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Deutsche Energiepolitik - Laufzeitverlängerung etc.

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Florian:
Ihr habt es ja mitgekriegt.

Dazu fallen mir ein paar Sachen ein:

Die älteren AKWs dürfen nur acht Jahre zusätzlich laufen, die ab 1981 (brandneu!) durchschnittlich zwölf weitere Jahre. Gibt es also doch Sicherheitsunterschiede? Ach so, ja, wenn ein Flugzeug drauffliegt. Da hatte man ja noch 2001 beschlossen, etwas (was?) zu unternehmen, aber geschehen ist nichts. Will man nun durch weniger zusätzliche Jahre das Risiko senken? Ist das seriöse Politik?
Oder gibt es doch noch ganz andere Unterschiede, die nicht kommuniziert werden? Natürlich… aber hier besteht ja angeblich null Gefahr. Warum also diese Unterscheidung? Albern.

Die Multis sollen einige Jahre 2,3 Mrd. p.a. abdrücken. Praktischerweise ein Fix-Betrag. D.h. die Strompreise können (und werden) steigen, die Steuer kann ganz einfach an den Kunden weitergegeben werden. Teilweise kann man's auch auf die Körperschaftssteuer anrechnen.
Anschließend sollen sie dann gezwungen werden mit 3 Mrd. im Jahr (auch fix) in Erneuerbare  Energien und Netze zu investieren. Also eine Aktion, die sie sowieso machen müssten. Man zwingt sie also z.B. eigene Windparks zu bauen, deren subventionierter Betrieb sich ja heute schon lohnt.


Für diese Geschenke an die Oligopol-Teilnehmer nimmt man in Kauf die alten Gräben wieder aufzureißen. Warum gibt man der Opposition so ein mächtiges Schwert in die Hand? Das Thema war doch schon erledigt und mit einer kleineren Laufzeitverlängerung und einer sinnvoller gestalteten Steuer hätte man das viel besser verkaufen können, wenn's denn wirklich sein musste.

Diese Beschlüsse dann auch noch dermassen hochzujubeln wirkt ganz schön unseriös. Insbesondere natürlich im Fall Röttgen, der Umweltminister wollte ja ganz was anderes und findet es jetzt doch spitze.
Sehr problematisch ist ja die fehlgelaufene Privatisierung, die den Wettbewerb aushebelte. Das entstandene Oligopol wird nun auch noch zementiert. Gleichzeitig faselt die Kanzlerin von dezentraler Energieerzeugung und der Energiewende.

Selbst wenn mir die Beschlüsse gefielen, der Auftritt unsrer Obersten war für mich Realsatire. Es gibt keine amerikanischen Panzer in Bagdad.

Thyrfing:
Tja, ich gebe dir in allen Punkten 100% Beifall.

Ich bin immer noch sprachlos, was Merkel und Co. dort abliefern. Die verkaufen diesen Schrott jetzt auch noch als Energiewende? Ich werde wahnsinnig. Echt.

Es wäre ein gänzich anderer Kompromiss gewesen, wenn man die Energiekonzerne nun gefordert hätte, alles zu tun um erneuerbare Energien zu födern und dann, aber erst dann, in ein paar Jahren, das Thema nochmals aufzugreifen. Sofern dann noch nötig. Aber ich befürchte, egal wie man es dreht und wendet, am Ende hätten wieder Konzerne irgendeine Schraube gefunden und alles für sich hingedreht.

Machen wir uns nichts vor, die Politik ist von der Wirtschaft gesteuert. Mehr denn je. Es ist kein Miteinander. Hier geht es um das Gewinnen, nicht das Verteilen. Ah, doch, verteilt werden die "Mehrkosten" des Paketes an uns.

Schönen Dank, Frau Merkel, Vorsitzende im Kabinett des Grauens.

fränk:
Die Stimmung unter uns Wahlschafen ist doch wohl eher leicht gegen Atom eingestellt.

Von Politikern ist man es doch eigentlich gewohnt, dass sie ihr Fähnchen in den Wahlwind hängen.

Hier aber nicht.

Und das verstehe ich nicht.

Ich gehe davon aus, dass unsere Entscheidungsträger auf der Gehaltsliste der Atomindustrie stehen.


Thyrfing:
Meine Güte, schau sich einer nur das Dilemma um die Endlagerung in Gorleben an. Ist ja nicht zu glauben. Man kann das Zeug nicht Endlagern. Der Werkstoff / die Technik ist uns nicht gegeben.
Hrmpf, ich rege mich auf. Ich muss was trinken.

elafonisi:
Wer bezahlt eigentlich die Zwischen- und Endlagerung und den Abbau der alten Atommeiler? Doch wohl kaum die Energieversorger und wenn sie doch an den Kosten beteiligt werden, wird alles sowieso auf den Kunden = Steuerzahler abgewälzt. Allein die Erforschung des Salzstockes in Gorleben hat bis jetzt 1,5 Mrd. Euro gekostet und nach Meinung von Experten wird es noch weitere 1,5 Mrd. kosten und weitere 15 - 20 Jahre dauern, bis feststeht, ob Gorleben überhaupt als Endlager taugt. Die nachkommenden Generationen werden sich freuen, über unsere Hinterlassenschaften.

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