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Bankenkrise

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warlord:

--- Zitat von: radneuerfinder am April 25, 2009, 15:32:41 ---"Kein Markt hat sich je selbst reguliert", Anton Brender, Chefökonom bei Dexia Asset Management:
http://www.nzz.ch/finanzen/nachrichten/die_zaehmung_des_globalen_finanzmarktes_1.2456109.html

--- Ende Zitat ---

Das Zitat war ja ohnehin schon etwas aus dem Zusammenhang gerissen. Die gleiche Zeitung brachte gestern einen Beitrag von Anthony de Jasay, der als Replik auf Deine Zuspitzung taugt:
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/was_bei_der_jagd_auf_die_freie_marktwirtschaft_zu_bedenken_waere_1.2479732.html

radneuerfinder:
Augenfällig finde ich, daß die billionenschwere Panne in WirtschaftsBereichen passiert ist, in denen De-Regulierung gefordert und umgesetzt wurde, bzw. Regeln gar nicht erst eingeführt waren. Und daß diese Schäden jetzt vom Staat reguliert werden.

Die Fragen, die mich aktuell interessieren:
Haben die fehlenden (staatlichen) Leitplanken der Gier zu zu großem - im Ende insgesamt durchschlagend schädlichen - Erfolg verholfen?
oder
Hat die - dank Liberalisierung hervorgerufene und gewünschte - Beschleunigung bestimmter Märkte einen Webfehlers der freien Marktwirtschaft heutiger Prägung aufgezeigt, der ohne Turbo ebenfalls auftreten würde - nur später?
(Ein Webfehler könnte zum Beispiel die, von Jochen und mir verlinkten, Problematik des ZinsesZins sein.)

Florian:
Tja.
Historisch gesehen wurde das Wachstum stets ausgebremst, ob es nun geplatzte Blasen waren wie jetzt, oder eben Hungersnöte, Kriege, die Pest…
Diese „Regulatoren“ haben wir ja jetzt schon länger nicht mehr, vielleicht hat sich deshalb das Kapital so stark angesammelt und sind dessen Eigner deshalb so risikobereit? Zumindest die Börsen erleben ja viel häufiger Turbulenzen als früher. 

Freie Marktwirschaft kann ich übrigens in Deutschland nicht recht erkennen… bei den Banken anscheinend, aber in der „realen Wirtschaft“ lebt man alles andere als schrankenlos. Das ist ja auch eine Diskrepanz, die Magen säuert.

Aber generell glaube ich schon, dass es ab und zu mal Bumm macht und auch Werte vernichtet werden, werden müssen und das dies in der Logik des Systems liegt. Erscheint mir irgendwo unausweichlich.

warlord:

--- Zitat von: radneuerfinder am Mai 01, 2009, 13:21:56 ---Augenfällig finde ich, daß die billionenschwere Panne in WirtschaftsBereichen passiert ist, in denen De-Regulierung gefordert und umgesetzt wurde, bzw. Regeln gar nicht erst eingeführt waren. Und daß diese Schäden jetzt vom Staat reguliert werden.
--- Ende Zitat ---


--- Zitat ---Haben die fehlenden (staatlichen) Leitplanken der Gier zu zu großem - im Ende insgesamt durchschlagend schädlichen - Erfolg verholfen?
--- Ende Zitat ---

Ist das so? Haben nicht gerade auch (keineswegs fehlende) staatliche Interventionen und Absicherungen jene Anreizsysteme mit geschaffen, welche die Blase so gross werden liessen?  

Gier liegt in der Natur des Menschen. Durch auf die Schnauze fallen wird sie immer mal wieder etwas gezügelt. Je mehr man absichert und auf die Schnauze fallen verhindert, umso stärker killt man den intrinsischen natürlichen Feind der Gier, die Vorsicht. Und umso stärkere Auswüchse der Gier ermöglicht man.
Ich bin da eher auf de Jasays Seite. Gier vor allem mit staatlichen Regulierungen bekämpfen zu wollen ist naiv und funktioniert nicht. Man legt damit nur den Grundstein für die nächste, noch grössere Blase und, bei deren Platzen, die nächste, noch grössere Krise.

Chucky:
Interessanter Artikel in der FAZ vom 3. Mai.

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