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Forschungsreise
fränk:
Das mit dem Wetter macht mir auch schon Sorge. (Nicht nur wegen des Weins)
Ich beschäftige mich erst seit ca. einem Jahr mit Wein und habe auch gestaunt, als mir Winzer sagten, der "2003 Jahrhundert Sommer" war für Wein gar nicht so toll.
Nur den besten Winzer ist es gelungen aus diesem Jahrgang einen guten Wein zu machen. Aber selbst diese guten Weine sind sehr oft deutlich weniger lang lagerbar als in "normalen" Jahren.
Florian:
In Österreich (vielleicht auch hier?) wird der Wein teilweise schon künstlich beschattet! Sonst wird er zu schnell reif. Man müsste ihn dann früher ernten, sonst würde er zu süss und schwer bzw. am Ende natürlich gar nichts mehr. Ergebnis ist ein eher langweiliger Wein, der "nichts erlebt hat". Denn jeder Sturm, jeder Regen, jeder Wetterwechsel hinterlässt seine Spuren im Endprodukt.
So zumindest die Theorie. Mir persönlich kann man da allerdings viel erzählen. (Achtung, gefährliches Halbwissen!)
Aber das das Klima sich verändert, steht ja ausser Frage. Würde mich wundern, wenn es auf den Weinbau keine Auswirkungen hätte.
fränk:
Künstliches Beschatten mag es geben.
Es ist auch ein weit verbreiteter Irrtum, zu glauben Wein bräuchte Sonne und Wärme.
Die braucht er zwar auch, aber er benötigt halt auch noch den Rest des Wetters. Deshalb gibt es nur in einem schmalen Gürtel um den 50° Breite, nördlich und südlich des Äquators wirklich gute Bedingungen zum Weinbau.
Australischen, neuseeländischen, kalifornischen .... Wein kann es nur geben, seit dem es die Möglichkeit der künstlichen Kühlung gibt. Sonst würde viel zu schnell Alkohol gebildet und der Geschmack bliebe auf der Strecke.
Es ist also nicht nur Theorie das das Wetter seine positiven Spuren im Wein hinterlässt, sondern "schmeckbare Praxis".
Ein anderes Phänomen sind die Korken. Ich stehe auf "echte" Korken. Die Winzer nicht.
Seit dem die o.g. Weinanbaugebiete den Weltmarkt überschwemmen, (abschreckendes Beispiel "Gallo" aus Kalifornien) gibt es große Probleme mit dem Naturkorken. Der kommt immer noch, fast ausnahmslos, aus Portugal. Weil sich der Bedarf in den letzten Jahren aber verdoppelt hat, ernten die Portugiesen den Kork schon nach der Hälfte der Zeit. Das Ergebnis: Ein grobporigerer Kork, in dem mehr Schädlinge Platz finde, was wiederum die gefürchteten "Korkschmecker" zur Folge hat.
Groß im Kommen sind Glas- und Kunstoffkorken sowie Schraubverschlüsse. Ich finde aber das rituelle Entkorken eines Naturkorkens gehört dazu. Jedenfalls ab ca. 8,--€/Flasche.
Thyrfing:
Ich finde das rituelle Entleeren viel spannender... Ok, man kann auch ohne Ritus entleeren, aber meistens endet das dann auf dem Klo.
fränk:
--- Zitat von: Thyrfing am August 15, 2005, 18:54:58 ---Ich finde das rituelle Entleeren viel spannender... Ok, man kann auch ohne Ritus entleeren, aber meistens endet das dann auf dem Klo.
--- Ende Zitat ---
Göbeln?
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