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Jetzt schimpfen Sie wieder auf die bösen Stromkonzere...

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MacFlieger:

--- Zitat von: radneuerfinder am November 06, 2006, 10:30:33 ---Bei mir. Ein Ausfall meines analogen Festnetztelefons ist während der letzten 10 Jahre nicht vorgekommen. Sogar während eines Stromausfalls ging es.
--- Ende Zitat ---

Ja, die Zuverlässigkeit der analogen Leitungen ist (noch) ganz gut, wobei die aber noch hauptsächlich aus der Zeit vor der Privatisierung stammen. D.h. dort hat sich noch nicht viel mit dem Wettbewerb getan, kein Wunder, die Leitungen liegen ja schon alle und das andere Firmen eigene Leitungen legen ist nicht mehr mach-/finanzierbar. Die T-Com profitiert dann von ihrem Erbe, das ist kein Resultat des Wettbewerbes.


--- Zitat ---Und die Preise von z.B. Ferngesprächen sind in den letzten 10 Jahren von ca. 30 auf unter 2 Cent pro Minute gefallen. 

--- Ende Zitat ---

Ja, bei den Ferngesprächen hat der Wettbewerb funktioniert, aber bei der letzten Meile funktioniert er überhaupt nicht. Die T-Com hat die Leitungen zum Verbraucher geerbt und verteidigt ihre Pfründe dort mit Händen und Füßen.
- "Mitbewerber" müssen manchmal für die Leitungen mehr bezahlen als der Endkunde.
- Wenn die T-Com gezwungen wird auch Mitbewerber zu erlauben, arbeiten sie mit Tricks. Nur ein paar Beispiele aus meinem Erfahrungskreis:
Weil die T-Com einen Fehler macht, wird ein DSL-Anschluß für 3 Monate gesperrt. Die Speere wird ausdrücklich nur dann aufgehoben, wenn statt eines Mitbewerbers T-Online als Provider genommen wird.
Die Schaltung eines DSL-Anschlußes für einen Mitbewerber lehnt die T-Com aus technischen Gründen ab. Sie selber können den aber sofort schalten. Die Schaltung für einen nciht T-Online Zugang wird mehrfach aus den gleichen Gründen abgelehnt (mal ist der Anschlußinhaber nicht der Anschlußinhaber, mal geht das nicht...
Die T-Com verkauft trotz ausdrücklichem Wunsch den billigsten Analog-Anschluß zu bekommen, einen teureren, weil es den anderen angeblich nicht gibt (zweimal passiert). Nach hinweis auf deren Tarife auf deren Website: "Ja, schon, aber den können wir nicht nehmen."

Komm mir nicht mit T-Com und funktionierendem Wettbewerb. Die behindern den Wettbewerb wo sie nur können und aufgrund der letzten Meile, die ihnen niemand nehmen kann und die ihnen für lau in den Schoß geworfen wurde und für die es auch realistisch keine Alternative gibt, sitzen sie am längeren Hebel.

Patrick:
@radneuerfinder: Schön für Dich. Ich hab seit über 15 Jahren nur ISDN und sowohl bei der Post, Telekom, T-Com und jetzt Arcor gab es immer wieder Probleme mit den Telekom-Leitungen. Wobei Arcor bisher beim Handling einer Störung am Besten abschnitt. Zum einen kümmerte man sich zeitnah um das Problem (auch am Wochenende, da geht bei den Gelben gar nix) und es wurde vor allem auch noch nach einem Tag nachgehakt, ob jetzt alles klappt.

Post und Telekom waren katastrophal. Ohne mehrfaches Nachfassen hätten die noch ewig gebraucht, die Probleme zu beheben.

Noch schlimmer ist es bei den T-Trödeliö's, wenn's um Beanstandungen von Rechnungen geht. Da ist dann keine der 3 Firmen mehr zuständig und man wird zwischen Telekom, T-Com und T-Online hin- und hergeschoben.

Ich habe mal fast 2 Jahre um 150 Euro gekämpft, bis dann die Dame hier in der Rechnungsstelle Süd sich ein Herz fasste und einfach eine Gutschrift erstellte. Ich hatte mit der fast jede Woche zu tun und gottseidank hatte ich deren Durchwahl, in der Warteschleife wäre ich wahrscheinlich umgekommen. Es ging um zuviel gezahlte Gebühren für die damalige ISDN-Flatrate bzw. die Umstellung danach. Absolut irre, was da abging.

MacFlieger:
Vor einiger Zeit mußte T-Online (damals noch eigenständiges Unternehmen) einigen Leuten Geld zurückerstatten. Lag daran, daß nach einer Kündigung noch mehrere Monate Geld abgebucht wurde, weil die die Kündigung nicht schnell genug bearbeiten konnten. Da T-Online aber bei den meisten über die T-Com das Geld einziehen ließ, wurde man wie Patrick auch schon beschreibt, von A nach B geschickt ohne mal jemand wirklich zuständigen zu packen. Der Rat war immer, zahlen sie trotzdem, sie bekommen das Geld dann zurück, quasi ein zinsloser Kredit an T-Online. Wohlgemerkt kein Einzefall! Wenn dann doch mal eine Gutschrift erfolgte, bekam man aber nicht das Geld zurück, sondern nur eine Gutschrift, die man bei der Telekom (damals eine eigenständige Firma!) abtelefonieren konnte. War mein Telekom-Kunde, tja, Pech gehabt. Man konnte natürlich weiter gegen Windmühlen kämpfen und auf sein Geld bestehen...

tertinator:
Ich bin der Meinung, dass Infrastruktur eine hoheitliche Aufgabe des Staates ist

dieser ist für das Straßennetz, das Stromnetz, Schienennetz und die Flugsicherung verantwortlich

Diese Voraussetzungen oder Einrichtungen sollte er an den Meistbietenden vermieten.Dies würde ausschließen, dass Firmen, die in erster Linie auf Profit hin arbeiten, diese ungeliebten Pflichten vernachlässigt, "unrentable" Strecken stilllegt oder die Sicherheit vernachlässigt.

Die Kosten dafür sind eben durch die Nutzer einzunehmen, meinetwegen auch mit einer PKW-Maut.

Ich halte es für einen Wahnsinn, dass strukturelle Aufgaben Firmen übertragen werden, die jährlich ihre Aktionäre befriedigen möchten.
… man kann sich auch kaputtsparen…

fränk:
Ein Bekannter von mir arbeitet bei der Telekom.

Er ist einer von denen, die in den Kästen auf der Strasse, die Leitungen schalten.

Er hat mir vor Kurzem sehr glaubhaft versichert, daß bei einem Anbieterwechsel, er bzw. die Telekom nichts anderes machen als diese Schaltung durchzuführen.
Die Schalten vom "Anbieter Telekom" auf den "Anbieter Arcor" und das war's.

Die allermeisten Meldungen, die besagen das der Wechsel auf Arcor (ein Beispiel) von der Telekom behindert werden, ist nach seinen Aussagen ein hausgemachtes Problem des neuen Anbieters, nicht aber der Telekom.
Die stellen dann natürlich die Telekom als den Buhmann hin.

Ich muss allerdings dazu sagen, daß mein Kumpel verdammt wenig Ahnung von der Materie hat. Es ist erschreckend wie wenig er und seine Kollegen von der Telekom an Basiswissen mit auf den Weg bekommen.
Es kann also sein, daß die Geschichte auch nur das Ziel des "dumm haltens der eigenen Mitarbeiter" durch seine Chefs hat.
Wissentlich gelogen hat er aber mit Sicherheit nicht!

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