ausblenden > Apple

Der AppStore und die Verlage

<< < (3/17) > >>

MacFlieger:

--- Zitat von: warlord am Februar 11, 2011, 09:44:04 ---Ja bezüglich Zeitungen und Zeitschriften hast Du sicher Recht. Da dürften die Kosten für Druck und Distribution sicher über 30% liegen und die 30% so letztlich für die Verlage ein gutes Geschäft sein, wenn sie die selben Preise verlangen können. (Aber ich gehe mal eher davon aus, dass Kunden die elektronische Version günstiger erwarten, als die gedruckte.)
--- Ende Zitat ---

Zum einen versuchen die Verlage tatsächlich die elektronische Version zum gleichen Preis, also mehr Gewinn für sie, einzuführen.
Und zum anderen erwarten die Kunden tatsächlich niedrigere Preise oder Mehrwert. Aber es ist doch gerade so, dass die 30% gerade auch bei niedrigeren Preisen immer attraktiver werden, denn wie gezeigt, haben die Transaktionskosten ausserhalb des App-Stores einen hohen fixen Anteil.
D.h.:
- bei gleichen Preisen wie reale Zeitschrift sind die 30% geringer oder ähnlich wie die Kosten beim direkten elektronischen Verkauf.
- bei niedrigeren Preisen wie reale Zeitschriften erlauben die 30% von Apple überhaupt eine Einnahme zu machen, da ein direkter elektronischer Verkauf evtl. sogar minus machen würde.


--- Zitat ---Und natürlich kann man da mit dem Abzocker und "die können den Hals nicht voll genug kriegen" Argument kommen.
--- Ende Zitat ---

Finde ich schon gerechtfertigt. Wenn die Verlage mit den 30% höheren Gewinn erzielen als wenn sie es selber machen, und dann noch fordern, das soll gefälligst weniger sein, dann sehe ich das schon als scheinheiliges Gezeter, der mit dem Unwissen der Massen spielt. Warum machen sie es dann nicht selber? Weil sie genau wissen, dass es sie dann mehr als 30% kostet.


--- Zitat ---Aber ich denke, da gibt es dann doch auch noch eine volkswirtschaftliche Komponente. Papierherstellung, Druck, Distribution, Verkauf... das war bisher Wertschöpfung, die mehrheitlich im Konsumationsland anfiel und auch dort Arbeitsplätze schuf. Gut, wegfallen tun die beim Umstellen auf elektronische Wege natürlich ohnehin. Aber wenn diese Wertschöpfung nun einfach grossmehrheitlich durch eine überteuerte (so sie das denn ist) elektronische Distribution ersetzt wird, sich so für den Konsumenten kaum etwas verbilligt und einfach nur Wertschöpfung von hier nach Kalifornien abgezogen wird, dann geht es eben doch nicht nur um Eigeninteresse der Verlage. 

--- Ende Zitat ---

Das ist eine ganz andere Sache. Ich habe eine Zeitschrift aktuell auch lieber auf Papier. Da geht es mit wie mit Büchern. Ich kann das einfach besser und angenehmer lesen. Nicht nur vom Sehen her, auch vom ganzen Handling.

warlord:

--- Zitat von: MacFlieger am Februar 11, 2011, 10:23:06 ---Warum machen sie es dann nicht selber?
--- Ende Zitat ---
Der in Rede stehende Hersteller eines der wichtigsten und verbreitetsten Lesegeräte lässt ihnen doch diese Möglichkeit gar nicht, oder?


--- Zitat ---Weil sie genau wissen, dass es sie dann mehr als 30% kostet.
--- Ende Zitat ---
Da bin ich nicht so sicher. Hinsichtlich Verkauf von Einzelnummern mag das stimmen. Aber gerade bei Presseerzeugnissen ist ja der Vertrieb im "Multipack" (Abo) verbreitet, was das Inkasso doch auch effizienter macht. Dass es da die Verlage auch ohne Quersubventionierung nicht hinkriegen würden, eine elektronische Distribution auf die Beine zu stellen, die weniger als 30% des Verkaufspreises kostet, kann ich nicht wirklich glauben.

MacFlieger:

--- Zitat von: warlord am Februar 11, 2011, 10:45:57 ---
--- Zitat von: MacFlieger am Februar 11, 2011, 10:23:06 ---Warum machen sie es dann nicht selber?
--- Ende Zitat ---
Der in Rede stehende Hersteller eines der wichtigsten und verbreitetsten Lesegeräte lässt ihnen doch diese Möglichkeit gar nicht, oder?
--- Ende Zitat ---

Doch.
Bei In-App-Käufen werden sie nur gezwungen, auch zusätzlich über den AppStore zu verkaufen. Sie können aber auch weiterhin an Apple vorbei diese Verkäufe tätigen.
Ausserhalb von Apps können sie machen, was sie wollen. Audible z.B. verkauft völlig an Apple vorbei und klinkt die Hörbücher dann in iTunes ein. Genauso können das auch Verlage machen. In iBooks kannst Du problemlos auch "fremde" Zeitschriften lesen.


--- Zitat ---Dass es da die Verlage auch ohne Quersubventionierung nicht hinkriegen würden, eine elektronische Distribution auf die Beine zu stellen, die weniger als 30% des Verkaufspreises kostet, kann ich nicht wirklich glauben.

--- Ende Zitat ---

Warum machen Sie es dann nicht?
Ich weiß auch nicht, wie die Zahlen bei realen Abos sind. Das ist eben das Problem, dass so etwas natürlich nicht genannt wird.

warlord:

--- Zitat von: MacFlieger am Februar 11, 2011, 11:06:35 ---Bei In-App-Käufen werden sie nur gezwungen, auch zusätzlich über den AppStore zu verkaufen. Sie können aber auch weiterhin an Apple vorbei diese Verkäufe tätigen.
--- Ende Zitat ---
Also sie können einen Reader im AppStore anbieten, in dem sie dann Publikationen direkt (an Apple vorbei) verkaufen können? Die Publikation muss einfach zusätzlich auch noch im AppStore angeboten werden? Als was wird Letzteres denn im Store angeboten? Als stand-alone App? Oder als Dokument zu dem Reader? 

Florian:
Die Verlage bräuchten doch bloß eine exzellente Webseite mit vernünftigem Bezahlsystem und Mehrwert zur Printausgabe. Das liefe überall und ohne Abgaben an Apple oder sonst wen.
Das haben sie ja auch jahrelang versucht und im Endeffekt nicht hingekriegt.

Darum war ja auch die Begeisterung fürs iPad so riesengroß. Jetzt sind sie aufgewacht und jammern. Aber welche Branche jammert nicht?

Die von warlord erwähnte Wertschöpfungskette ist in der Tat ein Problem. Aber das ist nicht Apples Schuld, der Niedergang der Printindustrie setzte schließlich schon mit der Verbreitung des WWW ein. Wenn jetzt endlich brauchbare Reader kommen, ist das nur der vorläufige Schlusspunkt darunter. Die Verlage haben das Internet nicht für voll genommen, jetzt haben sie den Salat.
Surfer wollen nur kurze Texte, kostenlos, Qualität lohnt sich nicht mehr…
Ist es nicht eher so, dass sich die Verlage diese Kundschaft selbst gezüchtet haben? Schauen wir doch mal auf die Portale der deutschen Tageszeitungen. Ganz besondere „Ehre“ muss ich hier SZ Online attestieren.

Wie auch immer: Niemand zwingt die Verlage in den Appstore, und selbst dann nicht dort exklusiv zu verkaufen.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Antwort

Zur normalen Ansicht wechseln