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Greenpeace und Apple...
Florian:
--- Zitat von: warlord am September 30, 2006, 12:55:34 ---Ich teile seine Betrachtung und Meinung soweit, dass NGO-Konzerne wie Greenpeace mit Selbstjustiz-Methoden vorgehen, gegen welche sich "Opfer" kaum verteidigen können.
--- Ende Zitat ---
Wie hoch ist denn der PR-Etat von Apple? Von wegen nicht wehren können... man muss das auch über die Jahre betrachten, was ist da eine Webseite gegen die Werbung von Apple? Außerdem wird diese Aktion einen Einfluss auf Apple Verkäufe haben, der wohl kaum messbar ist.
--- Zitat ---Das mag in einigen Fällen von sehr mächtigen "Opfern", gegen die rechtsstaatliche Vorgehensweisen kaum noch greifen können, ein gute Sache sein. Nicht immer aber sind die letztlich darunter leidenden "Opfer" von Greenpeace & Co. die wirklich Mächtigen, auf andere weise nicht Angreifbaren. Und nicht immer erweisen sich die von Greenpeace & Co. verfolgten Ziele auch im Nachhinein noch als unbedingt sinnvoll. Oder jedenfalls so eindeutig sinnvoll, dass sich eine mit Macht durchgesetzte einseitige Meinung ohne Berücksichtigung von Argumenten der Gegenseite rechtfertigen liesse.
--- Ende Zitat ---
Du tust ja geradeso, als hätte Greenpeace eine Macht ohne Kontrolle... man sehe sich mal an, wie viele Aktionen gefahren werden und welche echten Effekte sie insgesamt haben! Greenpeace und. co. erreichen doch nur kleinste Korrekturen an den Auswüchsen unseres Wirtschaftssystems.
--- Zitat ---Insofern sind die Methoden von Greenpeace natürlich schon mit jenen von Terroristen vergleichbar. Auch die setzen einfach ihre Meinung mit Anwendung von Gewalt durch.
--- Ende Zitat ---
Gewalt kann man natürlich extrem breit definieren, dann ist alles irgendwie Gewalt, weil ja die armen Anwälte jetzt Arbeit haben und der arme Pressesprecher einen Text vortragen muss, obwohl er dringend zum Zahnarzt muss. Und die armen Wahlfänger an ihren Wasserwerfern!
Gerade die letztgenannten Aktionen sind sicher diskutabel, aber sie Terror zu nennen ist doch ein ein absichtlicher Griff in die Kiste der Böswilligkeit.
--- Zitat ---Die Betrachtungen in jenem Artikel gingen damals allerdings noch weiter. Es wurde darauf hingewiesen, dass die absoluten und konsequenten Gegner jeglicher Gentechnik im Lebensmittelbereich letztlich weit mehr Menschenleben auf dem Gewissen hätten, als jede Terrororganisation. Das ist natürlcih, wenn auchim Kern wohl nicht gänzlich unwahr, schon reichlich extrem und die besagten Menschenleben fallen nicht nur, oder nicht primär dem Nicht-Einsatz von Gentechnik zum Opfer.
--- Ende Zitat ---
Das ist doch komplett unbewiesen. Der Artikel war wohl sicher provokativ gemeint, da sollte man nicht einfach Schlagworte für die eigene Argumentation entnehmen.
Dale:
Nur ein kleiner Einwand zwischendurch. Welcher Computer wird wohl länger in Gebrauch sein, ein 2500€ Mac Pro oder ein 499 € PC von Aldi. Schon allein wenn man bei eBay gebrauchte Macs sucht so bekommt man nach drei Jahren sicher noch zwischen 20 – 50 % des Kaufpreises, PCs sind haben dann meist nur noch Schrottwert, und werden dementsprechend behandelt.
Auf die Öko-Terroristen die Warlord in Verbindung mit Gen-Technik meint, könnte ein Fall in der Nähe von München gewesen sein (schon etwas länger her). Dabei hat eine Greenpeace nahe Organisation ein Versuchsfeld mit genetisch verändertem Reis Platt gemacht. Der sogenannte Goldene Reis http://de.wikipedia.org/wiki/Goldener_Reis war aber nicht von einer Firma sondern von einer Uni gepflanzt worden, die umsonst (bei Erfolg der Saat) ihre Forschungsergebnisse veröffentlichen wollten. Das Ziel dieser Forschung war „vitaminreichen“ Reis zu erstellen, da ein großer Teil der Weltbevölkerung sich nun mal einseitig von Reis ernähren muss. Währe das Feld nicht zerstört worden, könnte heute (vielleicht) eine Reisart angebaut werden, die z. B. die jährlich ca. 60.000 blind geborenen Kinder in dritte Welt Staaten mit Augenlicht auf die Welt kommen lassen würde. Und in diesem Zusammenhang ist der Begriff Öko-Terroristen (Terror heißt immerhin aus dem lateinischen neben Gewaltherrschaft auch einfach „rücksichtsloses Vorgehen“) durchaus legitim.
Was Apple angeht, so müssen sie sich das ruhig gefallen lassen. Denn immerhin waren nicht sie diejenigen die den Satz äußerten:„The people who are crazy enough to think they could change the world, are the ones who do!“
Florian:
Den Einwand kann man aber nur noch sehr eingeschränkt gelten lassen - schließlich ist der teuer Mac Pro nicht Apples Hauptmodell, sondern v.a. der iPod - der nicht einmal einen austauschbaren Akku hat! - und Konsumenten-Rechner, jetzt auch recht günstig. Die iMacs mit ihrem All-in-One-Konzept und auch die Mini und die Laptops sind nur eingeschränkt aufrüstbar - das beschränkt die Lebensdauer auch.
Zudem bin ich mir mit der Lebendauer nicht mehr so sicher. Nicht nur das Apple hin und wieder Standards über Bord schmeißt - letztes Beispiel ADC. Nun darf man auch als PPC-Benutzer zuschauen, wie die neuen Intel-Macs all das drin haben, was man schon immer verlangte (etwa DVI-Ausgänge, optisches Audio) und teilweise sehr viel schneller sind. Man nutzt jetzt auch Intel-Technik, und auch wenn die Entwicklung u.U. nicht wirklich so viel schneller ist, haut Intel uns zumindest jedes Jahr neue Namen um die Ohren. Nächstes Jahr kommen die Core 3 Duo/Quad... Wer will dann noch den Core Duo von vorgestern? Beim Wiederverkaufswert spielen auch solche Buzzwords eine Rolle.
Zu der Feldzerstörung:
Das heiße ich nicht gut, ist für mich aber Sachbeschädigung, die auch geahndet wird. Inwieweit daran Greenpeace beteiligt ist, weiß ich nicht.
Es ist aber leicht lächerlich, ein deutsches Forschungsfeld als entscheidend für die Entwicklung dieser Reissorten darzustellen und zweitens ist es die Frage inwiefern diese vitamin-A-reichen Reissorten den Mangel wirklich beheben, und ob dieser Mangel nicht auch zu beheben wäre, ohne genmanipulierte Pflanzen freizusetzen. Außerdem müsste man dann auch mal die langfristigen Folgen des großflächigen Anbaus nur einer oder zwei Reissorten diskutieren. Ob diese nicht das Potential für gewaltige Hungersnöte in sich birgt?
Insgesamt also eine sehr verkürzte Logik, die entweder provozieren oder eine unausgewogenen Meinung als Tatsache verkaufen will.
Das ist aber keine Entschuldigung für die Feldzerstörungen. Nicht das man mich falsch versteht.
Wenn man aber bei der Nennung einer Greenpeace-Aktion, die Apple aufruft seine Umwelt-Politik zu ändern, einfach nur "Öko-Terroristen" schreibt, finde ich das mehr als unangemessen. Damit wäre Greenpeace dann eine terroristische Vereinigung.
Zum Latein: Terror ist doch "der Schrecken". Der Rest ist Interpretation, nur sollte man gewisse Grenzen einhalten sonst wird es absurd.
Dale:
--- Zitat von: Florian am September 30, 2006, 17:33:52 ---
Es ist aber leicht lächerlich, ein deutsches Forschungsfeld als entscheidend für die Entwicklung dieser Reissorten darzustellen und zweitens ist es die Frage inwiefern diese vitamin-A-reichen Reissorten den Mangel wirklich beheben, und ob dieser Mangel nicht auch zu beheben wäre, ohne genmanipulierte Pflanzen freizusetzen.
--- Ende Zitat ---
Das stimmt natürlich. Zum Beispiel ist es eine Lüge zu behaupten mittels Gentechnik könnte der Welthunger ausgeschaltet werden. Ein Hauptproblem beim Welthunger ist nicht das die notwendige Menge an vitaminreicher sättigender Nahrung nicht für die gesamte Weltbevölkerung nicht zu erwirtschaften währe; sondern die Verteilung und letztendlich der Umgang damit. So werden alleine in Deutschland fast 40% der Nahrungsmittel die in den Handel kommen nicht verzehrt sondern entweder vom Handel selbst oder vom Verbraucher weggeschmissen (und bei allen anderen Industrienationen sieht es nicht viel anders aus). Und das finde ich gelinde gesagt pervers. Aber das führt jetzt wohl zu weit vom Thema weg!
P. S.: Das gerade das deutsche Versuchsfeld den nötigen Durchbruch gebracht hätte, habe ich auch nicht angenommen ;), das war zugegebenermaßen überspitzt dargestellt.
warlord:
--- Zitat von: Florian am September 30, 2006, 12:57:51 ---Ich wüsste nicht, warum an Apple niedrigere Maßstäbe angesetzt werden sollten als an andere Firmen.
--- Ende Zitat ---
--- Zitat von: Florian am September 30, 2006, 17:33:52 ---Wenn man aber bei der Nennung einer Greenpeace-Aktion, die Apple aufruft seine Umwelt-Politik zu ändern, einfach nur "Öko-Terroristen" schreibt, finde ich das mehr als unangemessen.
--- Ende Zitat ---
Meine Erwähnung des Begriffs Öko-Terroristen bezog sich nicht spezifisch auf die Aktion gegen Apple, sondern widerspiegelt meine generelle Einstellung zu Greenpeace. Das hab ich dann wohl in der Tat zu knapp formuliert.
--- Zitat ---Du tust ja geradeso, als hätte Greenpeace eine Macht ohne Kontrolle...
--- Ende Zitat ---
Ja, haben sie. Sie bestimmen, was als umweltschädigend zu gelten hat. Und das wird dann bekämpft. Aber ist das von Greenpeace Bekämpfte wirklich immer eine schlechte Lösung? Oder hätte die Alternative möglicherweise auch Nachteile? Hat man alle Vor- und Nachteile berücksichtigt und abgewogen? Im Gegensatz zu Verfahren für staatspolitische Regelungen (wie RHOS) brauchen die NGO-Konzerne diese Abwägung nicht vorzunehmen. Und allzu häufig nehmen sie diese Abwägungen auch nicht vor. Was teilweise in grenzenlos lächerlichen Kehrtwendungen resultiert.
Ich erinnere mich da als Beispiel an die Kampagne der Grünen Kreise in den achziger Jahren: Nutzt Akkus statt Batterien!
Dann erinnere ich mich an eine Kampagne der selben Kreise aus den neunziger Jahren: Akkus sind viel schwieriger zu entsorgen. Nutzt Batterien statt Akkus!
Selbstverständlich wurden beide Parolen jeweils mit vollster Überzeugung verkündet - und alle Zuwiderhandelnden waren eindeutig Umweltsünder.
Organisationen, die sich so zum Quasi-Gesetzgeber aufspielen und ohne demokratische Basis Regeln in die Welt setzen können (die sich mitunter im Nachhinein als falsch erweisen und deren Falschheit man möglicherweise in einem demokratischen Prozess hätte erkennen können), widerstreben mir gundsätzlich zutiefst. Und wenn diese Regeln zudem mit widerrechtlichen Aktionen, unter denen Unschuldige bzw. die Allgemeinheit zu leiden haben, wie dies bei Greenpeace-Aktionen vorkommt (ich meine natürlich nicht die jetzt verlinkte Kampagne gegen Apple), dann hat dieses Vorgehen durchaus terroristische Züge.
Aber hier spielt dann halt eben womöglich wieder die Frage des Betrachtungswinkels. Terroristen, deren Ziele ich teile, sind nur in den Augen der anderen Terroristen. In meinen Augen sind sie Freiheitskämpfer.
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