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Medienkritik

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MacFlieger:
Was mich bei der ganzen Sache irritiert:
Sind mit dem "Verbot" von Fakenews auch Fakenews der Regierung oder anderen Parteien bzw. Organisationen oder Zeitungen gemeint?

fränk:
Das habe ich mich auch gefragt.

Ich gehe davon aus, dass sich alle Parteien für die kommenden Wahlen rüsten. Die werden an ihre Online-Taktik basteln und das entsprechenden Personal dazu rekrutieren.

Und was sollen die dann in die Socialmedias posten? Wahrheiten doch wohl eher nicht.

Florian:
Glasklar erfundene Geschichten, die sich leicht identifizieren lassen, sind Fake News.
Nebelkerzengeschwängerte Regierungsabluft mit Spuren von Realität, sind Wahlkampf.


Noch leben wir nicht im Trump-Land, wo Politiker einfach mal irgendetwas behaupten. Und wenn man es dann doch tut, wird einem das sehr schaden.

Das verhindert natürlich nicht, dass Gesetze, die angeblich etwas total ausschließen sollen, genau das nicht tun.
Oder gar das Gegenteil vom angeblich Gewollten.

Darüber berichtet dann die seriöse Presse, die den Regierungen auf die Finger schaut. Und nicht beklatscht oder verteufelt.

Generell sollten Facebook, Twitter usw. sich erst mal um die üblen Hetzkampagnen, absurd vulgären Beleidigungen und Drohungen kümmern, denen viele Leute ausgesetzt sind, umso mehr wenn sie sich gesellschaftlich engagieren.
Die Fake News werden doch in der Regel schnell enttarnt, auch der Fall Lisa. Da waren auch nicht „die Russlanddeutschen“ demonstrieren, sondern nur ein paar Hundert hier und da.
Fällt mir gerade ein, weil das ziemlich genau ein Jahr her ist und ja die Diskussion um fremde Einflussnahme entfachte.

MacFlieger:

--- Zitat von: Florian am Januar 16, 2017, 18:57:49 ---Glasklar erfundene Geschichten, die sich leicht identifizieren lassen, sind Fake News.
Nebelkerzengeschwängerte Regierungsabluft mit Spuren von Realität, sind Wahlkampf.
--- Ende Zitat ---

Wenn die Definition so scharf ist, dann verstehe ich die Aufregung um die Fakenews nicht. "Glasklar erfundene Geschichten, die sich leicht identifizieren lassen" gab bzw. gibt es vielleicht eine Handvoll in den letzten Jahren oder ich bekomme die nicht mit.
Was mir immer wieder auffällt, sind Unwahrheiten (manchmal möchte ich sie auch Lügen nennen), die auch von den großen Parteien und Konzernen/Verbänden geäußert werden, die ich nur deshalb erkenne, weil ich mich mit dem Gebiet beschäftigt habe. Da so etwas nicht leicht zu identifizieren ist, fällt das also nicht nur Fakenews. OK. Und meist werden diese Unwahrheiten auch schön verklausuliert formuliert, damit man nicht so drauf festgelegt werden kann. Wobei gerade diese Äußerungen, die viel häufiger als die "echten" Fakenews sind, wesentlich mehr Wirkung zeigen.

Ich habe das Gefühl, dass der Begriff "Fakenews" relativ einseitig ausgelegt werden soll.


--- Zitat ---Noch leben wir nicht im Trump-Land, wo Politiker einfach mal irgendetwas behaupten. Und wenn man es dann doch tut, wird einem das sehr schaden.

--- Ende Zitat ---

Nun, Trump mag noch eine Steigerung sein, OK. Aber geschadet haben nachweislich falsche Aussagen noch den wenigsten Leuten. Oder welchen Schaden hat von der Leyen davon getragen, nachdem sie behauptet hatte, dass in Indien Kinderpornographie nicht verboten wäre? Diese Behauptung finde ich schon ziemlich weit in Richtung Trump.


--- Zitat ---Darüber berichtet dann die seriöse Presse, die den Regierungen auf die Finger schaut. Und nicht beklatscht oder verteufelt.
--- Ende Zitat ---

Ich weiß nicht...
Ich habe nicht den Eindruck, dass den Regierenden bei vielen Aussagen arg auf die Finger geschaut wird. Die Aussagen werden meist einfach wieder gegeben und nicht weiter hinterfragt. Kritisches Nachhaken fehlt meist oder führt maximal zu einer Nachfrage, spätestens danach ist Aussitzen eine geeignete Methode weiteres Nachfragen zu vermeiden.

radneuerfinder:
http://www.sueddeutsche.de/medien/medien-us-zeitungen-ruesten-gegen-trump-auf-1.3334128

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