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Jetzt schimpfen Sie wieder auf die bösen Stromkonzere...

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Jochen:
Marode Netze u. a.

Sind die Konzerne nicht weitgehend privatisiert ?

Die Privatisierung wurde doch zum Nutzen der Verbraucher durchgeführt  ;D

Oder verstehe ich da was falsch  ???

Jochen

warlord:
Ja, ist wirklich irgendwie auffällig, dass so Blackouts scheinbar erst auftreten wo und seit die Stromversorgung privatisiert ist. Zufall ist natürlich nicht ausgeschlossen. Aber dem durchschnittlichen Schweizer, der die Privatisierung des Strommarktes bereits einmal an der Urne gestoppt hat, dürfte dies durchaus auch so auffallen und  er dürfte sich in seiner Meinung auch beim nächsten Anlauf der Privatisierer bestärkt fühlen. Zumal es sein nicht privatisierter Stromversorger auch diesmal fertig gebracht hat, sich aus dem Schlamassel heraus zu halten.

Florian:
Ich weiß nicht, ob man das so sagen kann. Die Privatisierungen in Deutschland (und hier scheint ja die Störungsquelle zu finden sein) gingen ja schon vor Jahrzehnten los.
Was ich aber schon auch unterschreiben würde ist, daß hier ein Geschäftsbereich ist, in dem es sich massiv rächt, wenn man kurzfristige Gewinnmaximierung über alles andere stellt. Ganz offensichtlich ist da irgendwo der Wurm drin - entweder wird nicht genug ausgebaut und saniert, oder man hat sich nicht an die neuen Verhältnisse angepasst. Wenn ich lese, es hat wohl daran gelegen, daß irgendwo eine Leitung lahmgelegt wurde, um ein Schiff durchzulassen und vielleicht noch am starken Wind, der die Windräder schneller drehte, frage ich mich schon wirklich, was hier insgesamt alles verschlafen wurde.

Will also sagen: Nicht die Privatisierungen an sich sind schuld, sondern m.E. Kurzfrist-Denken der Verantwortlichen und ein nichtfunktionierender Wettbewerb unter den Stromkonzernen, um nicht zu sagen Nichtzulassung des Wettbewerbs durch eben diese.

Vor nicht allzu langer Zeit wurde hierzulande noch über den großen Blackout in den USA gespottet. Nun hat Europa den auch erleben dürfen.

Ich war ja persönlich nicht betroffen, aber eine 99,99% zuverlässige Stromverfügbarkeit ist eigentlich eines der Hauptmerkmale, weil auch Bedingung, für ein hochentwickeltes, modernes Land. Nun passiert so etwas aber nicht mehr alle zehn Jahre, sondern offensichtlich jedes Jahr.
Dann schaue ich mir noch den Zustand unserer Strassen an, den Rückzug der Bahn aus der Fläche, die Nichtrealisierung vieler Verkehrsprojekte und einiges andere und mir kommen schon ziemlich trübe Gedanken. Offensichtlich ist Deutschland nicht in der Lage seine einst zu recht gerühmte  Infrastruktur instand zu halten - von Ausbau kaum noch die Rede.

Drbro:

--- Zitat von: Florian am November 05, 2006, 22:00:35 ---Vor nicht allzu langer Zeit wurde hierzulande noch über den großen Blackout in den USA gespottet. Nun hat Europa den auch erleben dürfen.
--- Ende Zitat ---

Das will ich aber auch meinen - peinlich, peinlich.
Naja, bleibt erst mal abzuwarten, wo denn genau der Grund lag. Komischerweise ist hier in Oberhausen nicht in der ganzen Stadt der Strom ausgefallen. ???

Jochen:
Die Privatisierung von bisher unter staatlicher Kontrolle stehenden Bereichen wurde und wird ja immer als Allheilmittel gegen Schlendrian, Kostenineffizienz verkauft.
Und mit der Privatisierung soll es ja für den Bürger preiswerter werden.

Ob das so stimmt  ???

Wer erinnert sich noch an die knickenden Strommasten in Norddeutschland im Dezember 2005.

Die Zeche zahlen immer WIR, wer aus sonst  ;D

Jochen

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