ausblenden > Talk
Deutsche Energiepolitik - Laufzeitverlängerung etc.
Florian:
In der Tat haben die Stromkonzerne Rückstellungen getätigt. Zwangsweise. Und zwar steuerfrei! Und zur zwischenzeitigen Nutzung freigegeben. Auch darum konnten sie ja so gut Firmen einkaufen, mit allen verbundenen Risiko - das Geld wäre also womöglich gebunden oder verloren.
Um diese Rückstellungen, die einmal für zukünftig erschlossene Endlager und AKW-Rückbauten - also weder Asse noch Mors- oder Gorleben (praktisch, nicht?) - verwendet werden müssen ist ja auch ein Streit entstanden, der nur an der großen Öffentlichkeit wie so vieles vorbeiging.
Immerhin sind es mittlerweile 30 Mrd. Euro, die nebenbei falls vernünftig investiert, ordentlich Zinsen abwerfen. Durch die Laufzeitverlängerung wird der Punkt an dem Zahlungen fällig werden noch mal verschoben.
Edit: Grammatik.
Florian:
--- Zitat von: MacFlieger am September 10, 2010, 11:12:57 ---Und oh Wunder, wenn heute ein Auto (Computer, Batterie...) produziert wird, muss der Hersteller auch die Entsorgung bezahlen, d.h. er wird diese Kosten schon heute in den Verkaufspreis einfliessen lassen.
Warum darf/muss man das bei Autos, bei Atomstrom aber nicht?
--- Ende Zitat ---
Ach, genau, dass bringt mich noch auf eine anderen Aspekt. Was geschieht den mit den Abermillionen Tonnen problematischen Mülls, der hochgiftig aber nicht strahlend ist? Genau, der wird bestenfalls (!) irgendwo unterirdisch eingelagert ohne das eine Sau interessiert.
Jochen:
--- Zitat von: MacFlieger am September 10, 2010, 11:12:57 ---wenn die Kosten eben im aktuellen Preis mit drin wären.
--- Ende Zitat ---
Wie genau willst Du Aufwändungen die in 10 / 100 / 1000 Jahren anfallen in die jetzigen Preise einrechnen.
Jochen
fränk:
--- Zitat von: Jochen am September 10, 2010, 12:14:45 ---
--- Zitat von: MacFlieger am September 10, 2010, 11:12:57 ---wenn die Kosten eben im aktuellen Preis mit drin wären.
--- Ende Zitat ---
Wie genau willst Du Aufwändungen die in 10 / 100 / 1000 Jahren anfallen in die jetzigen Preise einrechnen.
Jochen
--- Ende Zitat ---
Ich würde sie „optimistisch“ einrechnen.
Im Zweifel also eher mehr mit einrechnen, als zu wenig. ;)
MacFlieger:
--- Zitat von: Florian am September 10, 2010, 11:18:42 ---In der Tat haben die Stromkonzerne Rückstellungen getätigt. Zwangsweise. Und zwar steuerfrei! Und zur zwischenzeitigen Nutzung freigegeben. Auch darum konnten sie ja so gut Firmen einkaufen, mit allen verbundenen Risiko - das Geld wäre also womöglich gebunden oder verloren.
--- Ende Zitat ---
Die erste interessante Nachricht. Natürlich dürften diese Rückstellungen nicht riskiert werden und auch nicht zur freien Verwendung in dem jeweiligen betrieb bleiben. Denn ob der Betrieb die ganze Zeit existiert ist ja mehr als fraglich.
Fraglich ist dann eben, wie sich derartige Rückstellungen errechnet haben.
--- Zitat ---Immerhin sind es mittlerweile 30 Mrd. Euro, die nebenbei falls vernünftig investiert, ordentlich Zinsen abwerfen.
--- Ende Zitat ---
Das ist noch ein anderes Thema, hatten wir ja schon im Banken-/Aktienthread mit drin. Ich glaube nicht, dass auf lange Sicht ein echtes (also inflationsbereinigt) exponentielles Wachstum möglich ist. Aber ist ein anderes Thema.
--- Zitat von: Florian am September 10, 2010, 11:20:47 ---Was geschieht den mit den Abermillionen Tonnen problematischen Mülls, der hochgiftig aber nicht strahlend ist? Genau, der wird bestenfalls (!) irgendwo unterirdisch eingelagert ohne das eine Sau interessiert.
--- Ende Zitat ---
Richtig, auch das läuft noch nicht richtig, aber immerhin sind schon Ansätze da, dass der Verursacher (Produzent) auch für die Entsorgung zuständig ist. Nur weil es da noch nicht optimal läuft, ist das kein Grund einfach alles laufen zu lassen.
--- Zitat von: Jochen am September 10, 2010, 12:14:45 ---Wie genau willst Du Aufwändungen die in 10 / 100 / 1000 Jahren anfallen in die jetzigen Preise einrechnen.
--- Ende Zitat ---
Was denn jetzt? Sind die schon mit drin (ich kenne nur die Belege nicht) oder nicht (Warum fragst Du mich dann nach Belegen dafür?)?
Vorausgesetzt man könnte und würde die Aufwändungen mal abschätzen. Auf die jetzigen Preise einrechnen ist doch einfach:
- pro kWh wird x g Müll produziert.
- bei den Aufwändungen (für y t Müll) kann man also berechnen, wie viel das pro x g Müll wären bzw. pro kWh.
- diesen Betrag (den man ja zurücklegen muss) ist wie z.B. der Erzeinkaufspreis auf die kWh zu addieren.
Wo ist das Problem?
Das eigentliche Problem ist die Abschätzung, die man überhaupt nicht seriös machen kann.
Folgerung der Atomindustrie: "Wir produzieren Müll in der Form, dass wir seriös keinerlei Abschätzung über die Folgekosten machen können. Daher beschäftigen wir uns nicht weiter damit und lassen diese Kosten völlig unberücksichtigt. Das ist ein PAL."
Warum soll VW die Entsorgung eines produzierten Golfs bezahlen? Welche Kosten da im Einzelnen auftreten, kann man auch nicht genau berechnen. Also lassen wir das doch ganz, die Golfs können günstiger verkauft werden und schmeissen die kaputten Golfs irgendwo in die Landschaft. Sollen andere das doch bezahlen...
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln