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Gaming-PC in der Cloud
MacFlieger:
Moin,
in der c't 21/2018 S. 120 gibt es einen interessanten Bericht zu Gaming-PCs, die man sich mieten kann. Interessant für Leute, die nicht so viel Geld für einen Gaming-PC ausgeben wollen oder auch für Mac-User, die ja keine spieltaugliche Grafikkarte haben.
Das Ergebnis ist wirklich erstaunlich gut. Im Endeffekt steuert man einen Windows-Rechner, der in irgendeinem Rechenzentrum steht, fern. So wie mit VNC oder Teamviewer oder...
Nur ist die Fernwartungssoftware, die ich bisher kenne, für so etwas ungeeignet, da zum einen Farben reduziert werden, um weniger Daten zu übertragen und auch die Latenz ziemlich groß ist.
Hier ist es so, dass echte 4K übertragen werden und die Latenz nur minimal höher ist. Bei Messungen kam heraus, dass bei einem normalen PC die Latenz zwischen Mausklick und Reaktion am Rechner 60-98ms sind. Durch die Fernsteuerung kommen bei dem Cloud-PC nur 10-40ms dazu. Also wirklich extrem wenig.
Tester, denen nicht gesagt wurde, dass das System in Wirklichkeit woanders läuft, bemerkten die Täuschung nicht.
Einziges Problem: Man benötigt natürlich eine sehr gute Internetverbindung. Ein 50MBit-Anschluss ist dabei Pflicht. Bei Kabelanschlüssen z.B., die sich das Medium ja teilen, brach die Verbindung zu den Hauptnutzungszeiten zusammen, weil die verfügbare Bandbreite durch die Nachbarn beschränkt wird. Effektiv also ein Problemfall im Online-Entwicklungsland Deutschland.
Auch die Kosten finde ich überschaubar. Ca. 30€ pro Monat bei einem Jahresvertrag (inkl. Windows-Lizenz). D.h. 360€ pro Jahr für einen Gaming-PC, der auch immer aktuell gehalten wird. Wenn ich mir die Preise von Gaming-PCs und Grafikkarten anschaue, ist das überhaupt nicht teuer.
Dieser PC muss auch nicht nur zum Zocken benutzt werden. Sogar Videoschnitt war auf diesen Geräten ohne Probleme und Stottern möglich.
Im Endeffekt ein gemieteter Leistungs-PC. Man muss nur eine gute Netzverbindung haben.
Link zum Anbieter: https://shadow.tech
Florian:
Ich kenne da ganz andere Berichte von Usern. Habe auch vor einiger Zeit höchstselbst einen Versuch gemacht und das war deutlich zu spüren und für Egoshooter oder gar E-Sports nahe am total unbrauchbar. Das war an einer GB-Standleitung. Und da war von 4K noch keine Rede.
Der ganze Artikel kommt mir daher spanisch vor. Kann sein, die haben massiv nachgerüstet. Aber die meisten Anschlüsse haben doch nach wie vor zu viel Latenz für Extremsituationen. Vielleicht ist das wirklich Einbildung? Bis zuletzt behaupten viele Gamer, Latenzen seien ein Graus beim Online-Spielen.
Gut, über DAZN gehen die Berichte auch stark auseinander. Bei den einen läuft es, bei anderen ist es wie ein illegaler Flashstream. Muss man wohl immer selber ausprobieren.
Preislich finde ich das nicht den Hit. 360 € * 4=1440 €. Ein guter Gaming PC, mit dem man natürlich auch alles andere machen kann: Vielleicht 1200 € und nach zwei Jahren 400 € für 'ne neue Grafikkarte. Und der gehört mir und hat auch noch Gebrauchtwert.
So sehe ich den Anbieter zwischen allen Stühlen. Die Gelegenheitsspieler werden nicht angesprochen, weil sie gar nicht die Hardware haben oder kein teures Abo wollen. Die Hardcorespieler wollen oft ihren eigenen Boliden.
Vielleicht irre ich mich auch und das funktioniert wirklich super und wie lokal. Doch das würde ich gern selber sehen.
MacFlieger:
Ich habe es selber nicht getestet und habe nur den Bericht wiedergegeben.
Es soll aber wohl so sein, dass die selber von der Performance überrascht waren, weil es in der Vergangenheit tatsächlich unbenutzbar war, wie Du auch berichtest.
Ich denke, es kann durchaus sein, dass sich da etwas getan hat. Und dazu eben auch das Problem der eigenen Netzanbindung. Wenn die dafür nicht taugt, klappt es nicht. Sie haben auch beschrieben, dass z.B. bei einem Kabelanschluss das Problem war, dass zur Primetime (vermutlich abends) das System unbenutzbar war (Latenzen von 1-2s), morgens aber problemlos und gut lief. Weil eben bei einem Kabelanschluss zur Primetime die Leitung durch alle zusammen belastet wird und nicht mehr garantiert 50MBit zur Verfügung stehen.
--- Zitat von: Florian am Oktober 13, 2018, 23:30:11 ---Aber die meisten Anschlüsse haben doch nach wie vor zu viel Latenz für Extremsituationen. Vielleicht ist das wirklich Einbildung? Bis zuletzt behaupten viele Gamer, Latenzen seien ein Graus beim Online-Spielen.
--- Ende Zitat ---
Ja, für viele wird die Netzanbindung ungeeignet sein. Keine Frage. das liegt dann aber nicht an dem Angebot, sondern an unserem Entwicklungsland. Muss man vermutlich wirklich testen.
--- Zitat ---Preislich finde ich das nicht den Hit. 360 € * 4=1440 €. Ein guter Gaming PC, mit dem man natürlich auch alles andere machen kann: Vielleicht 1200 € und nach zwei Jahren 400 € für 'ne neue Grafikkarte. Und der gehört mir und hat auch noch Gebrauchtwert.
--- Ende Zitat ---
OK, im Bereich Gaming-PC kenne ich mich null aus. Ich sehe immer nur Angebote für über 2000€ und Grafikkarten für um die 800€. Ob man so etwas wirklich braucht oder das wie vergoldete Lautsprecherkabel ist, habe ich null Ahnung.
Aber dieser Mit-PC konnte auch für alles andere genutzt werden. Der war nicht rein zum Spielen. Ist ja auch nur ein evtl. erstes taugliches Angebot. Preislich und leistungstechnisch wird sich da wohl noch einiges in der Zukunft tun. Ich fand es nur interessant, dass so etwas nun langsam möglich wird.
--- Zitat ---So sehe ich den Anbieter zwischen allen Stühlen. Die Gelegenheitsspieler werden nicht angesprochen, weil sie gar nicht die Hardware haben oder kein teures Abo wollen. Die Hardcorespieler wollen oft ihren eigenen Boliden
--- Ende Zitat ---
.
Naja, ich hatte jetzt nur den Preis für ein Jahr rausgesucht. Man kann auch monatsweise oder bei anderen Anbietern auch tageweise buchen. Dann wird es evtl. doch interessant, wenn man bei anderen Webservices, nur die wirklich genutzte Zeit bezahlt. Oder, wie auch angesprochen, dass Spieleanbieter gar nicht mehr ein Spiel für einen lokalen PC entwickeln, sondern alles auf einem entsprechenden Server läuft und man nur zur Spielzeit sich anmeldet.
Es ist sicher aktuell noch keine Lösung, die alles besser macht, aber eine interessante Entwicklung, finde ich.
Florian:
Ohne Frage ist das interessant.
Ich nutze auch hin und wieder eine Render-Cloud, es besteht für seltene, kleine Projekte wahrlich kein Grund mehr, eine Workstation 90% der Zeit im Leerlauf zu betreiben. Sollte das auch beim Gaming klappen, fände ich das schon sehr gut.
Wir sind uns einig, dass muss man vor Ort testen. Demnächst bekomme ich wohl zuhause Glasfaser und 100 Mbit. Dann probiere ich es noch mal. TV-Kabel kommt mir nicht ins Haus, weil hier schon einige Nachbarn angeschlossen sind und die haben alle Pubertiere, die Leitung ist sicher recht voll.
Edit:
Bei Shadow bleiben drei Wermutstropfen:
Kein Probemonat? Ich habe damals auf dem Account eines Kollegen gespielt.
Xeon? Klar, dass sind Server, aber nicht gaming-optimal.
Nur 256 GB Speicher oder Mehrkosten. Spiele sind mittlerweile riesig. Da kann man also nach ein paar Spielen wieder eins löschen etc. pp.
Edit 2:
Habe heute abend mit einem Kumpel telefoniert. Der hat sowohl Shadow wie Geforce Now schon ausgiebig getestet und ist zufrieden - hat aber beste Verbindung und auch Hardware. Ich habe eine Playstation und die hat auch so einen Dienst, aber auch ohne kostenlose Testmöglichkeit.
Alle zusammen sagen 16 Mbit reiche aus.
MacFlieger:
--- Zitat von: Florian am Oktober 14, 2018, 14:46:49 ---Edit 2:
Habe heute abend mit einem Kumpel telefoniert. Der hat sowohl Shadow wie Geforce Now schon ausgiebig getestet und ist zufrieden - hat aber beste Verbindung und auch Hardware. Ich habe eine Playstation und die hat auch so einen Dienst, aber auch ohne kostenlose Testmöglichkeit.
Alle zusammen sagen 16 Mbit reiche aus.
--- Ende Zitat ---
Klingt doch schon mal positiv.
Bei Shadow geben die als Mindestgröße 30MBit an. Ich denke, es hängt praktisch alles an einer guten Netzanbindung.
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