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Florian

  • Es lebe der König!
Re: Schlimme Bedingungen bei den Apple-Herstellern?
Antwort #75: Februar 18, 2015, 19:40:56
Also ich seh da keine großen Unterschiede, wenn man in D für 3€ die Stunde im Akkord arbeitet und auch nur dann seine 3€ bekommt und im Sommer bei 40+ die älteren Mitarbeiter reihenweise aus den Latschen kippen.

Dann ist das gesetzeswidrig und gehört angezeigt.

Zitat
Und dann im Dreimonatsrhythmus die Mitarbeiter durch neue HartzIVler austauscht ...

Ist m.W. auch nicht ganz koscher.

Mir ist schon klar, dass es leider auch in Deutschland schwere Missstände gibt, aber sie sind nicht Normalität.

Zitat
Und dann gibts auf der anderen Seite die Herren von Adidas, die nicht wissen wohin mit dem Geld ...

Wieso, dass kriegen doch Aktionäre und die Sportler, um ihre Hausapotheke aufzufüllen.
Die verdienen übrigens so viel, weil sie einerseits eben in fernen Ländern zu ganz anderen Bedingungen (legal!) produzieren können und dann in anderen Ländern das Zeug mit sehr hoher Gewinnspanne verkaufen können. Man könnte zum Schluss kommen, dass man von solchen Firmen nichts mehr kauft.
Und Apple und fast alle anderen IT-Firmen sind da leider ähnlich.
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Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit aber ist der Mut.
Thukydides
Re: Schlimme Bedingungen bei den Apple-Herstellern?
Antwort #76: Februar 19, 2015, 17:26:45
Stimme dir vollkommen zu. Wollte nur aufzeigen, dass Deutschland auch nicht so toll ist. Ob es am Ende legal oder illegal im jeweiligem Land ist spielt keine Rolle, wenn das Ergebnis gleich ist.

Gebe aber zu, dass Foxconn und Co. noch ne ganz andere Nummer ist.

Florian

  • Es lebe der König!
Re: Schlimme Bedingungen bei den Apple-Herstellern?
Antwort #78: März 06, 2017, 19:08:47
Apple bezieht erstmal kein Kobalt mehr aus kleinen Minen im Ostkongo. man arbeite aber daran, die Zustände dort zu verbessern und dann wieder einkaufen zu können. 
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kobalt-aus-dem-Kongo-Apple-stoppt-Ankauf-aus-kleinen-Minen-3644577.html
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Thukydides
Re: Schlimme Bedingungen bei den Apple-Herstellern?
Antwort #81: September 25, 2018, 08:01:40
Diese Problematik ist sicherlich da, keine Frage.
Aber " Ihre Einnahmen reichen offenbar im teuren Silicon Valley nicht aus, eine Familie zu gründen beziehungsweise diese auf eine vernünftige wirtschaftliche Basis zu stellen." halte ich für fragwürdig.

In Deutschland zahlen wohl viele Leute ein Drittel oder mehr ihres Einkommens für Miete bzw. Wohnung/Haus. Das ist also gar nicht so ungewöhnlich.
Und in München sollen die Häuser noch deutlich teurer sein bei gleichzeitig niedrigerem Einkommen. Also eine erheblich schlechtere Situation als dort beschrieben.

Ich glaube auch nicht, dass eine verspätete oder ausbleibende Nachwuchserzeugung daran liegt, dass man sich kein Kind leisten kann. Es ist eher so, dass gerade die Gutverdienenden sich nicht einschränken wollen. Und ein Kind bedeutet eben zeitliche und finanzielle Einschränkung.
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Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei wen´gen nur gewesen." -- Schiller
Re: Schlimme Bedingungen bei den Apple-Herstellern?
Antwort #82: September 25, 2018, 08:16:25
Ohne zu wissen, wie gut oder schlecht bei Apple verdient wird, gehe ich davon aus, dass ein Unternehmen wie Apple seinen Erfolg nicht übermässigen Freundlichkeiten gegenüber seinen Beschäftigten und Lieferanten zu verdanken hat.

Oder anders: Als „Guter“ wirst Du nicht so erfolgreich.
Re: Schlimme Bedingungen bei den Apple-Herstellern?
Antwort #83: September 25, 2018, 08:42:06
Das "Apple" in der Überschrift steht nur, um Klicks zu generieren. Betroffen sind dort praktisch alle Firmen. Apple liegt bei der Umfrage(!), ob sie die Familienplanung nach hinten stellen, vorne. Bezgl. der Verdienstsituation sagt das nichts aus. Es ist nicht klar, ob die wirklich am wenigsten verdienen oder sie einfach nur am wenigsten bereit zu Einschränkungen sind.

Anfang 2018 waren die Zahlen bei Apple:
Hauspreis-Mittelwert: 1,16 Millionen US-Dollar
durchschnittliche Einnahmen: knapp 190.000 Dollar

Wie geschrieben: München sieht da deutlich schlechter aus.

Aber schon die Formulierung: "ein Kredit würde 33 Prozent der Einnahmen im Monat auffressen, von der notwendigen Anzahlung ganz zu schweigen. Ohne Haus wiederum wird die Familiengründung schon aus Platzgründen schwierig."
zeigt für mich, dass da auch noch andere (wichtigere) Gründe reinspielen. Über 120.000 Dollar im Jahr, die nach Abzug der Kredite übrig bleiben, sind natürlich nur noch für ein Hungertuch ausreichend...  >:(

Versteh mich nicht falsch, die Problematik, dass die Lebenshaltungskosten in solchen Regionen viel zu hoch werden, ist tatsächlich da. Aber den Artikel finde ich zu reißerisch und vereinfachend.
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Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei wen´gen nur gewesen." -- Schiller
Re: Schlimme Bedingungen bei den Apple-Herstellern?
Antwort #84: September 25, 2018, 08:50:37
Selbstverständlich lassen sich sachliche Meldungen zu Apple (oder VW oder Allianz oder FC Bayern München) nicht so gut verkaufen, wie sehr gute oder sehr schlechte.

Ich weiß nicht, ob Apple immer so heftig polarisiert, wie das früher einmal war. Aber Überschriften wie „iPhone 11, der Knaller!“ oder „Apple Mitarbeiter ernähren sich von der Tafel“ habe wohl beide ihre Fans.

Florian

  • Es lebe der König!
Re: Schlimme Bedingungen bei den Apple-Herstellern?
Antwort #85: September 25, 2018, 13:58:44
Ja, man wundert sich ein bisschen. Die meisten Menschen hierzulande stellen ja generell die Familiengründung zurück, bis sie sich leisten können. Und das man vom Einkommen eines Alleinverdieners ein Haus kaufen kann? Entweder hat man einen hoch bezahlten Job in einer Gegend, wo Häuser irrsinnig teuer sind oder man wohnt da, wo sie noch bezahlbar sind, hat aber eher keinen hoch bezahlten Job… natürlich gibt es Ausnahmen.

Andererseits kann man die USA und Deutschland schlecht vergleichen. In den USA war es bis zur Finanzkrise normaler, ein Eigenheim zu haben als zur Miete zu wohnen. Die Eigenheimquote ist auch heute noch deutlich höher als in Deutschland. Und im Artikel werden ja kurz die Ausbildungskosten erwähnt. Das öffentliche Bildungssystem ist natürlich auch bei uns nicht perfekt, aber dort drüben kann man es fast vergessen.
Und dort sind m.W. Kinder bei der Krankenkasse auch nicht kostenlos mitversichert bzw. ist die staatliche Versicherung nach wie vor lückenhaft bis desaströs. Und die Gesundheitskosten sind noch deutlich (!) höher als bei uns. 

Was mich am meisten ärgert: Durchschnittseinkommen sagen null aus über die Lage vieler Beschäftigten. Das Management und die gesuchten Experten verdienen sicher groteske Summen, und ihre Einkommen heben den Schnitt über Gebühr an.
Ein Median und/oder konkrete Zahlen über die verschiedenen Gehaltssstufen wäre wesentlich zielführender.

Das Apple wirklich schlechter zahlt als die Konkurrenz, bin ich aber geneigt zu glauben. Apple Deutschland ist jedenfalls nach meinen Eindrücken auch nicht spendabel und wenn man sieht, dass Apple selbst Schwierigkeiten mit einer Matte fürs drahtlose Laden hat, scheinen sie auch nicht gerade Koryphäen anzuziehen.
Ich denke, es gibt gewisse Bereiche, die haben Vorrang (iPhone), der Rest schwimmt so mit und das drückt sich auch in den Gehältern aus. Außerdem hat Apple sicher deutlich mehr Leute in der Security und in ihren Läden etc. pp. - andere haben das so nicht. Und das sind niedrig bezahlte Jobs.
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Thukydides

Florian

  • Es lebe der König!
Re: Schlimme Bedingungen bei den Apple-Herstellern?
Antwort #86: März 08, 2019, 19:59:21
Apples Zulieferer-Berichte sind m.E. fast einzigartig, v.a. in der IT-Branche. Und Verbesserungen in den Arbeitsbedingungen finden auch statt. Immerhin…
https://www.bloomberg.com/opinion/articles/2019-03-07/apple-labor-report-deserves-applause-for-improvements
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Thukydides