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Re: Schlagzeilen
Antwort #1155: November 20, 2022, 09:09:03
Ist mal eine interessante Technik.
Aufgrund der hohen Verluste dürfte das aber nur rentabel sein, wenn man viel überschüssigen Strom hat, also eher in südlichen Ländern und/oder mit großen Solarflächen. Bei der Weiterentwicklung der Akkus (Kosten, Verfügbarkeit, Leistung) dürfet das auch in Zukunft immer unrentabler werden. Evtl. ist das dann etwas, wo man viel Solarfläche hat und Geräte/Fahrzeuge hat, die mit Wasserstoff betrieben werden, also könnte ich mir für z.B. Bauernhöfe mit Wasserstofftraktoren vorstellen. Das aber auch nicht jetzt aktuell, sondern perspektivisch in die Zukunft.
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Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei wen´gen nur gewesen." -- Schiller

Florian

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Re: Schlagzeilen
Antwort #1156: November 21, 2022, 11:00:48
Für mich stellt sich (besonders nach eh schon schlechten Erfahrungen mit einer Wärmepumpe) nicht nur die Frage nach dem hohen Anschaffungspreis und Wirkungsgrad. Wenn man hohe Wartungskosten hat und/oder nach fünf Jahren alles neu machen muss, lohnt sich das auch monetär überhaupt nicht. Gerade im Vergleich zum Akku.
Man bräuchte auch nicht unbedingt nur Lithium oder Seltene Erden. Man könnte auch einen Lithium-Akku mit billigeren, langsameren, unproblematischeren Akkus koppeln. Das fände ich mal eine sinnvolle Kombi. Was der Lithium-Akku nicht mehr speichern kann, damit lädt er den anderen Akku. Der betreibt z.B. die Warmwasserbereitung. Oder lädt an kommenden Regentagen nachts den Lithium-Akku auf.
Für mich einfacher als eine Brennstoffzelle. Auch wenn die Speicherzeit des Wasserstoffs viel länger ist, braucht man das privat? Die paar KWh reichen sowieso nicht für den Winter! Solche Anlagen gehörten m.E. im Großformat in Solar- oder Windparks.

Also an sich also schon interessant, aber es fehlen viele Informationen über Verlässlichkeit, Folgekosten, und wer würde mit das überhaupt warten? Auch da habe ich schlechte Erfahrungen mit inkompetenten örtlichen Handwerkern.
Re: Schlagzeilen
Antwort #1157: November 21, 2022, 11:06:05
Man bräuchte auch nicht unbedingt nur Lithium oder Seltene Erden. Man könnte auch einen Lithium-Akku mit billigeren, langsameren, unproblematischeren Akkus koppeln.

Ich denke, dass Lithium-Akkus stationär nur eine kurze Randerscheinung sein werden. Die Natrium-Akkus stehen schon in den Startlöchern und bis auf Gewicht-Kapazitätsverhältnis, was stationär keine Rolle spielt, sind die in allen Belangen überlegen.
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Florian

  • Defender of the Crown
Re: Schlagzeilen
Antwort #1158: November 21, 2022, 15:38:39
Ja, ich denke auch, dass stationär andere Akkutypen sinnvoller sind und Natrium ist ein heißer Kandidat, und/weil billig und fast unbegrenzt verfügbar. Allerdings weiß ich ehrlich gesagt aus dem Stegreif nicht, wie Natrium-Akkus mit allen Anforderungen klar kommen, etwa plötzlichen massiven Mehrbedarf. Oder Energieverlust oder Ladezyklen. Wann die überhaupt marktreif sein werden, weiß man leider auch nicht.

Wenn man bedenkt, dass dafür oft der Ölkessel rauskommt, wäre auch auf jeden Fall genug Platz vorhanden, selbst wenn die Energiedichte echt mies wäre. Es gingen also auch alte Akku-Varianten. Bei Gasanschluss fiele das Argument natürlich weg.

Stand heute fände ich einen Kombi-Akku sinnvoll. Denn große Lithium-Akkus sind einfach recht teuer, v.a. wenn sie am Ende dann doch oft nicht voll werden.
Re: Schlagzeilen
Antwort #1159: November 22, 2022, 09:50:16
Natriumakkus haben eine Menge Vorteile:
- auch bei Beschädigung keine Brandgefahr
- hohe Ladeströme (80% in 15 Minuten)
- nicht so kalte- und hitzeempfindlich
- keine Probleme bei Tiefentladung
- etwas günstiger als Lithium-Akkus
Nachteile:
- etwas weniger Kapazität pro Gewicht, wobei es auch dabei Entwicklungen gibt, dass die an Lithium-Akkus herankommen.

Die Entwicklung ist soweit, dass die Produktion wohl Anfang 2023 beginnt.

Wesentlich mehr Platz als für Lithium-Akkus braucht man auch nicht. Stationär ist dieser kleine Unterschied nicht relevant. Im Auto macht natürlich jedes auch kleine Mehrgewicht eher Probleme. Aber s.o. auch da gibt es Fortschritte.

Bezgl. teuer: Die aktuellen Preise bei Lithiumzellen für den stationären Einsatz zu Hause haben überhaupt nichts mehr mit den Produktionskosten zu tun. Der Preis hier resultiert nur auf dem aktuellen Angebotsmangel.
Stationäre Speicher kosten momentan ca. 1000€/kWh. Produktionskosten sind ca. 100€/kWh. Auch der Vergleich zu Autos zeigt diesen irrsinnigen Marktpreis. Mein E-Auto hat einen ca. 40kWh-Akku und kostet ca. 40.000€. Wäre es ein stationärer Akku, wäre der Rest des Autos also quasi kostenlos...
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Florian

  • Defender of the Crown
Re: Schlagzeilen
Antwort #1160: November 22, 2022, 10:09:47
Ja, die Preise sind ja auch wieder gestiegen.

Lithium hat noch mehr Vorteile, so ist z.B. die Selbstentladung bei Natrium doppelt so hoch. Auch laden LiPos schneller, so habe ich das gelesen. Gerade bei Solaranlagen nicht unbedeutend? Hier kommen ja durchaus plötzliche Spitzen vor, wenn die z.B. Wolkendecke aufreißt.
Aber keine Ahnung, wird es halt eingespeist… (?)

Wie auch immer, mich wundert, dass Natrium-Batterien genauso lange erforscht wurden wie Lithium-Batterien. Aber Lithium, obwohl viel teurer zu gewinnen, machte das Rennen. Jetzt, wo es knapp zu werden droht, haben die Na-Akkus wieder Interesse geweckt. Sind aber nach wie vor nicht marktreif und irgendwelche Startups oder Forscher versprechen wieder mal viel.
Ich denke Natrium-Akkus werden erstmal die großen Blei-Akkus usw. ersetzen, die stationär noch im Einsatz sind. Und zunächst überhaupt nur minimal günstiger sein, warum? Weil sie es verlangen können.
Re: Schlagzeilen
Antwort #1161: November 22, 2022, 10:49:43
Lithium hat noch mehr Vorteile, so ist z.B. die Selbstentladung bei Natrium doppelt so hoch.

Habe ich noch nichts von gelesen. Allerdings wäre das vermutlich auch nicht so schlimm, weil die Selbstentladung von Lithiumzellen unbedeutend niedrig ist.

Zitat
Auch laden LiPos schneller, so habe ich das gelesen.

Naja, bei E-Autos sind aktuell die Ladezeiten ca. 20 Minuten für 80% (Ioniq 5, EV6), bei Natrium ist für nächstes Jahr 15 Minuten für 80% angekündigt.

Zitat
Gerade bei Solaranlagen nicht unbedeutend? Hier kommen ja durchaus plötzliche Spitzen vor, wenn die z.B. Wolkendecke aufreißt.

Glaube ich nicht. Ladeströme von 1C sind schon seit vielen Jahren normal und akkuschonend. Die obigen Beispiele aus den Autos sind Ladeströme von mehr als 3C.
Bei einer Solaranlage mit 10kWP (also theoretisch unter optimalen Bedingungen 10kW) sind üblicherweise Akkus von mind. 10kWh verplant, das entspricht gerade mal 1C, also vom Akku her kein Problem. Das Nadelöhr ist eher die Ladelektronik zwischen Solarzelle und Akku, die keine 10kW kann...

BTW, in D sind die Solaranlagen auch deshalb so teuer, weil sie nur mit einem Akku im Keller Sinn ergeben. Denn bei einer Einspeisevergütung von 8ct/kWh und Kosten für externen Strom von über 30kWh lohnt sich das Einspeisen überhaupt nicht und man muss selber zwischenspeichern.
In Holland ist das viel einfacher. Der Strommesser läuft einfach in beide Richtungen, d.h. man bezahlt nur saldierend, was man mehr an Strom bezieht als einspeist. Effektiv bedeutet das, dass man für die Einspeisung immer genau so viel bekommt, wie man für Strom bezahlt.
Da würde es sich für viel mehr Leute lohnen, etwas aufs Dach zu setzen. Der Akku macht knapp 50% der Kosten aus.

Zitat
Wie auch immer, mich wundert, dass Natrium-Batterien genauso lange erforscht wurden wie Lithium-Batterien.

Ist das so? Keine Ahnung.

Zitat
Sind aber nach wie vor nicht marktreif und irgendwelche Startups oder Forscher versprechen wieder mal viel.

Das würde ich anders sehen. CATL als einer der größten Akkuproduzenten beginnt nächstes Jahr mit der Serienproduktion. Das ist weit aus dem Forschungslabor raus und auch kein kleines Startup.

Zitat
Und zunächst überhaupt nur minimal günstiger sein, warum? Weil sie es verlangen können.

Das könnte sein, siehe Preis für stationäre Hausspeicher...
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Florian

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Re: Schlagzeilen
Antwort #1162: November 22, 2022, 16:51:30
Natrium-Akkus sollen 10% im Monat verlieren.
Gebe Dir ja recht, dass die Natrium-Akkus auf dem Papier für stationäre Dinge unterm Strich Vorteile haben. Aber eben nicht nur und vor allem gibt es die nicht zu kaufen.
Auch große Firmen versprechen oft zu viel, solange sie das nicht liefern können, ist es für mich Vaporware.
Die Startups hatte ich erwähnt, weil wenn man die entsprechenden News verfolgt, ständig neue Rekorde gebrochen werden - angeblich und das seit schon einigen Jahren.

 Wenn es so toll ist, warum hat man dann nicht immer schon auf Natrium gesetzt?
Konkret wird spätestens seit den 70/80ern an beiden Technologien geforscht, aber Lithium setzte sich eben durch und Natrium geriet zeitweilig aufs Abstellgleis.

Darum bin ich einfach etwas skeptisch. Genauso bei der ach-so-einfachen Brennstoffzelle. Die wurde schon 1838 entdeckt und hat sich nirgends durchgesetzt. Jetzt wird sie wieder als Supertechnologie hingestellt, die das Klima retten kann.

Es will eben Jeder mitverdienen am Klimaschutz.
Re: Schlagzeilen
Antwort #1163: November 23, 2022, 09:19:21
Wir werden es nächstes Jahr sehen. Und vor allem die echten Vor- und Nachteile in der Praxis erleben.
Aber ich denke schon, dass CATL nächstes Jahr liefern wird.
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Florian

  • Defender of the Crown
Re: Schlagzeilen
Antwort #1164: November 24, 2022, 18:35:11
Die Neandertaler bereiteten komplexere Mahlzeiten zu. Das ergab eine Fundstelle im Irak. Und zwar eine Art Fladenbrot aus Samen und Linsen u.a. Dingen. Die Entdeckung bedeutet die bisher früheste gefundene Spur von zubereitetem Essen.
https://www.theguardian.com/science/2022/nov/23/oldest-cooked-leftovers-ever-found-suggest-neanderthals-were-foodies