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Geschäftszahlen 1.Quartal: Natürlich neue Rekorde
MacFlieger:
--- Zitat von: Thyrfing am Januar 23, 2008, 09:54:52 ---Ja, da muss ich Terrania recht geben, arbeite selber in einem solchen Konzern und alles weniger 15% kann schon zu Entlassungen führen, wir sind dann nicht mehr gesund, die Zahlen schlecht, der Markt überfüttert und was man da alles zu hören bekommt.
--- Ende Zitat ---
Ja, aber was soll das?
Es wird mehr(!) Umsatz/Gewinn gemacht als im Vorjahr (nur halt weniger als 15% mehr) und das ist schlecht bzw. evtl müssen Leute entlassen werden? Warum war es dann im Vorjahr mit weniger Umsatz/Gewinn nicht noch schlechter? Warum muss man bei trotzdem gestiegenen Verkäufen mit weniger Leuten auskommen?
Tut mir leid, ich sehe da keinerlei Logik. Selbst wenn die Zunahme nur konstant 1% wäre, ginge das nicht ewig. Exponentielles Wachstum ist nicht unbeschränkt möglich.
Ist es einfach so, dass diese Leute genauso wissen, dass das absoluter Unsinn ist und es einfach nur trotzdem verlangen? Oder verstehe ich da nur etwas falsch und es ist gar nicht so unsinnig?
daveinitiv:
Was mich immer wundert, ist, dass fast immer von absoluten Prozentzahlen ausgegangen wird. x% Steigerung ist nötig, muss erreicht werden usw. Dabei kommt es doch immer darauf an, von welcher Basis ausgegangen wird. Wenn 10.000.000 Einheiten abgesetzt worden sind, ist eine Steigerung von 2% auch nicht gerade wenig.
Thyrfing:
--- Zitat von: MacFlieger am Januar 23, 2008, 10:28:01 ---Ist es einfach so, dass diese Leute genauso wissen, dass das absoluter Unsinn ist und es einfach nur trotzdem verlangen? Oder verstehe ich da nur etwas falsch und es ist gar nicht so unsinnig?
--- Ende Zitat ---
Ja, die Konzernspitze wird das wissen, verlangt aber, um überhaupt etwas machen zu tun zu haben in einem gesunden Unternehmen, von ihrem Management immer unmöglichere Ziele. Es ist die reine Profitgier.
Beispiel: Wir machen einen Jahresumsatz von 250 Millionen bei einer Rendite von 20% (!!) Jetzt kommt so ein Konzernfuzzi daher und sagt:"Na toll, ihr da im Ruhrgebiet seid der schwächste Standort im Konzern, ab 2009 müssen 1 Milliarde Umsatz her!".
Gesagt getan, mit der Wirkung, dass wir umbauen müssen wie die Blöden, denn mehr Umsatz verlangt im gleichen Maße mehr Materialdurchfluss, zumindest im Maschinenbau, und was passiert? Na klar, Investitionen bis zum Abwinken, 2 neue Werke, eines im Osten eines im Süden Deutschlands, und die Rendite ist im Arsch.
Seit dem stehen hier täglich Vorstandsmitglieder auf der Matte und fragen nach dem Warum...
Terrania:
Das ist doch genau diese Kacke. Es ist noch nicht mal so lange her, da war das alles noch normal. Basel II hat sein Übriges dazu gemacht. Die Firmen konzentrieren sich mehr und mehr auf Zahlen, statt auf Produkte. Das klingt jetzt wie eine Binsenweisheit, ist es aber nicht:
Das Produkt muß billiger werden. Also verbaut man auch billigere Teile, knechtet die Zulieferer, dreht am Anteil der "Humanarbeit" (vulgo: wir gehen nach Rumänien) und bums steigt die Rendite. Das ist der falsche Weg (auch wenn mir alle Volks- und Betriebswirtschaftler da wiedersprechen werden). Der Weg kann nur sein, ein Produkt herzustellen, das so gut ist, daß es einen ECHTEN USP (und der kann nicht nur BILLIGER heissen) hat. Habe ich KEINEN USP kann ich NUR über Billiger verrammschen. Das ist betriebswirtschaftlich "vielleicht" einleuchtend aber "volkswirtschaftlich" kompletter Unsinn. Denn unterm Strich sind die BILLIGEN Produkte auch BILLIGER hergestellt und gehen schneller kaputt. Am Ende sind sie gar nicht BILLIGER gewesen.
In unserer Gesellschaft ist Ehrlosigkeit im Business vorherrschend. Ich meine mit Ehrlosigkeit die Tatsache, daß nicht mehr das BESTE zum Gegenwert hergestellt wird - was eine Menge Grips und Arbeit vorraussetzt, sondern DAS BILLGSTE. Das kann es nicht sein.
fränk:
Die Gewinne oder auch die Börsenwerte der Firmen sind immer nur das Ergebnis der letzten Tuningmaßnahme.
Wenn zu den Vorkommnissen der letzten beiden Tage höre: "100e von Milliarden € an Wert vernichtet", kann ich nur müde grinsen.
Entweder diese vielen Milliarden hat's nie gegeben, oder aber sie sind nicht vernichtet.
Oder fackeln Betriebe ab wenn der DAX fällt?
Verschwinden Grundstücke im Erdinnere und sind auf immer verschollen?
Mich ärgert es ohne Ende, daß mich diese ganze Mist überhaupt betrifft.
Ich werde zornig, wenn ich für die gleiche Menge Heizöl 1.000,-- mehr bezahlen muss als beim letzten mal, nur weil in Texas ein Steak vom Grill gefallen ist.
Die Teile der Wirtschaft, die noch wirklich Werte schaffen, werden immer unwichtiger, Yahoo gewinnt dafür an Wert.
Ein "Krauter" wie Porsche bekommt so die Oberhand an VW.
Ich will den ganzen Mist auch gar nicht im Detail verstehen, ich bin nur sicher die, Blase platzt irgend wann. Nicht so bischen wie am 11.09. oder wie am Montag, nee, dann so richtig.
Und wenn dann Yahoo auch an den Börsen wirklich nur noch so viel wert ist, wie sie vernünftige Gegenwerte präsentieren können (ich denke kaum mehr als einige 1.000,--$) dann werde ich, als einer von wenigen, die wirklich etwas besitzen mit dem sie Dinge schaffen können, die aus etwa anderem bestehen als Zahlen in Charts oder bunten Internetseiten, König sein! Jawoll!! ;D
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