zins-von-minus-f%FCnf-Prozent/505988.html)

Ohne den Artikel schon gelesen zu haben. Im Mittelalter 12. Jh bis 14. Jh soll es auch keine Zinspolitik wie heute gegeben haben. Und da gab es trotzdem einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Den Minuszins kenne ich aus allerlei kruden Abhandlungen, ab und zu liest man dann mal in seriöseren Kreisen was darüber. Nun sind wir ja sowieso nah dran…
Aber! Man stelle sich das mal konkret vor. Das ist politisch nicht durchsetzbar, für mich eine Diskussion im luftleeren Raum.

Jochen:
Es gab aber sehr wohl Zins- und Leihgeschäfte. Das „Zinsverbot“ ist nicht absolut zu sehen.
Gerade verzinste Investitionen in Unternehmen waren erlaubt, heutzutage nennt man das Anleihe.
Auch gab es durchaus klassischen Geldverleih.
Nur das blosse Horten im Kämmerlein lohnte sich nicht - genauso wie heute.




Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: tertinator am April 28, 2009, 14:08:52
300 Milliarden USD reichen um alle Armen und Hungrigen dieser Welt zu versorgen:
http://www.zeit.de/2009/18/PD-Thomas-Pogge?page=all

Bei solchen Aussagen bin ich von Haus aus immer etwas skeptisch denn; wenn man Geld ausgibt, ist auf der anderen Seite jemand, der das Geld annimmt.
Nehmen viele Leute Geld an, hat dies unweigerlich eine Entwertung zu Folge.

Das Ergebnis ist; Preise steigen, Rohstoffe oder Nahrungsmittel werden nicht mehr - und irgendwo sitzen welche, die die gestiegenen Preise der Lebensmittel nicht mehr bezahlen können.
Die Folge: Noch mehr Armut
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Mai 01, 2009, 11:50:21
"Kein Markt hat sich je selbst reguliert", Anton Brender, Chefökonom bei Dexia Asset Management:
http://www.nzz.ch/finanzen/nachrichten/die_zaehmung_des_globalen_finanzmarktes_1.2456109.html

Das Zitat war ja ohnehin schon etwas aus dem Zusammenhang gerissen. Die gleiche Zeitung brachte gestern einen Beitrag von Anthony de Jasay, der als Replik auf Deine Zuspitzung taugt:
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/was_bei_der_jagd_auf_die_freie_marktwirtschaft_zu_bedenken_waere_1.2479732.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 01, 2009, 13:21:56
Augenfällig finde ich, daß die billionenschwere Panne in WirtschaftsBereichen passiert ist, in denen De-Regulierung gefordert und umgesetzt wurde, bzw. Regeln gar nicht erst eingeführt waren. Und daß diese Schäden jetzt vom Staat reguliert werden.

Die Fragen, die mich aktuell interessieren:
Haben die fehlenden (staatlichen) Leitplanken der Gier zu zu großem - im Ende insgesamt durchschlagend schädlichen - Erfolg verholfen?
oder
Hat die - dank Liberalisierung hervorgerufene und gewünschte - Beschleunigung bestimmter Märkte einen Webfehlers der freien Marktwirtschaft heutiger Prägung aufgezeigt, der ohne Turbo ebenfalls auftreten würde - nur später?
(Ein Webfehler könnte zum Beispiel die, von Jochen und mir verlinkten, Problematik des ZinsesZins sein.)

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Mai 01, 2009, 13:46:12
Tja.
Historisch gesehen wurde das Wachstum stets ausgebremst, ob es nun geplatzte Blasen waren wie jetzt, oder eben Hungersnöte, Kriege, die Pest…
Diese „Regulatoren“ haben wir ja jetzt schon länger nicht mehr, vielleicht hat sich deshalb das Kapital so stark angesammelt und sind dessen Eigner deshalb so risikobereit? Zumindest die Börsen erleben ja viel häufiger Turbulenzen als früher. 

Freie Marktwirschaft kann ich übrigens in Deutschland nicht recht erkennen… bei den Banken anscheinend, aber in der „realen Wirtschaft“ lebt man alles andere als schrankenlos. Das ist ja auch eine Diskrepanz, die Magen säuert.

Aber generell glaube ich schon, dass es ab und zu mal Bumm macht und auch Werte vernichtet werden, werden müssen und das dies in der Logik des Systems liegt. Erscheint mir irgendwo unausweichlich.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Mai 01, 2009, 13:54:22
Augenfällig finde ich, daß die billionenschwere Panne in WirtschaftsBereichen passiert ist, in denen De-Regulierung gefordert und umgesetzt wurde, bzw. Regeln gar nicht erst eingeführt waren. Und daß diese Schäden jetzt vom Staat reguliert werden.

Zitat
Haben die fehlenden (staatlichen) Leitplanken der Gier zu zu großem - im Ende insgesamt durchschlagend schädlichen - Erfolg verholfen?

Ist das so? Haben nicht gerade auch (keineswegs fehlende) staatliche Interventionen und Absicherungen jene Anreizsysteme mit geschaffen, welche die Blase so gross werden liessen?  

Gier liegt in der Natur des Menschen. Durch auf die Schnauze fallen wird sie immer mal wieder etwas gezügelt. Je mehr man absichert und auf die Schnauze fallen verhindert, umso stärker killt man den intrinsischen natürlichen Feind der Gier, die Vorsicht. Und umso stärkere Auswüchse der Gier ermöglicht man.
Ich bin da eher auf de Jasays Seite. Gier vor allem mit staatlichen Regulierungen bekämpfen zu wollen ist naiv und funktioniert nicht. Man legt damit nur den Grundstein für die nächste, noch grössere Blase und, bei deren Platzen, die nächste, noch grössere Krise.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Chucky am Mai 03, 2009, 22:55:12
Interessanter Artikel in der FAZ (http://www.faz.net/s/Rub48D1CBFB8D984684AF5F46CE28AC585D/Doc~E1E9C142A814648BFAF2F8742F4BB9402~ATpl~Ecommon~Sspezial.html) vom 3. Mai.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 08, 2009, 18:28:44
684 Billionen Dollar sind laut Bank für Internationalen Zahlungsausgleich alle Derivate zusammen nominal wert. Das ist das 10fache des Bruttosozialproduktes der Welt in einem Jahr:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30268/1.html

Wer kann sich wann mit diesen Papieren was kaufen? Welche Auswirkungen hat das auf meine Papierscheine (Euros)??
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 10, 2009, 10:52:48
"Eigentlich sollte der Banken-Stresstest mehr Transparenz schaffen. Nun ist das genaue Gegenteil eingetreten":
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,623880,00.html
http://www.ftd.de/meinung/kommentare/:Kommentar-Ein-Stresstest-wie-ein-Schmuddelfilm/510722.html

"Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet, dass der Finanzsektor weltweit noch Gesamtverluste von 4,1 Billionen Dollar verkraften muss; 2,7 Billionen davon allein in den USA.":
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30281/1.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 10, 2009, 13:55:11
Die Pleite der Herstatt Bank und die daraus gezogenen Konsequenzen:
http://www.faz.net/ (http://www.faz.net/s/RubFDD3C7AC2DA84A62B07572E50A34044D/Doc~EF27FB6445E6D402A963BF254E3C696C1~ATpl~Ecommon~Sspezial.html)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 17, 2009, 12:25:29
Ökonom Sinn:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/890/468455/text/print.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 17, 2009, 19:15:02
Wer mir erklärt was an diesen Gedankengängen falsch ist, bekommt ein Eis. ;)
http://berndsenf.de/pdf/Wie-Man-Geld-Macht.pdf
http://berndsenf.de/pdf/Geldschoepfung-oeffentliche-4.pdf
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 22, 2009, 11:20:35
Didier Sornette (Professor für Entrepreneurial Risks der ETH Zürich)

bei heise:
http://www.heise.de/newsticker/Mathematisches-Fruehwarnsystem-fuer-Wirtschaftskrisen--/meldung/137959

selbst:
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/zurueck_zu_den_grundlegenden_prinzipien_einer_soliden_wirtschaft_1.1742964.html
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/ausbruch_aus_alten_bahnen_und_verhaltensmustern_und_die_suche_nach_stabilitaet_1.1742989.html

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 28, 2009, 15:47:46
Deutschlands oberster Bankenaufseher Jochen Sanio gibt eine Mitschuld am Finanzdesaster zu:
http://www.sueddeutsche.de/,ra9m1/finanzen/633/470184/text/

"Die Finanzkrise wird also den Übergang in eine multipolare Welt enorm beschleunigen":
http://www.zeit.de/2008/44/Wunschwelt-nach-der-Krise?page=all

Laut Welthungerhilfe wird durch die Weltwirtschaftskrise die Zahl der Hungernden (http://de.wikipedia.org/wiki/Welthunger) von 14,4 % auf 15,1 % zunehmen. Das ist ein Plus von 50 Millionen Menschen:
http://www.zeit.de/online/2009/23/welthungerhilfe-katastrophe
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Juni 08, 2009, 15:53:45
Wann kommt der Rückfall? Ein interessanter Artikel aus der FTD (http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:Das-Kapital-Zeit-f%FCr-eine-richtige-Krise/523916.htmll).
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am Juni 08, 2009, 16:17:45
Guter Artikel. Das trifft in etwa auch meine Vermutungen.
Positiv ist auch, dass die FTD solche Artikel veröffentlicht. Ob es allerdings etwas hilft, bleibt fraglich. Diese Thesen werden ja mittlerweile auch in der breiten Öffentlichkeit diskutiert.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Juni 12, 2009, 14:20:09
Sloterdijk: Die Revolution der gebenden Hand (http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E3E570BE344824089B6549A8283A0933B~ATpl~Ecommon~Scontent.html)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 25, 2009, 23:03:30
Jetzt auch die Europäische Zentralbank (EZB). Nach US Vorbild (http://www.apfelinsel.de/forum/index.php/topic,2385.msg49371.html#msg49371) generiert sie viel (442 Milliarden Euro) neues Geld:
http://www.heise.de/tp/blogs/8/141082
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 30, 2009, 22:55:57
Hiermit (http://www.geosoft-gmbh.de/bmb/Antrag-Badbank.pdf) beantrage ich die Eröffnung eines Sollkontos mit 100%iger Staatsbürgschaft in unten 
bezeichneter Höhe bei der BUNDES BAD BANK (BBB). Ich versichere, dass ich auf Grund der 
Wirtschafts,­ und Finanzkrise meine systemrelevante Position als Unternehmer und Konsument ohne 
staatliche Bürgschaften nicht länger garantieren kann.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 07, 2009, 06:47:48
Ungewöhnliche Probleme -> neuartige Lösungen?
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30665/1.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 08, 2009, 11:08:56
Vermeidung des Zusammenbruchs der deutschen Banken 26. bis 29. September 2008:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,druck-634872,00.html
http://www.ftd.de/download/pdf/hre-proto.pdf
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 17, 2009, 14:44:38
Die Bankenkrise ist ja schon längst eine Wirtschaftskrise geworden. Gestern kam im ZDF ein doch recht interessanter Film in dem exemplarisch mehrere Themen aufgegriffen worden, aus mehreren Erdteilen. Ich fand's recht interessant - und teilweise auch schockierend und empörend.
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/797016
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Juli 27, 2009, 10:34:35
Hätte man aus der Geschichte gelernt, wäre die jetzige Krise nicht passiert, mein der Ex-Chefökonom der BIZ:
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/man_muss_sich_gegen_den_wind_stellen_1.3196933.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am August 10, 2009, 11:26:44
Wenn es stimmt, was bei der FTD  (http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Investmentbanken-Die-deutsche-Lehman-L%FCge/551263.html?p=1) zu lesen ist, werden wir alle ja mal wieder kräftig verscheissert.  :P
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 10, 2009, 11:57:22
Danke für den Link! Wenn das nicht 2 große Skandale sind, dann weiß ich nicht. 1. Das Finanzschlammassel an sich. 2. "Bis heute gibt es über das größte Finanzdesaster seit der Weimarer Republik nicht einmal die Idee einer offiziellen Analyse."

Wo ist die Partei, die (wenigstens in ihrem Wahlprogramm) wirkungsvolle, also größere und weitreichende Konsequenzen (aus der noch nicht vorhandenen ::) Analyse) ankündigt? Einen entsprechend wirksamen Politiker gönne ich gerne 100000 km/Jahr PrivatNutzung des Dienstwagen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 10, 2009, 19:10:26
Mit so was braucht man dem Wähler und v.a. den meisten Journalisten nicht kommen. Da ist die Boni-Diskussion doch viel saftiger.

Dieser fehlende Analysewille und die fast an ein Schweigekartell erinnernde Intransparenz zieht sich auch durch andere Politikfelder. Die angelsächsische Tradition ist in diesem Punkt für uns beneidenswert. Man darf sich nur nicht vormachen, die dortigen doch sehr viel offeneren Berichte würden auch tatsächlich vom Normalbürger oder gar den wichtigen Politikern gelesen.

Wozu auch? Gel ins Haar, grinsen und immer freundlich zu allem vorher und ohne Sachkenntnis nein sagen und sich dann „zähneknirschend“ überstimmen lassen - und schon ist man der beliebteste Politiker Deutschlands.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am August 11, 2009, 08:57:17
Wozu auch? Gel ins Haar, grinsen und immer freundlich zu allem vorher und ohne Sachkenntnis nein sagen und sich dann „zähneknirschend“ überstimmen lassen - und schon ist man der beliebteste Politiker Deutschlands.

Yes, he can!  ;D
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 19, 2009, 13:48:13
RettungsPlan und RettungsPersonal für die HRE stammen von der Deutschen Bank. Logisch, daß sie an den - staatlich abgesicherten - Notkrediten Millionen verdient. Von der größten deutschen Bank kommend weiß der neue HRE Chef natürlich wie (http://www.focus.de/finanzen/banken/hypo-real-estate-die-zwei-gesichter-des-peer-steinbrueck_aid_425900.html) es in seiner Welt geht: 500000 € extra als „Anerkennung“, weil er anerkennt, sich in Zukunft, nach den gesetzlichen Obergrenzen für sein Gehalt (500000 €/Jahr) zu richten. Ach so nein, korrekterweise muß man sagen, das extra Geld bezieht sich gar nicht auf das Gehalt, sondern auf anderes extra Geld, das er von der Bank üblicherweise bekommen hätte. ::)  Wie wird das Extra finanziert? Da die HRE seit April in Staatsbesitz ist, von meinem (Steuer)Geld.  (der Smilie der hier stehen sollte, ist noch nicht erfunden)
Sozialisierung der Verluste (zur Erinnerung: es geht um rund 100 000 Millionen €) und Privatisierung der Gewinne scheint im deutschen Bankensystem tatsächlich zu funktionieren - zu 100 %:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30917/1.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 21, 2009, 14:02:41
systemisches Risiko steigend, meldet:
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/469/484901/text/3/print.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 21, 2009, 14:19:35
Ich weiß ja schon lange nicht mehr, was das alles soll. So eine Riesenverarsche in einer angeblichen Demokratie?
Und die Union und FDP versprechen Steuersenkungen. Dabei sieht der Haushaltsplan bis 2013 jedes Jahr Rekordneuverschuldung vor.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 24, 2009, 11:29:56
Die Krise wurde verschwendet:
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/615/485046/text/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am August 26, 2009, 00:48:55
Sehr guter Artikel... Es werden immer mehr "gute Artikel" - aber leider helfen die nichts. Die Burschen sind doch schon wieder völlig im alten Trott und sägen immer weiter am Ast, auf dem sie sitzen.

Wie lange das wohl so weitergeht? Der nächste Wahnsinn kommt bald. Versprochen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am August 26, 2009, 06:50:16
Ich habe gestern ausführlich fern gesehen.

Dabei waren einige Nachrichtensendungen, Tagesschau, heute, Frontal21...

Es ist wirklich erstaunlich.
Der aktuell beliebteste Politker kann nix, hat nix gelernt, hat bei den Verhandlungen mit GM wohl kräftig versagt und kann eigentlich nix außer vor Kameras gut auszusehen.
Er ist die gleiche Flachschippe wie die Manager in der Wirtschaft, nur macht er sich zum Narren, während die anderen sich die Taschen voll machen.

Die einen Politiker fahren an fragwürdigen Orten Dienstwagen, die anderen laden Gäste ein, die dann damit prahlen wie ein 5-Jähriger mit dem ersten Flitzebogen und die jeweiligen politischen Gegner tun so, als gäbe es nichts wichtigeres.

Halbtags arbeitende Frauen von gut verdienenden Männern, versuchen ihre Putzfrauen über das Kurzarbeitergeld zu finanzieren, weil sie selber im Moment mehr Zeit für Hausarbeiten haben.



Leute, wir werden den ganzen Mist voll für die Wand fahren!

Wir brauchen Menschen in Führungspositionen, mit wenigstens etwas Moral.
Die gibt es aber nicht!
Die leben das Gegenteil für sich erfolgreich vor und der "Kleine Mann" würde es zu gerne genau so machen, wenn er nur könnte.

Die Politik ist nur noch am Selbstdarstellen und Machterhalten.
Das Selbstdarstellen haben sie inzwischen, dank von uns finanzierten Unternehmensberatern, so weit perfektioniert, dass wir als "normal" akzeptiert haben.



Hier stand ursprünglich etwas, was man als "Aufforderung zur Gewalt hätte" verstehen könne.


Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am September 08, 2009, 13:06:50
Die Dimensionen der Finanzkrise:

   (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31060/31060_1.jpg)
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31060/1.html

Die in dem zugehörigen Artikel aufgemachte Theorie kann ich allerdings nicht einschätzen. Das geht ja erst wenn man deren Grenzen (Annahmen, Definitionsbereich) kannt. Kenne ich aber nicht. :(  Auch ein Blick in den Wirtschaftsteil hilft da merkwürdig wenig weiter. >:(


Ergänzung:
Staatsausgaben Deutschland 2009 (nur Bund): 417 Milliarden USD  (290.000,00 Mio € (http://de.wikipedia.org/wiki/Staatshaushalt))
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am September 20, 2009, 20:47:19
"Es steht nicht mehr einfach die Reform des Systems zur Debatte, sondern die Transformation"
http://www.taz.de/1/politik/bundestagswahl/artikel/1/rot-rot-gruen-bringt-gar-nichts/

Ich frage mich nur noch welche der verschiedenen Transformationen, für die sich die einzelnenen Parteien ins Zeug legen und so detailiert erklären, wählen soll. :P :P
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am September 20, 2009, 21:21:56
Äh, hä?

Zitat
Herr Cohn-Bendit, Ihr Erfolg bei der Europawahl beruht darauf, dass Sie ein Ökoprojekt entwickelt haben, das über die grüne Partei hinausgeht. Was heißt das für Deutschland?

Im Gegensatz zu Deutschland befanden sich die französischen Grünen auf einem toten Gleis. Deshalb haben wir die Sammlungsbewegung der politischen Ökologie gemacht, also all derjenigen, die sich bewusst sind, dass es so nicht weitergeht, wenn wir in den nächsten zehn Jahren die Klimafrage nicht in den Griff bekommen. Aber in Deutschland sind die Grünen stark. Bedenken Sie: Bei der letzten Bundestagswahl hatten die grade 8 Prozent. Und das mit Fischer!

Also, die deutschen Grünen stehen besser da, denn sie hatten grade 8 Prozent. „grade“ heißt nach meinem Verständnis entweder zeitlich gerade (was nicht gemeint sein kann) oder so viel wie „nur“.
Trotz Fischer? Ach herrje, Altgockelkämpfe, ja das bringt uns voran.

V.a. aber wüsste ich gerne mehr über dieses „Projekt“. Habe mal schnell das Internet durchsucht und siehe da, ich finde nix. Toptreffer ist das taz-Interview. Seine eigene Seite ist v.a. ein grandiose Selbstinszenierung, aber was sonst hat man auch erwartet. 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 02, 2009, 11:26:45
Die Seite Information is beautiful (http://www.informationisbeautiful.net/) ist immer einen Besuch wert, kann ich  nur wärmstens empfehlen.
Hier (http://www.informationisbeautiful.net/visualizations/the-billion-dollar-gram/) eine Visualisierung diverser Milliardenbeträge. Klickbefehl! :)

Und ja, dass war auch mal wieder auf Daring Fireball. :)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am Oktober 05, 2009, 13:19:24
Hier (http://www.informationisbeautiful.net/visualizations/the-billion-dollar-gram/) eine Visualisierung diverser Milliardenbeträge. Klickbefehl! :)

Kein Wunder, dass so etwas nicht von Regierungen gemacht wird. Nur so hat man eine Vorstellung, wie Beträge im Verhältnis zu einander stehen. Selbst wenn die Grafik nicht zu 100% stimmen sollte, ist es doch die beste Art den Wahnsinn zu veranschaulichen.

Danke für den Link
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am November 15, 2009, 14:15:55
Es werden immer mehr "gute Artikel"

Die richtigen Fragen werden also hie und da gestellt. Antworten und LösungsKonzepte sind aber rar. Selbst bei Attac sind sie für meinen Geschmack seltsam unkonkret:
http://www.attac.de/uploads/media/Wir_zahlen_nicht_fuer_Eure_Krise_01.pdf

Wenigstens ein konkretes Konzept schlägt die Monetative vor:
http://www.monetative.org/?page_id=61
die sich hier auch in 4 Interviews vorstellt:
http://billhicks23.blip.tv/posts?view=archive&nsfw=dc
(Trotz der Nähe zu "Kosmische Orgonenergie und Wirbelbewegung" fand ich die Aussagen aufschlussreich.)
Auch hier mischt Bernd Senf mit, dessen Aussagen dieses Interview ganz gut zusammenfasst:
http://www.gulli.com/news/die-weltfinanzkrise-ein-blitz-2009-08-29


Ich lege mir hier noch einen Link für die kommenden langen Winterabende zurück:
http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am November 19, 2009, 19:24:30
Dazu ein Kommentar  SPON (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,662266,00.html).
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am November 22, 2009, 18:53:34
Die Diskussion verschiebt sich ja immer mehr Richtung der riesigen Derivate-Berge.
Dabei geistern irrsinnige Summen durch das Internet, ich weiß nicht, was ich da noch glauben soll. Zumal man ja wohl nicht die Vielzahl an verschiedenen Derivate-Formen in einen Topf werfen kann.

Credit Default Swaps, also Kreditausfallversicherungen (oder nicht?), sind ja ein Lieblingsthema. Nun las ich u.a. in der Zeit einmal, dass wenn Lehman schon nicht die Versicherer umhaut, dann aber bestimmt Washington Mutual, deren „Glattstellung“ am 23.10. drohe:
http://www.zeit.de/online/2008/42/querdax-kreditmarkt-finanzkrise?page=2
Der Artikel ist aus dem Mai 2009, auch wenn die URL etwas anderes suggeriert.

Das ist scheinbar ausgefallen. Aber hat JP Morgan Chase das jetzt alles in seinen Büchern stehen? Halt, nein, nicht in den Büchern, weil die CDS werden ja ausserbilanzlich geführt - an sich schon ein Unding, dass man nie hätte zulassen sollen.
  „On October 23, 2009, Chase completed its merger of WaMu's accounts into its own computers, and changed the WaMu Web site to a single page asking former WaMu account holders to log into Chase.com from now on.“
http://en.wikipedia.org/wiki/Washington_Mutual

Nachrichtenmäßig gemeldet wurde auch nichts. Damit nehme ich an, dass wieder durch Aufkauf einer Bank durch einen andere, die wahren Risiken unterm Deckel bleiben. Oder es gibt diese Risiken gar nicht in diesem Ausmaß, denn wer würde die aufkaufen?
Wenn man nichts weiß, muss man eben alles glauben.  :-[
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am November 24, 2009, 00:01:06
Eine Kritik des heutigen Spiegel Titels Die Billionenbombe - Warum nach der Jahrhundertkrise schon die nächste droht:
http://www.mmnews.de/index.php/200911234294/MM-News/Die-Billionenbombe.html
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am November 24, 2009, 01:15:03
Der Autor des Artikels scheint selbst keine Rechte Ahnung oder neigt zu verfälschenden Vereinfachungen. Das aufgeführte Diagramm beschreibt er: „Im Prinzip kann man die Grafik so interpretieren: Rot=Schulden, Schwarz=Realwirtschaft.“. Es zeigt aber lediglich die Einnahmen und Ausgaben der US-Regierung, zumindest steht das direkt darunter und auch die Beschriftung des Diagramms lässt keinen anderen Schluss zu.
Da sieht man auch, dass etwa Steuersenkungen einen massiven Einfluss auf die Kurve haben.

Den/die kritisierten Spiegel-Artikel kenne ich nicht, und darauf geht er ja auch nur äußerst allgemein ein.

--

Heute gab es zum ersten Mal seit 70 Jahren 3-Monatsanleihen der US-Regierung zu einem negativen Zinssatz. Zwar nur kurzzeitig, aber auch sonst gibt es ja quasi null Prozent.
Trotzdem ist die Nachfrage nach diesen Anleihen enorm.
Dieser Bloomberg-Artikel (http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601087&sid=a4HS.PqmM8ho&pos=3) enthält diese Fakten und gibt einen gewissen Überblick über die derzeitige Lage und Meinungen (Englisch, einige Fachbegriffe, etwas länger).
Jedenfalls zeigt die Nachfrage nach nur werterhaltenen Anleihen (wobei ich mittlerweile dem Dollar nicht mehr trauen würde), dass eine riesige Menge Kapital nicht weiß, wohin es fließen soll, weil alles andere zu riskant scheint.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am November 24, 2009, 07:12:18
.... dass eine riesige Menge Kapital nicht weiß, wohin es fließen soll, weil alles andere zu riskant scheint.

Die riesige Menge Kapital ist ja auch nur überwiegend fiktiv, d.h. es stehen irgendwo Zahlen.
D.h. wenn jemand 100.000 Apple Aktien hat, haben die derzeit einen Wert von 13.600.000 Euro.
Wenn er sie verkaufen würde, könnte er 136 Mercedes S Klasse kaufen oder 13.600 iMacs und der Kurs würde steigen bei Mercedes oder Apple.

Da aber momentan keiner kauft, oder weniger, werden die Aktien fallen ? d.h. das fiktive Kapitale wird weniger.

Nur mal so ein Gedankenspiel.

Jochen

Edit: Ein Satz gelöscht.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am November 24, 2009, 12:33:46
Ist das als Einwand gedacht? Verstehe Dich nicht ganz.

Sagen wir mal, Du hättest einen Geldmarktfonds. Oder eine Kapital-Lebensversicherung.
Vielleicht käufte nun auch Dein Fondsmanager solche Anleihen.
Würdest Du sagen, Dein einstmals verdientes und eingezahltes Geld ist damit fiktiv?

Auch ein Hunderter in Deiner Tasche ist zunächst mal nur ein Stück Papier, Dein Kontostand noch weniger.

Das die Geldmenge den Wert der real fassbaren Güter übersteigt, stimmt natürlich, wahrscheinlich schon lange. Ob das noch lange gut geht, kann man nicht wissen, zumindest bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es für alle Ansichten Expertenmeinungen gibt und man sich eine aussuchen kann.
Die Geldpolitik der Regierungen ist jedenfalls nicht risikofrei, fragt sich nur ob es eine Alternative zu dieser Geldschwemme gibt, und damit meine ich eine Alternative ohne massive Verwerfungen.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am November 24, 2009, 12:55:30
@florian

Bin ja kein Fachmann.

Ich meine mit fiktiv eher.

Man kauft 10 Wertpapiere für 100 €.

Das Wertpapier steigt es auf 200 €, man hat also nun 2000 €.

Man verkauft nun 5 Wertpapiere zu 1000 € und kauft wieder günstige Wertpapiere ein und die steigen wieder und so fort und somit erhöht man sein Kapital immer weiter.

Jochen
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am November 24, 2009, 13:32:24
Da hast Du dann aber den besten Riecher aller Zeiten. :D
Aktien fallen schließlich auch. In der Tat bewegen sie sich, nimmt man mal die langjährige Kurve seit  Jahren im Endeffekt eher „seitwärts“.

Aber eins stimmt natürlich: Der Aktienwert ist einzig dran gekoppelt, ob Jemand bereit ist, ihn zu bezahlen und letztendlich geht jeder Käufer eine Wette auf die Zukunft ein. Die Daten des Unternehmens haben da freilich schon einen massiven Einfluss.
Auch bei einer Staatsanleihe wettet man darauf, dass der Staat das einmal zurückzahlen kann und will. Was ja keineswegs immer der Fall war, ich sag nur Argentinien, dass ist noch nicht lange her und doch fast vergessen in der breiten Öffentlichkeit, wie so viel Finanzskandale und -Krisen.
Und wenn man Goldbarren hortet, zur Zeit ja sehr beliebt, weiß man auch nicht, was man damit dann macht, wenn das Geldsystem total zusammenbricht. Wer soll sie dann noch abnehmen? Banken jedenfalls nicht. Vielleicht der Bauer für zehn Eier und einen Laib Brot?

Ich sage mal ganz krass: Auf Nummer sicher geht man nur mit einer Schrottflinte und vielen Konserven, und hoffentlich wurde der Dosenöffner nicht vergessen!
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am November 24, 2009, 13:54:35
Da hast Du dann aber den besten Riecher aller Zeiten. :D
Aktien fallen schließlich auch. In der Tat bewegen sie sich, nimmt man mal die langjährige Kurve seit  Jahren im Endeffekt eher „seitwärts“.

Ja nun, das viele Kapital welches jetzt nicht weiss wo es hin soll, ist doch gewiss im wsentlichen durch Spekulationen, egal wo mit generiert worden.

Jochen
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am November 24, 2009, 14:59:45
Aber wo hört das seriöse Investment auf und die Spekulation beginnt?

Und sehr viel Geld wird doch derzeit gedruckt und zum Nullzins in den Markt gedrückt.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am November 24, 2009, 15:47:48
Aber wo hört das seriöse Investment auf und die Spekulation beginnt?

Und sehr viel Geld wird doch derzeit gedruckt und zum Nullzins in den Markt gedrückt.

Spekulation beginnt dort, wenn das Schiff auf hoher See zu sinken beginnt und man keine Rettungsboot hat.

Jochen
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: warlord am November 24, 2009, 15:51:08
Diese Definition kann dann aber auf flüssiges Kapital, das nicht weiss, wo es hin soll, nicht zutreffen. Sonst wäre es kein flüssiges Kapital. ;)
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am November 24, 2009, 18:00:51
Heute lese ich (ebenfalls auf Bloomberg, die haben übrigens eine gute iPhone-App: http://www.apfelinsel.de/forum/index.php/topic,3082.msg42657.html#msg42657), dass Bear-Fonds immer beliebter werden, auch bei Privatpersonen. Da wettet man per Leerverkauf auf sinkende Kurse.
Tja - wer weiß es besser? :)
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: FOX am November 25, 2009, 17:08:12
Ich sage mal ganz krass: Auf Nummer sicher geht man nur mit einer Schrottflinte und vielen Konserven, und hoffentlich wurde der Dosenöffner nicht vergessen!


Das sagt mir in diesem Thread bisher am allermeisten zu  ;)
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Januar 05, 2010, 22:15:52
Isländer wollen per Volksentscheid die Rückzahlung ausländischer Sparguthaben verhindern:
http://www.zeit.de/newsticker/2010/1/5/iptc-bdt-20100105-257-23455344xml
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Januar 08, 2010, 22:01:15
Werner Rügemer (http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Rügemer):
http://www.gulli.com/news/interview-die-wahren-ursachen-der-finanzkrise-2009-12-18
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Januar 09, 2010, 15:40:15
Werner Rügemer (http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Rügemer):
http://www.gulli.com/news/interview-die-wahren-ursachen-der-finanzkrise-2009-12-18

Danke.
Wie bekommt man denn die Werbung fort wenn man die Datei als Webarchive gespeichert hat.

Jochen
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Januar 09, 2010, 16:43:04
Dafür öffne ich das Webarchive in Bean (alternativ TextEdit), mache die Bearbeitung und speichere neu.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Januar 09, 2010, 16:45:53
Dafür öffne ich das Webarchive in Bean (alternativ TextEdit), mache die Bearbeitung und speichere neu.

Danke.
Habe dann komplettes Interview als pdf gespeichert.

Jochen
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: MacFlieger am Januar 09, 2010, 18:17:54
Wenn Du sowieso ein PDF erzeugen willst, dann bietet sich Printliminator an, dass ich hier (http://www.apfelinsel.de/forum/index.php/topic,3837.0.html) schon einmal erwähnt hatte. Man kann recht einfach mit ein paar Mausklicks (meist reicht ein Alt-Klick) alles entfernen ausser dem gewünschten und dann in eine PDF drucken.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Januar 09, 2010, 19:26:37
Das PDF kann man dort direkt downloaden.

Zum Interview könnte ich sehr viel schreiben. Ich glaube, ich lasse es besser, versaut mir nur das Wochenende.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Januar 09, 2010, 19:34:35
Das PDF kann man dort direkt downloaden.

Habe ich dann auch gemacht

Jochen
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Januar 09, 2010, 20:42:28
Werner Rügemer (http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Rügemer):
http://www.gulli.com/news/interview-die-wahren-ursachen-der-finanzkrise-2009-12-18
Man kann Sachverhalte natürlich aus verschiedenen Perspektiven betrachten und zu völlig gegensätzlichen Einschätztungen kommen. Leider ist das für mich als Laie nicht verifizierbar, aber selbst wenn nur die Hälfte von dem Artikel den Tatsachen entspräche, wäre es doch ein Skandal erster Güte. Wo bleibt der Aufstand der Anständigen? Oder gibt es in unser ach so aufgeklärten Welt keine mehr?

In unserer Stadt wurde auch gerade ein Rathaus auf PPP Basis gebaut - gegen den erbitterten Widerstand der Bürger. 30 Jahre lang zahlt die Stadt nun eine, auch nach Meinung vieler Experten, überzogene Miete. Weil der Investor das Gebäude aber nicht voll vermieten konnte, hat die Stadt nun einen Komunalen Zweckverband aus einem bestehenden, günstigen, Mietverhältnis bei den Stadtwerken zu einem Umzug in das teuerere Objekt "überreden" können. Jetzt wird mehr Miete an den Investor bezahlt und die vorher genutzte Fläche beim städtischen Eigenbetrieb Stadtwerke steht leer. Natürlich hat man jede Menge Argumente, die diesen Umzug rechtfertigen und der Steuerbürger guckt blöd aus der Wäsche, bezahlt höhere Müllgebühren und läßt sich die Freibäder dichtmachen.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Februar 28, 2010, 17:03:58
Obwohl die Ideen in einem Stadium sind, die ich zeitlich noch weit vor unausgegoren einsortiere, fand ichs lesenswert:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32150/1.html
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am April 27, 2010, 22:55:48
Empfinde nur ich die Herabstufungen Griechenlands und Portugals durch RatingAgenturen wie plangemäße Züge in einem vorher festgelegten Drehbuch?
http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/finanzen/541/509670/text/
http://www.ftd.de/politik/europa/:krise-in-euro-laendern-jetzt-brennt-auch-noch-portugal/50106772.html?mode=print
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am April 27, 2010, 23:42:33
Ich finde es recht erheiternd, wenn die Politiker immer die Spekulanten verantwortlich machen.
Oder mal anders gesagt: Würdet Ihr einem Ingenieur mit bombenfester Anstellung oder einem hohen Beamten genauso viel Geld leihen wie einem Arbeitslosen ohne Schulabschluss?

Der Fehler liegt m.E. nicht bei den Spekulanten, die die Realität übersteigert darstellen, sondern bei den Politkern, die bei der Aufnahme Griechenlands (und anderen Ländern) beide Augen zugedrückt haben. Wer zieht die zur Rechenschaft?
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: fränk am April 28, 2010, 06:36:15
Es wird mal wieder deutlich, wer die Hosen an hat.

Die Industrie oder hier die Banken, tun und machen was sie wollen.

Die Politik darf das dann kommentieren, loben, kritisieren, Konsequenzen fordern, vor Ausschüsse laden...... blah, blah, blah.... am Ende machen die Cracks immer wieder weiter und lachen sich über die Narren bei Will oder Illner kaputt.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am April 28, 2010, 07:42:55
....sondern bei den Politkern, die bei der Aufnahme Griechenlands (und anderen Ländern) beide Augen zugedrückt haben. Wer zieht die zur Rechenschaft?

Eben, man hätte wissen können, wenn man denn gewollt hätte,  dass Griechenland Italien und Portugal ihre Bilanzen schöngerechnet haben. Selbst mir als globalfinanztechnischem Volltrottel ist das damals nicht verborgen geblieben.

Edit: den Griechen das fehlende e spendiert, daran sollte man nicht sparen ;-)
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am April 28, 2010, 20:22:28
Rating Agenturen stufen Griechenland, Portugal, Spanien herab und alle sind wieder aufgeregt
Vor einiger Zeit wurde die Bonität diverser Finanzhaie durch die Rating Agenturen als gut bewertet, und alles ging den Bach runter.

Sind diese Rating Agenturen noch glaubwürdig oder ist das was sie machen schon als Verbrechen zu bezeichnen.

Jochen
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am April 28, 2010, 23:29:06
Auch da gibt es doch mehrere Seiten.

Die Rating-Agenturen können nur Faktoren miteinbeziehen, die sie kennen. Wenn nun aber ein Unternehmen oder ein Land massiv trickst, kommen sie natürlich zu falschen Schlüssen.
Zum anderen muss man ja die Einstufungen nicht unbedingt als Gesetz sehen. Niemand wird gezwungen, den Einstufungen zu folgen. Doch der Markt hat sich fast total den Ratings einiger Häuser unterworfen.
Und das nun die Ratings diverser Krisenländer sinken, ist nun wirklich folgerichtig, die Agenturen erfüllen hier ihre Aufgabe für die sie geschaffen wurden.

Die Rating-Agenturen haben sehr viel Macht, dass ist klar. Das es vor der Finanzkrise viele Blinde gab, auch.  Es wird manchmal nicht nachvollziehbar eingestuft. Aber die vielbeschriebenen Schrottanleihen z.B. hatten ja extrem schlechte Ratings.
Das gewisse Staaten viel zu viele Schulden haben (wir an sich auch), ist nun mal nicht abzustreiten, die Finazkriese hat dies natürlich verschlimmert. Es wäre ja ein Verrat an ihrem Daseinszweck und womöglich auch illegal, würden die Agenturen das in ihren Ratings nicht widerspiegeln. Ungalubwürdig werden sie dadurch für mich nicht, eher im Gegenteil.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: fränk am April 29, 2010, 07:06:21
Die Rating-Agenturen können nur Faktoren miteinbeziehen, die sie kennen.

Sie beziehen auch ein, was sie nicht kennen.

Die gehen nämlich davon aus, dass diejenigen, die sie nicht mit Informationen versorgen etwas zu verbergen haben und raten sie deswegen runter.

Ich hatte mit einem solchen Laden mächtig Theater.
Ich habe mich geweigert mit denen überhaupt nur einen Gruß auszutauschen.
Die werden dann schnell unangenehm und ich musste tatsächlich meine Daten veröffentlichen.
Ich habe sie zwar nicht denen gegeben, sie aber dort hinterlegt, wo auch diese Drecksläden Zugriff drauf haben. Ist halt Gesetzeslage.

Ich möchte nicht wissen, wie ich bei denen eingestuft bin.
Und das obwohl ich einige Milliarden Euro mehr habe als Griechenland, die EU und der Rest des Planeten.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am April 29, 2010, 11:40:18
Die Rating-Agenturen können nur Faktoren miteinbeziehen, die sie kennen.

Sie beziehen auch ein, was sie nicht kennen.

Wenn man nicht weiß, muss man vermuten. ;D

Zitat
Die werden dann schnell unangenehm und ich musste tatsächlich meine Daten veröffentlichen.
Ich habe sie zwar nicht denen gegeben, sie aber dort hinterlegt, wo auch diese Drecksläden Zugriff drauf haben. Ist halt Gesetzeslage.

Na also. Du wirst also von den Drecksläden zu nichts gezwungen, wozu der Staat Dich nicht zwingen würde. Oder?

Ich mag sie auch nicht. Es wird viel Mist produziert, sie müssen halt immer ein Rating hervorzaubern. Datengläubige Menschen fahren da eben drauf ab.

Aber das sie Griechenland u.a. Hasardeure jetztb runterstufen ist nun wirklich kein Skandal, finde ich, sondern logisch und richtig.

Zitat
Ich möchte nicht wissen, wie ich bei denen eingestuft bin.
Und das obwohl ich einige Milliarden Euro mehr habe als Griechenland, die EU und der Rest des Planeten.

Dann kann's Dir ja wurscht sein. :)

Es wird übrigens jeder „gerated“, der Schufa-Score ist nichts anderes. Und wie genau der zustande kommt, verraten sie nach wie vor nicht. Wohl aber weiß man mittlerweile angeblich (Medien…) z.B., dass es für den Score besser ist, man leiht sich ab und zu was und zahlt es zurück als nie Kredite aufzunehmen. Aber die haben das sicher analysiert und wissen, was sie tun… meine ich sogar halbernst. Man hat ja sozusagen den Test bestanden, während der solide Nichtkreditnehmer ungeprüft ist. Trotzdem langt man sich natürlich irgendwie ans Hirn.


Edit:
Hier (http://www.nytimes.com/interactive/2010/04/06/business/global/european-debt-map.html?ref=global) gibt es eine interessante Karte zum Thema Staatsverschuldung in der Euro-Zone.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am April 29, 2010, 19:37:42
Die Rating-Agenturen haben sehr viel Macht, dass ist klar. Das es vor der Finanzkrise viele Blinde gab, auch.  Es wird manchmal nicht nachvollziehbar eingestuft. Aber die vielbeschriebenen Schrottanleihen z.B. hatten ja extrem schlechte Ratings.

Der letzte Satz ist so wer dasteht falsch. Mea culpa.

Es verhält sich so, dass ein Konglomerat aus fragwürdigem Bankenverhalten, blindem Glauben an falsche Modelle und fehlender Kontrolle, eben doch dazu führte, dass diese Schrottpapierpakete viel zu lange sehr gute Ratings hatten.
Die Ratingagenturen haben daran sicher einen großen Teil der Schuld, viel schlimmer waren aber doch die Banken, die diese absurden Pakete schnürten und das Ratingsystem gezielt missbrauchten, damit ihr Müll AAA bekommt.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 04, 2010, 21:32:50
Zusammenfassend lässt sich festhalten: die Krise ist nicht drei Jahre, sondern 40 Jahre alt:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32551/4.html
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32551/5.html
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 09, 2010, 12:22:57
ZDF Heute Kleber:
Haben Sie denn das Gefühl, daß die Politik diese Dinge überhaupt noch in den Griff kriegen kann, oder bestimmen längst die Finanzmärkte mit ihren Milliarden das was tatsächlich passiert?

SPD Steinmeier:
Ich will's doch gar nicht schönreden, vielleicht laufen wir nicht komplett und immer den Finanzmärkten hinterher, aber wir sind den Entwicklungen schon ausgeliefert. Sie sehen heute, wir können in der Politik ja nicht vorgeben, wie die Ratings der internationalen RatingAgenturen ausfallen ...

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1031672/Steinmeier-Merkel-ohne-Athen-Kurs?
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Mai 09, 2010, 12:48:34
In einem Bloomberg-Podcast meinte ein Analyst neulich, die europäischen Regierungen müssten endlich einsehen, dass nicht nur der Wähler sie aus dem Amt kegeln kann, sondern das es da noch eine zweite Gruppe gibt: Die Investoren.

Und in Deutschland noch ein bis zwei, möchte ich hinzufügen: Der pharmakologisch-medizinische Block (*) zum Beispiel. Oder die Deutschland AG, die es eben doch noch gibt, würde ich meinen.

(*) Meine Wortschöpfung! Kopieren nur bei gutem Willen erlaubt! ;)
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 09, 2010, 22:29:47
Immerhin sagts der Chef ("Vorsitzender der EuroGruppe") Jean-Claude Juncker selbst: "Es geht hier um eine weltweit organisierte Attacke gegen den Euro"
http://eifelphilosoph.blog.de/2010/05/08/boersencrash-mai-finanzweltkrieg-talibanker-lumpenelite-8542790/

Gibts irgendwo eine Berichtererstattung über nähere Details und Hintergründe?
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Mai 09, 2010, 23:54:02
Klar, der Feind ist immer Außen, es wurde nichts falsch gemacht. :)

Es gibt keine Attacke, sondern man will Geld verdienen, in dem man auf Zahlungsausfälle wettet. Würde ich behaupten. Dahinter stecken natürlich die großen Finanzinstitute, Banken, Fonds, Agenturen, einige Milliardäre.
Ich sehe auch kein rechtes Interesse irgendwelcher ausländischer Mächte an einem sehr schwachen Euro. Aber vielleicht bin ich nur blind.

Gibts irgendwo eine Berichtererstattung über nähere Details und Hintergründe?

Aber mit Sicherheit. Manche wissen ja immer sehr genau, wo das Böse zu Hause ist.

Die SZ dazu: http://www.sueddeutsche.de/,tt6m1/finanzen/700/510815/text/
Fazit: Hedge Fonds, vielleicht, und natürlich Soros.


Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 17, 2010, 07:23:59
Politiker sprechen von einem „Krieg“ gegen den Euro .... wen genau meinen Politiker eigentlich, wenn sie von ihrem Gegner sprechen?
http://www.faz.net/s/Rub3ADB8A210E754E748F42960CC7349BDF/Doc~E83AED212FD0F4E7BA18B00C57112C302~ATpl~Ecommon~Sspezial.html
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Mai 17, 2010, 09:26:29
Wenn ich sowas lese, wird mir um den Euro doch allmählich bange. "Generalmobilmachung der Staaten" wäre ja gut und äusserst notwendig. Solange man die Fehler aber weiterhin ausserhalb sucht und gegen jemanden anderen als sich selbst in den Krieg ziehen will, wird das nichts. Ganz im Gegenteil.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Mai 17, 2010, 09:35:15
Politiker sprechen von einem „Krieg“ gegen den Euro .... wen genau meinen Politiker eigentlich, wenn sie von ihrem Gegner sprechen?

Das Kennzeichen des modernen „Krieges“ - Krieg gegen die Drogen, Krieg gegen den Terror, Krieg gegen den Hunger - ist doch gerade, dass es keinen fassbaren Gegner gibt. Schön das dieser Blödsinn nun auch das Deutsche erreicht hat.

Und v.a. soll natürlich wieder mal die Verantwortung abgeschoben werden.
Ist der Euroraum etwa kein Währungsraum mit viel zu starken Leistungsunterschieden der Länder? Ist es etwa eine Kriegeserklärung, wenn man Reform- und Einigungskraft des Euroraums bezweifelt?

Das ist doch lächerlich und die Politiker, die uns das alles eingebrockt haben, zeigen nun mit dem Finger auf den bösen, anonymen Gegner.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Mai 17, 2010, 22:04:24
Wie ist dass denn wenn die Institute griechische Staatsanleihen hatten ?

Im Normalfall ist mir das mit dem Abschreiben schon klar.

Wird ja hier (http://de.wikipedia.org/wiki/Abschreibung#Beispiel_f.C3.BCr_lineare_Abschreibung_anhand_von_Diagramm_und_Abschreibungsplan)r erklärt.

Wenn die Staatsanleihen nix mehr wert gewesen wären hätten sie die Anleihen abschreiben müssen.

Ist dass das Gleiche wie Verlust oder wird das steuerlich anders gehändelt ?

Im Normalfall würde man ja das Geld für Anleihen nach einer gewissen Zeit wiederbekommen.

Man erhält im Normalfall ja Zahlungen für die Anleihen.

Wenn alles futsch ist erhält man nix mehr und muss das abschreiben.

Wie ist denn da der Ablauf

Beispiel

1 Millionen Euro ausgegeben und man bekommt nix zurück

Wie schreibt man das ab ?

7 Jahre immer 142857,14 Euro abschreiben.

Und damit das nicht eintritt rettet man die Griechen durch das Geld des Steuerzahlers bzw. sagt man würde sie retten und gibt Kredit, den man aber gewiss nicht wiederbekommt, oder glaubt Ihr an die Rückzahlung ?

Jochen
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Mai 18, 2010, 09:34:56
Im Zuge der Banken- Finanz- Eurokrise sollen ja die Haushalte saniert werden, also will man sparen, so weit, so gut.
Bei uns will man aber "sparen" in dem man die Mehrwertsteuer erhöht ( Ist noch nicht beschlossen, aber im Gespräch).

Schulden = Sondervermögen
Sparen = Steuererhöhung

Entweder ich hab' in der Schule alles falsch verstanden, oder man versucht uns mal wieder kräftig über den Leisten zu ziehen. Ich fürchte letzteres.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 31, 2010, 23:49:21
Wer mal Zentralbank spielen möchte - hier gibts ein Computerspiel von der Schweizer Nationalbank:
http://www.snb.ch/de/ifor/research/id/research_mopos
Leider nur für Windows und Excel 97, auf neueren Versionen wurde nicht getestet.
Anleitung:
http://www.snb.ch/de/mmr/reference/mopos/source
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 10, 2010, 23:42:50
Die verwalteten Vermögen haben weltweit 2009 wieder das Volumen erreicht, das sie vor dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007 hatten:
http://www.ftd.de/finanzen/:bcg-untersuchung-die-millionaere-sind-zurueck/50125504.html?mode=print
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 10, 2010, 23:50:41
Na da sieht man doch, dass das System stabil ist.  8) ;)
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juni 15, 2010, 21:55:09
Ein weiterer Mahner

das erste Video von drei (http://www.youtube.com/watch?v=ejKKBLTlU3c)

Jochen
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juni 16, 2010, 09:59:43
Ein weiterer Mahner

das erste Video von drei (http://www.youtube.com/watch?v=ejKKBLTlU3c)

Jochen

Der Herr erzählt, dass der größte Teil des umlaufenden Geldvermögens Kredite sind, dass habe ich auch schon mal vermutet.
Bisher fand ich diesbezüglich aber noch keine gute Quelle.
Evtl gibt es ja hier einen Insider ?

Jochen
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juni 17, 2010, 20:20:05
Die Banken sollen sich an den Kosten der Krise beteiligen steht da. (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,701348,00.html)

Das meiste Geld was die Banken besitzen gehört doch Ihren Kunden ?

Ergo:

Zahlen wir doch die Zeche ?

Oder liege ich da falsch ?

Jochen
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Juni 17, 2010, 20:33:56
Die Banken sollen die Zeche wohl eher von dem Geld zahlen, das sie mit dem Geld ihrer Kunden verdient haben.

Wären die Banken Bahlsen, sollen sie sich mit dem Geld auf ihrem Firmenkonto, nicht mit Paprika-Chips an den Kosten der Krise beteiligen.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 17, 2010, 22:56:52
Na klar zahlen wir die Zeche. Das wird so oder so durchgereicht, steigt halt der Dispo-Zinssatz oder Gebühren hier und da und die Vertreter müssen wieder mehr Schrottpapiere vertickern.
Es werden unsere Steuern den Banken in den Rachen geschmissen, damit sie überleben und uns weiter ausbeuten können.
Willkommen in Deutschland.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 18, 2010, 09:26:31
AusfallWahrscheinlichkeit des Euro (1) in Prozent laut EZB:

   (http://dl.dropbox.com/u/2983581/%25Fieber.png)
http://www.sueddeutsche.de/geld/2.220/dramatischer-bericht-der-ezb-apokalypse-voraus-1.961222


--
(1) offiziell wird die "Wahrscheinlichkeit eines gleichzeitigen Zahlungsausfalls von zwei oder mehr großen und komplexen Bankengruppen des Eurogebiets" angezeigt
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 18, 2010, 13:09:25
Dies ist der erste Artikel, der mir begegnet, der sich kritisch mit der Theorie des exponentiellen Zins- und Schuldenwachstum auseinandersetzt:
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/:das-kapital-der-kapitalistische-kettenbrief/50129827.html?mode=print
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juni 18, 2010, 18:48:43
Dies ist der erste Artikel, der mir begegnet, der sich kritisch mit der Theorie des exponentiellen Zins- und Schuldenwachstum auseinandersetzt:
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/:das-kapital-der-kapitalistische-kettenbrief/50129827.html?mode=print

Dann könntest Du auch mal die Videos auf der Seite von http://berndsenf.de/ anschauen.

Jochen
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 18, 2010, 18:53:30
Danke, die kenne ich. Mir gehts darum auch die Gegenargumente zu den Theorien von Herrn Senf kennen zu lernen, damit ich sie besser verstehe und einordnen kann.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 14, 2010, 06:15:51
Wer die Ratingagenturen hat, hat die Macht? Die Chinesen raten ab jetzt selber:
http://german.china.org.cn/fokus/2010-07/13/content_20488308.htm

Und Europa?
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 14, 2010, 08:53:52
Danke, die kenne ich. Mir gehts darum auch die Gegenargumente zu den Theorien von Herrn Senf kennen zu lernen, damit ich sie besser verstehe und einordnen kann.

Die Argumente von Herrn Senf sind wohl Theorien.
Die Gegenargumente sind wohl die Praxis  ;D

Im Ernst, sehr komplexes Thema und Gegenargumente gibt es eine Vielzahl im www.

Jochen
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 14, 2010, 09:23:42
Gegenargumente gibt es eine Vielzahl im www

Würde mich über Links freuen.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 19, 2010, 15:31:22
Neuerdings kauft man ja nicht nur BIO-Joghurt sondern schaut auch zunehmend, für wen das eigene Geld arbeitet. „Nachhaltige“, „faire“, usw. Anlageprodukte und Banken sind also ein starkes Wachstumsfeld.
Nun wird die recht junge, in Turbulenzen geratene NOA-Bank schon wieder abgewickelt und die Kundengelder sind erstmal eingefroren. Die Details erschrecken:
http://www.sueddeutsche.de/geld/die-noa-bank-nach-dem-aus-rechtsstaat-statt-finanzdemokratie-1.990049
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 31, 2010, 07:30:13
"Die Operationen des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung unterliegen der strikten Geheimhaltung. Noch immer werden die auf die Staatsbank KfW übertragenen Altlasten der IKB und der Irland-Fonds der SachsenLB nicht offen bilanziert. Der tatsächliche Kapitalbedarf der Landesbanken und der HRE und die Folgen für die öffentlichen Haushalte sind völlig ungeklärt. Umso schwerer wiegt, dass der Bundestag bis heute keine umfassende Aufklärung betreibt ..."
aus einer Rezension (http://www.tagesspiegel.de/kultur/der-grosse-raubzug/1803948.html) zu Leo Müllers (http://www.perlentaucher.de/autoren/19490/Leo_Mueller.html) Buch 'Bankräuber'.

Interview mit dem Autor:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33208/1.html
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am September 11, 2010, 00:11:29
Auch die Happy Hypo Bank braucht noch mal Staatsgarantien:
http://www.sueddeutsche.de/geld/staatsgarantien-fuer-marode-immobilienbank-hre-braucht-milliarden-euro-1.998587

Weil jetzt gründet die ehemalige Bad Bank der HypoVereinsbank eine Bad Bank.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am September 13, 2010, 00:02:51
Und so schaut die stärkere Regulierung der Banken nach der Finanzkrise in der Praxis aus - Basel III:
http://www.handelsblatt.com/politik/international/basel-iii-zu-kurz-gesprungen;2653933
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: warlord am September 13, 2010, 08:14:06
Baseler....  Argh. Wenn er schon in Zürich sitzen bleibt, soll er sich wenigstens informieren, wie sich das korrekt schreibt...  ::)
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 07, 2010, 21:10:52
Erste Bilanz einer deutschen Bad Bank: Die zur Entlastung der angeschlagenen WestLB gegründete EAA hat ihr erstes Geschäftsjahr mit einem Milliardenverlust beendet. Kein Grund zur Sorge, sagen die Chefs des Instituts - der Verlust diene der Risikovorsorge.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,721932,00.html

Kann mir das mal jemand erklären wieso eine Bad Bank - die doch schlechte Papier hat - überhaupt Gewinn erhoffen kann.

Scheisse bleibt doch Scheisse, auch wenn ich das in eine schöne Verpackung packe.

Ist das nicht alles Betrug ?????

Jochen
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 07, 2010, 23:45:40
Könnte ja sein das die Schrottpapiere irgendwann einmal höher notieren. Quasi wie ein Oldtimer, der aufwendig restauriert Millionen wert ist. ;)
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Oktober 08, 2010, 00:19:58
Kann mir das mal jemand erklären wieso eine Bad Bank - die doch schlechte Papier hat - überhaupt Gewinn erhoffen kann.

Scheisse bleibt doch Scheisse, auch wenn ich das in eine schöne Verpackung packe.

Nicht alles, was zu einem bestimmten Zeitpunkt als "Scheisse" eingestuft wird, weil es sich zum betreffenden Zeitpunkt nicht veräussern lässt, ist auf alle Zeiten wertlos und unveräusserbar. Scheisse ist wie alles relativ.  ;) Mit dem Stabiliserungsfond (sowas wie die Bad Bank) der UBS z.B. fährt die Schweizer Nationalbank (die den "Müll" übernommen hat) bis jetzt in der Tat Gewinne ein.
(Z. B. 1. Quartal 2010: http://www.snb.ch/de/mmr/reference/pre_20100514/source/pre_20100514.de.pdf)
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 08, 2010, 08:35:51
Kann mir das mal jemand erklären wieso eine Bad Bank - die doch schlechte Papier hat - überhaupt Gewinn erhoffen kann.

Scheisse bleibt doch Scheisse, auch wenn ich das in eine schöne Verpackung packe.

Nicht alles, was zu einem bestimmten Zeitpunkt als "Scheisse" eingestuft wird, weil es sich zum betreffenden Zeitpunkt nicht veräussern lässt, ist auf alle Zeiten wertlos und unveräusserbar. Scheisse ist wie alles relativ.  ;) Mit dem Stabiliserungsfond (sowas wie die Bad Bank) der UBS z.B. fährt die Schweizer Nationalbank (die den "Müll" übernommen hat) bis jetzt in der Tat Gewinne ein.
(Z. B. 1. Quartal 2010: http://www.snb.ch/de/mmr/reference/pre_20100514/source/pre_20100514.de.pdf)

Wenn man hofft, dass die Papiere irgendwann wieder steigen, hätten die Banken die doch behalten können.
Verstehe ich nicht ?

Jochen
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Oktober 08, 2010, 11:14:29
Ja. Das Problem war halt weniger, dass die Banken wegen der Papiere untergehen würden, sondern dass zu viele nicht daran glaubten, dass die Banken nicht untergehen würden, wenn sie die Papiere behalten.  :) Soviel zum Unterschied zwischen real existierender und herbei gehypter Krise. Wie alles ist auch eine Krise relativ.  ;)
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 08, 2010, 13:22:13
Naja. Wenn ich nicht weiß, wie viele notleidende Kredite noch hat, und wie schlimm sie drinhängt, warum soll ich ihr noch vertrauen? Bonität geht flöten, mit allen Folgen. Wäre die Krise dann nicht noch viel schlimmer geworden und hätte den „Hype“ übererfüllt?
Ich weiß es nicht!

Eine Bad Bank hat halt einfach den längeren Atem. Und Kernpunkt sind ja wohl meistens die Staatsgarantien, die man der Stammbank so einfach nicht geben könnte. Also schon ein äußrst fragwürdiges Unterfangen insgesamt.

Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 17, 2010, 18:09:51
Immobilienkrise -> Bankenkrise -> Rezession -> Staatschuldenkrise -> Währungstrouble -> zurück auf Anfang?

In den USA zeichnet sich womöglich ein Desaster ab. Und zwar mussten viele Banken die Immobilien-Zwangsversteigerungen stoppen, weil Prozedere und Besitzverhältnisse oft zu rechtlichen Problemen führten. Das will man zwar sehr schnell regeln, aber so recht glaubt Niemand daran.
Wie kann es sein, dass man nicht glasklar beweisen kann, wem das Haus gehört? Versager an allen Ecken und Enden. Nun droht das totale Chaos.

Um das einzuschätzen: Zwangsversteigerungen machen derzeit 24% der Immobilienverkäufe aus!

http://www.sueddeutsche.de/geld/usa-zwangsversteigerungen-haeuserkampf-1.1012637
http://www.zeit.de/wirtschaft/2010-10/immobilien-usa-versteigerung
http://www.wiwo.de/finanzen/zwangsversteigerungen-droht-stillstand-444053/
(Dreimal fast das Gleiche, nur damit Ihr wisst es stimmt. :)

Und Bernanke will noch mal 500 Milliarden Staatspapiere aufkaufen, weil der Dollar ist eh nur noch Spielgeld oder wie?
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Oktober 17, 2010, 20:27:39
Hört sich ja alles ganz toll an. Das blöde ist nur, dass man hilflos zum Zuschauer degradiert wird, im Spiel der Mächtigen und wenn es in die Hose geht, selbstverständlich die Zeche zahlt. Ich finde das zum Kotzen!
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Oktober 18, 2010, 20:17:39
Ich suche immer noch den Artikel der diese Argumente Schritt für Schritt und für mich verständlich wiederlegt:
http://derstandard.at/1285200656759/derStandardat-Interview-Banken-erfinden-Geld-aus-Luft
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Thyrfing am Oktober 18, 2010, 21:38:26
Ich suche immer noch den Artikel der diese Argumente Schritt für Schritt und für mich verständlich wiederlegt:
http://derstandard.at/1285200656759/derStandardat-Interview-Banken-erfinden-Geld-aus-Luft

Vielleicht hilft dir dieses Buch, dein Gefühl zu verstärken...

http://www.audible.de/adde/store/product.jsp?BV_UseBVCookie=Yes&productID=BK_ADKO_000655DE
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 19, 2010, 14:44:17
Ich suche immer noch den Artikel der diese Argumente Schritt für Schritt und für mich verständlich wiederlegt:
http://derstandard.at/1285200656759/derStandardat-Interview-Banken-erfinden-Geld-aus-Luft

Endlich mal eine kurzfristige nachprüfbare Prognose, wann das Haus zusammenbricht  ;D

Jochen
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 19, 2010, 16:38:13
Jedenfalls weiß ich echt nicht mehr wem oder was ich glauben soll. Die großen Entscheider schichten derzeit ja (angeblich) massiv auf Aktien um, weil es stur nach oben geht.
Gold (und andere Rohstoffe) bleibt derweil sauteuer, nur gedämpft durch den Verfall des Dollars.
Anleihen haben auch sehr gute Gewinne beschert.
Die Inflation bleibt weitgehend aus. Die FED sieht nach wie vor eher Deflationsgefahr und pumpt weiter Geld ins marode System, während die Politik vorgibt man sei an einem starken Dollar interessiert.
Wenn man mal bedenkt das Anfang der Siebziger Jahre jeder Dollar noch mit Gold gedeckt war und wo wir heute stehen, nämlich bei aberwitzigen Zahlen, die mit absolut nichts hinterlegt sind, könnte man schon in Panik verfallen.
Dann aber siegt die Gier weil man wenigstens bei der letzten Blase endlich mal mitverdienen will? Bzw. man denkt sich es wird schon irgendwie gutgehen… hat's ja immer (eigentlich nicht, aber das hat man vergessen).

Was soll man nur machen mit seinem Geld? Wenn man denn noch welches hat? Alpacas züchten? (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/wirtschaftsfaktor-alpakas-in-deutschland-das-gold-der-inkas-1.1008641)
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Oktober 24, 2010, 16:17:11
Ich suche immer noch den Artikel der diese Argumente Schritt für Schritt und für mich verständlich wiederlegt:
http://derstandard.at/1285200656759/derStandardat-Interview-Banken-erfinden-Geld-aus-Luft

Vielleicht hilft dir dieses Buch, dein Gefühl zu verstärken...

http://www.audible.de/adde/store/product.jsp?BV_UseBVCookie=Yes&productID=BK_ADKO_000655DE

Verschwörungsgefühlen hänge ich eigentlich weniger an. In dem Interview werden ja auch ein paar SachArgumente genannt. Da würden mich GegenArgumente interessieren.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 24, 2010, 17:13:08
Einfacher wäre es sicherlich der Interviewte würde selbst einmal seine Behauptungen mehr unterfüttern, was ein vernünftiger Befrager auch erreicht hätte.
Setzen die Banken wirklich einfach die Zahlen hoch wie es ihnen passt? Ich glaube ja wohl eher nicht, aber gut, ich hab' nie zugeschaut. Das wird alles immer nur so angerissen, da wüsste ich immer gerne mehr, dann könnte man auch mal Jemanden fragen ob das so stimmt oder selbst nachprüfen.
Wie war das bei Akte X? I want to believe!
Und das ist wohl auch das Motto aller Ökonomen.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am November 03, 2010, 20:28:44
Jetzt wird noch mehr Geld ins System gepumpt  via FTD (http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:quantitative-lockerung-fed-flutet-den-markt-mit-600-mrd-dollar/50190548.html). Da wird einem ja schwindelig!
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am November 17, 2010, 18:11:38
Ich suche immer noch den Artikel der diese Argumente Schritt für Schritt und für mich verständlich wiederlegt:
http://derstandard.at/1285200656759/derStandardat-Interview-Banken-erfinden-Geld-aus-Luft

Hier hat sich einer erbarmt, aber das mit dem Schritt für Schritt üben wir noch, ja?
http://derstandard.at/1285200835877/Der-Professor-als-Phantast
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: MacFlieger am November 18, 2010, 09:16:11
Hier hat sich einer erbarmt, aber das mit dem Schritt für Schritt üben wir noch, ja?

Hat er das wirklich widerlegt?
Im Prinzip schreibt er doch nur, dass er die mathematischen Begründung mangels Fachwissen nicht versteht, aber da das System schon lange so läuft, es nicht falsch sein kann.
Für mich keine wirklich relevante Widerlegung.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am November 18, 2010, 13:13:04
Man kann es aber auch anders sehen: Warum widerlegen? Hat nicht Derjenige, der solche vogelwilde Thesen - zumindest widersprechen sie dem bisherigen Verlauf - die Pflicht diese viel stärker zu untermauern?
Und welche Beweise ausser den vergangenen Entwicklungen soll man denn heranziehen? Es gibt sie nicht! Noch mal: Ökonomie ist keine exakte Wissenschaft wie Physik oder Mathematik.

Zum anderen bin ich der Meinung, dass man sich der Sache nicht ausschließlich über das Internet nähern sollte, wo Extremmeinungen leider weit überproportional vertreten sind. Allerdings fehlt mir auch sehr so etwas wie ein Kompass bei Buch und Zeitungen. Da gibt es auch sehr viel abgefahrenes.
In einem bin ich aber ganz sicher: Niemand kann die Zukunft vorhersagen und wer's doch tut braucht sich nicht wundern wenn ihn Niemand ernst nimmt. Das dann der Eine oder Andere recht behalten hat/wird, ist natürlich nicht auszuschließen.

Wahrlich ich sage Euch: Gold kann man nicht essen.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: MacFlieger am November 18, 2010, 13:52:47
Eigentlich wollte ich mich aus der Diskussion ja 'raus halten, daher nur ein kleiner Einwurf.

Man kann es aber auch anders sehen: Warum widerlegen? Hat nicht Derjenige, der solche vogelwilde Thesen - zumindest widersprechen sie dem bisherigen Verlauf - die Pflicht diese viel stärker zu untermauern?

Ich will nicht sagen, dass er Recht oder Unrecht hat. Dazu habe ich die Thesen selber nicht ausreichend geprüft. Aber zu dem "Widerleger" habe ich eine klare Meinung.
Soweit ich das verstanden habe, hat er seine Thesen doch relativ ausführlich dargelegt und untermauert. Jetzt hinzugehen und zu sagen, ich habe keine Ahnung von Mathematik und kann die Begründung nicht verstehen und daher müssen die falsch sein, halte ich für indiskutabel.
Und ob der bisherige Verlauf seinen Thesen widerspricht, weiß ich auch nicht. Geldsysteme sind oft genug gewechselt worden.

Zitat
Und welche Beweise ausser den vergangenen Entwicklungen soll man denn heranziehen? Es gibt sie nicht! Noch mal: Ökonomie ist keine exakte Wissenschaft wie Physik oder Mathematik.

Genau deshalb meine Abneigung zu solchen Diskussionen. Natürlich kann man keine exakten Voraussagen machen nach dem Motto "In genau x Jahren kommt der Zusammenbruch." Klar hat er solche provokanten Äußerungen auch gemacht, aber ich denke, der Kern der Thesen liegt an einer anderen Stelle, nämlich der langfristigen Entwicklung. Und dort kann man schon mit mathematischen Modellen zeigen, wohin etwas führt. Exponentielles Wachstum ist auf Dauer nicht möglich. Wann genau ein exponentielles Wachstum zusammenbricht oder an Grenzen stößt, darüber kann man diskutieren. Aber das es das irgendwann tut, ist klar.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am November 18, 2010, 18:52:03
Ich wollte auch nicht den „Widerleger“ verteidigen. Ich frage nur ob eine Widerlegung oder der Versuch dazu überhaupt sinnvoll ist.
In den letzten Jahren habe ich wirklich viel gelesen - schlauer bin ich nicht.

Die These zur Endlichkeit des Wachstums hast Du schon mehrfach gebracht und aus dem Bauch heraus stimme ich zu, ist ja saubere Wissenschaft und verständlich für wirklich Jeden. Aber ein Optimist würde sicher sagen, das unser System ewig bestehen kann, schließlich ist nach Einstein die menschliche Dummheit unendlich. Ich würde aber hinzufügen wollen: Auch die Phantasie und die Wünsche.
Wenn wir mal unser eigenes Konsumverhalten ausleuchten - nur einen Bruchteil davon braucht man wirklich. Große Teile der Wirtschaft befriedigen nur Träume vom guten Leben ohne es zu geben.
Und wenn das Öl, das Lithium aus ist, wird eben Wasser für hundertvierundzwanzig Euro den Liter verkauft. (http://best-of-luxus.de/tag/teuerste-mineralwasser)

Will sagen: Vermehrung der Geldmenge bedeutet nicht automatisch mehr Ressourcenverbrauch.
Aber das Zeitalter der Rohstoffknappheit hat in der Tat schon begonnen und stellt uns vor riesige Probleme. Die Erde wird allmählich zu knapp für uns. Auf zu den Sternen.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Dezember 07, 2010, 14:18:21
USA: Eben hat noch eine überparteiliche Kommission dramatische Änderungen zur Sanierung der Staatsbilanzen gefordert, doch schon kommt die politische Wahrheit ans Licht: Das ist nicht zu machen.
Die Republikaner bekommen doch noch ihren Steuerrabatt für +250000-Dollar-Gehälter verlängert, dafür die Demokraten längere Zahlungen an Langzeitsarbeitslose.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/usa-steuergeschenke-fuer-reiche-obama-knickt-ein-1.1033005

Man gibt also mehr Geld aus und nimmt dafür weniger ein. Klar, warum auch nicht bei diesen Überschüssen…  :P
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Dezember 08, 2010, 22:52:59
Das Spiel €CONOMIA erläutert in vereinfachender Form die Funktionsweise der Geldpolitik. Es spiegelt nicht zwangsläufig die Ansichten der Europäischen Zentralbank oder einer sonstigen Zentralbank des Euroraums:
http://www.ecb.int/ecb/educational/html/index.de.html
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Dezember 29, 2010, 14:00:31
vom Geld:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33921/1.html
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33922/1.html
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Dezember 29, 2010, 14:28:09
Alles auf Anfang? Zertifikate wieder sehr beliebt:
http://www.sueddeutsche.de/geld/geldanlage-zertifikate-der-trotzdem-boom-1.1040802

Ist alle Angst verflogen? Scheinbar nicht, denn wo galoppiert der Goldpreis wohl noch hin? Der IWF hat jetzt verkündet seinen Goldverkauf für heuer abgewickelt zu haben. Das waren 400 Tonnen! Dem Goldpreis hat's  höchstens etwas gebremst. Gleichzeitig laufen die Aktien sehr gut und auch sonst fast alles. Blase, Blase, an der Wand, wann wirst Du als Blase erkannt?
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Januar 30, 2011, 20:04:03
Interview mit dem Doktorvater von Josef Ackermann:
http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-01/interview-binswanger?page=all
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Januar 31, 2011, 00:48:39
Was ist eigentlich eine Steueroase? Und welche Bedeutung haben sie wirklich?
Gar nicht so einfach! Die, wie ich meine, absolute Pflichtsendung „Mit offenen Karten“ erläutert in der aktuellen Ausgabe das Problem. Auf Arte +7:
http://videos.arte.tv/de/videos/mit_offenen_karten-3665962.html
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Januar 31, 2011, 20:05:27
Ohje, ohje, das ist aber ein ziemliches G20 Propaganda-Elaborat.  ::)
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Februar 01, 2011, 16:47:08
Deine Einschätzung kann ich nicht nachvollziehen. Vielmehr wird doch deutlich gemacht, wie schwierig die Einstufung von Ländern ist, wer diese vornimmt, und warum. Ebenso die massive Bedeutung für die Weltwirtschaft, die diese Länder bzw. Methoden mittlerweile haben.
Freilich, wenn man will, dann kann man „Propaganda“ finden, denn tatsächlich heißt es dort etwa es ei „moralisch verwerflich“ sein  Geld ins Ausland zu schaffen um die Steuer des Heimatlandes nicht zu entrichten. Wenn Du das nicht so siehst, ist das für mich auch okay.  ;)
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Februar 01, 2011, 23:25:59
Deine Einschätzung kann ich nicht nachvollziehen. Vielmehr wird doch deutlich gemacht, wie schwierig die Einstufung von Ländern ist, wer diese vornimmt, und warum. Ebenso die massive Bedeutung für die Weltwirtschaft, die diese Länder bzw. Methoden mittlerweile haben.

Deutlich gemacht, wie Du schreibst, wird in dem Film meines Erachtens gar nichts. Oder allerhöchstens, dass es unterschiedliche Listen von Ländern gibt, die (aus nicht näher erläuterten Gründen) von (nicht näher erläuterten Organisationen) auf gewisse Listen gesetzt worden sind.
Die Begriffe Steueroase, Steuerparadies und Offshore-Finanzplatz werden beliebig als Synonyme ausgetauscht. Ausser einer doch ziemlich fragwürdigen 4-Punkte-Definition einer "Steueroase" wird nicht darauf eingegangen, welche Praktiken und Gegebenheiten denn nun eine Steueroase, ein Steuerparadies oder Offshore-Finanzplatz ausmacht und vor allem, was sie schädlich macht. Gleichwohl operiert man in Beispielen (z.B. bezüglich der Direktinvestitionen aus und nach Frankreich, die über "Offshore-Zentren" fliessen) plötzlich mit irgendwelchen Zahlen, ohne jegliche Anhaltspunkte, mit welchen Definitionen beim Ermitteln dieser Zahlen gearbeitet wurde.

Ganz generell wird im ganzen Film kein Wort über die Praktiken verloren, die schädlich sein sollen. Geschweige denn würde erläutert, wieso und wofür sie schädlich sein sollen. Und wer sie praktiziert. Angeklagt werden ständig nur Steueroasen, Steuerparadiese und Offshore-Finanzzentren. Nicht gewisse Praktiken sind allenfalls Schuld an der Finanzkrise. Es sind die Steueroasen, denen zumindest eine Mitschuld nachgesagt werde. Nie wieso einer Schuld sein soll. Sondern immer nur wer Schuld sein soll. Und in den Beispielen und Grafiken nutzt man immer wieder die Gelegenheit, diese Schuldigen darzustellen. Die sich ja zwar nicht so genau definieren lassen. Aber darstellen und in Beispielen nutzen kann man sie ja trotzdem. So hat man sublim seine Botschaft platziert und kann trotzdem alles abstreiten. Man hat ja schliesslich erwähnt, die seien nicht so genau definierbar...

Informationen werden mit dem Film letztlich keine vermittelt. (Oder wer, bitteschön, weiss nach dem Anschauen mehr, als er vorher gewusst hat?) Es wird nur unterschwellig das Bild vermittelt, die armen, harmlosen Grossen litten wie an einer Krankheit an dem kleinen Gesocks, das sich da wie Masern durch kleine rote Punkte auf der Landkarte manifestiert. Und zu dem man dann, je nach politisch gerade vorhandenem Bedarf, flexibel mal ein paar Punkte mehr oder weniger dazu zählen kann. Je nach dem, wie man es für seine Machtpolitik halt gerade braucht.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Februar 02, 2011, 20:37:09
Wie jetzt?  (http://www.n-tv.de/wirtschaft/kolumnen/Finanzkrise-der-reinste-Terror-article2511161.html) Kann doch nicht wahr sein, oder? Quelle n-tv
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Dale am Februar 02, 2011, 21:18:48
Wie jetzt?  (http://www.n-tv.de/wirtschaft/kolumnen/Finanzkrise-der-reinste-Terror-article2511161.html) Kann doch nicht wahr sein, oder? Quelle n-tv

Anders wäre folgende Entwicklung auch nicht zu rechtfertigen: New Yorker Banker verdienen besser denn je (http://www.sueddeutsche.de/geld/wall-street-banken-rekordgehaelter-eure-armut-kotzt-uns-an-1.1054325)
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Februar 03, 2011, 01:20:03
Also, danke für die Erklärung. Teilen kann ich Deine Ansicht nur sehr eingeschränkt.

Deutlich gemacht, wie Du schreibst, wird in dem Film meines Erachtens gar nichts. Oder allerhöchstens, dass es unterschiedliche Listen von Ländern gibt, die (aus nicht näher erläuterten Gründen) von (nicht näher erläuterten Organisationen) auf gewisse Listen gesetzt worden sind.

Das ist doch genau der Punkt. Eine gewisse Beliebigkeit dieser Listen wird nicht nur angedeutet.

Zitat
Die Begriffe Steueroase, Steuerparadies und Offshore-Finanzplatz werden beliebig als Synonyme ausgetauscht. Ausser einer doch ziemlich fragwürdigen 4-Punkte-Definition einer "Steueroase" wird nicht darauf eingegangen, welche Praktiken und Gegebenheiten denn nun eine Steueroase, ein Steuerparadies oder Offshore-Finanzplatz ausmacht und vor allem, was sie schädlich macht.

Man muss natürlich bedenken, dass die Sendung mit ihren 15 Minuten ganz generell nur einen Themenüberblick bieten kann und will. Man kann vielleicht sagen, dass dies dem Thema nicht gerecht wird. Aber das macht sie doch nicht gleich zur Propaganda.

Zur Schädlichkeit werden doch Punkte genannt: Intransparenz, entgangene Steuereinnahmen.
Gleichzeitig wird deutlich, welche Bedeutung diese Transaktionen für manche unterentwickelte Länder und den weltweiten Handel haben. Was man ja auch positiv sehen kann.


Zitat
Ganz generell wird im ganzen Film kein Wort über die Praktiken verloren, die schädlich sein sollen.Geschweige denn würde erläutert, wieso und wofür sie schädlich sein sollen.

Waschung von Drogengeldern, Steuerflucht, uneinsehbare Transaktionen an allen Kontrollen vorbei… braucht es noch mehr?

Zitat
Und wer sie praktiziert. Angeklagt werden ständig nur Steueroasen, Steuerparadiese und Offshore-Finanzzentren. Nicht gewisse Praktiken sind allenfalls Schuld an der Finanzkrise. Es sind die Steueroasen, denen zumindest eine Mitschuld nachgesagt werde.

Da allerdings musste ich auch grübeln. Das hatte ich so noch nicht gelesen.

Zitat
Nie wieso einer Schuld sein soll. Sondern immer nur wer Schuld sein soll. Und in den Beispielen und Grafiken nutzt man immer wieder die Gelegenheit, diese Schuldigen darzustellen. Die sich ja zwar nicht so genau definieren lassen. Aber darstellen und in Beispielen nutzen kann man sie ja trotzdem. So hat man sublim seine Botschaft platziert und kann trotzdem alles abstreiten. Man hat ja schliesslich erwähnt, die seien nicht so genau definierbar...

Verstehe ich nicht.
Es geht doch im beinahe gesamten Beitrag um die Entwicklung der Definition und Diskussion.
Die Punkte, die Dich so stören, sind nun mal der Präsentation geschuldet. Mit offenen Karten heißt wegen der Karten so.
Ich finde auch den Vorwurf man wolle eine „Botschaft platzieren“ leicht irritierend. Gerade wenn Du andererseits sagst, man erführe nichts neues.

Nun gut. Ich hab's v.a. auch verlinkt, weil es mal eine ungewöhnlichere Folge war. In der Tat ist die Präsentationsform für andere Dinge besser geeignet. Andererseits habe ich persönlich so einen Überblick noch nie gesehen. So war mir z.B. nicht wirklich bewusst, wie sehr diese Listen doch beliebig sind.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Februar 03, 2011, 19:44:17
Das ist doch genau der Punkt. Eine gewisse Beliebigkeit dieser Listen wird nicht nur angedeutet.
Den Punkt des Films sehe ich nicht darin, aufzuzeigen, dass bisherige Listen beliebig waren. Die Kriterien, die zur Generierung der Listen herangezogen wurde, werden ja mit keinem Wort erwähnt. Der Punkt des Films ist doch primär, den Link in den Köpfen der G20-Bürger "Steueroase = böse" zu festigen und dabei den Begriff Steueroase möglichst schwammig zu halten, so dass das rufschädigende Etikett "Steueroase" den Staaten im Visier der G20 angehängt werden kann, ohne dass sich diese auf konkrete Sachverhalte beziehend wehren könnten.
Definiert wird das Etikett nicht. Aber umgehängt wird es.

Zitat
Man muss natürlich bedenken, dass die Sendung mit ihren 15 Minuten ganz generell nur einen Themenüberblick bieten kann und will.
Natürlich kann man in 15 Minuten keine komplette Abhandlung abliefern. Wenn man sich aber 15 Minuten einem Thema widmet, dann dürfte man von einer "Pflichtsendung" wohl schon erwarten, dass sie erklärt, worum es sich beim porträtierten Etwas überhaupt handelt.

Zitat
Zur Schädlichkeit werden doch Punkte genannt: Intransparenz, entgangene Steuereinnahmen.
Meine Aussage bezog sich auf die Praktiken. Nicht auf die Steueroase, die ja eben gar nicht definiert ist. Welche Praktiken eines Landes/Gebietes machen dieses Land/Gebiet zu etwas Schädlichem? Das wäre doch die Kernfrage. Erst wenn die geklärt ist, kann man dazu übergehen nachzuschauen, wo diese Praktiken existieren. Wenn man die Etiketten definiert hat, kann man sie umhängen. Nicht vorher.

Zitat
Zitat
Ganz generell wird im ganzen Film kein Wort über die Praktiken verloren, die schädlich sein sollen.Geschweige denn würde erläutert, wieso und wofür sie schädlich sein sollen.

Waschung von Drogengeldern, Steuerflucht, uneinsehbare Transaktionen an allen Kontrollen vorbei… braucht es noch mehr?
Auch hier hast mich anscheinend gänzlichst falsch verstanden. Mir geht es um die Praktiken, die ein Land/Gebiet zur Steueroase machen. Und sie von den "Guten" unterscheiden. Also Praktiken, die eine Steueroase ausmachen und von "guten" Staaten nicht angewendet werden.
Oder definiert sich eine Steueroase einfach nur dadurch, dass sie kleiner, agiler und dadurch erfolgreicher das selbe macht, wie die "Grossen"? Wenn nicht, muss es doch irgendwelche Kriterien/Praktiken geben, die eine Steueroase zur Steueroase machen.

Würde dies behandelt und auf Karten aufgezeigt, wer wie handelt, dann würde mit offenen Karten gespielt. Aber ständiges Darstellen von Ländern aufgrund von schwammigen, schummrigen Begriffen, hat nach meinem Verständnis nichts mit offenen Karten zu tun und muss sich den Vorwurf der Manipulationsabsicht gefallen lassen.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Februar 03, 2011, 23:04:27
warlord, die Sendung wird u. a. mit diesem Text angekündigt:
MIT OFFENEN KARTEN zeigt auf, wie relativ der Begriff „Steuerparadies“ ist

Wenn man das zeigen möchte, würde ich auch nicht als erstes den Begriff glasklar definieren. :)  Es wird doch gesagt der Begriff sei "unklar" und jeder Staat der höhere Steuern hat könne den mit den niedrigeren als Steueroase bezeichnen. (ca. 2:20)

Die Sendung nennt die Organisationen die das Etikett Steueroase vergeben haben. Das finde ich nicht manipulativ sondern ausreichend seriös. Vergleiche: "Der ADAC stuft 8 von 152 Tunneln als Unfallparadies ein." Hier werden die Kriterien des ADAC ebenfalls nicht genannt. Das ist eine zulässige journalistische Verkürzung.

Sicher der 12:15 lange Beitrag ist nur ein InfoBröckchen, aber das ist mehr als man von den meisten anderen Fernsehbeiträgen sagen kann.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Februar 04, 2011, 07:43:52
Tja, vielleicht bin ich als Fernseh-Abstinenter dann einfach zu wenig abgestumpft gegenüber solchem Mist. Wenn das überdurchschnittlich seriöse und informative Berichterstattung ist, dann bestärkt mich das einmal mehr darin, meine Informationen vorwiegend aus anderen Medien zu beziehen.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 08, 2011, 21:29:31
Eine Ratingagentur hat gestern die Rückzahlungswahrscheinlichkeit von griechischen Staatskrediten drastisch auf 80 % herabgestuft. Ägypten steht im Ranking besser. Wieso wird die RatingAgentur ernst genommen?  ???
http://www.nzz.ch/magazin/unterhaltung/spielrezensionen/in_athen_liegen_die_nerven_blank_1.9805441.html
http://www.fr-online.de/wirtschaft/klares-signal/-/1472780/7770224/-/index.html
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 10, 2011, 22:36:53
Eine Ratingagentur hat gestern die Rückzahlungswahrscheinlichkeit von griechischen Staatskrediten drastisch auf 80 % herabgestuft. Ägypten steht im Ranking besser. Wieso wird die RatingAgentur ernst genommen?  ???

Meinst Du Griechenland hätte nicht herabgestuft werden sollen oder das sie zu wenig oder zu spät herabstuften? Wenn Ersteres, würde ich Dir widersprechen, aber das wollte ich erst abklären bevor ich einen längeren Beitrag schreibe. :)
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 10, 2011, 22:59:58
Die letzte politische Umwälzung in Griechenland ist, im Gegensatz zu Ägypten, 37 Jahre her. Griechenland hat ungefähr die Wirtschaftskraft von Hessen, wird aber von der wirtschaftlich ungefähr 50 mal größeren EU finanziell gestützt. Wieso soll da die Kreditausfallwahrscheinlichkeit schlechter sein, als bei ägyptischen Staatskrediten? Leuchtet mir nicht ein. Verstehe ich nicht.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 10, 2011, 23:48:11

Ägypten wurde Ende Januar erst eine Stufe runtergesetzt, aber rangiert tatsächlich drei Stufen über Griechenland. Auf Anhieb macht das für mich Sinn. Ich will jetzt nicht groß recherchieren, aus der Hüfte:

Ägypten hat:
a) eine junge, wachsende Bevölkerung
b) immerhin gewisse fossile Energiereserven und deutlich mehr Geldreserven (über 40% der Auslandsschulden, Griechenland: weit unter 10%)
c) V.a. aber eine eigene Währung, die sie manipulieren können! Natürlich auch ein Risiko für den Anleger, aber besser als ein Ersterben unter einer viel zu harten Währung.


Griechenland wird seine Schulden ohne Hilfe niemals zurückbezahlen können, da sind wir uns wohl einig. Da können sie auch Lob für ihre rigiden Reformen bekommen. Die reichten erstens selbst dann nicht aus, wenn alle Forderung von EU und IWF umgesetzt würden. Und außerdem würgen sie auch noch die Wirtschaft ab.

M.m.n. ist weiterhin Fakt: Entweder Griechenland verlässt den Euro oder die anderen Euro-Länder müssen das Loch stopfen. Und das ist dann nicht das 50fach-größere Europa, sondern im wesentlichen Deutschland und Frankreich.
Nur besteht halt die Gefahr, dass nicht nur Griechenland fällt, dann ist auch Europa überfordert.

Wie wir Bürger vermissen die Anleger eine Antwort auf die Frage, wie sich Griechenland aus dieser Lage befreien will.

Und noch was: In Ägypten gab es keine Umwälzung. Der Staat ist vollständig handlungsfähig. Und in Griechenland gibt es auch viele, auch gewalttätige, Demonstrationen und terroristische Zellen. 
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 11, 2011, 13:09:28
... oder die anderen Euro-Länder müssen das Loch stopfen. Und das ist dann nicht das 50fach-größere Europa, sondern im wesentlichen Deutschland und Frankreich.

Frankreich und Deutschland machen ja zusammen auch etwa die Hälfte dieses 50-fach aus.

Zitat
Wie wir Bürger vermissen die Anleger eine Antwort auf die Frage, wie sich Griechenland aus dieser Lage befreien will.

Ja, aber wird die nicht auch genauso anderswo, zum Beispiel bei Deutschland, Italien oder Kalifornien vermisst? Warum senkt die Ratingagentur die Bewertung für Griechenland diese Woche plötzlich und stark um 3 Stufen von schlecht auf Ramsch? Und warum vorher nicht? Verstehe die Systematik nicht.

Zitat
In Ägypten gab es keine Umwälzung.

In meiner Zeitung stand irgendwas von Revolution und Vertreibung des Diktators.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 11, 2011, 16:53:51
Frankreich und Deutschland machen ja zusammen auch etwa die Hälfte dieses 50-fach aus.

Dann ist's noch das 25fache? Und die beiden Länder sind nicht, wie alle anderen, selbst reichlich verschuldet?
V.a. aber weiß ja nicht, ob sie am Ende wirklich bezahlen werden wollen.  Das Zögern von Frau Merkel kennen die Märkte schon zu Genüge.

Zitat
Ja, aber wird die nicht auch genauso anderswo, zum Beispiel bei Deutschland, Italien oder Kalifornien vermisst? Warum senkt die Ratingagentur die Bewertung für Griechenland diese Woche plötzlich und stark um 3 Stufen von schlecht auf Ramsch? Und warum vorher nicht? Verstehe die Systematik nicht.

Da würde ich auch Kritik ansetzen, es war zu plötzlich und drastisch.

Wie genau die Ratings entstehen, weiß wohl Niemand. Ich fürchte selbst die Agenturen selbst nicht mehr, es ist alles ein Algorithmus, genau wie an der Börse.

Ich persönlich finde die Einstufungen sowieso alle zu positiv. Würde auch keine deutsche Zehnjahresanleihe für 3.2% kaufen.  

Zitat
Zitat
In Ägypten gab es keine Umwälzung.

In meiner Zeitung stand irgendwas von Revolution und Vertreibung des Diktators.

[/quote]

Ich meinte: Vorher regierte in Wirklichkeit das Militär. Daran hat sich bis jetzt nichts geändert. Ein Umsturz sieht für mich anders aus.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 23, 2011, 12:29:06
Eben wurde ja der offizielle Rettungsfond beschlossen bzw. aufgestockt, Deutschland zahlt 22 Mrd. in den nächsten Jahren direkt ein, rund 170 Mrd. übernimmt man als Bürgschaften.
Österreich zahlt 2,2 Mrd. direkt und übernimmt ~17 Mrd. an Garantien.

Ganz schön heftig, dass ist doch hoffentlich alles.

Von wegen! 6,24 Minuten lang erklärt Plusminus (http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/432744_plusminus/6781402_europ-ische-schuldenkrise--f-r-wie-viele-kredite-m-) (leider nur Flash) noch zwei anderen Mechanismen, wie schon länger Schuldenlöcher vorübergehend zugeschüttet werden, und bei Ausfall natürlich den Steuerzahler belasten werden.
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am März 23, 2011, 20:13:18
Von wegen! 6,24 Minuten lang erklärt Plusminus (http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/432744_plusminus/6781402_europ-ische-schuldenkrise--f-r-wie-viele-kredite-m-) (leider nur Flash) noch zwei anderen Mechanismen, wie schon länger Schuldenlöcher vorübergehend zugeschüttet werden, und bei Ausfall natürlich den Steuerzahler belasten werden.

Wunderschön  >:( Wie lange wird es wohl noch dauern, bis uns der Euro um die Ohren fliegt?
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 26, 2011, 09:16:25
Fand ich lesenswert:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34405/1.html
Titel: Re:Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 31, 2011, 00:22:39
Die US-Politik brütet derzeit über die Einführung von Covered Bonds.
Das könnte man als Pfandbrief übersetzen, und ich würde fast wetten, die werden auch so unter die Leute gebracht: „Quasi wie der deutsche Pfandbrief“, „US-Pfandbrief“, etc.
So wie's ausschaut, sind die Regeln aber nicht annähernd so streng wie in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern.
Das Risiko wird also wohl höher sein, dass sollte man schon mal wissen.

Sollte die Gesetzgebung in den USA doch anders ausgehen, werde ich es natürlich kundtun. Ich fürchte aber, hier soll den klammen Banken ein neues Verkaufsobjekt für den sicherheitsbewussten Kunden in die Hand gegeben werden, das nicht hält, was es verspricht.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am April 03, 2011, 13:03:17
Die aktuelle Haftungssumme Deutschlands für den Euro hat ungefähr die Höhe eines Bundesjahreshaushaltes:

   (http://polpix.sueddeutsche.com:80/polopoly_fs/1.1080433.1301672640!/image/image.jpg_gen/derivatives/860x860/image.jpg)
http://www.sueddeutsche.de/geld/2.220/rettungsschirm-fuer-den-euro-tickende-zeitbombe-1.1080370
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am April 03, 2011, 17:40:21
Hatte ich gestern auch gelesen und dachte schon, die SZ-Redaktion wäre endlich aus dem Euro-Wahn erwacht, aber es ist ein Gastartikel von Hans-Werner Sinn. :)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am April 03, 2011, 18:43:19
Laut FTD (http://www.ftd.de/politik/europa/:schuldenkrise-iwf-gibt-griechenland-offenbar-verloren/60033907.html) sieht der IWF Griechenland am Ende und eine Umschuldung als unvermeidlich an.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am April 14, 2011, 21:19:32
http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2010/06/warum-reguliert-man-eine-bank-eine-oekonomische-analyse/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 08, 2011, 18:58:53
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Gründe für die weitgehende Folgenlosigkeit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007-10 erstens in globalpolitischen Zusammenhängen (u.a. der Aufstieg Chinas mittels "neoliberalem" Kapitalgebrauch); zweitens im Wesen der spekulativen Vernunft der Moderne; und drittens im grundlegenden Charakter der US-Schuldenkultur als personalkreditzentrierter Zukunfts-Antizipationskultur bestehen, die im Unterschied zu Europa das spekulative Prinzip in ihrem Zentrum trägt:
http://www.heise.de/tp/druck/mb/artikel/34/34509/1.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 17, 2011, 08:03:58
Hans Werner Sinn (IFO): offizielle Angabe der deutschen
StaatsVerschuldungs massiv falsch:
http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/ifo-praesident-sinn-deutsche-defizitquote-geschoent-466191/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Mai 17, 2011, 08:40:12
Hans Werner Sinn (IFO): offizielle Angabe der deutschen
StaatsVerschuldungs massiv falsch:
http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/ifo-praesident-sinn-deutsche-defizitquote-geschoent-466191/

Ach ... der Herr Sinn ist genau so klug wie wir ;-)

http://www.apfelinsel.de/forum/index.php/topic,2385.msg62622.html#msg62622

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Mai 17, 2011, 09:34:42
Ach ... der Herr Sinn ist genau so klug wie wir ;-)

Er wird aber öfter gefragt als wir und traut sich nicht zu sagen: Ich weiß es nicht!
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 30, 2011, 17:58:32
Bitcoin - eine Internetwährung, open source, anonym, gebührenfrei:
http://www.handelsblatt.com/technologie/it-tk/it-internet/digitale-schatten-waehrung-wertet-massiv-auf/4234332.html?p4234332=all
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 15, 2011, 23:21:28
Auch Bitcoin hat seine Nachteile:
http://www.heise.de/open/meldung/Bitcoin-Diebstahl-Eine-halbe-Million-US-Dollar-weg-1261046.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 17, 2011, 20:20:19
Die US-Börsenaufsicht SEC erwägt laut einem Zeitungsbericht Betrugsklagen gegen die großen Rating-Agenturen:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,769070,00.html
Titel: Bissl sehr [OT] Re: Bankenkrise
Beitrag von: Bonobo am Juni 18, 2011, 00:25:13
Ich bin ja hochtonschwerhörig, ne? Hörgeräte gut und schön, sind aber bei weitem nicht so gut wie echte Ohren, zumal wenn es Hintergrundgeräusche gibt.

Zu der Zeit, als das mit der Bankenkrise frisch war, fuhr ich täglich eine Stunde zur Arbeit und eine zurück … als Nachrichtenjunkie immer mit Nachrichtensender im Radio … und musste mir dann dauernd was von »notleidenden Banden« und »Bandenkrise« und »Unterstützung für die Banden« etc. anhören … und auch als ich wusste, worum es ging, meine Ohren wollten und wollten das nicht anders hören.

(Aber ich höre auch immer wieder was von Leichenteilen auf der Autobahn, wo’s doch nur Reifenteile sind.)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 18, 2011, 12:50:15
Das hast Du schon ganz richtig verstanden.


Und wie könnte es sein, Merkel scheitert mit den deutschen Deutsche-Bank-Plänen (http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2011/0616/Griechenland.php5) zur Minimal-Bankenbeteiligung schon am lieben Nicolas, dessen Banken noch tiefer drinstecken.

Sehr interessant die Rolle der EZB. Sie schoss ja aus allen Rohren gegen alle Ideen, die Gläubiger zu beteiligen. Verständlich, hat sie doch selbst jede Menge GR-Papiere im Keller, die niemand mehr haben will.
Ob es nun sinnvoll ist oder nicht, die Gläubiger an der Lösung zu beteiligen, ist die eine Seite. Die andere, dass die EZB durch den Aufkauf der Staatspapiere nicht mehr unabhängig ist. Was den Sündenfall noch einmal deutlich macht.

Jetzt werden die europäischen Steuerzahler also noch mal 100 Mrd. locker machen müssen. Was man für insgesamt 200 Mrd. allein für Griechenland alles machen könnte!

Aber wir retten die Peripherie des Euro-Raums, gleichen weiterhin die Lebensumstände in Deutschland an, finanzieren weiter die kaputten Banken, bauen die gesamte Energieversorgung um, schaffen die große Bildungsoffensive zur Lösung der sozialen Frage und senken die Neuverschuldung bis 2016 (Bund) bzw. 2020 /Länder) auf Null, wie es die mittlerweile in der Verfassung stehende Schuldenbremse eigentlich vorsieht. Nebenher natürlich noch eine kleine Rentenerhöhung und Steuersenkung im Wahljahr 2013.
Plötzlich erscheinen mir frühere Welteroberungspläne gar nicht mehr so größenwahnsinnig.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: mathias am Juni 18, 2011, 15:00:26
Aber wir retten die Peripherie des Euro-Raums, gleichen weiterhin die Lebensumstände in Deutschland an, finanzieren weiter die kaputten Banken, bauen die gesamte Energieversorgung um, schaffen die große Bildungsoffensive zur Lösung der sozialen Frage und senken die Neuverschuldung bis 2016 (Bund) bzw. 2020 /Länder) auf Null, wie es die mittlerweile in der Verfassung stehende Schuldenbremse eigentlich vorsieht. Nebenher natürlich noch eine kleine Rentenerhöhung und Steuersenkung im Wahljahr 2013.
Plötzlich erscheinen mir frühere Welteroberungspläne gar nicht mehr so größenwahnsinnig.
Du hast die Reform des Gesundheitswesens und die Vereinfachung des Steuersystems vergessen. Außerdem die Reduzierung des CO2 Ausstoßes, den Rückbau der abgeschalteten Atomkraftwerke und das Betreiben des endgültig gefundenen Atommüll-Endlagers. Aber man kann schon etwas den Überblick verlieren, deshalb sei dir verziehen... :-*
Aber, im Falle Griechenlands/Verschuldung anderer EU-Staaten gilt wie immer im Leben: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben - das dicke Ende kommt sicher noch... 8) :o 8)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 19, 2011, 14:08:49
Und jetzt gibt es auch spezielle Bitcoin-Malware, die den Geldbeutel plündert, allerdings scheint ein Schutz vor recht einfach: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Trojaner-stiehlt-virtuelle-Waehrung-1262760.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 23, 2011, 13:12:51
Hier noch mal ein Artikel zu Bitcoin - einer der raren neuen Ideen für ein neues Geldsystem:
http://www.heise.de/tr/blog/artikel/Die-Zukunft-des-Geldes-1263026.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juni 29, 2011, 18:59:11
Griechenland 2009:

Staatsschulden in Mrd. 273,50 Mrd Euro
Staatlicher Schuldenstand im Verhältnis zum BIP 115 %
Staatlicher Schuldenstand pro Einwohner 24280 Euro

Aus http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsschulden

Nach 100 Mrd Kreditzusage heute:

Griechenland 2011

Staatsschulden in Mrd. 373,50 Mrd Euro
Staatlicher Schuldenstand im Verhältnis zum BIP 140 %
Staatlicher Schuldenstand pro Einwohner 33174 Euro

Habe ich richtig gerechnet ? Grob auf Bierdeckel gerechnet, alles einfacher Dreisatz ;-)

Die Schulden haben die doch bei mir und Dir, um drei Ecken quasi, oder ?

Verstehe dann nicht, wieso das immer Bankenkrise genannt wird.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Juni 29, 2011, 19:07:06
Verstehe dann nicht, wieso das immer Bankenkrise genannt wird.

Wird es das?

Vielleicht weil eine Bank (im Gegensatz zu dir und mir) angeblich gerettet werden muss, weil die Folgen sonst größer wären, als ohne Rettung.

Ich würde ja einen Staat oder eine Bank mal pleite gehen lassen. Nur mal um zu sehen, ob die Folgen dann wirklich so groß sind.

Menschen die diese Dinge voraussagen, irren doch verdammt oft.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 29, 2011, 20:02:03
Verstehe dann nicht, wieso das immer Bankenkrise genannt wird.

Ich habs so wahrgenommen: Am Anfang hieß es Bankenkrise, dann Wirtschaftskrise und aktuell Eurokrise, oder gerne auch ganz allgemein Finanzkrise.


Der ehemalige Bundesbankpräsident Axel Weber sieht Griechenland mittlerweile so:

"Es blieben nur noch wenige Optionen zur Lösung der Schuldenkrise:
- Entweder ein Zahlungsausfall,
- Abschläge auf Staatsanleihen oder
- eine Bürgschaft für die ausstehenden griechischen Schulden."

Und danach eine grundlegende Reform der Staats- und Wirtschaftsstrukturen in Griechenland:
"Es handelt sich um ein tief verwurzeltes haushaltspolitisches und strukturelles Problem, für dessen Lösung wahrscheinlich eher 30 Jahre als drei bis fünf Jahre benötigt werden"
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:euro-krise-webers-wende-im-griechenland-drama/60070221.html


Zitat
Die Schulden haben die doch bei mir und Dir, um drei Ecken quasi, oder ?

Hier sind die direkten Gläubiger gelistet:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,770392,00.html
Wie viel müsste Deutschland zahlen?
http://www.tagesanzeiger.ch/mobile/blog/nevermindthemarkets/4024/index.html

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 29, 2011, 20:37:01
Ich würde ja einen Staat oder eine Bank mal pleite gehen lassen.

Mit ner Bank hat mans ja 2008 schon ausprobiert: Lehmann Brothers.

Und Staatspleiten gabs auch schon:
http://derstandard.at/1308679606291/Erinnerung-an-Argentiniens-Krise
http://www.tagesanzeiger.ch/mobile/blog/nevermindthemarkets/4000/index.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Juni 29, 2011, 21:34:38
Interview mit Dirk Müller  von Tagesschau.de  (http://www.tagesschau.de/wirtschaft/griechenland1304.html) "das Geld ist sowieso weg"
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Juli 07, 2011, 12:15:12
Zitat
Die Welt wäre ein viel besserer Ort, wenn die OECD-Nationen die Fiskalpolitik der Steueroasen kopieren würden, und nicht umgekehrt.
http://www.nzz.ch/finanzen/nachrichten/die_schurken_sind_die_hochsteuerlaender_1.11221850.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 07, 2011, 12:39:27
Soll in dem Artikel auch stehen warum die Welt dann ein besserer Ort wäre? Und worin die «Überlegenheit ihrer Steuerpolitik sowohl auf fiskalischer als auch moralischer Ebene» besteht? Brauche weitere Erläuterungen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Juli 07, 2011, 13:47:15
Ich versuchs möglichst kurz und knapp. Hohe Staatsquote = hohe Steuerbelastung. Und umgekehrt. Hohe Staatsquote gibt Anreize für wachsende Unselbständigkeit der Bürger. Das führt zu noch mehr Staatsquote und noch höherer Fiskalbelastung. Ein Teufelskreis, der sowohl finanziell, wie auch moralisch (Bürgertum degeneriert zu immer weniger Lebensfähigkeit und Staatsquote geht letztlich immer zu Lasten der Freiheit) in den bodenlosen Abgrund führt.

Und aus diesem Teufelskreis kann man nicht dadurch ausbrechen, indem man jene, welche die Politik der hohen Staatsquote nicht verfolgen, in den selben Teufelskreis zwingt. Man kann die sich drehende Spirale damit höchstens etwas verlangsamen. Um zu entrinnen, müsste man eine 180-Grad-Drehung vollziehen und sich an den Ländern mit tiefer Staatsquote orientieren und die Spirale so in umgekehrter Richtung abwickeln. Weniger Staatsquote - mehr Freiheit - sich langsam wieder entwickeltendes selbständig überlebensfähiges Bürgertum.

Ja, das ist hart. Verdammt hart. Ich sag nichts anderes. Aber je länger es geht, umso härter wird es werden... 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 07, 2011, 15:06:39
Ok, verstanden. Ich würde gerne zwei Fragen unterscheiden:

a) ist eine höhere, oder eine niedrigere Staatsquote sinnvoll?
und
b) es wird immer unterschiedliche Steuerbelastungen in einzelnen Staaten geben, solange es einzelne Staaten gibt. Wie organisiert man den Steuerwettbewerb zwischen den Staaten?

Die Frage b) hängt natürlich mit a) zusammen, da die Staaten selber über ihre Staatsquote entscheiden. Meine Meinung: das sollte ein Staat auch tun dürfen. Jeder Staat, und im Idealfall natürlich die Bürger, darf Weg und Ziel festlegen. Außerdem gibt es ja meist mehrere Wege zu einem Ziel.

zu a)
Nehmen wir einmal an Freiheit und Wohlstand sei das Ziel in Schweden und in der Schweiz. Schweden geht den Weg mit hoher Staatsquote (2005: 56,3 %) und die Schweiz den Weg mit geringer Staatsquote (2005: 36,4 %). Kenne beide Länder nicht zu gut, aber grob gesagt erscheinen mir beide beim Ziel Freiheit und Wohlstand ungefähr gleich weit gekommen zu sein. Insbesondere, daß Schweden auf dem Weg in einen "bodenlosen Abgrund" wäre, ist mir entgangen.
  Meine Meinung: die Staatsquote allein ist es nicht und es gibt natürlich mehrere Wege zum Glück. Eine höhere Staatsquote muss nicht per se und notwendigerweise Nachteile bringen. Staaten dürfen darüber verschiedene Ansichten haben und praktizieren.

Zu b)
habe ich bisher wenig Meinung entwickelt, außer natürlich so Allgemeinplätzen wie, daß die Staaten sich in ihrer Unterschiedlichkeit respektieren und das Miteinander suchen sollten.


Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Juli 07, 2011, 15:42:44
Insbesondere, daß Schweden auf dem Weg in einen "bodenlosen Abgrund" wäre, ist mir entgangen.

Schweden war IMO durchaus auf einem Spitzenplatz auf der Spirale unterwegs Richtung Boden, hat dies aber als einer der wenigen europäischen Staaten frühzeitig erkannt und eine, wenn vielleicht auch nicht grad 180-Grad, aber doch eine scharfe Kurve hingelegt und die Fiskalbelastung (und ich gehe folglich auch davon aus, die Staatsquote) in den letzten Jahren massiv gesenkt. Und ist heute wohl eine der gesündesten Volkswirtschaften in der EU und ein Beispiel dafür, dass ich eben nicht so unrecht habe. ;-)
Tja, und die Schweiz eilt, wenn zum Glück auch weit dahinter, Deutschland in die entgegengesetzte Richtung hinterher. Leider.  :-\  Insofern denke ich, sagt das Blitzlicht mit den Zahlen aus dem Jahr 2005 relativ wenig aus.

  Meine Meinung: die Staatsquote allein ist es nicht und es gibt natürlich mehrere Wege zum Glück. ... Staaten dürfen darüber verschiedene Ansichten haben und praktizieren.

Da gehe ich einig.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 07, 2011, 17:56:29
Interessant, hast Du zu Schweden einen gelehrigen Text mit Details zur Hand?

Folgt man der offiziellen Statistik so ist die Staatsquote in Deutschland erstaunlich stabil:
http://www.sozialpolitik-aktuell.de/tl_files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Finanzierung/Datensammlung/Vorschau-Dateien/abbII39.gif
oder meinst Du die zukünftigen Risiken (http://www.apfelinsel.de/forum/index.php/topic,2385.msg67509.html#msg67509)?
oder was meinst Du mit der anderen Richtung?

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Juli 07, 2011, 18:19:23
Interessant, hast Du zu Schweden einen gelehrigen Text mit Details zur Hand?

Vielleicht so auf die Schnelle den:
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/schweden_ist_wieder_stark_wie_pippi_langstrumpf_1.10403108.html

Zitat
Folgt man der offiziellen Statistik so ist die Staatsquote in Deutschland erstaunlich stabil:
http://www.sozialpolitik-aktuell.de/tl_files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Finanzierung/Datensammlung/Vorschau-Dateien/abbII39.gif
oder meinst Du die zukünftigen Risiken (http://www.apfelinsel.de/forum/index.php/topic,2385.msg67509.html#msg67509)?
oder was meinst Du mit der anderen Richtung?

Ich meinte da einfach die hierzulande herrschende Tendenz, dem Staat immer mehr Aufgaben zuzuschanzen und immer mehr Regelungen aufzustellen, die wieder von staatlichen Stellen überwacht und durchgesetzt werden müssen. Zum allzeit beliebten Label "sozial" hat sich ja mittlerweile auch noch das Label "grün" gesellt, das für das Anheizen des Trends auch sehr nützlich ist.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 07, 2011, 18:28:02
Danke, den Artikel werde ich mir mal zu Gemüte führen.


Anheizen des Trends

Wie gesagt, die Statisk gibt ein Anheizen der Staatsquote - zumindest für die letzten 15 Jahre - nicht her. Auch nicht in der Schweiz:
http://www.efv.admin.ch/d/downloads/grundlagenpapiere_berichte/arbeiten_oekonomenteam/Staatsquote_anders_betrachtet_d.pdf
(ich beziehe mich wegen der Vergleichbarkeit auf die "klassische" Staatsquote)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Juli 07, 2011, 18:52:13
Na ja, ich als eher libertär Denkender empfinde die "Erfindung"  dieser sogenannt "echten" Staatsquote als ziemlich geschicktes Tarnmanöver etatistischer Kräfte. Man kann dann beliebig und immer stärker in den Märkten herumpfuschen, ohne dass sich dies in der Statistik der "Staatsquote" niederschlägt.
Man kann damit zwar Statistiken schönen, aber nicht die Prosperität eines Landes beeinflussen. Die hängt IMO eben nicht nur vom Anteil der Staatstätigkeit an der wirtschaftlichen Leistung ab, sondern eben gerade auch vom Umverteilungsverhältnis (sowie auch der sonstigen Regelungsdichte).
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 07, 2011, 19:04:31
Nicht ablenken jetzt. ;)  Ich hatte mich ja extra auf die, dort ebenfalls enthaltene, konventionelle Staatsquotenangabe bezogen.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Juli 07, 2011, 19:13:09
Und die ist doch durchaus gestiegen? (Und tut das derzeit sicherlich immer noch.)

Nachtrag:
Und, ohne das jetzt genau zu wissen, könnte ich mir vorstellen, dass die noch einiges stärker gestiegen sein könnte, wenn man da "unechte" Privatisierungen (Auslagerung von "Staatsaufgaben" in Anstalten, AGs oder sonstige Trägerschaften, die aber nach wie vor vollständig oder mehrheitlich in Staatsbesitz sind) berücksichtig. Aber wie die bei der Berechnung der Staatsquote betrachtet werden, weiss ich nicht wirklich. Ist reine Vermutung.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 07, 2011, 23:58:17
Die Staatsquote ist eine Zahl mit der sich viele Analysten abkämpfen.

Ich halte sie als Maßstab sinnvoller Politik eher zweifelhaft. So ist die Staatsquote in Deutschland in der Wirtschaftskrise ja massiv gestiegen, aber war das falsch? Mit Sozialleistungen oder neuen Reglementierungen hatte das auch wenig zu tun.
Deutschland hat übrigens erst gerade im Uno-Staatenbericht die Leviten gelesen bekommen, es werden mehr Maßnahmen für Chancengleichheit im Bildungswesen und gegen die Bekämpfung von Armut gerade bei Kindern gefordert. Nur mal so am Rande.

Viel wichtiger finde ich die Frage nach der Lebensqualität. Die ist freilich noch viel schwieriger zu messen, den  Human Development Index der UN finde ich wenig überzeugend.


Aber ist das unsere Diskussion hier?

Das „Steueroasen“ von den Hochsteuerländern so bekämpft werden, liegt doch nicht an ihrer Staatsquote oder daran, dass sie ihre Bürger zu wenig abkassieren!
Es geht darum, dass sie sichere Häfen für Steuerhinterziehung sind. Es geht um ausländische Bürger, die ihr Geld vor dem eigenen Fiskus in Oasen verstecken. Das ist ohne jeden Zweifel für viele Oasen lange ein einträgliches Geschäft gewesen und ist es teilweise noch. Das die Hochsteuerländer dies nicht hinnehmen wollen, ist doch logisch.
Wie natürlich im einzelnen Druck ausgeübt wurde, ist wieder eine andere Frage.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 11, 2011, 01:07:10
Der Geisterfahrer Berlusconi und sein tolldreistes Kabinett haben es geschafft: Niemand traut dieser Regierung eine Sanierung der Staatsfinanzen zu. Nun ist es soweit:Der Virus ist in Rom. (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/krise-in-europa-italien-heisse-tage-in-rom-1.1118451)
Fällt Italien, wird die Lösung der Eurofrage wahrscheinlich unmöglich. Schon wird gerufen nach einer Verdoppelung des schon verdoppelten Rettungsschirm.

 Italien steht zwar viel besser da als etwas Griechenland. Hoffen wir das die Märkte nicht übertreiben. Nur wie es derzeit läuft, kann man sich allmählich wirklich Sorgen machen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Juli 11, 2011, 12:14:12
Die Rettungsschirme werden durch Barmittel und Bürgschaften "aufgespannt". Wann haben sich denn die leistungsstarken Länder auf Ramschniveau runtergebürgt und bezahlt? Kann doch nicht mehr so lange dauern, spätestens wenn Italien und Spanien unterm Schirm kauern und Portugal einen Nachschlag bekommt. Schließlich geben Deutschland und Frankreich Geld in einen Topf, welches beide Länder garnicht haben, also wieder neue Schulden.  :P
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 11, 2011, 19:20:46
Ich bin kein Mensch, der Panikmachern nachläuft. Aber allmählich kommen auch mir düstere Gedanken.

In Italien gibt es keinen wirklichen Sanierungswillen. Und das in dieser Situation. Früher hätte das Niemanden interessiert, heute dürfen wir es bezahlen - neben den vielen Schulden, die unsere eigenen Politiker dauernd vermehren. Man geht tatsächlich davon aus, dass die „Sanierung“ einem quasi in den Schoß fällt (http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/kabinett-beschliesst-risiko-haushalt/3956484.html?p3956484=all).

Edit: Sanierung in diesem Sinne heißt natürlich nur „keine neuen Schulden“… Deutschland hat fast zwei Billionen eigene Schulden. Das sind so 24 000 pro Kopf. Nur mal als Marschrichtung… ohne massive Kürzungen und Mehreinnahmen wird es hunderte von Jahren dauern, bis Deutschland inklusive aller Gemeinden mal seine Schulden los ist.
 Die größten Posten (Zinsen, Rente, Hartz IV) kann man gar nicht kürzen, geht nicht (Besitzrechte, verfassungsrechtliche Minimum). Die paar Investitionen kann man auch nicht kürzen.

Es gibt also genau zwei Möglichkeiten: Rauf mit den Steuern oder mit der Inflation.

Edit 2: Zinsen eingefügt.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 11, 2011, 19:33:49
... eine Modellrechnung des Peterson-Instituts in Washington: Unter realistischen Annahmen werden 2035 die EU-Staaten 5,7 Prozent ihrer gesamten Wirtschaftsleistung für Zinsen ausgeben müssen, in den USA werden es 13,2 Prozent sein, in Japan 19,1 Prozent:
http://www.sueddeutsche.de/geld/2.220/haushaltskrisen-in-europa-und-den-usa-die-welt-geht-unter-aber-nur-bei-euch-1.1118991

5,7 % der Wirtschaftsleistung Deutschlands wären 2010 übrigens 142 Milliarden Euro gewesen. Zum Vergleich, die öffentlichen Haushalte haben in 2010 rund 63 Milliarden Zinsen gezahlt.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 14, 2011, 17:12:18
Mal eine Frage.
Dieser thread wurde 2007 begonnen, also vor ca. 4 Jahren

Wer hat denn nun aufgrund der schon 2007 nicht so rosigen Aussichten (Befürchtungen) massiv sein Verhalten geändert oder auch Massnahmen ergriffen.

Gold in Massen angehäuft.
Konserven in Massen eingelagert.
Ackerland gekauft um selber Viehzeug zu züchten oder Kartoffeln anzupflanzen.
Der Phantasie sind ja keine Grenzen gesetzt… ;-)

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 14, 2011, 18:48:09
Ich habe mein Haus innen und außen vergolden lassen und die Schornsteine diamantenumfasst. In der Krise konnte ich günstig an einige Nachbargrundstücke kommen uns so meine Ländereien auf 7000 Hektar vergrößern. Im Security-Bereich konnte ich achtzig neue Stellen schaffen um meine Anlagestrategie zu schützen.
Als kleinen Luxus habe ich ein neues U-Boot der Drachenklasse bestellt und will damit den Superstrudel in unter zwei Tagen bewältigen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 14, 2011, 19:12:46
Also, nicht das Du mich falsch verstehst: Will Dich nicht auf den Arm nehmen.

Die Frage ist legitim.

Gold war mir mit 800 Euro schon viel zu teuer, warte immer noch bis es ordentlich einbricht…
Ein wenig Beimischung von stabilen Währungen habe ich mir erlaubt. Ansonsten freue ich mich aber auch über meine Anleihen. Die waren ja damals ganz unten (gekauft) und haben wieder satt zugelegt. Damit meine ich natürlich nicht Griechenland. :) 

Edit: Kleine Klarstellung.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Juli 14, 2011, 19:35:02
Auch hier keine massiven Veränderungen. Leichte Anpassungen der Anlagestrategie (Schwergewicht Aktien mit hoher Dividende, Sektorenwahl entgegen der Herde). Und bei der Anschaffung von Dingen hat eine längere Nutzbarkeit einen entscheidenderen Faktor gespielt. Sonst keine Veränderungen. Auf den Goldeinbruch warte ich auch. Können wir aber wohl noch lange. :)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Bonobo am Juli 14, 2011, 20:16:00
@Florian: Brauchst Du nicht evtl. noch ein Faktotum? Oder evtl. einen Hauslehrer für die Kinder? ALG 1 ist doch nicht so nett, verglichen mit was vielleicht möglich wäre …
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 15, 2011, 00:03:45
@Florian: Brauchst Du nicht evtl. noch ein Faktotum? Oder evtl. einen Hauslehrer für die Kinder? ALG 1 ist doch nicht so nett, verglichen mit was vielleicht möglich wäre …

LOL!
Wenn Dich ein wahrlich phantastischer Job begeistert, hätte ich z.B. noch eine Stelle für die Betreuung meines Rudels Violette Wieselflinke. Erfahrung in der chemischen Synthese von Vorteil (http://www.apfelinsel.de/blog/?p=609).

Sorry für die Fred-Kaperung, wir Apfelinsulaner haben halt manchmal ein Piratenherz.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Bonobo am Juli 15, 2011, 02:31:54
Für mich brauchst Du Dich nicht zu entschuldigen — ich hab’ das ja völlig ernst gemeint ;D
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Juli 15, 2011, 09:00:10
Es gibt also genau zwei Möglichkeiten: Rauf mit den Steuern oder mit der Inflation.

Wobei ersteres die Lage noch schlimmer macht, weil man für gut qualifizierte Arbeitnehmer unattraktiver wird.

Dazu gibts heute in der FAZ m.E. einen guten Artikel:
http://www.faz.net/artikel/C30106/deutschlands-schulden-zeit-zum-aufwachen-30463476.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 27, 2011, 22:22:13
Wer sind diese „Märkte“, vor denen alle zittern?
http://www.wissensmanufaktur.net/die-ehrenwerten-mafiabosse

Eine auf Computersimulationen beruhende Studie legt nahe, dass die Konzentration des Reichtums in einer kleinen Schicht von Superreichen durch den Zufall bedingt ist:
http://www.heise.de/tp/artikel/35/35178/1.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Juli 29, 2011, 15:08:53
Das war ja klar,  Moodys  (http://www.ftd.de/politik/europa/:schuldenkrise-moody-s-droht-madrid-wegen-griechen-rettung/60085176.html) prüft die Herabstufung Spaniens wegen Griechenlandrettung. (via FTD) Begin einer Abwärtsspirale die erst dann ihr Ende findet, wenn alle Pleite sind?  :P
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 30, 2011, 20:59:43
Den Zins abzuschaffen ist keine Lösung für die Probleme unseres Wirtschaftssystems:
http://www.zeit.de/online/2007/39/besser-wirtschaften-stephan-schulmeister/komplettansicht
http://www.faz.net/artikel/C31640/erklaer-mir-die-welt-5-warum-gibt-es-eigentlich-zinsen-30114545.html
http://www.zeit.de/online/2007/46/besser-wirtschaften-mathias-binswanger/komplettansicht
http://www.zeit.de/online/2007/36/replik-zinsverbote/komplettansicht
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 31, 2011, 19:32:57
Zu den Bitcoins ist im aktuellen c't 17 ein großer Artikel. Alle Macht den Geeks…  ???
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 04, 2011, 22:03:34
Eine weitere Idee für ein neues  Geldsystem: staatliche Geldmonopol abschaffen und zuzulassen, dass private Emissionsbanken konkurrierendes Privatgeld als Parallelgeld ausgeben dürfen. Weiter:
http://kpkrause.de/?p=1312
http://kpkrause.de/?p=1316
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 04, 2011, 22:42:34

Das Privatwährungen weithin nicht anerkannt werden, liegt ja wohl in der Natur der Sache.

Außerdem ist „Staatsgeld“ nicht automatisch „beliebig vermehrbar“. Das könnte man auch ändern, ebenso alles andere. Eine zentrale Währung ist und bleibt aber nicht nur sinnvoll, sondern elementar.

Zum dritten gibt es sog. „Regionalwährungen“, aber wertbeständiger sind die eher nicht, denn sie realisieren meistens diese Umlaufgebühr. Und wirklich wollen tut sie auch keiner.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 04, 2011, 23:10:21
Und immer häufiger gibt es auch noch Botnetze, die Bitcoins schöpfen, z.B.:
http://www.heise.de/security/meldung/Twitter-gesteuertes-Botnetz-schoepft-BitCoins-1318340.html

So einfach ist es eben nicht mit den Alternativwährungen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 06, 2011, 17:49:43
Die Börsenkurse stürzen ab,
da kommt ein Edelmann in schnellem Trab
Es ist der Rater und er rät
für eine Rettung ist es längst zu spät!
Häppchenweise runterstufen,
dafür habt ihr mich gerufen.
Drum ich euch leider raten muss,
die USA sind nur noch AA+
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 15, 2011, 00:16:39
Der Höhenflug des Franken - oder soll man sagen der Verfall des Euros - macht der schweizerischen Exportindustrie das Geschäft schwierig, aber seitdem gerüchtelt wird, es gäbe bald eine Bindung an den Euro, ist er wieder etwas gefallen.
Trotzdem ist der ja mittlerweile langjährige Trend nicht im Sinne der Exporteure und vielleicht kommt es doch zu einem festen Tauschkurs mit dem Euro, zumindest vorübergehend:
http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/devisen/schweizer-machen-ernst-bei-franken-bindung/4498172.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am August 17, 2011, 18:17:52
Die Fehlkonstruktion des Euro bedroht die Freiheit (http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/die_fehlkonstruktion_des_euro_bedroht_die_freiheit_1.11942037.html) (Philipp Bagus, junger deutscher Ökonom und Professor an der Uni Rey Juan Carlos Madrid - in der NZZ)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am August 18, 2011, 15:54:02
Heute auf dem Spielplan: Die Lust am Untergang? (http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/:ausverkauf-von-aktien-dax-faellt-um-bis-zu-fuenf-prozent/60092809.html)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am August 18, 2011, 20:41:18
Einstiegspreise!

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 19, 2011, 01:52:49
Einstiegspreise!

Sag ich auch. Wird noch nach unten gehen, aber der massive Kurssturz ist total überzogen.
Das sage ich mir allerdings jedes Mal und es kommt doch wieder so. :)

Zwei Klassiker:
Buy on bad news.
Sell in May, buy in September.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 25, 2011, 18:39:28
Damals 2008 - ich setze es mal hier auf meine Leseliste:
http://www.bloomberg.com/news/2011-08-22/morgan-stanley-at-brink-of-collapse-got-107b-from-fed.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 26, 2011, 18:41:41
Also ich habe mich durchgeackert, aber nicht alles verstanden. Mein Fazit hatte ich aber schon vorher: Traue keiner Bank!
Das würde ich auch jedem Politiker auf den Unterarm tätowieren.

Noch eine Warnung von Onkel Flo:
Bevor man die massiv beworbenen ETCs auf Gold kauft, weil's die praktischere und sicherere Alternative zum physischen Goldbesitz ist, sollte man sich genau informieren und hier (handelsblatt.com) (http://www.handelsblatt.com/finanzen/wenn-die-goldanlage-ungeahnte-risiken-birgt/4512020.html?p4512020=all) wäre ein guter Anfang.

Ob man freilich zu den derzeitigen Preisen überhaupt in Gold oder entsprechende Schuldverschreibungen investieren sollte, sei mal dahingestellt. Ich würd's nicht.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am September 05, 2011, 19:57:51
http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=80075332&aref=image049/2011/08/20/CO-SP-2011-034-0060-0068.PDF&thumb=false :
- Bruttoinladsprodukt Welt: 63.000.000 Millionen $
- Volumen gehandelter Aktien und Bonds: 83.000.000 Millionen $
- Nominalvolumen außerbörslich gehandelter Derivate: 601.000.000 Millionen $
- Umfang der Devisengeschäfte: 955.000.000 Millionen $

http://www.asklubo.com/de/geld-finanzen/wie-viel-geld-gibt-es-auf-der-welt :
- Menge allen Geldes weltweit: 47.500.000 Millionen $

Passt das zusammen? Oder anders gefragt: wie würde sich der Preis für einen Liter Milch ändern, wenn Derivate und Devisengeschäfte weltweit verboten wären?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am September 05, 2011, 20:08:22
Auch für Deutschland gab es mal einen internationalen Umschuldungsplan. 1953 wurden damit Schulden aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren getilgt. Die letzte Rate wurde 2010 bezahlt:
http://www.zeit.de/2011/36/Umschuldungen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am September 11, 2011, 08:12:42
Zwei informative Filmchen

http://www.youtube.com/watch?v=4MrPzAhzuPU&feature=watch_response

http://www.youtube.com/watch?v=KrUu0SqKDMU

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am September 14, 2011, 09:06:51
China bietet Europa und USA Finanzspritze an.
Das wird ja jetzt spannend.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,786112,00.html

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am September 17, 2011, 09:18:13
- aktuelle Pegelmeldung von 'Ifo Sinn' -

Die aktuelle Haftungssumme Deutschlands für den Euro hat ungefähr die Höhe eines Bundesjahreshaushaltes

Die Haftungssumme Deutschlands hat sich durch die neuen Beschlüsse zur Euro Rettung von 391 Milliarden im April auf 465 Milliarden erhöht:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/2.220/schuldenkrise-in-europa-was-die-euro-rettung-wirklich-kostet-1.1145039

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 02, 2011, 12:43:03
Demonstrationen in New York als Livestream

http://www.livestream.com/globalrevolution

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Oktober 07, 2011, 11:04:25
Eine Einschätzung der Lage von Sandra Navidi via  n-tv (http://www.teleboerse.de/mediathek/mediathek_videos/navidi/Man-wird-hart-durchgreifen-article4472636.html) Achtung: Video mit Werbung davor!

Bemerkenswerte Aussage daraus: "Die globale Verflechtung der Banken könnte die US-Wirtschaft in die Rezession treiben. Niemand könne die Folgen vorhersehen. "Das US-Militär bereitet sich bereits auf soziale Unruhen vor."

Meine Meinung: auch hier, wie überall woanders werden selbst gewählte Voklsvertreter nicht davor zurückschrecken, dir den Gummiknüppel durchs Gesicht zu ziehen, seien deine Anliegen auch noch so berechtigt  :P
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 09, 2011, 16:42:02
Das ist allgemein gesprochen natürlich wahr. Es wurde eine Einheit für natürliche oder menschgemachte Katastrophen ausgebildet - interessanterweise auch an nichttödlichen Waffen usw. Also nicht nur Sandsäcke heran karren. Zurück geht das auf Rumsfelds Reform.
http://en.wikipedia.org/wiki/3rd_Infantry_Division_(United_States)#Reassignment_of_1st_Brigade

Konkret gibt es aber keine Erkenntnisse, dass da irgendwas gegen Demonstranten geplant ist. Man muss auch mal an Katrina denken, bei dem Sturm ist die zivile Ordnung total verloren gegangen - Plünderer sind auch gerne mal bewaffnet, in den USA sowieso. Hinter diesem Hintergrund wurde wohl diese Einheit umgewidmet.

Natürlich traut man der Sache trotzdem nicht über den Weg. Die Stuttgarter schon dreimal nicht.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: MacFlieger am Oktober 10, 2011, 09:10:25
Natürlich traut man der Sache trotzdem nicht über den Weg. Die Stuttgarter schon dreimal nicht.

Ich war Anfang der 90er Jahre beim Bund. Und dort hat man uns nach hartnäckigem Nachfragen gesagt, dass die Bundeswehr zwar eigentlich nicht im Inneren eingesetzt werden darf, aber bei Aufständen der Bevölkerung gegen die Regierung auf jeden Fall gegen das deutsche Volk eingesetzt werden wird.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Oktober 10, 2011, 09:12:48
Ich war Anfang der 90er Jahre beim Bund. Und dort hat man uns nach hartnäckigem Nachfragen gesagt, dass die Bundeswehr zwar eigentlich nicht im Inneren eingesetzt werden darf, aber bei Aufständen der Bevölkerung gegen die Regierung auf jeden Fall gegen das deutsche Volk eingesetzt werden wird.

Ich vermute, derjenige der euch das gesagt hat, wusste nix genaues und wollte mal 'ne dicke Hose machen.

Recht hatte er natürlich.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: MacFlieger am Oktober 10, 2011, 17:04:03
Natürlich wissen die nix genaues, aber auf dicke Hose machen wollte der garantiert nicht. Am Anfang hat er derartiges "natürlich" abgestritten. Das ist völlig gegen die political correctness.
Erst als wir seine Aussagen ein wenig auseinander genommen haben und ihm bewiesen, wohin seine Aussagen als logischen Schluss führten, musste er Farbe bekennen.
Die ganzen scheinheiligen Aussagen, was und wofür die BW eingesetzt werden soll und darf, liessen sich problemlos ad absurdum führen. Von "freiwilligem Gelöbnis" über "reine Verteidigungsarmee" bis zu "demokratischer Befehlsstruktur"... Alles Geschwätz.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 10, 2011, 19:40:48
Das wäre ein glasklarer Verfassungsbruch, ein Dauereinsatz ein Staatsstreich. Natürlich kann man das nicht komplett ausschließen, aber ich halte es dann doch für unwahrscheinlich. Außerdem kann man auch mit Wasserwerfern und Gummigeschossen durchaus ordentlich Schaden anrichten.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: MacFlieger am Oktober 11, 2011, 08:25:22
Das wäre ein glasklarer Verfassungsbruch, ein Dauereinsatz ein Staatsstreich.

Ja und? Als ich da war, wurde vorne herum immer schön mit den Werbe- und Marketingsprüchen gearbeitet. Bei genauerem Hinsehen oder Nachbohren kam dann oft heraus, dass das nichts mit der Realität zu tun hat. Schon alleine das "Gelöbnis". Im Vorfeld viel politische Bildung, was der Inhalt ist, was "unser" Gelöbnis besser als das der NVA macht, und auf Nachfrage kommt heraus, es ist sowieso egal, ob man am Gelöbnis teilnimmt oder nicht, weil man gesetzlich verpflichtet ist und zudem der Inhalt des Gelöbnisses durch Staatsverträge schon lange unwichtig ist bzw. übergangen wird. Da war im Endeffekt das Gelöbnis der NVA ehrlicher. Das wollten die aber nicht hören...  >:(
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 11, 2011, 11:08:04
Du hast also kein Vertrauen in die Bundeswehrführung und die Kontrollmöglichkeiten der Politik und Gerichte. Und auch nicht in die Soldaten, die ja dann gegen die eigenen Bürger schießen müssten.

Ist natürlich kein Grundvertrauen vorhanden, kann man sich alles mögliche vorstellen.
 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: MacFlieger am Oktober 11, 2011, 11:46:23
Du hast also kein Vertrauen in die Bundeswehrführung und die Kontrollmöglichkeiten der Politik und Gerichte. Und auch nicht in die Soldaten, die ja dann gegen die eigenen Bürger schießen müssten.

Das ist eine andere Sache. Was im konkreten Fall passieren würde, weiß ich nicht und kann ich auch nicht abschätzen. Aber bezgl. öffentliche Aussagen und Realität klafften damals unbestreitbar riesige Lücken. siehe Beispiel Gelöbnis. "Wir sind die Guten, weil wir geloben, nur Deutschland verteidigen. NVA sind die Bösen, weil die geloben den Sozialismus überall zu verteidigen." Und dann später erwähnen, dass egal, was wir geloben, wir gesetzlich verpflichtet sind überall im Einsatz zu sein, wo die Regierung uns hinschickt, auch wenn nicht wir sondern jemand anders verteidigt werden muss. Das ist scheinheilig. Ich lasse das Thema jetzt. Ist schlecht für meinen Blutdruck.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Oktober 11, 2011, 12:08:41
Du hast also kein Vertrauen in die Bundeswehrführung und die Kontrollmöglichkeiten der Politik und Gerichte. Und auch nicht in die Soldaten, die ja dann gegen die eigenen Bürger schießen müssten.

Ich habe in keinster Weise ein solches Vertrauen!

Es wird ein paar Soldaten geben, die sich verweigern, wenn sie gegen einen Eid, ein Gelöbnis oder einen Befehl handeln. Die wandern aber in den Knast.

Der Rest macht was von ihm verlangt wird: Schnauze halten und durch.

Den „mündigen Soldaten“ darf es nicht geben! Zu was wäre eine Armee nutze, wenn die Soldaten Befehle hinterfragen und sogar nicht befolgen?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 11, 2011, 12:44:03
Aber das geht doch voll an der Realität vorbei. Wie gesagt: Vorstellen kann man sich viel.

Andersherum wären viele Bürger wohl auch froh, wenn bei totaler Überforderung der Polizei dann eben das Militär die öffentliche Ordnung wiederherstellt. Kann sich ja auch mal Jeder selber fragen: Was würdest Du tun, käme der Russe und vergewaltigt Deine Mutter? äh, was würde man sich wünschen: Plündernder Mob vor der Tür oder einen Schützenpanzer.
Da gehen die Meinungen dann schon weit auseinander.


Aber jetzt mal ernsthaft: In unserer Rentnerrepublik steht keine gewalttätige Revolution zu befürchten. Damit erübrigt sich das Gedankenspiel. Die paar Problemviertel in manchen Städten hat man eh schon aufgegeben und wird sie notfalls eben eindämmen (Bahnhöfe schließen z.B.).
Natürlich dürften die Verteilungskämpfe zunehmen, denn der Kuchen wird nun mal kleiner. Aber wir haben nicht die kritische Masse an jungen Männern, die auch wirklich kämpfen würden.

Wo sind denn die großen Demonstrationen, ob friedlich oder gewalttätig? Es ist ja nicht so, dass es nicht genug Skandale gäbe!

Auch ist das BRD-System sehr stabil und bietet jede Menge Ventile. Ein bisschen Krawall hier und da ist keine Bedrohung, ich würde sogar sagen eher das Gegenteil. Und wer bis Drei zählen kann weiß auch, dass es nichts bringt.

Für mich ist das alles typisches Endzeitdenken: Währungsreform, Bürgerkrieg, Rohstoffmangel. Bu-Hu!
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Oktober 11, 2011, 12:44:32
BOT.

Was Stresstests taugen (man schaue sich in der Grafik das Resultat der Dexia an): http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/wer_folgt_auf_dexia_1.12934499.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Oktober 11, 2011, 19:23:03
Jetzt ist es auch amtlich: Es gibt eine systematische weltweite Krise der Staatsfinanzen. Die Krise ist bereits von kleinen auf mittlere Staaten übergesprungen und die schwerste Krise seit dem 2. Weltkrieg. Sagt jemand derselbe wissen müsste - Trichet:
http://m.spiegel.de/wirtschaft/soziales/a-791170.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Oktober 20, 2011, 00:36:06
http://www.hornoxe.com/chin-meyer-erklaert-die-finanzblase/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Oktober 20, 2011, 00:36:25
Die nächste Umverteilung von oben nach unten kommt bestimmt - meint:
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:boersenstar-im-interview-dirk-mueller-sieht-das-finanzsystem-am-ende/60117866.html?mode=print
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am Oktober 20, 2011, 08:10:36
Interessante Ansichten. Danke für den Link.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: elafonisi am Oktober 20, 2011, 10:49:34
"Leider" hat der gute Mann mit seinen Voraussagen und Vermutungen schon einige male richtig gelegen und das beruhigt nicht gerade.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Oktober 23, 2011, 20:41:35
Eine Troika und ihre Prognosen im Verlauf der Zeit:

   (http://www.faz.net/polopoly_fs/1.1502724.1319382065!/image/1319767872.jpg_gen/derivatives/default/1319767872.jpg)
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/rettungsfonds-griechenland-haengt-ein-jahrzehnt-am-tropf-11502897.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 23, 2011, 23:13:07
Klar, es tauchen immer neue Löcher auf.

Man fragt sich ja manchmal, wo eigentlich die diejenigen Entscheider zur Verantwortung gezogen werden, die sich so täuschen ließen?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Oktober 24, 2011, 14:35:46
http://geldmitsystem.org/10_Kernaussagen.pdf
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 26, 2011, 14:07:04
Hebelung kenne ich aus der Physik

Kraft x Kraftarm = Last x Lastarm

Nun also gilt:

Kraft = Kleinere Summen pro Investor (eher Gläubiger)
Kraftarm = Viele Investoren (Gläubiger)

Last = Große Summen
Lastarm = Einige wenige Staaten

Ist das so simpel ?

Ob das funktioniert ?

Jochen

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 26, 2011, 15:19:56
Das Wort Hebelung aus dem Finanzjargon hat mit der physischen Bedeutung nichts zu tun.
Es ist die Eindeutung von leverage

Extrem kurz gesagt kann man damit mit einer kleinen Summe x mal mehr Summen bewegen.
Willst Du das genauer wissen, verweise ich besser auf andere Quellen, z.B.:
http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/leverage-effekt/leverage-effekt.htm

Nun ist es nach meinem Verständnis eher so, dass was jetzt beschlossen wird, gar kein Hebel ist. Viel mehr verkauft man jetzt was ganz anderes (Versicherungen) als vorher (Geld).
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 27, 2011, 13:16:56
Das Wort Hebelung aus dem Finanzjargon hat mit der physischen Bedeutung nichts zu tun.
Es ist die Eindeutung von leverage

Soweit schon klar

Extrem kurz gesagt kann man damit mit einer kleinen Summe x mal mehr Summen bewegen.
Willst Du das genauer wissen, verweise ich besser auf andere Quellen, z.B.:
http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/leverage-effekt/leverage-effekt.htm

Ist mir schon zu kompliziert ???
Interessant ist ja da Wort "kann"
Man geht also davon aus dass man einem Hund eine Wurst vor die Nase hängt um ihn zum Laufen zu bringen.
Aber der Hund merkt nicht dass die Wurst an einem Stock hängt der am Hund befestigt ist.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: MacFlieger am Oktober 27, 2011, 14:18:13
Man geht also davon aus dass man einem Hund eine Wurst vor die Nase hängt um ihn zum Laufen zu bringen.
Aber der Hund merkt nicht dass die Wurst an einem Stock hängt der am Hund befestigt ist.

Finde ich treffend umschrieben.  ;D
Das erinnert mich an die Folge vom 26.7.2011 von "Frühstück bei Stefanie (http://itunes.apple.com/de/podcast/ndr-2-fruhstuck-bei-stefanie/id290170334)". Sinngemäß:
Zitat
Von wem bekommen die Banken das Geld? - Die werden durch Gelder vom Staat gerettet. -
Aber der Staat ist doch pleite. Woher bekommt der das Geld? - Von den Banken. -
Aber die sind doch pleite. Woher bekommen die das Geld? - Vom Staat.
...
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 27, 2011, 16:12:48
Sind die von den Staaten aufgenommenen Darlehen / Gelder / Rückzahlungen vergleichbar mit den Hypothekendarlehen des kleinen Mannes.
Also Darlehen ist in konstanten Raten zurückzuzahlen und Zinszahlung immer bezogen auf die verbleibende Schuld.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Oktober 27, 2011, 16:19:22
Sind die von den Staaten aufgenommenen Darlehen / Gelder / Rückzahlungen vergleichbar mit den Hypothekendarlehen des kleinen Mannes.
Also Darlehen ist in konstanten Raten zurückzuzahlen und Zinszahlung immer bezogen auf die verbleibende Schuld.

Ich vermute ja.

Allerdings gibt es hier niemanden der etwas schuldet.

Die Menschen, die diese Schulden aufnehmen haften nicht dafür, es ist also egal, was aus der Rückzahlung wird.

Die Kohle die im Moment bezahlt, verliehen, als Sicherheit vorgehalten wird...... wird wohl nie wieder zurückgezahlt.
Ich gehe davon aus, dass unter dem Strich nur der Knall stehen kann.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 28, 2011, 01:22:44
Es wäre ein historisches Novum, wenn dies nicht geschähe. Nur wann und wie? Dazu gibt es viele Theorien.

An eine totale Änderung des Systems glaube ich nicht, ich tippe auf Inflation und verstärkten Griff nach Vermögen, Immobilien und Zinseinkommen & Veräußerungsgewinnen. Das auch im Zusammenhang mit dem mittlerweile völlig ungenierten Ankauf von illegal erworbenen Daten ausländischer Banken.
Als nächste Stufe dann so etwas wie den Lastenausgleich (http://de.wikipedia.org/wiki/Lastenausgleichsgesetz) oder die Hauszinssteuer (http://de.wikipedia.org/wiki/Hauszinssteuer), die komischerweise den meisten Deutschen meiner Erfahrung nach völlig unbekannt sind. Um es kurz zu machen: Zwangshypotheken erscheinen mir als ziemlich wahrscheinlich.
Die stärkere Belastung der Immobilienbesitzer hat ja eh schon begonnen, immer mehr Kommunen wälzen einen Kostenteil von Straßensanierungen auf die Anwohner ab, obwohl doch alle Menschen die Straße nutzen.

Ich bin zuversichtlich, dass Deutschland nicht auf Drittwelt-Status abrutscht. Klar ist aber auch, dass wir seit Jahrzehnten sehr gut leb(t)en und die Geschichte eben nicht zu Ende ist wie einstmals  postuliert. Unser System steht unter Dauerfeuer. Aber die Probleme liegen alle seit Jahrzehnten auf dem Tisch und es hat sich nichts wirklich geändert. Das dürfte die nächsten Jahre nun geschehen.


Hoffnung wäre, dass Investmentbanking großteils verboten wird. Die meisten Konstrukte dort braucht wirklich niemand. Auch das ständige Geldschöpfen der Banken muss abgewürgt werden. Die Politik muss das sparen lernen. Wie auch viele Menschen.
 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Oktober 28, 2011, 22:27:08
Vielleicht ist ja alles nur ein großer Rechenfehler?

HRE-Bad-Bank verrechnet sich um 55 Milliarden:
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/fms102.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 28, 2011, 22:31:00
Ja, ich glaube auch: Deutschland hat eigentlich 2 Billionen Überschüsse. ;)

Aber schon ein tolles Ding, da wundert man sich über gar nichts mehr.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 31, 2011, 23:01:48
Zur Erbauung, die nächste Zeitbombe:
http://www.zeit.de/2011/44/Bank-of-America/komplettansicht

Haben sich verzockt, gehen in die Insolvenz:
http://www.handelsblatt.com/finanzen/zertifikate/nachrichten/euro-krise-stuerzt-us-broker-in-die-pleite/5777438.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am November 05, 2011, 19:28:10
Jetzt stehen auch die Goldreserven der Bundesbank zur Debatte, meldet die FAZ (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/schuldenkrise-euro-retter-wollen-an-goldschatz-der-bundesbank-11518707.html).
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am November 08, 2011, 14:55:21
Einen noch, dann ist wer anderes dran. ;)

Überraschung! Gehebelte Luft verkauft sich nicht besonders:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/schlechter-start-fuer-den-rettungsfonds-investoren-verschmaehen-neue-euro-papiere-1.1183215

Und wer mal einen Schriftstellerblick auf die ganze Chose nachvollziehen will - und ich denke er spricht vielen Leuten aus der Seele - dem sei das SZ-Interview mit Robert Harris empfohlen:
http://www.sueddeutsche.de/geld/reden-wir-ueber-geld-robert-harris-die-finanzmaerkte-treten-uns-ins-gesicht-1.1183205
Das Buch kenne ich (noch) nicht.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am November 17, 2011, 08:35:21
insgesamt hat die Euro-Krise ein bisher ungeahntes Niveau erreicht:
http://www.heise.de/tp/artikel/35/35890/1.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am November 23, 2011, 00:16:47
Entweder wird Deutschland für die Schulden der übrigen Euro-Länder mithaften müssen - oder die Europäische Zentralbank springt ein und kauft in ganz großem Stil Staatsanleihen gefährdeter Länder auf. Eine dritte Alternative ist derzeit nicht in Sicht:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,799308,00.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am November 23, 2011, 10:03:39
Das Finanz-Elend wird verwaltet und simuliert anstatt beseitigt.

US-Notenbank lässt Großbanken den Euro-Schock durchspielen

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,799387,00.html

Jochen

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am November 23, 2011, 15:04:14
Entweder wird Deutschland für die Schulden der übrigen Euro-Länder mithaften müssen - oder die Europäische Zentralbank springt ein und kauft in ganz großem Stil Staatsanleihen gefährdeter Länder auf. Eine dritte Alternative ist derzeit nicht in Sicht:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,799308,00.html

Natürlich ist auch meine Glaskugel trübe und das Hauseichhörnchen mit diesen Fragen überfordert wie wir alle. Trotzdem bin ich mir sicher: Das Spiegel-Fazit ist falsch.
Es wird kein Entweder-Oder geben, sondern eine Mischung aus mehreren Dingen geben, dass ist doch ganz klar. Alle errichteten Tabus sind schon lange obsolet, nur die Politik lügt uns weiterhin an.

Ein bunter Korb liegt vor uns und nur die Größe der jeweiligen Instrumente im Verhältnis zu den anderen ist noch offen.

Es wird m.E. sehr wohl Euro-Anleihen geben, da kann sich Deutschland noch so quer stellen, die heißen dann halt anders und werden auf xx% des BIP begrenzt.
Die Haftungsgröße Deutschlands wird ebenso weiterhin ansteigen wie die Aufkäufe von Staatsanleihen durch die EZB.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am November 26, 2011, 19:38:58
Ist mir schon zu kompliziert ???
Interessant ist ja da Wort "kann"
Man geht also davon aus dass man einem Hund eine Wurst vor die Nase hängt um ihn zum Laufen zu bringen.
Aber der Hund merkt nicht dass die Wurst an einem Stock hängt der am Hund befestigt ist.

Jochen

Dummer Hund, dummer.
Er hat es doch gemerkt  ;D

Euro-Hebel verfehlt die Billion deutlich
(http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,800132,00.html)
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,800132,00.html

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Januar 03, 2012, 11:24:26
Mehre Überschriften im www

"Ackermann lobt G-20-Knebel für die Banken"

"Banken müssen sich finanziell absichern"

"Nach Ansicht Ackermanns haben die Banken aus der Finanzkrise Lehren gezogen. "Die Banken haben sehr viel gemacht." Sie hätten ihr Kapital und die Liquiditätsvorsorge "massiv" erhöht"

Erhielt Ende 2011 folgende Info von der UniCredit  Bank AG = Hypovereinsbank:
Die Bank ist dem Einlagensicherungsfond des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. angeschlossen. bla bla bla …
Die Sicherungsgrenze je Gläubiger beträgt "bis zum 31. Dezember 2014 30%, bis zum 31. Dezember 2019 20%, bis zum 31. Dezember 2024 15%, bis zum 31. Dezember 2025 8,75%" des für die Einlagensicherung maßgeblichen haftenden Eigenkapital der Bank.

Das heisst doch das Risiko für den kleinen Mann wird größer, oder verstehe ich da was nicht ?

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Januar 03, 2012, 12:21:45
Das heisst doch das Risiko für den kleinen Mann wird größer, oder verstehe ich da was nicht ?

Du verstehst das schon richtig, aber inwiefern widerspricht dies den zitierten Äußerungen Ackermanns? Im Gegenteil, dass passt sehr gut dazu.

Derzeit steht der Mindestschutz bei Einlagen von 1,5 Mio. Euro pro Kunde. Das ist ja nun sowieso nicht wirklich glaubhaft. 2025 werden immer noch, angeblich, mindestens 437500 € geschützt sein, pro Kunde und Bank.

Der gesetzliche Einlagenschutz steht übrigens bei max. 100000 bzw. bei „unbegrenzt“, glaubt man einem  nicht-gesetzlich verankerten öffentlichen Versprechen der Kanzlerin. Zwinker, zwinker!
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Januar 30, 2012, 22:21:42
Die Euroraum-Banken haben mittlerweile eine im wahrsten Sinne des Wortes kollosale Bilanzsumme von gut 34 Billionen Euro erreicht – dies entspricht etwa 356 Prozent des Bruttoinlandsprodukts; Anfang 1999 waren es noch 231 Prozent. Zum Vergleich: Der Bankensektor in den Vereinigten Staaten von Amerika weist eine Bilanzsumme von nur etwa 12,5 Billionen US-Dollar oder 82 Prozent der Wirtschaftsleistung auf:
http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-wie-aus-einer-kreditklemme-eine-inflationspolitik-wird/6126988.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Februar 18, 2012, 02:33:53
Studie an der ETH Zürich: 737 Firmen kontrollieren 80 Prozent des WeltMarktes, 147 Firmen fast 40 Prozent:
http://www.fr-online.de/wirtschaft/maechtige-konzerne-147-unternehmen-kontrollieren-die-welt,1472780,11055250.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 16, 2012, 16:13:40
Hans-Werner Sinn (Ifo) seiht hohe Haftungsrisiken für Deutschland:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,817004,00.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,820706,00.html

Das sind die Gegenargumente:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/streit-um-target-salden-ein-professor-der-aepfeln-birnen-und-bananen-addiert-1.1310221
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,819819,00.html
http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/geldpolitik-target2-und-was-wirklich-dahinter-steckt/v_detail_tab_print,6318300.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 06, 2012, 21:35:24
Die europäische Finanzkrise erklärt in den Punk Economics:
http://www.youtube.com/watch?v=V5z0rQRdsiE
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Mai 20, 2012, 13:06:14
Hier zeigt sich ein US-Journalist mal verständnisvoll gegenüber der Merkel-Politik.
Time for Greece to say Danke
http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,2115038,00.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 22, 2012, 18:40:27
Ein kleines Schlaglicht auf die Emergency Liquidity Assistance (ELA) der EZB:
http://www.welt.de/wirtschaft/article106342896/In-Europa-schlummern-145-Milliarden-Notkredite.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 27, 2012, 12:05:35
4 Szenarien für die Zukunft des EUro:
http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/8203/eine-italienische-ehe/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Mai 28, 2012, 19:15:48
Italienische Ehe oder deutsche Wiedervereinigung - um nicht zu sagen unser fehlleistender Föderalismus allgemein?

Wer hat eigentlich Deutschland geholfen, als wir uns zur (teilweise verunglückten) Ostangleichung in einem Tempo verschuldet haben wie nie zuvor ein Land in Friedenszeiten? 90/91/92 musste die BRD über acht Prozent bezahlen. Damals war zwar das allgemeine Zinsniveau höher - trotzdem hat unsere öffentliche Finanzen nachhaltig zerrüttet.

Und: Das mögen die Politiker noch so abstreiten, die Währungseinigung ist auch oder v.a. ein politisches und diplomatisches Projekt, das nicht zu trennen ist von eben dieser deutschen Wiedervereinigung. Ich will keine Verschwörung behaupten (das man gezwungen wurde), aber das gemeinsame Geld war auch deutsche Aussenpolitik.

Für mich ist es offensichtlich, dass von Anfang an einige Länder das als kommende Transferunion verstanden haben.


Jetzt sieht es für den Moment so aus, als würde der Euro die wirtschaftliche Hegemonialstellung Deutschlands noch verstärken. Der kranke Mann Europas hat noch mal eine gute Phase und muss dringend eingedämmt werden.

Das steckt auch hinter diesen ganzen Diskussionen. Es ist sich jeder selbst der Nächste, wie es so schön treffend heißt.
 

Mal unter uns, lasst es nicht „die Märkte“ wissen: Wir sind genauso pleite, rechnet man endlich mal die Pensionskosten dazu, für die eben keine Rücklagen gebildet wurden, sieht es richtig zappenduster aus.
Da wird man den deutschen Steuerzahler wohl kaum vermitteln können, jetzt ganz Europa retten zu müssen während er selbst immer drastischer enteignet wird. Vielleicht rührt er sich? Glaube eher nicht, daher:


Was nun kommt: Wie immer eine Mischung aus allen möglichen Optionen, nicht 1,2,3 oder vier wie im verlinkten Artikel. Eurobonds, aber „projektgebunden“, halber Griechenland-Austritt (Parallelwährung? Mit baldigem Wiedereintritt?) und noch viel mehr Transfers nach Süden und Westen und Osten als eh schon. Und die Notenpressen laufen natürlich weiter auf Hochtouren bis es alles platzt.
Und dann geht es richtig los mit der ganzen Krise.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 16, 2012, 12:59:10
Es wir ja befürchtet, dass wir vor dem nächsten Crash stehen.

Was würde eigentlich passieren, wenn die Bank, bei der man Kunde ist, zusammenbräche?
Sparkassen und Genossenschaftsbänke regeln das im Verbund (bisher zumindest immer) vorher. Der Kunde kam immer an sein Geld.
Alle EU-Banken unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100 000 €/Kunde. Mehr kann man absichern, wenn man bei verschiedenen Banken Kunde ist.
Das gilt auch für Tochtergesellschaften von Nicht-EU-Banken, nicht aber für Zweiggesellschaften der Mutterfirma.

Die deutschen Banken haben auch ein Versprechen für alle Einlagen gegeben, die Deckelung pro Kunde sollte für alle Leser hier ausreichen. :) Der Haken ist freilich der, dass man das nicht einklagen kann und wenn wirklich viele Banken pleite gehen, wird es schwierig.

Bleibt noch das Wort der Kanzlerin, das aber auch nicht einzuklagen ist.


Sagen wir mal die Versicherung reicht aus, wie liefe es dann praktisch ab? Der Automat spuckt nichts mehr aus, Überweisungen sind nicht mehr zu machen, wie geht es weiter?
Die Gelder werden zwar zurückgezahlt, das darf aber bis zu 20 Arbeitstage dauern!

Wer also Angst um seine Bank hat, der sollte für diese Überbrückungszeit genug Bargeld vorhalten.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: MacFlieger am Juni 16, 2012, 13:15:46
Mal 'ne ganz doofe Frage dazu:
Du hast die Situation bezgl. des Guthabens beschrieben. Was ist denn mit Schulden? Gibt es da auch eine Obergrenze?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 16, 2012, 15:12:54
Die Schuldner der Bank müssen mit Post vom Insolvenzverwalter der Bank rechnen. Erlassen wird da nichts.

Aber die richtige Analogie wäre eine Verbraucherinsolvenz, und ja, dann müss(t)en Deine/meine Gläubiger je nachdem auf große Werte verzichten. Kommt man mit den Gläubigern zu keiner Einigung, muss/kann/sollte man ein Verfahren eröffnen.
Sechs Jahre muss man den Schuldendienst bedienen, es bleibt einem aber auf jeden Fall ein gestaffelter Freibetrag (Pfändungsgrenze). Danach ist man schuldenfrei, egal wie viel da eigentlich noch zu Buche stünde. Pläne der Bundesregierung für eine Verkürzung auf drei Jahre wurden von der Justizministerin schon vorgestellt.

Das gibt es so seit 1999 und nach geringen Zahlen in den ersten Jahren kommt es zu solchen Insolvenzverfahren über hunderttausendmal im Jahr. Kommt die Verkürzung, wird das sicherlich noch steigen.

Da ist auch besonders prickelnd, wenn man gebürgt hat. Gerade Lebenspartner machen das ja mal gerne, am Ende ist man auseinander und zahlt für den/die insolvente(n) Ex, wenn nach sechs Jahren der Schuldendienst beenden wird. Da ist ja dann meistens noch ordentlich Restschuld vorhanden.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: MacFlieger am Juni 16, 2012, 15:22:11
Äh, in eine Privatinsolvenz wollte ich nicht gehen. :)

Ich meine, wenn die Bank pleite ist, wer übernimmt dann laufende Darlehen? Ich meine, wer bekommt dann die normalen Raten/Tilgungen von mir? Und warum?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Juni 16, 2012, 15:49:03
Ich schätze mal, der Insolvenzverwalter wird mehr wollen als nur weiterhin Deine Raten und Tilgungen. Der wird das gesamte noch ausstehende Darlehen zurück wollen. Wie weit da Insolvenzverwalter behilflich sind (sein können) beim Finden eines neuen Kreditgebers weiss ich aber auch nicht.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: MacFlieger am Juni 16, 2012, 16:37:45
Wie der will mehr als meine Raten und Tilgung haben? Muss der sich  nichtan den Vertrag halten, den ich mit der Bank geschlossen habe?  :o
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 16, 2012, 17:04:22
Ich habe doch geschrieben, dass Du dann Post bekommst. Ich wusste nur nicht, worauf genau Du hinauswillst und habe den Rest drangehängt.

Warum sollten die Schulden verschwinden? Sie sind umgekehrt Vermögen für die Bank und verwertbar. Der Insolvenzverwalter muss sogar darauf zugreifen. Er kann den den Kredit auch  verkaufen, was wohl das wahrscheinlichste Szenario ist.

An den Vertrag muss er/der neue Gläubiger sich schon halten - es sei denn der Schuldner hat ihn gebrochen. Und jetzt wird's dann doch bisschen komplizierter. Hat man nämlich die Tilgung eingestellt, weil man nicht wusste, wohin überweisen -> Vertrag null und nichtig.

Wechselt der Kreditgeber, oder bestehen Unklarheiten, würde ich juristischen Rat einholen. Anscheinend kann man wenn alles unklar ist - oder gar die Schuldner streiten, wer nun das Geld bekommt - auch beim Amtsgericht die Raten hinterlegen, bis die Sache geklärt ist.

Keinesfalls einfach aufhören mit der Tilgung und das Beste hoffen! Vergessen wird man bestimmt nicht!
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Juni 16, 2012, 17:34:14
Muss der sich  nichtan den Vertrag halten, den ich mit der Bank geschlossen habe?  :o

Kaum. Der Partner, mit dem Du den Vertrag geschlossen hast, ist ja in Auflösung. Da hätte das Insolvenzverfahren ja keinen Sinn, wenn weiterhin alle Verträge bedient werden müssten.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 16, 2012, 19:10:59
Das stimmt so m.W. nicht.
Der Vertrag läuft weiter, ein Stellen auf „Fällig“ ist nicht so einfach möglich. Der IV ist quasi temporärer Rechtsnachfolger.

Da es sich meist um jahrelange Verträge handelt, wird der IV den Kredit mit ziemlicher Sicherheit weiterverkaufen, etwa an eine andere Bank unter den Gläubigern oder irgendeinen Hedge Fonds. Darüber muss der Kreditnehmer informiert werden. Auch muss er vor Vertragsschluss über die Verkaufbarkeit aufgeklärt werden und man kann auch versuchen, diese auszuschließen.

Oder aber der IV kündigt mit sechsmonatiger Frist. Dann ist die Restschuld natürlich aufzubringen wie immer.
Anders sieht es natürlich bei notleidenden Krediten aus, deshalb eben unbedingt weiter tilgen. Sonst hat die Bank/IV/Heuschrecke Sonderkündigungsrecht.


In diesem Zusammenhang:

 Vor ein paar Jahren häuften sich Berichte nach diesem Muster, ganz ohne Bankenpleite: Bank hat meinen Kredit an US-Finanzinvestor XY verkauft, der meint er sei fällig und fordert die Gesamtsumme bzw. Grundsicherung (meist das Haus), muss ich mein Haus verkaufen?

Das lag an dem Missbrauch einer Gesetzeslücke. Diese wurde gestopft (http://de.wikipedia.org/wiki/Risikobegrenzungsgesetz).
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 17, 2012, 12:20:34
Werden die auf ihrer Eigenständigkeit beharrenden Völker überfordert, dann steht am Ende dieses Prozesses nicht mehr Integration, sondern Spaltung und Zerfall.

http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/8410/1931/
http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/der-wahre-daseinszweck-der-union-1.17244222
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 17, 2012, 12:20:50
Offensichtlich halten schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme das System als eine Art "Strohfeuer" nur kurzfristig am Laufen - und genauso trifft es zu, dass Sparprogramme die betreffenden Länder in den sozioökonomischen Kollaps führen. Die einzige logische Schlussfolgerung, die aus diesen Fakten und der korrespondierenden Debatte zu ziehen ist, besteht in der Einsicht, dass der Kapitalismus offensichtlich ohne permanente Schuldenbildung nicht mehr funktionsfähig ist. Die Beteiligten auf beiden Seiten der Debatte – die deutschen Sparfanatiker wie die angelsächsischen Keynesianer - können nur deswegen nicht zu dieser Schlussfolgerung gelangen, weil sie die derzeitige Gesellschaftsordnung für ein Naturgesetz halten, das nicht hinterfragbar ist:
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37100/1.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Juni 17, 2012, 13:43:43
Die einzige logische Schlussfolgerung, die aus diesen Fakten und der korrespondierenden Debatte zu ziehen ist, besteht in der Einsicht, dass der Kapitalismus offensichtlich ohne permanente Schuldenbildung nicht mehr funktionsfähig ist.

Als ob es der Kapitalismus wäre, der die Gesellschaften dazu getrieben hat, über ihren Verhältnissen zu leben und hoffnungslose Staatsdefizite anzuhäufen. Und als ob es der Kapitalismus wäre, der nach schuldenfinanzierter Strukturerhaltung verlangt.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 17, 2012, 15:01:42
Das ist für mich eben schon die Frage. Ist die Krise ein Fehler innerhalb der aktuellen Wirtschafts- und GeldOrdnung, oder beschleunigen die Fehler ein in dieser Ordnung angelegtes Muster?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Juni 17, 2012, 17:08:22
Ist die Krise ein Fehler innerhalb der aktuellen Wirtschafts- und GeldOrdnung,

Ich denke, in gewissem Sinne schon, ja. Krisen sind IMO immer Auswüchse von Fehlentwicklungen. Und da es die perfekte Volkswirtschaftsordnung nicht geben kann, sind Krisen letztlich auch unvermeidlich. Und eben auch nicht nur schlecht. Sondern notwendiger Antrieb zur Veränderung und Verbesserung der Ordnung. Aber heute muss man wohl eher sagen: sie wären es oder sollten es sein.

Dazu müsste man sie aber endlich zulassen. Seit Jahren ist von einer Krise die Rede, die aber leider noch nicht stattgefunden hat. Seit Jahren schiebt man deren Eintreten hinaus, weil (fast) niemand die notwendigen Veränderungen und Verbesserungen der Ordnung mögen würde. Wegzaubern kann man sie IMO aber nicht. Sie wird unweigerlich kommen. Und je länger man sie hinaus zögert, um so mehr Korrekturbedarf hat sich angehäuft und umso weniger werden wir alle die notwendigen Korrekturen mögen. 

Für einen Entscheid zwischen Keynesianer und "Sparfanatiker" (die ich allerdings nirgendwo wirklich sehen kann, auch wenn Deutschland dieses Attribut gerne verliehen wird) ist es viel zu spät. Keynes trat für einen azyklisch agierenden Staat ein, nicht für unbeschränkt ausufernde Staatsausgaben. Bei Hochkonjunktur einen eng geschnallten Gürtel. Und ein Verlegen von zyklischen Staatsausgaben und damit eine Erhöhung von Staatsausgaben in Zeiten von Wirtschaftskrisen, um so diese unvermeidlichen Phänomene etwas abzuschwächen. Aber Europa hat während der Hochkonjunktur alles andere getan, als Keynes gehuldigt. Es jetzt plötzlich zu tun, ist im Prinzip das Gegenteil von dem, was Keynes eigentlich predigte.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 17, 2012, 17:16:59
da es die perfekte Volkswirtschaftsordnung nicht geben kann, sind Krisen letztlich auch unvermeidlich

schade
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 17, 2012, 18:39:21
Es wurden ja auch im Kapitalismus schon Etat-Überschüsse erwirtschaftet. Unsereins kennt es nur nicht mehr anders, als das immer mehr Schulden aufgehäuft werden.

Natürlich hat Jeder seine eigene Meinung, warum es diese Schulden gibt. Zu wenig Steuern oder einen zu gefrässigen Staat etc.

Nach meiner Logik steht der Zinseszins auch nicht zwingend in Verbindung mit dem Kapitalismus. Wobei der vielerorts geforderte Negativzins hierzulande ja gerade (mal wieder) stattfindet. Das dürfte tendenziell noch zunehmen durch steigende Inflation.

Die soziale Marktwirtschaft war m.E. ein guter Kompromiss und auch gut nachzujustieren.
Leider haben wir sie aufgegeben.
Erst uferten die Staatsausgaben aus (Staatsquoten von über 50% weisen dann doch eher auf Sozialismus hin, oder?), dann ließ man das Großkapital Befehle erteilen. „Was uns nützt, ist für alle gut!“.
Das da was nicht stimmen kann, sollte jedem halbwegs intelligenten Menschen eigentlich auffallen. Genauso, dass die Aufnahme von Griechenland in die Währungsreform durch nichts zu rechtfertigen ist. Man winkte es durch aus Großmannssucht und dem typischen Politikerreflex: „Ausbaden müssen es dann eh andere.“.

Natürlich generalisiere ich hier. Aber diese ganzen Revolutionen, die wir angeblich brauchen, sind doch Pfeifenträume.
Weder kommen die Vereinigten Staaten von Europa noch kommt irgendeine total neue Wirtschaftsordnung. Es ist ein langer, harter Kampf.

warlord: Die Krise ist schon da, ist man z.B. Grieche oder Ire.


Und die Wahl in Griechenland? Laut Prognose wieder keine klare Mehrheit:
http://www.tagesschau.de/ausland/griechenlandwahl132.html

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 26, 2012, 23:18:03
Finanzministerium errechnet bisherige Bürgschaften mit 320 Mrd. Euro.
Target2, und die Anteile am Risiko der immer mehr zur Bad Bank werdenden EZB nicht mitgerechnet - da kommen ja manche schon auf eine Billion. Eben wurde die Qualität der nötigen Sicherheiten für EZB-Kredite wieder einmal gesenkt auf Schrottniveau. Aber ein Ausstieg wäre noch viel teurer - sagt das Ministerium (http://www.handelsblatt.com/politik/international/euro-rettung-finanzministerium-deutschland-haftet-mit-bis-zu-310-milliarden/6801842.html).

Dann gibt es jetzt noch das neueste Papier (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/entwurf-fuer-eu-gipfel-europaeer-sollen-gemeinsam-fuer-schulden-haften-1.1393450) als Diskussionsvorschlag für den nächsten Gipfel. Klare Tendenz: Mehr Vergemeinschaftung der Schulden.

Merkel meckert zwar (http://www.handelsblatt.com/politik/international/vor-dem-gipfeltreffen-merkel-krittelt-an-eu-reformpapier-herum/6801776.html) mit dem schön missverständlichen O-Ton:
Zitat
es werde keine gesamtschuldnerische Haftung innerhalb der Europäischen Union gebe, „solange sie lebe“.
Gesamtschuldnerisch kann man so oder so verstehen. Das ist ein schönes Schlupfloch.

Das geht jetzt wohl so lange, bis die „Märkte“ auch Deutschland kein Geld mehr leihen. Und dann? Kommen die nächsten leider alternativlosen Notreformen.
Nur mal zur Erinnerung: Wir haben auch selbst massive Probleme. Ganz ohne „noch eine Vereinigung“.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 06, 2012, 12:48:01
Nun wird es wieder interessant, leider ;-(

Sinn Bofinger Schäuble Merkel

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schaeuble-kritisiert-sinns-oekonomen-appell-a-842939.html

Es gab mal ein Schiff welches per Definition unsinkbar sein sollte. Deswegen brauchte man nicht so viele Rettungsboote.

Jochen

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 06, 2012, 14:29:38
Keiner kann sagen, wie genau es weitergeht - oder weitergehen soll.

Ganz klar aber geht der Trend so oder so Richtung Mehrbelastung des deutschen Bürgers.

Frage am Rande:
Warum rettet Italien nicht selbst seine Banken? Die Privatvermögen der Italiener sind jedenfalls äußerst üppig. Einfacher abzukassieren ist aber scheinbar der deutsche Steuerzahler.

Das die schwarzen Löcher der Banken immer größer werden, ist leider absehbar, aber was ist in den letzten fünf Jahren geschehen, um die Gefahren von Bankenpleiten einzudämmen? Die Bilanzsummen wurden nur immer größer.

Ich fürchte in einige Jahrzehnten werden unsere Krisenjahre als Beispiel, wie man es nicht angehen sollte herhalten müssen. Es ist doch allen klar, dass man Bankenpleiten ermöglichen muss, und daher diese kleiner werden müssen. Und das das billige Zentralbankgeld nicht der Wirtschaft zu gute kommt, sondern nur den Banken das Weiterdrehen des großen Rades erlaubt.


Merkel wurde von Monti, Hollande und Rajoy im Verbund mit der deutschen SPD in die Ecke gedrängt und erpresst. Aber es bleibt ihr Fehler, dass sie ihre roten Linien wieder übertreten hat.
Die von ihr nun als Schutzklauseln präsentierten Paragraphen sind in Wahrheit verhandelbar und wird das alles einmal umgesetzt, gilt die einfache Mehrheit - und die liegt nunmal nicht bei Deutschland, Holland und Finnland.

Das man nun die Kritiker in die Populistenecke verweisen will, war ja vorhersehbar - hier kämpft die Regierung um die Deutungshoheit. Es mag nicht alles richtig sein, was darin steht, aber im Zweifelsfalle steckt mehr Wahrheit darin als in den Verlautbarungen unserer Politiker.

 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 06, 2012, 22:24:57
Merkel wurde von Monti, Hollande und Rajoy im Verbund mit der deutschen SPD in die Ecke gedrängt und erpresst. Aber es bleibt ihr Fehler, dass sie ihre roten Linien wieder übertreten hat.
Die von ihr nun als Schutzklauseln präsentierten Paragraphen sind in Wahrheit verhandelbar und wird das alles einmal umgesetzt, gilt die einfache Mehrheit - und die liegt nunmal nicht bei Deutschland, Holland und Finnland.

Diese Dolchstoßlegende Nr. 2  (Nr. 1 siehe hier (http://de.wikipedia.org/wiki/Dolchstoßlegende))  stützt auch dieser Artikel:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article107305282/Dank-SPD-und-Gruenen-wurde-Merkel-erpressbar.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 08, 2012, 14:20:02
Solche historischen Vergleiche sind immer schief, und in diesem Fall auch höchst problematisch.
Das aktuelle Geschehen ist in allen Belangen vollkommen anders als damals.

Ich nehme stark an, Du wolltest keineswegs andeuten, ich stünde in der deutsch-nationalen oder -nationalistischen Ecke wie die Urheber und Verbreiter der Dolchstoßlegende. Bei solchen Vokabeln und Vergleichen schrillen bei mir aber sofort die Alarmglocken. Die Politiker und Meinungsmacher spielen schon genug damit.

Das Geschehen auf dem Gipfel hat übrigens nicht nur der Springer-Verlag so, auch in praktisch allen anderen Blättern wurde das so ähnlich erläutert, nur die Wertungen sind unterschiedlich.


Merkel hat sich ganz klassisch ausmanövrieren lassen, die EU bedeutet eben Verhandlungen und da sollte man schon was drauf haben, auch wenn der Spielraum aufgrund von Beschlüssen daheim begrenzt ist. Konkret hätte man es ja mal endlich zum Schwur kommen lassen können, aber das will ja wieder keiner, lieber immer weiter so tun, als ob…


Ja, und wo stehen jetzt eigentlich die spanischen und italienischen Zinsen? Schon wieder da, wo sie vor dem Gipfel standen. Wie alle Beschlüsse vorher sind also auch diese verpufft (mir ist klar, dass sie erst in Jahren wirken würden).

Die Schweizer Zentralbank hortet unterdessen Abermilliarden Fremdwährungen, um den Franken zu drücken. Allein im Juni wurden fast 60 Mrd. Franken investiert, insgesamt sind's jetzt 365 Mrd, v.a. in Staatsanleihen. Ein riskantes Spiel, aber was sollten sie sonst auch machen? Der Kapitalzufluss in die Schweiz hält trotz Miniaturzins weiter an.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 10, 2012, 22:00:45

   (http://www.welt.de/img/bildergalerien/crop107914978/495872736-ci3x2l-w620/Banken-DWO-iPads-grafik.jpg)
http://www.welt.de/wirtschaft/article107914926/Europas-Banken-taumeln-am-toedlichen-Abgrund.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 18, 2012, 19:08:24
Zitat:

… Noch immer fehlen der Euro-Zone "grundlegende Werkzeuge" zur Bewältigung der Schuldenkrise…

SPON (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/iwf-draengt-europa-zu-umfassenden-reformen-a-845161.html)

Bekomme ich dann auch das Werkzeug damit ich mehr ausgeben kann als ich einnehmen ?

Ich glaube wir werden immer mehr verscheissert ;-(

Steckt da System hinter ?

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 20, 2012, 00:08:55
Bekomme ich dann auch das Werkzeug damit ich mehr ausgeben kann als ich einnehmen ?

Schulden machen, machen, machen. Sterben. Ha, dem System ein Schnippchen geschlagen! ;D
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 25, 2012, 18:50:17
Zwei bis drei Schlagwörter in einem Link:
http://www.tagesspiegel.de/politik/32-billionen-dollar-in-steueroasen-studie-superreiche-verstecken-immer-mehr-geld/6907630.html

Ob aber die Wiedereinführung der Vermögenssteuer dem Einhalt gebieten würde? Wohl eher im Gegenteil!
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 27, 2012, 12:17:16
Ökonomen - Wer vertritt welche Positionen? Eine Übersicht:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/2.220/aufrufe-der-professoren-das-leiden-der-oekonomen-1.1422144
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 27, 2012, 12:18:57
Wählen sie ihren Favoriten! ;D
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 27, 2012, 12:23:37
Ökonomen - Wer vertritt welche Positionen? Eine Übersicht:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/2.220/aufrufe-der-professoren-das-leiden-der-oekonomen-1.1422144

Verstehen/glauben muss man da nicht  ;D

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 01, 2012, 08:44:29
Um den Euro beieinander zu halten sind bisher 1,5 Billionen € geflossen:
http://www.wiwo.de/politik/europa/denkfabrik-die-offene-waehrungsunion/6874408.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 04, 2012, 12:26:42
Große Frage, keine Antwort; oder: Zwei Experten, drei Meinungen:
http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/kommt-sie-oder-nicht-die-angst-vor-der-grossen-inflation/6959218.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am September 03, 2012, 17:21:21
2 Alternativen zur aktuellen Politik der Geldschwemme: Goldstandard oder Vollgeld:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/goldstandard-und-vollgeld-zweifel-am-finanzsystem-a-853621-druck.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am September 07, 2012, 19:19:55
Gestern war die EZB dran, jetzt werden „unbegrenzt“ Staatsanleihen der Krisenländer aufgekauft, einzige Voraussetzung: Sie müssen sich unter die Rettungsschirme begeben oder schon drunter sein und damit (theoretisch) an Reformen gebunden sein.

Da gibt es so einige Probleme:
- Die EZB hat gar nicht das Mandat zu diesen Beschluss. Nirgendwo in den Verträgen steht etwas von der Rettung einzelner Länder bzw. der Senkung ihrer Finanzierungskosten.
- Dem Verbot des Aufkaufs von Staatsanleihen umgeht man durch den indirekten Kauf am Sekundärmarkt, also von Banken. Diese leihen sich also für 0,75% Geld bei EZB, kaufen damit z.B. italienische 5%-Anleihen und verkaufen sie wieder an die EZB. Beliebig wiederholbar. Das soll die Zinsen drücken, aber in Wirklichkeit werden die Anleihen nicht mehr wert, man verschiebt sie nur und dem Steuerzahler das Risiko auf.
- Einzelne Ländern wird die Last abgenommen. Die anderen, die das finanzieren, bekommen diesen Bonus aber nicht, im Gegenteil, deutsche Refinanzierungs-Zinsen werden wohl steigen, weil die Märkte das erhöhte Risiko für Deutschland einpreisen.
- Das es mit den Reformen nicht so klappt, wenn der Druck nachlässt, ist leider immer wieder zu sehen. Zudem sind es oft die falschen Maßnahmen, nur um schnell Löcher zu stopfen, anstatt endlich die Strukturen zu ändern.


Am 12. entscheidet dann wohl das Bundesverfassungsgericht über den ESM, den heute der Ökonom Dr. Gunnar Beck in der Print-SZ als „institutionalisierten Verfassungsbruch“ bezeichnete.
Viel wird ja diskutiert, ob der ESM eine Banklizenz bekommen, also selbst Geld schöpfen soll. Laut Beck eine Scheindebatte, dies wäre faktisch schon so in den Verträgen, da der ESM sich direkt bei der EZB Geld leihen können soll.
Die Gouverneursräte sind immun und haben ein lebenslanges Schweigerecht. ESM-Entscheidungen sind jedem Klageweg entzogen.
Nun lebt Beck in London, wo man die scharfe Debatte liebt, und der Artikel auch polemisch. Draghi wird z.B. als Draghiavelli verunglimpft.

Die erwähnten Probleme konnte ich aber soweit überprüfen.

Insgesamt sieht es also so aus, dass das deutsche oder französische oder griechische Parlament noch exakt null zu sagen hat.

Die Märkte sind sich sicher: Am Bundesverfassungsgericht wird der ESM nicht scheitern. Schauen wir mal. Zumindest ein Volksentscheid erscheint mir bei einem solchen epochalen Wandel zwingend. Denn hier wird eine neue Herrschaftsebene ganz oben eingeführt, die nur sehr, sehr indirekt demokratisch legitimiert ist und sich jeder Kontrolle juristisch und natürlich auch faktisch entzieht.
Das ist nach meinem laienhaften Rechtsverständnis mit dem Grundgesetz nicht zu machen. Aber ich bin ja kein Verfassungsrichter.

 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am September 15, 2012, 16:40:08
Wir sind ja schon wieder ein paar Schritte weiter…

Da wünscht man sich schon maximale Transparenz und gute Erklärungen. Na, auf alle Fälle gibt es jetzt ein Leak gewisser vertraulicher Dokumente, die aber jetzt nicht die große Sensation sind. Vielmehr fragt man sich: Wozu die Geheimhaltung?
http://piratenpartei-bayern.de/2012/09/12/esm-leak-piratenpartei-bayern-veroffentlicht-unter-verschluss-gehaltene-esm-dokumente
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am September 19, 2012, 19:20:46
Hier noch mal die Sicht einse ZinsExponentialisten:
http://www.helmut-creutz.de/aktuelles.htm#Weil
Und hier eine Gegenrede:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=10530
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Oktober 09, 2012, 10:16:56
Florian schrieb im Rententhema (http://www.apfelinsel.de/forum/index.php/topic,5868.0.html) zur Inflation:
Steigt diese nun tatsächlich über mehrere Jahre stark an (was ich persönlich nicht glaube - Stand heute)

Die Finanzierung der Schuldenkrise durch Inflation hat bereits angefangen. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten sind in Deutschland die realen (sprich inflationsbereinigten) Zinsen für "normales" Sparen negativ:

   (http://images.finanzen.net/mediacenter/unsortiert/140612e.gif)
http://www.finanzen.net/nachricht/zinsen/DIPS-Kolumne-Zinsniveau-Quo-Vadis-1911519

Ich denke das ist der Weg den die Politik versucht zu gehen. Die Temperatur im Kochtopf langsam erhöhen, damit die Frösche (wir) nicht rausspringen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 09, 2012, 10:38:46
Hier gibt es ja auch Experten.  ;D

Ein neues Buch von  Hans Werner Sinn (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/die-target-falle-von-hans-werner-sinn-auf-verlorenem-rechnungsposten-a-859508.html) mag hilfreich sein ???

Danke
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 10, 2012, 10:05:20
Finanzsteuer, Finanztransaktionsteuer, was genau ?

Kaufe Wertpapiere für X
Verkaufe Wertpapiere später für X+Y

Steuer zu zahlen auf Y ?

Steuer bekommt der Staat ?

Wieso soll das hilfreich sein Finanzprobleme zu mindern.

Oder verstehe ich da wieder etwas nicht ?

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Oktober 10, 2012, 11:37:47
@Jochen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Finanztransaktionssteuer#Wirkung_auf_den_Finanzmarkt
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Oktober 10, 2012, 11:37:58
Ich glaube nicht, dass nur der Gewinn versteuert werden soll, sondern bereits der Umsatz.

In der Praxis bedeutet es, die Zocker überlegen sich genauer, ob sie mal eben mit einigen Milliarden schweren Ordern versuchen einen Kurs in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen, weil eben schon beim Kauf (und auch beim Verkauf) Steuern fällig werden und nicht erst bei einem evtl. Gewinn.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Oktober 10, 2012, 11:47:00
Kaufe Wertpapiere für X
Verkaufe Wertpapiere später für X+Y

Steuer zu zahlen auf Y ?

Na ja, ist ja alles noch nicht konkret ausgearbeitet. Aber nein, ich denke die Idee ist:

Steuer zu zahlen auf X. Und dann wieder Steuer zu zahlen auf  X+Y.

Zitat
Wieso soll das hilfreich sein Finanzprobleme zu mindern.

Eines der hauptsächlichen Probleme der gegenwärtigen Krise(n) ist ja eine (noch ständig zunehmende) Staatsverschuldung. D.h. die Staaten verteilen bzw. verbrauchen regelmässig mehr Geld als sie einnehmen. Dieses Problem kann man auf zwei Arten lösen: entweder indem die Staaten weniger ausgeben oder aber indem sie mehr einnehmen. Ersteres ist im heutigen Europa so gut wie unmöglich (soziale Kälte..blablah). Bleibt also nur letzteres.

Mehr einnehmen würden die Staaten, wenn die Wirtschaft besser liefe und so mehr Steuersubstrat generieren würde. Dass sie das tut ist aber eher unwahrscheinlich, solange die allgemeine Stimmung durch die überbordenden Staatsdefizite weiter in den Keller gedrückt (-> Teufelskreis) bzw. die Bedingungen und das Umfeld für die Wirtschaft nicht verbessert wird (unwahrscheinlich -> soziale Kälte...blablah).

Also bleibt zur Erhöhung der Staatseinnahmen, neben der von Flo öfters schonmal erwähnten Enteignung, nur die Enteignung-Light: Steuererhöhungen. Und wer böte sich da als "Opfer" neuer Steuern besser an, als eine von der geschürten Volksmeinung quasi als "Feind" eingestufte, leicht zu überstimmende vermeintliche Minderheit: die pösen pösen Spekulanten und Banker?

Und pöse pöse Spekulanten sind selbstverständlich immer nur die anderen. Und nie wir selbst, die wir, wie jedes andere Individuum, an eigenen Vorteilen durchaus immer interessiert sind. Aber dass die pösen pösen Spekulanten eben nicht nur die anderen sind, wird der europäische Mittelstand wohl noch lange nicht schnallen und sich einmal mehr freudig ins eigene Knie schiessen. Aber selbstverständlich waren das dann auch wieder die anderen...

Zitat
Oder verstehe ich da wieder etwas nicht ?

Neid erklärt sehr viel der Vorgänge.

Edit: Typo
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 10, 2012, 11:48:18
Steuer auf Y (also die Kursgewinne) haben wir schon: Abgeltungssteuer (max. ca. 26%).
Zinsgewinne und Dividende oder andere Ausschüttungen sind sowieso immer schon zum persönlichen Steuersatz zu versteuern als Einkommen.

Finanztransaktionssteuer wäre eine Umsatzsteuer auf das gesamte Volumen bei jeder Transaktion. Der angedachte Prozentsatz ist 0,05%.

warlord: Wäre schon für eine Umsatzsteuer auf diese Produkte. Dafür aber die Abgeltungssteuer weg und höhere Freibeträge und Verzicht auf die Vermögenssteuer, die ja ständig gefordert wird hierzulande, aber verfassungsrechtlich problematisch ist, von der Gerechtigkeit und Logik einer Mehrfachbesteuerung mal ganz abgesehen.
Davon würde ich mir eine größere Steuerungswirkung versprechen, hin zu langfristigeren Engagements, weg vom Hochfrequenzhandel.
Warum? Weil dieser die Kurse zu sehr schwanken lässt, nur um daraus Kapital herauszuziehen. Otto Normalbürger stehen diese Instrumente schon mal gar nicht zur Verfügung oder nur zu Konditionen, die sich bei kleinen Vermögen kaum auszahlen. Gleichzeitig erschwert es die korrekte Kursfindung (okay, dies ist umstritten) und läuft manchmal Amok, wie sich immer wieder zeigt, wenn plötzlich de Kurse abstürzen ohne Grund. 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 10, 2012, 12:13:59
@Jochen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Finanztransaktionssteuer#Wirkung_auf_den_Finanzmarkt

Da hatte ich auch schon geschaut  ;D

Ihr erklärt aber viele Dinge manchmal besser.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Oktober 10, 2012, 12:21:11
warlord: Wäre schon für eine Umsatzsteuer auf diese Produkte. Dafür aber die Abgeltungssteuer weg und höhere Freibeträge und Verzicht auf die Vermögenssteuer, die ja ständig gefordert wird hierzulande, aber verfassungsrechtlich problematisch ist, von der Gerechtigkeit und Logik einer Mehrfachbesteuerung mal ganz abgesehen.
Davon würde ich mir eine größere Steuerungswirkung versprechen, hin zu langfristigeren Engagements, weg vom Hochfrequenzhandel.
Warum? Weil dieser die Kurse zu sehr schwanken lässt, nur um daraus Kapital herauszuziehen. Otto Normalbürger stehen diese Instrumente schon mal gar nicht zur Verfügung oder nur zu Konditionen, die sich bei kleinen Vermögen kaum auszahlen. Gleichzeitig erschwert es die korrekte Kursfindung (okay, dies ist umstritten) und läuft manchmal Amok, wie sich immer wieder zeigt, wenn plötzlich de Kurse abstürzen ohne Grund.

Ja, das sind schon Argumente. Da bin ich weitgehend bei Dir.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 10, 2012, 12:21:49

Finanztransaktionssteuer wäre eine Umsatzsteuer auf das gesamte Volumen bei jeder Transaktion. Der angedachte Prozentsatz ist 0,05%.


Ob sich der Spieler schwerer tut, bei 1.000.000 Euro Umsatz dem Staat 0,05 % = 500 Euro zu schenken ?

Wieviel Trinkgeld gebt Ihr im Restaurant ?

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 10, 2012, 12:28:55
Du musst Dir mal das Volumen der Transfers anschauen. Da wird pro Sekunde mehr Geld als man sich vorstellen kann. Insofern käme dann schon was zusammen.

Und man will ja das System nicht etwa beenden, nur mitkassieren.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Oktober 10, 2012, 12:33:40
Und man will ja das System nicht etwa beenden, nur mitkassieren.

Eben, noch mehr virtuelle Einnahmen. "Schmarotzertum"  ;D

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 10, 2012, 15:08:58
Schlimmer finde ich persönlich die Abgeltungssteuer. Sie bestraft auch langfristig orientierte Klein-Anleger.

Gut, wer weniger als die ca. 26% als persönlichen Steuersatz hat, kann natürlich diesen zugrunde legen. Trotzdem finde ich persönlich es unfair. Früher gab es die Spekulationsfrist, diese hätte man ja auch wieder verlängern können (sie wurde mehrmals verkürzt). Das war zielführend. Jetzt kassiert man alle ab, selbst wenn sie nur einen kleinen Aktien-Sparplan für ihre Kinder einrichten. 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Oktober 10, 2012, 15:17:03
Trotzdem finde ich persönlich es unfair. Früher gab es die Spekulationsfrist, diese hätte man ja auch wieder verlängern können (sie

Tja, die Welt ist unfair und böse. ;D

Steuer kann halt immer nur dort kassiert werden, wo Geld vorhanden ist.
Ich finde auch, die Welt sollte dankbar sein, dass ich sie bereichere. Das ich trotzdem Steuern zahlen muss, empfinde ich als unfair und ungerecht.

Und Du, mein lieber Flo, zahlst deine Steuern selbstverständlich zu recht! ;D
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 10, 2012, 15:35:00
Ich will ja auch nicht unbedingt weniger Steuern, sondern bessere, zielführendere.

Zielführend im Sinne von Allgemeinwohl.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Oktober 16, 2012, 19:50:46
Analysen und VerbesserungsVorschläge(!) von 50 Kritikern des Geldsystems zusammengefasst auf 50 Seiten:
http://geldmitsystem.org/Simulation/GeldmitSystem_Text.pdf
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am November 03, 2012, 21:56:53
die Spekulanten halten plötzlich still. Doch die Ruhe ist trügerisch: Am Ende erhalten die Sparer die Rechnung:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/ezb-anleihenkaeufe-der-euro-im-gleichgewicht-des-schreckens-11948620.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am November 20, 2012, 00:11:04
Nachdem jetzt auch Frankreich die Moody's Bestnote verloren hat besteht die AAA-Liga im €uroraum nur noch aus Finnland und dem kartographisch mittelalterlich anmutenden Quartett Deutschland, Österreich, Holland und Dänemark.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Dezember 01, 2012, 17:32:46
Hans Magnus Enzensberger: Der politischen Enteignung der EU Bürger wird die ökonomische folgen:
http://www.derhauptstadtbrief.de/cms/index.php/84-der-hauptstadtbrief-110/147-die-politische-enteignung-der-europaeer
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Dezember 01, 2012, 19:04:44
Da kann ich auch nur beipflichten.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Dezember 02, 2012, 14:50:09
Jetzt schließt Frau Merkel einen griechischen Schuldenschnitt nicht mehr aus, aber natürlich erst nach der Wahl.

Jemandem Geld zinslos zu leihen bzw. die Zinsen zurückzuzahlen und Staatsanleihen zu einem Drittel des Nominalwert zurückzukaufen ist natürlich kein Schuldenschnitt, oder?

Es sind keine amerikanische Truppen in Bagdad.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Dezember 21, 2012, 18:34:22
... wird der Umfang der von den Banken von Oktober 2008 bis 31. Dezember 2011 tatsächlich in Anspruch genommenen Unterstützung der Mitgliedstaaten für den Finanzsektor auf rund 1,6 Billionen EUR (13 % des EU-BIP) beziffert. Der größte Teil (67 %) wurde in Form staatlicher Garantien für Interbankenkredite gewährt:
http://europa.eu/rapid/press-release_IP-12-1444_de.htm

Verstehe ich das richtig: 13 % eines EU-JahresVolkseinkommens wurde von der Staatsgewalt in weniger als 4 Jahren an Banken gegeben? Kann das sein? Auch wenn 2/3 davon "nur" Bürgschaften sind? Und was darf ich unter "tatsächlich in Anspruch genommenen ... Garantien" verstehen?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Dezember 21, 2012, 18:59:57
Danke für den Link!

Verstehe ich das richtig: 13 % eines EU-JahresVolkseinkommens wurde von der Staatsgewalt in weniger als 4 Jahren an Banken gegeben? Kann das sein? Auch wenn 2/3 davon "nur" Bürgschaften sind?

Volkseinkommen hielte ich für leicht missverständlich. Ansonsten korrekt.
Kann man nur hoffen, dass die Rechnung nicht auf einmal fällig wird.

Sehr interessant übrigens, dass 19% ab UK-Banken gehen und je 16% an irische und deutsche. Nicht etwa griechische, französische oder spanische.

Zitat
Und was darf ich unter "tatsächlich in Anspruch genommenen ... Garantien" verstehen?

Ich verstehe da so: Es gibt ja immer solche Töpfe, sprich man stellt x Milliarden Bürgschaften zur Verfügung und es blieb was übrig, man hätte noch mehr an die Banken gegeben, nur die brauchten es nicht.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Dezember 21, 2012, 19:05:09
Welches Mißverständnis befürchtest Du? Volkseinkommen = Sozialprodukt heißt es hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Volkseinkommen


Weitere Links:
http://www.cicero.de/blog/eric-bonse-lost-europe/2012-12-18/tickt-deutschen-banken-eine-zeitbombe
Ohne jegliche Übertreibung kann somit konstatiert werden, dass Deutschlands Wirtschaftswachstum in den vergangenen Jahren größtenteils auf der Anhäufung von Schuldenbergen im Ausland beruhte:
http://www.heise.de/tp/artikel/38/38239/1.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Dezember 21, 2012, 21:39:14
Ganz identisch sind Bruttoinlandsprodukt und Volkseinkommen ja wohl nicht, wie das im von Dir verlinkten Artikel ja auch beschrieben ist.
Gut, mir ging es um was anderes, ich finde das kann man nur auf abstrakter Ebene als Einkommen des Volkes bezeichnen, meinem Empfinden nach. Im Wirtschaftsdeutsch ist das aber wohl gebräuchlich, insofern ziehe ich meinen Einwand zurück.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Dezember 29, 2012, 16:12:26
Was war das noch mal - der Liberalismus? (http://www.nzz.ch/meinung/debatte/was-war-das-noch-mal--der-liberalismus-1.17913066)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Dezember 29, 2012, 18:29:27
Und eine interessante Frage: Verstärkt Regulierung Bankenkrisen? (http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/verstaerkt-regulierung-bankenkrisen-1.17913069)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Dezember 29, 2012, 22:01:46
Verstärkt Regulierung Bankenkrisen?

Eine berechtigter Frage. Eine fundiertere Antwort wäre mir aber lieber gewesen. Daß der Direktor einer Denkfabrik, die auf Initiative von ABB, Credit Suisse Group, Groupement des Banquiers Privés Genevois, Jacobs Holding, Kuoni Holding, McKinsey Switzerland, Nestlé, Novartis, Hoffmann-La Roche, SAirGroup, Sulzer AG, Swiss Re, UBS und Zurich Financial Services zurückgeht (http://de.wikipedia.org/wiki/Avenir_Suisse#Geschichte), diese Frage stellt, hat für mich wenig Neuigkeitswert.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Dezember 30, 2012, 09:44:07
Was war das noch mal - der Liberalismus? (http://www.nzz.ch/meinung/debatte/was-war-das-noch-mal--der-liberalismus-1.17913066)

Ja, weniger (Staat) ist mehr. An den richtigen Stellen versteht sich. Aber davon gibts reichlich.

Beispiel. Der mindere Wert dieser Regelung läßt sich ausnahmsweise genau beziffern: 0,09 € HandyMinutenpreis mal 15 Minuten pro Woche = 1,35 €:
http://www.heise.de/resale/artikel/Private-Telefonkosten-als-Werbungskosten-abziehbar-1768998.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Dezember 30, 2012, 14:04:40
The bureaucracy is expanding to meet the needs of the expanding bureaucracy.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Januar 04, 2013, 15:04:18
Staatsschulden mit kleiner Münze zahlen:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/2.220/haushaltsstreit-in-usa-der-eine-billion-dollar-muenztrick-1.1564755
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Januar 06, 2013, 15:24:40
http://www.welt.de/finanzen/article112420942/Die-europaeische-Notenpresse-geraet-ausser-Kontrolle.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Januar 21, 2013, 18:40:38
Ludger Schuknecht, Chefökonom (Leiter der Grundsatzabteilung) im Hause von Wolfgang Schäuble und zuvor lange Jahre in maßgeblicher Position bei der EZB, hat jetzt in einem bemerkenswerten (noch unveröffentlichten) Paper (dessen Thesen nicht zwingend die seines Ministers sein müssen) gezeigt, wie die Staaten das Versicherungsprinzip weit über den seit Bismarck überkommenen Bereich der Sozialversicherungen hinaus gedehnt haben. Man denke an Solar, Auto (http://www.apfelinsel.de/forum/index.php/topic,3542.0.html), Banken, etc.
http://faz-community.faz.net/blogs/fazit/archive/2013/01/19/der-allversicherungsstaat.aspx
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Januar 26, 2013, 22:38:05
Währungskrieg?
http://www.welt.de/finanzen/article113134772/Furcht-vor-globalem-Abwertungswettlauf-steigt.html


Allmählich erinnert mich die Finanzkrise an die Zeit vor dem 1. Weltkrieg, über den mein Geschichtslehrer ungefähr folgendes sagte: Eine verbreitete damalige Meinung war, die Spannungen zwischen den Völkern werden immer größer. Die müssen sich jetzt mal irgendwie entladen. Eine anderer Abbau als durch Krieg war aber damals nicht denkbar.

Damit möchte ich nicht sagen, daß Krieg droht, aber ich ich meine, es gibt ähnlich wenig Lösungsfantasien für die Finanzkrise wie vor dem 1. Weltkrieg (http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Weltkrieg#Diskussion_um_Kriegsursachen) für die damaligen Konflikte.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Januar 27, 2013, 14:23:40
Damit möchte ich nicht sagen, daß Krieg droht, aber ich ich meine, es gibt ähnlich wenig Lösungsfantasien für die Finanzkrise wie vor dem 1. Weltkrieg (http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Weltkrieg#Diskussion_um_Kriegsursachen) für die damaligen Konflikte.

Und die Schuldfrage wird ja auch schon mit dem gewohnten Kandidaten als Hauptverdächtigen diskutiert. ;D
Ich sehe das alles weit weniger dramatisch.

Es gibt tatsächlich einige wirkliche Brandherde auf der Erde, wo wirklich geschossen und gebombt wird und sich eine weitere Eskalation abzeichnet. In der deutschen Diskussion wie immer, wenn es um strategische oder gar militärische Fragen geht, kaum ein Thema.
Lieber geilt man sich daran auf, wie Deutschland von außen kritisiert wird wegen Finanzfragen.

Ja, die Sparsamkeit der Deutschen! Die kann man ja toll am öffentlichen Schuldenstand ablesen oder unseren tollen Banken oder bei den Privatinsolvenzen. Dann schauen wir noch in die Pensionskostenrechung von Morgen uns sehen: Ohne massive Sparanstrengungen ist die Zukunft für die deutsche Politik nicht mehr gestaltbar.
Soros und co. sind natürlich hochverschuldete Staaten lieber, die ordentlich Zinsen abdrücken und erpressbar sind.
Wird dem Kreislauf Geld entzogen, und sei es noch so wenig, kommen natürlich sofort die Untergangspropheten, die aber alle ihre eigenen Interessen haben.

Währungskrieg:
Natürlich drucken die USA und Japan ordentlich viel Geld. Das hat aber auch die EZB gemacht, und zwar nicht zu knapp!
Und seit vielen Jahren schon wird geklagt, China würde über den politisch festgelegten Wechselkurs künstlich abwerten, ohne das die Beziehungen sich wesentlich verschlechtert hätten.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass man es einerseits natürlich betreibt, andererseits aber nicht ausufernd lässt. Auch China musste ja schon bisschen aufwerten und steht unter zunehmendem Druck - wobei die Europäer das wieder mal den USA überlassen als ginge uns das nichts an.

Das man keine wirklichen Lösungsansätze zu haben scheint, stimmt. Andererseits kann jede Lösung nur über viele Jahre wirken. Denn wir haben ja auch seit 50 Jahren Schulden angehäuft.





Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Januar 27, 2013, 16:52:04
http://www.fuw.ch/article/die-ruhe-ist-einzig-der-ezb-zu-verdanken/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Januar 28, 2013, 21:41:15
http://www.welt.de/wirtschaft/article113177819/Die-Inflation-ist-der-deutsche-Soli-fuer-Europa.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Januar 29, 2013, 11:51:00
Der letzte Absatz ist zwar richtig, aber total unrealistisch. Oder glaubt jemand, dass die Regierung die MwST. senkt und die Sozialleistungen an die Inflation anpasst (und die Renten?!) - nur weil die Inflation steigt?

Die geplante kleine Milderung der kalten Progression ist durch die nun herrschenden Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat derzeit auch nicht realistisch.
 

 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 03, 2013, 18:48:15
Das Schweizer Volk beschließt harte Strafen für exorbitant hohe Gehälter und Vergütungen:
http://www.sueddeutsche.de/politik/volksabstimmung-gegen-die-abzockerei-schweizer-stimmen-fuer-initiative-gegen-gehaltsexzesse-1.1614330
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am März 03, 2013, 19:33:18
Das Schweizer Volk beschließt harte Strafen für exorbitant hohe Gehälter und Vergütungen

Ähm, nicht wirklich. Es beschliesst, dass über die Vergütungen von Management und Verwaltungsrat (entspricht in DE in etwa dem Aufsichtsrat) die Aktionäre zwingend und bindend abstimmen müssen. Widerhandlungen dagegen werden zur Straftat. Es bleibt den Aktionären aber erlaubt, exorbitant hohe Gehälter und Vergütungen abzusegnen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 03, 2013, 21:59:00
Danke für die Klarstellung.


http://m.welt.de/article.do?id=wirtschaft%252Farticle113177819%252FDie-Inflation-ist-der-deutsche-Soli-fuer-Europa
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 10, 2013, 13:02:04
Leider keine Lösungsansätze, aber es stimmt nun mal, wir müssen uns endlich wehren. Nur wie?
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/profit-der-banken-in-der-krise-die-blutspur-des-geldes-1.1620207
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 13, 2013, 18:37:05
Danke Florian. Die eher verfassungspatriotische
Süddeutsche spricht also in obigem Link von der Blutspur des Geldes (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/profit-der-banken-in-der-krise-die-blutspur-des-geldes-1.1620207) und meint die Banken. Ich möchte ergänzen:
Die Zeit meldet Kampf gegen Hunger in Europa, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr (http://www.zeit.de/gesellschaft/2013-03/europa-armut-wirtschaftskrise).
Der Spiegel spricht von Kriegsgefahr in Europa (http://www.spiegel.de/politik/ausland/juncker-spricht-von-kriegsgefahr-in-europa-a-887923.html)

Gehts nur um Klickraten, oder sind die Journalisten verzweifelt, weil sie meinen mit der Beschreibung der Wirklichkeit nicht richtig durchzudringen? Oder sind wir Deutschen (bisher?) einfach zu wenig persönlich betroffen, als das uns das wirklich bewegen würde?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 16, 2013, 16:08:51
Das ist wohl eine Mixtur aus diesen Faktoren und hinzufügen würde ich noch die Sehnsucht nach dem Knall.
Die treibt ja nicht nur Journalisten um, aber diese natürlich besonders… der jetzt schon mehrere Jahre andauernde Schwebezustand am Rande des Abgrunds ist immer schwerer zu fassen.
Hat denn nun wirklich die Notenpresse die Probleme in den Griff kriegen lassen oder wird nur wieder so getan, bis dann auch die Notenbank ihre Mittel ausgeschöpft hat? Bzw., reichen ihre Mittel, kann das Geld wieder eingefangen werden?
Wie sollen Länder mit 50% Jugendarbeitslosigkeit jemals wieder auf die Beine kommen? Ist das nicht schon wie nach einem Krieg?


Jetzt wird Zypern gerettet, und zum ersten mal werden die Einlagen der Kunden teilweise herangezogen.
„Anleger mit Einlagen von bis zu 100.000 Euro müssen eine Abgabe von einmalig 6,75 Prozent zahlen, Investoren mit mehr als 100.000 Euro 9,9 Prozent.“
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/finanzkrise-in-zypern-die-insel-ist-gerettet-das-ersparte-weg-1.1626081#

Die Rettung war ja umstritten, weil die russischen Steuerhinterzieher gerne dort ihr Geld lagern… bzw. lagerten, sie dürften ja längst weg sein. Die wollte man natürlich ungern retten und total entschädigen. Nun trifft es aber alle, auch die kleinen Vermögen. Ich erwarte, dass nicht annähernd so viel Geld zusammenkommt, wie jetzt eingeplant. Schließlich gab es in den letzten Monaten und letztlich noch mal extrem verstärkt Mittelabzug. Dürfte also v.a. die kleinen Leute auf Zypern treffen.

Und was hier der böse russische Mafioso ist vielleicht dann anderswo der böse Ölbaron, Medientycoon, Steuerflüchtling.

Die Grünen gehen ja schon mit der Forderung einer Vermögensabgabe in den Wahlkampf. Dieser anschließen soll sich dann die altbekannte Vermögenssteuer. Wenigstens muss man dann nicht mehr so viel versteuern…
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 17, 2013, 22:52:57
zum ersten mal werden die Einlagen der Kunden teilweise herangezogen

=> Sparkonten sind in der EU nicht mehr sicher. Ob das die Schlagzeile ist, die die Bundeskanzlerin zur nahenden Bundestagswahl produzieren wollte??
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 17, 2013, 23:09:31
Jetzt sagt die zypriotische Regierung, unter 100 000 € würde doch nichts abgezogen.
Und Schäuble betont, diese Idee sei auch nicht von Deutschland ausgegangen. Und überhaupt sei Zypern der totale Sonderfall wegen dem aufgeblähten Bankensektor.

Genau, die anderen Länder sind ja alle total solvent und haben keine Bankenprobleme…

Merkel kann es wohl egal sein, wenn die anderen Parteien schon mit einer Vermögensabgabe Wahlkampf machen.

Man muss nicht unbedingt böser Steuerhinterzieher sein, wenn man irgendwo/irgendwie gerne einen anonymen, und daher nicht pfändbaren, Notgroschen haben möchte. Oder?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am März 18, 2013, 06:46:13
Wenn ich Spanier mit Erspartem wäre, ich würde es heute, noch vor der Arbeit abholen.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 18, 2013, 06:50:50
http://www.sueddeutsche.de/politik/rettungspaket-fuer-zypern-tabubruch-zum-schaden-der-sparer-1.1626835
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 18, 2013, 07:14:20
Wenn ich Spanier mit Erspartem wäre, ich würde es heute, noch vor der Arbeit abholen.

läuft (http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1357013)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am März 18, 2013, 07:23:22
läuft (http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1357013)

Ich meinte eher eine noch hektischere Kapitalflucht, seit den Vorfällen in Zypern.

Eigentlich die einzige Möglichkeit an die Kohle zu kommen. Der Bankkunde bekommt seine Steuern am gleichen Wochenende abgebucht, wie die Aktion in Brüssel beschlossen wurde.

Eigentlich müsste ich jetzt jubeln, aber irgend etwas an der Nummer stinkt mir.

Und ob die Kohle der russischen Schwarzgeldsammler wirklich auf diese Art zu bekommen ist?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 18, 2013, 14:16:38
Wohl kaum. Die Debatte läuft ja schon seit Wochen. Insofern müsste der Oligarch/Mafioso schon recht fahrlässig sein - oder aber nicht recht wissen, wie man es außer Landes schafft.
Ich traue mich wetten, dass diverse Banken diverse Sonderregelungen für diverse Kunden schon vorab angeboten haben.

Generell werden große Aktionen stets an den Wochenenden beschlossen. Komisch eigentlich, dass es solche Pausen noch gibt… zumindest für die kleinen Bankkunden.


Wenden wir den Blick mal nach Italien, das schon wieder massiv in der Rezension steckt.
„Die Wirtschaftskraft des Landes ist seit 2007 stärker gesunken als in den Jahren zwischen 1929 und 1934.“
Und das nach „15 Jahren Stagnation“.
Jeden Tag gehen 1000 Firmen pleite. Der Staat schulden Privatunternehmen mehr als 100 Mrd. €. Und, und, und…
Wieder SZ:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/euro-krise-italiens-wirtschaft-kaempft-ums-ueberleben-1.1624737


Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 18, 2013, 15:03:26
aber irgend etwas an der Nummer stinkt mir

Vielleicht, daß staatliche Einlagensicherung (zu 100% bis 100000 € in Euroländern (http://de.wikipedia.org/wiki/Einlagensicherung#Europ.C3.A4ische_Union)) für Sparkonten in der EU im Zweifelsfall de facto nix wert ist?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 19, 2013, 16:27:13
Ich weiß halt auch nicht. Der Schrecken ist groß, aber wenigstens ist es mal ein Schritt/Schnitt. Begrüßen will ich es nicht, v.a. nicht die Ausgangssituation, es wird ja munter weiter verhandelt.

a) Zypern hat sich ganz offensiv als Anlageplatz beworben
b) Die zypriotischen boten hohe Zinsen, die sie dann u.a. mit hochverzinsten griechischen Anleihen wieder reinholen wollten. Die Kunden sind also sehr wohl auch bewusst höheres Risiko gegangen. Mit dabei übrigens auch deutsche Banken, mit 6 Mrd., die bei einem Staatsbankrott wohl weg wären.
c) Ist für die Zyprioten eine solche Abgabe nicht der wesentlich bessere Weg als jahrelanges Kaputtsparen wie in Griechenland und co.?

Ich denke aber, aufgrund der Alternative (siehe c)) hat die Methode ihren Reiz und wird auch anderen Regierungen irgendwann gefallen. Schon seit Jahren wird ja u.a. behauptet, Italien könne  gar nicht fallen, wegen der hohen Privatvermögen. Auf diese Statements wird jetzt ein neues Licht geworfen.

Davon abgesehen sind an allem so oder so natürlich wieder die Deutschen schuld.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 21, 2013, 13:32:56
Kleine Presseschau zu Zypern:
http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article114623209/Zyprer-lachen-ueber-kalte-Enteignung-in-Deutschland.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/warum-der-zugriff-auf-zyprische-bankkonten-legal-ist-a-889957.html
http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/12162/der-tabubruch/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 21, 2013, 18:41:54
http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article114623209/Zyprer-lachen-ueber-kalte-Enteignung-in-Deutschland.html

Deutsche können und haben auch in Zypern an-legen/gelegt und umgekehrt. Übrigens sind die deutschen Banken mit sechs Milliarden in Zypern engagiert. Und Bürger/Firmen beider Länder gehen wohl in die Schweiz, da gibt es noch weniger Zinsen. Das die zypriotischen Banken mehr Zinsen zahlen mussten, hatte ja einen Grund, den wir jetzt sehen.
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-banken-zittern-um-sechs-milliarden-euro-a-889731.html)

Bin mal gespannt, wie sie jetzt wieder die Banken retten. Um etwas anderes geht es ja sowieso nie. Es steht der Bürger gegen die Finanzmoloche, nicht der Deutsche gegen Zypriot oder Grieche oder wen auch immer. Das die Politik alles tut, dies zu kaschieren, ist ja klar. Und genau darum wird auch die nationale Schiene gefahren - wie immer, wenn man keine Argumente hat.

Wen juckt es denn konkret, wenn die die beiden zypriotischen Pleitebanken keine Hilfe kriegen? Die Anleger bis 100000 € wären in diesem Fall ja geschützt.  Der Rest müsste schauen, was noch irgendwie aus der Insolvenzmasse zu holen ist.
Das wäre marktwirtschaftlich der korrekte Weg, oder? Und genau das Ziel, wo ja angeblich die Politik hinsegeln will. Trau, schau, wem?

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 21, 2013, 23:10:58
Es wird immer unglaublicher.

Nun soll also ein Fonds gebildet werden, dieser wird gefüllt aus mehreren Quellen wie der Kirche (die an einer Pleitebank übrigens ein Drittel innehat), von Goldverkäufen und einem Griff in die Rentenkasse (!!!).
Dieser Fond soll dann Anleihen ausgeben, den Bürgern wird sehr nahegelegt, welche zu kaufen. Also zumindest eine halbe Zwangsanleihe. Gleichzeitig erhöht sich natürlich die Staatsverschuldung - was die Retter-Allianz kategorisch ausgeschlossen hatte.

Derweil ist die eine Bank auch beim besten Willen nicht mehr zu retten. Laiki wird aufgespalten in eine gute und eine schlechte Hälfte, die nächste Bad Bank ist geboren. Die gute Seite geht an die andere Pleitebank (Bank of Cyprus) - und die Bad Bank natürlich an den Staat/Steuerzahler. Alles wie gehabt.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/strategie-in-der-euro-krise-zypern-spaltet-seine-zweitgroesste-bank-auf-1.1630723

Edit: Auch wenn es bisschen viele SZ-Links sind, ich sehe es halt gerade dort (http://www.sueddeutsche.de/geld/studie-der-bundesbank-so-reich-und-arm-sind-die-deutschen-1.1630196)…
Ja, ja, die reichen Deutschen…
Zitat
In Frankreich liegt das Median-Nettovermögen mit 113.500 Euro mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland. In Spanien (178.300 Euro) und Italien (163.900) ist der Wert sogar mehr als drei Mal so hoch. In Österreich liegt er bei 76.400 Euro.

In Spanien haben also genauso viele Leute mehr als 178.300 € Vermögen, wie unter diesem Wert liegen. In Deutschland liegt der Median bei 51.400 €.
Dies liegt v.a. an wesentlich mehr Wohneigentum, wie ich der Pressemitteilung der Bundesbank entnehme.
http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Kurzmeldungen/Fokusthemen/2013_03_21_phf.html


Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am März 24, 2013, 15:33:09
Die Washington Post bietet einen interaktiven Zypern-Bailout-Rechner:

http://www.washingtonpost.com/blogs/wonkblog/wp/2013/03/18/build-your-own-cyprus-bailout/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 26, 2013, 18:50:00
In Zypern wird der Euro ja jetzt auf andere Art als bisher gerettete. Die Insel bleibt kommentarlos?

Dann eben die Anmerkungen von Prof. Martin Klein:
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/zypernmodell100.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 27, 2013, 14:23:21
Ja, nun. :)

Ich finde das alles sehr verwirrend. Was konkret ist jetzt besser als vorher?
Klar, die Kleinsparer hätte man nie belangen sollen! Aber davon abgesehen, verlieren die über 100 000er jetzt „bis zu“ 40% statt 9,9%. Na danke.
Dijsselbloem hat ja schön gesagt, man könne das als Muster sehen, um das gleich wieder zu dementieren.
Tatsächlich denke ich, dass es ohne eine Sonderabgabe oder höhere Besteuerung der großen Vermögen nicht mehr geht, so unsympathisch der Gedanke mit auch ist, weil es ja eh nur wieder den Mittelstand und -schicht trifft.

Tja, und die Laiki wird abgewickelt, mit Massenentlassungen, und die Schrottpapiere landen beim Staat, ähnlich wie hierzulande bei der HRE - die ja fast ohne öffentliche Aufmerksamkeit Milliarden vor sich hin verschlingt.

Das ist wohl überhaupt der Zauberweg. Schattenbanken und Schattenrettung. Dann merkt keiner mehr, dass er eigentlich nur noch für die Superreichen arbeitet.


Edit: Aus der Reihe „Ach, nee?":
„Anleger in Zypern sollen vor der Bankenschließung möglicherweise im großen Stil Geld abgezogen haben.“
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/zypern-unmengen-von-geld-womoeglich-einfach-weg-1.1634449
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 29, 2013, 13:57:06
Endlich habe ich mal wieder einen Vorschlag, nicht zur kurzatmigen Rettung, sondern zur nachhaltigen Sanierung der Finanzmisere gefunden:
http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/essay-es-werde-geld-es-werde-krise/v_detail_tab_print/3205596.html


(Nicht nur) nach meiner Beobachtung dauert es eine Generation bis sich eine neue Idee durchsetzt. Allerdings muss die Idee dafür erst einmal bekannt sein. Zum Beispiel so bekannt, daß sie von den Gegnern ernst genug genommen wird um sie zu bekämpfen.
  Also Ideen her! Hallo Exekutive, Legislative! Hallo Parteien! Und noch mal expliziter: Hallo Opposition! Hallo Wirtschaft! Hallo Wissenschaft! Halo Bürger! Hallo wir selbst! Hallo Idee!

Hallo? Ist da wer?


Schöne Ostern!
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am März 29, 2013, 14:15:31
In früheren Zeiten durften nur gewisse Personen Geld verleihen und Zinsen nehmen.
Sehr oft finanzierten sie den Adel und reiche Leute.
Dann gab's ab und an irgendein Dekret des Königs bzgl. Schuldenerlass und man schaute in die Röhre.  ;D  ;D  ;D

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am März 29, 2013, 17:52:09
(Nicht nur) nach meiner Beobachtung dauert es eine Generation bis sich eine neue Idee durchsetzt. Allerdings muss die Idee dafür erst einmal bekannt sein. Zum Beispiel so bekannt, daß sie von den Gegnern ernst genug genommen wird um sie zu bekämpfen.
  Also Ideen her! Hallo Exekutive, Legislative! Hallo Parteien! Und noch mal expliziter: Hallo Opposition! Hallo Wirtschaft! Hallo Wissenschaft! Halo Bürger! Hallo wir selbst! Hallo Idee!

Ideen zur Lösung spezifischer Probleme gibt es durchaus. Und es gibt sie eigentlich schon seit ewig. Die Naturgesetze haben sich noch nie geändert. So auch die möglichen Lösungen nicht.

Das Problem ist meinen Augen weniger, dass es keine Ideen gäbe. Sondern eher, dass man gar nicht weiss oder sich nicht einigen kann, was man eigentlich will - bzw. dass man alles will, jetzt, und für alle, gleichzeitig und überhaupt. Man will lauter Widersprüche. Man will eine freie Gesellschaft. Gleichzeitig aber auch eine gerechte Gesellschaft. Man will, dass "Verantwortliche" Ihre Verantwortung tragen und für eingegangene Risiken selbst haften.  Allerdings soll das immer nur für Gruppen gelten, denen man selbst nicht angehört. Für Risiken, die man selbst eingegangen ist und für Schlamassel, die man selbst angerichtet hat, sollen bitte andere (je nach Standpunkt die Allgemeinheit, der Staat, die Reichen, "die da oben"...) gerade stehen.

Was es endlich wieder mehr bräuchte sind nicht "grosse Ideen". Es bräuchte endlich wieder mehr Selbstverantwortung. Und etwas Demut. In allen Schichten und auf allen Stufen. Einfach überall wieder mehr die Fähigkeit, sich eingestehen zu können, dass das eigene Vorgehen und die eigenen Taten vielleicht nicht die schlausten waren, die Konsequenzen tragen, etwas daraus lernen und es das nächste Mal besser machen. Und nicht ständig jemanden suchen, der daran schuld sein könnte. Einfach jeder in seinem Bereich. Sei dieser Bereich nun bescheiden oder sei er gross. Die Naturgesetze sind für alle die gleichen. Insofern ist die Welt schon gerecht. Und gerechter als die, kriegt es die Menschheit nicht hin. Mit keinen noch so "grossen Ideen".
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 29, 2013, 23:41:21
Die Gesetzmäßigkeiten nach denen Geld auf die Welt kommt und sich verteilt sind zu 100 % vom Menschen gemacht. Insofern kann ich mit dem Verweis auf die Naturgesetze nix anfangen, da ich ihn nicht verstehe.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am März 30, 2013, 08:34:51
Ja, die Menschheit hat das System des Geldes immer weiter von den Naturgesetzen entfernt. Das stimmt schon. Ursprünglich ja einfach als Einheit geschaffen, welche den Tausch realer Werte vereinfacht, ist es im Verlaufe der Zeit immer stärker mit "politischen" (vermeintlich Gerechtigkeit stiftenden) Aufgaben aufgeladen, immer stärker reguliert und dabei immer mehr von den realen Werten und damit auch den Naturgesetzen entfernt worden. Und auf diesem Weg schreitet man noch immer munter voran. Eben gerade weil niemand (Gross wie Klein) für die eigenen Fehler gerade stehen will und alle erwarten, dass das "System" die Fehler ausbügeln soll.

Aber eben, die Natur des Menschen, also die Naturgesetze, ändert man damit nicht. Und je stärker man die ignoriert und je weiter man sich mit dem System des Geldes davon entfernt, umso fragiler wird dieses System. An mehr Selbstverantwortung führt letztlich kein Weg vorbei. Wir könnten dahin den angenehmeren Weg der Vernunft nehmen und sanft den Level der Selbstverantwortlichkeit wieder erhöhen. (Danach schaut es leider noch überhaupt nicht aus.) Oder wir regulieren munter weiter und weiter bis zu dem Punkt, an dem das System, das sich zu weit von den Naturgesetzen entfernt hat, zusammenbricht und wir mit einem Knall wieder bei den realen Werten und der Selbstverantwortung landen. Der Knall, wie auch immer er genau aussehen wird, dürfte unangenehm sein. Die Selbstverantwortung an sich ist aber nicht. Davor müsste man IMO keine so grosse Angst haben, wie man sie heute hat.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 30, 2013, 14:25:09
Die „Natur des Menschen“ ist aber eben nicht genau bestimmbar. Sie ist veränderlich und setzt sich aus inneren und äußeren Einflüssen zusammen. Und der aktuelle Forschungsstand widerlegt z.B. die jahrelang vorgebrachte These des homo oeconomicus.

Was natürlich nicht verwundert, ist, wenn Menschen von den Möglichkeiten, die man ihnen gibt, auch Gebrauch machen. Gebe ich als jemanden eine Gelddruckmaschine, brauche ich mich nicht wundern und hinterher jammern, dass sie ausgenutzt wurde und das gesamte System erschüttert.

In Deutschland beispielsweise wurden seit den 90ern Stück für Stück fast alle alten Bankenregeln abgeschafft.
Ging es den (West)Deutschen vor 1990, ohne Zertifikate, schlechter? Ist es nicht vielmehr so, dass man sich durch exzessive Verschuldung seit den 70ern und verschärft durch die schlecht umgesetzte Wiedervereinigung erpressbar machte und den Bankern nach der Nase tanzte?

All das, ohne das einen öffentlichen Aufschrei gab. Dann gab man auch noch die eigene Währung her - an sich ja kein grundsätzliches Problem, nur wieder wurde es schlampig umgesetzt und die selbst gesetzten Regeln nicht beachtet.
Wären die Maastrich-Kriterien umgesetzt worden, wie beschlossen, wären viele Länder gar nicht reingekommen. Selbst Frankreich und auch Deutschland haben nie alle drei Kriterien erfüllt!

An der jetzigen Situation war nichts zwangsläufig, großteils hat man aktiv Risiken verneint und oft unwissend oder gar gegen besseres Wissen entschieden.
Ja, auch das ist menschlich. Aber kein Naturgesetz.

Deinen Ausführungen zu Demut und Selbstverantwortung kann ich nur zustimmen. Nur wird man m.E. nicht darum herumkommen, den Marktteilnehmern den Spielraum für exzessives Risiko mit Regeln zu verkleinern.

Und diese Regeln sollen ja sanft verschärft werden. Das dabei wieder bürokratische Regulierungswut wird, ja… das könnte ein unumstößliches Naturgesetz sein. ;)

Was ich sehr interessant finde: Ja, man reguliert etwas die Banken, um das Risiko für die Volkswirtschaften abzumildern - ob wirkungsvoll, wage ich zu bezweifeln.
Aber bei den Schattenbanken etc. macht man nicht mal das. Sie können ohne Regeln machen, was sie wollen. Je mehr man die offiziellen Banken regelt, desto mehr Geld wird in diese Kanäle fließen. 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am April 04, 2013, 13:45:37
Kennt das jemand ?

Enteignung von Bankguthaben.

http://de.ibtimes.com/articles/26271/20130402/enteignung-von-sparguthaben-im-ganzen-euroraum.htm

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Bonobo am April 04, 2013, 21:35:07
http://europa.deutschlandfunk.de/2013/04/04/sie-hassen-uns-wieder/2/

Sehens- und hörenswert!
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am April 04, 2013, 23:44:21
Kennt das jemand ?

Ja, die Katze ist schon länger aus dem Sack. Der Euro-Zentralbanker aus Holland sprang damit seinem Finanzminister  Dijsselbloem bei, der ja unmittelbar nach der „Zypern-Rettung“ das auch so gesagt hatte - um die Äußerung nach einem Riesenaufschrei wieder zurück zu nehmen - wenn das nur ginge!
Schon blöd, wenn die Wahrheit mal so aus Versehen ausgesprochen wird.

Tatsächlich finde ich aber kaum was in den großen deutschen Medien und Knot hat das so gesagt - vielleicht hat das keinen „Neuigkeitswert“ mehr, weil die EZB eh nach Pfeife der Politik tanzt?
Das die International Business Times einen Republikaner zitiert, ist ja mal interessant. Sind die unwissend über deren Hintergrund und Status als Splitter-von-einer-Splitterpartei, oder wollte man unbedingt ein Zitat und kein anderer hat sich geäußert? Nicht mal von der AfD, der Linken oder den Freien Wählern?

Wie auch immer, reuters hatte es gemeldet.
http://www.reuters.com/article/2013/03/29/us-eurozone-cyprus-ecb-knot-idUSBRE92S05P20130329


Allerdings sei gesagt: Es geht es da nicht um eine generelle Vermögensabgabe (wie sie mittlerweile 3½ von 5 im Bundestag vertretene Parteien auf die eine oder andere Weise anstreben), sondern um die Einlagen von Kunden in einer Pleitebank zur Rettung bzw. einfacheren Abwicklung eben dieser.

Ich finde schon, man sollte sich genau informieren, welcher Bank man wie viel Geld anvertraut. Größere Vermögen würde ich definitiv auch in dieser Hinsicht diversifizieren, wenn ich denn überhaupt in Bankspar-Angebote oder gar -Anleihen investieren  wollte.
In Panik braucht man in Deutschland nicht verfallen, wobei wir unsere Bankenstruktur ja kennen und lieben. Sprich es sollte jeder wissen, ob eine Privatbank wirklich so viel besser ist als die genossenschaftliche oder öffentlich-rechtliche. Ja, die gingen auch schon pleite, aber sie sind im Vergleich klein (Bundes- und Landesbanken etc. nehmen wir aus, da kann man auch nichts anlegen), und wurden noch immer von den anderen aufgefangen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am April 13, 2013, 13:30:38
Und mittlerweile ist die Beteiligung der Bankkunden schon offizielle Position des EU-Binnenmarktkommissars Barnier:
Zitat
"Zuerst zahlen die Aktionäre der Bank, als Zweites die übrigen Kapitalgeber, also etwa Anleihebesitzer", sagte er. "Wenn das nicht reicht, werden Sparer mit Guthaben über 100.000 Euro herangezogen. Danach kommen die Mittel aus den künftigen nationalen Banken-Abwicklungsfonds, in die alle Institute einzahlen müssen."

Und dann erst der ESM.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/plaene-des-eu-binnenmarktkommissars-reiche-sparer-sollen-bei-banken-pleiten-haften-1.1648076


Wird hier endlich das Ganze vom Kopf auf die Füße gestellt?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 12, 2013, 16:05:54
Heute mal ein Buchtipp:

Mark Schieritz: Die Inflationslüge (http://www.droemer-knaur.de/buch/7802256/die-inflationsluege)

Der Autor erklärt verständlich, aber aus strenger VWL Sicht, Zentralbankgeld, die Geldmengen M0 bis M3, Eurokrise, die deutsche HyperInflation 1923, VermögensBlasen und dergleichen mehr.

Eine wichtige These des Buches:
"Dass in der öffentlichen Debatte nur die Ausweitung der Geldschöpfung durch die Notenbanken, nicht aber die rückläufige Geldschöpfung der Privatbanken eine Rolle spielt, kommt einem kolossalen Versagen der Wirtschaftsexperten an den Universitäten und in den Medien gleich."

Einen kleinen Einblick in das Buch gibt vielleicht dieser Artikel des gleichen Autors:
http://www.zeit.de/2013/19/finanzmarkt-finanzpolitik-inflation/komplettansicht
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Mai 27, 2013, 19:27:06
Schäuble will nach Berichten (http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/kfw-kreditprogramm-schaeuble-plan-fuer-spanien-schreckt-haushaelter-auf/8261936.html) über die KfW Garantien für z.B. Darlehen der spanischen Schwesterbank ausgeben.
Sprich, man übernimmt noch mehr Risiko.

Allerdings sind die Summen mickrig. Die Rettung der deutschen Banken wird mindestens 70 Mrd. Euro kosten. Link gibt es, wenn ich ihn wieder finde.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Mai 29, 2013, 18:22:17
Apple ist ja groß in der Kritik wegen der Steuersparmodelle. (siehe auch hier (http://www.apfelinsel.de/forum/index.php/topic,2220.msg86205.html#msg86205), ff.)

In Deutschland sieht es so aus:
Von 1992 bis 2008 stiegen die Gewinne der Unternehmen um 140%.
Die Einnahmen aus der Körperschaftssteuer dagegen nur 64%.

Vergleicht man nun BIP und Körperschaftssteuereinnahmen, kommt man in etwa und durchschnittlich (!) auf 20% Realbelastung. Das macht etwa 111 Mrd. € aus und damit ein Fünftel der Gesamtsteuereinnahmen.

Eigentlich müssten es aber 90 Mrd./anno mehr sein. Zudem war noch mehr als eine halbe Billion an Verlustvorträgen möglich.

Die Steuerreform 2008 mit niedrigeren Sätzen aber erweiterter Bemessungsgrundlage hat das Problem anscheinend immerhin etwas vermindert. Vorher wurde noch mehr außer Landes versteuert - oder eben nicht.

Neuere Zahlen liegen leider noch nicht vor.

Zur Pressemitteilung des DIW (http://www.diw.de/de/diw_01.c.421913.de/themen_nachrichten/unternehmensgewinne_laut_bip_um_90_milliarden_euro_hoeher_als_in_der_steuerstatistik.html[/url).
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 02, 2013, 22:07:12
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/banken-lobbying-gegen-transaktionssteuer-eine-steuer-wird-geschreddert-1.1685756
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 03, 2013, 12:44:51
Damals, 2008 - 2013:
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Die-Pluenderung-Irlands--ein-Stueck-in-nobr7-Aktennobr/story/23072100
http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/13540/nicht-nur-irlands-banker/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 17, 2013, 10:52:14
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/studie-zur-bankenrettung-euro-laender-zahlen-ziemlich-viel-lehrgeld-1.1723186
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 17, 2013, 12:24:03
Bei aller damaligen Hektik und demVerhandlungschaos: Das sind doch alles wirklich vorhersehbare Fehler gewesen.
Es bleibt nur die Frage, ob das wirklich unabsichtlich geschah!

Gerade die Frage, wer nun am Ende haften soll, ist ja keineswegs vom Anfang beantwortet gewesen. Erst jetzt, wo man es einsehen muss, dass es nicht mehr anders geht - weil sonst reihenweise die Länder kippen - kehrt man zur eigentlich ganz normalen marktwirtschaftlichen Reihenfolge zurück.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 19, 2013, 14:17:50
Dirk Bezemer, Ökonom an der Universität Groningen erklärt die Finanzkrise in 4 Videos:
http://www.fuw.ch/article/wie-spekulationsblasen-wachsen-und-platzen/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Purt1979 am August 05, 2013, 15:16:03
Ach wisst ihr, wenn ich Bankenkrise lese, dann sträuben sich mir die Haare. Es war doch so: einige Banken wollten das viele Geld noch vermehren und spekulierten. Der Verlust und einige Bankbosse, die sich bereicherten, sorgten für die Krise und das Schlimmste ist, dass immer der kleine "Mann" alles ausbaden muss.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 08, 2013, 19:06:02
" ... einmal mehr belegt, dass es fast unmöglich ist, Verantwortliche für die Finanzkrise zu benennen oder gar schuldig zu sprechen":
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/verfahren-gegen-bayernlb-kaum-zu-fassen-1.1742331
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 25, 2013, 13:46:42
Ich finde es faszinierend, wie die Krise zum Alltag geworden ist und man gerade in Deutschland so tut, als wäre alles überstanden.

Deutschland soll ja angeblich sogar boomen, wie man überall liest. M.E. gilt das nur für den Aktienmarkt. Der DAX erreichte heute 9000 Punkte. Also, alle Kleinanleger, kömmet und treibt ihn weiter hoch, damit die Profis einen noch schöneren Ausstieg haben.
Titel: Jetzt wird es ernst
Beitrag von: Jochen am November 04, 2013, 17:14:38
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/10/17/die-grosse-enteignung-zehn-prozent-schulden-steuer-auf-alle-spar-guthaben/

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am November 04, 2013, 21:44:09
Die Nachricht ist ja mittlerweile überall zu lesen. Sogar auf Seiten, die Meldung (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/hohe-staatsschulden-iwf-denkt-ueber-vermoegensabgabe-nach-12647951.html) und Meinung (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/kommentar-euro-enteigner-12647949.html) noch trennen und sich nicht in ein Fazit wie  „Faschismus mit Ansage“ hinein geifern, um möglichst viele Kommentarbeiträge zu provozieren.


Der Tatbestand ist freilich gegeben. Diese Überlegungen gibt es ja schon länger und natürlich werden sie mit Fortdauer der Krise immer konkreter. Und jetzt sind ja die staatlichen Zinsen größtenteils auch wieder über der Inflationsrate. Da muss also anders abgeschöpft werden.
Gerade den deutschen Sparern dürfte nun allmählich vielleicht klar werden, was die „Schuldengrenze“ wirklich bedeutet.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: MacFlieger am November 05, 2013, 09:40:09
Als Finanz-Unkundiger: Ist da wirklich was dran?

Wenn ja, gehe ich mal davon aus, dass nicht erst bei jedem Guthaben und Schulden gegeneinander aufgerechnet werden, um das reale Guthaben zu ermitteln. Beispielsweise hat man oft bei einer Baufinanzierung sowohl Schulden (das eigentliche Darlehen) als auch parallel Guthaben (Ansparen Bausparverträgen zum Ablösen der Darlehen, endfälliges Darlehen etc.). In dem Fall würde sicherlich 10% von dem Angesparten kassiert werden, obwohl man effektiv eigentlich gar kein Guthaben hat, sondern dieses Angesparte für die Schulden da ist und nur noch nicht "gegengerechnet" wurde.

Bleibt eigentlich nur alles, was man flüssig hat, als Bargeld zu lagern, oder?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am November 05, 2013, 10:08:08

Bleibt eigentlich nur alles, was man flüssig hat, als Bargeld zu lagern, oder?

Brings zu mir, ich habe einen Keller zum Einlagern  ;D

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: MacFlieger am November 05, 2013, 12:31:11
Das Dumme ist nur, dass das meiste Geld bei uns eben nicht flüssig angelegt ist und zur Ablösung von Baudarlehen dient. Selbst wenn ich wollte, käme ich da nicht ran. Wenn da jetzt einfach 10% weg gehen, das Darlehen aber seinen Wert behält, wäre ich gar nicht amüsiert.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am November 05, 2013, 12:46:19
Wir wissen nicht, ob und was da kommt und welche Vermögensarten betroffen wären.

Bei Immobilien ist das doch ganz leicht. Aktueller Verkehrswert minus noch offene Darlehen oder Hypotheken.
Bargeld wäre sicher betroffen, ein Verstecken daheim also Steuerhinterziehung. Auch weiß ich nicht, ob man bei solchen Aussichten wirklich auf die Werthaltigkeit des Euro vertrauen sollte.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, einer solchen Abgabe zu entgehen:
Illegal: Verstecken und hinterziehen, dann wird das gute Geld zu Schwarzgeld
Legal: Alles ausgeben

Nun stellt sich die Frage, ob man vielleicht Dinge kaufen kann, die nicht in die Abschöpfungsmenge fallen und so eine legale Anlagemöglichkeit eröffnen.
Alles, was bei Banken liegt, kann man ausschließen.
Gold und andere Edelmetalle würden wohl auch angezapft.

Also erwarte ich einen weiteren Run auf Oldtimer, teure Uhren und Kunst. Also alles, was schon jetzt teilweise grotesk überteuert ist.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: MacFlieger am November 05, 2013, 14:53:37
Bei Immobilien ist das doch ganz leicht. Aktueller Verkehrswert minus noch offene Darlehen oder Hypotheken.

Da hast Du mich missverstanden. Wobei das ja noch schlimmer wäre, wel alle Immobilien geschätzt werden müssten und man evtl. Geld aufnehmen müsste um von diesem Wert 10% zu zahlen...
Was ich meinte: In unserer Bekanntschaft (und auch bei uns) gibt es oft den Konstrukt, dass für eine Immobilie u.a. ein Darlehen mit relativ geringer (oder sogar keiner? Tilgung aufgenommen wird. Parallel dazu wird ein Bausparvertrag abgeschlossen, der bespart wird. Das ganze ist dann so getrimmt, dass der Bausparvertrag bei Zuteilung das andere Darlehen ablöst. In diesen Fällen hat man also parallel ein Darlehen mit einer großen negativen Summe und gleichzeitig ein Guthaben auf dem Bausparkonto, was man aber nicht wirklich als Vermögen hat, sondern was irgendwann mit dem Darlehen verrechnet wird. Genau das gleiche, als wenn man nur das Darlehen mit höherer Tilgung hätte. Unterschied: Einmal hat man Schulden x mit Guthaben y und das andere mal hat man nur Schulden (x-y). Wenn man jetzt auf diese y 10% zahlen soll...

Zitat
Bargeld wäre sicher betroffen, ein Verstecken daheim also Steuerhinterziehung.

???
Wenn ich Geld zu Hause liegen habe, ist das Steuerhinterziehung?
Oder meinst Du, wenn es ein Gesetz gibt, das 10% auch auf Barvermögen verlangt?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am November 05, 2013, 16:14:06
Mir ist schon klar, wie Häuser oft finanziert werden. Da besteht aber letztendlich auch kein Unterschied.
Du hast das Haus zu x % finanziert und noch mal x % Guthaben auf dem Bausparer, auf der anderen Seite weitergehende Verpflichtungen. Das liegt ja alles in allen Details bei Deiner Bank, die würde halt einfach verpflichtet, mitzuwirken.

Nun war ich etwas voreilig, wie genau das berechnet würde, ist natürlich offen. Aber es geht und ist ja auch schon mal geschehen im Lastenausgleichsgesetz. Das gilt auch für die Schätzungen der Immobilien.
Leider kann ich auf die Schnelle keine genauen Informationen zum damaligen Prozedere finden.


Zum Bargeld: Ja, so meinte ich das. Natürlich kann man Bargeld oder Gold im Keller bunkern. Aber käme so eine Abgabe, müsste man es höchstwahrscheinlich melden. Kann mir nicht vorstellen, dass so eine Lücke gelassen würde.





Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am November 05, 2013, 16:27:19
Zum Bargeld: Ja, so meinte ich das. Natürlich kann man Bargeld oder Gold im Keller bunkern. Aber käme so eine Abgabe, müsste man es höchstwahrscheinlich melden. Kann mir nicht vorstellen, dass so eine Lücke gelassen würde.

Wie unverschämt ist der Staat ? Mit welchem Recht - ich meine Recht und nicht Gesetz - wird das begründet ?

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am November 05, 2013, 16:33:18
Zum Bargeld: Ja, so meinte ich das. Natürlich kann man Bargeld oder Gold im Keller bunkern. Aber käme so eine Abgabe, müsste man es höchstwahrscheinlich melden. Kann mir nicht vorstellen, dass so eine Lücke gelassen würde.

Könnte in der Tat ein Problem mit der Lücke geben.
Die Klientel-Fachpartei für diese Art der Lückengestaltung ist im Moment etwas verhindert. ;D
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am November 05, 2013, 18:46:01
Wie unverschämt ist der Staat ? Mit welchem Recht - ich meine Recht und nicht Gesetz - wird das begründet ?

Allgemeinwohl.
Eigentum verpflichtet, heißt es im GG.

Noch ist es aber nicht soweit, ich sehe in Deutschland eigentlich die Gefahr für noch am geringsten in der €-Zone.

Mal am Rande: Wie seht Ihr eigentlich den Mikrozensus in diesem Zusammenhang? Den mussten ja gerade Wohnimmobilienbesitzer zwingend beantworten. Ganz anonymisiert natürlich.  8)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am November 05, 2013, 19:00:23
Wie unverschämt ist der Staat ? Mit welchem Recht - ich meine Recht und nicht Gesetz - wird das begründet ?

Allgemeinwohl.
Eigentum verpflichtet, heißt es im GG.

Mag sein. Aber dort steht nicht, wie man die Pflicht zu erfüllen hat.

Insbesondere wenn man bedenkt, wie Glücksritter und Pokerspieler das Spiel verloren haben.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am November 06, 2013, 00:25:29
In der politischen Debatte geht es doch seit längerem nur noch um Kinder, Strassen und klamme Kommunen. ;D

Ist ja nicht meine Argumentation, aber die werden es schon so drehen, bis die, die nicht geben wollen, als Asoziale dastehen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am November 06, 2013, 07:22:51
http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/1472204/Nach-IWFAufreger_Wer-keine-Schulden-hat-zahlt
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am November 22, 2013, 20:00:24
Leider in Englisch, aber IMO die bisher beste Erklärung der volkswirtschaftlichen Zyklen:
How the Economic Machine Works by Ray Dalio (https://www.youtube.com/watch?v=PHe0bXAIuk0) (Youtube - 30 Min.)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: MacFlieger am November 23, 2013, 08:38:39
Interessantes Video, danke.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Dezember 21, 2013, 19:29:05
Die große Inflation hat sich ja noch nicht eingestellt. V.a., weil die Banken Smaug spielen.

Falls wir das noch nicht hatten: Hier kann man sich die persönliche Inflationsrate anzeigen lassen, natürlich nicht ganz genau.
https://www.destatis.de/DE/Service/InteraktiveAnwendungen/InflationsrechnerSVG.svg?view=svg

Was ich halt dabei z.B. toll finde: Elektronik wird mit massivem Preisverfall eingerechnet. Aber kauft man anstatt eines 2000 € TVs jetzt wirklich einen gleich guten und großen für 1000 € oder nimmt man den größeren für wieder 2000 €?
Also, ich persönlich habe mir mal meinen Apple-Etat der letzten Jahre angesehen und das ist erschreckend stabil. Natürlich sind die iOS-Geräte dazugekommen, die man früher nicht hatte. Auch so eine Sache: Man hat immer mehr Elektronik, da nützt der Preisverfall dann auch wenig.

Und der Strom… aus weia. Hoffentlich vermurksen die Grokos das nicht noch schlimmer.


Bei den Banken ist alles wieder vor der Krise - die Bilanzsummen schon wieder fast so riesig, und von den Notenbanken brauchen wir gar nicht reden. Bankenskandale am laufenden Band scheinen wieder einmal Bert Brecht rechtzugeben.

Alles in allem fragt man sich nur noch, wann es wieder knallt. Die Blasen sind da, aber wann platzen sie?
Gold dagegen ist nahe am Dreijahrestief. Die Profis sind sich also einig zuversichtlich - leider kennen wir das nur zu gut.

Wer dagegen jetzt noch zum alten MwST.-Satz Silbermünzen kaufen will, ist zu spät dran. Alles ausverkauft. Vielleicht bekommt man vor Ort noch ein paar, aber mal eben ein paar Rollen? Wie vom Markt gefegt.

Wie auch immer, mir geht es so: Ich lese immer mehr Wirtschaftsartikel, aber gescheiter werde ich dabei nicht.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Februar 03, 2014, 20:28:34
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/henrik-mueller-ueber-janet-yellen-mario-draghi-und-die-ezb-a-950610.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Februar 09, 2014, 14:01:21
Die gängige Analyse sagt: Beschluss und Ankündigung der EZB notfalls unbegrenzt (http://de.wikipedia.org/wiki/Outright_Monetary_Transactions) StaatsAnleihen von Euroländern aufzukaufen hat die Spekulation gegen den Euro beendet. Für das deutsche Bundesverfassungsgericht ist der Fall eigentlich klar, spätestens die Ausführung des Beschluss verletzt die Budgethoheit des deutschen Parlaments. Es hat sich aber mMn nicht getraut den EZB-Beschluss für Deutschland aus- (sowie dem Euro schwer zu-) zusetzen) und die Sache an den Europäischen Gerichtshof weitergeleitet. Vom EuGh wird allgemein erwartet, daß er pro EZB entscheidet:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ezb-anleihenkaeufe-verfassungsgericht-gibt-kompetenzen-an-eugh-ab-a-952045.html
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-die-angst-der-verfassungsrichter-12790009.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Februar 09, 2014, 16:30:28
Es gibt zwei widersprechende Richterstimmen, die meinen die Klage hätte ganz abgewiesen werden sollen. Weil nämlich diese Frage allein den Gesetzgeber angeht.

Also das Parlament, das in dieser Frage regelrecht entmachtet wurde, auch mit schleichender Mithilfe des Verfassungsgerichts. Immer nur hinterher urteilen „Bis hierhin und nicht weiter“ ist einfach zu wenig.

Nun ist ein Gericht sicher nicht der Gesetzgeber, und gerade das BVerfG hat sich manchmal ganz schön weit in diese Richtung vorgewagt.

Wie auch immer, die Richtermehrheit meint auch, dass das Aufkaufprogramm mit ein paar mehr Auflagen schon in Ordnung gegen könnte. Man hat dem EuGH also eine schöne Brücke gebaut und umschifft so noch einmal die Konfrontation.
 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Februar 21, 2014, 23:52:17
Die Bitcoin-Sache ist ja reichlich durchgestartet. Mining lohnt sich nur für Botnetz-Betreiber und andere Gesellen und vielleicht die paar, die dauernd neue Hardware ordern und die sofort veralteteten Spezialrechner nach ein paar Wochen wieder abstossen, ein ewiger Kreislauf. Eine Lieferverzögerung und man gerät in die Miesen.

Klar, dass da andere leichter verdienen wollen und neue Krypto-Währungen erschaffen. Schließlich errechnen sich die Münzen anfangs schnell und am Anfang dabei sein ist alles.

Eine davon ist dogecoin. Nun kaperte ein Hacker einen Supercomputer der Harvard Universität zum Mining:
http://arstechnica.com/tech-policy/2014/02/harvard-supercomputing-cluster-hijacked-to-produce-alt-cryptocurrency/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Hanna am Februar 28, 2014, 02:17:07
Hi zusammen, das mit der Bankenkrise ist doch meiner Meinung nach alles nur gespielt, um die Wirtschaft besser steuern zu können.
Da wird bei einer Krise immer etwas reguliert und ein paar Jahre später passiert dann der gleiche Fehler erneut.

Lg Hanna
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 27, 2014, 16:55:39
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ungleichheitsforscher-thomas-piketty-das-kapital-ist-zurueck-1.1917835
Titel: Europas Notenbanker beschließen Minuszinsen
Beitrag von: Jochen am Juni 05, 2014, 19:10:03
Und nun ? ;-( ! ;-)

Geld nun wieder im Sparstrumpf? (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ezb-senkt-leitzins-und-beschliesst-minuszinsen-fuer-banken-a-973571.html)

Jochen
Titel: Re: Europas Notenbanker beschließen Minuszinsen
Beitrag von: Florian am Juni 05, 2014, 23:57:30
Und nun ? ;-( ! ;-)

Lernen und akzeptieren, dass Risiko und Zinsen zusammenhängen.
Titel: Re: Europas Notenbanker beschließen Minuszinsen
Beitrag von: Jochen am Juni 06, 2014, 05:47:26
Und nun ? ;-( ! ;-)

Lernen und akzeptieren, dass Risiko und Zinsen zusammenhängen.

Das war doch schon immer so.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 06, 2014, 08:48:19
Habe ich gelernt, aber akzeptiere ich nicht: Das Risiko von Anderen macht meine Zinsen real negativ. Sehe ich wie der Chef der britischen Notenbank:
http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/34897/ein-notenbanker-uebt-gesellschaftskritik/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Juni 06, 2014, 10:38:28
Habe ich gelernt, aber akzeptiere ich nicht: Das Risiko von Anderen macht meine Zinsen real negativ. Sehe ich wie der Chef der britischen Notenbank:
http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/34897/ein-notenbanker-uebt-gesellschaftskritik/

Hmm, ist der Marktfundamentalismus nun schon soweit hergeschrieben worden, dass selbst Notenbanker schon daran glauben? Sorry, aber Marktfundamentalismus gibt es doch seit den 1930er nicht mehr. Schuld daran, dass gewisse Kreise keine Verantwortung mehr für Ihr handeln übernehmen müssen, ist doch nicht Marktfundamentalismus, sondern im Gegenteil Eingriffe in den Markt und Beschränkungen des Marktes. 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 09, 2014, 08:46:31
Oha. Ich stelle mir aber die Frage was Mark Carney mit Marktfundamentalismus genau meint? Hier eine originalPassage aus der Rede:
"Market fundamentalism – in the form of light-touch regulation, the belief that bubbles cannot be identified and that markets always clear – contributed directly to the financial crisis and the associated erosion of social capital."
Als Analyse der Ursachen ist mir das aber auch, ich sag mal, viel zu kurz.

Ich wollte vielmehr diese Analyse des Ist-Zustandes durch einen Notenbanker heraussetellen:
"Within societies, virtually without exception, inequality of outcomes both within and across generations has demonstrably increased." … "Bankers made enormous sums in the run-up to the crisis and were often well compensated after it hit. In turn, taxpayers picked up the tab for their failures. That unjust sharing of risk and reward contributed directly to inequality but – more importantly – has had a corrosive effect on the broader social fabric of which finance is part and on which it relies.»"
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 09, 2014, 08:48:14
Bankenkrise
http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/34932/europas-fettleibige-zombies/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Juni 09, 2014, 09:17:04
Oha. Ich stelle mir aber die Frage was Mark Carney mit Marktfundamentalismus genau meint? Hier eine originalPassage aus der Rede:
"Market fundamentalism – in the form of light-touch regulation, the belief that bubbles cannot be identified and that markets always clear – contributed directly to the financial crisis and the associated erosion of social capital."
Als Analyse der Ursachen ist mir das aber auch, ich sag mal, viel zu kurz.

Ich wollte vielmehr diese Analyse des Ist-Zustandes durch einen Notenbanker heraussetellen:
"Within societies, virtually without exception, inequality of outcomes both within and across generations has demonstrably increased." … "Bankers made enormous sums in the run-up to the crisis and were often well compensated after it hit. In turn, taxpayers picked up the tab for their failures. That unjust sharing of risk and reward contributed directly to inequality but – more importantly – has had a corrosive effect on the broader social fabric of which finance is part and on which it relies.»"

Ja, soweit die Kritik die Ungleichheit von Rahmenbedingungen betrifft, gehe ich mit ihm einig. Nur sehe ich halt überhaupt nicht, inwiefern daran der Markt oder gar Marktfundamentalismus schuld sein soll. In meinen Augen ist es genau das Gegenteil. Es waren und sind staatliche Beschränkungen und Eingriffe in den Markt. Oder anders gesagt, ungeschickte Bemühungen Ungleichheiten zu verhindern sind die Hauptursache der Ungleichheiten. Ungeschickt in dem Sinne, als allzu oft eine Gleichheit des Resultats, anstatt eine Gleichheit der Rahmenbedingungen angestrebt wird.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 11, 2014, 14:21:21
Zinsen/Risiko:

Was ich meinte, ist das sich ja nun wirklich gezeigt hat, dass alles, aber auch wirklich alles unternommen wird, um den Euro zu retten. Bisher gab es einen Schuldenschnitt - nötig wären viel mehr, nicht nur in Griechenland. Doch dazu wird es nicht kommen, lieber lässt man einen Teil der Bevölkerung verhungern.
Wo ist also das Risiko?
Griechische Staatsanleihen. Die sind zwar nicht mehr so lohnend, aber 5,61% auf Zehnjährige sind noch drin! Zu riskant, okay! Australische mit Währungschance/-risiko? 3,77%. Türkei mit ordentlicher Inflation: 8,66%.
Und selbst Festgeld (bis 100000 sehr sicher) bringt im Euroraum bis zu 3,10%/anno bei drei Jahren Anlagebindung, deutlich über der offiziellen Inflationsrate von derzeit 0,9%. Okay, bei deutschen Banken sind es max. 2,1%.

Und überhaupt wollte man den Negativzins doch eh lange mal ausprobieren.

Es wurde aber gar nicht der Leitzins unter Null gesetzt!
Sondern der Einlagezins der Banken bei der EZB.

Aber die Banken werden lieber diese Miniverluste hinnehmen als das Geld in marode Firmen zu stecken, v.a. wenn dann noch die Politik nichts auf die Reihe bringt wie in weiten Teilen Europas.
Überhaupt spielt die EZB den Schizo. Ist sie doch gerade dabei den Banken die riskanteren Kreditgebungen auszureden!
Und außerdem reichen die Banken die Kosten natürlich an die Kreditnehmer weiter.

Also sehr fraglich, ob die Maßnahme etwas bringt oder sogar schadet.


Zurück zum Sparer: Ich verstehe die Deutschen sowieso nicht.
Abermillionen haben Kapital-Lebensversicherungen. Nach dem extrem renditeschwachen Sparbuch die zweitbeliebteste Anlageform. Mittlerweile hat die Politik ja bisschen was verändert, aber Tatsache war und ist: Sie ist nicht handelbar, sie kostet hohe Gebühren und wenn man das Geld schnell braucht, kriegt man knüppelharte Abschläge.
Merkmale einer Hochrisiko-Anlage!
Und wer verdient daran absolut fantastisch (zumindest bis vor kurzem)? Z.B. die Allianz. Deren Aktien will aber niemand dieser Kunden haben, weil ihnen zu riskant.  ::) Dividendenrendite derzeit 4,07%.

Ach, und wo gehen eigentlich die ganzen schönen Kursgewinne und Dividenden der Aktien hin? Genau, ganz überwiegend ins Ausland und an wenige ultrareiche deutsche Familien. Das ist auch ein großer Teil an der stets beklagten und wachsend ungleichen Vermögensverteilung.

Ich will nicht schon wieder eine Grundsatzdiskussion über Aktien und andere Dinge führen, aber warum soll der Anleger es so einfach haben, während der Arbeitnehmer - nun, eben arbeitet? Bisschen Risiko und Hirnarbeit ist ja wohl nicht zu viel verlangt - ob man dann Aktien kauft oder nicht. Rendite gibt es noch.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 13, 2014, 22:48:27
Rendite gibt es noch.

Aber nicht mehr für Alle.

Sondern nur mehr für riskante Hirnarbeiter. Wären alle so schlau würde es nicht für alle reichen, sondern wiederum nur für die Schlauesten.


Blick zurück in die jüngste Geschichte:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-notenbank-liess-geldscheine-mit-flugzeugen-einfliegen-a-975063.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 19, 2014, 12:54:56
Aber nicht mehr für Alle.

Gab es noch nie.
Und die Zinsen müssen schließlich auch erwirtschaftet werden. Meist von anderen.


Zitat
Sondern nur mehr für riskante Hirnarbeiter. Wären alle so schlau würde es nicht für alle reichen, sondern wiederum nur für die Schlauesten.

Und warum sollte man ohne Risiko Zinsen bekommen?
Und Hirnarbeiter… nach ich weiß ja nicht. Bisschen informieren und dann geht es doch, man muss halt mal überlegen, welche Investmentmöglichkeiten für einen selbst Sinn machen. Das ändert sich ja nicht alle zehn Minuten.



Schattenbanken/fonds, wie alle vorhersagten, ein Riesenproblem:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/schattenbanken-das-billionen-dollar-problem-1.2004254
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 19, 2014, 20:00:44
Aber nicht mehr für Alle.

Gab es noch nie.

Ich meine des deutschen liebste Geldanlage: Sparkonto, Tagesgeld, Bundesschatzbriefe, kapitalbildende Lebensversicherung:

   (http://p5.focus.de/img/fotos/origs352916/5408434579-w1280-h960-q72-p4/Enteignung-2.jpg)
http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/tid-27577/vermoegen-geldraub-nein-danke-wie-die-niedrigzinsen-die-altersvorsorge-gefaehrden_aid_832880.html

   (http://p5.focus.de/img/fotos/origs3540492/1742688425-w467-h228-o-q75-p5/.jpg)
http://www.focus.de/finanzen/boerse/anlagedesaster-der-einschnitt_id_3540439.html

Zitat
Bisschen informieren und dann geht es doch

Aber z. Zt. nur für die schlauesten 20 %. Die anderen schauen im Gegensatz zu früher in die Röhre. Und wenn diese 80 % Alle das machen was die 20 % Schlauen machen, dann sinkt die Rendite und nur die dann noch Schlaueren haben real keinen Negativzins.

Zitat
Und die Zinsen müssen schließlich auch erwirtschaftet werden. Meist von anderen.

Genau.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 20, 2014, 19:15:13
Da habe ich marginal andere Zahlen, aber ja, die Entwicklung geht ganz genau in diese Richtung.

Aber: Die 90er waren eine absolute Sondersituation, da durch die Wiedervereinigung Deutschland enorme Zinsen zahlen musste. Zudem bewegte man sich international in einem Hochzinsumfeld. Das hat das Volk enteignet, die Sparer freuten sich. Gerechter?

In der Krise ist, wie gesagt, eines für mich klar geworden: Den Herrschende ist der Euro wichtiger als die Menschen. Er wird um jeden Preis verteidigt und genau daran liegt das ja teilweise auch mit den Minizinsen. Es sind eben Unmengen Geld im Umlauf, Angebot und Nachfrage, ganz klassisch.

Politik und EZB wollen, dass mehr von diesem Geld wieder mehr in die Wirtschaft fließt - sich also in Investitionen materalisiert, um es mal so zu sagen.
Das wird so nicht funktionieren, aber selbst wenn wird die Inflation sehr schnell anziehen und die Zinsen wieder steigen.

Und der kleine Mann mit etwas Geld? Seit Anfang der Krise sind fast alle Sachwerte doch heiß begehrt und Immobilienkredite enorm günstig während vielerorts die Hauspreise steigen. Da wurde auch viel privates Vermögen geschaffen. (Nur halt wieder bei wem…)
Wer natürlich mittelprächtig verdient und keine Kredite bekommt, seine 5000 in Gold angelegt hat beim Höchststand - dem kann keiner helfen.

Was soll er denn machen? Kommt ganz darauf an! Aber wer langfristig fürs Alter und oder Notfälle vorsorgen will, kommt an einer vernünftigen Überlegung doch nicht vorbei, auch nicht bei 100,- im Monat.
Ja, vielleicht sind es 20%, was ganz, ganz schlimm ist. Eigentlich sollten es alle sein.

Und mir ist klar, dass es Menschen gibt, die nichts zurückzulegen haben. Denen sind die Minizinsen aber auch egal. Und Kreditnehmer aller Einkommensschichten profitieren massiv. Aber die zählen ja nicht in der Diskussion, nur der brave Kleinsparer. Er wird überhöht und ist positiv besetzt, und so zum Vorbild. In anderen Ländern sind viele Leute stolze Aktionäre und wissen, dass es auch mal abwärts gehen kann. Da sind dann -0,3% im Jahr nicht mehr so das Drama.

Hört sich jetzt wahrscheinlich alles etwas harzherzig an. Ich kenne auch sehr intelligente Leute, die um keinen Preis Aktien oder sonst irgendwas anfassen würden. Respektiere ich schon. Ja, die haben ein Problem. Und klar ist alles unter 0% real eine Umschichtung zu ihren Ungunsten. Das kritisiere ich auch, aber das ganze Bild ist auch interessant, finde ich.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: warlord am Juli 24, 2014, 18:07:45
Der gefühlten und tatsächlichen Ungleichheit auf den Zahn gefühlt:

http://www.iwkoeln.de/de/presse/pressemitteilungen/beitrag/einkommensverteilung-haeufig-eine-falsche-vorstellung-175083
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 24, 2014, 22:48:38
Interessant, bestätigt auch meinen Eindruck über die herrschende Diskussion.

Was mir an der Studie allerdings fehlt, ist der Faktor Zeit. Hat sich da etwas verschoben, und wie groß sind eigentlich die Abstände zwischen ganz oben und ganz unten? Ja, hat es, und ja, sie sind größer geworden.
In Deutschland kommt die Angst vor dem raschen Abstieg (Hartz IV) hinzu, früher war das für langjährig Sozialversicherte so kein Thema.

So entstehen dann eben solche Eindrücke. Gut dazu passt auch der immer stärker um sich greifende Distinktionswahn gegen unten.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 09, 2014, 19:34:27
Hier war ja schon von Bitcoins die Rede. Die sind ordentlich eingebrochen und keiner weiß recht, warum. Die Intransparenz hat eben auch Schattenseiten.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bitcoin-im-Sinkflug-Schwaecheanfall-auf-dem-Weg-in-den-Mainstream-2413477.html

Und das Mining ist schon vor langer Zeit ins Absurde gerutscht. Wer kennt nicht Leute, die auf der Grafikkarte minen? Da freut sich nur der Stromlieferant.


Zurück zu den Banken.
Irgendwie ist ganz schön untergegangen, dass die EZB jetzt nicht nur staatliche Schrottpapiere anhäuft, sondern auch noch private! Diese ABS waren damals auch der Auslöser für die ganze Chose.
Ist das wirklich so? Hier mal eine Meinung der FAZ:
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/anleihen-zinsen/abs-kauf-durch-ezb-schrottpapiere-oder-nicht-13186492.html

Es ist eben alles nicht so einfach. Aber klar, alles ist ein Risiko und wieder wird dieses sozialisiert um die Banken zu stützen oder sie zu mehr Kreditvergabe zu bewegen.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 26, 2014, 19:35:45
Die Ergebnisse des Bankenstresstests sind nun endlich veröffentlicht.
25 von 130 europäischen Banken sind durchgefallen, allerdings zum Stichtag. Mittlerweile haben 12 davon genügend zusätzliches Kapital angehäuft. Bleiben Dreizehn! ;D
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/euro-zone-banken-scheitern-im-stresstest-1.2191619
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 28, 2015, 13:27:28
http://www.fuw.ch/article/zentralbanken-agieren-wie-der-einaugige-unter-blinden/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 27, 2015, 18:35:27
Aus aktuellem high-noon-Griechenland Anlass, ein Blick von außen auf die Eurozone:
http://www.theguardian.com/commentisfree/2015/jun/23/griechenland-eurozone-deutschen-einheitswahrung
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 29, 2015, 00:00:52
Ich denke man kann schon sagen, dass der Euro den Anpassungsdruck in Richtung niedrigere Lohnstückkosten erhöht bzw. beschleunigt hat.
Aber zu sagen, den gäbe es ohne Euro nicht, ist auch wieder Unsinn. Ich will ja nicht die große Globalisierungsdebatte lostreten, aber das Europäer nicht nur untereinander konkurrieren dürfte wohl bekannt sein.

Zum anderen kann man auch nicht einfach sagen, dass es ohne Euro den Leuten finanziell wirklich besser ginge. Was hätten etwaige Abwertungswettläufe angerichtet? Wo stünde z.B. die Mark heute und was würde das für die deutsche Exportwirtschaft bedeuten?

Klar ist nur eins - wenn irgendein europäisches Land seine Produkte verbilligt, schlägt das in der Tat ohne Filter auf alle durch. Darum sollte man das auch harmonisieren. Aber alle diesbzgl. Bestrebungen, auch von Deutschland, sind gescheitert oder auf die ganz lange Bank geschoben worden, gleich neben der Sarkozyschen Mittelmeerunion.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 02, 2015, 14:20:33
Wenn dass die richtige Übersetzung des Referendum ist welchen die Griechen zu - oder ablegen können, bin ich froh dass ich kein Grieche bin.

Hier ist die deutsche Übersetzung der Referendumsfrage, die die Griechen am Sonntag beantworten müssen.

Muss der Entwurf einer Vereinbarung von Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds akzeptiert werden, welcher am 25.06.2015 eingereicht wurde und aus zwei Teilen besteht, die in einem einzigen Vorschlag zusammengefasst sind?

Bei wem eingereicht?
Wie sieht der Text der Entwurfs aus?
Was ist Entwurf und Vorschlag?
Wo kann man das "offizielle" Papier nachlesen, nicht das was immer in den Medien veröffentlicht wird?

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 02, 2015, 19:57:26
Die momentan von Syriza-Getreuen stark angegriffene, anonyme Karikaturistenlegende Arkas übersetzte das so:
Zitat
Wie hoch ist das Pro-Kopf-Einkommen in Uganda?
Ja/Nein.

So eine Abstimmung mit solch kurzer Vorlaufzeit (praktisch: keine internationalen Beobachter), extremer Propaganda der Regierung und unverständlicher Frage, die gar nicht direkt um ein Gesetzesvorhaben geht, entspricht nicht den Standards einer Demokratie. Was man hier als urdemokratrisch hinstellen will, ist nichts weiter als die totale Bankrotterklärung der populistischen, ja man kann wohl sagen: demagogischen griechischen Pseudoregierung.
Man kann nur hoffen, dass die Leute anderswo das Muster erkennen und endlich aufhören solche Rattenfänger zu wählen.

Nicht das ich missverstanden werde: Sicher sind weitere Kürzungen eher nicht sinnvoll. (In die Zukunft kann ich nicht blicken, bin kein Ökonom.)
Aber die nationalistische Aufwallung, die Griechenlands Regierung betreibt sollte wirklich jedem eine Schauer über den Rücken jagen. Zumal es ja leider nicht nur dort so ist. Kein Wunder, dass die angeblich linke Syriza ohne große Diskussion mit einer rechtspopulistischen, manche sagen -extremen, Partei koaliert hat. Eine deutsche Linke stört das komischerweise wieder gar nicht - aber gut, der Großreichträumer Putin ist ja auch deren Held. Bei uns wären seine Positionen außerhalb der NPD nicht mehrheitsfähig. Man reibt sich wirklich die Augen.

Auch Europa und die (widerwillig) Merkel-geführte Rettungspolitik ist gescheitert und man steht wieder da, wo man 2011 schon mal stand:
Ohne die Einführung eines modernen Staatswesens wird das nie was. Daran scheitert seit Jahrzehnten doch auch Entwicklungshilfe.

 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 03, 2015, 02:39:34
Und nun? Der Premier besucht - warum auch immer - den Verteidigungsminister (gestellt von den Rechtspopulisten), der äußert sich:
„Für die Innere Sicherheit sind die Streitkräfte zuständig.“

Überhaupt munkelt es auf vielen Kanälen, dass ein Militärputsch bevorstehen könnte, v.a. wenn es doch noch zu Unruhen kommen sollte - nicht unwahrscheinlich, wenn die Banken gar nichts mehr auszahlen können.

Persönlich glaube ich zwar nicht daran, aber mit dem Gerede soll doch Unsicherheit geschürt werden, vor einem angeblich enorm wichtigen Referendum. Als wäre die Lage nicht prekär genug.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 05, 2015, 10:09:40
http://de.engadget.com/2015/07/05/paypal-und-app-stores-funktionieren-in-griechenland-nicht-mehr
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 06, 2015, 00:19:19
Auf die Griechen kommen turbulente Zeiten zu. Griechenland ist einfach nicht mehr wichtig genug, immerhin das haben die anderen Länder in den vergangenen fünf Jahren hingekriegt. Und die Geopolitik wird hier m.E. überstrapaziert.

Kann mir kaum vorstellen, dass sich die „Terroristen“ jetzt hinsetzen, und Tsipras oder Varoufakis weiter entgegen kommen. Merkel und Schäuble sind da wohl nicht emotional genug, deswegen zu verweigern, aber da sitzen ja noch andere am Tisch - die ihren Völkern teilwiese rigide Spar- und Reformmaßnahmen verordneten. Die waren vorher schon härter als Berlin es je war.

Und was soll ein Schuldenschnitt bewirken, und hatte Griechenland nicht schon einen? Damals mussten private Anleger auf über 100 Mrd. Euro verzichten. Die Fälligkeit der Hilfskredite hat man um 15 Jahre verlängert, und, und, und.
Strukturelle Defizite sind das Problem, ein Schuldenschnitt bringt nur noch mal etwas Zeit. Brauchen wird es ihn, aber er sollte am Ende einer langen Reformliste stehen, nicht am Anfang.
Damit meine ich nicht Sparen bei den Ärmsten, sondern echte Strukturreformen vom Steuerwesen über die Korruptionsbekämpfung, Katasterwesen, öffentliche Dienststellen endlich nicht mehr nach Parteiverdiensten vergeben, etc. pp.

Die Konsenskultur in Brüssel ist nervtötend, aber eben der einzige Weg. Eine Volksbefragung oder was das gewesen sein soll ändert daran gar nichts. Eher dürfte den Politikern in vielen Ländern die Basis ganz schön Dampf machen, den Griechen nur nicht nachzugeben.




Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Juli 06, 2015, 06:29:47
Ich habe eher das Gefühl, dass die EU/Deutschland von einer ungewissen Angst getrieben werden, was denn vielleicht so alles mit uns geschehen könnte, wenn die Griechen komplett fallen gelassen werden.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 06, 2015, 06:39:46
Es ist schon sehr dreist mit welchen blumigen Worten gewisse "Vertreter" der griechischen Regierung das finanzielle Manko wegreden.
Es wird von Ehre und Stolz gesprochen, da bei geht es vorerst mal um rein finanzielle Probleme.
Problem ist wohl auch dass sich Griechenland den Eintritt in die EU ermogelt hat und dies nicht so bemerkt wurde.
Wobei ich nicht weiss ob das die "Fachleute" damals hätten merken müssen.
Da hätte man wohl schon früher die Notbremse ziehen müssen. Aber so sind wir nun mal. Der Krug geht so lange zum Brunnen....

Jetzt muss eigentlich ein Vorschlag von Griechenland kommen was sie konkret machen wollen.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Juli 06, 2015, 07:44:44
Es ist schon sehr dreist mit welchen blumigen Worten gewisse "Vertreter" der griechischen Regierung das finanzielle Manko wegreden.
Es wird von Ehre und Stolz gesprochen, da bei geht es vorerst mal um rein finanzielle Probleme.
Problem ist wohl auch dass sich Griechenland den Eintritt in die EU ermogelt hat und dies nicht so bemerkt wurde.
Wobei ich nicht weiss ob das die "Fachleute" damals hätten merken müssen.
Da hätte man wohl schon früher die Notbremse ziehen müssen. Aber so sind wir nun mal. Der Krug geht so lange zum Brunnen....

Jetzt muss eigentlich ein Vorschlag von Griechenland kommen was sie konkret machen wollen.

Ich glaube Du vertrittst hier eher die Meinung, die Schäuble & Co. uns seit Wochen unterjubeln.

Die Griechen habe sich selber in die Scheiße geritten, das stimmt. Und da passt es so scheinbar gar nicht ins Bild, wenn die aktuelle Regierung Griechenlands offensiv auftritt und hoch pokert.
Aber die bisher verabreichten Hilfen, haben wohl irgendwie so gar nicht geholfen.
Ich kann verstehen, dass die Griechen jetzt mal etwas anderes probieren wollen. Und das sogar, ohne zu wissen, was genau das wird.

Wenn ein Land am Tropf hängt und zwar Demut und Dankbarkeit zeigen darf, aber sonst eigentlich nichts mehr zu entscheiden hat, dann nervt das halt. Ich glaube, dass „Stolz und Ehre“ für einige Griechen tatsächlich der Grund war, mit Nein zu stimmen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 06, 2015, 08:05:02
Aber die bisher verabreichten Hilfen, haben wohl irgendwie so gar nicht geholfen.

Ich möche nachfragen was mit den verabreichten Hilfen geschah?
Wäre hilfreiche das mal rauszufinden, bisher wurde ich da nicht fündig im Netz.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 06, 2015, 08:07:36
Ich glaube Du vertrittst hier eher die Meinung, die Schäuble & Co. uns seit Wochen unterjubeln.

Hatte gedacht ich könnte selber denken um auf Basis der mir derzeit vorliegenden Informationen eine Meinung zu bilden :)

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Juli 06, 2015, 08:16:23
...um auf Basis der mir derzeit vorliegenden Informationen eine Meinung zu bilden :)

Ich glaube die „derzeit vorliegenden Informationen“ sind das Problem für uns. Wie so oft in der Politik geht es darum, das Wahlvolk möglichst effektiv zu beeinflussen.

Jedenfalls ist der griechische Finanzmister eben zurück getreten. Angeblich weil ihn die Eurogruppe dazu aufgefordert hat. Die nächste Legende...
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: FOX am Juli 06, 2015, 09:49:25
Aber die bisher verabreichten Hilfen, haben wohl irgendwie so gar nicht geholfen.

Ich möche nachfragen was mit den verabreichten Hilfen geschah?
Wäre hilfreiche das mal rauszufinden, bisher wurde ich da nicht fündig im Netz.

Jochen

Die meisten "Hilfen" wurden doch zum Tilgen verwendet und sind wieder an unsere Banken zurückgeflossen.
Die Bevölkerung ging leer aus. Und für etwaige Konjunkturprogramme war nix mehr übrig.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 06, 2015, 10:00:09
Ich möche nachfragen was mit den verabreichten Hilfen geschah?

Laut Sinn (IFO-Institut) summieren sich die Kredite der letzten 5 Jahre (inklusive Target (https://de.wikipedia.org/wiki/TARGET2)schulden und ELA (https://de.wikipedia.org/wiki/Emergency_Liquidity_Assistance)-Kredite) für Griechenland auf 330 Mrd € (rechnerisch 66 Mrd €/Jahr, das griechische BIP betrug 2014 ca. 180 Mrd €).
Davon sind ca. 40% an die ursprünglichen Kreditgeber, europäische Banken, geflossen:
http://www.cesifo-group.de/de/ifoHome/policy/Staff-Comments-in-the-Media/Press-articles-by-staff/Archive/Eigene-Artikel-2015/medienecho_ifostimme-wiwo-26-06-2015.html
Ca. 30 % stellten die Liquidität sicher (Auszahlung von Gehältern, Ersparnissen, etc. -> Konsum, Kapitalflucht ins Ausland, in den letzten Tagen vielleicht auch einige € unter die Matratzen),
ca. 30 % (also rechnerisch 20 Mrd/Jahr) stellten den - stark (ca. 30 %?) gekürzten - Betrieb des Staates (z. B. Rentenzahlungen) sicher.

Geld geschenkt haben wir (via den Gläubigern EU, EZB, IWF = Troika/Institutionen) den Griechen nicht. An den meisten dieser Kredite wird verdient, falls das Geld zurückgezahlt wird. Die Kredite sind an Auflagen gebunden ("Geld gegen Reform"). Die offizielle Begründung für die Auflagen ist, sonst glauben die Gläubiger nicht, dass Griechenland die Kredite zurückzahlen kann. Mit der Wirtschaftskraft von 2010 und erst recht nicht mit der von 2015 scheint das auch unmöglich. Erklärtes Ziel der sehr detaillierten Auflagen: WirtschaftsWachstum durch Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Die Wettbewerbsfähigkeit soll gesteigert werden durch
1. eine sogenannte innere Abwertung (= geringere Gehälter) und
2. bessere Effiizienz von Wirtschaft und Staat (= Strukturreform).
3. Der Staat soll keine neuen Schulden mehr aufnehmen ("Primärüberschuß" -> Steuererhöhung und Ausgabenkürzung).
Entgegen der Prognosen (http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/wp-content/uploads/2013/06/Greece-GDP-troika_0.png) der Troika, dass die Massnahmen das griechische Bruttoinlandprodukt schnell stabilisieren und dann zu Wachstum führen, ist es jedes Jahr stark gesunken. Die Bilanz nach 5 Jahren: mindestens 25 % Minus.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Juli 06, 2015, 10:24:57
Ich glaube 61% der Griechen haben gestern einfach nur das Ende mit Schrecken in Kauf genommen.
Dabei werden sie hoffen, dass der Schrecken von der EU abgemildert wird, es aber anschließend aufwärts geht. Ich kann das Ergebnis gut nachvollziehen.

Vermutlich hat auch bei uns noch kaum einer begriffen, wie beschissen es den Griechen schon heute geht und das sie wenig Angst vor dem haben, was noch kommt.
Ob es dann so übel kommt oder es noch übler wird, bleibt abzuwarten.

Uns wurde hier das Bild vom faulen Vorruhestands-Griechen vermittelt. Und diese undankbaren, faulen Griechen wählen auch ein paar Kommunisten, die unsere Politik-Elite vor sich hertreiben...
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 06, 2015, 10:51:02
Weiss jemand genau wie die Einkommen-Steuer von Angestellten und Selbständigen erhoben wird?

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Juli 06, 2015, 10:54:49
Weiss jemand genau wie die Einkommen-Steuer von Angestellten und Selbständigen erhoben wird?

Bei uns oder in Griechenland?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Juli 06, 2015, 11:31:14
Bei uns spielt es keine Rolle, ob das Einkommen eines Selbstständigen oder eines Angestellten versteuert wird.
Die Höhe ist die gleiche.

Der Unterschied besteht nur in der Art des Zahlweise.
Die Einkommenssteuer eines Angestellten wird vom Arbeitgeber einbehalten und der überweist es dem Finanzamt.
Der Selbstständige zahlt seine Steuer quartalsweise voraus.

Und beim Angestellten wird jeden Monat so getan, als entspräche sein aktuelles Einkommen 1/12 seines Jahreseinkommen und er zahlt deswegen 1/12 der Jahressteuerlast.
Beispiel:
Müssen für 1.000,-€ Monatseinkommen = 12.000,-€ Jahreseinkommen, 10% Steuer gezahlt werden, bekommt der Arbeitnehmer diese 10% (=100,-€/Monat) abgezogen.
Bekommt der Arbeitnehmer nun in einem Monat 2.000,-€ Gehalt (also z.B. 1.000,- Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld zusätzlich), wird in diesem Monat ein Jahreseinkommen von 24.000,-€ zu Grunde gelegt und wegen der Steuerprogression zahlt der Arbeitnehmer nun z.B. 25% Steuern (= jährlich 6.000,-€) und bekommt in diesem Monat 500,-€ (1/12 von 6.000,-€) abgezogen.

Bei der nächsten Einkommenssteuererklärung wird die Jahresteuer dann aber korrigiert, weil der Arbeitnehmer letztlich nur für 13.000,-€ (11 x 1.000,.€ und 1 x 2.000,-€) Steuer zahlen musste.
Liegt der Steuersatz nun bei 10% für 10.000,-€ Jahreseinkommen und bei 25% für 24.000,-€ Jahreseinkommen, liegt er für 13.000,-€ Jahreseinkommen vielleicht bei 12%.
Diese 12% von 13.000,-€  entsprächen dann 1.560,-€.
Gezahlt hat er aber 1.600,-€ (11 x 100,-€ und 1 x 500,-€), er wird also 40,-€ erstattet bekommen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 06, 2015, 13:34:41
Weiss jemand genau wie die Einkommen-Steuer von Angestellten und Selbständigen erhoben wird?

Bei uns oder in Griechenland?

Sorry, natürlich in Griechenland.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 06, 2015, 13:57:07
Auf die Kommastelle genau:

Die Steuerquote betrug 2012 in Griechenland 23,1 %. (Deutschland 23,2 %, Schweiz 21,1 %):
https://de.wikipedia.org/wiki/Steuerquote#Steuerquote_im_internationalen_Vergleich

Nicht versteuert wird 2015 in Griechenland 22,4 % des Bruttoinlandsproduktes (Deutschland 12,2 %, Schweiz 6,5 %).
http://de.statista.com/infografik/1877/umfang-der-schattenwirtschaft-in-ausgewaehlten-oecd-laendern/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 06, 2015, 14:05:54
Ich möchte wissen ob bei den Angestellten die Einkommensteuer, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung (sofern es das alles gibt) ähnlich wie bei uns monatlich direkt vom Gehalt abgezogen wird.

Ich möchte wissen ob bei den Beamten die Einkommensteuer, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung (sofern es das alles gibt) ähnlich wie bei uns monatlich direkt vom Gehalt abgezogen wird.

Was ist bei den Angestellten / Beamten unterschiedlich bzgl. Abgaben.

Zu diesen Punkten recherchiere ich gerade, bin aber noch nicht fündig geworden und DevonAgent Pro läuft noch

Das am Jahresende wohl eine Art Einkommensteuererklärung abgegeben werden muss oder soll ist mir schon bekannt.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 06, 2015, 14:10:36
Darf ich fragen, warum Du diese Details wissen möchtest?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Juli 06, 2015, 14:21:52
Ich möchte wissen ob bei den Angestellten die Einkommensteuer, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung (sofern es das alles gibt) ähnlich wie bei uns monatlich direkt vom Gehalt abgezogen wird.

Ich möchte wissen ob bei den Beamten die Einkommensteuer, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung (sofern es das alles gibt) ähnlich wie bei uns monatlich direkt vom Gehalt abgezogen wird.

- Wer ist denn „wie bei uns“?
- eben wolltest Du was über die Einkommenssteuer wissen, jetzt hast du es, mal eben so, auf die Sozialabgaben erweitert.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 06, 2015, 14:22:30
Darf ich fragen, warum Du diese Details wissen möchtest?

Klar darfst Du fragen.
Oder muss ich Fragen rechtfertigen?
Weil ich es wissen möchte :)
Oder ist das ein Geheimnis ;D

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 06, 2015, 14:26:32
- Wer ist denn „wie bei uns“?
- eben wolltest Du was über die Einkommenssteuer wissen, jetzt hast du es, mal eben so, auf die Sozialabgaben erweitert.

Bei uns ist Deutschland.

Die Antworten brauchen ja nicht erläutert werden, Ein Ja oder Nein langt schon.

Wenn hier keiner was konkretes weiss ist das auch kein Beinbruch.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 06, 2015, 14:31:14
Na, ich dachte es gibt einen Aspekt, der die Diskussion hier weiter treiben würde.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 06, 2015, 14:36:13
Ich möche nachfragen was mit den verabreichten Hilfen geschah?

Laut Sinn (IFO-Institut) summieren sich die Kredite der letzten 5 Jahre (inklusive Target (https://de.wikipedia.org/wiki/TARGET2)schulden .....

Danke, schon sehr hilfreich, interessant und informativ.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: fränk am Juli 06, 2015, 14:42:02
Die Antworten brauchen ja nicht erläutert werden, Ein Ja oder Nein langt schon.

Du meinst auf solche Fragen:
Weiss jemand genau wie die Einkommen-Steuer von Angestellten und Selbständigen erhoben wird?

oder
Ich möchte wissen ob bei den Angestellten die Einkommensteuer, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung (sofern es das alles gibt) ähnlich wie bei uns monatlich direkt vom Gehalt abgezogen wird.

oder
Ich möchte wissen ob bei den Beamten die Einkommensteuer, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung

oder
Was ist bei den Angestellten / Beamten unterschiedlich bzgl. Abgaben.

Sollen wir erst einmal mit ja oder nein antworten und entscheidest dich dann, wie's weiter geht?

Nö, auf diese Antwortvorgaben habe ich keinen Bock.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 06, 2015, 14:44:07
@fränk

Danke für feedback.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 06, 2015, 15:42:00
Fand nun schon mal das :)

http://europa.eu/youreurope/citizens/work/taxes/income-taxes-abroad/greece/index_en.htm

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 06, 2015, 18:26:56
Also erstmal danke, dass hier bei uns solche Themen nicht in Glaubenskriege ausarten.

Mein Senf:

- Vollstes Verständnis für beide Lager in Griechenland. Man kann sich ja hinein versetzen. Das ~40% unter diesen Umständen mit Ja votierten, ist schon überraschend.

- Ja, die Griechen haben es selbst verbockt. Und die damaligen „Kontrolleure“ auch. Heute ist der Stand des Wissens so, dass die noch recht frische Schröder-Regierung den deutschen Kurs Richtung den eifrig werbenden Griechen geändert habe. Nun kann man aber mal überlegen, ob eine Kohl-Regierung es anders gemacht hätte, denn die anderen Länder hatte Griechenland ja schon überzeugt - nicht finanziell, aber politisch.
Man hatte einfach nicht auf dem Plan, wie teuer das werden würde.
Ebenfalls Schröder/Eichel haben zusammen mit Chirac damals die Maastricht-Kriterien mehrere Jahre hintereinander verletzt und dann durchgesetzt, dass man straflos blieb. Ein unseliger Präzedenzfall.
 
Schuld sind also viele. Aber was nützt das heute?
Überhaupt ist die moralische Komponente von Schulden in Deutschland schon besonders oft Mittelpunkt der Diskussion. Schon die Wörter Schuld und Schulden. Man muss sich aber mal überlegen, dass ohne Schulden schon lange nichts mehr ginge, fast nirgendwo.

- radneuerfinder schrieb ganz zurecht, dass die anderen Länder keine Geschenke sondern Kredite ausgaben.
Nun ist aber die Frage, inwiefern man bei einem Kredit auf Rückzahlung hoffen kann. Im Endeffekt tarnte man Hilfszahlen (verbotener Bail Out!) als Kredite, denn das man nicht nur verlängert (auch schon ein Geschenk), sondern zumindest teilweise auch abschreiben werden muss, war doch Allgemeinwissen.
Das man sich nun wie verrückt gegen einen Schuldenschnitt stemmt, ist nur Theater für die Wähler daheim. Und natürlich extreme Enttäuschung und das Wissen, dass ein solcher Cut dauerhaft auch nichts bringt.

Und wie gesagt, private Investoren haben bis heute schon auf über 100 Mrd. Euro verzichtet/verzichten müssen. „Freiwillig.“

- Wie schlecht geht es den Griechen?
Schwer zu beantworten, da alle Zahlen teilweise extrem varrieren. So ist die Durchschnittsrente z.B. gar nicht so klar. Eins aber schon: Sie ist sehr viel höher als beispielsweise die lettische. Darüber berichten hier keine Sau, ist das nicht auch ein Skandal?
Schlimme, sehr schlimme Fälle gibt es in Griechenland natürlich viel zu oft, viel öfter als bei uns, aber öfter als in Ungarn? Siehe auch das Thema Roma und Diskriminierung, Verelendung. 

- Werden die Griechen ungerecht behandelt?
Klares Nein! Andere Länder hatten noch viel schlimmere Einschnitte und sind dadurch aber zumindest halb über dem Berg. Von Portugal bis zum Baltikum. Entsprechend bedient von den letzten Äußerungen aus Athen sind denn auch diese hoffentlich erfolgreich sanierten Länder.
Scheibchenweise kürzen ist sowieso das dümmste. Lieber schnell und hart und Hoffnung wecken anstatt die Erwartung immer neuer Kürzungsorgien.


Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 06, 2015, 18:50:51
Also erstmal danke, dass hier bei uns solche Themen nicht in Glaubenskriege ausarten.

Mein Senf:

- Vollstes Verständnis für beide Lager in Griechenland. Man kann sich ja hinein versetzen. Das ~40% unter diesen Umständen mit Ja votierten, ist schon überraschend.



So wie ich das Referendum gelesen und verstanden habe:
NEIN zu den "Spardiktatur" der "Geldgeber"
JA zu der "Spardiktatur" der "Geldgeber"

Vereinfacht ausgedrückt.

Insoweit ist das NEIN verständlich.

Nur folgt aus dem NEIN kein mir bekannter Vorschlag was statt dessen gemacht werden soll.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 07, 2015, 09:53:00
Das hast Du schon richtig verstanden, dass ist ja auch ein Problem dieser Volksbefefragung. Aber natürlich wurde das begleitet mit viel Getöse von beiden Seiten, da schwangen also ganz andere Sachen mit.
Oxi ist auch nicht nur irgendein Wort in Griechenland, wenn es um das Ausland geht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ochi-Tag
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Juli 08, 2015, 13:04:13
Evtl. bekannt?

http://www.vox.com/2015/7/7/8901837/greek-incomes

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 08, 2015, 13:29:38
Im 653. Beitrag dieses Themas haben wir endlich einen Mac Bezug:
http://www.bloomberg.com/news/articles/2015-07-07/anxious-greeks-buy-macs-and-playstations-while-they-still-can
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 15, 2015, 22:37:01
http://www.newstatesman.com/world-affairs/2015/07/yanis-varoufakis-full-transcript-our-battle-save-greece
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Tine am Juli 16, 2015, 08:52:49
Evtl. bekannt?

http://www.vox.com/2015/7/7/8901837/greek-incomes

Jochen

Sehr gute Statistik, danke für den Link! Interessanterweise ist ja die Einkommensungleichheit in Griechenland seit dem Jahr 2005 gefallen. Die reichsten 10% scheint die Krise besonders zugesetzt zu haben.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 01, 2015, 10:36:11
Hier mal die Sicht der deutschen Regierung auf Griechenland im O-Ton:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bundesfinanzministerium-zu-griechenland-warum-piketty-und-co-falsch-liegen-1.2575665

Gegenmeinung:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/2.220/sachs-zur-deutschen-griechenland-politik-tod-durch-schulden-1.2590278
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 02, 2015, 19:43:03
Nur ist die Schuldenlast von Griechenland gar nicht das große Problem. Heuer und nächstes Jahr ist es kritisch, dann sind es eher geringe und kalkulierbare Zahlungen. Ein Rückkehr an den freien Finanzmarkt müssen sie ja nicht eingehen, dass hat man auf Jahrzehnte vertagt, wenn Griechenland es so will.

Historische Vergleiche sind selten zielführend, komisch das jetzt immer noch mehr auftauchen. Und das z.B. Russland wegen des nicht erfolgten Schuldenschnitts nach Ende der UDSSR in nationalistische Aufwallungen gebracht wurde, ist ja nun wirklich eine viel zu einfache und m.E. auch falsche Theorie - Russland in den frühen 90ern war nicht nationalistisch, eher die anderen Völker des untergehenden Imperiums. Aber war das wegen der Auslandsschulden? Und es gar mit dem Deutschland der 1930er zu vergleichen, ist ja wohl nur noch falsch. Auch geht es massiv Richtung Verharmlosung, wenn man Hitler immer wieder allein mit der Wirtschaftslage erklärt! Das ist ja jetzt plötzlich Usus, um den Teufel an dieWand zu malen, so etwas könne sih jederzeit überall wiederholen. Ärgerlich! Falsch!
Russland war enorm in der Krise, wir erinnern uns, aber auch da: War das v.a. wegen der Auslandsschulden, die bekanntlich großteils gar nicht bedient wurden? Geradezu eine groteske Theorie bei einem total zusammenbrechenden Wirtschaftssystem.

Ich denke mir echt meinen Teil, wenn solch renommierte Experten solche Theorien verbreiten.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 02, 2015, 19:59:08
Nur ist die Schuldenlast von Griechenland gar nicht das große Problem.

Was dann?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 03, 2015, 00:28:01
Das kein Geld in der Kasse ist und ständig mehr ausgegeben wird als reinkommt. Das hat die Wirtschaftskrise natürlich noch einmal extrem verschärft.

Natürlich hätte Griechenland mit weniger Zinslast - nun, eben weniger Zinslast. Aber der große game-changer ist das nicht. Er wäre es vielleicht, würde Griechenland noch am freien Markt Geld aufnehmen. Dann schauen die drauf und sehen: Okay, die Schulden sind wieder tragfähig, also leihen wir neues Geld. Da aber der freie Markt eh vollständig und wohl langfristig aus dem Spiel ist, welche Rolle spielt das noch?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 03, 2015, 11:36:30
Das kein Geld in der Kasse ist und ständig mehr ausgegeben wird als reinkommt. Das hat die Wirtschaftskrise natürlich noch einmal extrem verschärft.

Ich dachte die Staatskasse hat sich, durch die Troika-Kur, bereits der schwarzen Null (vor Schuldendienst) angenähert:
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/167435/umfrage/haushaltssaldo-von-griechenland-in-relation-zum-bruttoinlandsprodukt-bip/

Die Troika ist ja für jeden AnnäherungsSchritt von einer unmittelbaren Wirkung ausgegangen. Das war bisher nachweislich falsch:
Prognosen (http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/wp-content/uploads/2013/06/Greece-GDP-troika_0.png) der Troika

Wo soll da jetzt die Verschärfung herkommen ???
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 06, 2015, 22:18:50
Bankenkrise->Wirtschaftskrise->Eurokrise, oder?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am August 06, 2015, 22:43:02


Prognosen (http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/wp-content/uploads/2013/06/Greece-GDP-troika_0.png) der Troika

Ich sehe keine Einheit der Y-Achse? So taugt das Diagramm nix.

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 10, 2015, 20:49:33
Ich vermute, die Zahlen für das GDP (Bruttoinlandsprodukt) sind Wachstumsprozente.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 10, 2015, 20:50:27
Ob die Lösung gut ist, weiß ich nicht. Aber es ist endlich mal ein Lösungsvorschlag der Eurokrise:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/zukunft-des-euro-szenario-fuer-minimalloesung-mit-bankenunion-a-1047445.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 12, 2015, 14:34:01
Hm. Was ändert einen sog. Bankenunion (was genau das überhaupt sein soll, ist ja massiv umstritten!) an der Tatsache, dass einige produktiver sind als andere?
Und inwiefern ist ein Schuldenschnitt für das betreffende Land abschreckend?

Schäubles Europa ist auch ein lustiger Begriff. Wir erinnern uns, dass Griechenland nach den Euro-Regeln gar nicht hätte eintreten dürfen und zwar mit gutem Grund. Man sieht ja, was jetzt daraus entstanden ist. Griechenland als aufsässiger Bittsteller, Deutschland als unwilliger Zuchtmeister. Die Franzosen mal so, mal so. Jede Fortentwicklung der EU, ob sinnvoll oder nicht, ist (auch) damit für viele Jahre erledigt.

Der Euro hat Europa also nicht weiter vereint, sondern entfremdet. Auch an anderen Ecken droht es zu bröseln.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 12, 2015, 15:12:50
Was ändert einen sog. Bankenunion (was genau das überhaupt sein soll, ist ja massiv umstritten!) an der Tatsache, dass einige produktiver sind als andere?

Nix. Aber es gäbe, laut Münchau, durch eine Bankenunion einen "Mechanismus … für den Ausgleich wirtschaftlicher Ungleichgewichte". Einen Ausgleich den die Eurostaaten dringend bräuchten. Nicht Euroländern haben mit dem Wechselkurs so einen Mechanismus zur Verfügung. In Deutschland machen wir das über den Länderfinanzausgleich. Der Mechanismus der in der Eurozone gerade ausprobiert wird - innere Abwertung (Sparhaushalte, Gehaltsminderung) - hat katastrophale Auswirkungen und funktioniert nicht wirklich gut. Gelinde gesagt.

Zitat
Der Euro hat Europa also nicht weiter vereint, sondern entfremdet

Leider. Es wäre an der höchsten Zeit hier etwas anders zu machen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 12, 2015, 16:03:55
Nix. Aber es gäbe, laut Münchau, durch eine Bankenunion einen "Mechanismus … für den Ausgleich wirtschaftlicher Ungleichgewichte". Einen Ausgleich den die Eurostaaten dringend bräuchten. Nicht Euroländern haben mit dem Wechselkurs so einen Mechanismus zur Verfügung.

Dann soll er doch schreiben: Dauerhafte Transferunion o.ä.

Zitat
In Deutschland machen wir das über den Länderfinanzausgleich.


Gutes Beispiel, dass diese Daueralimentierung nichts bringt. Von allen Bundesländern hat es genau eins geschafft, vom Empfänger zum Zahler zu werden. Andere empfangen von Anfang an, doch die Schere geht immer weiter auseinander.
Seit Jahren finanzieren Baden-Württemberg, Bayern und Hessen den ganzen Rest mit ausufernden Beträgen. Historisch im Minus sind auch Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Zweitere sind leider dauerhaft auf die Empfängerseite gewechselt, ein massiver Ausfall.

Alle Prognosen bescheinigen eine weiter zunehmende Auseinanderentwicklung.

Selbst innerhalb des reichen Bayerns gibt es extreme und steigende Ungleichgewichte, trotz aller Fördermassnahmen.


Oder denken wir an die ja schon immer existierenden riesigen Milliarden-Beihilfen, die Brüssel sowieso umverteilt. Da wird auch immer gefordert, es müsse kontrolliert werden, dass die Projekte auch sinnvoll und fertig werden. Scheitert aber leider nicht nur in Griechenland oft an der Realität.

Nun werden dann konkrete Auflagen gefordert, nur wie sollen die dann vor Ort én detail überprüft werden? Das sieht man doch an der ganzen Euro-Geschichte, dass dies nicht funktioniert.
Zum anderen hat man dann ja wieder Kontrolleure in den nationalen Regierungsstuben mit all dem, was dann daraus gemacht wird.

Zitat
Der Mechanismus der in der Eurozone gerade ausprobiert wird - innere Abwertung (Sparhaushalte, Gehaltsminderung) - hat katastrophale Auswirkungen und funktioniert nicht wirklich gut. Gelinde gesagt.

Da bin ich Deiner Meinung.

Lösung habe ich auch keine. Griechenland ist für mich aber ein Sonderfall und wäre ohne Euro besser dran. Den sehe ich insgesamt mittlerweile sehr kritisch. Vielleicht gilt das auch für alle.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 12, 2015, 16:18:25
Über Ausgleichsmechanismen wird noch zu sprechen sein. Je eher, desto besser. Zwischen den Euro Staaten divergiert, seit Einführung des € verschnellert, so einiges: Arbeitslosigkeit, regionale Inflation, Zinssätze, Wirtschaftskraft, Gehälter, etc.

Übrigens, so gut wie jeder Ausgleich ist mit Transfers verbunden. Sogar ein Kaufkraftausgleich über geänderte Wechselkurse.

Die Verschnellerung wieder abzustellen, wäre natürlich das erste Ziel. Wird darüber überhaupt dikutiert?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 12, 2015, 18:53:40
Über Ausgleichsmechanismen wird noch zu sprechen sein. Je eher, desto besser. Zwischen den Euro Staaten divergiert, seit Einführung des € verschnellert, so einiges: Arbeitslosigkeit, regionale Inflation, Zinssätze, Wirtschaftskraft, Gehälter, etc.

Übrigens, so gut wie jeder Ausgleich ist mit Transfers verbunden. Sogar ein Kaufkraftausgleich über geänderte Wechselkurse.

Die Verschnellerung wieder abzustellen, wäre natürlich das erste Ziel. Wird darüber überhaupt dikutiert?

Was denn? Das sich die Sozialwesen immer deutlicher unterscheiden? Ich denke schon.

Transferunion von Regierungsseite nur so: Wird es nicht geben. Man wolle Angleichung des Wirtschaftens. Die schiere Unmöglichkeit eines solchen Unterfangens dürfte aber sehr wohl bekannt sein. Darum auch die dritte Lösung:
Kredite bis zum Sanktnimmerleinstag an Griechenland und andere. Niedrigzinspolitik extrem der Notenbank. Und durchaus irgendwie auch eine Transferunion light durch Rettungsfonds ausserhalb der parlamentarischen Kontrolle.

Das hat viele Vorteile, vor allem den, dass es keine Diskussionen mit aufsässigen Parlamentarieren mehr gibt oder gar - Gott bewahre - der Wähler mal was merkt. Wäre auch super aufgegangen, wären die Syriza-Leute nicht so vorlaut gewesen. Denn eigentlich ist die Geschichte doch nur deswegen wieder so hochgekocht.

Das ist ja das übliche Vorgehen heutzutage. Kryptische, un- bis wenig kontrollierte Entscheidungsorgane irgendwo, Auffanggesellschaften, Geheimverhandlungen… ich sage nur Bankenabwicklung (wer weiß schon noch, was aus der HRE wurde? Ich schon, aber ich glaube ich bin da gut informiert) oder diversen Landesbanken?
Oder TTIP: Nicht nur wird geheim verhandelt, dass Ergebnis ist auch nicht bindend. Denn ein demokratisch nicht legitimes Gremium (Anwälte) sollen den Vertrag nachträglich bindend abändern dürfen. Nur die Anhänge, klar! In diesen steht nämlich immer drin, wie und wann Regeln genau umgesetzt werden.
Aber das wollen die deutschen Politiker nicht zulassen - sagen sie immer, wenn was durchsickert. Wird der fertige Vertrag nicht unterschrieben, wegen dieser Frage, wenn man sich sonst einig ist? Zwinker, zwinker.

Der Mensch will eben verarscht werden und darum sagt auch kein Politiker, dass Griechenland nur in jahrzehntelangem Streben Anschluss finden kann - ergo dauerhaft alimentiert werden muss.

Um noch ein Fass aufzumachen: China hat massiv abgewertet.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 12, 2015, 20:51:25
Die Verschnellerung wieder abzustellen, wäre natürlich das erste Ziel. Wird darüber überhaupt dikutiert?

Was denn? Das sich die Sozialwesen immer deutlicher unterscheiden? Ich denke schon.

Ich habe mich glaube ich sehr unvollständig ausgedrückt. Ich meinte die Gesellschaften und Volkswirtschaften der Euroländer driften in allen möglichen, aber den relevanten, Parametern beschleunigt und stärker als früher auseinander. Ich meine: Volkseinkommen, Zusammenhalt der Gesellschaft, Arbeitslosigkeit, Handelsbilanz, Staatsdefizit und anderes mehr. Änderungen im Sozialwesen der einzelnen Staaten sind nur, typischerweise späte, Reaktionen auf diese grundlegenden Änderungen.   

Zitat
Transferunion von Regierungsseite nur so: Wird es nicht geben.

Da sehe ich eine gewisse Augen-zu-Mentalität. Die EU ist ein Wirtschaftsraum in dem gewaltige Transfers stattfinden.

Zum Beispiel der gefeierte Außenhandelsbilanzüberschuss Deutschlands. Zahlen für den Überschuss zum EU- und EuroRaum habe ich auf die Schnelle nicht gefunden. Aber ein erklecklicher Anteil der 200 Mrd (https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Deutscher_Außenhandel_(absolut).svg) jährlich wird aus der EU kommen. Das heißt ja nichts anderes als, hier kommen viele Milliarden aus den anderen EuroLändern nach Deutschland - netto. Kein Transfer? Mit diesem Außenhandelsbilanzüberschuss (7,5 % vom BIP) verstösst Deutschland, wie andere Staaten in anderen Disziplinen, sogar gegen eine vertraglich fixierte Vorgabe der EU, die maximal 6 % erlaubt, weil mehr stabilitätsgefährdend sei.

Und die 100 Milliarden die der deutsche Staat durch die Eurokrise an Zinsen gespart hat, fehlen (http://www.wiwo.de/politik/europa/gewinner-der-griechenland-krise-deutschland-spart-durch-mini-zinsen-ueber-100-milliarden/12168994.html) dem Sparer. Kein Transfer?

Hier gibt es Geldbewegungen in Höhe von 3 stelligen Milliardenbeträgen. Ohne das vernünftig zu analysieren, wird es keine vernünftige Lösung der Eurokrise geben. In der Realität sind wir davon aber weit entfernt, denn es ist ja so wie Florian schreibt:

Zitat
Kredite bis zum Sanktnimmerleinstag an Griechenland und andere. Niedrigzinspolitik extrem der Notenbank. Und durchaus irgendwie auch eine Transferunion light durch Rettungsfonds ausserhalb der parlamentarischen Kontrolle.

Das hat viele Vorteile, vor allem den, dass es keine Diskussionen mit aufsässigen Parlamentarieren mehr gibt oder gar - Gott bewahre - der Wähler mal was merkt. Wäre auch super aufgegangen, wären die Syriza-Leute nicht so vorlaut gewesen. Denn eigentlich ist die Geschichte doch nur deswegen wieder so hochgekocht.

Das ist ja das übliche Vorgehen heutzutage. Kryptische, un- bis wenig kontrollierte Entscheidungsorgane irgendwo, Auffanggesellschaften, Geheimverhandlungen… ich sage nur Bankenabwicklung (wer weiß schon noch, was aus der HRE wurde? Ich schon, aber ich glaube ich bin da gut informiert) oder diversen Landesbanken?

Kurzer Einwurf: Doch, doch, der Deutsche hat irgendwo abgespeichert, dass die Bankenkrise auch in Deutschland mal akut. Wenn auch nicht im analytischen Verstandesteils seines Hirns. (Wo dann? Vielleicht im Gemüt? ;-)


Ich meine, mit dem, gelegentlich von Merkel erwähntem, kleinen Haushaltseinmaleins einer schwäbischen Hausfrau kommen wir nicht weiter. Ich leider auch nicht, da mir auch nur das Einmaleins zur Verfügung steht. (Bin aber für jeden Hinweis in Volkswirtschaft dankbar.) Nur, es müsste eben, als erster Schritt, viel offener diskutiert werden. Mit geschlossenen Augen findet man keine Lösung.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 15, 2015, 23:34:30
Zitat
In Deutschland machen wir das über den Länderfinanzausgleich.


Gutes Beispiel, dass diese Daueralimentierung nichts bringt.

Naja, die sorgt für den Zusammenhalt. In dem Fall von Deutschland.


http://www.fuw.ch/article/eine-europrophezeiung-aus-dem-jahr-1992/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 17, 2015, 22:16:41
Wolfgang Münchau weist darauf hin, daß der Länderfinanzausgleich nur einen kleineren Teil der Transfers in Deutschland umverteilt. Den größeren Rest macht der Bund:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-krise-merkels-schneeballsystem-a-1048433.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 19, 2015, 23:34:01
Ich habe mich glaube ich sehr unvollständig ausgedrückt.

Ich auch… z.Z. leider kurz angebunden.

Zu Transfers (guter Beitrag Deinerseits am 12.8.):
Natürlich gibt es allerlei Transfers, und ja, ich glaube auch, dass dies den meisten Menschen nicht vollends bewusst ist. Aber ein dauerhafter, direkter Transfer von Steuergeldern ins Ausland zur dortigen freien Verwendung ist schon sehr viel einfacher zu verstehen und m.E. nicht durchzusetzen. Zumal man hierzulande (m.E. idiotischerweise) einer Schuldengrenze Verfassungsrang gegeben hat.
So ist dann ganz direkt die Verbindung da: „Für uns/unsere Schulen/Strassen/Rentner/Kinder/… ist kein Geld da, aber für die faulen XY."
Ich möchte hier nur mal ganz kurz den Flüchtlingsandrang und vielen inakzeptablen Reaktionen darauf erwähnen, ohne eine Diskussion dazu einleiten zu wollen.

Zum Länderfinanzausgleich:
Zusammenhalt? Hm. Da bin ich mir nicht so sicher, viel mehr scheinen langsam aber stetig die Vorbehalte in den Geberländern massiv zuzunehmen. Nun scheint ja eine gewisse Einsicht zu existieren, aber verzichten will natürlich keiner. Darum soll der Bund beteiligt werden und zubuttern. Wieder ein Mischtopf, der schön verschleiert.

Das der LFA nicht mal annähernd alle Transfers ausmacht ist bekannt und ja auch logisch und verständlich. Das diverse Länder aber auch nach Jahrzehnten nicht aus der Misere kommen, ist das nicht. Sicher, nicht alles ist auf schlechtes Regieren zurückzuführen, aber doch sehr viel.
Ich persönlich bin der Meinung, dass schon der bezahlen soll, der bestellt hat. Das wird so immer weiter hintertrieben.

Das nun auch auf Europa auszudehnen, halte ich für fatal. Freilich ist es unausweichlich, weil der Euro eine Fehlkonstruktion ist, und das von vornherein so angelegt war, darum wollten ja alle rein. Es wird halt (siehe oben) vernebelt durchgezogen. Merkel musste ja schon alles kassieren, was sie mal versprochen hatte. Ist schon scheiße, wenn man so lange regiert. Den Schuldenschnitt für Athen darf aber dann wahrscheinlich doch wer anders ausbaden, dafür wird sie schon sorgen.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 20, 2015, 14:27:54
Zum Länderfinanzausgleich:
Zusammenhalt? Hm.

Na gut, dann halt ohne Mecklenburg-Vorpommern. Eine abgewerteter McPomm-Taler würde das strukturschwache, industriearme Land wirtschaftlich sicher beflügeln. Ob Mecklenburg-Vorpommern die für den Euro nötige Maastricht Kriterien überhaupt erreicht? Ich weiß es nicht, aber das schafft heute eigentlich fast niemand mehr (http://www.welt.de/finanzen/article13493873/Deutschland-haette-heute-keine-Chance-auf-den-Euro.html).
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 21, 2015, 18:21:09
 ;)
In der Tat war die innerdeutsche Währungsunion für die ehe. DDR-Wirtschaft verheerend. Der gesamte osteuropäische Absatzmarkt war mit einem Schlag damit erledigt.
Auch interessant bei solchen Gedankenexperimenten: Vergleiche zwischen den neuen Bundesländern und den selbstständigen Nationen des früheren Warschauer Paktes. Die hatten ja keine Transfers aus dem Westen, aber (teilweise nur eine Weile) eine eigene Währung.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 21, 2015, 20:20:26
Also zB. das Durchschnittsgehalt in Ostdeutschland (3000 €) mit dem in Tschechien (1000 €)?
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 21, 2015, 22:56:32
Oder die Arbeitslosigkeit Tschechien (5,9%) gegen Transferempfängerkönig Berlin (10%)?
Oder die Lebenszufriedenheit? Oder das Wirtschaftswachstum?
Oder nehmen wir die Slowakei? Oder gar Slowenien? Oder Bulgarien?

Ich wollte nur mal darauf hinweisen, dass es genug Anschauungsmaterial gibt und nichts alternativlos ist.



Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Huizija am August 31, 2015, 09:09:25
Europa ist klugerweise sehr stark mit den US-Finanzmärkten verbunden - aus diesem Grund sind viele Fonds, Banken usw. auch mitverstrickt.

Edit von MacFlieger: Werbung entfernt.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Januar 13, 2016, 11:46:42
Ich werde nun reich und werde mich dann hier ausklinken

https://www.h-ab.de/ueber-die-hochschule/termine/termine-detailansicht/archiv/2016/januar/artikel/vortrag-reich-durch-mathe-was-machen-quants-an-der-boerse/?type=98

Ach neee, da steht ja ein Fragezeichen am Ende  ;D

Jochen

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Januar 14, 2016, 18:09:01
Ich werde nun reich und werde mich dann hier ausklinken

Inwiefern stünde Dein Vermögenszuwachs in Verbindung zum Forum?
Zur Behauptungen wie unter diesem Link sage ich immer nur: Wieso muss er noch Vorträge halten/Bücher verkaufen/Anlageprodukte verkaufen, wenn er weiß, wie es geht?

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am Januar 14, 2016, 18:45:55
Zur Behauptungen wie unter diesem Link sage ich immer nur: Wieso muss er noch Vorträge halten/Bücher verkaufen/Anlageprodukte verkaufen, wenn er weiß, wie es geht?

Ich gehe auf den Vortag und berichte, evtl. ;D

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 10, 2016, 15:07:11
EZB beschließt, wie erwartet:
Leitzins: 0,0 % (-0,05%)
Einlage-Zins für Geschäftsbanken bei EZB: -0,4 % (-0,1%)
Anleiheaufkäufe: 80 Mrd./Monat (+20 Mrd./Monat)

Und wieder wird es nichts bringen. Deflation dürfte noch länger eine reale Gefahr bleiben.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am März 10, 2016, 15:09:13
EZB beschließt, wie erwartet:
Leitzins: 0,0 % (-0,05%)
Einlage-Zins für Geschäftsbanken bei EZB: -0,4 % (-0,1%)
Anleiheaufkäufe: 80 Mrd./Monat (+20 Mrd./Monat)

Und wieder wird es nichts bringen. Deflation dürfte noch länger eine reale Gefahr bleiben.

Habe schon im Keller ausgeräumt um mein "Vermögen" zu bunkern. ;D

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 10, 2016, 15:12:38
Pfft, wir haben dafür doch eine eigene Insel! ;D
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Terrania am März 10, 2016, 15:30:38
Wir fahren erst mal die EU und dann Deutschland mit Karacho an die Wand. Passt schon. Der Deutsche ist ja ... solo genügsam.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am April 01, 2016, 01:33:24
Geld ist da im Überfluss, doch die Banken nehmen lieber Negativzinsen in Kauf anstatt die erwünschte nächste Kreditblase zu schaffen.
Und so ist die Eurozone in eine leichte Deflation gerutscht, insbesondere durch die niedrigen Energiepreise. Gleichzeitig steigt jetzt auch noch der Euro, was Importe verbilligt, die Exportwirtschaft aber - zumindest bei längerem Anhalten - beeinträchtigt.

Da wirft jemand das Helikoptergeld, also Gratis-Geld für alle Bürger, in die Runde und Dragi meint dies wäre eine „interessante Idee“.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/helikoptergeld-schwedische-bank-ezb-koennte-allen-buergern-euro-schenken-1.2928464

Das wäre dann wohl die allerletzte Kugel im Magazin der Notenbank. Nur was würde es bringen und welche negativen Folgen könnte das haben? Nehmen würde ich es schon, aber wenn die Verzweiflung der EZB so enorm wäre, würde ich es wohl gleich umtauschen gehen. Okay, wenn das alle so machen, sänke wenigstens der Euro…
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 18, 2016, 09:06:55
Ökonomen ratlos:
http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/39873/extreme-zeiten-an-den-finanzmaerkten/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 18, 2016, 12:28:07
Ökonomen ratlos:

Besser ratlose Ökonomen als ratgebende Ökonomen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 15, 2016, 13:02:39
http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/40137/ist-bloss-mit-europas-banken-los/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 15, 2016, 19:18:39
„Nie wieder“ sollten die Steuerzahler Banken retten müssen.
Nun ist die Lage schon wieder so dramatisch, dass die Bankentöpfe niemals ausreichen werden.

250 Mrd. für die italienischen Banken stehen im Raum, Spanien, Portugal, Deutsche Bank… auwei.

Und beim nächsten mal dann wieder die selbe Chose.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Quaestor am Juli 16, 2016, 16:59:44
Und die Steuerzahler werden wieder die Banken retten. Das ist doch das Geschäftsmodell von den Banken.
Schulden verstaatlichen, Gewinne werden privatisiert. Wenn dann erstmal das Bargeld abgeschafft ist, geht das Ganze viel unkomplizierter.

IWF an EU: Enteignet eure Bürger! (http://finanzmarktwelt.de/iwf-an-eu-enteignet-eure-buerger-37660/)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 16, 2016, 18:15:12
Ein Bail-in natürlich nur sinnvoll, wenn niemand einen Informationsvorsprung hat. Schwierig, nicht nur in Italien.
Aber wer investiert überhaupt noch in Banken?

Die IWF-Meinung ist ein alter Hut. Aber ist es nicht so, dass Anleger (also Haushalte mit Vermögen) ständig leise enteignet werden? Hier ein Negativzins, dort eine erhöhte Abgabe, Abgeltungssteuer… und am Ende Erbschaftssteuer. Die letzten beiden werden ja gerade wieder mal diskutiert, denn sie sind angeblich höchst ungerecht - soll heißen zu niedrig.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Quaestor am Juli 16, 2016, 18:57:29
Sag bloß, du müsstest Erbschaftssteuer zahlen? ;-)
Und die, die sie zahlen müssten, zahlen sie eh nicht.

Mehrwertsteuer runter, Einkommenssteuer rauf
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 17, 2016, 19:41:52
Das spielt doch keine Rolle. Vererbtes ist schon, teilweise mehrfach, versteuert.
Ich sage ja auch nur, dass Vermögende längst herangezogen werden. Genug oder nicht, ist Geschmackssache.

Mehrwertsteuer runter, Einkommenssteuer rauf

MwST runter: Ja.
Einkommensteuer rauf: Klares Nein! Vielmehr sollte nur Spitzenverdiener den Spitzensteuersatz zahlen - das würde auch die Kurve für alle entschärfen.

Aber da können wir lange schreiben, es ändert nix. :)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Quaestor am Juli 17, 2016, 22:22:05
Okay, geht auch. Spitzensteuersatz muss dann aber auch gezahlt werden und der kann auch wieder rauf auf über 50%
Aber ich hätte eh n viel besseren Lösungsansatz ;)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juli 21, 2016, 13:13:14
Zu Italiens Zentralbank und den italienischen Bankenproblemen und wie alle damit umgehen.
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/euroschau-137.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juli 30, 2016, 20:44:46
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/finanzbranche-deutschlands-kreditwirtschaft-ist-in-erbaermlichem-zustand-1.3101506
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 15, 2016, 09:41:55
Fast die Hälfte der ausstehenden Schulden der entwickelten westlichen Länder wird jetzt zu negativen Zinsen gehandelt:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/muellers-memo-die-droge-kickt-nicht-mehr-a-1107541.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 17, 2016, 17:33:32
In Deutschland dagegen pflegt man den Fetisch Schwarze Null, anstatt mal die Infrastruktur und Bildung auf Vordermann zu bringen. Beides Dinge, die volkswirtschaftlich ein Zigfaches vom Investment abwerfen.
Man gewönne also durch Negativzinsen und Mehrwert zweifach.

Nein, lieber leben wir in einem zunehmend verfallenden Museum. Hauptsache keine neuen Schulden.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Dezember 22, 2016, 21:42:10
ist die europäische „Bankenunion“ von 2014 gleich am ersten Realitätstest gescheitert:
http://www.taz.de/Kommentar-Italiens-Bankenkrise/!5366225/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Dezember 30, 2016, 15:01:15
Mit voller Absicht werden alle Beschlüsse und Regeln ignoriert und eine Bank gerettet, die keineswegs systemrelevant ist.
Zwar hat die Monte dei Paschi viele Anleihen an Kleinanleger verkauft, die nun bluten müssten. Aber man könnte ja die kleinen Sparer retten und die Bank eben nicht.
Stattdessen gibt's vom Staat Italien - selbst in Finanznöten - eine Milliardenspritze aus dem ihm anvertrauten Steuermitteln. Bzw. aus neu aufgenommenen Schulden. In Italien wirkt traditionell das Volk als Kreditgeber und darf sich auf von der EZB künstlich erzeugte Mini-Zinsen freuen. Die Banker haben wieder Luft für neue Spekulationen, bis zum nächsten Crash.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Januar 31, 2017, 21:04:52
http://www.taz.de/Folgen-der-EU-Finanzkrise/!5375945/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Februar 01, 2017, 14:06:09
http://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/us-attacke-auf-deutsches-export-modell-der-wahre-kern-der-kritik-a-1132630.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Februar 01, 2017, 19:39:31
Den Befund teile ich.
Überhaupt macht die schwarze Null bei Negativzinsen überhaupt keinen Sinn. Warum nicht eine Billion aufnehmen, anlegen und Deutschland von den Zinsen mehrwertstiftend sanieren? Oder an die Bundesbürger ausschütten, dass würde die Nachfrage ordentlich anheizen und alle hätten endlich was vom Immobilien- und Aktien-Boom.
Gut, der ist nicht auf alle Zeiten garantiert, aber eine bessere Entwicklung als alle andere haben diese Anlageformen langfristig eben doch.
Norwegen macht es vor, mal gibt's viel und mal weniger, nur sparen sie es eben für harte Zeiten.

Nach zehn Jahren gibt man 990 Mrd. zurück und hat nicht weniger Schulden als vorher.

Dasselbe könnte man in Europa machen.

Aber das ist natürlich reine Fantasie und völlig undurchführbar - oder fehlt einfach der Mut?

Jedenfalls haben wir auch einen Import-Rekord, nur reicht das nicht.
Ich finde auch lustig, wenn von der EZB gewarnt wird, Euro-Austreter müssten ihre Handelsschulden ausgleichen. Ja, nur wie? :)
 

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Quaestor am Februar 01, 2017, 20:06:14
Ich sehe in dem ganzen System eh so keinen Sinn mehr. Was bringt eine schwarze Null überhaupt irgendwas? Die Schulden werden doch eh nie wieder zurückgezahlt. Meiner Meinung nach müsste eh eine ganz andere Lösung her.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Februar 02, 2017, 00:13:07
Deutschland zahlt doch ständig zurück. Anleihen haben eben verschiedene Laufzeiten. Es werden natürlich laufend neue Schulden aufgenommen, um diese Anleihen zu begleichen. Unterm Strich sinkt die Verschuldung derzeit aber sogar. Erstens gab es Sondertilgungen aus Überschüssen und zweitens ist natürlich der Zinssatz so niedrig, dass heute gerne die Altschulden durch Neue ersetzt.
Nach wie vor hält Deutschland die Maastricht-Kriterien aber nicht alle ein. Die Gesamtverschuldung liegt bei ~70% des BIP, 60% sind nur erlaubt. Bei den meisten anderen schaut es noch viel schlechter aus. Aber Deutschland kann das schaffen - falls nicht wieder ein Weltkrieg dazwischenkommt oder eine Pleite der Deutschen Bank…

Ich finde auch Haushaltsdisziplin an sich sinnvoll. Man sieht ja, wo zu viele Schulden hinführen. Schon lange vor dem Kollaps geht immer mehr für Zinsen drauf und man hat null Handlungsspielraum in der Politik. Die Situation hatten wir Ende der 90er auch in Ansätzen. Kohl hatte Schröder enorme Probleme vererbt. Die Konsolidierung kostete die SPD dann wohl auf Dauer jede Chance auf die Kanzlerschaft.
Ein wesentlicher Grund war natürlich die Weise, wie man die Wiedervereinigung durchführte.

Aber sich eine Schwarze Null in die Verfassung zu schreiben und sie dogmatisch durchzusetzen, obwohl man sich ja begrenzt Spielraum zugestanden hatte, ist für mich Blödsinn. Und das bei Minuszinsen und riesigem Investitionsstau!

Und bei einem Fonds, der nur die Zinsen investiert, stünden den Schulden ja dem Vermögen gegenüber.
Wir werden der Gelegenheit der Minuszinsen noch lange nachtrauern und uns wundern, wie wir uns diese Chance entgehen lassen konnten.

(Und ich weiß eine Billion ist schwierig mit Minuszinsen erfolgreich zu platzieren. Aber das war nur eine Denkgröße und nach und nach ginge schon sehr viel.)



Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Quaestor am Februar 02, 2017, 13:42:03
Naja, wenn nix dazwischen kommt.
Wie lange müsste denn Deutschland die Schulden zurückzahlen bis wir auf 0 sind?
Und das BIP kannst doch auch vergessen, was da alles reingerechnet wird. Alles Augenwischerei. Geld wird gedruckt ohne Ende.

Irgendwann platzt die Blase und dann kam was dazwischen. Das war schon immer so. Da kann auch niemand was dafür. Es ist systembedingt.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Februar 02, 2017, 14:03:02
Sage ich ja, solange nichts dazwischen kommt. Wie ein Weltkrieg. 1953 gab es ja auch für Deutschland Erleichterungen bei den Auslandsschulden (Londoner Schuldabkommen).

Wie lange Deutschland bräuchte, um die Zinsen zurückzuzahlen? Die Frage ist kompliziert, da ja abhängig von Wirtschaftsentwicklung und Leitzinsen. Es sind ja auch mehrere Ebenen: Kommunen, Länder, Bund. Auf jeden Fall sehr, sehr lange.
Aber eigentlich stellt sie sich auch gar nicht. Wichtig ist, dass man die Zinsen und Anleihen bei Fälligkeit zurückzahlen kann und das geschieht ja nicht auf einmal für alle Anleihen. Und bis auf Ausnahmen wie z.Z. - wo ein kleinerer Teil aus Überschüssen kommt - vollständig aus neuen Schulden. Es geht also darum, dass man neue Kreditgeber findet - und da hatte Deutschland eigentlich noch nie Probleme.

Da die EZB notfalls aushilft, ist ja der Markt ja sowieso ausser Kraft gesetzt. Ich denke mal, dass wird auf Jahrzehnte so bleiben, die alte Politik der Bundesbank wird nicht mehr kommen.
Womit ich aber nicht meine, dass die Zinsen ewig so niedrig bleiben. In der Tat scheint die Inflation die EZB gerade in eine Zwangslage zu versetzen. Stagflation wäre jetzt zwar übertrieben, aber die letzten Jahre wurden von den Regierungen nicht genutzt, um die Probleme anzugehen. 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Februar 12, 2017, 10:57:37
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/mario-draghi-in-der-kritik-die-geldpolitik-macht-den-kapitalismus-kaputt-a-1132711.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Februar 12, 2017, 15:22:20
Das Problem ist halt, dass die EZB auch die derzeit schwächelnden Staaten im Auge haben muss. Aber es stimmt, selbst die Euro-Zone wächst wieder.
Es ist an der Zeit, die Zinsen langsam anzuheben und ich denke, dass weiß auch Draghi.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 26, 2017, 09:17:54
Deutschland hat ja sogenannte Weise (https://de.wikipedia.org/wiki/Sachverständigenrat_zur_Begutachtung_der_gesamtwirtschaftlichen_Entwicklung), die der Regierung, auf dem wichtigen Gebiet der Wirtschaft, sagen wo es lang gehen soll. Nur, ist dieser Rat wirklich weise? Der Handelsblatt Autor Norbert Häring hat Zweifel:
http://norberthaering.de/de/27-german/news/800-wirtschaftsweise-merkantilismus

Frank Niessens (Volkswirt) Vorschläge für ein besseres Wirtschaften finde ich mehr als unausgegoren, seine Analyse, dass und warum Ökonomen oft daneben liegen, halte ich hingegen für lesenswert (168 Seiten, 17,95 €):
http://www.tectum-verlag.de/entmachtet-die-okonomen.html   (Leseprobe (http://www.tectum-verlag.de/cms/tl_files/Zusatzinfos/Leseproben/Tectum_Leseprobe_Niessen_Ökonomen.pdf))

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 26, 2017, 22:40:08
Die „Weisen“ sind i.d.R. ziemlich wirtschaftsnah. Die Wirtschaft hat nur sehr bedingt Interesse an höheren Löhnen oder mehr Sozialausgaben.
Das braucht man eigentlich nicht immer wieder heraus kombinieren, soweit ich mich erinnere war das schon immer so.

Es stimmt aber schon auch, dass die Steuerungen bzw. Steuermöglichkeiten des Staates hinsichtlich der Leistungsbilanz begrenzt sind. Und wenn angeführt wird, dass dies doch funktioniert habe bis zum jetzigen Stand, sollte man nicht vergessen, dass neben der Politik auch die deutschen Unternehmen und die Gewerkschaften daran ihren Anteil haben. Nicht nur durch niedrigere Löhne, sondern auch durch Innovation und gutes Management.

Und zuallererst: Die schlechten politischen Leistungen von Politik und Wirtschaft in vielen anderen Ländern.

In vielen europäischen Ländern halten die Oberen eine Jugendarbeitslosigkeit von 20% scheinbar als unabänderlich und irgendwie akzeptabel. Da braucht man sich nicht wundern, wenn dann eine Migration in Länder einsetzt, wo es Jobs gibt. Auch ein großer Faktor.

Ich bin schon dafür, dass Deutschland endlich die gröbsten Lohndumpereien beseitigt und die öffentliche Hand mehr Geld ausgibt. Die schwarze Null habe ich ja hier ja schon mehrmals gegeißelt.





Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am April 03, 2017, 11:44:55
http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/9046/vorbild-schweizerische-wahrungsunion/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Mai 14, 2017, 10:19:26
https://makronom.de/ist-die-eurozone-vielleicht-doch-ein-optimaler-waehrungsraum-19143
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 16, 2017, 15:39:39
http://www.spiegel.de/wirtschaft/deutschland-wirtschaftsweise-gegen-den-rest-der-welt-kolumne-a-1152352.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 16, 2017, 19:26:48
Mag ja alles sein, aber jetzt mal ehrlich: Wenn Schäuble plötzlich 20 Mrd. in die Infrastruktur steckt, würde das was am Handelsüberschuss ändern?
Ich weiß es nicht, aber:
a) Wäre das doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein
b) Wo sind die Handwerker und Bauarbeiter dafür? Bekannte von mir jedenfalls können heuer nicht anbauen, weil sie keine bekommen. Und das war schon im Januar klar.
c) Wird das dann mit Zuzug aus dem Ausland gelöst, hat das positive oder negative Auswirkungen auf die Leistungsbilanz? Die konsumieren ja auch hier, aber schicken auch Geld in die Heimat.
d) Wer sagt denn, dass dadurch nennenswert Güter importiert würden?

An den Zinsen kann Deutschland nichts machen, Lohnpolitik geht vielleicht im öffentlichen Dienst, aber sonst nicht.

Bleibt eine massive Steuersenkung, doch würden die Deutschen das Geld dann ausgeben oder bunkern? Und wenn die nächste Krise eh kommt, sind solche Schritte am Ende nicht gefährlich?

Ich wäre schon dafür, es zu probieren:
- Mehr Investitionen, v.a. in Forschung und Bildung, aber auch - soweit eben möglich - in die Infrastruktur
- Maßvolle Steuersenkung oder besser niedrigere Sozialabgaben. Mein Favorit wäre aber die Mehrwertsteuer.
- Anreize an die Wirtschaft zum Investieren.

Zum dritten Punkt: Trotz boomender Gewinne investiert die deutsche Wirtschaft kaum.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/konjunktur-deutschland-spart-sich-sein-wachstum-kaputt-1.3541455

So, und hier wird gewarnt, die deutsche Wirtschaft drohe heißzulaufen:
http://www.sueddeutsche.de/news/wirtschaft/konjunktur-kieler-wirtschaftsinstitut-warnt-vor-konjunktur-ueberhitzung-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-170615-99-859574
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 17, 2017, 00:12:13
Nur eine schnelle Anmerkung zu später Stunde.

Lohnpolitik geht vielleicht im öffentlichen Dienst, aber sonst nicht.

Für die Regierung, für den Staat fallen mir auf die Schnelle folgende politische Einwirkungsmöglichkeiten auf das Lohnniveau ein:

- Auf die beteiligten Akteure einwirken. Beispiel: Bündnis für Arbeit
- an den Lohnnebenkosten schrauben
- durch Gesetze einen Niedriglohnsektor ermöglichen
- einen gesetzlichen Mindestlohn einführen
- Die Lohnverhandungspositionen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern (gesetzlich) neu gewichten
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 17, 2017, 12:57:16
So gesehen schon, aber das meinte ich anders. Jetzt dem Gros der Leute den Lohn erhöhen, so das es messbare Effekte auf den Konsum und die Leistungsbilanz hätte, scheint mir unmöglich und selbst wenn es möglich wäre, was würde das bedeuten? Endlich ordentlich Inflation, aber keine Möglichkeit, die Zinsen zu erhöhen?

Es ist eben alles nicht so einfach.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 17, 2017, 18:05:04
Ja es ist sauschwer. Das menschliche Hirn ist für nichtlineare Zusammenhänge einfach nicht gemacht, wie ich unlängst (http://www.apfelinsel.de/forum/index.php/topic,5868.msg105761.html#msg105761) schon beklagt habe. Ich fürchte aber, derartige Wirtschaftskreisläufe mit menschengemachten dynamischen Wechselwirkungen sind für uns sehr lebensbestimmend aber nicht unbedingt selbstregulierend:
Bankenkrise->Wirtschaftskrise->Eurokrise

Hier wurde (2011) versucht zu ergründen, was höhere Löhne bewirken könnten:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=11454 (http://www.nachdenkseiten.de/?p=11454):
(http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/111129_spiecker_grafik4_large.jpg)

(Und hier gäbe es eine unterhaltsame Analyse, was zu niedrige Löhne bewirken:
https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-16-mai-2017-100.html (https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-16-mai-2017-100.html))
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 17, 2017, 18:55:09
Sind die scheinbar zwingend linken Komödianten besser qualifiziert als die Ökonomen?
Kann sein. Wer weiß…

Es ist ja keine Frage, dass wir eine Phase von sinkenden Reallöhnen hatten.
Einen gewaltiger Gehaltseinschnitt bei Akademikern in vielen Branchen verursachte ironischerweise aber z.B. die EU-harmonisierte Bologna-Reform und die Freizügigkeit der Arbeitnehmer.

Seit einigen Jahren steigen die Nominallöhne aber wieder, und auch die Reallöhne.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/152761/umfrage/entwicklung-der-loehne-in-deutschland/

Ich muss auch mal sagen: Die deutschen Beschäftigten hatten über viele Jahre nichts zu lachen. Scheinbar haben aber nicht nur die deutschen Ökonomen und Politiker und Arbeitgeber und Gewerkschafter die auseinander laufende Entwicklung nicht gesehen, sondern alle anderen auch nicht. Oder warum hat man seit Euro-Einführung nicht mal geschaut, was anderswo los ist?
„Bei uns nicht durchsetzbar!" Gemeint ist, man wird nicht wiedergewählt. Schon schlimm, da fährt man lieber sein Land an die Wand.

Ich meine damit keinen Wettlauf um die niedrigsten Lohnstückkosten, aber bitte ein stetes Bewusstsein der Entwicklungen anderswo und langsame Annäherung.

Wobei das Diagramm ja nur die Entwicklung zeigt, nicht die totalen Zahlen.

https://www.iwkoeln.de/studien/iw-trends/beitrag/christoph-schroeder-lohnstueckkosten-im-internationalen-vergleich-257781

Der dort auch gezeigte Produktivitätsvergleich führt weiter.
Man hat also nicht mal die Hälfte der deutschen Produktivität, ergo erhöht man erstmal kräftig die Löhne… das kann in einem gemeinsamen Währungsraum nicht funktionieren. Jetzt den schwarzen Peter in Berlin zu erspähen, passt echt ins Bilde. Ja, auch hierzulande wurde übertrieben, aber Deutschland konkurriert ja weniger mit Portugal und co. als mit den USA und China und vielleicht noch Frankreich. Das ist nun mal ein großer Teil des deutschen Wirtschaftsmodells. Ja, auch das könnte man ändern, wurde uns ja auch lange eingeredet! Á la GB in die Dienstleistungsgesellschaft. Da schaut es aber auch nicht rosig aus…

Fazit: Was nicht zusammenpasst, sollte man nicht verrühren.

Jetzt wird die misslungene Suppe halt mit so viel Geld versalzen, dass sie keinem mehr schmeckt.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 18, 2017, 15:55:45
Danke für den Link! "Eine aus deutscher Sicht starke Verbesserung der Lohnstückkostenposition lässt sich nur gegenüber dem Euroraum seit 1999 beobachten." betätigt immerhin, dass die Grafik nicht ganz falsch ist.

Wobei das Diagramm ja nur die Entwicklung zeigt, nicht die totalen Zahlen.

Nicht zufällig beginnt das Diagramm 1999. In diesem Jahr wurden die Wechselkurse für die gemeinsame Währung festgezurrt. Bis dahin könnte man annehmen, dass Unterschiede einigermaßen durch Wechselkursanpassungen ausgeglichen wurden. Seither ist dies nicht mehr möglich und die in der Grafik gezeigte Entwicklung gewinnt stark an Bedeutung. Hier hat der Euro Flexibilität aus dem System genommen. Einziger mir bekannter neuer Regelmechanismus ist "innere Ab- oder Aufwertung". Also Lohn- und Rentenanpassung und dergleichen. Wie wenig eingeübt das ist und wie wenig geschmeidig das läuft, läßt sich u. a. an Griechenland, aber eben auch in Deutschland, studieren.

Diesen Regelungsbedarf, in mittlerweile erheblicher Größenordnung, aber einfach zu ignorieren, die Sache einfach laufen zu lassen, ist mMn überhaupt nicht gut.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 18, 2017, 18:13:16
Klar ist das nicht gut, es ist sogar desaströs und würde nicht die EZB ihr Mandat extrem weit ausdehnen und wären nicht viele „Rettungspakete“ für Banken und Griechenland geschnürt worden, wäre der Euro längst nicht mehr.
Aber auf alle Zeiten kann man diese Gegenmaßnahmen ja auch nicht fortführen.

Ach ja, und das letzte Rettungspaket für Athen verstößt ja eindeutig gegen den Bundestagsbeschluss. Den dieser fordert die Teilnahme des IWF. Der macht aber nicht mehr mit, bis Griechenland „Schuldenerleichterungen“ bekommt. Unsere Regierung will das auf keinen Fall, und schon gar nicht vor der Wahl. Also macht man einfach weiter, weil die SPD findet das eh okay und die eigenen Leute beißen sich vor der Wahl natürlich auf die Zunge.
Die Selbstentmachtung des deutschen Bundestags erreicht immer neue Etappen.

So oder so: Ich hoffe, wir bekommen nach der Wahl endlich wieder eine vernünftige Opposition. Auf die Regierung hoffe ich schon nicht mehr. :)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Quaestor am Juni 18, 2017, 19:31:18
Ne vernünftige Opposition kommt aber auch nur zustande, wenn die CDU die absolute Mehrheit erhält. Heißt also, CDU wählen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Juni 18, 2017, 23:16:16
Hauptsache nicht wieder Große Koalition.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Quaestor am Juni 19, 2017, 00:11:07
Volle Zustimmung
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 22, 2017, 13:51:16
Hier werden 4 Analysen zur Weltwirtschaft referiert:
http://m.spiegel.de/wirtschaft/soziales/a-1163647.html

Mein Bauchgefühl sagt, keine von denen trifft es. Aber ich habe ja keine Ahnung, ich fürchte wie alle anderen auch.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 24, 2017, 14:23:04
Es wird wohl eine Mischung aus den genannten Ursachen sein.

Ich meine, dass v.a. viel zu wenig investiert wird. Die Firmen horten das Geld, auch wenn sich langsam eine kleine Verbesserung einzustellen scheint. Die öffentliche Hand hat die Chance der Minizinsen rein ideologisch begründet ausgeschlagen.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 27, 2017, 16:06:03
Es wird wohl eine Mischung aus den genannten Ursachen sein.

Ich glaube nicht, dass 4 unvollständige Erklärungsversuche zusammen eine komplette Analyse ergeben. Ich glaube es wird vor allem im Dunklen getappt:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/geldpolitik-die-notenbanker-sind-verstoert-1.3641707

Die Banken/Finanzkrise (und dieser GesprächsFaden) feiern dieses Jahr 10 jähriges Jubiläum. Die Fachwelt hatte die weltweite Krise nicht vorausgesehen (von Außenseitern abgesehen). Was mich verstört, niemand hat - soweit ich das überblicke - ein Forschungsinstitut beauftragt/gegründet, diese mangelhafte Prognosefähigkeit im Nachgang zu analysieren mit dem Ziel, Verständnis und Prognose signifikant zu verbessern. Eine Diskussion in der (Wirtschafts)Wissenschaft mit dem Ergebnis: "nächstes mal machen wir es besser, weil wir folgenden Fehler in der Prognose nicht mehr machen." Fehlanzeige. Mir ist nicht mal eine ggf. ergebnislos verlaufene Diskussion bekannt. >:(
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 31, 2017, 13:57:40
Stimmt. Komplett wird's nicht.
Ökonomie ist auch keine Naturwissenschaft mit reproduzierbaren Experimenten. Bzw. ist die Welt zu kompliziert dazu.

Die Finanzkrise wurde durchaus erforscht. Das man eine Prognosefähigkeit wesentlich verbessern könnte, ist ein Irrglaube - meine ich.
Man wird vielleicht etwas skeptischer, wenn alle Hurra schreien. Aber die Frage ist dann auch, hat man recht und was soll man dann unternehmen?

Seit der Krise ist ja einiges geschehen, die Frage ist halt nur, ob es genug war. Klares Nein meinerseits.

a) Während man Banken und Versicherungen stärker regulierte, ließ man andere Mitspieler unbehelligt (z.B. Hedgefonds).
b) Den Banken ist viel zu wenig verboten worden. Man hat auch heute noch, und wieder mehr, einen regen Handel mit Finanzprodukten, die dermassen verschachtelt sind, dass sie niemand mehr versteht.
c) Die Geldmenge ist derart explodiert, dass die Notfallfonds überfordert sein könnten.
d) Trump will die Bankenregulierung rückgängig machen.
e) Der Euroraum blieb weitgehend unverändert, man hat eben nicht die Konsequenzen gezogen. Alles lassen es laufen, dank der EZB ohne große Konsequenzen - derzeit.

Es heißt ja immer, es wird erst gehandelt, wenn es schon geknallt hat. Dieser Spruch scheint widerlegt, oder wie groß muss der Knall sein, dass sie gilt?
 
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 31, 2017, 14:30:26
Notenbanken und Politik haben ja durchaus gelernt und die Fehler von 1929 umschifft. Die Krisenintervention hat einigermaßen funktioniert. Aber über die Ursachen der Krise auch nur nachzudenken, da verweigern sich Politik, Wirtschaftswisswnschaft und Medien, aus meiner Sicht, geradezu ostentativ.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am August 31, 2017, 17:11:34
Politik ja, Medien teilweise, Wissenschaft nein.

https://de.wikipedia.org/wiki/Finanzkrise_ab_2007
http://www.bpb.de/politik/wirtschaft/finanzmaerkte/135463/ursachen-der-finanzkrise
(Beide haben Quellenangaben, die zu Literatur führen)

https://www.iwkoeln.de/iw-dossiers/beitrag/ursachen-der-finanzkrise-20205
http://europainstitut.de/fileadmin/schriften/EI_Paper_1_090223_Finanzkrise.pdf

Und das ist ja nur das Ergebnis einer kurzen Suche. Kannst auch von allen möglichen deutschen Ökonomen aller Couleur Bücher zum Thema Finanz- und Eurokrise finden.
Natürlich stellen nur Wenige die Grundsatzfrage, ob vielleicht das derzeitige Wirtschaftssystem unweigerlich solche Krisen hervorbringt. Aber auch dazu finden sich sicher einige Bücher und Online-Artikel.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 31, 2017, 22:54:41
Politik ja, Medien teilweise, Wissenschaft nein.

Bündige Replik!

Ich meld mich zum Thema, kann aber etwas länger dauern bei dem Lesestoff. ;)
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am September 02, 2017, 12:33:10
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ungleichheit-super-firmen-greifen-an-1.3649240
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am September 29, 2017, 20:40:08
8 Jahre brauchte es bis zur Anklage gegen die ehemaligen HRE Chefs. Jetzt, kurz vor der Verjährung (nach 10 Jahren), hat das Gericht keine Lust mehr:
"Die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe gegen beide Angeklagte konnten im Rahmen der bereits erfolgten Beweisaufnahme bisher nicht ausreichend aufgeklärt werden. Ob die erforderlichen Beweiserhebungen noch vor Ablauf der absoluten Verjährung (März bzw. August 2018) abgeschlossen werden können, ist nicht abzuschätzen."
=> Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage in, für die Angeklagten, unbedeutender Höhe:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/hre-prozess-die-deutsche-finanzkrise-ist-abgehakt-fuer-euro-1.3689498
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Oktober 01, 2017, 23:17:40
https://www.nzz.ch/finanzen/inflation-im-spiegelland-ld.1319537
https://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/42553/warum-die-loehne-nicht-steigen/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Oktober 02, 2017, 14:42:37
In der Tat wird z.B. in Deutschland von den Arbeitsstunden insgesamt (alle Erwerbstätigen zusammen) her nur minimal mehr gearbeitet als im Jahr 2000, trotz sinkender Arbeitslosigkeit.
http://www.vgrdl.de/VGRdL/tbls/tab.jsp?rev=RV2014&tbl=tab17&lang=de-DE#tab05

Natürlich sind das nur die bezahlten Arbeitsstunden, was mehr gearbeitet, aber nicht bezahlt wird, kommt hier nicht vor. Ich sag mal, Emails nach Feierabend, Anrufe am Sonntag… und natürlich Schwarzarbeit und Selbstausbeutertätige.

Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am November 11, 2017, 11:34:50
https://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/42683/die-ausgebliebene-krise/


der Chefökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), eine Art Denkfabrik der Zentralbanken, bekennt, dass es "immer schwieriger wird, das Verhalten der Inflation zu verstehen". Er fragt sich und seine Zentralbank-Kollegen: "Könnte es sein, dass wir weniger wissen als wir denken?":
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/geldpolitik-warum-die-inflation-verschwindet-1.3743705-2
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am November 11, 2017, 13:38:12
Wenn Millionen von Menschen weniger in der Tasche haben und alle, die es noch haben, ihr Geld horten, ist doch logisch, dass die Inflation mäßig ausfällt. Zudem kommt die Wirtschaft vielerorts durch Bürokratie und andere Hemmnisse einfach nicht richtig in Schwung.
Wo es besser läuft, wie in Deutschland, nähert sie sich ja schon länger wieder den 2%. Daher drängen auch deutsche Zentralbanker auf langsam steigende Zinsen. Und Öl ist ja auch wieder vom Tiefpunkt etwas aufgestiegen. Schweinezyklus-gemäß dürfte das länger anhalten.

Das die Inflation tot sei, ist also Nonsens. Und das die EZB sie im Zweifel ohne Kollateralschäden einfangen könnte, wage ich auch zu bezweifeln. Deswegen braucht man aber jetzt auch nicht den Hyperinflation-Propheten auf den Leim gehen.



Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Dezember 26, 2017, 18:55:41
Ihr habt es wohl auch gelesen oder gehört: Das Bitcoin-Mining soll mehr Strom verbrauchen als viele Staaten und manchmal wurde sogar zitiert, schon 2020 würde es allen erzeugten Strom der Welt benötigen.

Wirklich? Es handelt sich um genau eine Schätzung, die dann eine andere inspirierte und heftig angezweifelt wird - und trotzdem überall zitiert wurde.
 
https://www.cnbc.com/2017/12/21/no-bitcoin-is-likely-not-going-to-consume-all-the-worlds-energy-in-2020.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Januar 17, 2018, 11:06:13
https://www.boerse.de/nachrichten/ROUNDUP-Fuehrende-Oekonomen-fordern-radikale-Reformen-in-der-Eurozone/7852344
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Januar 30, 2018, 19:43:35
Ich packs mal hier rein.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/steueroasen-schattenfinanzindex-zeigt-welche-laender-die-groessten-steueroasen-sind-a-1190326.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Februar 07, 2018, 07:16:53
Jüngere, griechische Geschichte:
https://www.taz.de/!5474353/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 03, 2018, 18:31:19
Jüngere, isländische Geschichte:
http://norberthaering.de/de/27-german/news/956-island
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 20, 2018, 16:53:05
Neben Bankenkrise, Wirtschaftskrise und Eurokrise gibt es angeblich auch demographische Gründe für niedrige Zinsen.
http://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/demografie-ein-ueberraschender-grund-fuer-die-niedrigen-zinsen-ist-die-alternde-bevoelkerung/21088748.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am März 20, 2018, 22:37:36
Neben Bankenkrise, Wirtschaftskrise und Eurokrise gibt es angeblich auch demographische Gründe für niedrige Zinsen.
http://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/demografie-ein-ueberraschender-grund-fuer-die-niedrigen-zinsen-ist-die-alternde-bevoelkerung/21088748.html

"Wenn wenig gearbeitet und viel gespart wird, drückt das die Zinsen. Die EZB empfiehlt jetzt eine Erhöhung des Rentenalters."

Wenn das so ist, dann sollte man dringend mal das Konzept der kapital"gedeckten" Rente, also einer Rente die die Sparquote erhöht, überprüfen (https://www.apfelinsel.de/forum/index.php/topic,5868.msg104877.html#msg104877).
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am März 20, 2018, 23:09:10
Ich verstehe halt nicht, wie man bei der hohen Arbeitslosigkeit in Europa wieder auf das Rentenalter kommt. Zudem haben viele junge Leute, die durchaus arbeiten, kaum was übrig um zu sparen.
Der Einfluß von 90% der Bevölkerung dürfte bei der Vermögensverteilung, wie wir sie haben, auch nicht so ins Gewicht fallen. Dafür dürfen sie dann länger arbeiten, während die 10%, die über ca. zwei Drittel des Vermögens verfügen, dieses günstig weiter vererben.

Deshalb wäre der vernünftigere Schluss - wenn die Sparquote das Problem wäre - diese Gelder durch Vermögens- und erhöhte Erbschaftssteuer vermehrt heranzuziehen und über gezielte Investitionen in Zukunftsfelder wieder in die Wirtschaft einzuspeisen.
Und vor allem müsste dann auch mal die Schwarze Null überdacht werden. Schließlich ist der größte Schuldner der Staat. Weniger Schulden, niedrigere Steuern. 

Die kleinen Vermögen dagegen sollten gefördert werden. In den letzten Jahrzehnten passierte leider genau das Gegenteil.

Aber es ist ja eh klar, dass die Minizinsen politisch gewollt sind. Nur nicht in Deutschland.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Juni 24, 2018, 10:39:20
http://m.spiegel.de/wirtschaft/service/finanzkrise-welche-lehren-verbraucher-zehn-jahre-danach-ziehen-sollten-a-1214391.html
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am August 07, 2018, 12:42:16
http://m.fr.de/wirtschaft/finanzsystem-wir-erleben-derzeit-eine-strangulation-a-1556577
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am September 06, 2018, 14:00:39
http://norberthaering.de/de/27-german/news/1013-basel-iii
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am September 06, 2018, 14:22:19
Wirtschaftswissenschaftler Stefan Schulmeister fasst sein neuestes Buch "Der Weg zur Prosperität" in diesem Artikel zusammen:
http://norberthaering.de/de/27-german/news/1012-schulmeister
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am Dezember 17, 2018, 00:03:47
Eine Eräuterung des Target2 Themas, die ich halbwegs nachvollziehen kann:
https://makroskop.eu/2018/12/schlichtungsversuch-zum-target2-streit/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Februar 04, 2019, 19:39:32
Wird immer vertrauenswürdiger, diese ganzen Krypto-Sache…
https://www.sueddeutsche.de/digital/kryptowaehrung-passwort-tod-bitcoin-blockchain-1.4315793
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am April 04, 2019, 13:34:59
http://norberthaering.de/de/27-german/news/1129-bankenreulierung
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am September 20, 2019, 21:38:11
https://www.westendverlag.de/kommentare/das-scheitern-der-neoklassischen-oekonomie/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am Dezember 30, 2019, 19:28:36
Mit Jahresende ist auch die Tagesanleihe des Bundes Geschichte. Sie wurde zwar schon seit 2013 nicht mehr ausgegeben, aber damals hieß es, sie hätte kein Enddatum. Jetzt wurde allen Kunden gekündigt.
Der Bund will sich nämlich die versprochenen 0% Zinsen (seit 2014) nicht mehr leisten, wo ihm doch die Anleihen mit deutlichen Negativrenditen aus der Hand gerissen werden. Negativzinsen wurden nämlich ausgeschlossen. Und dann waren die Depots auch noch gebührenfrei.

Damit verabschiedet sich der Staat auf jeden Fall endgültig von Privatkunden. Klar kann man noch Anleihen kaufen, doch die unterliegen Kursschwankungen und die Banken verlangen Gebühren.

In der Bankenkrise wurde noch um die Privatanleger geworben...
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: radneuerfinder am April 21, 2021, 12:17:33
Seit längerem beklage ich mangelnde Erkenntnistiefe, und mangelnden Abgleich von Theorie mit der Realität, der Wirtschaftswissenschaften. Zur Abwechslung hier etwas, das mir Tief genug scheint:
https://makroskop.eu/14-2021/schuldenbremse-bankrotterklaerung-der-mainstream-oekonomik/
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am April 21, 2021, 18:11:26
Leider hinter einer Paywall.
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Jochen am April 21, 2021, 18:26:28
Leider hinter einer Paywall.

Hier geht es, da kostenlos?

Jochen
Titel: Re: Bankenkrise
Beitrag von: Florian am April 21, 2021, 18:35:19
Sorry, hatte nach Sichten der Box gleich geschlossen. Fehlsichtung.