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Apple nach Steve Jobs

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MacFlieger:
Sorry, aber ich finde den Artikel billig, polemisch und absolut albern. Schon die Einleitung "Seit 20 Jahren betet unser Autor die Produkte von Apple an." ist absolut lächerlich und nicht ernst zu nehmen. Und in dem Stil geht es dann weiter.

Der Text ist nur dazu da, um zu provozieren und damit Leser/Klickraten zu produzieren.
Unterste Schublade.

fränk:

--- Zitat von: MacFlieger am Dezember 17, 2012, 09:00:34 ---Der Text ist nur dazu da, um zu provozieren und damit Leser/Klickraten zu produzieren.

--- Ende Zitat ---

Nicht nur.
Der will natürlich provozieren, alles richtig.

Ich kann aber das Verhältnis, was der Autor zu Apple hat, früher und heute, verstehen.
Mir geht es ähnlich.

Für mich war Jobs nie ein Held, Visionär nur wenn es ums rücksichtslose Geld verdienen ging. Er war mir schon immer unsympathisch, genau so wie der Hype um die Marke (ich meine den Hype, den immer alle, die ihm verfallen sind abstreiten ;)).

Das erste, was ich an jedem neuen iPod ausgetauscht habe, waren die weißen Ohrhörer. Neben einer besseren Passform und einem besseren Klang, war es für mich ebenso wichtig, nicht als „Apple-Jünger“ erkannt zu werden.

Ich fremschäme mich für Apple.

Apple tritt tatsächlich sektenartig und überheblich auf.
Erst letzte Woche hat sich mein Neffe bei einem Reseller wieder anhören müssen, dass sie wegen eines defekten Netzteils nichts machen können, weil Apple nur  drei Monate Garantie gibt.
Das ist zwar falsch, aber Apple versucht ja den Leuten den gleichen Mist zu erzählen und die Jünger plappern es nach.

Das alles macht Apple für unsympathisch und ich kann den Autor in der Süddeutschen folgen.



warlord:
Ich bin etwas gespalten. Streckenweise haben sich mir auch die Nackenhaare gesträubt und ich fand ihn ähnlich arrogant und vermeintlich "moralisch überlegen", wie er es Apple und seinen Jüngern (zu Recht) vorwirft.

Aber in vielem hat er natürlich absolut Recht. Dass sich der Fokus der Firma im Laufe der Jahre von "möglichst benutzerfreundliche, hübsche Rechner herstellen (und damit natürlich auch Geld verdienen)" zu "mit möglichst viel Show möglichst viel Geld verdienen" hin entwickelt hat, lässt sich schwerlich bestreiten. Das hat nicht nur mit meinem zugegebenermassen etwas vorhandenen bias zugunsten von Underdogs und zulasten von Marktführern zu tun.


--- Zitat von: fränk am Dezember 17, 2012, 09:21:19 ---Ich kann aber das Verhältnis, was der Autor zu Apple hat, früher und heute, verstehen.
Mir geht es ähnlich.

Für mich war Jobs nie ein Held, Visionär nur wenn es ums rücksichtslose Geld verdienen ging. Er war mir schon immer unsympathisch, genau so wie der Hype um die Marke (ich meine den Hype, den immer alle, die ihm verfallen sind abstreiten ;)).
--- Ende Zitat ---

Dem schliesse ich mich jedenfalls an. Mir war Jobs auch nie sympathisch und ich habe den Hype um seine Person auch nie verstanden. Ich bin gerade unlängst wieder über jenes berühmte alte Bild von Woz und Jobs mit dem Apple 1 gestolpert, das z.B. hier zu sehen ist. Und ich habe gefunden, es hätte irgendwie schon damals sehr viel verraten. Auf der einen Seite der kauzige Geek, dem es um das coole Teil da auf dem Tisch geht (das wohl zu mindestens 95 % er zu verantworten hat) und auf der anderen Seite der eitle Egomane, dem das Teil da auf dem Tisch eigentlich egal ist. Effektiv geht es um ihn.

Was mich aber eigentlich noch fast mehr ärgert, als die Arroganz Apples, ist der Umstand, dass die Firma erst mit dieser Attitüde erfolgreich geworden ist. Und das kann man immerhin nicht Apple vorwerfen. Das muss man der Menschheit an sich vorwerfen, oder zumindest dem konsumierenden Teil davon. Zu dem ich mich natürlich auch zählen muss.

Florian:
Ich habe den Artikel schon im Print ignoriert, er zierte die Titelseite der Wochenendbeilage der SZ, wo seit mindestens 20 Jahren immer wieder mal viel Meinung und wenig Ahnung zusammen kommen. Nicht generell, aber doch gerne mal.

Generell ist doch klar, was hier gespielt wird. Heute hui, morgen pfui. Und Apple zieht eben, weil es eben schon Emotionen weckt, mehr als andere Marken. 

Eines will ich aber doch mal los werden, wenn der Thread schon „Nach Steve Jobs“ heißt. Apple verhält sich in Sachen Umweltschutz und Arbeiterrechte mittlerweile besser als alle anderen großen Technologieunternehmen. Cook hat sich auch mehrfach öffentlich dazu bekannt, dass hier viel verbessert werden muss und Apple das seine tut und weiter tun wird.
Das sie genau da immer massiv kritisiert werden, ist einfach verlogen. Dann kann man gar kein Handy kaufen. Und schon gar nicht von einem mit der südkoreanischen Politik „integrierten“ Mischkonzern-Moloch wie Samsung.

Man verdoppelt jetzt auch Spenden der Mitarbeiter, sofern diese sie angeben.

In der Kommunikation hat man sich auch etwas verbessert und man hat den Steve-ianer Forstall aus dem Management verbannt.
Das Jobs auch ein Egomane war, wissen wir doch seit vielen Jahren.

Das Unternehmen wird doch eher sympathischer als umgekehrt. Die Kultisten, ja die gibt es auch, tun sich mit einer gewissen Normalisierung natürlich schwer.

fränk:

--- Zitat von: Florian am Dezember 17, 2012, 21:20:21 ---Apple verhält sich in Sachen Umweltschutz und Arbeiterrechte mittlerweile besser als alle anderen großen Technologieunternehmen. Cook hat sich auch mehrfach öffentlich dazu bekannt, dass hier viel verbessert werden muss und Apple das seine tut und weiter tun wird.
Das sie genau da immer massiv kritisiert werden, ist einfach verlogen. Dann kann man gar kein Handy kaufen. Und schon gar nicht von einem mit der südkoreanischen Politik „integrierten“ Mischkonzern-Moloch wie Samsung.

--- Ende Zitat ---

Warum ist es „verlogen“, wenn Apple für Dinge kritisiert wird, die andere Konzerne ebenfalls falsch machen?
Wenn ich seit Jahren Dells oder Nokias nutzen würde, dann würde mich das falsche Verhalten von Dell oder Nokia auch mehr nerven, als das von Siemens oder Apple.

Und egal ob Cook von Apple oder Müller von Samsung irgend etwas von „Verbesserungen im Umweltschutz oder bei Arbeitgeberrechten“ erzählen, ist damit nur gemeint, den Mist besser zu verkaufen und ansonsten Umsatz und Gewinn demnächst bitte schneller zu steigern als bisher. Umweltschutz und Arbeitnehmerrechte sind etwas für die Öffentlichkeitsarbeit und sollen bitte aus der Produktion gehalten werden.

Mir ist Apple auch nicht unsympathisch, weil sie Menschen evtl. effektiver ausbeuten als andere, Apple gibt ein Gesamtbild ab, was mir einfach nicht gefällt.
Und wenn mir das nur auffällt, weil mehr Neider Geschichten zu Apple verfassen, dann ist's halt so. Die Jünger im AppleStore und die Deppen die drei Tage vor einem neuen iPhone dort zelten, bleiben peinlich.

Was im Moment noch bliebt, ist die schönste Hardware, für meine Bedürfnisse wahrscheinlich sogar die beste.

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