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Florian

  • Defender of the Crown
Re: Aktien-Wirbel um Gamestop
Antwort #15: Februar 03, 2021, 19:02:05
@fränk: Am besten bevor alle Erdbürger geimpft sind! :) Aber die nächste Seuche kommt bestimmt, insofern…
Re: Aktien-Wirbel um Gamestop
Antwort #16: Februar 04, 2021, 11:24:56
Man merkt wieder mal das Thema Aktien und eine unterschiedliche Basis bei den zugrundeliegenden Mechanismen. :)
Bei dem Ergebnis sind wir glaube ich gleicher Meinung.

Im Idealfall entwickelt sich so ein realistischer Kurs...

Mein Punkt ist halt, dass sich nur so ein realistischer Kurs ergibt.
Der eigentliche Knackpunkt, bei dem wir aneinander vorbei schreiben ist meiner These:
- Nach Ausgabe der Aktie (Geld fließt gegen Firmenbeteiligung von Anleger zu Firma) lebt eine Aktie mit ihrem Kurs eigentlich(!) völlig losgelöst von der Firma.
- Wie viel Kapital die Firma hat, wie viel Erfolg sie hat, hat direkt(!) erst einmal keine Auswirkung auf den Aktienkurs.
- Selbst wenn es die Firma gar nicht mehr geben würde, hätte das eigentlich keine Auswirkung auf den Aktienhandel. Man stelle sich nur vor, allen Meldungen über die Firma wären Erfindungen. Klar, illegal, weil nicht gewollt, aber das Prinzip des Aktienhandels würde trotzdem funktionieren.
- Ob eine Aktie viel oder wenig gehandelt wird, hat direkt(!) keine Auswirkung auf die Firma.
- Es gibt eine kleine Wirkung vom Erfolg einer Firma in Richtung Aktienhandel, dass ist die Dividende.
- Die eigentliche Verknüpfung zwischen der realen Firma und dem Aktienhandel geschieht über die Psychologie und die gemeinsam festgelegten "Verhaltensregeln" der Händler. Hier ist die Definition "Erfolg der Firma=hoher Aktienwert" die Grundannahme, auf deren Basis Entscheidung beim Aktienhandel und außerhalb getroffen werden und darüber gibt es Rückkopplungen vom Erfolg der Firma in den Aktienkurs bzw. vom Aktienkurs in die Firma.
_______
Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei wen´gen nur gewesen." -- Schiller

Florian

  • Defender of the Crown
Re: Aktien-Wirbel um Gamestop
Antwort #17: Februar 04, 2021, 17:57:19
Mein Punkt ist halt, dass sich nur so ein realistischer Kurs ergibt.
Der eigentliche Knackpunkt, bei dem wir aneinander vorbei schreiben ist meiner These:
- Nach Ausgabe der Aktie (Geld fließt gegen Firmenbeteiligung von Anleger zu Firma) lebt eine Aktie mit ihrem Kurs eigentlich(!) völlig losgelöst von der Firma.
- Wie viel Kapital die Firma hat, wie viel Erfolg sie hat, hat direkt(!) erst einmal keine Auswirkung auf den Aktienkurs.
- Selbst wenn es die Firma gar nicht mehr geben würde, hätte das eigentlich keine Auswirkung auf den Aktienhandel. Man stelle sich nur vor, allen Meldungen über die Firma wären Erfindungen. Klar, illegal, weil nicht gewollt, aber das Prinzip des Aktienhandels würde trotzdem funktionieren.
- Ob eine Aktie viel oder wenig gehandelt wird, hat direkt(!) keine Auswirkung auf die Firma.
- Es gibt eine kleine Wirkung vom Erfolg einer Firma in Richtung Aktienhandel, dass ist die Dividende.
- Die eigentliche Verknüpfung zwischen der realen Firma und dem Aktienhandel geschieht über die Psychologie und die gemeinsam festgelegten "Verhaltensregeln" der Händler. Hier ist die Definition "Erfolg der Firma=hoher Aktienwert" die Grundannahme, auf deren Basis Entscheidung beim Aktienhandel und außerhalb getroffen werden und darüber gibt es Rückkopplungen vom Erfolg der Firma in den Aktienkurs bzw. vom Aktienkurs in die Firma.

Eigentlich, indirekt... ich weiß zwar, glaube ich, was Du meinst. Es ist kein physisches System, man drückt nicht links an einer Schaukelwaage, worauf die rechte Seite hochgeht.

Natürlich sind wir im Bereich der Psychologie. Die Firmen geben Quartalszahlen heraus und müssen eine Einschätzung des nächsten Quartals geben. Mehr Infos hat man meist nicht und daher vertrauen viele Anleger „Experten“.
Die Infos können richtig sein oder nicht, natürlich fließt auch hier wieder der Faktor Vertrauen ein, gefüttert aus Erfahrung. Von Ausnahmen abgesehen stimmen sie.
 Aus Zahlen und Glaube entsteht dann der Wunsch nach Kauf oder Verkauf.

Das ist ja unbestritten.

Was ich dagegen nicht verstehe, was daran besonders sein soll. Das ganze Leben funktioniert so.
Nehmen wir Bargeld. Man weiß nicht, dass es morgen noch den Wert hat, den man erwartet. Oder die Mitmenschen. Man weiß nicht sicher, dass einen der Partner nicht betrügt, man erwartet es. Oder Immobilien. Niemand weiß, wie der Preis sich entwickeln wird.

Teilweise federt man das ab durch Versicherungen, etwa beim Eigenheim oder Pflegefall. Natürlich ist es wesentlich unwahrscheinlicher, dass es in diesen Feldern zu bösen Überraschungen kommt. Dafür wächst ein Haus aber auch nicht von allein in die Höhe.

Aktien sind natürlich viel volatiler. Aber da gibt es noch viel dramatischer Finanzprodukte oder auch Alltagsphänome. Lotto z.B. und alle möglichen Wettspiele. Dagegen ist der Sachwert Aktie hochsolide und auch viel besser überwacht, auch wenn die Bafin sich hierzulande ja massiv blamiert hat.
Re: Aktien-Wirbel um Gamestop
Antwort #18: Februar 04, 2021, 18:11:04
Aus Zahlen und Glaube entsteht dann der Wunsch nach Kauf oder Verkauf.

Das ist ja unbestritten.

Für die Gruppe, die Flieger zweite Gruppe nennt, bestreit ich das. Die sehen nur auf die Zahlen. In diesem Interview schön illustriert: "Da gibt es dann Händler, die halten eine Aktie für völlig überbewertet. Dann sehen sie auf ihrem Bildschirm, dass irgendwo auf der Welt die Post abgeht und die Aktie plötzlich in die Höhe schießt. Also kaufen sie für fünf Sekunden ein Aktienpaket und machen damit einen Gewinn." Wobei ich die 5 Sekunden als Kauf und Verkauf verstehe:
https://www.ksta.de/wirtschaft/interview-mit-wirtschaftsforscher-stephan-schulmeister--das-kapital-ist-ein-nimmersattes-tier--23367704-seite2

Die spannende Frage ist halt, welche Summen, welchen Anteil am Gesamtmarkt, bewegt diese Gruppe und wie bestimmend sind diese Summen auf die Entwicklung der Werte.

Florian

  • Defender of the Crown
Re: Aktien-Wirbel um Gamestop
Antwort #19: Februar 04, 2021, 18:56:10
Da spielt der Glaube auch eine Rolle, dass es nämlich mit dem Kursanstieg weiter geht.

Gut, die Algorithmen können ja nicht glauben, sie extrapolieren aus der Vergangenheit und bekannten Zahlen Wahrscheinlichkeiten.