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Re: Bankenkrise
Antwort #165: März 05, 2009, 19:21:59
Irgendwie scheint mir der Herr Lehmann auch nicht gerade sattelfest.

Ich sehe Herrn Lehmann eigentlich sehr gerne.
Aber er ist doch auch nur ein schmarotzendes Geschwür am Aktienmarkt.
Er kann immer schön erklären warum etwas gewesen war. In die andere Richtung bekommt er es nicht so gut hin.

Aber mit dem Aktien seine Kohle zu verdienen, unabhängig davon, was mit den Kursen passiert oder ob man Aktien selber besitzt oder nicht, ist auch eine saubere Leistung.
Re: Bankenkrise
Antwort #166: März 19, 2009, 23:51:30
Vertrauen in das Bankensystem bringen, indem man 1 Billion $ auf die Straße kippt?  ???

Florian

  • Defender of the Crown
Re: Bankenkrise
Antwort #167: März 20, 2009, 00:11:31
Ist das Geld nix mehr wert, wird es auch wieder verliehen, ist doch logisch! Und Inflation ist ja auch 'ne schöne Sache, wenn man so viele Schulden hat.
:-X

Also, mir wird jetzt doch allmählich etwas mulmig. Hier entsteht doch gerade das Potential für den nächsten, noch viel größeren Knall. Bitte um beruhigenden Widerspruch!
Re: Bankenkrise
Antwort #168: März 20, 2009, 00:15:31
Leider auch von mir kein Widerspruch!

Guter Artikel


Da ist aber wohl ein Print-Dokument verlinkt. Hier der Link zur Seite "offiziellen" Seite  ;)

Auch lesenswert:
Die Angst vor Deflation und Inflation
_______
«Das Internet? Gibt's diesen Blödsinn immer noch?»  (Homer Simpson)
Re: Bankenkrise
Antwort #169: März 22, 2009, 23:07:37
USA:
Das Finanzministerium will Investmentfirmen anheuern, die glauben, dass sich der Preis der Wertpapiere in den nächsten Jahren erholt. Für jeden Dollar, den die Privatinvestoren einsetzen, will die Regierung einen Dollar dazugeben. Mögliche Gewinne und Verluste sollen geteilt werden.
http://www.sueddeutsche.de/,ra9m1/finanzen/966/462582/text/

Bei mir kommt an: "der Motor hat einen plötzlichen, deutlichen Leistungsabfall - die Lösung, wir geben kräftig Gas." FehlerAnalyse oder MotorReparatur sind kein Thema.

Blick ichs nicht, oder ist das tatsächlich so?

Florian

  • Defender of the Crown
Re: Bankenkrise
Antwort #170: März 22, 2009, 23:35:12
Ne, Du hast recht. Man tut so, als wäre eigentlich alles okay, jedenfalls grundsätzlich und in noch größerem Massstab als bisher sozialisiert man die Risiken.
Es werden ja auch Schrottpapiere aufgekauft, 85% darf der Steuerzahler (von morgen) stemmen.

In den USA sind die Leute auch allmählich entsetzt, sieht es doch ganz so aus, als gehöre auch diese Regierung den Multis und nicht ihnen.

Auch Paul Krugman von der NY Times verzweifelt.

Ich dachte ja eigentlich, die USA fänden schon einen Weg aus der Krise, aber Überschuldung mit immer neuen Schulden und Gelddrucken lösen, das dürfte nicht funktionieren.

Nun bin ich kein Hellseher oder gar Prophet des Untergangs, aber wenn nicht mal jetzt der Wille da ist, etwas zu ändern, wann dann? Noch besteht ja wenigstens die Chance auf strengere Regeln, aber auch der Glaube daran wird strapaziert.
Vielleicht kann der „Change“ doch nur von unten kommen?
« Letzte Änderung: März 22, 2009, 23:41:33 von Florian »
Re: Bankenkrise
Antwort #171: März 23, 2009, 02:16:52
Viel habe ich, wie schon geschrieben, nicht gefunden um als Laie die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten der (Welt)Wirtschaft zu verstehen. Zwei Sachen fand ich aber unmittelbar einleuchtend.

1. Wenn Geld verzinst angelegt wird, braucht es jemanden der Geld - gegen Zinsen - ausleiht. Volkswirtschaftlich gesehen, ist die Summe aller Geldanlagen und aller Kredite ausgewogen.

2. Der bei Geldanlagen gebräuchliche ZinsesZins generiert ein exponentielles Wachstum.

Schön illustriert das die Geschichte vom Josephspfennig. Joseph zahlt zu Christi Geburt 0,01 € auf ein Festgeldkonto. Er bekommt einen Zinsatz von 5 %, da er das Geld langfristig auf 2000 Jahre anlegt. Nach 2000 Jahren ergeben sich, allein aus Zins und Zinseszins 23911022046137555112359856380294423642112,00 €. Wenn man von einem, ungefähr aktuellen, Goldpreis von 20000 € pro Kilo ausgeht, entspräche diese Summe ungefähr 1,2 x 1033 Tonnen Gold. Zum Vergleich, die Erde wiegt 6 x 1024 Tonnen. :o 

Der ZinsesZins kommt also irgendwann an Grenzen.

Wenn ich die Grenze bei der Verzehnfachung des ursprünglichen Kapitals annehme, komme ich nach der Zinsformel für 5 % Zinsen nach 48 Jahren an diese Grenze. Bei den schon mal gerne geforderten 20 %, dann meist als "Eigenkapitalrendite" verkleideten, Zinsen sind es nur 13 Jahre.


Soweit die Theorie. Wo aber liegen die realen Grenzen? Wo stehen wir im Moment? Zumindest für die Vergangenheit, mit ihren Währungsumstellungen, Inflationen, etc. müßten sich doch einige Angaben machen lassen. Habe mir sagen lassen, die Wirtschaftswissenschaften machen gerne quantitative Angaben anhand von Rechenmodellen. Warum finde ich nix im WWW?


Kann es sein, daß die Politik gerade mit viel Geld versucht eine ExponientialKurve am Leben zu erhalten?
Re: Bankenkrise
Antwort #172: März 23, 2009, 05:28:30
Kann es sein, daß die Politik gerade mit viel Geld versucht eine ExponientialKurve am Leben zu erhalten?

Sehe ich ähnlich. Siehe auch:

Konjunktur(zyklus)

Kondratjew-Zyklus

Elliott-Wellen

Soweit ist deine Theorie also nicht hergeholt.
Re: Bankenkrise
Antwort #173: März 28, 2009, 14:49:52
Re: Bankenkrise
Antwort #174: April 05, 2009, 00:05:37
Warum steht in der Zeitung nur so wenig:
http://www.sueddeutsche.de/,tt7m1/finanzen/432/464036/text/
Etwas genauer hätt's schon sein dürfen, bitteschön.
Re: Bankenkrise
Antwort #175: April 06, 2009, 14:59:44
"Ein erweitertes Financial Stability Forum soll es in Zukunft vor allem richten. Das ist die Institution, die nach der asiatischen Finanzkrise vor zehn Jahren gegründet wurde, um die Finanzmärkte zu überwachen und vor drohenden Gefahren zu warnen. Was heute nur den Schluss zulässt, dass keine Institution mehr versagt hat als dieses Financial Stability Forum. Na dann, auf ein Neues.":
http://www.sueddeutsche.de/,tt5m1/wirtschaft/556/464158/text/
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/118/427873/text/print.html
Re: Bankenkrise
Antwort #176: April 06, 2009, 15:08:32
"Ein erweitertes Financial Stability Forum soll es in Zukunft vor allem richten.


Wenn man meint Fachleute oder Politiker könnten das Ungeheuer bändigen, sollte das mal lesen.

Jochen
_______
Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.
Re: Bankenkrise
Antwort #177: April 06, 2009, 22:58:07
...Es droht daher der völlige Verlust des Eigenkapitals. Ich bitte dringend um ein persönliches Gespräch."
SPIEGEL: Wie haben die beiden reagiert?
Marnette: Gar nicht. Ich habe keine Antwort bekommen. Sehen Sie, hier ist ein Ausdruck der SMS. Unten rechts habe ich vermerkt: Keine Reaktion.


Dieser Auszug sagt ja eigentlich alles. Gutes Interview. Mich wundert nur, dass da wirklich viele Namen genannt werden. Das wird einigen gar nicht gefallen. Aber scheinbar ist ja eh schon alles egal und die Verantwortlichen streiten, wie üblich, alles ab. Es ist schon erstaunlich, wie leicht immer alle davonkommen.
_______
«Das Internet? Gibt's diesen Blödsinn immer noch?»  (Homer Simpson)
Re: Bankenkrise
Antwort #178: April 07, 2009, 06:41:19
Das klingt glaubwürdig.
Bei solchen Leuten kann man zwar nie genau sagen, was sie alles inszenieren um gut auszusehen, aber alles was Marnette erzählt, passt wunderbar in mein Bild von Politikern.

Aber wie FOX schon schrieb:
Jetzt können die Cracks mit dem glänzen, was sie wirklich können und was das wichtigste überhaupt in der Politik-Branche ist: Vernebeln, lügen, Seilschaften anzapfen......

Florian

  • Defender of the Crown
Re: Bankenkrise
Antwort #179: April 07, 2009, 17:22:31
Ich glaube halt, so richtig kennt sich doch Niemand mehr aus. Das hinterher es Manche besser wussten, ist auch klar, irgendwann trifft ja Jeder mal ins Schwarze… naja, vielleicht ist auch alles ganz anders.

Aber mal zur Frage: Wie geht es weiter?
Auch da scheint ja alles im Vagen. Aber eine interessante Meldung:
Bridgewater Associates schichtet seinen All-Weather-Fond total (!) auf „immun" (deren Werbung) um, dabei ist der schon seit jeher recht konservativ ausgerichtet. Laut SZ ist das der größte Hedgefond der Welt.Zum Artikel
Der Mix aus normalen Staatsanleihen aus aller Welt, inflationsversicherten Staatspapieren (was es alles gibt…) und etwas Gold sowie einer Versicherung gegen Währungsschwankungen, erhalte die Kaufkraft bei Inflation wie Deflation. Den eigenen Simulationen zufolge hätte dieses Portfolio alle bisherigen Krisen gut überstanden.
Aber warum schichtet man so defensiv um? Die eigenen Modelle zeigen einen massiven Anstieg des „Depressionsindikators“.

Klar, bei diesem Fond steht immer der Erhalt des Vermögens im Vordergrund (nicht so sehr die beste Rendite), entsprechend vorsichtig ist man nun auch. Aber vielleicht lässt man sich ja von deren Verhalten inspirieren? Kaufen kann man den Fond als Otto Normalbürger nämlich scheinbar nicht. 

Wenn man mal etwas über die Berge an Schrottpapieren nachdenkt, könnte man meinen das Unheil steht erst noch bevor. Oder doch nicht? Wo sind die Experten, die jetzt wissen, was morgen geschieht? :) Zumindest ein paar Fakten wären echt nicht schlecht, das interessierte mich mehr als die Schuldfrage.