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Jetzt schimpfen Sie wieder auf die bösen Stromkonzere...
radneuerfinder:
--- Zitat von: MacFlieger am November 06, 2006, 11:22:00 ---Komm mir nicht mit T-Com und funktionierendem Wettbewerb.
--- Ende Zitat ---
Darauf wollte ich nicht im mindesten hinaus. ;D
--- Zitat ---Ja, die Zuverlässigkeit der analogen Leitungen ist (noch) ganz gut, wobei die aber noch hauptsächlich aus der Zeit vor der Privatisierung stammen.
--- Ende Zitat ---
Bedenkenswert.
Trotzdem bietet der Wettbewerb Vorteile gegenüber staatlicher Planwirtschaft. Muß halt schlau mit den richtigen Regeln reguliert werden. Als Bereich ohne funktionierenden Wettbewerb sind ja gerade Strom und Bahn in der Diskussion. Ich war halt auf der Suche nach einem Vorbild, wo die Überführung aus einem Monopol in den Wettbewerb, relativ zu anderen "Deregulierungen", gut gelaufen ist, auf das deutsche Festnetz gekommen.
radneuerfinder:
Wäre das eine Idee? Der Staat bestellt bei Infrastruktur, die sinnvoll nicht mehrfach angeschafft wird (Strom-, Schienen-, StraßenNetze, Mautsysteme, etc.) bei der Industrie eine Ausfallsicherheit von 99,x %. Jährliche Auschreibung sorgt für Wettbewerb, Konventionalstrafen, Haftungregeln, o.ä. sorgen für das gewünschte Ergebnis.
Florian:
@alle, kann ich wohl schreiben. :)
Ich will Privatisierungen nicht das Wort reden, meine aber diese im Strombereich jetzt für den Stromausfall verantwortlich zu machen, zeigt das gleiche Kurzfristdenken und voreilige Entschlussfassen, daß den Managern hier vorgeworfen wird. :)
Etwas provokant? Mag sein. Es ist aber doch kaum zu beurteilen.
Ob ein Wettbewerb im Strommarkt per se nicht möglich ist, wage ich zu bezweifeln. Tatsache ist aber natürlich schon, daß man es hierzulande versaut hat. Und zwar teilweise auch mit voller Absicht... und hier spielen die staatlichen Anteile eine höchst negative Rolle, denn wer will seine noch gehaltenen Anteile bei Niedrigkursen verkaufen oder ausländischen Firmen den Weg öffnen? Hier liegt auch ein Hund begraben.
Es fehlt also an der klaren Entscheidung, dem klaren Schnitt. Die Mischform scheint mir ein größeres Problem als die Reinformen, sei's die eine oder andere.
Siehe auch VW oder EADS!
Zum Quartalsdenken habe ich ja meinen Teil gesagt - in diesem Bereich ist es natürlich fatal. Ich würde aber nicht sagen, daß man dazu gezwungen ist, auch heute nicht. Gerade die großen Stromanbieter müssen schließlich strategisch planen. Dem Unternehmen und auch den Aktionären ist nicht gedient, wenn es zu Ausfällen kommt und jede versäumte Sanierung kostet am Ende nur noch mehr. Das wissen auch die Anteilseigner. Natürlich reagiert die Börse oft übermäßig, langfristig juckt das aber nicht. Gerade in der Energiebrache sitzen Dinos, die es eigentlich wissen müssten.
Außerdem werden ja auch gigantische Investments in dieser Branche, etwa in Ölfelder oder Kraftwerke sich erst in vielen Jahren auszahlen. Getätigt werden sie trotzdem. So ganz ausgeschlossen ist Langfristdenken also nicht.
Die Strassen sind noch staatlich, ist's da wirklich besser?
Bin mit solchen Pauschalurteilen deßhalb immer vorsichtig.
Noch ein Satz zur Telefonbranche:
Wer glaubt, zu Zeiten der Staatspost war es besser, der ist jung oder sehr vergesslich.
MacFlieger:
--- Zitat von: fränk am November 06, 2006, 12:15:37 ---Ein Bekannter von mir arbeitet bei der Telekom.
Er ist einer von denen, die in den Kästen auf der Strasse, die Leitungen schalten.
Er hat mir vor Kurzem sehr glaubhaft versichert, daß bei einem Anbieterwechsel, er bzw. die Telekom nichts anderes machen als diese Schaltung durchzuführen.
--- Ende Zitat ---
Ja, das ist im Prinzip nichts Wildes und es liegt auch nie an diesen Leuten. Die erwähnte DSL-Sperre war auch nur im System eingetragen und hatte keinen technischen Hintergrund. Das Problem liegt dann immer beim "Service" und beim Zusammenspiel von mehreren Firmen. Hier wird meiner Meinung nach absichtlich geschlampt und zwar bei den Entscheidungsträgern. Wenn man sich nur die "Schnittstelle" zwischen T-Com und Drittanbietern anschaut, das läuft alles im Computer-System ab. Komischerweise liefert das T-Com-System nach außen bei Problemen keine vernünftige Fehlermeldung, manchmal sogar widersprüchliche Angaben, ein T-Com-Mitarbeiter, der in die eigenen Daten schauen kann, bekommt was ganz anderes angezeigt. Das ist meiner Meinung nach eine absichtlich schlampig organisierte Schnittstelle.
--- Zitat von: radneuerfinder am November 06, 2006, 12:29:34 ---Trotzdem bietet der Wettbewerb Vorteile gegenüber staatlicher Planwirtschaft. Muß halt schlau mit den richtigen Regeln reguliert werden.
--- Ende Zitat ---
Da stimme ich Dir zu. Beide Extreme sind nicht gut.
--- Zitat ---Ich war halt auf der Suche nach einem Vorbild, wo die Überführung aus einem Monopol in den Wettbewerb, relativ zu anderen "Deregulierungen", gut gelaufen ist, auf das deutsche Festnetz gekommen.
--- Ende Zitat ---
OK, so gesehen, gebe ich Dir Recht. :)
--- Zitat von: Florian am November 06, 2006, 12:35:53 ---Zum Quartalsdenken habe ich ja meinen Teil gesagt - in diesem Bereich ist es natürlich fatal. Ich würde aber nicht sagen, daß man dazu gezwungen ist, auch heute nicht. Gerade die großen Stromanbieter müssen schließlich strategisch planen. Dem Unternehmen und auch den Aktionären ist nicht gedient, wenn es zu Ausfällen kommt und jede versäumte Sanierung kostet am Ende nur noch mehr.
--- Ende Zitat ---
Ja, dem Unternehmen und langfristigen Aktionären schadet sowas und die haben auch ein anderes Interesse.
Manager sind aber nicht dazu da, dem Unternehmen oder langfristigen Aktionären zu dienen, sonst wären sie keine Manager sondern Unternehmer geworden. ;)
--- Zitat ---Noch ein Satz zur Telefonbranche:
Wer glaubt, zu Zeiten der Staatspost war es besser, der ist jung oder sehr vergesslich.
--- Ende Zitat ---
Das glaube ich bestimmt nicht. :)
Die T-Com führt nur die "Tradition" so gut wie möglich weiter.
warlord:
--- Zitat von: fränk am November 06, 2006, 12:15:37 ---Er hat mir vor Kurzem sehr glaubhaft versichert, daß bei einem Anbieterwechsel, er bzw. die Telekom nichts anderes machen als diese Schaltung durchzuführen.
Die Schalten vom "Anbieter Telekom" auf den "Anbieter Arcor" und das war's.
--- Ende Zitat ---
War mir immer schon ein bisschen schleierhaft, wie das eigentlich genau funktioniert. Und so ganz klar ist es mir auch jetzt noch nicht.
Also ist es im Prinzip so, dass alle genau das gleiche Produkt erhalten. Und die tatsächliche Dienstleistung wird auch von den genau gleichen Leuten erbracht, denn es gibt eigentlich nur einzigen Leistungserbringer, die T-Com. Das einzige was sich unterscheidet, ist der Briefkopf auf der Rechnung? Oder ist nur die letzte Meile noch T-Com und die übrigen Anbieter unterhalten eigene Fernnetzwerke?
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