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Apple Pay
Florian:
Wieso ist das nicht glaubhaft? Ich bin ja sehr für eine gewisse Skepsis, aber Apple hat ja ganz offensichtlich Datensammeln bzw. das Fehlen dieser als Werbefaktor entdeckt und sich mächtig weit aus dem Fenster gelehnt.
Käme nun auf, dass öffentlich derart gelogen wurde - und das herauszufinden ist ja nicht schwer für IT-Forensiker, oder? - wäre das ein PR-Fiasko, gegen die alle iPhone-Gates zusammen Fliegendreck waren.
Es besteht auch keine Notwendigkeit, die Daten für die Behörden zu erheben. Denn sie liegen ja bei den Kreditkartenfirmen, Banken und Zahlungsdienstleistern vor. Und das es kein Bankgeheimnis gibt, wissen wir ja.
Vielleicht ist nicht ganz klar, was Apple Pay eigentlich macht.
Apple Pay ist nur eine Alternative für den bisherigen Zahlungsvorgang bei Verwendung von Kreditkarten.
Ohne Kreditkarte geht nix!
fränk:
Unabhängig davon, was Apple Pay kann oder macht, glaube ich Apple einfach nicht, dass sie Daten schützen.
Apple geht wohl davon aus, dass die Geheimdienste Daten bei ihnen abgreifen, werden das aber wohl kaum zugeben und wohl auch nichts dagegen tun.
Wenn es Apple (oder einer anderen Firma) nachhaltig gelänge, die NSA & Co. tatsächlich draußen zu halten, dann stände die Firma nach amerikanischen Verständnis ja auf einer Stufe mit dem IS.
Apple und andere verstecken sich doch wohl eher hinter dem Spruch „Das haben wir nicht gewusst.“.
Kannst Du dir wirklich vorstellen, dass die Geheimdienste auf die personenbezogenen Daten der Kundschaft, die von einem Unternehmen gesammelt werden, verzichten will?
Zumal es bei Apple mit dem iPhone auch noch Aufenthaltsorte und Echtzeit-Kontakte oben drauf gibt?
Ich nicht.
Ich glaube wir sollten unterscheiden, was die Firmen als Datenschutz ansehen und verkaufen und was dann noch einmal, wie eine unbeherrschbare Naturgewalt, von Geheimdiensten oben drauf kommt.
Florian:
Hier ging's um Apple Pay.
Apple sammelt keine Daten, ist für NSA&co auch nicht nötig.
Was die Ortung angeht, gibt es schnellere und bessere Methoden. Die sind dann auch nicht abhängig von den Usereinstellungen - standardmäßig sind sie deaktiviert. Auch sammelt Apple diese Daten nur auf ausdrücklichen Wunsch der Benutzer (Mitarbeit bei Maps-Verbesserung).
iCloud, wie jede Cloud, ist gefährdet.
Ja, wenn die Behörden anfragen, muss Apple sich fügen - das es eine backdoor oder eine direkte Schnittstelle gibt bestreitet Apple und es gibt auch keinen einzigen Hinweis darauf. Die NSA braucht so was wahrscheinlich eh nicht, haben sie doch meistens zero day exploits zur Hand, also das exklusive Wissen über Sicherheitslücken. Schließlich arbeiten Heerscharen von Hackern für den Verein.
MacFlieger:
Ich glaube, Du wirfst da zwei verschiedene Sachen zusammen.
Auf der einen Seite:
- die Geheimdienste greifen Daten beim Transport zwischen dem Kunden und Apple ab. Dazu gehört dann der Punkt: „Das haben wir nicht gewusst.“
- die Geheimdienste verlangen Zugriff auf bei Apple gespeicherte Daten. Sobald das geschieht darf Apple diese weder bestätigen noch das Gegenteil behaupten. Deshalb gibt es bei amerikanischen Firmen manhcmal diese "Kanarienvogelmeldung". Die Firmen sagen öffentlich: "Wir haben keinen geheimen Brief zur Herausgabe von Daten bekommen." Das Fehlen oder Entfernen der Nachricht ist dann das Warnsignal, denn sobald die einen Brief bekommen haben, dürfen sie unter Strafandrohung nicht mehr sagen, ob sie einen bekommen haben oder nicht.
Diese Seite dürfte wohl klar sein und wird doch auch von niemandem ernsthaft angezweifelt. Die Geheimdienste haben im Bedarfsfall Zugriff auf alle gespeicherten Daten und können die Firmen auch zur heimlichen Mitarbeit zwingen.
Auf der anderen Seite:
- Apple gibt öffentlich bekannt, was für Daten erhoben und gespeichert werden, und wirbt damit. Das ist relativ vertrauenswürdig, denn sollte etwas Gegenteiliges herauskommen (und das würde es!), dann wäre das so negativ, dass sich Apple das nicht leisten könnte.
Apple sagt nicht(!) und das wäre auch wie Du ja auch beschreibst völlig weltfremd, dass sie nicht mit den Geheimdiensten kooperieren (müssen) und diese keinen Zugriff auf die Daten haben oder kein Abhören stattfindet.
Wenn die Geheimdienste Apple dazu zwingen würden, hier doch Daten zu speichern, dann würden sie nicht öffentlich sagen, dass sie es nicht machen.
fränk:
--- Zitat von: MacFlieger am September 25, 2014, 14:40:22 ---Ich glaube, Du wirfst da zwei verschiedene Sachen zusammen.
--- Ende Zitat ---
Ich finde eher, Apple verlangt von mir diese verschiedenen Sachen zu trennen, damit ich die Firma noch als vertrauenswürdig einstufen kann.
Ich mag bei einer Firma aber nicht unterscheiden zwischen den Dingen, die sie machen muss (aber nicht zugeben darf) und den Dingen, die sie machen bzw. nicht machen will.
Apple kungelt mit Geheimdiensten (und/oder muss es tun) und dieser Firma vertraue ich nur ungern Daten an. Ende.
Apple speichert also keine Daten aus dem neuen Bezahlsystem Apple Pay.
Aber sie könnten es und würden es, nach Aufforderung trotzdem machen.
Und die Tatsache, dass Geheimdienste ihre Daten auch an anderer Stelle sammeln kann, ist für mich kein Argument, dass sie es nicht doch an verschiedenen Stellen tun.
Das alles ist auch kein Vorwurf nur an Apple. Mir sträuben sich nur die Nackenhaare, wenn ich in Zeiten wie diesen, Werbeversprechen über Datensicherheit noch ernst nehmen soll.
Ich habe jetzt einen Werbespot der Telekom, Web.de und noch einen dritten Laden gesehen, indem sie für ihre E-Mail-Accounts werben, weil die ja so viel sicherer sind als die ausländischen.... toll!
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