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Florian

  • Es lebe der König!
Re: Überflüssig: geplante Obsolenz
Antwort #60: Juli 05, 2019, 14:04:55
http://www.filmstarts.de/nachrichten/18526110.html

Ein weit drastischer Fall: Es geht ja auch um den Inhalt, auch wenn das nicht kommentiert wird. An Lächerlichkeit mag das nicht mehr zu überbieten sein, aber das ist Zensur, auch nachträglich bei digitalen Kopien.

Allmählich frage ich mich ja, ob unsere gesamte Kulturgeschichte nach solchen Maßstäben betrachtet, bald auch als obsolet erklärt wird. Frauenhasser ohne Ende, ja manche Oper soll sich sogar um Vergewaltigung drehen, ohne sie ernsthaft zu thematisieren. Philosophen, Schriftsteller, Theologen, allesamt politisch nicht korrekt. Muss alles weg, Traumatisierungsgefahr für einige Menschen.

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Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit aber ist der Mut.
Thukydides

Florian

  • Es lebe der König!
Re: Überflüssig: geplante Obsolenz
Antwort #61: August 02, 2019, 17:33:16
Viel Kritik zogen die Amazon-Dash-Buttons auf sich. Seit März werden sie nicht mehr verkauft, man versprach aber die schon verkauften weiter zu betreuen, bzw. den Dienst dazu. Das Versprechen hielt nicht lange, jetzt sind die Dinger am Ende des Monats Plastikschrott, sofern sie nicht für andere Zwecke gehackt wurden.
https://www.heise.de/amp/meldung/Amazon-schaltet-Dash-Buttons-zu-Ende-August-ab-4486994.html
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Thukydides

Florian

  • Es lebe der König!
Re: Überflüssig: geplante Obsolenz
Antwort #63: Mai 13, 2020, 17:23:09
Warum kündigt man das nicht jetzt an und lässt es dann noch zwei Jahre laufen? Das dürfte am Ende sogar noch günstiger sein als so eine Rücknahmeaktion und eine Menge Ärger.

Für mich ist sowieso klar - und meistens halte ich mich auch daran - das Cloudzwang zu vermeiden ist.
Ebenso Geräte, die unbedingt eine Handy-App benötigen. Denn in ein paar Jahren ist die App nicht mehr verfügbar, läuft nicht auf dem neuen Handy. Man kann ja schlecht alte Handys horten, um kompatibel zu bleiben.
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Thukydides
Re: Überflüssig: geplante Obsolenz
Antwort #64: Juni 13, 2020, 16:40:26
https://www.heise.de/news/Digitale-Nachhaltigkeit-EU-Kommissionsberater-plaediert-fuer-kostenlose-iPhones-4782758.html

Da steckt wohl auch die  Cradle to Cradle Idee dahinter, die vorsieht Dienstleistungen, nicht Produkte zu verkaufen. Also z. B. statt Waschmaschine würde ein Anbieter 200 Waschvorgänge pro Jahr verkaufen. Deshalb würde er im eigenen Interesse ein sparsames, langlebiges Produkt einsetzen. Hinzu kommt bei C2C Recycling, ohne Downcycling:
https://de.wikipedia.org/wiki/Cradle_to_Cradle

Florian

  • Es lebe der König!
Re: Überflüssig: geplante Obsolenz
Antwort #65: Juni 13, 2020, 19:38:13
Wenn man den Fortschritt bestmöglich ausbremsen will, eine gute Idee.

Und wer sein Gerät irgendwie nicht standardgemäß nutzt, bekommt drei Monate Waschpause?

Viel sinnvoller fände ich eine Verpflichtung auf folgende Punkte.
a) eine Mindestsupportfrist je nach Gerätetyp. Verpflichtung für einfach reparierbare Geräte.
b) nach Auslaufen dieser Frist müsste das Gerät freigegeben werden für andere Entwickler
c) ausgemusterte Geräte müssen soweit wie technisch möglich recycelt werden
d) generell müsste der Ressourcenverbrauch im Preis besser abgebildet werden, und ja, auch wenn dann alles teurer wird.
« Letzte Änderung: Juni 13, 2020, 19:44:35 von Florian »
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Thukydides
Re: Überflüssig: geplante Obsolenz
Antwort #66: Juni 13, 2020, 20:30:47
Und wer sein Gerät irgendwie nicht standardgemäß nutzt, bekommt drei Monate Waschpause?

Das ist doch lediglich eine DetailFrage der Abrechnung, z.B. Bezahlung pro Wäsche.


Den Clou an der Idee finde ich, dass die Haltbarkeit zum Eigeninteresse der Unternehmen wird. Das ist besser als jede Vorschrift.

Florian

  • Es lebe der König!
Re: Überflüssig: geplante Obsolenz
Antwort #67: Juni 13, 2020, 23:51:44
Sehe das anders.
Zum einen wäre das Fortschrittsbremse sondergleichen. Es ist doch nicht alles Software.
Zweitens entmündigte es den Verbraucher endgültig. Man wäre nur noch Abonnent, und dazu müsste auch überwacht werden, ob man keinen Schabernack mit den Geräten anstellt.
Und wer dagegen wäre und seine Geräte lieber besitzen wollen würde, der müsste irrwitzige Preise zahlen, weil die Firmen sich mit den langjährigen Abos, aus denen man nicht rauskäme, dumm und dämlich verdienten.

Bei Waschmaschinen gibt es ansonsten auch noch Waschsalons, wo dieses Prinzip erfüllt wurde. Muss man nicht neu erfinden.
Bei Handys, Computern, Fernsehern, hat sich das nicht ergeben. Warum wohl?
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Thukydides
Re: Überflüssig: geplante Obsolenz
Antwort #68: Juni 14, 2020, 10:41:30
Es gäbe weiterhin Fortschritt, nur eben in einer anderen Richtung.

Die aufkommende Sharing Industrie ist noch nicht der Stein der Weisen. Immerhin zeigt sie, Menschen müssen z.B. Autos oder MusikDateien nicht unbedingt im physikalischen Eigentum haben. Auch bei Handys sind Verträge, bei denen die Hardware im Abo mitläuft nicht unübliche. Leider ist es so organisiert, dass der Anbieter kein eigenes Interesse an einem guten Lauf der Apps/Dienste auf diesen Handys hat.

Noch mal, die Idee, die Leitplanken unseres Wirtschaftens so aufzustellen, dass mehr Haltbarkeit und weniger Umweltbelastung im eigenen Interess von Unternehmen liegt, weil dies einen Kostenvorteil bietet, halte ich für ein gute Idee. Das wäre für mich ein Fortschritt.

Florian

  • Es lebe der König!
Re: Überflüssig: geplante Obsolenz
Antwort #69: Juni 14, 2020, 13:35:41
Je nach Gerätegattung Mindestgarantiezeiten und -Support wären ohne die von mir erwähnten Schattenseiten, einfach einzuführen und der Verbraucher hätte auch was davon anstatt auf Gedeih und Verderb dem Abo-Anbieter ausgeliefert zu sein.
Dazu noch die erwähnten Punkte, und die Laufzeiten würden sich auch so deutlich verlängern.

Generell ist es auch eine gute Idee, insgesamt einfach weniger zu konsumieren. Und gebraucht zu kaufen, sofern das Sinn macht.

Auch müsste man alles so bepreisen, dass es die Allgemeinkosten miteinbezieht. Also etwa Umweltzerstörung, Ressourcenbedarf, Kosten für Recycling und natürlich die menschenwürdige Beschäftigung der Arbeiter, ohne die es die Produkte nicht gäbe.
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