ausblenden > Mac-Hardware
Erste ARM-Macs: MacBook Air, MacBook Pro und Mac mini
Florian:
Na also.
Noch ein bisschen warten und das geht ziemlich sicher recht komfortabel. Dann kann man vielleicht auch x86-Windows direkt virtualisieren. Die Performance scheint ausreichend.
Ist Apple also gar nicht in die Isolation gegangen, wie geunkt wurde?
Im Artikel heißt es, von Microsoft sei nicht zu erwarten weil sie fixiert seien auf Intel. Das ist falsch. Vielmehr läuft Windows auch auf AMD und anderen x86-Prozessoren. Und MS will ja auch ARM unterstützen, es fehlen die Softwareentwickler.
MS wäre auch gerne auf Handys vertreten, aber Windows Mobile ging halt unter.
Ich gehe jede Wette, Microsoft hat großes Interesse. Sollte Apple Silicon voll einschlagen, geht auch kein Weg darum herum. Allein das Tempo in Redmond dürfte wie meist etwas niedrig sein.
MacFlieger:
Ich sehe das ganze nicht so optimistisch. Ich denke schon, dass es in Zukunft erst wieder Emulationslösungen geben wird, wie früher auch auf PPC, und dann später auch Virtualisierungen, aber aktuell stehen da noch zwei Probleme im Raum.
1. Noch ist ARM-Windows wenig nutzbar, weil es praktisch keine ARM-Software gibt und etwas vergleichbares zu Rosetta2 noch nicht ausgereift existiert.
2. ARM!=ARM (s.u.)
--- Zitat von: Florian am November 28, 2020, 16:43:38 ---Im Artikel heißt es, von Microsoft sei nicht zu erwarten weil sie fixiert seien auf Intel. Das ist falsch. Vielmehr läuft Windows auch auf AMD und anderen x86-Prozessoren.
--- Ende Zitat ---
Naja, ich denke, Du machst es Dir da zu einfach. Zum einen sind Intel/AMD/x86 untereinander prinzipiell kompatibel und zum anderen, was viel schwerer wiegt, geht es nicht nur um den Prozessor, sondern auch um das ganze Drumherum (Chipsatz, IO-Schnittstellen, Grafikkarte...). Letzteres ist unter x86 getrennt vom Prozessor, im Wesentlichen unabhängig von diesem und es werden Treiber für Windows entwickelt. Bei ARM wandern diese ganzen Sachen in den Prozessor und vor allem kann und ist jeder ARM-Prozessor anders.
Das Dilemma für Linux auf x86 ist doch besonders bei Notebooks, dass die dort oft eingesetzt Hardware Spezialtreiber benötigt, die der Hersteller meist nicht liefert und so muss die Linux-Gemeinde dort Treiber selber schreiben.
Machen wir doch das Gedankenspiel. Nehmen wir an, es gäbe Windows-Rechner auf ARM-Basis und Windows hätte jede Menge ARM-Software und/oder etwas Vergleichbares zu Rosetta 2.
Auch wenn der M1 dann die gleichen Maschinenbefehle versteht wie die Windows-ARMs, wer schreibt die Treiber für den M1-Chipsatz, M1-IO-Schnittstellen, M1-Grafikkarte. Alle diese Sachen sind nicht öffentlich dokumentiert. Genau das ist das Hauptproblem bei ARM-Linux auf M1-Macs, wie Linus Torwalds auch schrieb.
Zurück zu Windows:
- Meinst Du irgendjemand wird die M1-Macs reverse engineeren, um Windows-Treiber dafür zu schreiben und von Microsoft signieren zu lassen? Halte ich für praktisch unmöglich.
- Meinst Du Apple wird Windowstreiber schreiben? Wäre möglich wie bei Bootcamp, aber bei Bootcamp mussten sie den Treiber nicht komplett und völlig unabhängig von der Mac-Version entwickeln. Unter Windows wird ein Direct-X-Treiber benötigt, der M1-Grafikkern ist auf Metal optimiert. Das wäre viel Arbeit, die auch für macOS völlig nutzlos ist. Daher halte ich das für unwahrscheinlich.
- Meinst Du Microsoft schreibt Windowstreiber für M1? Wäre ebenfalls möglich, wenn sie von Apple die Dokumentation bekommen. Selbst dann wäre es sehr aufwändig (siehe Direct-X<->Metal). Und wenn sie die Dokumentation nicht bekommen, dann wäre es noch aufwändiger.
Ne, so rosig sehe ich das nicht. Es ist eben nicht nur ein Wechsel des Prozessors wie bei 68K->PPC->x86.
Bei ARM wandert vieles vorher modulare in den Prozessor und der Begriff "ARM" ist nur ein Obergriff für viele extrem unterschiedliche Komponenten und Eigenentwicklungen.
Wie geschrieben, ich kann mir vorstellen dass es Virtualisierungen geben wird und in dieser dann "Standard"-Komponenten emuliert werden. Ist in VirtualBox z.B. auch aktuell so, dass die scheinbar vorhandene Hardware unter dem virtualisierten PC nicht der echten Hardware entspricht.
Damit würde man dann die Treiberproblematik erschlagen.
Dann bleibt noch die Software-Problematik unter ARM-Windows. Auch das kann sich ändern/bessern.
Florian:
--- Zitat ---Naja, ich denke, Du machst es Dir da zu einfach.
--- Ende Zitat ---
Mir ging es nur um diese Formulierung im Artikel:
„ Schließlich gehört die Verbindung zwischen Windows und Intel zur DNA von Microsoft.“
Stimmt nicht. Nur weil lange von Wintel die Rede war. MS vertrat aber lange den Anspruch „Windows everywhere“. Natürlich sind sie daran gescheitert.
Überhaupt zeigt das Vorpreschen mit ARM-Windows, dass man sich nicht noch mal die Butter vom Brot nehmen lassen will wie bei den Smartphones. Da hatte x86 einfach nichts zu bieten und jetzt ist die Frage, wie gut es sich im PC-Bereich halten kann, wo seit vielen Jahren der Trend nur eine Richtung kennt: Günstig und mobil.
Mir sind die Schwierigkeiten durchaus bewusst. Mir ging es auch nicht um natives Ausführen!
--- Zitat ---Wie geschrieben, ich kann mir vorstellen dass es Virtualisierungen geben wird und in dieser dann "Standard"-Komponenten emuliert werden. Ist in VirtualBox z.B. auch aktuell so, dass die scheinbar vorhandene Hardware unter dem virtualisierten PC nicht der echten Hardware entspricht.
Damit würde man dann die Treiberproblematik erschlagen.
Dann bleibt noch die Software-Problematik unter ARM-Windows. Auch das kann sich ändern/bessern.
--- Ende Zitat ---
Also sind wir einer Meinung, wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass ein einfacherer Weg zur Virtualisierung kommen wird. Du schreibst, Du könntest es Dir vorstellen.
Warum bin ich etwas optimistischer? Auch diese Lösung wie von Dir skizziert wäre performant genug für die meiste unverzichtbare Spezialsoftware. Und der Markt ist auch da.
Florian:
Dieser Mann will es alleine schaffen, Linux für Normalanwender auf die M1-Macs zu bekommen und bittet um Spenden.
https://www.heise.de/news/Hacker-will-Linux-auf-ARM-Macs-bringen-4976337.html
Immerhin hat er schon die Playstation 4 mit gut funktionierendem Linux versorgt. Schaun ma mal.
Florian:
Windows x86 kann emuliert werden mit Crossover. Natürlich kein Boot Camp, aber die Geschwindigkeit ist erstaunlich. Hier Team Fortress, das einigermaßen flüssig läuft. Moderne Spiele kann man natürlich vergessen. Aber z.B. zum Testen unter Windows oder relativ genügsame Spezialanwendungen sind dann ja wohl kein Problem.
https://9to5mac.com/2020/11/18/m1-macs-can-now-run-windows-apps-and-games-through-crossover-20/
Und Windows ARM läuft in der Virtualisierung fast doppelt so schnell als auf Windows Surface X, das auch nicht billiger ist:
https://9to5mac.com/2020/12/02/windows-on-m1-macs-run-arm-virtualization/
Die Performance der M1-Macs bleibt erstaunlich und Rosetta 2 toppt sie noch.
Mein Mini ist unterwegs. Leider der passende Monitor noch nicht.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln