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Apple nach Steve Jobs

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MacFlieger:

--- Zitat von: fränk am Dezember 18, 2012, 07:59:52 ---Und ich habe mir beim Lesen halt gedacht: Recht hat er, so denke ich inzwischen auch!

--- Ende Zitat ---

Sorry, aber das glaube ich nicht.
Ich bezweifele ganz stark, dass Du
- jemals Apples Produkte angebetet hast
- am Anfang Apple-Produkte gekauft hast, um auf der "richtigen" Seite gegen MS zu stehen
- jemals die Marketing-Behauptungen (kurz: "Wir sind die Guten") ernst genommen hast
Denn genau das ist es, was der Autor zugrunde legt und nun in der Realität ankommt und sich getäuscht und verraten fühlt. Es geht nicht um erwähnte Kritikpunkte, die aufgrund der Schrotschussmethode auch ein paar mal was reales treffen. Da bin ich bei Dir.
Aber dieses: "Man hat uns versprochen und wir haben geglaubt, was besseres zu sein und das stimmt ja gar nicht..." um das es dem Autor geht, nehme ich Dir nicht ab.

fränk:
Ja, stimmt.

Das ist das Stilmittel des Autors gewesen, das überlese ich, ich sehe den Weg Apples aber ähnlich wie er.

Ich glaube dem Autor auch nicht, dass er sämtliche Apple-Geräte gegen die anderer Hersteller austauscht.
Vielleicht ist sogar schon eine Story zum Ostergeschäft vorverfasst, in dem seinen reumütigen Weg zurück zu Apple beschreibt.

Ich habe ab und zu auch die Gedanken, den ganzen Apple-Kram loszuwerden, fange mich aber schnell wieder, wenn ich andere Geräte und OS so sehe.
Und ja, mir ist auch klar, dass mir WIN, Samsung, Android und der ganze Kram, im Nutzungsfall auch sehr schnell unsympathisch werden.

MacFlieger:

--- Zitat von: fränk am Dezember 18, 2012, 09:16:35 ---Das ist das Stilmittel des Autors gewesen, das überlese ich, ich sehe den Weg Apples aber ähnlich wie er.
--- Ende Zitat ---

Wie gesagt, ein paar der genannten Sachen sind ja richtig und ich sehe sie ebenfalls so. Allerdings sind die auch nur sehr plakativ und unreflektiert genannt. Das eben auch ein paar Sachen stimmen, ist eher ein Zufallstreffer.

Das ganze ist meiner Meinung nach nicht ein Stilmittel des Autors. Denn seine Argumentation baut eben nicht wie Deine und meine auf bestimmte Sachen auf, die uns missfallen, sondern es geht von vorne bis hinten immer nur darum, dass er sich getäuscht/betrogen fühlt. Apple hat (angeblich) bestimmte Gefühlssachen bei ihm angesprochen und ausgelöst und er sich darum dem Konzern "angeschlossen" und die Produkte gekauft. Nun sind die Flitterwochen herum und die rosa Brille ab und er sieht, was wirklich läuft und hat ein Gefühl des Betrogenseins. Die Apple gegenüber gebrachte Liebe und Zuneigung wird nicht erwidert bzw. er sieht nun die Realität.
Sein Hauptproblem ist nicht die Realität, sondern dass er diese vorher ignoriert hat und nun auf dem Boden der Tatsachen angekommen ist. Bei menschlichen Beziehungen ist das auch oft so.

radneuerfinder:
Seit 20 Jahren verehrt unser Autor die Produkte von Apple.

Was ist an diesem Satz so schlimm, Flieger? Und was ist schlimm wenn man verehren durch anbeten ersetzt?

Verehren ist ein Synonym für anbeten, genau so wie: anschmachten, anschwärmen, aufblicken, aufschauen, aufsehen, bewundern, schwärmen, verehren, vergöttern, zu Füßen liegen, anhimmeln.

Florian:
Ich denke wir sind uns ziemlich einig, mir ist das nur zu viel des Guten, was so geschrieben wird. En détail… 


--- Zitat von: warlord am Dezember 18, 2012, 06:44:12 ---
--- Zitat von: Florian am Dezember 17, 2012, 23:28:16 ---Da war Think Different, 1997, damals für die kleine, verzagte Mac-Gemeinde wohl die passende Werbung, wenn auch pathetisch bis auf die Knochen. Und seitdem?
--- Ende Zitat ---

Hatte z.B. die Get-a-Mac-Reihe eine andere Message? Ja, jede Episode hat irgend einen wirklichen Vorzug thematisiert. Aber allen gemeinsam war doch die Message, mit dem Kauf eines Mac wirst Du vom trotteligen Biedermann zum sympathischen dynamischen Typen.
--- Ende Zitat ---


Korrekt, wie bei fast jeder Werbung. Nimmt man das richtige Deo, fallen die schönsten Frauen über einen her. Sitzt man im richtigen Auto, hat man eine glückliche Familie und/oder ein tolles, aufregendes Leben. Apple hat vielleicht mit als erster im Computer-Bereich damit geworben. Das ist sicher ganz wesentlich.

Was sie aber nicht behaupteten: Man wird durch einen Mac ein besserer Mensch. Oder das Apple moralisch überlegen wäre.

Das ist doch mehr eine Projektion, die sich lange aus dem Status des Underdogs ergab. Und natürlich zelebrierte Apple diese Rolle geradezu, erst gegen IBM, dann gegen MS. Das sprach natürlich die Sozialromantiker an. Und dann war Jobs auch irgendwann mal so was wie ein Beinahe-Hippie.
Immer wieder kommt es ja zur Fehlannahme, die Underdogs (auch die Verlierer) sei irgendwie der bessere Menschenschlag. Das ist ja ein uraltes Motiv in vielen Kulturen.

Man muss aber aufpassen, sich da nicht irgendeine charakterliche Stärke bei Kauf des richtigen Produkts heraus zu konstruieren. Das spielt ja überall eine Rolle, ich sag' nur Bio oder Manufaktum. Es wird nicht gesagt, aber den Effekt gibt es wohl - angeblich sogar messbar.

Wo es meiner Meinung nach geradezu lächerlich wird, ist, wenn man seine eigene Projektion überprüft und dann krakeelt, man wäre betrogen worden. Wo doch in Wirklichkeit v.a. ein Selbstbetrug stattfand.


Ich meine, es war für mich schon auch tatsächlich beglückend, als ich meinen ersten Mac kaufte. Das habe ich eine zeitlang auch Jedem erzählt. Das man damit klare Kante gegen das verhasste Monopol fuhr, nahm ich gerne mit. Weil Monopole immer schlecht sind.
Ich war natürlich auch frustrierter Windows-Nutzer, schon meinen ersten PC kaufte ich widerwillig, für einen neuen Amiga hätte ich das Fünffache bezahlt, aber die gab es ja nicht mehr.
Bin ich deswegen besser oder auch nur cooler? Natürlich nicht.

Und Apple ist immer schon ein Konzern gewesen, nicht anderes. Eine Weile haben sie viel richtig gemacht und womöglich jetzt nicht mehr ganz so viel. Das ist alles.



--- Zitat ---Und mir scheint, man wusste und weiss auch sonst gut, den mittlerweile zum Selbstläufer gewordenen und natürlich in stärkerem Masse von der "Jüngerschaft" als von Apple selbst kultivierten Mythos subtil immer wieder zu befeuern. Zugegeben, schwer sich an die einzelnen Impulse alle zu erinnern und sie wirklich fest zu pinnen. Mag sein, dass einiges davon nicht mal Absicht ist. Aber hey, brauchen wir über die Gesamtausstrahlung der Firma Apple, die sich ja wohl kaum völlig von selbst aufgebaut hat, wirklich ernsthaft diskutieren?

--- Ende Zitat ---

Klar, so sagt man natürlich Sachen wie „alles, was uns antreibt ist, die besten Produkte herzustellen.“

Man muss hier aber echt mal auf andere US-Firmen gucken. In dieser Intensität tut man das ja selten. Dort wird einfach generell mit mehr salbungsvollen Worten und Show gearbeitet. Apple hat das sicher in den Jobs-Jahren perfektioniert. Wer darauf hereinfällt, ist aber selber schuld.
Ich sehe nicht, dass dies wirklich Verpflichtung wäre über die Produktqualität hinaus.

Selbstverständlich sehe ich aber alle Firmen in der Pflicht, die Zustände der Produktion zu überwachen und wo nötig einzugreifen. Aber Apple nicht mehr als andere. Das sie mehr tun als die anderen, hat aber natürlich auch Gründe in der Erwartungshaltung der (potentiellen) Käufer (die das anders sehen als ich).
Schon lustig, irgendwie…



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