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Rentendiskussion

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Florian:
Passt hier rein, denke ich. Italiens Bevölkerung schrumpft dramatisch:
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/geburtenkrise-italien-babykost-meloni-aussterben-1.5757092

Natürlich ist die Prognose eines bis Null anhaltenden Abwärtstrend der Geburten albern. Fakt aber ist, das schon zwei Millionen Italiener weniger existieren und das in nur sieben Jahren.

Deutschland wächst auch nur durch massiven Zuzug.

radneuerfinder:
Falls die Wirtschaftsleistung nicht sinkt, ist aber noch genau so viel Geld da. Bei weniger Bevölkerung sogar mehr für jeden Einzelnen.

Florian:
Genau, leider ist das nicht zu erwarten. Schon jetzt sieht es in vielen Teilen Italiens nicht gut aus, also auch in normalen Zeiten hat man große Probleme und ein Politikversagen.
 Wie ja zum Teil auch in Deutschland, nur drastischer.

Süditalien z.B. ist fast völlig ohne größere Industriebetriebe. Daher sind Produktivitätssteigerungen eher unwahrscheinlich.
Zudem fehlen heute schon Millionen Fachleute, ein Problem, das wir ja auch haben, eigentlich europaweit. Nicht nur das, die reicheren Nationen verpflichten auch die Arbeitenden der ärmeren „Freunde“.

Sicher hat eine sinkende Bevölkerungszahl nicht nur Nachteile. Aber sie wirft eben schon auf gewaltige Probleme auf, die man lösen müsste. Habe das nicht das Vertrauen in die Politik.

Aktuelles Beispiel: der Rechnungshof fordert die Rückführung der Neuverschuldung. Heuer werden wieder 40 Mrd. Zinsen fällig, statt 4 Mrd.
Auch der Rechnungshof fragt sich, warum der riesige Investitionsbedarf nicht zur Nullzinszeit aufgenommen wurde. Das hatte ich hier ja auch schon verlangt.

Und wenn man Kapitalrenten einführen will, warum legt man dann nicht für jeden Neugeborenen 2500 Euro an? In 65 Jahren wird dann monatlich ausbezahlt, schon wären die Renten spürbar höher. Je nach Rendite, die aber auf den Zeitraum historisch gesehen doch nicht zu verachten wäre. MSCI World weist 8%/anno aus. Rechnen wir mit fünf… wären das fast 60000 Euro. Nehmen wir 20 Rentenjahre an, wären das 250 Euro im Monat. Zahlt man mehr ein oder steigert die Rendite auch nur minimal, noch mehr.
Das wären dann ca. zwei Milliarden im Jahr Kosten. Also auch keine massiven Verwerfungen an den Kapitalmärkten.

Gut, hilft den Rentnern heute und morgen nichts, aber man muss ja weit in die Zukunft planen.

radneuerfinder:
Mich ärgert, dass wir bei den Renten nicht über das eigentliche Parameter Bruttosozialprodukt reden, sondern uns ausschließlich auf den nachrangigen Teilaspekt Verhältnis Angestellte - Rentner konzentrieren.

Diskutiert werden sollte, ob die Wirtschaftskraft durch Geburten, Zuwanderung, oder Produktivitätssteigerungen, oder eine Mischung aus allem stabil gehalten werden kann. Oder, ob wir bei der Altersvorsorge lieber auf den
--- Zitat von: Florian am März 02, 2023, 14:06:42 ---MSCI World
--- Ende Zitat ---
, also aufs Ausland setzen sollten?

Florian:

--- Zitat von: radneuerfinder am März 03, 2023, 07:47:54 ---Mich ärgert, dass wir bei den Renten nicht über das eigentliche Parameter Bruttosozialprodukt reden, sondern uns ausschließlich auf den nachrangigen Teilaspekt Verhältnis Angestellte - Rentner konzentrieren.

Diskutiert werden sollte, ob die Wirtschaftskraft durch Geburten, Zuwanderung, oder Produktivitätssteigerungen, oder eine Mischung aus allem stabil gehalten werden kann. Oder, ob wir bei der Altersvorsorge lieber auf den
--- Zitat von: Florian am März 02, 2023, 14:06:42 ---MSCI World
--- Ende Zitat ---
, also aufs Ausland setzen sollten?

--- Ende Zitat ---

War erstens nur ein Beispiel, zweitens verstehe ich den Einwand nicht. Drittens wird da nicht das Ausland abgebildet, sondern internationale Firmen, von denen aber in der Tat die allermeisten im Ausland ihren Hauptsitz haben, vorrangig in den USA. Na und?

Natürlich könnte man auch nur in deutsche oder europäische Werte investieren. Aber warum? Damit senkt man nur die Renditechancen und erhöht das Risiko.
Nehmen wir den DAX und vergleichen ihn mit dem MSCI World, wie gesagt nur ein Beispiel. Aber bitte den Kurs-DAX und nicht den überall berichteten Performance-DAX. Bei dem werden nämlich die Dividenden mitgerechnet. Der MSCI hat zwar auch eine Performance-Index, der wird aber selten abgebildet, also genau andersherum.

Selbstverständlich kann man auch nur in nachhaltige Unternehmen bzw. Indizes investieren oder in Anleihen von superdemokratischen Ländern nach deutschem Geschmack. Aber Beispiel Rheinmetall - die Regierung bestellt dort Waffen, sollte man dann nicht auch Aktien davon kaufen dürfen?

Das BSP ist natürlich wichtig. Es ist aber schwieriger zu erhöhen mit weniger Menschen, von denen mehr und mehr abhängig von den Sozialkassen sind und nicht mehr arbeiten. Ich denke, da sind wir uns einig.
Die Automatisierungsgewinne wiederum werden quasi nicht abgeschöpft. Das könnte man freilich ändern, aber nicht mit unseren Parteien.

Der wichtigste Faktor wären sowieso erstmal die Löhne. Die legen schließlich die Rente fest. Und wenn was übrig bleibt, könnte man das sogar privat anlegen - wie auch immer. Aber dafür wird man auch noch bestraft mit Steuern und/oder schlecht gefördert mit hohen Gebühren. Es sollte für solch lange Zeiträume keine Steuer mehr anfallen. Aber es werden ja sogar Renten besteuert, weil sie anscheinend zu hoch sind. ;)

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