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Netzneutralität - Wem gehört das Internet?

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radneuerfinder:
Die Idee von Bastiat habe ich, glaube ich, verstanden. Ich schaffe aber den Transfer der Idee auf den Besitz einer Internetleitung nicht. Ist es nicht vielmehr so, je mächtiger eine Organisation (Staat, weltweit tätiger Konzern) ist, desto mehr hat sie die Macht Freiheit einzuschränken? Beispiele: http://www.giga.de/hardware/apple-tv-4.-generation/news/apple-tv-apple-lehnt-applikation-des-chaos-computer-clubs-ab/
http://m.heise.de/ct/ausgabe/2015-24-Editorial-Da-laeuft-einiges-schief-2855840.html

fränk:
Ich finde es auch nicht so toll, wenn aus dem Internet, kurz bevor es mich erreicht, ein nationales Netz wird, in dem dann womöglich, auf den letzten Kilometern, Kosten auf mich zukommen, die zuvor nicht fällig waren.

Die Nummer erinnert mich an Shimano und deren Komponenten-Gruppen.
Die haben sicherlich 10 verschiedene Gruppen im Angebot entwickeln aber immer nur das Topp-Modell und machen sich dann Gedanken, wie sie es abspecken.
Hier wird dann demnächst versucht die Geschwindigkeit des Internets so zu drosseln, dass die ehemals verfügbare Geschwindigkeit als „Premium“ erscheint.

Bis jetzt war es also so, dass ich für schnelle Verbindungen mehr bezahlen musste, was ich gut verstehen kann, weil die Verbindungen eben immer schneller werden und daher auch höhere Kosten verursachen.
Demnächst werde ich dann einfach noch zusätzlich erpresst, meine ohnehin schon extra bezahlte, schnelle Verbindung mit „Schmiergeld“ auf dem Niveau zu halten.
Das hat einen unangenehmen Beigeschmack.

Noch unangenehmer erscheint aber wieder einmal der Auftritt der Politik und ihr Verhältnis zum Wahlvolk.

Florian:
Was Du skizziert, ist auch möglich, aber de facto zahlt man ja jetzt schon mehr für schneller, wie das nun genannt wird ist ja egal.

Die Provider wollen aber auch bei der Gegenseite kassieren, also etwa bei Netflix, weil sie ja beim Streamen auf Dein Gerät Deine schon von Dir bezahlte Leitung nutzen. Netflix legt die Kosten natürlich wieder auf Dich um.
Nicht nur das! Das DSL-Netz selbst hast Du großteils als Steuerzahler auch mit bezahlt und dann verschenkt.
Vielleicht hattest Du auch noch T-Aktien geordert.

Weiß nicht, warum man hier philosophisch werden muss. Das ist die reine Mehrfach-Abzocke auf einem nicht funktionierendem Markt.

MacFlieger:

--- Zitat von: Florian am November 02, 2015, 19:43:10 ---Was Du skizziert, ist auch möglich, aber de facto zahlt man ja jetzt schon mehr für schneller, wie das nun genannt wird ist ja egal.
--- Ende Zitat ---

_Das_ ist doch auch völlig in Ordnung. Der Provider legt die Preise für seine Kunden fest und für mehr Leistung (höhere Geschwindigkeit/Bandbreite/Datenvolumen/kleinere Latenz) muss man entsprechend zahlen.
Er macht ein Angebot, der Kunde kann es annehmen (OK hier gibt es leider manchmal keine Alternative...) und dann sollte er entsprechend des Angebotes auch die Leistung erbringen.
Wenn ein Provider meint, auch bei DSL ein Datenvolumen für hohe Geschwindigkeit und nachfolgend Drosselung anbieten zu wollen, kann er das natürlich machen.

Aber wie geschrieben, soll nun eben etwas völlig anderes passieren. Die vom Kunden gebuchte Leistung soll nachträglich und auch jederzeit wechselnd geändert werden. Je nach Herkunft soll das gleiche Datenpaket künstlich verlangsamt oder ausgefiltert werden, bis jemand, der keinerlei geschäftliche Beziehung zum Provider hat (der Dienstanbieter), zusätzlich Geld bezahlt. Extrembeispiel: Apple zahlt an die Telekom Geld, die Apfelinsel nicht. => Apples Webseiten sind von Kunden der Telekom abrufbar, unsere Webseiten nicht oder unzuverlässig.

Wenn man die völlige Freiheit der Vertragsgestaltung zugrunde legt, dann besteht dann aber auch die Pflicht, derartige Konditionen im Vertragswerk zu nennen, d.h. z.B. "Kunde bekommt Datenleitung mit xMB/s, außer von IP a,b, und c" Oder umgekehrt "Kunde bekommt Datenleitung mit /niedrig/ Datenrate, außer von IP a,b und c erhält er /hohe/ Datenrate" oder wie bei Telefonkosten (Tabelle, welches Land was kostet) eine sich ständig ändernde Tabelle, welche Datenherkunft aktuell welche Geschwindigkeit bedeutet.

Florian:

--- Zitat von: MacFlieger am November 03, 2015, 07:47:04 ---_Das_ ist doch auch völlig in Ordnung.
--- Ende Zitat ---

Habe ja auch nichts anderes geschrieben. Auch hier könnte man freilich schon die Privatisierung der damaligen Netze anführen. Darum ging es mir aber weniger, sondern ich wollte zeigen, dass hier die Provider einfach den Hals nicht voll bekommen.

Die Verlage mit ihrem Leistungsschutzgesetz haben es ja vorgemacht. Es wird eben nicht sinnvoll vorgegangen, sondern die Milliardengewinne der anderen wecken Begehrlichkeiten. Verständlich, aber keine Begründung für neue Gesetze, die ihnen dies ermöglichen!

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