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USA: Wahlkampf und -Krampf
Florian:
Klar sollte man sich weder große Hoffnung machen oder Alpträume.
Andererseits… Natürlich kann man nur spekulieren, aber gut war G.W.Bush für Europa nicht. Der hat mit seinem Irakkrieg nicht nur Europa gespalten, sondern auch unsere Nachbarschaft nachhaltig destabilisiert. (Nein, die USA sind nicht an allem schuld! Aber ihren Anteil haben sie eben doch.) Hätte Obama den Irakkrieg damals angeordnet?
Oder Lehmann pleite gehen lassen?
America first? Na sicher, wie in allen anderen Ländern auch das eigene Interesse erste Priorität hat. Und ein allzu einiges Europa ist weder im Interesse Washingtons noch Moskaus. Da nehmen sie sich nichts, nur die Methoden unterscheiden sich teilweise.
Zukunft des US-Einflusses? Der war jedenfalls schon größer ein Teilen der Welt. Insofern wäre es eine Trendwende, wenn sie wieder wachsen würde. China ist stark in Afrika und schafft Fakten im Pazifik, Antithese, ne, aber zum Lachen? Je schlechter es der Wirtschaft dort geht, desto nationalistischer wird China auftreten. Dort stehen eh alle Zeichen auf wieder mehr Diktatur und Militär. Propaganda gegen die Nachbarn und die USA auch wieder sehr en vogue.
Und Europa? Ist für die USA der Brückenkopf zu Eurasien. Immer schon. Da wir keinen besseren Hegemon finden werden, bliebe eine größere Eigenrolle eines vereinten Europas als einzige Alternative, doch die ist extrem unwahrscheinlich.
warlord:
--- Zitat von: Florian am März 11, 2016, 00:46:17 ---Klar sollte man sich weder große Hoffnung machen oder Alpträume.
Andererseits… Natürlich kann man nur spekulieren, aber gut war G.W.Bush für Europa nicht. Der hat mit seinem Irakkrieg nicht nur Europa gespalten, sondern auch unsere Nachbarschaft nachhaltig destabilisiert. (Nein, die USA sind nicht an allem schuld! Aber ihren Anteil haben sie eben doch.) Hätte Obama den Irakkrieg damals angeordnet?
Oder Lehmann pleite gehen lassen?
--- Ende Zitat ---
Die Lehman-Pleite war ja auch nur Symptom und nicht Ursache. Eine Nicht-Pleite hätte die Sache nicht besser gemacht. Und an den Ursachen war kaum Bush schuld.
Und zu Irak: Europa ging und geht in Libyen und Syrien ja ganz andere und bessere Wege... :-X
Florian:
--- Zitat von: warlord am März 12, 2016, 13:07:20 ---Die Lehman-Pleite war ja auch nur Symptom und nicht Ursache. Eine Nicht-Pleite hätte die Sache nicht besser gemacht. Und an den Ursachen war kaum Bush schuld.
--- Ende Zitat ---
Ich habe auch absichtlich nicht geschrieben, dass es besser gelaufen wäre, hätte die US-Regierung den Laden gerettet. Aber eben anders.
--- Zitat ---Und zu Irak: Europa ging und geht in Libyen und Syrien ja ganz andere und bessere Wege... :-X
--- Ende Zitat ---
Verstehe die Aussage nicht ganz, passt jetzt auch nicht ganz zu meiner Aussage, oder doch?
Wie auch immer, zum einen kann man die Konflikte schlecht bis nicht vergleichen, zum anderen hat Europa sich in seinem Handeln doch an den USA ausgerichtet, man ist sich weitgehend einig.
Auf jeden Fall haben alle viel falsch gemacht.
Mein Fazit ist aus diesen Dingen ist halt: Je turbulenter es zugeht, desto mehr kluge Führung braucht die Welt. Ich weiß nicht, wer da sonst in Frage käme als die USA. Und da spielt der Präsident eben eine große Rolle. Gerade auch in Deutschland, auch wenn sich allmählich emanzipiert.
Ganz irrelevant ist diese Personalie für uns also nicht.
Zum anderen, ich habe es ja geschrieben, ist dieser Vorwahlkampf für mich schon auch faszinierend.
Florian:
Nachdem Rubio in seinem Heimatstaat Florida haushoch gegen Trump verloren hat, steigt er aus dem Rennen aus. Trump dagegen kann sich alle 99 Delegierten sichern.
Damit verbleiben Trump, Cruz und Kasich, der immerhin das stimmenreiche Ohio gewinnen konnte. Trotzdem ist er weit abgeschlagen und spekuliert vielleicht auf ein Ministerium oder einen sonstigen Posten.
Hillary scheint sich ihrer Nominierung fast schon sicher sein zu können, auch wenn Sanders nach wie vor sehr viel besser abschneidet als erwartet.
Eine Wahl zwischen Clinton und Trump wird also immer wahrscheinlicher. M.E. ist das trotz der derzeitigen Umfragen keineswegs eine sichere Sache für Hillary. Zum einen ist sie reichlich unbeliebt und mehr Teil des momentan enorm verhassten Establishment als sie kann man ja fast nicht sein. Ihre einzige Antwort darauf ist, sie sei eine Frau und damit könne sie gar kein Teil des Establishments sein. Aha.
Zum anderen hat das Ehepaar Clinton ja einige Skandale auf dem Konto, finanzielle und natürlich auch einen privaten, der womöglich noch einmal ausgeschlachtet werden könnte. Dazu kommt noch das aktuelle Email-Fiasko - das FBI ermittelt immer noch.
Jedenfalls haben beide Seiten ein reiches Arsenal an vergangenen Sünden des anderen.
Kernproblem für Hillary ist ihre fehlende Glaubwürdigkeit. 60% der Amerikaner halten sie für unehrlich.
fränk:
--- Zitat von: Florian am März 16, 2016, 13:53:06 ---Kernproblem für Hillary ist ihre fehlende Glaubwürdigkeit. 60% der Amerikaner halten sie für unehrlich.
--- Ende Zitat ---
Erstaunlicher ist wohl, dass 40% sie für ehrlich halten.
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