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Netzwerkfestplatte gesucht. Oder doch was anderes?
März 01, 2021, 10:54:22
Apple hat es mal wieder geschafft mir einen Rechner anzudrehen, dessen interner Speicherplatz für mich nicht ausreicht. Wie letztes Mal suche ich daher eine angenehme Erweiterung.

Vorstellen könnte ich mir:
  • irgendwas sehr sehr kleines für die USBC Buchse, ungefähr so wie manche Bluetooth Dongle, mit 1 oder 2 TB Speicherplatz
  • Cover für den Macbook Deckel + Klett + SSD, oder gibts das auch in fertig, in elegant, z.b. mit Klammer, ähnlich wie hier?
  • einfache Netzwerkestplatte. AC-WLAN & 1Gb/s Netzwerkbuchse vorhanden. Ich hätte folgende simple Ansprüche:
    - taucht automatisch links in der Finderleiste auf
    - Zugriff von einem Mac, auf keinen Fall soll die Platte via Internet erreichbar sein
    - schnell & zuverlässig
    - evtl., z.B. durch Partitionieren, als TimeMachine Ziel verwendbar. Das aber nur, wenn es sich nebenbei problemlos ergibt.
    - notfalls darf sie auch einen energiesparenden Standby Modus haben.
    - Weitere Features sind eher unerwünscht

Konkrete Vorschläge, anyone?
« Letzte Änderung: März 01, 2021, 10:57:56 von radneuerfinder »
Re: Netzwerkfestplatte gesucht. Oder doch was anderes?
Antwort #1: März 01, 2021, 11:24:01
"Letzte mal" ist gut. Das ist von 2006...  ;)

Aber mit dem viel zu kleinen internen Speicher bin ich ja ganz bei Dir.

Konkreten Tipp habe ich nur für den dritten Punkt: Immer eine Synology. Kann zwar viel mehr als Du möchtest, aber das braucht man nicht zu aktivieren. Ansonsten ist das ein sehr solides und auch lange unterstütztes System und bietet Dir Netzwerkzugriff vom Finder aus und auch TM-Backups.
Aber: Das ganze ist meiner Meinung nach nur als Datengrab einsetzbar. Möchtest Du mit den Daten wie auf einem lokalen Laufwerk arbeiten, dann ist das deutlich langsamer und macht keinen Spaß. In dem Fall rate ich klar zu den beiden ersten Punkten, aber ohne konkreten Tipp.
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Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei wen´gen nur gewesen." -- Schiller
Re: Netzwerkfestplatte gesucht. Oder doch was anderes?
Antwort #2: März 01, 2021, 11:43:43
Ist eine Übertragungsgewschwindigkeit von 10 bis 20 MB/s normal?

Ist meine Erfahrung repräsentativ für Datengeschwindigkeit im Netzwerk? Immerhin was das eine direkte Kabelverbindung, ohne störende weitere Komponenten von Mac zu Mac. Kabel und Macs waren dabei mit 1 Gb/s angegeben! Gut, in dem einen Mac werkelte ein langsame HDD. Aber doch nicht so langsam?
Sprich welche Geschwindigkeit darf ich denn von einer Synology an meinem Router erwarten? Der Router hat ebenfalls 1 Gb/s Buchsen und das "AC" WLAN wird für 2 Antennen mit einer "Netto-Datenrate" von 440 Mbit/s angegeben. Gefährliches Halbwissen dabei, mein Air hat (nur) 2 WLAN Antennen.
(Ist es richtig, dass das kleine i eine Abfälschung des gängigen Wertes um den Faktor 5 anzeigt? Also dürfte ich mit max. 80 MB/s rechnen? Oder ists das y ???)
Re: Netzwerkfestplatte gesucht. Oder doch was anderes?
Antwort #3: März 01, 2021, 12:52:38
Schwierig zu sagen, da spielen viele Komponenten mit rein.
Da spielt nicht nur die Netzwerkverbindung rein, sondern auch die Geschwindigkeit der Festplatte im NAS, die Geschwindigkeit des Prozessors im NAS, ob viele kleine oder große Dateien, das verwendete Protokoll und die Softwareversion des Protokolls im NAS.

Ich habe hier eine DS209 und eine DS218 stehen. Beide sind identisch mit GB-Ethernet mit dem Mac verbunden.
Die unterschieden sich in der erreichbaren Übertragungsgeschwindigkeit enorm, weil der Prozessor da drin deutlich unterschiedlich schnell ist.
Mal zur Einordnung ein paar Daten aus dem Gedächtnis (muss daher nicht genau stimmen). Mit der DS218 habe ich im Test mit großen Dateien (1GB) Geschwindigkeiten von gut 40-50MB/s bekommen, mit der DS209 nur gut 30MB/s.
Ich speichere aber in verschlüsselten Ordnern. Dann sinkt die Geschwindigkeit deutlich. Mit der DS218 komme ich auf 30-40MB/s, mit der DS209 auf 7MB/s.
Das alles wohlgemerkt mit einer großen Datei über AFP. Sobald da kleine Dateien ins Spiel kommen, sinkt die Geschwindigkeit erheblich (kennt man ja auch lokal). Und mit SMB ist es nochmal anders.

Du siehst, neben der reinen Leitung spielen noch andere Effekte eine wesentlich größere Rolle.

Der Geschwindigkeitsunterschied zwischen einem Netzlaufwerk und einem direkt angeschlossenen Laufwerk (oder gar SSD) ist enorm. Da geht es nicht nur um maximale Übertragungsrate, sondern auch um Latenzen. Wie gesagt, als Datengrab oder als Ordner, in dem man geschwindigkeitsunkritische Dinge ablegt, funktioniert es gut. Aber sowas wie die Fotos-Library dort abzulegen ist mit Schmerzen verbunden.

Zitat
(Ist es richtig, dass das kleine i eine Abfälschung des gängigen Wertes um den Faktor 5 anzeigt? Also dürfte ich mit max. 80 MB/s rechnen?

Was meinst Du mit "i" und mit "Faktor 5"?
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Re: Netzwerkfestplatte gesucht. Oder doch was anderes?
Antwort #4: März 01, 2021, 17:06:32
Ich meine diesen Faktor, der zum verwechseln ähnlichen Bezeichnungen:
https://www.speedtestx.de/tabelle-datenrate.html

Am liebsten würde ich die Angabe Mbit für Verbraucher verbieten.


Also, das schwächste Glied wäre die WLAN Übertragung mit theoretischem Maximum von brutto 866 Mbit/s netto 440 Mbit/s 55 MB pro Sekunde. Ergo rund 3 GB pro Minute, also in der Praxis wohl 1 GB/min, also knapp 17 MB/s. Also sind die von mir erwähnten "10 bis 20 MB/s" durchaus normal.
Gegenüber den gewohnten 3000 MB/s auf der internen und 700 MB/s auf der externen SSD ist das eher nix. Auch nicht, wenns sogar 50 MB/s wären.

Soweit richtig? Dieser große Unterschied war mir vorher so nicht klar.
Re: Netzwerkfestplatte gesucht. Oder doch was anderes?
Antwort #5: März 01, 2021, 17:27:10
Ich meine diesen Faktor, der zum verwechseln ähnlichen Bezeichnungen:

Ach so, Du meinst die Umrechnung Bit<->Byte, das ist immer Faktor 8.

Zitat
Also, das schwächste Glied wäre die WLAN Übertragung mit theoretischem Maximum von brutto 866 Mbit/s netto 440 Mbit/s 55 MB pro Sekunde.

Wobei selbst wenn Du eine 440MBit/s Verbindung hättest (das ist nur unter idealen Bedingungen direkt neben dem Router), sind das nur theoretische 55MB/s (Faktor 8 ). Da kommt noch Protokolloverhead dazu , so dass das praktische Maximum noch mal 10% niedriger liegt. Um die grobe Übertragungsrate abzuschätzen reicht das aber.

Zitat
Soweit richtig? Dieser große Unterschied war mir vorher so nicht klar.

Ja, korrekt. Wobei das alles nur theoretische Übertragungsraten bei großen Dateien sind und als Bedingung vorausgesetzt wird, dass sowohl Rechner als auch NAS nicht noch zusätzlich bremsen. D.h. in Wirklichkeit kann die effektive Geschwindigkeit noch weit unter diesem theoretischen Wert liegen.

Deshalb ja mein Rat: Als Datengrab oder für geschwindigkeitsunkritische Dinge (Textdokumente etc.) sehr gut geeignet. Für ständig stattfindende Zugriff wie z.B. Fotos-Library etc. nicht zu empfehlen.
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Florian

  • Defender of the Crown
Re: Netzwerkfestplatte gesucht. Oder doch was anderes?
Antwort #6: März 01, 2021, 17:31:25
Also, um die interne SSD im Alltag zu erweitern, würde ich unbedingt zu einer SSD an USB-C oder wenigstens USB 3 raten. Sonst ist der Unterschied so oder so kaum zu ertragen! Man glaubt nicht, wie das nervt, wenn man die interne SSD gewohnt ist und dann größere Daten von einem Lahm-Medium holen muss.

Daneben natürlich ein Datengrab und ein Backup für alles. Netzwerk nur, wenn wirklich mehrere Geräte oft darauf zugreifen müssen. Ansonsten USB 3, 5 GB/s reichen für Festplatten locker.

Ich muss jetzt auch neue Festplatten kaufen. Will eigentlich nur Gehäuse und Festplatten einzeln, da Komplett-Geräten ja kaum noch einfach zu öffnen sind. Oder kennt Ihr eins?
Problem ist, dass man kaum ein Gehäuse ohne die üblichen vernichtenden Renzensionen findet. Da wird oft Grundsätzliches bemängelt.

Für Empfehlungen wäre ich dankbar.
Re: Netzwerkfestplatte gesucht. Oder doch was anderes?
Antwort #7: März 01, 2021, 17:45:18
Noch kurz als Nachtrag:
Synology hat auch eine Übersichtsseite über die Geschwindigkeit ihrer Laufwerke in Abhängigkeit von "Datei"größe, Protokoll, Betriebssystem, Verschlüsselung und Modell. Da sieht man, das auch bei idealer Netzwerkanbindung limitierende Faktoren vorhanden sind.
https://www.synology.com/de-de/products/performance#1_2bay

Will eigentlich nur Gehäuse und Festplatten einzeln, da Komplett-Geräten ja kaum noch einfach zu öffnen sind.

Da gibt es noch schlimmeres.
Fränk hatte vor kurzem eine defekte externe Platte und hat mir die zugeschickt, damit ich die auseinandernehmen kann. Bisher kannte ich es nur so, dass externe Platten praktisch aus einem Gehäuse, einer Wandlerelektronik von USB auf SATA und einer SATA-Platte bestanden. Wenn dann nur Platte oder nur Wandlerelektronik kaputt ist, hätte man das jeweils andere noch nutzen können.
Nachdem ich das Gehäuse aufgemacht habe, fand ich nur eine Platte vor, die schon von sich aus nur einen USB-Anschluss hatte. Die Wandlerelektronik war in der Platte integriert.
Das kannte ich tatsächlich noch nicht.
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Re: Netzwerkfestplatte gesucht. Oder doch was anderes?
Antwort #8: März 01, 2021, 18:18:41
Ich muss jetzt auch neue Festplatten kaufen. Will eigentlich nur Gehäuse und Festplatten einzeln, da Komplett-Geräten ja kaum noch einfach zu öffnen sind.

Ich fand diesen Faden ganz interessant:
https://forums.macrumors.com/threads/thunderbolt-3-m-2-nvme-ssd-enclosures.2027925/

Florian

  • Defender of the Crown
Re: Netzwerkfestplatte gesucht. Oder doch was anderes?
Antwort #9: März 01, 2021, 19:18:54
Danke, aber ich suche simple 3,5" Festplattengehäuse. Früher hätte ich Icybox genommen, aber da liest man so viele schlechte Dinge, über alle anderen auch. Null Bock da herum zu experimentieren.
Eine Komplettlösung von Lacie kommt mir nicht mehr ins Haus, weil ich aus meinen Quadras ums Verrecken die Festplatte nicht herausbekomme, und das ist heute sicher noch schlimmer.

Ansonsten wird der Markt ja von chinesischen Firmen überschwemmt, von denen ich noch nie was gehört habe. Für die SSD kam sie von "UGreen", an sich bin ich zufrieden, aber Festplattengehäuse sind schwieriger - Schwingungen, Schutz, Lärmdämmung. Darum hätte ich da gerne was Besseres.
SSDs sind für Backups und Datengrab leider noch zu teuer.
Re: Netzwerkfestplatte gesucht. Oder doch was anderes?
Antwort #10: März 01, 2021, 20:41:01
Vielleicht wäre in Punkto Schwingungen, Schutz, Lärmdämmung eine 2,5" Platte ein Kompromiss? Ich liebäugel gerade hiermit:
https://www.amazon.de/UGREEN-Festplattengehäuse-Externes-Festplatten-werkzeuglos/dp/B0851B6TCC/

Florian

  • Defender of the Crown
Re: Netzwerkfestplatte gesucht. Oder doch was anderes?
Antwort #11: März 01, 2021, 22:44:10
Werkzeuglos liest sich immer gut, aber auch 2,5"-Platten müssen sicher befestigt werden und da sind Schrauben m.E. die bessere Wahl. Aber das ist Ansichtssache.

Ich brauche halt Platz und dafür sind sie mir leider zu klein. Ich denke, ich mache Nägel mit Köpfen, Time Machine und Extra-Backup und das mit doch einigen TB... da kommen 2,5" nicht mehr mit.

Mittlerweile hatte ich schon den Gedanken, doch ein Synology zu kaufen und dann halt ab in den Keller damit. Aber ist eigentlich ein Overkill.
Re: Netzwerkfestplatte gesucht. Oder doch was anderes?
Antwort #12: März 02, 2021, 06:16:10
Werkzeuglos liest sich immer gut, aber auch 2,5"-Platten müssen sicher befestigt werden und da sind Schrauben m.E. die bessere Wahl. Aber das ist Ansichtssache.

Besser (=billiger) für die Produzenten sind andere Fügetechniken. Schrauben ist grundsätzlich teuer, weil es immer noch von Menschen gemacht wird. Kleben, Pressen oder thermisches Fügen können Maschinen besser, als eine M3-Schraube korrekt anzusetzen.
Re: Netzwerkfestplatte gesucht. Oder doch was anderes?
Antwort #13: März 02, 2021, 08:55:41
Noch was bezgl. externer SSD:
AFAIR hat mbs mal geschrieben, dass TRIM-Unterstützung seitens macOS nur dann direkt funktioniert, wenn es eine externe SSD ist, die per TB angeschlossen und eine NVME-SSD ist.
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Florian

  • Defender of the Crown
Re: Netzwerkfestplatte gesucht. Oder doch was anderes?
Antwort #14: März 02, 2021, 12:47:13
Ist das immer noch so? Dann muss ich wohl ein Skript benutzen.

Was mich schon länger irritiert: Externe Komplettlösungen sind deutlich günstiger als wenn man Festplatte und Gehäuse einzeln kauft.
So sehe ich bei einer Seagate mit 14 TB, je nach verbauter Festplatte (variiert anscheinend) von bis zu 140 €. Und dann hat man noch kein Gehäuse.

Das kann doch eigentlich nur bedeuten, dass überschüssige oder minderwertige oder wiederverwertete Exemplare in die Gehäuse wandern. Oder wird man einfach bestraft, wenn man selber basteln will?

Wenn man den Amazon-Kunden trauen kann, kann man das Seagate leicht öffnen. Insofern bin ich doch gewillt, eine solche Komplettlösung auszuprobieren. Die Rezensionen sind allerdings wieder so eine Sache. Angeblich minderwertiges Kabel, das Windows nicht als USB 3 erkennt und so weiter.