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Geschäftszahlen 1.Quartal: Natürlich neue Rekorde

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Florian:
Apple veröffentlichte die aktuellen Zahlen, siehe Pressemitteilung.
Das erste Finanzquartal 2008 ist kalendarisch das letzte 2007, endend am 29.12., also das Weihnachtsgeschäft.

Die wichtigsten Zahlen mit Kommentar:

- 2 319 000 Macs verkauft, plus 44% im Vergleich zum Vorjahresquartal.
Hier scheint ja noch ein langanhaltendes Wachstum möglich, bin mal gespannt, wann das aufhört.

- 22 121 000 iPods sind natürlich eine Hausnummer. Aber es sind nur noch 5% mehr als im Vorjahresquartal. Man sieht also, würde ich mit meinem Analystenherz sagen, daß hier der Markt gesättigt ist und man wohl bald mal ein Minus sehen könnte, sollte Apple nicht ständig toll, neue Modelle herausbringen, die sich Schon-Besitzer kaufen müssen. Auch genannt Sabbereffekt.

- 2 315 000 iPhones im Weihnachtsquartal. Insgesamt sind es ja, so verkündete es Jobs auf der Keynote, vier Millionen. Die vorgenommenen zehn Millionen bis Ende 2008 scheinen machbar, insbesondere falls neue Märkte dazukommen und vielleicht auch iPhone 2.0. Glaube aber nicht, daß man sehr weit drüber landen wird, wie Apple es wohl insgeheim vorhatte.

- Gesamtumsatz im Quartal: 9,6 Milliarden Dollar (+35%).

- Gewinn: 1,58 Milliarden Dollar (+58%), 1,76 $ pro Aktie.

- Reserven: 18,4 Milliarden Dollar.

- Prognose fürs nächste Quartal „about $6.8 billion and earnings per diluted share of about $.94.“.


Detailliertere Zahlen dann nach und nach.

MacFlieger:

--- Zitat von: Florian am Januar 23, 2008, 00:30:16 ---- 22 121 000 iPods sind natürlich eine Hausnummer. Aber es sind nur noch 5% mehr als im Vorjahresquartal. Man sieht also, würde ich mit meinem Analystenherz sagen, daß hier der Markt gesättigt ist und man wohl bald mal ein Minus sehen könnte, ...

--- Ende Zitat ---

Was ich nie verstehen werde:
Da verkauft eine Firma eine große Anzahl von ihren Produkten und macht damit 'ne Menge Gewinn.
Die Analysten/Börsianer sind aber nur zufrieden, wenn diese Anzahl/Gewinn ständig steigt. Und nicht nur das. Die Zunahme selber muss auch noch ständig steigen.
Es dürfte aber wohl jedem klar sein, dass das prinzipiell selbst bei konstanter Zunahme nicht funktioniert (exponentielles Wachstum). Außerdem wird es immer eine Obergrenze geben.
Warum sind diese Leute nicht auch damit zufrieden, wenn gute Umsätze/Gewinne gemacht werden? Warum müssen diese Zahlen immer weiter steigen und zudem überexponentiell?
Wenn ich x€ Gewinn machen würde und mir das auch ausreichen würde, würde ich mich über eine Zunahme sicherlich freuen, aber ich würde nicht in Tränen ausbrechen, wenn die Zunahme(!) im nächsten Jahr geringer ist als im Vorjahr (ist ja trotzdem noch eine Zunahme) oder der Betrag evtl. aufgrund der Sättigungsgrenze nicht weiter steigt.

Das ist jetzt eine ernst gemeinte Frage. Ich verstehe das wirklich nicht.

Terrania:
Das mußt du auch nicht verstehen, weils da nichts zu verstehen gibt. Das geht übrigens mit der sogenannten Umsatzrendite weiter: Automobilfirmen (nicht gerade Porsche) machen etwa zwischen 5 und 8 % Umsatzrendite, manche Japaner liegen zweistellig. ABER: inzwischen haben Banken die Bodenhaftung komplett verloren. Man verlangt von kleinen und mittleren Unternehmen Umsatzrenditen von mindestens 15% und drängt auf 20% und mehr - sonst gibts kein Kreditgeld mehr. DAS ist der Skandal. Die Unternehmen werden regelrecht getrieben, solche spätkapitalistischen Allüren einzuführen.
Wir verstehen uns schon richtig: Die "neue" Lesart ist - Gewinn ist immer gut. Zuwenig Gewinn ist Scheisse. und alles unter 15% Umsatzrendite ist grenzwertig.
Kein Wunder, daß so der soziale Umgang mit den Mitarbeitern immer schlechter wird. Ich persönlich arbeite in solch einem Bankenumfeld immer weniger gerne. Unglücklicherweise gibts keine Alternativen …

Thyrfing:
Ja, da muss ich Terrania recht geben, arbeite selber in einem solchen Konzern und alles weniger 15% kann schon zu Entlassungen führen, wir sind dann nicht mehr gesund, die Zahlen schlecht, der Markt überfüttert und was man da alles zu hören bekommt.
Ziel für 2009 - 40% Wachstum insgesamt... Wie sich da die Rendite verhält, keine Ahnung.

fränk:

--- Zitat von: Terrania am Januar 23, 2008, 09:39:17 --- Ich persönlich arbeite in solch einem Bankenumfeld immer weniger gerne. Unglücklicherweise gibts keine Alternativen …

--- Ende Zitat ---

Ich arbeite ganz ohne Bank. Oder besser ganz ohne Kredite. Oder noch besser, bis auf das Überziehen des Kontos, ab und an.

Da ich ein nicht wachsender Kleinbetrieb bin, kann ich mir ausrechnen, was geschehen wird, wenn ich eine größere Anschaffung zu machen habe.
Vielleicht eine Maschine für zig-tausend Euro.
Dann ist Ende!

So werde ich dann eines Tages von "kerngesund" zu einem "Sozialfall".
Hätte ich jetzt bereits hohe Schulden, am besten einige 100.000€, wäre es für mich vielleicht einfacher. So einem dreht die Bank den Hahn wohl nicht so schnell zu.

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