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13 Milliarden Steuernachzahlung

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Terrania:
Was für Steuern? Ich zahle für meine GmbH relativ wenig Steuern, weil der Gewinn in Gehälter fliesst und damit natürlich auch mehr Steuern abwirft (Ich bin doch nicht so dämlich, dass ich Unternehmenssteuern auf hohe Gewinne zahle, den Rest mir als Tantieme auszahle UND NOCHMAL versteuere? Da müsste ich mit dem Klammerbeutel gepudert sein). Also, dass wir "alle" keine Steuern zahlen, ist, diplomatisch ausgedrückt, ne etwas sonderbare Aussage, oder?

fränk:
Es kann nicht funktionieren, wenn es jeder selber in der Hand hat, welche Steuern er bezahlt oder nicht bezahlt, wenn jeder für sich entscheidet, wann er einen Euro einmal oder zweimal versteuert und dann beschließt, dass ihm Ungerechtigkeit widerfährt... es klappt nicht.
Die Diskussion bringt hier aber nix.

Mir gefällt es ganz und gar nicht, wenn das reichste Unternehmen der Welt sich seinen Verpflichtungen entzieht. Auch wenn das auf den ersten Blick vielleicht kein Verstoß gegen ein Gesetz ist.
Und wenn Apple jetzt einige iPhone 7 weniger im Weihnachtsgeschäft verkauft, weil das tolle Saubermann-Image ein paar Schrammen bekommen hat, dann passt's wieder.

Die Konzerne spielen doch alle nur ein großes Spiel. Viele nutzen Arbeitnehmer genau so aus wie Staaten. Was geht oder nicht weiter auffällt, wird durchgezogen. Es gibt keine verantwortungsvoll handelnde Unternehmer mehr, nur Abgesandte von Fonds. Ich verstehe, warum sich Apple so in Irland verhält, wie sie es tun, nur gefällt's mir nicht. Und das Rumgeiere wo die Nummer jetzt die Runde macht, ist beinahe noch peinlicher, als die Sache selber.
Ich kann nicht sagen wie viele Arbeitsplätze Apple in Irland geschaffen hat und wie hoch die ausgezahlte Lohnsumme ist. Ich befürchte sie liegt unter 13 Mrd.€.

radneuerfinder:
http://www.mactechnews.de/news/article/Wie-die-EU-den-Apple-Steuersatz-von-0-005-berechnet-hat-Hintergruende-zu-Apples-Tochterfirmen-in-Irland-164983.html

Florian:
Es geht nicht um die Höhe der Unternehmenssteuer in Irland an sich. Dazu haben die anderen Staaten auch ihre Meinung, aber können nichts machen.

Vielmehr geht es um eine Steuervergünstigung für einen Konzern. Damit wird er gegenüber allen anderen Marktteilnehmern bevorzugt.

Das ist EU-weit eben nicht erlaubt, jede kleine städtische Beihilfe für Fußballclubs wird mittlerweile geprüft.
Und sind die Multis nicht eh schon mit vielerlei Optionen ausgestattet, die dem Mittelstand nicht zur Verfügung stehen - von Steuerkonstrukten bis Gesprächen mit Regierungschefs?
Der Mittelstand dagegen, hierzulande stets gelobt aber wenig gefördert, darf schauen, wo er bleibt. Das ist kein fairer Wettbewerb, die Grundlage allen sauberen Wirtschaftens und Wohlergehens.

In meinen Augen krankt die ganze Welt an der Päppelung der Riesenkonzerne mit Staatsgeldern. Firmen und Bürger müssen dürfen dafür zahlen oder bekommen weniger Leistungen.

Und die 4000 Apple-Angestellten in Irland haben sicherlich seit 2003 keine 13 Milliarden Euro Lohnsteuern oder Abgaben bezahlt. Ein guter Deal ist es also nur für Apple und die Politiker, die sich im Glanz des Unternehmens sonnen oder gar hintenrum dann mal selbst profitieren - bei vielen Konzernen kennt man das zu Genüge. Bei Apple selbst weiß ich allerdings von Letzterem nichts.

Da es laut Cook ja keinen „special deal“ gab, wären sie ja wohl so oder so nach Irland gegangen? :) Ernsthaft, vielleicht hätten sie sich woanders niedergelassen - und Irland hätte gar nichts bekommen. Aber sollen sich die Staaten auf Nullniveau hinunter bewegen? Das ist doch selbstzerstörerisch.


Natürlich brauchen wir auch große Unternehmen. Nur sollten sie nach denselben Regeln spielen müssen wie alle anderen auch.

radneuerfinder:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/steuerwettbewerb-wie-ein-gerechteres-steuersystem-aussehen-koennte-1.3145904

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