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Der Chef schreibt "Thoughts on Music" ...

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daveinitiv:
Eben, ich denke auch, dass man ganz scharf zwischen einem möglichen Kartell und einer marktbeherrschenden Stellung differenzieren muss. Und die Frage, die sich stellt, was ist eine marktbeherrschende Stellung oder Position oder was zeichnet sie aus?
Meiner Meinung nach ist der Charakter eine marktbeherrschenden Postion, dass es keine nennenswerten Konkurrenten gibt. Also, es gibt für den Kunden keine wirkliche Alternative, die Wahlmöglichkeiten sind eher theoretischer Natur. So etwas sehe ich mitunter, jedenfalls früher, bei den Stromkonzernen und die Beschränkung auf den Anbieter in der Stadt in der man lebte. Oder bei der Post, wobei sich der Markt ja öffnen musste, oder bei der DB, aber der Telekommunikationssektor ist doch schon lange offen und durchlässiger.
Und wenn ein Unternehmen nun mal verhältnismäßig viele Kunden hat, dann kann man ihnen das doch nicht zum Vorwurf machen. Der Kunde hat ja immer noch die Wahlmöglichkeit, er ist ja nun nicht an das Unternehmen gebunden, wenn es noch andere Optionen gibt.

Genau das ist auch der Aufhängungspunkt, den ich bei der Kritik gegenüber Apple's iTMS und dem iPod sehe. Kein Kunde ist doch gezwungen im iTMS zu kaufen, es gibt doch auch andere Anbieter. Nur, weil Apple's Lösung für den normalen Kunden praktischer ist und einfacher anzuwenden, als bei anderen Musiklademöglichkeiten, das ist doch kein Fehler von Apple.
Da wird in meinen Augen auch dem Kunden seine Mündigkeit und Selbstständigkeit in Form der Eigenverantwortung genommen. Jeder sollte sich mit dem Produkt, das er beabsichtigt zu kaufen, auseinandersetzen. Und es ist eine schnell erfassbare Information, dass es mit einem Umweg verbunden ist, die Musik aus dem iTMS auf einen MP3-Player zu übertragen, der nicht ein iPod ist.
Eine gewisse Analogie gibt es da für mich in der VHS vs. Betamax Geschichte. Obwohl hier ja auch von den staatlichen Organen forciert wurde.

In der Terminierungsbepreisung der Swisscom Mobil, also das Durchleiten von Gesprächen anderer Mobilfunkanbieter und/oder Netze, ist es ja nicht so, dass die Swisscom ihre Stellung ausnutzt, oder es ausnutzen kann, weil sie diese Stellung hat, sondern es sind einfach betriebswirtschaftliche Überlegungen, die jeder andere Anbieter auch stellen könnte. Da gibt es dann für den anderen Anbieter zwei Überlegungen. Entweder es zu unterlassen Anrufe in das bestreffende Netz weiterzuleiten oder aber die Bedingungen zu akzeptieren. Nur, weil Swisscom die Größe hat, sie dafür zu bestrafen, finde ich juristisch und strafrechtlich mehr als fragwürdig (wobei ich die genaue Gesetzeslage der Schweiz nicht kenne).
Denn die Praktik als solche steht den kleineren ja nun auch offen und ist prinzipiell, so wie ich es verstanden habe, nicht verboten.

Thyrfing:

--- Zitat von: yjnthaar am Februar 09, 2007, 11:04:27 ---
--- Zitat von: Jochen am Februar 07, 2007, 18:57:30 ---[..]Wie verhindert man, das dass der Raubkopierer die Musik stiehlt und die Musik abspielt ohne dass der Musiker Geld bekommt.[..]
--- Ende Zitat ---

Gar nicht. Ein Raupkopierer klaut immer, egal wie verballhornt offizielle Kaufdatenträger sind. Inzwischen wird ja von Seiten der MI kräftig zurückgerudert, wie sonst ist die expotenzielle Zunahme ungeschützer Audio CDs in den letzten Monaten zu erklären?

Salve,
Simon

--- Ende Zitat ---

Genau! Jemand der gewillt ist diese kriminelle Energie aufzubringen, wird immer seine Musik aus nicht legalen Kanälen beziehen. Mit Software ist es IMHO das selbe Prinzip.  Die Möglichkeiten sind aufgrund des jetzigen Standes der Technik gegeben. Und sie werden einfach nur genutzt.

warlord:

--- Zitat von: Thyrfing am Februar 16, 2007, 20:17:07 ---Genau! Jemand der gewillt ist diese kriminelle Energie aufzubringen, wird immer seine Musik aus nicht legalen Kanälen beziehen. Mit Software ist es IMHO das selbe Prinzip.  Die Möglichkeiten sind aufgrund des jetzigen Standes der Technik gegeben. Und sie werden einfach nur genutzt.

--- Ende Zitat ---

Wäre schön, wenn es so wäre. Aber das halte ich für Rosafärberei.

Natürlich wird es immer Leute geben, die genügend kriminelle Energie aufbringen, um jeden ausgedachten Schutz zu umgehen. Die gibt es aber in jedem Bereich. Und der Umstand, dass es Kriminelle gibt, dient sonst auch nirgendwo als Begründung, seine Rechtsgüter nicht zu schützen. Ich verzichte auch nicht darauf, meine Wohnung abzuschliessen, mit der Begründung, einen echten Einbrecher kann das sowieso nicht abhalten. Gegen den Gelegenheitsdieb schützt es allemal.

Und genau die dürften es auch sein, welche den Produzenten von immateriellen Gütern den grössten Schaden zufügen. Wenn ich in meinem Umfeld schaue, wie da ohne Skrupel Musik und Software heruntergeladen wird, dann stehen mir die Haare zu Berge. Und ich lebe nun eigentlich wirklich nicht in einem kriminellen Umfeld.
Noch nicht sicher bin ich mir, ob diese Leute ihr Tun gar nicht als Unrecht empfinden oder ob sie das Unrecht wegen der geringen Chancen erwischt zu werden bewusst begehen. Ziemlich sicher bin ich mir aber, dass wenn die Musikindustrie mal grundsätzlich davon ausgeht, dass ihre Kunden betrügen, sie damit nicht wirklich falsch liegt. So traurig und für mich als Mitkonsument erniedrigend das auch sein mag, es ist leider so. Und das kann mir mittlerweile auch niemand mehr ausreden. Und schon gar nicht mit obiger hanebüchenen Argumentation. Es ist in meinem Umfeld so und ich glaube nicht, dass es im Durchschnitt der Gesellschaft anders ist.

Thyrfing:
Andersrum gefragt: Wie erklärst du dir den Umstand, dass es Leute wie uns gibt, die eben nicht den illegalen Download als ihr gutes Recht ansehen?
Das mit der Tür lasse ich auch nicht gelten. Es gibt Länder, dort schauen dich die Leute komisch an, wenn du Türen abschließt. Und dort wird auch niemand nur ausgeraubt, weil seine Tür auf ist.
Nein, da spielen ganz andere Gründe eine Rolle und die sind fernab von DRM und anderen Restriktionen.

Leider wird das wieder eine Diskussion, die hier zu nichts führt. Das bereden wir mal beim Bier, oder einer Bionade. ;)

warlord:

--- Zitat von: Thyrfing am Februar 16, 2007, 21:16:32 ---Andersrum gefragt: Wie erklärst du dir den Umstand, dass es Leute wie uns gibt, die eben nicht den illegalen Download als ihr gutes Recht ansehen?
--- Ende Zitat ---
Hab ja nicht behauptet, dass alle Rechtsbrecher sind. Aber die Mehrheit dürfte es sein. Leider.


--- Zitat ---Das mit der Tür lasse ich auch nicht gelten. Es gibt Länder, dort schauen dich die Leute komisch an, wenn du Türen abschließt. Und dort wird auch niemand nur ausgeraubt, weil seine Tür auf ist.
--- Ende Zitat ---
Ja, die gibt es. Nur herrschen leider im Bereich der immateriellen Güter keine Zustände, wie sie bezüglich materiellen Gütern in diesen Ländern herrschen. Und wo das entsprechende soziale Umfeld eben nicht herrscht, ist das Schloss an der Wohnungstür dann halt der Notbehelf.
Nur gegen das Schloss wettern ist nicht. Da müssen dann schon Ideen auf den Tisch, wie man das jetzt fehlende Umfeld errichten könnte, das Schlösser unnötig macht.

Prost.

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