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SMART-Status
radneuerfinder:
Hinweis von Florian:
Dieser Thread dreht sich um den SMART-Status von Festplatten und stammt ursprünglich aus der Diskussion zum Betriebshandbuch Systempflege
Bei manchen Einträgen erscheine ich als Autor, in Wirklichkeit sind sie Teil eines Beitrags anderer gewesen. Das wird dann angegeben.
--- Zitat von: Florian am Dezember 01, 2005, 18:59:16 ---Es ist nicht die Frage, ob eine Festplatte den Geist aufgeben wird, sondern nur wann. Habe deßhalb immer ein Auge auf sie!
--- Ende Zitat ---
Ich habe das so ein bißchen an SMARTReporter delegiert und hoffe, er hält was er verspricht: "warn you of ATA hard-drive failures before they actually happen!"
Florian:
--- Zitat von: radneuerfinder am Dezember 01, 2005, 23:45:04 ---Ich habe das so ein bißchen an SMARTReporter delegiert und hoffe, er hält was er verspricht: "warn you of ATA hard-drive failures before they actually happen!"
--- Ende Zitat ---
Der SMARTReporter nimmt einem "nur" den Blick ins FPDP ab. Es gilt also auch hier: Wenn der Alarm blinkt, ist es womöglich schon zu spät. Denn der Smart-Status ist keine Frühwarnung - so zumindest habe ich's gelernt.
Trotzdem ein hilfreiches Tool. Schaue mal, ob ich's einbaue (bin gerade zu müde :)). Danke!
mbs:
--- Zitat ---Es gibt aber auch wie von mir erwähnt eine Software, die alle vom Laufwerk gespeicherten Daten komplett ausgibt, mit aktuellem Wert und Grenzwert. Klar, je nach Laufwerk und Hersteller werden unterschiedliche Daten ausgegeben.
--- Ende Zitat ---
Ja, das ist richtig. Das sind die so genannten S.M.A.R.T.-Attribute, aus denen der Diagnoseprozessor den S.M.A.R.T.-Status errechnet. Für jedes Attribut wird in der Platte der aktuelle Wert, der bisher in der Lebensdauer der Platte aufgetretene "schlechteste" Wert und der vom Hersteller vorgegebene "kritische" Wert gespeichert.
Überschreitet bei einem Attribut der aktuelle oder schlechteste Wert den kritischen Wert, dann geht's mit der Platte bergab... :)
Die Ausgabe der SMART-Attribute ist in Mac OS X nur vorgesehen, wenn man einen Xserve hat und Mac OS X Server einsetzt. Ansonsten ist das nur mit Zusatzsoftware möglich. Für die Kommandozeile gibt's kostenlos die "smartmontools", alles andere ist meines Wissens kostenpflichtig.
Ich habe selbst auch so ein Programm (für bestimmte Plattentypen) geschrieben, werde es aber nicht veröffentlichen, da ich sonst die nächste Jahren nur noch damit beschäftigt sein würde, die (oft undokumentierten) SMART-Attribute für alle Festplattenmodelle dieser Welt zu erfassen. :D
Florian:
Daraufhin schrieb Macflieger
--- Zitat von: Florian am Dezember 02, 2005, 00:06:16 ---Der SMARTReporter nimmt einem "nur" den Blick ins FPDP ab. Es gilt also auch hier: Wenn der Alarm blinkt, ist es womöglich schon zu spät.
--- Ende Zitat ---
Nicht nur womöglich. Beide Tools zeigen nur einen fehlerhaften SMART-Report an, wenn der erste Fehler bereits aufgetreten ist!
Es gibt auch ein Kommandozeilentool, welches den SMART-Report der Festplatte direkt ausliest, da werden dann viele verschiedene Analysefaktoren angegeben mit aktuellem Wert und Grenzwert. Da kann man dann schön sehen, wenn einer der Faktoren (z.B. Anzahl der noch freien Reservesektoren) langsam gegen den Grenzwerrt gehen und entsprechend reagieren, bevor(!) der erste Fehler auftaucht. Hatte ich damals ionas empfohlen, weil ihm ja mehrere Platten abgeraucht waren und er aus panischer Angst auf ein noch unsichereres Software-RAID setzte. Nachteil an diesem Tool: Ich erinnere mich aktuell nicht an den Namen, zwecks Download, und es war auch für mich kompliziert zu installieren. Für einen Normalanwender ohne Kenntnis des Terminals unmöglich.
Florian:
Daraufhin schrieb mbs:
Zu der SMART-Frage: SMART hat ursprünglich nichts mit Software zu tun, sondern ist eine reine Hardware-Technik, die seit etwa 1992 von den Festplattenherstellern eingeführt wurde. S.M.A.R.T. funktioniert so, dass auf dem Plattencontroller (seit ca. 1987 die Platine, die direkt auf dem Laufwerk sitzt) sich eine zusätzliche Diagnoseeinheit befindet, die statistische Daten über die Platte sammelt und dauerhaft speichert. Zu diesen beobachteten Daten zählt die Betriebsdauer, die Umgebungstemperatur, die Anzahl der Ein-/Ausschaltvorgänge, aber auch die Anzahl der aufgelaufenen Lese- und Schreibfehler, die verbrauchten Reservesektoren und vieles andere mehr. Welche Daten es genau sind, ist nicht genormt, und hängt vom jeweiligen Plattenhersteller und -modell ab.
Aus diesen statistischen Daten berechnet die Diagnoseeinheit einen kumulierten Schätzwert, der aussagt, ob die Platte die nähere Zukunft noch heil überleben wird, oder ob sie bald ihre Lebensdauer überschritten hat. Es handelt sich nur um einen einzigen ja/nein-Wert, der entweder sagt, "sieht noch gut aus" oder "Platte sollte so schnell wie möglich ausgetauscht werden".
Dieser Wert wird "S.M.A.R.T.-Status" genannt und man kann ihn mit verschiedenen Programmen abrufen. Diese Programme "machen" in Wirklichkeit überhaupt nichts, außer jeder Platte den Befehl zu schicken "gib mir deinen aktuellen S.M.A.R.T.-Wert", und dann wird der Wert angezeigt. Mac OS X enthält ab Jaguar bereits eingebaute Programme, den SMART-Status anzuzeigen, und zwar das Festplatten-Dienstprogramm und das Programm "diskutil" für die Kommandozeile.
Also: der SMART-Status ist tatsächlich als Frühwarnung gedacht. Dafür wurde der ganze Aufwand mit dem Diagnoseprozessor auf der Platte überhaupt entwickelt. Aber: Da der Status aus statistischen Daten berechnet wird, die sich normalerweise nicht abrupt ändern, ist es nicht sinnvoll, sich den Status ständig anzeigen zu lassen. Ob man SMARTreporter braucht, halte ich deshalb für fraglich, muss aber jeder selbst wissen.
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