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TV-Junkies?!?
Florian:
--- Zitat von: Locusta am Dezember 19, 2005, 16:46:12 ---Auf meine Beiträge antwortet eh niemand, trotzdem schreibe ich, was ich denke...
--- Ende Zitat ---
Ich war mit anderen Antworten beschäftigt. ;)
--- Zitat von: Florian am Dezember 18, 2005, 23:01:30 ---Ich glaube, dass diese Filme zwar durchaus gute Filme sind, was man ja auch an den Preisen sehen kann, den diese Filme bekommen haben, aber diese Filme stellen einfach nicht den "Zeitgeist" der Jugend dar. Ich glaube, dass es nur wenige Familien gibt, wo wenn das Kind sagt: "Ich will diesen Film auf Pro7 sehen.", dass die Eltern dann sagen: "Nein, du siehst dir jetzt diesen Film an.", einfach weil ich denke, dass viele Famien schon genügend Probleme haben und dann doch die Vernunft der Eltern siegt und sie ihr(e) Kind(er) das sehen lassen, was sie wollen. Zumindest wenn der Film für die Altersstufe geeignet ist. Von daher kann ich mir durchaus gut vorstellen, dass das TV-Programm, zumindest zur Primetime, also 20:15, eher an die Jugendlichen gerichtet ist als an die Eltern.
--- Ende Zitat ---
Ja, klar sind die nicht "massentauglich", aber woran liegt das? Hier haben doch auch die Sender eine Verantwortung daran. Wenn niveauvolles Programm nur noch in Spartenkanälen und nach 23 Uhr stattfindet, ist ja logisch, daß die Einschaltquoten dafür klein sind.
Überhaupt schauen die ÖR viel zu viel auf die Quote. Sie hätten ja mehr Freiraum als die Privaten, meiner Meinung wird er viel zu wenig genutzt. Auch wenn man natürlich schon sagen muss, daß die Qualität noch besser ist, bei aller Kritik.
--- Zitat ---Immer dieser Pessimismus. Man kann auch im Kleinen etwas bewirken. Niemand erwartet von Dir oder mir, unser Leben einzig und allein in den Dienst der guten Sache zu stellen. Nur wenn man sagt: Bringt eh alles nichts! - Dann ist der Kampf schon verloren. Eine Kapitulation, die unzufrieden macht.
--- Zitat ---Irgendwie hast du schon selbst auf dich geantwortet ;).
--- Ende Zitat ---
--- Ende Zitat ---
Wieso? Weil ich glaube, daß die Springer-Übernahme von Pro7/Sat1/Kabel1/N24/9Live schlecht für das Niveau im deutschen Fernsehen ist? Ich gehe sogar noch weiter und halte sie für gefährlich für das gesellschaftliche Klima, wenn nicht mehr.
Der Pessimismus, den ich meinte, dreht sich um etwas ganz anderes.
--- Zitat ---Wenn man den Medien generell nicht vertraut, ist es schlecht. Denn alle Medien erhalten zumindest die internationalen Infos mehr oder minder von der gleichen Stelle, auch Zeitung, Radio und TV. Klar gibt es kleine Unterschiede aber die kommen dann meistens eher von den "Filtern der Journalisten" die du schon mal beschrieben hast.
--- Ende Zitat ---
Darum ist es ja so toll, daß z.B. die ARD so viele Korrespondenten vor Ort hat. Es sind eben nicht nur wiedergegebene Agenturmeldungen, wobei daran an sich ja auch noch nichts schlimmes wäre - nur ist es natürlich nicht gut, wenn alle Medien dieselbe Quelle nutzen. Leider geschieht es doch immer wieder.
--- Zitat --- Viel wichtiger ist doch die Frage, um was für Informationen es geht. Wenn es z.B. darum geht, dass Cuba oder irgendeine Nation angeblich Atomwaffen hätte oder nicht, kann man so eine Information meines Erachtens nach eher vergessen. Wenn es aber darum geht, dass z.B. der Golfstrom schon um 1/3 langsamer geworden ist, als im Vergleich vor 30 Jahren und dies nun "geprüft" wird - die Amis glauben ja eh nix was mit dem Golfstrom gesagt wird... - ist so eine Information in meinen Augen wichtiger. So kann aber für jemand anderes die Information, dass Cuba Atomwaffen hat wichtiger sein als das der Golfstrom langsamer geworden ist.
Beide Infos sind vom Prinzip her gleich. Es geht mehr oder weniger um einen Selbst. Genau so ob in Süd-Asien ein Tsunami war oder was im Irak passiert. Dennoch muss jeder Mensch sich die Infos raussuchen die er für wichtig hält. Von dem Rest kann man nur eine kleine Übersicht bekommen und ob man dafür nun Pro7 nimmt oder die Tageszeitung ist relativ egal.
--- Ende Zitat ---
Kommt auf die Tageszeitung an. Klar, wenn es nur um die großen Nachricht geht, die auf der Titelseite, wird man mehr oder weniger dasselbe erfahren. Aber spätestens ab Seite 3 gehen doch Reportagen, Hintergrundberichte und Kommentare los, die man so im Fernsehen selten geboten bekommt und auf Pro7 schon mal gar nicht.
Selbstverständlich kann man sich nie über alles ausreichend informieren. Das ist aber kein Grund, jede Bemühung einzustellen. Über die wesentlichen Dinge sollte man schon eine ungefähre Ahnung haben, und dafür bezahlt man dann ja auch für das Medium seiner Wahl. Und natürlich! Man zahlt ja gerade auch dafür, daß z.B. die Zeitung eine Vorauswahl trifft. Und passt einem diese nicht, kauft man eine andere. Hier hat man ja noch die Wahl. So auch, leider in Grenzen, beim TV.
--- Zitat --- Der Vorteil bei den internationalen Sachen liegt darin, dass die meisten Prozesse nur schleppend vorangehen und sich nicht von heute auf morgen ändern.
--- Ende Zitat ---
Aber auch nicht immer.
Und was nützt es, wenn es über Jahre geht und trotzdem die Diskussion erst zwei Wochen vorher anfängt, wie etwa bei der EU-Verfassung? Auch daran sind die Medien mitschuldig. Von El-Masri las ich z.B. schon vor Monaten einen wirklich ausführlichen Bericht. Umso überraschender die Ahnungslosigkeit der Politiker. ;)
--- Zitat ---Danke fürs evtl. lesen...
Vllt habe ich ja mal Glück und jemand antwortet auf meinen Beitrag ::)...
--- Ende Zitat ---
Weil bald Weihnachten ist. ;)
Locusta:
--- Zitat von: warlord am Dezember 19, 2005, 17:13:21 ---Nun ja, allein für die täglichen News, also das Wiederkäuen der Agenturmeldungen magst Du Recht haben. Aber es gibt ja zum Glück doch immer noch ein paar Medien, die eben mehr bieten und auch mal etwas hintergründiger berichten und auch mal später noch einmal nachhaken und rückfragen, was nun eigentlich aus dem füheren Objekt der Berichterstattung geworden ist. Und sicher hat auch das TV Sendegefässe, welche sich darin versuchen (vor allem natürlich die ÖR). Aber in dieser Domäne hat dann wohl doch die geschriebene Presse die Nase ziemlich weit vorn (hauptsächlich die Wochenpresse).
--- Ende Zitat ---
Stimmt schon, nur kauft man sich eben eine Zeitung oder sieht ein bestimmtes TV-Programm, damit man nicht mehr großartig auswählen muss. Um ehrlich zu sein interessieren mich die täglichen politischen und wirtschaftlichen Geschäfte nicht, da man dort nur sehr kleines bewirken kann, wenn überhaupt. Viel interessanter finde ich die News über Technologie, neue Werkstoffe usw., weil das doch genau so unter tägliches Geschäft ist. So interessiere ich mich sehr für Metall- und Kohlenstoff-Schäume, sowie auf biologischer Basis beruhende Kunststoffe. Gut, das sind die Vorlieben eines einzelnen und jeder andere Mensch hat andere Vorlieben.
--- Zitat von: Florian am Dezember 19, 2005, 18:11:22 ---Wieso? Weil ich glaube, daß die Springer-Übernahme von Pro7/Sat1/Kabel1/N24/9Live schlecht für das Niveau im deutschen Fernsehen ist? Ich gehe sogar noch weiter und halte sie für gefährlich für das gesellschaftliche Klima, wenn nicht mehr.
Der Pessimismus, den ich meinte, dreht sich um etwas ganz anderes.
--- Ende Zitat ---
Die Italiener sind anscheinend zufrieden mit ihrem TV-Programm. Immerhin gehören Berlusconi 3 der wichtigsten TV-Sender in Italien. Zusätzlich "beherrscht" er auch noch in seinem Amt die ÖR. Bis jetzt macht er dort noch den Vorsitzenden - und die Italiener sind im Wechsel ihrer Machthaber doch recht schnell, was u.a. die Römerzeit beweist.
Was den Pessimismus angeht meinte ich nur, dass du oben sagtest, dass man den Kopf in den Sand stecken soll, aber unten dann das ganze wieder relativierst. Ist auch nicht so wichtig ;).
--- Zitat ---Darum ist es ja so toll, daß z.B. die ARD so viele Korrespondenten vor Ort hat. Es sind eben nicht nur wiedergegebene Agenturmeldungen, wobei daran an sich ja auch noch nichts schlimmes wäre - nur ist es natürlich nicht gut, wenn alle Medien dieselbe Quelle nutzen. Leider geschieht es doch immer wieder.
--- Ende Zitat ---
Da kann ich dir nur Zustimmen. Einzig verwunderlich: Wenn 4 Sender 4 verschiedene, teils sogar widersprüchliche Informationen weitergeben...
--- Zitat ---Kommt auf die Tageszeitung an. Klar, wenn es nur um die großen Nachricht geht, die auf der Titelseite, wird man mehr oder weniger dasselbe erfahren. Aber spätestens ab Seite 3 gehen doch Reportagen, Hintergrundberichte und Kommentare los, die man so im Fernsehen selten geboten bekommt und auf Pro7 schon mal gar nicht.
Selbstverständlich kann man sich nie über alles ausreichend informieren. Das ist aber kein Grund, jede Bemühung einzustellen. Über die wesentlichen Dinge sollte man schon eine ungefähre Ahnung haben, und dafür bezahlt man dann ja auch für das Medium seiner Wahl. Und natürlich! Man zahlt ja gerade auch dafür, daß z.B. die Zeitung eine Vorauswahl trifft. Und passt einem diese nicht, kauft man eine andere. Hier hat man ja noch die Wahl. So auch, leider in Grenzen, beim TV.
--- Ende Zitat ---
--- Zitat ---Aber auch nicht immer.
Und was nützt es, wenn es über Jahre geht und trotzdem die Diskussion erst zwei Wochen vorher anfängt, wie etwa bei der EU-Verfassung? Auch daran sind die Medien mitschuldig. Von El-Masri las ich z.B. schon vor Monaten einen wirklich ausführlichen Bericht. Umso überraschender die Ahnungslosigkeit der Politiker. ;)
--- Ende Zitat ---
Klar, es gibt Ausnahmen, aber wenn man sich für eine Sache interessiert, z.B. die EU-Verfassung kann man sich selbst informieren. Den Job den die TV-Sender, Radio und Zeitungen übernehmen ist der der Vorauswahl. Eins der nicht festgeschriebenen "Mediengesetze" besagt, dass ein Journalist so gut wie er kann recherchieren soll, nicht die Unwahrheit sagen soll und sich grundsätzlich überlegen soll, ob diese Information zu dem Zeitpunkt überhaupt gut bzw. wichtig für die Gesellschaft ist. Wenn zum Zeitpunkt z.B. in Süd-Asien ein Tsunami war, interessierte es nach der Meinung der Medien mehr, wie es dort aussieht als sich über ein EU-Verfassung zu unterhalten.
Dennoch glaube ich, dass unsere deutschen Medien neutraler sind als die US-Medien, wo anscheinend bewusst bestimmte Dinge nicht in die Medien aufgenommen werden, da es dem Ruf des Landes oder dem des Präsidenten schaden würde (mal irgendwelche Liebesbeziehungen rausgenommen)... Ich erinnere mich an doch teilweise sehr widersprüchliche Medienberichte als ich für ein Jahr lang "drüben" war, wo ich zusätzlich zu den US-Medien auch normale deutsche Medien gelesen habe.
Irgendwer schrieb noch was über die Quoten: Dazu kann ich nur sagen, was keine Quoten bringt wird halt spät gesendet, egal ob es kulturell wertvoll ist oder nicht.
Patrick:
--- Zitat von: Locusta am Dezember 19, 2005, 18:55:09 ---Dennoch glaube ich, dass unsere deutschen Medien neutraler sind als die US-Medien, wo anscheinend bewusst bestimmte Dinge nicht in die Medien aufgenommen werden, da es dem Ruf des Landes oder dem des Präsidenten schaden würde
--- Ende Zitat ---
Teilweise ist das selbstauferlegte Zensur, teilweise auch massiver Eingriff durch die Homeland Security. Die Irak-Berichterstattung fand (und findet) ja dermassen gefiltert statt, daß es nicht mehr feierlich ist. Und der geniale Schachzug der "eingebetteten" Journalisten damals diente vor allem dazu, durch den automatisch entstehenden Zusammenhalt innerhalb der Gruppe, wo diese Journalisten eingesetzt waren, ein auch unterbewusst wesentlich positiver gezeichnetes Bild vom Krieg zu präsentieren. Und auch bei den "Live"-Berichten gab es jemanden, der im Notfall die Sendung rechtzeitig unterbrechen konnte, bevor "schädliches" Material auf den Äther ging. Seit 9/11 gibt es dort eigentlich keine freie Presse mehr.
Thyrfing:
--- Zitat von: Florian am Dezember 18, 2005, 23:01:30 ---
Ja, ich sehe einen gewissen Niveauverfall, d.h. man muss schon genau auswählen. In zunehmendem Maße, glaube ich. Und klar könnte es irgendwann den Punkt geben, an dem das Auswählen zu aufwendig wird.
Der ist bei mir dann doch weit weg. Es laufen wirklich auch viele gute Sachen, auch Sachen, die man in der Videothek gar nicht bekommt, oder einfach nicht auswählt, weil man keine Ahnung hat, ob's taugt. Erst neulich kamen drei Top-Filme gleichzeitig: Ein französisches (Krimi)Drama über diebische Kinder auf einer Insel, ein japanisch-australisches Roadmovie (zigfach preisgekrönt) und der alte, aber geniale Schinken "Der Honorarkonsul". Leider halt alles spät abends oder besser gesagt nachts - was ich nicht verstehen kann. Nur mal so als Beispiel.
--- Ende Zitat ---
Eben, und mir ist das alles einfach nicht wichtig genug, um z.B. für einen Film aufzubleiben, oder sonst was. Und grundsätzlich (hint, hint, hint): Ich persönlich wage es nicht einen Film nach Regieführung, Schauspieler oder Drehbuch zu beurteilen, das kann ich gar nicht, ich habe keinen blassen Schimmer davon, wie ein guter Film sein muss. Ich habe auch keine Ahnung, wie sich ein guter Song anhört.
Ich muss es einfach mögen. Es muss mir gefallen.
Natürlich ist das alles zu einem großen Teil vorbestimmt durch die Meinung von anderen, die dir und mir 30mal am Tag erzählen wie toll das Lied, dieser Film oder das Buch ist. In dieser Hinsicht spare ich bei mir die Medien als "Meinungsmacher" bereits aus, denn auch wenn du noch so "medienmündig" bist, ein Teil bleibt im Unterbewusstsein und macht deine Meinung. ;) Was aber auch, in kleinen Dosen, gar nicht falsch ist, weil wir halt von der Erfahrung und dem Weitergeben von Meinung und Wissen unsere Existenz beziehen.
--- Zitat ---Ich habe aber auch schon folgende Erfahrung gemacht: Intelligente, nette Menschen entpuppen sich nach einiger Zeit als seifenopernsüchtig.
Natürlich kann ich nicht verneinen, daß es mich da gruselt und das ich das nicht als förderlich für deren Intelligenz halte, aber: Sind sie deswegen fremdgesteuert und verblödet oder ist ihr Verständnis von Entspannung nur ein anderes als meines?
Hier im Forum endlose Beiträge zu schreiben, oder Mac-News zu verschlingen, ist denen sicher auch eher suspekt.
--- Ende Zitat ---
Ne ne, so war das nicht gemeint, dass die Menschen zu blöde sind. Es geht dabei um das Verstehen der Medien und das hat, wie du schon richtig erkannt hast, meistens nichts mit der Intelligenz derjenigen welchen zu tun. Und Mac-News verschlinge ich auch nicht, selbst wenn es den Anschein haben sollte, aber Apple ist eine Firma wie alle anderen und wird auch entscheiden wie alle anderen Unternehmen. Sie hatten halt in den letzten Jahren die besseren Ideen und evtl. von Anfang an ein besseres Konzept.
IT News sind mir eigentlich recht schnuppe, meistens lese ich die nur quer, und richtig informieren tu ich mich nur dann, wenn ich a) Fehler in den Artikeln feststelle oder b) mich das Thema irgendwie direkt betrifft, c) ich es muss (warum auch immer) und d) ich einfach nicht verblöden will, in technischer Hinsicht.
--- Zitat ---Ich glaube eben nicht, daß das *alle* machen, schon gar nicht bewußt.
Aber klar muss man gewichten, daß ein Bericht in Monitor wahrscheinlich anders daher kommen wird als in Report aus München. Das muss aber keine bewußte Falschinformation sein. Aber klar haben auch Journalisten eine Meinung, die sie bei aller Seriosität, soweit vorhanden, nicht immer raushalten können (schlimm wird's, wenn sie sie auch nicht raushalten sollen...).
Und selbstverständlich - ist da zu viel Meinung, ist das schlecht. Und bewußte Falschinformation aus was für Gründen auch immer ist völlig inakzeptabel. In jedem Medium.
--- Ende Zitat ---
Na ja, ob nun alle oder nicht, das kann ich auch nicht sagen, da ich es aber erlebt habe ist für mich das Maß dessen, was ich mir durch das Fernsehen antun möchte, einfach voll. Sie haben es bei mir vergeigt. So einfach ist das.
--- Zitat ---Ist jemand, der sich über die WTO-Verhandlungen informiert also sensationssüchtig?
Ich weiß nicht, ob Du es so meinst, aber es liest sich so.
"Die ganzen Informationen sind für mich unbrauchbar..." ist für mich keine sinnvolle Geisteshaltung.
Was meine Steuergelder und meine Ausgaben woanders bewirken, was meine Regierung anderswo vertritt, geht mich eben schon etwas an.
Erst wirfst Du den Leuten vor, sie wären großteils zu blöde, sich richtig zu informieren, dann sagst Du, daß ist sowieso nicht sinnvoll, da das alles einen selbst nicht direkt berührt. Informationsegoismus sozusagen mit der Garantie auf einen immer enger werdenden Horizont.
--- Ende Zitat ---
Ach komm schon, ich habe niemanden vorgeworfen er sei zu blöde, ich spreche immer hier immer vom Fernsehen und von dem Medienbewusstsein, das halt nicht jedem gleich gegeben ist. Liegt zu einem großen Teil daran, wie man damit groß geworden ist. Der Umgang der Eltern mit dem Fernsehen (Medien) spielt eine entscheidende Rolle. Da ist Intelligenz sehr zweitrangig.
Wer sich über die WTO informieren will und das nur im TV macht, der macht es falsch, oder ist eben sensationssüchtig. Oder auch nicht. Ich würde das nicht im Fernsehen machen. Das habe ich für mich entschieden.
Es gibt einen Gedankenansatz: Wenn jeder in seinem eigenen Garten für Ordnung sorgt, dann ist die Welt ganz automatisch in Ordnung.
Ich hoffe, du verstehst was ich sagen will, denn dieses Prinzip zu erklären, müsste ich wahrscheinlich ein Buch schreiben ;) Hat nichts mit kleinem Horizont und Informationsegoismus zu tun. Eher mit gesundem Egoismus. Aber leider hat das Wort "Egoismus" in dieser Gesellschaft immer einen negativen Beigeschmack, warum auch immer. Ich bin einer der größten Egoisten unter der Sonne dieser Welt. Das heißt aber nicht, andere hätten unter mir zu leiden! Eher im Gegenteil.
--- Zitat ---Aber ehrlich gesagt ist mir nicht klar, wie Du nun überhaupt zu diesen grundsätzlichen Fragen kommst, und v.a. was Du sagen willst. Wahrscheinlich mißverstehe ich alles.
Denn, klar, in einer einsamen Höhle ist man vor Falschinformationen sicher. Nein, Moment! Mist, immer dieser Sokrates. ;)
Der größte Falschinformierer ist halt dann doch das eigene Hirn.
--- Ende Zitat ---
Und da das Hirn nur das umsetzt, was es zu sehen bekommt, spare ich mir die Nachrichten im Fernsehen. Das nun schon seit ca. 4-5 Jahren. Ich kann nicht sagen, dass mir etwas fehlt. Der Welt auch nicht.
Die grundsätzlichen Fragen habe ich mir selber gestellt (und einige andere mehr), um mir über mich im Klaren zu sein.
--- Zitat ---Immer dieser Pessimismus. Man kann auch im Kleinen etwas bewirken. Niemand erwartet von Dir oder mir, unser Leben einzig und allein in den Dienst der guten Sache zu stellen. Nur wenn man sagt: Bringt eh alles nichts! - Dann ist der Kampf schon verloren. Eine Kapitulation, die unzufrieden macht.
--- Ende Zitat ---
Schade das du es so siehst. Das ist kein Pessimismus sondern Konsequenz. Ich mache viel, um anderen zu helfen. Im kleinen Rahmen. Halt nach dem bereits erwähnten Gartenprinzip. Aber um wirklich etwas zu verändern, da muss man ganz groß ansetzen, oder zu tausenden. Was ich mache, hilft meinem Umfeld und das reicht mir. Und aufgeben war noch nie meine Stärke ;)
--- Zitat ---Da wäre der richtige Schluß aber, den Horizont zu erweitern anstatt ihn zu verengen.
Es ist aber sicher eine richtige Einstellung, die Dinge zu hinterfragen und zu versuchen, den anderen Blickwinkel - wenn nicht einzunehmen, so doch mindestens hinzunehmen.
Wobei es ja wohl ein paar Grundsätze gibt, über die man nicht zu diskutieren braucht, schließlich haben sich z.B. alle oben genannten Ländern verpflichtet, die UN-Charta zu respektieren.
Aha, es geht also doch nur ums Fernsehen? Das liest sich oben ganz anders.
Wenn das so ist, hättest Du Dir viele Worte sparen können:
Auch ich bin der Meinung, es gibt in vielen Dingen bessere und v.a. effizientere Mittel in Bezug auf Nachrichtenbeschaffung und insbesondere für die Fragen *nach* der Nachricht: Warum?
Nur hat das Fernsehen auch Vorteile: Schnelligkeit, eine vollständige Darstellung von Personen, d.h. mit Stimme und Gestik, und natürlich immer da, wo bewegte Bilder das Verständnis erleichtern.
Das man das zu selten findet - ja, leider. Deswegen lese ich auch Zeitung und Bücher.
Ich verstehe z.B. nicht, warum man die Tagesschau immer und immer wieder mit Bildern von davon- oder herbeifahrenden Politikerkarossen füllen muss, oder warum da immer so ein Typ steht und seine Infohäppchen präsentieren muss, als würde die Sache so verständlicher. Da wird das Potential des Fernsehens doch vergeudet.
Na klar, wenn man jedes Grundvertrauen z.B. in die ARD verloren hat, dann sollte man dort auch nicht mehr seine Informationen beziehen. Aber ohne Vertrauen geht's halt nicht, oder man glaubt einfach gar nichts mehr. Das sind meistens sehr unglückliche Menschen.
Aber z.B. zur ARD: Es gibt ja auch schöne, ausführliche Sendungen, die weit über die Tagesschau hinausgehen, in denen man sieht, wofür die Journalisten eigentlich bezahlt werden. Nur die ARD zeigt sie immer irgendwo unter ferner liefen, von einigen Ausnahmen abgesehen, etwa dem Weltspiegel.
--- Ende Zitat ---
Was dachtest du, schreibe ich in einem "TV-Junkie Thread"? Über Zeitungen und Bücher? Um es mal auf den Punkt zu bringen: Es eben die von dir erwähnte Mimik, das Ganzheitliche einer Person, während sie einen Satz sagt, eine Meinung vorträgt, die mir fehlt. Sie fehlt natürlich in Zeitungen und im Radio auch, aber da neige ich nicht so schnell dazu, den mir gezeigten Bildern zu vertrauen.
--- Zitat ---Naja, ich habe ja mal in einer Redaktion gejobbt und sah die Waschkörbe Leserbriefe. Ein Kumpel beim ZDF sagte mir, sie bekommen zu jedem kleinen Fehler kiloweise Briefe.
Ändern tut sich nichts, weil die Leute nicht wirklich konsequent sind und doch wieder die selbe Sendung einschalten - oft nur, zum sich zu ärgern.
Die einzige Schublade in der Du bei mir bist heißt "Neigt zu Grundsatzdiskussionen". ;D
--- Ende Zitat ---
Wenn ich etwas erklären muss, was andere nicht verstehen, wo soll ich anfangen? Die einzige Möglichkeit hier bestand in der Grundsatzdiskussion.
Und um mich nicht zu ärgern, schaue ich nicht. Ganz einfach.
--- Zitat ---Ich finde also den Komplettverzicht auf TV schon nachvollziehbar und in gewisser Weise auch gerechtfertigt, wenn man einen ganz harten Standpunkt einnimmt, denn jeder Sender sendet irgendwann einmal Müll. Man kann aber auch sagen: Ich suche mir die Perlen zusammen, auch wenn ich dafür im Misthaufen wühlen muss.
Das ist so mein Standpunkt, auf dem ich zugegebenermaßen öfters ins Wanken gerate (Fußball!).
Könnte aber auch ohne Fernsehen auskommen - ohne Zeitung und Bücher nicht.
P.S.:
Oje, ist der Beitrag lang geworden. Danke fürs Lesen! ;)
--- Ende Zitat ---
Dein letzter Absatz macht mir Angst, wenn ich ehrlich bin. Es ist nachvollziehbar und in "gewisser Weise gerechtfertigt". Muss ich mich rechtfertigen, weil ich kein TV schaue? Bin ich andersartig? Aber genau das ist die Reaktion, die ich bis vor ein paar Monaten bekam, wenn ich irgendwo erwähnte, ich hätte gar keinen Fernseher. Von Unverständnis bis Mitleid, über Ungläubigkeit alles vertreten.
Auf einmal war ich kein Gesprächspartner mehr für Tagesgeschehen. Auf der Arbeit, da habe ich von jeher einen komischen Ruf, weil ich halt konsequenter als andere bin, wurde ich dadurch noch mehr in die Ecke des seltsamen Rebellen gedrückt. Ich bin aber gar kein Rebell. Ich bin nur ehrlich mir gegenüber und konsequent in meinem Handeln. Meistens ;)
Was ist der am meisten von Süchtigen gebrauchte Satz? Ja, genau der: Ich kann auch ohne...
Meine Antwort: Beweise es! Nicht mir. Dir. Viel wichtiger.
So, jetzt haben wir aber genug über TV geplappert, das ich nicht mal schaue... Mal sehen wie oft ich mich verfranzt und mir selber widersprochen habe... :D
Florian:
--- Zitat von: Locusta am Dezember 19, 2005, 18:55:09 ---Die Italiener sind anscheinend zufrieden mit ihrem TV-Programm. Immerhin gehören Berlusconi 3 der wichtigsten TV-Sender in Italien. Zusätzlich "beherrscht" er auch noch in seinem Amt die ÖR. Bis jetzt macht er dort noch den Vorsitzenden - und die Italiener sind im Wechsel ihrer Machthaber doch recht schnell, was u.a. die Römerzeit beweist.
--- Ende Zitat ---
Erstens gibt es jede Menge Italiener, die damit ganz und gar nicht zufrieden sind. Auch spielen bei einer Wahl viele Faktoren eine Rolle und nicht nur die Medienpolitik. Zudem ist ja gerade diese Medienmacht mitverantwortlich für Berlusconis Aufstieg und Popularität - er ist also nicht trotz dieser Macht noch Regierungschef, sondern auch wegen ihr. Ein Grund mehr, ganz genau auf Medienvielfalt zu achten.
Zweitens weiß ich beim besten Willen nicht, warum etwas dadurch besser sein soll, nur weil es anderswo noch schlimmer ist.
--- Zitat ---Was den Pessimismus angeht meinte ich nur, dass du oben sagtest, dass man den Kopf in den Sand stecken soll, aber unten dann das ganze wieder relativierst. Ist auch nicht so wichtig ;).
--- Ende Zitat ---
Ich sage: Der Einzelne kann durchaus etwas bewirken. Die Welt zu verändern ist natürlich unrealistisch, aber darum ganz aufzugeben ist der falsche Schluß.
Habe den Einwand also immer noch nicht verstanden. Vielleicht ist mein langer Beitrag aber etwas wirr geraten, v.a. beziehen sich meine Aussagen immer direkt auf das Zitat und sind nicht etwa aufeinander aufbauende Argumente. Daher vielleicht die empfundene Relativierung.
--- Zitat ---Da kann ich dir nur Zustimmen. Einzig verwunderlich: Wenn 4 Sender 4 verschiedene, teils sogar widersprüchliche Informationen weitergeben...
--- Ende Zitat ---
Hm, aber wenn vier Sender genau das gleiche berichten, ist das eigentlich nicht noch viel verwunderlicher? :)
Wie man's dreht, ist's immer ein Problem. Es gilt halt den Mittelweg zu finden, den richtigen Mix von Medien, auf die man sich persönlich verlassen will/kann.
Was nicht immer einfach ist, auch klar, aber doch auch nicht besonders schwierig. Und natürlich darf man dann aber nicht glauben, man sei im Besitz der absoluten Wahrheit.
--- Zitat ---Dennoch glaube ich, dass unsere deutschen Medien neutraler sind als die US-Medien
--- Ende Zitat ---
Leider keine große Kunst mehr, auch wenn ich Patricks Aussage für übertrieben halte.
--- Zitat ---Irgendwer schrieb noch was über die Quoten: Dazu kann ich nur sagen, was keine Quoten bringt wird halt spät gesendet, egal ob es kulturell wertvoll ist oder nicht.
--- Ende Zitat ---
Na klar. Nur: Muss das so sein, auch auf den ÖR? Und ist nicht auch die Programmierung verantwortlich für immer weniger Vielfalt in der Prime-Time, weil die Programmmacher übertrieben auf die Quote schielen? Kommt dann immer das gleiche, seichte Zeug, ist es ja klar, daß Sendungen mit Niveau kaum noch angenommen werden - die Leute sind sie einfach nicht mehr gewohnt.
Hätte Christiansen eine wesentlich schlechtere Quote, wenn sie die Diskutanten auch mal gezielt befragen würde, sachlich, aber kompetent?
Viel zu oft gibt man sich mit Mittelmaß zufrieden, anstatt ganz offensiv die ÖR-Qualitäten in den Vordergrund zu stellen.
Und auch wenn ich gerne Fußball sehe und sogar Boxen - mir wäre es lieber, meine GEZ-Gebühren würden in qualitativ höherwertige(n) Journalismus und Drehbücher gesteckt. Sport ist letztendlich nicht das Wichtigste an der Grundversorgung und sehr gut auch von den Privaten zu bedienen.
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