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Re: Rentendiskussion
Antwort #60: Januar 16, 2019, 23:58:16
Rentenkürzung durch Zweifachbesteuerung, auch eine Methode. Deutsches Gericht sagt: 300 € im Jahr seien für den Bürger hinzunehmen, Revision ausgeschlossen. Politik sagt: Klagt es doch ein.
https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/renten-doppelbesteuerung-100.html

Falls die Politik sich nicht aufrafft, wird das Problem immer drastischere Ausmaße annehmen.

Nach lesen des Artikels ist es mir trotzdem unklar, insbesonders.

A) Aufgrund des Alterseinkünftegesetzes werden Rentenbeiträge immer weniger besteuert.
B) Gleichzeitig wird die Besteuerung der Renten nach und nach auf 100 Prozent angehoben.

Jochen
« Letzte Änderung: Januar 17, 2019, 00:14:47 von Jochen »
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Florian

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Re: Rentendiskussion
Antwort #61: Januar 17, 2019, 18:20:12
Steht doch ganz oben schon in der Zusammenfassung:
Zitat
Weil Absenkung und Anhebung unterschiedlich schnell verlaufen, werden Renten aus bereits versteuerten Einkommen nochmals versteuert. Diese Doppelbesteuerung ist verfassungswidrig.

Der Anteil der Rente, der versteuert werden muss, ist höher als der Anteil der Beiträge, die steuerfrei gestellt werden. Und das für Jahrzehnte.
2040 werden Renten dann voll besteuert, Rentenbeiträge aber immer noch nicht 100% steuerfrei gestellt. Das Problem ist bekannt seit Bestehen dieser Gesetze und schlägt nun immer heftiger zu.
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Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit aber ist der Mut.
Thukydides
Re: Rentendiskussion
Antwort #62: Januar 17, 2019, 18:58:45
Steht doch ganz oben schon in der Zusammenfassung:

Danke für feedback.
Herr Mustermann ist entweder im Arbeitsleben und zahlt Rentenbeiträge oder ist Rentner und erhält Rente.
Das sind doch zwei verschiedene Szenarien.
Wieso vergleicht man die?
Wieso kann/ soll man die vergleichen?

(Man muss doch auch auf Kapitalerträge Steuern zahlen wenn man die Kapitalerträge mit Hilfe seines Einkommens erzielt hat auf dass man schon Einkommensteuern gezahlt hat)

Jochen
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Florian

  • Es lebe der König!
Re: Rentendiskussion
Antwort #63: Januar 17, 2019, 20:17:09
Der Rente gehen aber Beitragszahlungen voraus.
Werden diese mehr besteuert als die spätere Rente freigestellt, wird die Differenz zweimal besteuert.
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Thukydides
Re: Rentendiskussion
Antwort #64: Januar 18, 2019, 00:51:30
Falls die Politik sich nicht aufrafft, wird das Problem immer drastischere Ausmaße annehmen.

Will die Politik sich denn aufraffen bzw. wer ist (macht) die Politik? Wenn man sich den neoliberalen Kurs der letzten Jahrzehnte ansieht ist doch klar wo die Reise hingeht.
Privatisierung, Privatisierung, Privatisierung.

Der Markt regelt alles.
Re: Rentendiskussion
Antwort #65: Januar 18, 2019, 12:06:14
Man muss doch auch auf Kapitalerträge Steuern zahlen wenn man die Kapitalerträge mit Hilfe seines Einkommens erzielt hat auf dass man schon Einkommensteuern gezahlt hat

Nur der neu hinzu kommende Zinsbetrag wird besteuert, nicht das ursprünglich eingezahlte Kapital, also nur das „Plus“ wird betrachtet, nicht der Gesamtbetrag.

Florian

  • Es lebe der König!
Re: Rentendiskussion
Antwort #66: Januar 18, 2019, 13:49:06
Falls die Politik sich nicht aufrafft, wird das Problem immer drastischere Ausmaße annehmen.

Will die Politik sich denn aufraffen bzw. wer ist (macht) die Politik?


Da Doppelbesteuerung verfassungswidrig ist, wird sie wohl dazu gezwungen werden. Genau darauf warten die Politiker auch, wenn man den Beitrag anschaut, nämlich das sie diktiert bekommen, was sie machen sollen. Ist halt alle sehr kompliziert und daher will man das nicht zweimal machen, wenn das BVG Einwände erhebt.
Nur kann es dann natürlich wieder Jahre dauern.
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Thukydides
Re: Rentendiskussion
Antwort #67: Januar 18, 2019, 13:55:30
Nur der neu hinzu kommende Zinsbetrag wird besteuert, nicht das ursprünglich eingezahlte Kapital, also nur das „Plus“ wird betrachtet, nicht der Gesamtbetrag.

Danke für Präzisierung.
Das war mir aber schon klar :)
Und Verluste können mit Gewinnen verrechnet werden.

Jochen
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Re: Rentendiskussion
Antwort #69: April 23, 2019, 14:41:17
In allen Jahren, in denen eine Berechnung/Hochrechnung/Abschätzung durch den VDR bzw. die DRV gemacht wurde, machte der Anteil der versicherungsfremden Leistungen an den Rentenausgaben insgesamt mindestens 34 Prozent aus. Der Anteil der dafür zur Verfügung gestellten Bundesmittel bewegt sich dagegen seit Jahren zwischen 28 und 27 Prozent:
https://www.adg-ev.de/index.php/publikationen/publikationen-altersvorsorge/1388-versicherungsfremde-leistungen-2013
https://www.adg-ev.de/index.php/publikationen/publikationen-altersvorsorge/1387-versicherungsfremde-leistungen-2015?showall=1
Die Geschichte der gesetzlichen Rentenversicherung und versicherungsfremder Leistungen:
PDF Download

Da der Fehlbetrag natürlich davon abhängt, was man als versicherungsfremd definiert, kann man das auch auch anders sehen:
https://www.bundestag.de/resource/blob/437624/634baef7575ec97bc241976afb1168e4/wd-6-085-16-pdf-data.pdf
« Letzte Änderung: April 23, 2019, 16:28:20 von radneuerfinder »
Re: Rentendiskussion
Antwort #70: April 24, 2019, 11:44:41
Man muss also erstmal schaffen, die etwa 3% Rendite der Rentenversicherung zu erreichen.

Und der Vergleich mit anderen Ansparformen, wie private Renten- oder Lebensversicherung, oder Aktienfonds ist gar nicht so einfach, da bei diesen üblicherweise die Rendite vor Abzug der Unkosten angegeben wird. Und die Versicherungsgesellschaften verwenden ganz andere Sterbetafeln.

Heute mal konkrete Tipps zur staatlichen Deutschen Rentenversicherung.

1. Menschen die zwangsweise in die DR einzahlen, können zusätzliche Beiträge einzahlen
  a) Bis zum Alter von 45 Jahren kann man Beiträge für seine Schul- und Ausbildungszeiten nachzahlen. Eine Information die die Deutsche Rentenversicherung in ihrem jährlichen Brief mit den persönlichen Renteninformationen mit keinem Wort erwähnt. Die Altersbeschränkung wird dann konsequenterweise :P auch im Antrag nicht erwähnt.
  b) Dank Flexirentengesetz kann man seinen Rentenbeginn z.B. von 67 auf 63 vorziehen. Die Rente wird dann um z. B. um 14,4 % abgesenkt. Diese Absenkung kann ab einem Alter von 50 durch freiwillige zusätzliche Beiträge etwas abgemildert werden. Geht man doch später in Rente, erhöht sich die gesetzliche Rente.

2. Alle mit Hauptwohnsitz in Deutschland, oder Deutsche, unabhängig von Ihrem Wohnor, können freiwillig in die staatliche Rente einzahlen:
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/2_Rente_Reha/01_Rente/01_allgemeines/02_freiwillige_versicherung/00_freiwillige_versicherung_node.html

Quellen und weitere Infos:
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/vorruhestand-was-sie-zur-rente-ab-wissen-muessen-1.4388711
https://www.test.de/FAQ-Freiwillige-Rentenbeitraege-Wann-sich-die-Extra-Einzahlungen-lohnen-5218494-0/
test.de - 13 Irrtümer rund um die Rente, u. a
https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/rente-drei-tipps-gegen-die-drohende-altersarmut-a-1233026.html
« Letzte Änderung: Juni 19, 2019, 10:09:03 von radneuerfinder »
Re: Rentendiskussion
Antwort #71: Mai 13, 2019, 13:53:55
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/rentner-altersarmut-pensionaere-1.4338169

Kommentar zur Finzanzierung der angedachten Mindestrente ("Gundrente)" von 896 Euro/monatlich, nach mindestens 35 Beitragsjahren:
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/grundrente-finanzierung-sozialleistungen-1.4442713
« Letzte Änderung: Juni 19, 2019, 13:53:52 von radneuerfinder »

Florian

  • Es lebe der König!
Re: Rentendiskussion
Antwort #73: Juni 20, 2019, 20:38:58
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/martin-schulz-verspricht-stabiles-rentenniveau-bis-2030-a-1150991.html

Ich stelle zunehmend fest, dass Politiker dynamische wirtschaftliche Prozesse der Zukunft mit in Gesetzen fixierten Zahlenwerten festschreiben wollen. Verschuldungsprozente hie, maximaler Beitrag da. Dass solche Rechnungen nur unter bestimmten Voraussetzungen aufgehen und locker von wirtschaftlichen Prozessen, die sich nix von Paragraphen wissen, überlagert werden können - wie z.B. die Eurokriterien in der Finaznkrise - scheint der Politik keinen Gedanken wert. Hallo?


Heute lese ich in einem Interview Axel Börsch-Supan, der schon in der Rürup-Kommission saß und nun wieder in der aktuellen Rentenkommission. Dort wird erwähnt, dass gesetzlich vorgeschrieben ist, dass alle Lücken - die zwangsläufig sind - der Steuerzahler füllen muss. 2025 sei eine niedrige zweistellige Miliardensumme nötig, 2035 dann 100 Mrd.
Und das Eintrittsalter soll auch weiter steigen müssen.

Leider ist das Interview hinter der Paywall.
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/rente-grundsicherung-altersvorsorge-1.4490742
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Thukydides