ausblenden > Talk

Deutsche Energiepolitik - Laufzeitverlängerung etc.

<< < (10/12) > >>

Florian:
Fakt ist:
Durch die Laufzeitverlängerungen machen die vier Konzerne fetten Reibach. Das der Bund mitverdient stimmt. Trotzdem ist es ein Geschenk, denn die Gesetzeslage sah ja vorher beziehungsweise sieht noch anders aus.

Wie immer man Atomkraftwerke beurteilt, ich denke man kann sich hineindenken in die Gegner: Sieht man den Atommüll als großes Problem, wird es durch die Laufzeitverlängerung noch größer. Zu sagen das sei nur Ideologie negiert das Problem.

Ja, die Rücklagen sind nicht steuerfrei im Sinne das niemals Steuern anfallen, ich habe verkürzt - von mir aus auch falsch dargestellt. Aber durch den verschobenen Rückbau der Reaktoren kann das Vermögen noch deutlich länger für die Konzerne arbeiten. Das ist ein klarer Kostenvorteil.
Zudem können sie eben fast damit machen, was sie wollen. Und inwiefern die Höhe angemessen ist, gehen die Meinungen auch auseinander. Es hatten ja z.B. drei Stadtwerke wegen angeblicher verbotener Staatsbeihilfe geklagt, aber die EU sah sich nicht zuständig. Da fehlte es wohl am Wirtschaftsunterricht?

Warum wird krampfhaft an Gorleben festgehalten? Vielleicht weil die Stromkonzerne für neu erschlossene Standorten selber blechen müssten?


Das Grundlast-Argument scheint ja mittlerweile heiß umstritten. Ich kann nur Infos zitieren, die ihr sicher auch schon im TV gesehen habt oder in den Zeitungen etc.. Es wird oft behauptet unflexible Großkraftwerke wie AKWs und Kohle vertrügen sich wegen der starken Fluktuation der Windergieproduktion nicht mit einer massiven Energiewende. Und das die LaufZV so also diese ja auch von der Regierung gewollten Wende - glaubt man den Erkärungen - eher ausbremsen würde.

Ebenso gehen die Meinungen über das Potential der Erneuerbaren auseinander.

Mir ist klar das auch die Hersteller von Turbinen und Solarzellen eine starke Lobby haben und die Atomgegner sowieso.
Die Atomkonzerne aber auch und sie argumentieren für sich, nicht für die reine Wahrheit.

So eindeutig ist die Sache also sicher nicht.

Florian:
Und hier noch Neues vom „Forschungsendlager“:
http://www.sueddeutsche.de/politik/marodes-atomlager-in-niedersachsen-unterschaetzte-gefahr-1.998556

Da braucht man sich doch nicht wundern, wenn der Atomindustrie und der Regierung null Vertrauen entgegen gebracht wird und das bei so wichtigen Fragen. Ein unguter Cocktail.

MacFlieger:
@Terrania:
Da habe ich dann den Begriff "Rückstellung" wohl nicht steuerrechtlich korrekt verwendet.
Aber ich denke, es ist klar, dass ich mit "Rückstellung" nicht das meinte, was steuerrechtlich darunter verstanden wird. Mein Vorschlag war, das Geld eben in einem Topf zu sammeln, auf den die einzelnen Firmen eben nicht mehr zugreifen können und der sich unabhängig von den Firmen und Staaten, die über lange Zeiträume gesehen ja kommen und gehen, darum kümmert.
Das diese Zahlungen, wenn sie nicht auf den Strompreis aufgeschlagen werden, dann gewinnschmälernd und somit steuermindernd wirken, ist völlig korrekt. Denn dann wären das ganz normale Ausgaben wie auch der Rohstoffeinkauf usw.
Das Geld dürfte nur nicht wie bei einer echten Rückstellung in der Firma bleiben.

Aber ich denke, die Positionen hier sind klar, die Meinungen ausgetauscht und nur noch Wiederholungen möglich. Wenn es keine neuen interessanten Fakten gibt, bin ich raus.

Florian:
Ob Professor Werner Doralt Ahnung genug hat? Er sah in diesem Zeit-Artikel riesige Vorteile für die AKW-Betreiber durch die Rückstellungen. Klar, ein Österricher halt:
http://www.zeit.de/1998/03/Strahlende_Schmarotzer
(Von 1998)

In der Schweiz werden die Rückstellungen ja offensichtlich in einen Fond eingezahlt, auf den die AKW-Betreiber zwischenzeitig keinen Zugriff haben. Deutschland und Frankreich machen das anders, und so steht der Verdacht im Raum das die Mittel Verwendung finden um Konkurrenten aufzukaufen oder das Geschäft zu diversifizieren wie ja massiv geschehen.
Das Modell in der Schweiz sieht anscheinend so aus:
http://kernenergie.ch/de/entsorgungs-stilllegungsfonds.html

Jochen:
Zum Thema:

Wind für Segelboote und Fahnen war vorhanden.
Die Windräder im Hintergrund drehten sich während 4 Wochen Urlaub meist nicht.

Jochen

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Antwort

Zur normalen Ansicht wechseln