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DSGVO
radneuerfinder:
https://www.heise.de/news/Datenschutz-Korrekturen-gefordert-Deutsche-Firmen-hadern-mit-der-DSGVO-4915068.html
Florian:
Seit die Verordnung in Kraft ist, haben wie ja diese tollen Cookie-Hinweise.
Mein Eindruck ist, dass es, seit der Nutzer eh zustimmen muss, gar kein Halten mehr gibt. Teilweise hunderte Cookies müssen abgelehnt werden. Manche Seiten speichern trotz Abwahl aller möglichen abwählbaren Cookies und Verbot von Drittanbieter-Cookies in den Browser-Einstellungen noch zehn oder mehr Cookies auf meinen Rechnern.
Das kann es ja wohl nicht sein. Nun löschen ich die Cookies fortwährend, aber bald sind wieder hunderte da. Nicht unbedingt ein Problem, aber brauchen würde es sie nicht und kein Seitenbetreiber hat eigentlich das Recht für diese Keks-Orgie.
Mir langt es und ich filtere jetzt wieder aggressiver. Was dann nicht mehr funktioniert, kann sich andere Nutzer suchen.
Ein Hoch auf die Apfelinsel, die Datensparsamkeit vorlebt. Jetzt, wo ich nicht mehr zuständig bin, kann ich ja loben.
Aber das Web generell kann mir allmählich gestohlen bleiben.
MacFlieger:
--- Zitat von: Florian am September 30, 2020, 17:55:12 ---Seit die Verordnung in Kraft ist, haben wie ja diese tollen Cookie-Hinweise.
Mein Eindruck ist, dass es, seit der Nutzer eh zustimmen muss, gar kein Halten mehr gibt.
--- Ende Zitat ---
Ich habe eher den Eindruck, dass nun endlich gezeigt wird, was vorher die ganze Zeit schon gemacht wurde.
Man sieht ein eindeutiges Rückzugsgefecht dieser Webseiten.
Nach Einführung der DSGVO wurden erstmal überall Cookie-Banner eingeführt, die nur sagten, dass Cookies gesetzt werden und man das einfach nur durch Klick oder weiter surfen bestätigen soll.
Dann wurde geklärt, dass das so nicht richtig ist und man aktiv zustimmen muss. Daraufhin wurden die Banner umgebaut und das "Alles erlauben" war standardmäßig ausgewählt und nur mit Tricks konnte man die Cookies ablehnen.
Dann wurde noch deutlicher geklärt, dass man die Möglichkeit zur Konfiguration haben muss und aktiv zustimmen muss (keine Vorauswahl). Daraufhin wurden die Banner noch größer und komplizierter mit einem großen Button "Alles erlauben" und einen kleinen Button "Mehr Informationen" mit dem man dann irgendwo hinkommt, wo man mit viel Arbeit die Cookies ablehnen kann. Dabei dann aber auch immer groß und hervorgehoben der Button "Alles erlauben".
Eigentlich ist die Situation von Anfang an klar, aber die wollen von ihrem Geschäftsmodell nicht weg und so wird es immer nerviger.
Argument ist immer: "Wir brauchen Werbung, um uns zu finanzieren, und daher benötigen wir diese ganzen Cookies".
Da werden aber immer zwei Sachen vermischt. Die Finanzierung durch Werbung (was legitim ist) und die dadurch angeblich notwendige Verfolgung aller Benutzer. Und da ist der Knackpunkt. Die Werbewirtschaft hat über lange Zeit diese Verfolgung aufgebaut und behauptet nun, dass sie unverzichtbar ist. Aber warum eigentlich? In allen anderen Medien ist auch Werbung vorhanden, ohne dass der einzelne Benutzer verfolgt wird. Klar, wenn sowohl gezielte als auch ungezielte Werbung möglich ist, dann erzielt gezielte Werbung mehr Einnahmen und wird von den Werbenden bevorzugt. Für die Werbenden wäre ein Verzicht darauf ein Rückschritt, aber nicht für Webseiten, die sich über Werbung finanzieren. Es würde doch genauso viel Geld in Werbung gesteckt werden und am Ende bei den Webseiten landen. Nur wenn beides erlaubt ist, dann wird natürlich mehr Geld in Werbung mit Tracking gesteckt und Webseiten, die nur auf ungezielte Werbung setzen, bekommen weniger vom Kuchen ab.
Florian:
Ob nun wirklich mehr ist oder nur transparenter... ist halt mein Eindruck aus Filterergebnissen und Cookie-Zählereien.
Glaube aber schon, dass man auf Erlaubnis des Nutzers hin erst recht zu tracken versucht. Auch die anderen Trackingmethoden haben angeblich zugenommen, las ich erst neulich.
Wie auch immer, ich sehe das auch als Rückzugsgefecht. Anstatt aber mal datenschutzkonforme Werbenetzwerke zu etablieren, werden allerlei Trick, wie teilweise von Dir beschrieben, angewandt.
Natürlich sehe ich das Problem der Seitenbetreiber. Die Werbekunden zahlen für nicht zuzuordnende Werbung eben deutlich weniger. Auch sind sie nicht bereit, z.B. Serverlogs oder andere Methoden zur Reichweitenbestimmung zu nutzen.
Es wird alles nach Schema F verhandelt. Webmaster baut Google und andere ein, die Werbung wird automatisch geschaltet. Ist ja auch praktisch.
Warum aber z.B. große Medienhäuser nicht ihre Werbeabteilung, die sie ja für Print- oder TV-Produkte auch haben, nicht auch für den Webauftrag nutzen und also direkt mit den Werbekunden reden, erschließt sich wirklich nur aus dem minderen Wert nicht trackbarer Werbung im Internet. Glaube nicht, dass sie die Preise angleichen würden, wenn Tracking überhaupt nicht mehr ginge. Dann wirbt man halt in Apps, wer überprüft die eigentlich? Apple jedenfalls nicht.
MacFlieger:
--- Zitat von: Florian am Oktober 01, 2020, 14:00:23 ---Natürlich sehe ich das Problem der Seitenbetreiber. Die Werbekunden zahlen für nicht zuzuordnende Werbung eben deutlich weniger.
--- Ende Zitat ---
Meiner Meinung nach aber nur, weil es gezielte und ungezielte Werbung gibt. Wenn es beides gibt, dann ist die gezielte Werbung natürlich von der Werbeindustrie her erwünschter und entsprechend mehr wert=teurer. Würde die gezielte Werbung über Tracking aber verboten werden und alle könnten nur noch ungezielte Werbung ausstreuen, würden dann die ganzen Werbeetats verringert werden? Ich glaube nicht. Es mag sein, dass es auch dann weniger Geld pro Werbung gibt, aber ich gehe davon aus, dass das Gesamtvolumen der Werbung praktisch gleich bleibt und somit die gleichen Summen durch Werbung erzielt werden können.
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