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Florian

  • Defender of the Crown
Überspannungsschutz
Februar 16, 2022, 18:51:19
Ehrlich gesagt habe ich bisher keine Überspannungsschutzstecker in den Steckdosen für Elektronik (und noch nie Probleme). Das will ich jetzt endlich anpacken. Ist ja nicht so teuer.
Eine Leiste mit integriertem Stecker brauche ich nicht, überhaupt sehe ich nicht ein, die Leisten mit dem Schutzstecker im Fall der Fälle (bzw. Ausfall des Lämpchen) wegzuschmeißen.

Meine Frage ist eigentlich nur, welche Klasse da sinnvoll ist. 8A/16A oder noch mehr? Oder ist das Zeug von 5-20 € gar eh mehr Schlangenöl und hilft nur sehr bedingt bis gar nicht? Gibt es da Modelle mit Zertifizierung oder gar Versicherung?
Re: Überspannungsschutz
Antwort #1: Februar 17, 2022, 09:40:42
Tja, gute Frage.

Ich bin mir da auch völlig unsicher. Je nachdem, wen man fragt oder was man liest, ist es mal sinnvoll, mal überflüssig, mal teilweise hilfreich.
Bei mir bleibt das latente Gefühl im Bauch, dass es oft oder in Teilen Schlangenöl ist. Aber ich kann das nicht fundiert behaupten oder sicher sein. Ist nur so ein Gefühl.

Bei der Installation der Ladesäule im letzten Jahr habe ich im Sicherungskasten auch noch den (mittlerweile für neue Anlagen vorgeschriebene) Blitzschutzlösung installieren lassen. Vor den Hauptcomputern habe ich vor über 10 Jahren Stecker bzw. Leisten mit integriertem Schutz verbaut. Aber wie Du schreibst, eigentlich muss man die wegschmeissen, wenn der Schutz ausgelöst hat (das Licht aus ist). Das ist bei den Modulen im Sicherungskasten genauso. Ich habe aber bisher keinen gewechselt bzw. kann die Lampe teilweise auch gar nicht sehen (hinter einem Schrank).
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Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei wen´gen nur gewesen." -- Schiller

Florian

  • Defender of the Crown
Re: Überspannungsschutz
Antwort #2: Februar 20, 2022, 15:12:25
Das es höchstens eine Teillösung sein kann, ist klar.
Aber ob es überhaupt sinnvoll ist, bleibt wohl offen?

Generell kann man es mit der Vorsorge auch übertreiben, finde ich. Natürlich kann man nie sagen, ob irgendein Gerätedefekt nicht doch am Fehlen einer solchen Vorrichtung lag. Und umgekehrt. Würde aber fast wetten, dass in 99% der Fälle das Lämpchen nicht aufgrund von Überspannung ausging. Sondern weil es auch nicht ewig hält. Auf jeden Fall gehen bei mir nicht ständig die Geräte kaputt, obwohl ich sie bei Gewitter nicht ausstecke(n kann).
Re: Überspannungsschutz
Antwort #3: Februar 21, 2022, 09:04:34
Aber ob es überhaupt sinnvoll ist, bleibt wohl offen?

Ja, das ist mir leider auch nicht wirklich klar.
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Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei wen´gen nur gewesen." -- Schiller

Florian

  • Defender of the Crown
Re: Überspannungsschutz
Antwort #4: Februar 21, 2022, 19:05:03
Habe das Internet rauf und runter gesucht.

Erkenntnisse:
- Man kann es einfach nicht sicher sagen, ohne Kenntnis der häuslichen Bedingungen schon gar nicht. 
- Moderne Geräte können kleinere Überspannungen selbst blockieren. Wie weit, konnte ich auf Anhieb nicht finden.
- Festnetztelefone und Router sind gefährdeter, weil die Leitung oder der Transistorkasten getroffen werden kann und zur Dose führt. Wobei die ja sicher auch geerdet sind.

Nun bin ich m.W. beim Blitzschutz des Hauses auf gutem Niveau. Werde das aber noch mal prüfen. Vielleicht werde ich den Router sichern bzw. die Buchse. Bei den Steckdosen bin ich mittlerweile noch unsicherer als vorher.

Derzeit stürmt es ja andauernd und heftig, immerhin ohne viel Gewitter. Hoffe Euch und Eurem Besitz geht es gut.

mathias

  • Trompeten statt Raketen!
Re: Überspannungsschutz
Antwort #5: März 03, 2022, 21:15:43
Also, ich hab seit 15 Jahren zwei Steckerleisten mit Ü-Schutz. Die hab ich damals gekauft, weil ich sowieso eine SL mit Schalter haben wollte wegen dem Ruhestromverbauch im StandBy mode. Die eine hat sogar Anschlüsse für Netzwerk und Antenne. Angeschlagen hat der ÜS vermutlich noch nie, weil ich an den SL nie was geändert habe.
Ich schätze, dass es mittlerweile unnötig ist. Ich habe ja keine Antenneund keine Sat Schüssel  mehr aufm Dach. Wo also sollte eine ÜS herkommen? Über die DSL Leitung? Schwer Vorstellbar. Übers Stromnetz?
Festnetz für Telefon habe ich auch nicht mehr.
@Florian: wenn du bis jetzt nie Probleme hattest - wieso sollte sich das plötzlich ändern?
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"Gestern ist mir die Milch runtergefallen. Die war nicht mehr haltbar!"
Re: Überspannungsschutz
Antwort #6: März 04, 2022, 08:37:29
Angeschlagen hat der ÜS vermutlich noch nie, weil ich an den SL nie was geändert habe.

Ich habe das anders verstanden: Ein aktiver Schutz wird meistens durch eine Licht signalisiert. Solange das zu sehen ist, ist der Schutz aktiv und hat noch nichts gemacht. Sobald der einmal ausgelöst hat, ist der Schutz "kaputt"=inaktiv, die Lampe ist aus und der Schutz lässt sich auch nicht mehr aktivieren.
D.h.: Lampe an: Alles ok, noch nie was passiert; Lampe aus: Der Schutz hat einmal ausgelöst, ist jetzt nicht mehr aktiv und man muss eigentlich einen neuen kaufen. Das ist wie eine Schmelzsicherung ein Einmalschutz.
Soweit ich es verstanden habe.
Das hieße, Du merkst es ohne auf das Licht zu schauen erst dann, wenn das zweite mal eine Überspannung kommt und ein angeschlossenes Gerät kaputt geht.

Zitat
Wo also sollte eine ÜS herkommen? Über die DSL Leitung? Schwer Vorstellbar. Übers Stromnetz?

Ja, beides möglich. Ein Blitzschlag in Deiner Umgebung induziert Ströme auf allen elektrischen Leitern. D.h. auch wenn der in einer Nachbarstraße einschlägt (noch nicht einmal direkt in Strom- oder DSL-Leitungen), gibt es Spannungsspitzen bei Dir. Auch wenn er nur im Nachbarhaus in den Blitzableiter geht, wird Strom in der elektrischen Verkabelung Deines Hauses induziert.
siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Überspannung_(Elektrotechnik)

Der Effekt der Überspannung ist meines Wissens tatsächlich real. Was ich eben nicht weiß: Helfen diese Steckerleisten und ähnliches wirklich dagegen oder sind sie zu schwach oder langsam?
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Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei wen´gen nur gewesen." -- Schiller

Florian

  • Defender of the Crown
Re: Überspannungsschutz
Antwort #7: März 04, 2022, 18:02:29
@Florian: wenn du bis jetzt nie Probleme hattest - wieso sollte sich das plötzlich ändern?

Ist halt wie eine Versicherung, die man hoffentlich nie braucht.

Ob es technisch überhaupt was bringen kann, oder nur in 0,0001 % der Fälle vielleicht einmal, versuche ich herauszubringen.

Jetzt erinnere ich mich, dass vor ein paar Monaten zwei Ladegeräte (Anker, Gigaset-Ladeschale) an einer Leiste nicht mehr wollten. Neue Leiste brachte keine Abhilfe, sind also beschädigt bzw. laden nicht mehr zuverlässig.

Ob das aber ein Blitz war? Glaube nicht, aber über Nacht könnte es gewittert haben… und hätte dann so ein Steckerschutz geholfen? Fragen über Fragen.