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TV-Junkies?!?

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MacFlieger:
Ich trau' mich ja gar nicht zu schreiben, daß ich jeden Tag Fernseh gucke. Und nicht nur ÖR Dokus, sondern auch die bösen Privaten.

Wobei ich eher Serien schaue und diejenigen, die ich gucke, jetzt fast alle ausgelaufen sind. Mein Hauptgucktag war eiegntlich der Mittwoch. Da kam ja alles parallel. Grauenhaft.
Meine Lieblingsserien dabei: Buffy, Charmed, Angel, Stargate.
Für die kurze Zerstreuung zwischendurch die richtig üblen Sitcoms: Die Nanny, Hör mal wer da hämmert, Sledge Hammer

So, und jetzt zerreißt mich.  ;D ;D ;D

warlord:

--- Zitat von: Patrick am Dezember 18, 2005, 10:51:52 ---Zum anderen wird immer schlechter recherchiert, so daß oftmals falsche oder unvollständige Informationen verbreitet werden.

--- Ende Zitat ---

Wobei man fairerweise zugeben muss, dass das nicht nur auf die elektronischen Medien zutrifft. Jeder der einen Artikel über ein Thema hört/schaut/liest, das er bestens kennt, oder über einen Anlass/Vorfall bei dem er selbst anwesend war, kann ja in etwa erkennen, dass ein Artikel mit 50% Wahrheitsgehalt schon eher zu den "seriösen" eingereiht werden muss. Traurig aber wahr. Und die Unterschiede im Wahrheitsgehalt sind zwischen "seriösen" und "unseriöseren" Medien erstaunlicherweise noch nicht einmal riesig.

Locusta:

--- Zitat von: Patrick am Dezember 18, 2005, 10:51:52 ---Aber auch eine sehr gefährliche Sache. Zum einen wird die Medienhörigkeit immer schlimmer, obwohl man immer wieder Manipulationen der öffentlichen Meinung durch die Medien aufdeckt. Zum anderen wird immer schlechter recherchiert, so daß oftmals falsche oder unvollständige Informationen verbreitet werden.

--- Ende Zitat ---
Beispiel: Wikipedia. Irgendwer trägt dort Infos ein, diese werden dann gefunden und als richtig angesehen.



Ich freue mich schon aufs TV der Zukunft, so wie es jetzt schon geplant wird. TV wird digitalisiert und jeder kann für einen monatlichen Obulus das sehen, was er gerne möchte. Soll heissen man wählt die TV-Sendung aus, die man sehen möchte, und los gehts. Vorteil für den "Provider": Er weiß genau was vom Kunden gefordert wird, kann Werbung überall einblenden usw. Weiterer Vorteil für den Kunden: Wenn heute der Film um 20:15 anfängt, den man eigentlich gerne sehen möchte aber erst 20:30 nach hause kommt, kann man sihc um 20:45 vors TV setzen und dann den Film von 20:15 von anfang an sehen.
Natürlich wird darüber Statistik geführt, was für Sendungen man sieht, - natürlich nur zum internen Gebrauch - so dass einem das TV schon Vorschläge macht, was - laut Statistik - für die Person sehenswert ist und was nicht.
Schon wieder ein zusätzlicher Schritt in Richtung durchsichtiger Bürger ohne dass wird es merken...

Thyrfing:

--- Zitat von: Florian am Dezember 18, 2005, 15:06:24 ---Ich weiche überhaupt nichts auf, ich schreibe doch von Anfang an, daß es viel Müll gibt.
Natürlich hat das Fernsehen teilweise "andere" Gefahren als Printprodukte, wobei wir ja auch hier gute Beispiele für Sauereien aller Art kennen.

--- Ende Zitat ---
Dies bezog sich auf die Aussage, dass es halt RTL ist und nicht das Fernsehen generell, wobei du dann im Nachsatz sagst, andere Sender wären ähnlich, zumindest interpretiere ich das so. Ok, Aufweichen ist der falsche Begriff, ein besserer fällt mir dazu aber nicht ein ;)

--- Zitat ---Ich sage nur: Es liegt am Macher, nicht am Medium an sich.
Und ich glaube nicht, daß die Leute so steuerbar sind, in ihren Grundansichten. Bzw., viel mehr: Das diejenigen, die leicht steuerbar sind, nicht erst durchs Fernsehen steuerbar werden.
Denn so wie bewegte Bilder einen anderen Eindruck aufs Gehirn machen, so sehr sind doch die Leute mittlerweile mit dem Medium und seinen Mechanismen vertraut. So sehr sogar, daß nun wieder Gedrucktes zu oft einen ungerechtfertigten einen Vertrauensvorschuss erhält.

--- Ende Zitat ---
Du meinst, die Mehrheit der Zuschauer kann verstehen was ihnen da an Informationen geboten wird? Die wissen, dass vieles Schwachfug ist? Ich glaube eher, viele Leute mit denen ich mich über Fernsehen unterhalte sagen nur:"Ja, es ist Schwachsinn.", um nicht blöde dazustehen, weil sie gar nicht realisieren was ihnen vorgesetzt wird. Das Medienbewusstsein wird von flackernden Bildern und obszönen Äusserungen untergraben. Jeder kriegt das Bild, dass sein Verstand benötigt, um auf etwas anzuspringen, die Qualität spielt dabei doch gar keine Rolle mehr. Das Denken wird ausgeschaltet.

--- Zitat ---Und das mit Springer:
Ja, natürlich hätte ich das anders formulieren können/sollen. Ich dachte, es ist klar, was gemeint ist.
Ich werde weiterhin "da reinschauen" - in den Fernseher, nicht ins Springer-Sender-Konglomerat, weil ich nicht dem Medium Fernsehen an sich den Rücken kehre, nur weil es für Falschinformationen mißbraucht wird. Ich lese ja auch Tageszeitung obwohl es die Bild-Zeitung gibt und nutze das Internet obwohl dort noch viel mehr Müll und Falschinformationen zu finden sind als auf deutschen Privatsendern.

Deinen letzten Satz verstehe ich gar nicht. Augen zu und Informationen um jeden Preis?
Einzig wenn ich ihn umdrehe, macht er Sinn: Richtige (!) Informationen um jeden Preis, darum Augen auf, wer sie verkündet, was sie enthalten, was dahintersteckt!

--- Ende Zitat ---

Na, es war halt eine Frage, keine Feststellung. Weil ich eben um die Schwäche weiß, den Bildern, richtig in Szene und Sound gepackt, einfach zu glauben, frage ich mich, wie viel Sinn es macht die Sender zu schauen, die bewusst Falschinformationen streuen. Deswegen: Augen zu und durch, oder besser abschalten? Ich habe mich entschieden und schalte lieber ab. Wobei sich die nächste Frage ja zwingend aufdrängt: Welche Information muss ich eigentlich haben? Was ist für mich wichtig? Mit welchen Informationen kann ich ganz persönlich etwas für mich anfangen?
Und darum geht es doch, oder? Oder geht es etwa um die Informationen vom Leiden aus aller Welt, um sich über Dinge zu echauffieren, die man so oder so nicht beeinflussen kann?
Mir geht es um Informationen die mir hier und jetzt helfen mein Leben zu gestalten. Auch wenn überall Globalisierung und Weltfrieden draufsteht. Was ist am Ende für uns drin? Nichts, weil wir es, als Individuum gar nicht beeinflussen können. Also sind doch die Informationen aus der großen weiten Welt für mich persönlich vollkommen unbrauchbar. Oh ja, ich könnte meine Sensationslust befriedigen und genau das sollen die Informationen von heute machen.

Keine Information verständlich rüberbringen, sondern geschickt verpackt den Menschen von den wichtigen Dingen im Alltag ablenken. Wenn ich etwas beeinflussen wollte, dann muss ich so konsequent sein und alles liegen und stehen lassen, in eine Vereinigung treten, die solche Sachen anpackt.
Mein Leben aufgeben.
Nein, da bin zu feige, ich lebe gerne so wie ich lebe. Und deshalb ist es mir, auch wenn ich gleich zerpflückt werde, ziemlich egal, was in Übersee passiert. Natürlich sehe ich mit Entsetzen, was der US-Amerikaner tut, ich sehe mit ziemlicher Gänsehaut wie der Iran sich benimmt, aber ich kann a) die Nachrichten nicht als glaubwürdig prüfen und b) nicht beurteilen, was davon im Filter des Journalisten hängen geblieben ist. Hier, in Deutschland, kenne ich die Stimmung im Land, weil ich ein Teil davon bin. Ich kann also recht gut über die Qualität der Nachrichten bestimmen, aber auch da schon nur mit Vorsicht (siehe RTL), Informationen aus Übersee kann ich maximal lesen und hinnehmen, weil ich nicht weiß, wie sich die Menschen in den USA fühlen, was Politiker dort veranlasst ihre Entscheidungen zu treffen, ich kann nicht ahnen, welchen Hass der Iran auf Israel wirklich verspürt (wenn dem so ist), weil ich einfach viel zu weit weg bin.

Es gebe noch mehr, was ich schreiben könnte, das hier ist auch nur die halbe Wahrheit über meine Aversion gegenüber Nachrichten aus der Flimmerkiste. Vielleicht kommt ein Psychologe und sagt, ich hätte mich aufgegeben, die Hoffnung verloren, oder sonst was. Aber es ist halt so. Warum sollte ich meine Zeit damit verbringen und Nachrichten schauen, bei denen ich erst noch 5 Millionen andere Quellen lesen muss, um einen Eindruck über deren Wahrheitsgehalt zu bekommen.

Und nein, ich sage nicht, alle Nachrichten sind gefälscht. Quatsch, aber sie sind mir halt zu wässrig. An meinem Wohnort lese ich Nachrichten und wenn ich meine, da ist was komisch, dann gehe ich und kann es prüfen. Und ja, auch ich bin weit entfernt in irgendeiner Weise konsequent zu sein.

Nur damit du mich verstehst und nicht meinst, ich würde dich verurteilen oder in eine Schublade stecken, habe ich jetzt soviel dazu geschrieben. :D
Dies ist ganz alleine mein Problem. Ich bin mir sicher, wenn jeder so auf Unstimmigkeiten in den Nachrichten reagieren würde, sehe die Pressewelt heute etwas anders aus. Vielleicht ;)

Florian:

--- Zitat von: Thyrfing am Dezember 18, 2005, 18:02:20 ---Dies bezog sich auf die Aussage, dass es halt RTL ist und nicht das Fernsehen generell, wobei du dann im Nachsatz sagst, andere Sender wären ähnlich, zumindest interpretiere ich das so. Ok, Aufweichen ist der falsche Begriff, ein besserer fällt mir dazu aber nicht ein ;)
--- Ende Zitat ---

Ja, ich sehe einen gewissen Niveauverfall, d.h. man muss schon genau auswählen. In zunehmendem Maße, glaube ich. Und klar könnte es irgendwann den Punkt geben, an dem das Auswählen zu aufwendig wird.
Der ist bei mir dann doch weit weg. Es laufen wirklich auch viele gute Sachen, auch Sachen, die man in der Videothek gar nicht bekommt, oder einfach nicht auswählt, weil man keine Ahnung hat, ob's taugt. Erst neulich kamen drei Top-Filme gleichzeitig: Ein französisches (Krimi)Drama über diebische Kinder auf einer Insel, ein japanisch-australisches Roadmovie (zigfach preisgekrönt) und der alte, aber geniale Schinken "Der Honorarkonsul". Leider halt alles spät abends oder besser gesagt nachts - was ich nicht verstehen kann.  Nur mal so als Beispiel.





--- Zitat ---Du meinst, die Mehrheit der Zuschauer kann verstehen was ihnen da an Informationen geboten wird? Die wissen, dass vieles Schwachfug ist? Ich glaube eher, viele Leute mit denen ich mich über Fernsehen unterhalte sagen nur:"Ja, es ist Schwachsinn.", um nicht blöde dazustehen, weil sie gar nicht realisieren was ihnen vorgesetzt wird. Das Medienbewusstsein wird von flackernden Bildern und obszönen Äusserungen untergraben. Jeder kriegt das Bild, dass sein Verstand benötigt, um auf etwas anzuspringen, die Qualität spielt dabei doch gar keine Rolle mehr. Das Denken wird ausgeschaltet.

--- Ende Zitat ---

Ich habe aber auch schon folgende Erfahrung gemacht: Intelligente, nette Menschen entpuppen sich nach einiger Zeit als seifenopernsüchtig.
Natürlich kann ich nicht verneinen, daß es mich da gruselt und das ich das nicht als förderlich für deren Intelligenz halte, aber: Sind sie deswegen fremdgesteuert und verblödet oder ist ihr Verständnis von Entspannung nur ein anderes als meines?
Hier im Forum endlose Beiträge zu schreiben, oder Mac-News zu verschlingen, ist denen sicher auch eher suspekt.



--- Zitat ---Na, es war halt eine Frage, keine Feststellung. Weil ich eben um die Schwäche weiß, den Bildern, richtig in Szene und Sound gepackt, einfach zu glauben, frage ich mich, wie viel Sinn es macht die Sender zu schauen, die bewusst Falschinformationen streuen.
--- Ende Zitat ---

Ich glaube eben nicht, daß das *alle* machen, schon gar nicht bewußt.
Aber klar muss man gewichten, daß ein Bericht in Monitor wahrscheinlich anders daher kommen wird als in Report aus München. Das muss aber keine bewußte Falschinformation sein. Aber klar haben auch Journalisten eine Meinung, die sie bei aller Seriosität, soweit vorhanden, nicht immer raushalten können (schlimm wird's, wenn sie sie auch nicht raushalten sollen...).
Und selbstverständlich - ist da zu viel Meinung, ist das schlecht. Und bewußte Falschinformation aus was für Gründen auch immer ist völlig inakzeptabel. In jedem Medium.


--- Zitat ---Deswegen: Augen zu und durch, oder besser abschalten? Ich habe mich entschieden und schalte lieber ab. Wobei sich die nächste Frage ja zwingend aufdrängt: Welche Information muss ich eigentlich haben? Was ist für mich wichtig? Mit welchen Informationen kann ich ganz persönlich etwas für mich anfangen?
Und darum geht es doch, oder? Oder geht es etwa um die Informationen vom Leiden aus aller Welt, um sich über Dinge zu echauffieren, die man so oder so nicht beeinflussen kann?
Mir geht es um Informationen die mir hier und jetzt helfen mein Leben zu gestalten. Auch wenn überall Globalisierung und Weltfrieden draufsteht. Was ist am Ende für uns drin? Nichts, weil wir es, als Individuum gar nicht beeinflussen können. Also sind doch die Informationen aus der großen weiten Welt für mich persönlich vollkommen unbrauchbar. Oh ja, ich könnte meine Sensationslust befriedigen und genau das sollen die Informationen von heute machen.
--- Ende Zitat ---

Ist jemand, der sich über die WTO-Verhandlungen informiert also sensationssüchtig?
Ich weiß nicht, ob Du es so meinst, aber es liest sich so.
"Die ganzen Informationen sind für mich unbrauchbar..." ist für mich keine sinnvolle  Geisteshaltung.
Was meine Steuergelder und meine Ausgaben woanders bewirken, was meine Regierung anderswo vertritt, geht mich eben schon etwas an.
Erst wirfst Du den Leuten vor, sie wären großteils zu blöde, sich richtig zu informieren, dann sagst Du, daß ist sowieso nicht sinnvoll, da das alles einen selbst nicht direkt berührt. Informationsegoismus sozusagen mit der Garantie auf einen immer enger werdenden Horizont.


Aber ehrlich gesagt ist mir nicht klar, wie Du nun überhaupt zu diesen grundsätzlichen Fragen kommst, und v.a. was Du sagen willst. Wahrscheinlich mißverstehe ich alles.

Denn, klar, in einer einsamen Höhle ist man vor Falschinformationen sicher. Nein, Moment! Mist, immer dieser Sokrates. ;)
Der größte Falschinformierer ist halt dann doch das eigene Hirn.


--- Zitat ---Keine Information verständlich rüberbringen, sondern geschickt verpackt den Menschen von den wichtigen Dingen im Alltag ablenken. Wenn ich etwas beeinflussen wollte, dann muss ich so konsequent sein und alles liegen und stehen lassen, in eine Vereinigung treten, die solche Sachen anpackt.
Mein Leben aufgeben.
--- Ende Zitat ---

Immer dieser Pessimismus. Man kann auch im Kleinen etwas bewirken. Niemand erwartet von Dir oder mir, unser Leben einzig und allein in den Dienst der guten Sache zu stellen. Nur wenn man sagt: Bringt eh alles nichts! - Dann ist der Kampf schon verloren. Eine  Kapitulation, die unzufrieden macht. 


--- Zitat ---Nein, da bin zu feige, ich lebe gerne so wie ich lebe. Und deshalb ist es mir, auch wenn ich gleich zerpflückt werde, ziemlich egal, was in Übersee passiert. Natürlich sehe ich mit Entsetzen, was der US-Amerikaner tut, ich sehe mit ziemlicher Gänsehaut wie der Iran sich benimmt, aber ich kann a) die Nachrichten nicht als glaubwürdig prüfen und b) nicht beurteilen, was davon im Filter des Journalisten hängen geblieben ist. Hier, in Deutschland, kenne ich die Stimmung im Land, weil ich ein Teil davon bin. Ich kann also recht gut über die Qualität der Nachrichten bestimmen, aber auch da schon nur mit Vorsicht (siehe RTL), Informationen aus Übersee kann ich maximal lesen und hinnehmen, weil ich nicht weiß, wie sich die Menschen in den USA fühlen, was Politiker dort veranlasst ihre Entscheidungen zu treffen, ich kann nicht ahnen, welchen Hass der Iran auf Israel wirklich verspürt (wenn dem so ist), weil ich einfach viel zu weit weg bin.
--- Ende Zitat ---

Da wäre der richtige Schluß aber, den Horizont zu erweitern anstatt ihn zu verengen.
Es ist aber sicher eine richtige Einstellung, die Dinge zu hinterfragen und zu versuchen, den anderen Blickwinkel - wenn nicht einzunehmen, so doch mindestens hinzunehmen.
Wobei es ja wohl ein paar Grundsätze gibt, über die man nicht zu diskutieren braucht, schließlich haben sich z.B. alle oben genannten Ländern verpflichtet, die UN-Charta zu respektieren.


--- Zitat ---Es gebe noch mehr, was ich schreiben könnte, das hier ist auch nur die halbe Wahrheit über meine Aversion gegenüber Nachrichten aus der Flimmerkiste. Vielleicht kommt ein Psychologe und sagt, ich hätte mich aufgegeben, die Hoffnung verloren, oder sonst was. Aber es ist halt so. Warum sollte ich meine Zeit damit verbringen und Nachrichten schauen, bei denen ich erst noch 5 Millionen andere Quellen lesen muss, um einen Eindruck über deren Wahrheitsgehalt zu bekommen.
--- Ende Zitat ---

Aha, es geht also doch nur ums Fernsehen? Das liest sich oben ganz anders.

Wenn das so ist, hättest Du Dir viele Worte sparen können:
Auch ich bin der Meinung, es gibt in vielen Dingen bessere und v.a. effizientere Mittel in Bezug auf Nachrichtenbeschaffung und insbesondere für die Fragen *nach* der Nachricht:  Warum?
Nur hat das Fernsehen auch Vorteile: Schnelligkeit, eine vollständige Darstellung von Personen, d.h. mit Stimme und Gestik, und natürlich immer da, wo bewegte Bilder das Verständnis erleichtern.
Das man das zu selten findet - ja, leider. Deswegen lese ich auch Zeitung und Bücher.
Ich verstehe z.B. nicht, warum man die Tagesschau immer und immer wieder mit Bildern von davon- oder herbeifahrenden Politikerkarossen füllen muss, oder warum da immer so ein Typ steht und seine Infohäppchen präsentieren muss, als würde die Sache so verständlicher. Da wird das Potential des Fernsehens doch vergeudet.


--- Zitat ---Und nein, ich sage nicht, alle Nachrichten sind gefälscht. Quatsch, aber sie sind mir halt zu wässrig. An meinem Wohnort lese ich Nachrichten und wenn ich meine, da ist was komisch, dann gehe ich und kann es prüfen. Und ja, auch ich bin weit entfernt in irgendeiner Weise konsequent zu sein.
--- Ende Zitat ---

Na klar, wenn man jedes Grundvertrauen z.B. in die ARD verloren hat, dann sollte man dort auch nicht mehr seine Informationen beziehen. Aber ohne Vertrauen geht's halt nicht, oder man glaubt einfach gar nichts mehr. Das sind meistens sehr unglückliche Menschen.
Aber z.B. zur ARD: Es gibt ja auch schöne, ausführliche Sendungen, die weit über die Tagesschau hinausgehen, in denen man sieht, wofür die Journalisten eigentlich bezahlt werden. Nur die ARD zeigt sie immer irgendwo unter ferner liefen, von einigen Ausnahmen abgesehen, etwa dem Weltspiegel.


--- Zitat ---Nur damit du mich verstehst und nicht meinst, ich würde dich verurteilen oder in eine Schublade stecken, habe ich jetzt soviel dazu geschrieben. :D
Dies ist ganz alleine mein Problem. Ich bin mir sicher, wenn jeder so auf Unstimmigkeiten in den Nachrichten reagieren würde, sehe die Pressewelt heute etwas anders aus. Vielleicht ;)

--- Ende Zitat ---

Naja, ich habe ja mal in einer Redaktion gejobbt und sah die Waschkörbe Leserbriefe. Ein Kumpel beim ZDF sagte mir, sie bekommen zu jedem kleinen Fehler kiloweise Briefe.
Ändern tut sich nichts, weil die Leute nicht wirklich konsequent sind und doch wieder die selbe Sendung einschalten - oft nur, zum sich zu ärgern.
Die einzige Schublade in der Du bei mir bist heißt "Neigt zu Grundsatzdiskussionen". ;D


Ich finde also den Komplettverzicht auf TV schon nachvollziehbar und in gewisser Weise auch gerechtfertigt, wenn man einen ganz harten Standpunkt einnimmt, denn jeder Sender sendet irgendwann einmal Müll. Man kann aber auch sagen: Ich suche mir die Perlen zusammen, auch wenn ich dafür im Misthaufen wühlen muss.
Das ist so mein Standpunkt, auf dem ich zugegebenermaßen öfters ins Wanken gerate (Fußball!). 

Könnte aber auch ohne Fernsehen auskommen - ohne Zeitung und Bücher nicht.

P.S.:
Oje, ist der Beitrag lang geworden. Danke fürs Lesen! ;)

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