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Florian

  • Es lebe der König!
Re: Rentendiskussion
Antwort #75: November 15, 2019, 00:30:05
Habe auch nie verstanden, wie man einerseits nur das sog. Existenzminimum zahlt, dieses dann aber kürzen darf. Dann verweigert man doch die Existenz, wörtlich gesehen. Und praktisch irgendwie auch.

Mag ja sein, dass einige oder auch viele Leute gerne „hartzen“, aber die muss man doch anders motivieren können oder eben hinnehmen. Ich wage eh zu fragen, ob durch den sanktionsbedingten Verwaltungsaufwand (gibt ja auch Klagen, die von der Behörde fast immer verloren werden, bzw. sie rudern zurück) das einbehaltene Geld nicht wieder auffrisst.

Wie auch immer, ich gebe dem Autor recht. Hartz 4 sollte auch der Alptraum aller Arbeitnehmer werden, damit sie brav bleiben und mehr hinnehmen. Es sanken ja auch prompt die Lohnabschlüsse wie die Fehlzeiten.

Nun, man misste damals was ändern, aber Leute dafür zu betrafen, dass sie nicht mehr zu total sinnlosen „Fortbildungsmassnahmen“ gehen, ist schon echt zynisch.
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Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit aber ist der Mut.
Thukydides
Re: Rentendiskussion
Antwort #76: April 02, 2020, 15:21:58

Trotz Alterung und wachsender Anzahl von Rentnern sinkt der Anteil unseres Wohlstandes, den wir insgesamt für die gesetzliche Rente ausgeben, seit 2003:
https://makroskop.eu/2020/04/das-bild-des-alterns-als-horrorgemaelde/

Florian

  • Es lebe der König!
Re: Rentendiskussion
Antwort #77: April 03, 2020, 15:19:07
Es ist halt eine Frage der Verteilung.
Auf die Arbeitskosten draufsatteln, wäre m.E. schlecht.
Bundessteuern heranziehen, würde diesen immer mehr beschränken,

Aber wenn jetzt schon mit Billionen jongliert wird, scheinen mir solche Denkweisen fast veraltet. Geld ist ja scheinbar grenzenlos verfügbar, nur für Rente, Gesundheit und Pflege soll das nicht gelten.

Wie auch immer, mir fehlt die Phantasie.

Beispiel, ganz grob gerechnet:
Warum nicht jedem Neugeborenen 5000 Euro auf die hohe Kante legen?
Bei Renteneintritt (nehme an, der ist bald faktisch bei 65) bekommt der Bürger das dann wieder ausgezahlt in Monatsraten.

5000 € * 800 000 Neugeborene ergeben 4 Milliarden Euro.
Nach 65 Jahren wären das bei auf lange Sicht durchaus realistischen 3%:
34 150 Euro.
Bei angenommenen 20 Rentenjahren (derzeitiger Wert), also 240 Monaten, ergäbe das immerhin 142  Euro, bzw. noch ein bisschen mehr, weil der Restbetrag ja weiter verzinst würde.

Klingt nach wenig? Für die Durchschnittsrentnerin nach 35 Beitragsjahren wäre das mehr als 15% mehr. Für Männer entsprechend weniger, im Schnitt. Sie haben aber eben auch deutlich höhere Renten.

Man könnte natürlich auch 10 000 anlegen oder mehr.
Aber money for nothing übersteigt wohl die Vorstellungskraft.

Ich denke, so ein Topf, würde die Angst vor der Altersarmut wenigstens nicht schon bei den Jungen auslösen... aber klar, es wäre nur ein Zubrot würde aber vielleicht oft Grundsicherung etc. unnötig machen.

Da sich das Geld immer mehr konzentriert, könnte man ja durchaus noch ganz andere Ideen entwickeln. Aber wozu? Whatever it takes... das würde ich gerne mal über die Bekämpfung von Pflegenotstand oder Altersarmut hören!
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Thukydides
Re: Rentendiskussion
Antwort #78: Mai 13, 2020, 11:18:18
Und hier das Geschenk vor der letzten Bundestagswahl von CDU und SPD:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kuerzungsverbot-bundesregierung-beschliesst-rentengarantie-a-623108.html
Die gesetzliche Rente darf qua Gesetz nominell nie sinken.

Das kommt in meinen Augen einer Kündigung der GenerationenSolidarität gleich. Rentner profitieren nur mehr von steigenden Löhnen, falls die Löhne sinken haben sie damit nix zu tun.

Immerhin hatte man damals (von mir unbemerkt) einen "Nachholfaktor" eingebaut. Dieser ist aber seit 2018 abgeschafft:
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/rente-corona-nachholfaktor-1.4905059

Was für ein Gemurkse!

« Letzte Änderung: Mai 13, 2020, 11:22:15 von radneuerfinder »

Florian

  • Es lebe der König!
Re: Rentendiskussion
Antwort #79: Mai 13, 2020, 17:43:46
Das wird der SPD sicher dankbare Stimmen vieler Rentner einbringen.... nicht.

Ich meine, dass es seit Jahren schöne Rentenerhöhungen gibt, von denen viele Beschäftigte außerhalb von Tarifverträgen nur träumen können.
Trotzdem gibt es viele wirklich arme Rentner, v.a. Rentnerinnen. Denen kann man die Rente nicht kürzen und selbst Nullrunden sind eigentlich unzumutbar.

Mich würde halt immer freuen, wenn nicht immer neue Dinge erfunden würden, die dann halb oder ganz steuerfinanziert werden. Teilweise auch mit Luftbuchungen wie der Finanztransaktionssteuer. Es wird alles immer komplizierter, aber gerechter?
Die Logik der Rentenberechnung verliert sich so immer mehr. Stichtage bedeuten immer, dass manche knapp daneben liegen. Respektrente für manche, andere verdienen den Respekt nicht.

Freuen würde mich, wie auch im Steuerrecht, eine große Vereinfachung. Aber die Hoffnung darauf habe ich schon verloren, als Schröder damals den Merzchen Bierdeckel verhöhnte und dabei falsche Rechnungen aufstellte. Dafür bekam er ja viel Applaus.

Rentenpunkt gleich Rentenanspruch.
Nebenher natürlich die versicherungsfremden Leistungen und von mir aus einen Zukunftsfonds, der die Rente dann später aufstockt. Aber keine Stichtage, Höchst- oder Mindestalter und immer neue, meist bescheidene Präsente für die vermutete Kernwählerschaft.

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Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit aber ist der Mut.
Thukydides