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Greenpeace und Apple...

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starchild:
Hm, also man kann ja durchaus, was Greenpeace betrifft und deren Mittel, geteilter Meinung sein. Aber der Begriff Terrorismus ist da IMHO etwas sehr hoch angesetzt. Der beinhaltet nämlich Verbreitung von Angst und Schrecken durch Gewalt auch und vor allem gegenüber Menschen (z.B. durch gezielte Morde). Greenpeace gleichzusetzen mit Organisationen wie der RAF oder Al Qaida geht gar nicht. Verharmlost den Terorismus. Kriminalisiert eine nichtkriminelle Vereinigung. Wie auch immer man zu ihr steht.  :-\

Chucky:

--- Zitat von: warlord am Oktober 01, 2006, 02:32:21 ---Terroristen, deren Ziele ich teile, sind nur in den Augen der anderen Terroristen. In meinen Augen sind sie Freiheitskämpfer.

--- Ende Zitat ---

Freiheitskämpfer mit Terroristen zu vergleichen finde ich persönlich hart. Sehr hart. Auch wenn Du sagst, dass Du nur jene meinst, deren Ziele Du teilst. Welche Ziele auch immer. In meinem Verständnis sind Freiheitskämpfer das krasse Gegenteil zu Terroristen. Terroristen unterdrücken, versetzen ganze Völker in Angst und Schrecken, schrecken vor keinem Mittel, das ihnen Recht ist und habe keinerlei Berechtigung in einer zivilisierten Welt zu existieren. Zumindest nach meinem Verständnis.

Freiheitskämpfer setzen mitunter die selben Mittel ein, um ihre Vorhaben durchzusetzen. Nur ist ihr Vorhaben ein viel positiveres: Die Freiheit aus der Unterdrückung, Verfolgung oder was auch immer.

Sorry, ich bin hier sehr sensibel, da ich aus einer Region stamme, wo es währendes 2. Weltkrieges schlimme Dinge gab. Mein Vater wurde beispielsweise in einem deutschen Arbeitslager geboren, nur weil meine Großeltern sich nicht zum 3. Reich bekannten, bzw. zweisprachig (wie ich) aufgewachsen sind und eben nicht ausschließlich deutsch gesprochen haben. Und deshalb wurden viele unserer Leute von den Nazis ermordet. Einfach so. Damit es andere "lernen" würden, wie man sich richtig verhalte.
Wenn es in unseren Breiten keine "Freiheitskämpfer" gegeben hätte, hätten womöglich noch viele andere den Terror des Naziregimes nicht überlebt. Dann wären viele gar nicht hier. Vermutlich auch ich nicht.

Sorry, der Beitrag ist mir thematisch einwenig abgedriftet, ich finde aber trotzdem, dass er seine Berechtigung hat. Aber ich bin ja nicht der erste, der die Diskussion thematisch ein wenig "ausweitet".  ;)

warlord:

--- Zitat von: Chucky am Oktober 01, 2006, 07:33:23 ---Freiheitskämpfer setzen mitunter die selben Mittel ein, um ihre Vorhaben durchzusetzen. Nur ist ihr Vorhaben ein viel positiveres: Die Freiheit aus der Unterdrückung, Verfolgung oder was auch immer.

--- Ende Zitat ---

Und wie genau definierst Du die "Bedingungen", wann etwas Freiheitskampf ist und wann Terrorismus?
Da kann es IMO keine allgemeingültige Definition geben. Das hängt immer vom Betrachtungwinkel ab. Auch eine Kaida oder eine RAF erscheint/erschien Leuten als Kämpferin gegen Unterdrückung. Es sind einfach unsere Augen, die das nicht so sehen.

Genau die Frage taucht übrigens in den unzähligen teilweise wirklich sehr interessanten Betrachtungen des US Dissidenten Noam Chomsky immer wieder auf. Wens interessiert, hier gibts viele Artikel und Audio- und Video-Material von ihm.

Z.B. dieser Artikel.

Florian:

--- Zitat von: warlord am Oktober 01, 2006, 02:32:21 ---Ja, haben sie. Sie bestimmen, was als umweltschädigend zu gelten hat. Und das wird dann bekämpft. Aber ist das von Greenpeace Bekämpfte wirklich immer eine schlechte Lösung? Oder hätte die Alternative möglicherweise auch Nachteile? Hat man alle Vor- und Nachteile berücksichtigt und abgewogen? Im Gegensatz zu Verfahren für staatspolitische Regelungen (wie RHOS) brauchen die NGO-Konzerne diese Abwägung nicht vorzunehmen. Und allzu häufig nehmen sie diese Abwägungen auch nicht vor. Was teilweise in grenzenlos lächerlichen Kehrtwendungen resultiert.
--- Ende Zitat ---

Es ist eben der Luxus von Interessengemeinschaften zu versuchen ihre Interessen durchzusetzen. Das ist auch ein unverzichtbarer Baustein der Demokratie.
Natürlich wird da die eigene Meinung als allein richtig dargestellt. Das tun auch Gewerkschaften, Politiker, Kirchen, Wirtschaftsverbände, viel zu viele Journalisten und leider auch sehr viele angeblich neutrale Wissenschaftler.
Und von wegen Macht: Die ist doch sehr beschränkt. Und eine Kontrolle findet sehr wohl statt, schließlich sind sie nur ein Spieler unter vielen.


--- Zitat ---Ich erinnere mich da als Beispiel an die Kampagne der Grünen Kreise in den achziger Jahren: Nutzt Akkus statt Batterien!
Dann erinnere ich mich an eine Kampagne der selben Kreise aus den neunziger Jahren: Akkus sind viel schwieriger zu entsorgen. Nutzt Batterien statt Akkus!

--- Ende Zitat ---

Du wirst auch in der allgemein als seriös angesehenen Wissenschaft zahlreiche ähnliche Kehrtwenden finden.
Eine anderes Phänomen: Du musst Dir auch mal vor Augen halten, daß man mit ausgewogenen Statements heutzutage überhaupt keine Aufmerksamkeit mehr findet. So entstehen dann solche extremen Kehrtwenden, die in Wirklichkeit womöglich gar nicht so sehr welche sind, sondern am Ende v.a. die Überschrift betreffen. Den Volltext liest ja sowieso keiner mehr.


--- Zitat ---Selbstverständlich wurden beide Parolen jeweils mit vollster Überzeugung verkündet - und alle Zuwiderhandelnden waren eindeutig Umweltsünder.
--- Ende Zitat ---

Kann dem Einzelnen aber egal sein, oder? Ich wüsste von keiner Sanktionsfähigkeit von Greenpeace oder anderenen Umweltschutzverbänden (denn Du schreibst ja recht allgemein).


--- Zitat ---Organisationen, die sich so zum Quasi-Gesetzgeber aufspielen und ohne demokratische Basis Regeln in die Welt setzen können (die sich mitunter im Nachhinein als falsch erweisen und deren Falschheit man möglicherweise in einem demokratischen Prozess hätte erkennen können), widerstreben mir gundsätzlich zutiefst.
--- Ende Zitat ---

???
Regeln aufstellen kann ja wohl Jeder. Und das wird auch ständig gemacht. Allgemeine Gültigkeit haben diese Regeln noch lange nicht.
Ich sehe Dein Problem nicht! Was irgendwelche Organisationen sagen kann man befolgen oder nicht. Allgemeine Gültigkeit haben nur Gesetze, und die haben in Demokratien den Werdungsprozess durchlaufen, den Du forderst.

Was Dich stört scheint mir vielmehr die Kampagnenfähigkeit diverser Organisationen und die Leichtgläubigkeit mancher Menschen. Da wäre ich schon eher bei Dir, nur muss man mal sehen, was am Ende wirklich rauskommt. Was hat sich denn wirklich geändert? Themen müssen einfach auch mal vorangetrieben werden können, hier allein auf Politiker und/oder das politische System zu vertrauen halte ich für fahrlässig.

Am Rande: Zumindest in Deutschland hat die öffentliche Aufmerksamkeit für Umweltschutzthemen und -gruppen deutlich nachgelassen. Das gilt in der Tat für fast alle Organisationen.



--- Zitat --- Und wenn diese Regeln zudem mit widerrechtlichen Aktionen, unter denen Unschuldige bzw. die Allgemeinheit zu leiden haben, wie dies bei Greenpeace-Aktionen vorkommt (ich meine natürlich nicht die jetzt verlinkte Kampagne gegen Apple),  dann hat dieses Vorgehen durchaus terroristische Züge.
--- Ende Zitat ---

Terrorismus kann man natürlich sehr weit fassen. Auf eine allgemeingültige Definition kann sich ja auch die UN nicht einigen. Ich würde meinen: Terrorismus beinhaltet den Willen zur Verbreitung von Angst und Schrecken und zumindest die Inkaufnahme von unschuldigen Verletzten oder sogar Toten, oder sogar die gezielte Herbeiführung.


--- Zitat ---Aber hier spielt dann halt eben womöglich wieder die Frage des Betrachtungswinkels. Terroristen, deren Ziele ich teile, sind nur in den Augen der anderen Terroristen. In meinen Augen sind sie Freiheitskämpfer.

--- Ende Zitat ---

Dieser Relativismus ist zwar weit verbreitet. Ich bin mir aber ziemlich sicher, daß er falsch ist. :) Im Einzelfall kann man doch meistens sehr gut entscheiden, was wie einzuordnen ist.

radneuerfinder:
"Da haben sich zweifellos zwei Giganten der Public Relation gefunden: so professionell wie Apple seine Produkte bewirbt, so gnadenlos »bewirbt» Greenpeace ihre Schattenseiten."

lesenswerte Zusammenfassung von Majo bei den Mac-Essentials

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