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Bankenkrise

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fränk:

--- Zitat von: Jochen am Juli 06, 2015, 08:07:36 ---...um auf Basis der mir derzeit vorliegenden Informationen eine Meinung zu bilden :)

--- Ende Zitat ---

Ich glaube die „derzeit vorliegenden Informationen“ sind das Problem für uns. Wie so oft in der Politik geht es darum, das Wahlvolk möglichst effektiv zu beeinflussen.

Jedenfalls ist der griechische Finanzmister eben zurück getreten. Angeblich weil ihn die Eurogruppe dazu aufgefordert hat. Die nächste Legende...

FOX:

--- Zitat von: Jochen am Juli 06, 2015, 08:05:02 ---
--- Zitat von: fränk am Juli 06, 2015, 07:44:44 ---Aber die bisher verabreichten Hilfen, haben wohl irgendwie so gar nicht geholfen.

--- Ende Zitat ---

Ich möche nachfragen was mit den verabreichten Hilfen geschah?
Wäre hilfreiche das mal rauszufinden, bisher wurde ich da nicht fündig im Netz.

Jochen

--- Ende Zitat ---

Die meisten "Hilfen" wurden doch zum Tilgen verwendet und sind wieder an unsere Banken zurückgeflossen.
Die Bevölkerung ging leer aus. Und für etwaige Konjunkturprogramme war nix mehr übrig.

radneuerfinder:

--- Zitat von: Jochen am Juli 06, 2015, 08:05:02 ---Ich möche nachfragen was mit den verabreichten Hilfen geschah?

--- Ende Zitat ---

Laut Sinn (IFO-Institut) summieren sich die Kredite der letzten 5 Jahre (inklusive Targetschulden und ELA-Kredite) für Griechenland auf 330 Mrd € (rechnerisch 66 Mrd €/Jahr, das griechische BIP betrug 2014 ca. 180 Mrd €).
Davon sind ca. 40% an die ursprünglichen Kreditgeber, europäische Banken, geflossen:
http://www.cesifo-group.de/de/ifoHome/policy/Staff-Comments-in-the-Media/Press-articles-by-staff/Archive/Eigene-Artikel-2015/medienecho_ifostimme-wiwo-26-06-2015.html
Ca. 30 % stellten die Liquidität sicher (Auszahlung von Gehältern, Ersparnissen, etc. -> Konsum, Kapitalflucht ins Ausland, in den letzten Tagen vielleicht auch einige € unter die Matratzen),
ca. 30 % (also rechnerisch 20 Mrd/Jahr) stellten den - stark (ca. 30 %?) gekürzten - Betrieb des Staates (z. B. Rentenzahlungen) sicher.

Geld geschenkt haben wir (via den Gläubigern EU, EZB, IWF = Troika/Institutionen) den Griechen nicht. An den meisten dieser Kredite wird verdient, falls das Geld zurückgezahlt wird. Die Kredite sind an Auflagen gebunden ("Geld gegen Reform"). Die offizielle Begründung für die Auflagen ist, sonst glauben die Gläubiger nicht, dass Griechenland die Kredite zurückzahlen kann. Mit der Wirtschaftskraft von 2010 und erst recht nicht mit der von 2015 scheint das auch unmöglich. Erklärtes Ziel der sehr detaillierten Auflagen: WirtschaftsWachstum durch Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Die Wettbewerbsfähigkeit soll gesteigert werden durch
1. eine sogenannte innere Abwertung (= geringere Gehälter) und
2. bessere Effiizienz von Wirtschaft und Staat (= Strukturreform).
3. Der Staat soll keine neuen Schulden mehr aufnehmen ("Primärüberschuß" -> Steuererhöhung und Ausgabenkürzung).
Entgegen der Prognosen der Troika, dass die Massnahmen das griechische Bruttoinlandprodukt schnell stabilisieren und dann zu Wachstum führen, ist es jedes Jahr stark gesunken. Die Bilanz nach 5 Jahren: mindestens 25 % Minus.

fränk:
Ich glaube 61% der Griechen haben gestern einfach nur das Ende mit Schrecken in Kauf genommen.
Dabei werden sie hoffen, dass der Schrecken von der EU abgemildert wird, es aber anschließend aufwärts geht. Ich kann das Ergebnis gut nachvollziehen.

Vermutlich hat auch bei uns noch kaum einer begriffen, wie beschissen es den Griechen schon heute geht und das sie wenig Angst vor dem haben, was noch kommt.
Ob es dann so übel kommt oder es noch übler wird, bleibt abzuwarten.

Uns wurde hier das Bild vom faulen Vorruhestands-Griechen vermittelt. Und diese undankbaren, faulen Griechen wählen auch ein paar Kommunisten, die unsere Politik-Elite vor sich hertreiben...

Jochen:
Weiss jemand genau wie die Einkommen-Steuer von Angestellten und Selbständigen erhoben wird?

Jochen

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