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USA: Wahlkampf und -Krampf
Jochen:
--- Zitat von: radneuerfinder am November 11, 2016, 08:58:58 ---http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/40768/die-grafik-die-trump-erklaert/
--- Ende Zitat ---
Der Knackpunkt bei den Sachen ist, dass sich die „Geschichte" immer nur aus der Gegenwart erklärt.
Daraus Rezepte für die Zukunft abzuleiten bieten auch keine Garantie.
Jochen
warlord:
http://bazonline.ch/us-wahl/ein-beruf-schafft-sich-ab/story/25608045
Florian:
Aber nicht der Beruf Journalist hat sich „abgeschafft“, sondern die Jounalisten, die sich allzu gern auf eine Seite schlagen, eine zu große Nähe zur Macht haben und letztendlich in einer Blase landen wie viele Nicht-Journalisten auch.
Seit vielen Jahren diskutiert wird auch das „Raumschiff Berlin“. Es unterhalten sich einfach immer dieselben Leute miteinander, manche Schreiber sind schon Fans gewisser Politiker.
In den 70/80/90ern gab es das auch, aber eben nicht so verbreitet.
Umso mehr Kredit und Vertrauen verdienen seriöse Journalisten, wie wir sie glücklicherweise auch noch haben!
Leider werden sie von vielen Leuten in Mithaftung genommen.
In den USA (und GB) ist es schon immer Usus, dass Zeitungen Wahlempfehlungen geben und viel Meinung transportieren. Das sie in der Medienkrise kaum noch Gehör finden, scheint mir logisch.
Nun wehrt sich Zuckerberg gegen Vorwürfe, sein Facebook wäre schuld. Man muss aber schon hinterfragen, was diese Algorithmen für Auswirkungen haben. Bestimmen sie nicht nur über Börsenkurse sondern auch schon - indirekt - über Wahlen?
warlord:
http://www.nzz.ch/feuilleton/aktuell/fuer-eine-neue-debattenkultur-zur-hoelle-wer-sind-die-anderen-ld.128979
--- Zitat ---Ulrich erinnert mit Nachdruck an den politischen Charakter der in die Lebenswelten eingreifenden universalistischen Werte, die unter anderem auch von seiner Generation in politischen Kämpfen durchgesetzt wurden, jetzt aber wie seltsam zeit- und interessenenthobene Offenbarungen behandelt werden. Damit kann man einen als alternativlos vernünftig geltenden gesellschaftlichen Konsens eine Weile gegen Kritik immunisieren, provoziert aber später umso wuchtigeren Widerstand.
--- Ende Zitat ---
Florian:
Mag ja alles sein.
Was mich aber schon leicht irritiert bei dieser Aufarbeitung, generell und überall, ist das kaum thematisiert wird:
Die Eigenverantwortung der Menschen. Seit der Antike ist anerkannt, dass Demokratie ohne informierte Bürger nicht funktionieren kann.
Eine minimale Medienkompetenz kann sich jeder aneignen und muss nicht den Mist und die Lügen diverser Internetseiten und in den „sozialen Medien“ glauben.
Und am Ende ist es auch kein Wunder, dass viele Medien nicht mehr so sehr recherchieren, wenn die meisten nichts mehr dafür bezahlen wollen.
In Deutschland dagegen haben wir auch den Luxus starker öffentlich-rechtlicher Medien. Anstatt das zu genießen, wird pauschal draufgedroschen. Eben weil eine allen verfügbare neutrale Medieninstanz eine Gefahr für Ideologien und Hetze ist.
Ich würde für die BRD auch behaupten, dass die sog. soziale Frage und „abgehängte Menschen“ mehr als ausreichend thematisiert wird. Viele, viele Dokumentationen - und endlos viele Krimis und andere Unterhaltungsformate gehen in diese angeblich ignorierten Milieus.
Es ist halt immer die Frage, welche Angebote man nutzt und da bin ich wieder bei der Eigenverantwortung. Auch in den USA war (fast) allen klar, was für Menschen Hillary und Trump sind. Trotzdem wurden sie aufgestellt durch Urwahlen.
Bei der Wahl bekamen dann die alternativen Kandidaten 3% und 1%. Die allermeisten wählten also lieber treudoof an der Parteilinie entlang, obwohl sie beide Kandidaten ablehnten.
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