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Ich sehe was Du nicht siehst / Behörden-Trojaner

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daveinitiv:
Der CCC hat wohl einen ganz perfiden Aprilscherz ersonnen


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Bundestrojaner in ELSTER-Software entdeckt

April 01, 2007 (webmaster)
Untersuchungen des Chaos Computer Clubs ergaben, dass der Bundestrojaner über die aktuelle Version der Elster-Software verbreitet wird.
Seit dem 19. März 2007 wird die aktuelle ELSTER-Software für das Jahr 2006/2007 in der Version 8.1.0.0 [1] für den Steuerbürger bereitgestellt. Schon von Anfang an hegten Experten Zweifel an der Integrität der 18 MB großen .exe-Datei. Nach einer mehrtägigen intensiven Analyse fand der Chaos Computer Club (CCC) nun deutliche Hinweise, dass über die fragwürdige Software der sog. Bundestrojaner [2] verbreitet wird.

Der Bundestrojaner, kürzlich als neues Werkzeug des Überwachungsstaates in die Schlagzeilen geraten, soll das Ausspähen der gesamten steuerpflichtigen Bevölkerung ermöglichen. Jeder Bürger mit eigenem Einkommen wird in Zukunft verpflichtet, die Steuererklärung mittels ELSTER-Software abzugeben. Dass es dem CCC nach wenigen Tagen gelang, den Trojaner ausfindig zu machen, spricht nicht eben für die Qualität der Spitzelsoftware.

Die Analyse zeigte verschiedene verdächtige Module, wie z. B. wte0104-brsjm.digit, das u. a. vorhandene Mikrofone und Kameras in modernen Computern einschalten kann. Weitere Routinen dienen der Durchsuchung der auf dem Rechner gespeicherten Dateien. Eine Funktion sendet Daten vom Benutzerrechner ferngesteuert an den BKA-Rechner mit der IP-Adresse 217.7.176.25 [3].

Der Trojaner tauscht offenbar auch einige Systemdateien aus, um sich unabhängig vom ELSTER-Programm auf dem System einzunisten. Die Schadsoftware erzwingt danach einen Neustart des Rechners. Auf dem Bildschirm des betroffenen Computers erscheint dazu die Fehlermeldung: "Systemfehler 70797976 - Neustart erforderlich."

Pikanterweise wird ein Port auf dem infizierten Rechner geöffnet, der es erlaubt, neue Suchbegriffe nachzuladen. Das ist insofern problematisch, da die Suchfunktion eine Schwachstelle enthält, die es einem Angreifer erlaubt, nicht nur Suchbegriffe, sondern beliebige Daten und ausführbaren Code auf dem Rechner zu platzieren. "Damit ist der unbemerkten Manipulation aller Daten Tür und Tor geöffnet," sagte CCC-Spezialexperte Jens-Thorben Janckiewozki.

Eine erste Ausnutzung dieser Nachladeschwachstelle wurde auch schon in der freien Wildbahn beobachtet. Ein schwer zu analysierender, auf Schwachstellen des Bundestrojaners aufsetzender Wurm dient wahrscheinlich dem Abfangen von PIN- und TAN-Eingaben von Onlinebanking-Benutzern der Postbank. Auch erste Zusammenschlüsse von gekaperten Rechnern zu sogenannten Botnetzen wurden im Verlaufe des Samstags beobachtet. Der Chef des BSI hatte unlängst Botnetze als größte Gefahr im Internet ausgemacht.

Bisher war weder das BKA noch das Bundesinnenministerium für eine Stellungnahme zu erreichen. Unter der Hand gab ein Techniker des BKA jedoch zu, dass in den eigenen Reihen niemand den Trojaner programmiert hätte. Dafür mussten schon aus Kostengründen im Ausland Fachkräfte angeworben werden. Die großen Antivirenhersteller haben mittlerweile ebenfalls mit der Analyse begonnen und hoffen in den nächsten Tagen entsprechende Updates zu verbreiten.

[1] ElsterWeb
[2] Wikipedia: Bundestrojaner
[3] Whois 217.7.176.25

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--- Ende Zitat ---

Quelle: http://www.ccc.de/updates/2007/bundestrojaner-elster?language=en

Diesen 1. Aprilscherzen kann ich generell nichts abgewinnen. Unter Freunden, okay, wenn man sich mal ordentlich verlädt, aber in den Medien nervt es nur. Was will man damit beweisen?

Florian:
Beweisen? Sinn für Humor oder besonders geistreiche Einfälle?
Keine Ahnung, die meisten Aprilscherze zeugen weder vom einen noch vom anderen.
Bekenne mich ebenfalls schuldig, so etwas schon produziert zu haben. Verjährt glücklicherweise schnell. :)

Manchmal kann ich aber schon lachen, zum Beispiel über diverse c't-Scherze, die immer wieder große Diskussionen auslösen. Der größte Klassiker hier dürfte wohl dieser Internetbeschleuniger gewesen sein. Ich habe damals mehrere Leute getroffen, die steif und fest behaupteten, bei ihnen würde der funktionieren. In Newsgroups und Chats wurde man um das Passwort angefleht, dazu braucht man ein paar ältere Ausgaben. Was habe ich gelacht...
Aber mittlerweile hat wirklich jedes Blatt und jede Seite ihre Scherze. Früher war's mehr die Ausnahme.

daveinitiv:
Die Masse macht's einfach IMO.
Ich kann mich auch noch an einen erinnern, in der C64, da musste man mehrere Seiten Code abhaken und eine 5 1/4 Zoll Diskette aufschlitzen, um die EC/Kreditkarte darin zu positionieren, damit man sie über die Floppy auslesen konnte. Man wie viele den Code einfach stumpf abgetippt haben.

elafonisi:
Schäuble hat nachgelegt Quelle: Yahoo

Er scheint nach dem Tarifverhandlungs-Ritual zu handeln: Fordere 100%, erreiche 55% und das Ergebnis stimmt.  BVG rette uns!

warlord:
Auch in der Schweiz schreitet man in eine ähnliche Richtung. Wenngleich auch noch nicht ganz so weit gehend: http://www.nzz.ch/2007/04/05/il/articleF2QVF.html

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