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Computergeschichte(n)
Florian:
Vor 50 Jahren erschien die erste Ausgabe des ersten Bandes von The Art of Computer Programming, dessen Gesamtausgabe irgendwann in diesem Jahrhundert fertig werden soll.
Ein interessantes Porträt des Autors Donald Knuth, der im Ruhestand an Band 5 arbeitet und die bestehenden Bände ständig überarbeitet und fehlerbereinigt:
https://www.nytimes.com/2018/12/17/science/donald-knuth-computers-algorithms-programming.html
Quaestor:
Triumph of the nerds auf deutsch
https://www.youtube.com/playlist?list=PLcN5kxFuQxF4xg7879X5AvgDLzL6sdBbs
Kam in den 90ern mal auf "DF1". Habe es auch noch auf VHS
Florian:
Gestern vor 25 Jahren meldete Commodore Insolvenz an. Für mich auch heute noch ein Trauertag. Wie man eine Firma mit solchen Produkten derart mies managen kann, ist mir bis heute ein großes Ärgernis. Was ich meine Commodores geliebt habe, kann man rational nicht nachvollziehen, vielleicht weil mit der Firma auch meine Jugend zu Ende ging.
Sicherlich, nicht nur Commodore ist gescheitert, aber ein paar Jahre wären noch drin gewesen und dann hätte man die Zeit zum PPC überbrücken können.
Ehrlich gesagt hatte ich schon um 1990 die Ahnung, dass es mit Commodore und dem Amiga nicht mehr weitergeht. Die AGA-Modelle mit besserer Grafik (A1200, A4000) und mehr Takt kamen dann viel zu spät (A4000 1992 und sauteuer) und waren, fehlerbehaftet wie sie waren, auch nicht der große Fortschritt. Selbst die Workbench (GUI) war in AGA viel langsamer als an einem Amiga 500 in alter Grafik. Also unausgewogen. Spielen konnte man in AGA auch kaum, was die Kernnutzerschaft enttäuschte - soweit überhaupt noch Spiele erschienen. Man hatte auch nicht einen Schnitt vollzogen und alles auf den Amiga gesetzt, man sah wohl einfach nicht, was man da in der Hand hatte. Auch das Image des Amigas als Nerd- und Daddelkiste ließ man lange so stehen - bis am Schluss dann plötzlich auf ernsthaft machte. Mit den Amiga-Einnahmen subventionierte man dann auch noch die desaströs laufende PC-Sparte anstatt sie für eine Weiterentwicklung zu nutzen.
Kann mich noch erinnern, als der Amiga 500 Plus kam. Buh-Rufe bei der Vorstellung, der hatte nur mehr Speicher. Ich kannte keinen Amiga-Nutzer, der nicht schon eine Speichererweiterung hatte. Aber egal.
Und bevor ich mich noch reinsteigere, hier ein Link:
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Heute-vor-25-Jahren-Die-Insolvenz-des-Computerpioniers-Commodore-4409125.html
Quaestor:
Ich hab's damals noch nicht so verfolgt, aber man kann sagen, Commodore hat leider am Ende nichts mehr in die Marke Amiga gesteckt. Leider wollte man dafür was vom großen PC-Kuchen abhaben. Das hat leider nicht funktioniert, denn die Amiga-User haben einen Amiga wegen dem OS gekauft.
Hat Atari eigentlich ähnliche Fehler gemacht?
Wer hat eigentlich die Rechte am SourceCode von WorkBench und Kickstart? Auf Grundlage des SourceCodes müsste eine Weiterentwicklung stattfinden.
Edit: Hab gerade nachgesehen, die Rechte hat wohl u. a. Hyperion Entertainment. Das die mit OS4 nicht mehr auf die Beine bekommen. Problem wird wohl heute auch sein, dass niemand mehr dafür Entwickelt, abgesehen von Hyperion.
Florian:
--- Zitat von: Quaestor am Mai 01, 2019, 16:09:47 ---Ich hab's damals noch nicht so verfolgt, aber man kann sagen, Commodore hat leider am Ende nichts mehr in die Marke Amiga gesteckt. Leider wollte man dafür was vom großen PC-Kuchen abhaben. Das hat leider nicht funktioniert, denn die Amiga-User haben einen Amiga wegen dem OS gekauft.
--- Ende Zitat ---
Ich habe dann schließlich auch einen PC kaufen müssen. Mann, war das ein Alptraum. Konnte nicht glauben, dass die so hinterherhinken. Das einzig gute war die Voodoo-Grafikkarte und Doom. Die Karte gab es später dank Mediator-Board dann auch für den Amiga… aber da war C= schon einige Jahre pleite.
--- Zitat ---Hat Atari eigentlich ähnliche Fehler gemacht?
--- Ende Zitat ---
Da kenne ich mich nicht so aus, sie den ST mit den TTs und Falcons fortgeführt, aber 1996 war es auch aus. Die Falcons wurden m.W. schlecht verkauft und die Jaguar-Konsole war dann wohl der Sargnagel.
Das heutige Atari ist ja nach einigen Markenverkäufen ein Spielerhersteller. Damit fing ja alles an. Mittlerweile verkauft man aber v.a. Retro-Sachen wie auch irgendwelche Commodore-Wiedergänger.
--- Zitat ---Wer hat eigentlich die Rechte am SourceCode von WorkBench und Kickstart? Auf Grundlage des SourceCodes müsste eine Weiterentwicklung stattfinden.
Edit: Hab gerade nachgesehen, die Rechte hat wohl u. a. Hyperion Entertainment. Das die mit OS4 nicht mehr auf die Beine bekommen. Problem wird wohl heute auch sein, dass niemand mehr dafür Entwickelt, abgesehen von Hyperion.
--- Ende Zitat ---
So ist es. Es ist halt brutal schwierig, weil es nur auf Amigas läuft. Der Markt dieser Power-PC-Amigas ist winzig, die Dinger sind sauteuer - wenn man sie denn kaufen könnte, denn sie sind praktisch ständig nicht lieferbar.
Und über die letzten Jahre gab es quasi Nonstop-Streitereien um die Rechte. Selbst das letzte AmigaOS-Update für alle (!) 68x-Amigas, also auch den A500, wurde noch mal vor ein Gericht gezerrt. Im letzten Herbst ist es dann endlich erschienen.
Software für AmigaOS 4.1 (für PPC) gibt es schon (eine Auswahl: https://www.amigaos.net/applications), die wesentliche Dinge sind abgedeckt. Auch dank Open Source läuft doch so einiges und die alten Sachen ja auch. Aber es bleibt ein Exoten-System für wahre Fans, niemand sonst wird sich einen G4-Rechner für den Preis eines aktuellen Gaming-PCs kaufen nur wegen einem System, wo jedes Update Jahre dauert und die Zukunft immer fraglich ist.
Viele Amigafreunde nutzen AROS und wer noch einen PPC-Mac hat, kann es auch mal mit MorphOS probieren, welches mit persönlich recht sympathisch ist. Das sind moderne Systeme, auf denen aber die alte SW noch läuft. AROS läuft auf x86 und damit auf jedem PC oder Mac.
Ich sage mal, In Deutschland gibt es noch recht viele Amiga-Freaks. Anderswo ist es noch exotischer.
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