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Gesetzentwurf der EU-Kommission zur Telekommunikationsdatenspeicherung
daveinitiv:
--- Zitat von: MacFlieger am September 22, 2005, 08:38:59 ---
"Warum machst Du dann auf der Toilette immer die Tür zu?"
--- Ende Zitat ---
Weil es Hölle stinkt … ;D
SCNR
Florian:
Viel höher als das Risiko der DNA-Übereinstimmung ist zudem die Tatsache, daß jeder Mensch ständig DNA-Spuren hinterlässt. Man nehme mal an, man wäre ein vorbestrafter Sexualtäter, der raucht. Nun wirft man eine Kippe ins Gebüsch. In der nächsten Nacht wird unweit davon eine Frau vergewaltigt während man zu Hause allein im Bett liegt. Man wäre unter enormen Erklärungsdruck.
Nun ist das natürlich ein arg gestelltes Beispiel, aber Tatsache ist, daß es mit zunehmendem Einsatz von DNA-Tests und v.a. zunehmendem Vertrauen auf die Ergebnisse, immer mehr solche Fälle geben wird.
Trifft es aber mehr Unschuldige als ohne DNA-Tests? Oder weniger? Welchen Stellungswert räumen wir der Verbrechensaufklärung und welchem der Informationsfreiheit ein?
Das sind alles wichtige Fragen, die leider auf alle Seiten nur zu Holzhammer-Diskussionen führen.
Aber vielleicht zurück zu den Internetdaten:
Gedenkt Ihr Euch vor den Datensammlern zu schützen und wenn dann wie?
FOX:
--- Zitat von: Florian am September 22, 2005, 15:16:18 ---Aber vielleicht zurück zu den Internetdaten:
Gedenkt Ihr Euch vor den Datensammlern zu schützen und wenn dann wie?
--- Ende Zitat ---
die sache ist bei mir zumindest gelaufen.
mobiltelefon, 3 konten bei verschiedenen banken, kreditkarten (mit der auch getankt wird), email adressen, zeitungsabos und noch schlimmer: eine paybackkarte!
damit hat man normalerweise überhaupt keine chance mehr, den datensammlern zu entgehen.
erst vor wenigen tagen rief mich eine dame von premiere an, um mir versicherungen zu verkaufen... wahnsinn...
als ich ihr mitteilte, dass ich beim nächsten anruf sofort mein abo kündigen werde, hat sie sich höflich entschuldigt und mich aus ihrem "verteiler" gestrichen.
um dem zu entgehen, dürfte man wohl noch nicht einmal ein konto haben.
warlord:
--- Zitat von: FOX am September 22, 2005, 15:24:32 ---3 konten bei verschiedenen banken,
--- Ende Zitat ---
Das ist jedenfalls wesentlich besser, als nur 1 Konto. Für ein "Gesamtbild" müssen immerhin schon 3 Quellen herangezogen werden. (Wobei das bei Euch mit den Konten mittlerweile eine Leichtigkeit ist, denke ich. :-\ )
MacFlieger:
--- Zitat von: Florian am September 22, 2005, 15:16:18 ---Trifft es aber mehr Unschuldige als ohne DNA-Tests? Oder weniger? Welchen Stellungswert räumen wir der Verbrechensaufklärung und welchem der Informationsfreiheit ein?
--- Ende Zitat ---
Das führt für mich noch nicht weit genug. Durch eine DNA-Kartei ist es nicht nur möglich, daß man als Unschuldiger plötzlich verdächtig wird. Dieser kriminalistische Anwendungszweck ist ja der gewollte Zweck dieser Datenbank und es muß zwischen Verbrechensaufklärung und Informationsfreiheit abgewogen werden. Wenn aber erstmal eine solche Datenbank existiert, werden noch viele andere Gelüste darauf bekommen. Versicherungen, die besser ein Risikopotential abschätzen können möchten, Krankenkassen, Arbeitgeber und und und.
Und wenn die Daten (ob DNA oder TK-Daten) erstmal gesammelt sind, ist die Büchse der Pandora geöffnet und es ist praktisch unmöglich, das rückgängig zu machen.
Schau Dir mal andere Datenbanken an. In einer der letzten c'ts gab es einen netten Bericht, wie Versandhändler untereinander Daten austauschen, wie schnell man da schlechte Einträge über sich bekommt und wie praktisch unmöglich es ist, die loszuwerden. Oder Schufa. Wenn die keine Daten über Dich haben, dann schätzen die einfach, indem sie schauen, wer in der Nähe wohnt. Eine junge Ärztin bekam schon mal dem Kredit für eine Praxis verweigert, weil sie noch (aus Studienzeiten) in einer Wohnung in einem nicht gut betuchten Wohnviertel wohnte.
usw. usf.
Also ich finde das arg bedenklich und stoße auch immer nur auf "Ich habe nichts zu verbergen". Die Leute werden erst klug, wenn es sie selber getroffen hat. Doch wenn die Daten erstmal gesammelt sind...
Wenn irgendwer von mir Daten sammeln will, frage ich immer, wieviel sie mir dafür zahlen. Dann kommt immer das große Staunen. Eine Adreßkartei hatte mich z.B. angeschrieben, daß sie meine Daten gespeichert und verkauft hätten. Die Daten waren nciht ganz richtig und ich habe darauf hingewiesen und um Herausgabe der Quelle verlangt ohne natürlich die korrekten Daten zu liefern. Da die Daten nicht vollständig waren, habe ich sie aufgefordert, meine Daten zu sperren. Sie wollten dann die richtigen Daten haben. Auf meine Frage, wieviel sie denn dafür bieten würden, kam nix mehr. ;)
Tschö, MacFlieger.
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