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You know you're lost
Chucky:
--- Zitat von: Florian am Februar 11, 2006, 19:41:30 ---Die Zahlen sind enorm und glaubt man den Bankern, sind darunter auch viele Privatsparer in der 10.000-Euro-Klasse.
--- Ende Zitat ---
Nun, nachdem ich ein solcher bin, würde mich hier detaillierteres interessieren. Gilt das nur für Deutschland? Bei uns ist dann doch eher die umgekehrte Variante der Fall. Würde ich locker aus dem Hüftchen behaupten ;)
Florian:
Ja, ich spreche von Deutschland, und das deutsche Geld fließt gern nach Felix Austria. Allerdings ist es dort ob diverser Abkommen auch nicht so sicher, wie man vielleicht denkt.
Ich will auch nicht, daß alle Millionäre ihr Geld ins Ausland schaffen, aber um die allein geht es ja nicht mehr und v.a. liegt dieses Fluchtverhalten nicht an Bösartigkeit sondern an den absurden und sich ständig verändernden Steuergesetzen hier. Wer will schon, daß Finanz- und Sozialamt alles wissen, wenn man selbst nicht weiß, welche Steuern in zwei Jahren wieder eingeführt werden? Ich sage nur Kapitalertragssteuer! Aktiengewinne nach der Spekulationsfrist steuerfrei... haben sie ihre Altersvorsorge darauf aufgebaut? Schon in den Koalitionsvertrag geschaut?
Das sind so herbe Überraschungen (die eben eigentlich nicht mehr überraschen), da sage ich auch: Kann ich nachvollziehen, wenn einer sagt: Lieber alle Möglichkeiten offen lassen.
So misstraut der Bürger dem Staat und der Staat seinen Bürgern.
(Und ja, ich weiß, daß die Kontenabfrage nicht auf Anhieb einen Blick auf den Kontostand erlaubt, aber 1-2-3, führt eins zum anderen.)
Chucky:
Die "Kapitalertragsteuer", kurz KESt, gibt es in Österreich schon lange und beträgt derzeit 25% (vom erwirtschafteten Zinsertrag). Allerdings nur auf Zinserträge, derzeit aber noch nicht auf realisierte Kursgewinne. Die sind derzeit noch "Steuerfrei". Dies kommt allerdings nur bei der Anlage des Geldes in Aktien oder Aktienfonds in Frage.
Die KESt hat derzeit den "Vorteil", dass es sich um eine Endbesteuerung handelt. So heisst es offiziell. Wenn man zwischen den Zeilen liest, bemerkt man, dass man trotz der Endbesteuerung eine eventuell anfallende "Schenkungssteuer" zu entrichten hätte. Als endbesteuerte versteht man in Österreich bizarrerweise das wegfallen der Einkommensteuer (ESt) und Erbschaftssteuer.
Dass viele Deutsche ihr schwerverdientes Geld in Österreich parken ist Tatsache. In Oberösterreich und Salzburg - vor allem in den Grenznahen Gebieten gibt es schon lange die "ersten" Spezialisten, die sich mit den Millionen, oder dem schwer erspartem, der Deutschen beschäftigen. Das ist eine unglaubliche Nische - die den Banken wirklich Satte Gewinnmöglichkeiten geben.
Zu den Abkommen mit "Felix Austia": Österreich hat - im Vergleich zu anderen EU Mitgliedern nach wie vor ein sehr gutes und sicheres BWG (Bankwesengesetz), das unter anderem das Bankgeheimnis regelt. Anhand "diverser Abkommen" wird hier es hier schwer sein etwas zu erreichen - ich möchte hier nur die Abschaffung der anonymen Spareinlagen erwähnen - da gab es in Österreich ja fast eine Aufruhr!
Andererseits ist aber auch Tatsache, dass man als EU-Mitglied nicht mehr der Herr im Haus ist - aber das ist ja nichts neues. Und genau darum beneide ich beispielsweise die Schweizer - die schaffen es immer wieder, besser und klüger zu sein als alle anderen (auf diesem Sektor zumindest). Gruß an warlord, den glücklichen ;)
warlord:
--- Zitat von: Chucky am Februar 12, 2006, 07:01:57 ---Und genau darum beneide ich beispielsweise die Schweizer - die schaffen es immer wieder, besser und klüger zu sein als alle anderen (auf diesem Sektor zumindest). Gruß an warlord, den glücklichen ;)
--- Ende Zitat ---
Wir haben uns dadurch aber halt auch ein nicht so positives Image als "Schmarotzer und Rosinenpicker" geschaffen. Das dürfte mitunter auch wieder gewisse negative Auwirkungen haben. (Nicht dass ich persönlich den bisher von der Schweiz eingeschlagenen Weg schlecht finde. Ich bin froh, sind wir nicht in der EU. Aber es hat halt alles auch seine Kehrseite.)
MacFlieger:
--- Zitat von: Florian am Februar 11, 2006, 23:32:06 ---So misstraut der Bürger dem Staat und der Staat seinen Bürgern.
(Und ja, ich weiß, daß die Kontenabfrage nicht auf Anhieb einen Blick auf den Kontostand erlaubt, aber 1-2-3, führt eins zum anderen.)
--- Ende Zitat ---
Das kommt schon noch, keine Sorge.
Wie Du ja auch weiter oben schriebst, kommen die Begehrlichkeiten von nicht-staatlichen Gruppen auf gesammelte Daten oder Datenschnittstellen ganz sicher. Und wer hat denn schon was zu verbergen? :-X
Zitat des GVU-Chefs: "Wir sind das kleine BKA für Urheberrechtsverletzungen." Die verstehen sich jetzt schon als staatliche Behörde mit entsprechenden Rechten...
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