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MacFlieger:
Na siehst Du?
Unsere Meinungen unterscheiden sich nicht wesentlich. Du bist immer nur davon ausgegangen, dass ich diesen eigentlichen Sinn der Aktie nicht kenne oder verstehe.

Und auch dass es abweichend zu diesem eigentlichen Sinn eben auch Käufer/Verkäufer gibt, denen es nicht um diesen Sinn einer Aktie geht.
Mir ging es die ganze Zeit nur um diese zweite Gruppe. Vielleicht erklären sich dann meine Aussagen schon von alleine.

Für diese zweite Gruppe ist es völlig egal, welche Firma dahinter steht und ob es der Firma real besser oder schlechter geht. Für diese ist es nur wichtig, was die anderen glauben, weil sich deren Glauben durch Käufe/Verkäufe auf den Kurs auswirkt und nur der Kurs ihr Interesse ist. Nicht die Firmenbeteiligung und das reale Abschneiden der Firma. Diese Leute meinte ich damit, dass die überhaupt keine Probleme hätten, wenn sie auf einem anderen Planeten völlig losgelöst von der realen Wirtschaft "Aktien" handeln. Denen geht es nicht um die Aktie als Firmenanteil. Das hat für die keinerlei Bedeutung. Es geht ausschließlich um den Kurs. Die realen Firmenbilanzen haben für sie nur insoweit Bedeutung, dass eben wegen der ersten Gruppe, diese Firmenbilanzen als Kriterium genommen werden, sich danach gerichtet wird und dadurch die Kurse sich ändern. Wenn diese zweite Gruppe sich komplett darauf einigen würden, dass das Wetter entscheidend ist, und die ihr Verhalten danach richten, dann würde sich das Wetter auf die Kurse auswirken und die würden alle Wettervorhersagen schauen, weil die Kurse ja vom Wetter abhängen. Das meinte ich mit selbsterfüllenden Prophezeiung.

Wo wir uns wohl in der Bewertung unterscheiden ist, wie groß der Einfluß dieser beiden Gruppen auf den Aktienkurs ist. Ich gehe davon aus, dass eine Gruppe, die sich nur langfristig orientiert, daher nur selten eine Aktie handelt, gegenüber einer Gruppe, die Aktien im Stunden-/Minuten-/Sekundentakt handelt im Handelsvolumen um Größenordnungen kleiner ist. Und da die Kurse durch Käufe/Verkäufe entstehen, hat die erste Gruppe (mit der an der Realität bemessenen Aktienbewertungen) praktisch keinen Einfluß. Der Aktienkurs wird praktisch durch die zweite Gruppe bestimmt, für die reale Bewertung der Firma, die hinter der Aktie steht, irrelevant ist. Es geht ihnen ja nicht um den Wert der Firma.


--- Zitat von: Florian am November 28, 2018, 13:39:52 ---Trotzdem bleibt die Aktie auch in diesen Fällen ein Sachwert und keine Fantasie.
--- Ende Zitat ---

Ja, die Aktie bleibt ein Sachwert. Natürlich. Aber der Aktienkurs entsteht nicht aus dem Sachwert, sondern aus Käufen/Verkäufen. Und sobald die zweite Gruppe hier handelt, entkoppelt sich der Preis einer Aktie von ihrem realen Sachwert. Das meinte ich mit "fiktivem" Wert. Es sollte nicht heißen, dass hinter einer Aktie kein realer Sachwert steckt (das tut er ja), aber das der Preis=Kurswert einer Aktie eben nicht dieser Sachwert sein muss und durch eben die zweite Gruppe sich auch davon entfernt hat.


--- Zitat ---Ein wirklich nachhaltiger Schaden durch diese Manöver konnte m.W.  aber noch nicht festgestellt werden.
--- Ende Zitat ---

Es ist die Frage, was man unter "Schaden" versteht. Der Firma oder den Anlegern tut es erst einmal nicht weh.

Florian:
Ich denke, wir diskutieren eine Frage, die sich nicht mehr stellt.

Daytrader und die Ultrakurz-Investoren nutzen in der Regel mittlerweile Algorithmen. In denen liegt viel Kurven-Voodoo aber natürlich auch die Kerndaten der Unternehmen. Das diese den Mann vor der Bildschirm noch interessieren, sofern es ihn noch gibt, weiß ich nicht, ist aber auch egal. Auf jeden Fall handeln sie echte Sachwerte. Eine Aktie ist natürlich i.d.R. mehr wert als nur der Buchwert, weil sie eben berechtigt an der zukünftigen Wertschöpfung des Unternehmens teilzunehmen. Das es hier zu Übertreibungen kommt, wissen wir alle.

Der Einfluß dieser Supertrader wird m.E. oft überschätzt. Zum einen sind ja oft gar nicht so viele Aktien im Streubesitz. Zum anderen wettet der eine auf, der andere gegen das Unternehmen und dann sind sie auch gleich wieder weg. Aber genaue Zahlen habe ich dazu nicht.

Thema „selbsterfüllende Prophezeiung": Halte ich für den falschen Ausdruck. Sicher, Pennystocks kann man mit Riesenhebel oder über Anlageschwindel vielleicht manipulieren, aber das ist verboten. Und alles andere ist ganz einfach Spekulation. Es gehen auch ständig Trader pleite, es wird nur immer suggeriert, dass wäre nun wirklich die Lizenz zum Geld drucken. Es ging halt jetzt mal einige Jahre nur nach oben, die wahren Gewinner zeigen sich in der Krise.

Und die kommt bestimmt. Eigentlich zeigen jetzt schon alle Zeiger auf Desaster. Aber das ist ein anderes Thema.

radneuerfinder:
https://www.apfelpage.de/news/apple-ist-wie-die-bayern-finanzmarktexperten-ueber-die-wertvollsten-unternehmen-der-welt/

radneuerfinder:

--- Zitat ---Daytrader setzen nur noch auf Kursbewegungen und versuchen damit Geld zu machen und sie nehmen einen immer größeren Anteil am Gesamthandelsvolumen ein. Ein wirklich nachhaltiger Schaden durch diese Manöver konnte m.W.  aber noch nicht festgestellt werden.
--- Ende Zitat ---

Ich hingegen habe gehört, durch von  Börsenspekulanten verursachte Aktienblasen und deren Platzen, sollen schon Arbeitnehmer entlassen  worden sein. Sogar Millionen über Jahre in vielen Branchen mehrer größerer Länder.


Florian:
Spekulanten allgemein oder Ultrakurztrader im Speziellen?

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