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mbs

Re: Apple nach Steve Jobs
Antwort #270: März 23, 2024, 09:48:11
Welche eigene Welt? Die Analyse ist erstaunlich gut und fundiert.

Wenn jemand so massiv den freien Markt behindert, verstehen besonders die US-Amerikaner überhaupt keinen Spaß. Auf lange Sicht wird die einzige Lösung sein, Apple so zu zerschlagen, dass ihnen der Betrieb des App Store unter eigener Kontrolle verboten wird.

Florian

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Re: Apple nach Steve Jobs
Antwort #271: März 23, 2024, 12:01:26
Es geht ja nicht nur um den Appstore, mich regen die Politiker auf.
Vielmehr werden, dass meinte ich, Behauptungen aufgestellt, wie die Leute würden viel mehr zu Android wechseln, wenn die Geräte nicht so gut untereinander funktionieren würden. Dabei ist die Kundenzufriedenheit immer schon sehr hoch. Damit steht zu befürchten, dass dieses Funktionieren eingeschränkt werden soll, was hat denn der Verbraucher davon?
Oder das der iPod so erfolgreich wurde, weil das Justizministerium Microsoft zwang, Windows zu öffnen… da fehlen mir die Worte. Ist ja nicht so, dass iTunes vorinstalliert wurde.

Und ständig Monopol… da der Marktanteil nicht ausreicht, wird einfach der Markt der Premiumhandys erfunden. Als müsse man die kaufen.

Wenn der Appstore zwangsweise abgetrennt würde, würde ich das auch gerne bei allen anderen sehen, von PlayStation über die modernen Autos mit Zuschaltoptionen und natürlich GooglePlay. Auch wenn es Android andere Stores gibt, kaufen 99% der Leute nur dort. Betonung auf kaufen.
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"If music be the food of love, play on!”
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Florian

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Re: Apple nach Steve Jobs
Antwort #273: März 24, 2024, 07:12:56
Ich finde, die USA haben größere Probleme. Aber an BigTech kann man sich gut abarbeiten und hat die Sympathien auf seiner Seite. Mir dünkt, dass spielt hier eine große Rolle.

Wer nicht in den goldenen Käfig will, der kann doch Android-Geräte kaufen. Nun, sicher wäre es schön, wenn jede Smartwatch super mit dem iPhone zurechtkäme wie die hauseigene AppleWatch. Aber kann man das verlangen? Ich jedenfalls will kein Windows auf dem Handy, an dem dann irgendein Gerät anschließen kann, aber nichts funktioniert wirklich gut. Das ist doch der wahrscheinlichste Ausgang, wenn man so einer Politik folgen muss.

Naja, am Ende wird das auch nicht so heiß gegessen wie gekocht. Sind eh bald Wahlen. Die Bundesstaaten dürften leichter zu beeinflussen sein.
Dem Appstore als Alleinherscher dürfte es aber ziemlich sicher an den Kragen gehen. Ebenso wird wohl die NFC-Schnittstelle für andere Bezahldienste usw. kommen.
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mbs

Re: Apple nach Steve Jobs
Antwort #274: März 24, 2024, 10:40:23
Damit steht zu befürchten, dass dieses Funktionieren eingeschränkt werden soll, was hat denn der Verbraucher davon?

Es geht doch überhaupt nicht direkt um Verbraucher. Es geht darum, dass Apple den Markt für Apps massiv behindert und dabei zahlreiche, mutmaßlich illegale Mittel einsetzt. Zusätzlich wird dies missbraucht, um Konkurrenten auf anderen Geschäftsfeldern (Musik, TV, etc.) zu schaden.

Und ständig Monopol… da der Marktanteil nicht ausreicht, wird einfach der Markt der Premiumhandys erfunden. Als müsse man die kaufen.

In den USA hat das iPhone eine komplett andere Stellung als bei uns und ist kein Premium-Produkt. Dort ist es tatsächlich monopolartig verbreitet. Beispielsweise sind Messenger wie WhatsApp dort weitgehend unbekannt, weil alle iMessage verwenden. Der kleine Anteil von Android-Nutzern versendet SMS.

In der EU ist sauber definiert, dass sich Anbieter, die mehr als 7,5 Milliarden Dollar Umsatz in drei Jahren mit dem Anbieten von Digitalprodukten für mehr als 45 Millionen EU-Nutzer im Monat und mehr als 10.000 Unternehmen pro Jahr machen, an bestimmte Regeln zu halten haben.

Wenn der Appstore zwangsweise abgetrennt würde, würde ich das auch gerne bei allen anderen sehen, von PlayStation

Dort gibt es solche Probleme doch nicht. PlayStation-Spiele kann man auch im Laden kaufen.

über die modernen Autos mit Zuschaltoptionen

Dort gibt es das Problem auch nicht, da das ein geschlossenes System ist und man direkt beim Hersteller kauft, bzw. bei vielen, vielen Händlern.

und natürlich GooglePlay. Auch wenn es Android andere Stores gibt, kaufen 99% der Leute nur dort. Betonung auf kaufen.

Aber die Leute haben die Wahl und die Apps werden in GooglePlay nicht stark zensiert. Darum geht es.

Mir dünkt, dass spielt hier eine große Rolle.

Ich denke nicht. In den USA haben Kapitalismus und freier Markt eine extrem hohe Bedeutung und werden mit allen Mitteln geschützt. Foul-Spieler werden hart bestraft und das hat eine lange Tradition, von Standard Oil über American Tobacco bis hin zu AT&T. Ironischerweise ist das iPhone unter anderem deshalb so erfolgreich, weil Apple sich Milliarden für die Entwicklung eines eigenen Betriebssystems sparen konnte, denn aufgrund der Zerschlagung von AT&T können sie UNIX kostenlos nutzen und verändern.

Wer nicht in den goldenen Käfig will, der kann doch Android-Geräte kaufen.

Deshalb darf trotzdem nicht ein Anbieter illegale Mittel einsetzen. Wer die Freiheit nicht mag und es praktischer findet, im Gefängnis zu wohnen, kann das ja tun und braucht die offene Tür nicht zu nutzen.

Nun, sicher wäre es schön, wenn jede Smartwatch super mit dem iPhone zurechtkäme wie die hauseigene AppleWatch. Aber kann man das verlangen?

Nein, aber man darf Andere nicht in ihrer Freiheit einschränken, genau das zu versuchen.

Ich jedenfalls will kein Windows auf dem Handy,

Aber weil Du es nicht willst, willst Du verhindern, dass Andere das könnten, wenn sie es möchten? Und dabei soll es gestattet sein, Mittel wie Erpressung, Verleumdung, Rufschädigung, illegale Geschäftsbedingungen, sittenwidrige Verträgen und Ähnliches einzusetzen?

Florian

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Re: Apple nach Steve Jobs
Antwort #275: März 24, 2024, 14:27:02
Es geht doch überhaupt nicht direkt um Verbraucher. Es geht darum, dass Apple den Markt für Apps massiv behindert und dabei zahlreiche, mutmaßlich illegale Mittel einsetzt. Zusätzlich wird dies missbraucht, um Konkurrenten auf anderen Geschäftsfeldern (Musik, TV, etc.) zu schaden.

Da kann Apple jede Menge Einsprüche geltend machen und das werden sie auch tun.

Zitat
In den USA hat das iPhone eine komplett andere Stellung als bei uns und ist kein Premium-Produkt. Dort ist es tatsächlich monopolartig verbreitet. Beispielsweise sind Messenger wie WhatsApp dort weitgehend unbekannt, weil alle iMessage verwenden. Der kleine Anteil von Android-Nutzern versendet SMS.

Meines Wissens waren es zuletzt 55% Marktanteil. Das ist kein Monopol, wie die anderen Beispiele, die Du erwähnst, wie AT&T oder Standard Oil.
Windows dagegen hat immer noch über 90% Anteil an Betriebssystemen auf PCs. Da hat man Jahrzehnte zugeschaut und dann alberne Einschränkungen erlassen, die nullkommanull die Konkurrenz belebten. Einzig der Internet Explorer fiel herab, aber eher weil MS den selbst kaputt machte.

Zitat
In der EU ist sauber definiert, dass sich Anbieter, die mehr als 7,5 Milliarden Dollar Umsatz in drei Jahren mit dem Anbieten von Digitalprodukten für mehr als 45 Millionen EU-Nutzer im Monat und mehr als 10.000 Unternehmen pro Jahr machen, an bestimmte Regeln zu halten haben.

Die EU-Kommission hat ja auch schon Maßnahmen erlassen. Groß ändern tun diese auch nichts. Aber ein Getöse als wäre der böse Dämonenfürst endlich gestürzt.



Zitat
Dort gibt es solche Probleme doch nicht. PlayStation-Spiele kann man auch im Laden kaufen.

Es sei denn man hat eine Slim ohne optisches Laufwerk.
Aber das meinte ich eigentlich nicht. Sondern, dass auch dort der Hersteller bestimmt, was überhaupt angeboten werden darf, üppige Gebühren einstreicht, Exklusivtitel herstellt und Sony hat auch einen Fernseh-Streamingdienst, sogar ein Filmstudio und was weiß ich.
Und von der XBox brauchen wir ja gar nicht reden. Schließlich breitet sich damit ein Büro-Monopolist in die Wohnzimmer aus, und dem erlaubt man dann sogar, ein Entwicklerstudio nach dem anderen aufzukaufen.

Bei Autos wird es auch Dritthersteller-Apps geben. Wenn es die nicht schon gibt, weiß ich aber nicht.
Es ist auch nicht so, dass von der US-Politik nur gegen den Appstore gewettert würde. Selbst Carplay, wenn wir schon beim Thema sind, wurde gegeißelt, als würde Apple das den Autoherstellern aufoktroyieren. Das meinte ich mit der eigenen Welt, es wird soviel Blödsinn erzählt, auch bei uns, die Politik setzt sich mit den Details gar nicht mehr auseinander und labert lieber blöd daher. Nicht nur im IT-Bereich.

Zitat
Aber die Leute haben die Wahl und die Apps werden in GooglePlay nicht stark zensiert. Darum geht es.

Wenn es nur darum ginge, sind wir uns einig. Das Apple hier etwas ändern muss, ist seit Jahren überfällig und nun werden sie halt dazu gezwungen.

Zitat
Ich denke nicht. In den USA haben Kapitalismus und freier Markt eine extrem hohe Bedeutung und werden mit allen Mitteln geschützt. Foul-Spieler werden hart bestraft und das hat eine lange Tradition, von Standard Oil über American Tobacco bis hin zu AT&T. Ironischerweise ist das iPhone unter anderem deshalb so erfolgreich, weil Apple sich Milliarden für die Entwicklung eines eigenen Betriebssystems sparen konnte, denn aufgrund der Zerschlagung von AT&T können sie UNIX kostenlos nutzen und verändern.

Ja, stimmt. Davor haben sie natürlich Milliarden für die anderen geplanten Systeme verschwendet. :)
(Natürlich soll das kein Argument sein!)

Zitat
Deshalb darf trotzdem nicht ein Anbieter illegale Mittel einsetzen. Wer die Freiheit nicht mag und es praktischer findet, im Gefängnis zu wohnen, kann das ja tun und braucht die offene Tür nicht zu nutzen.

Illegale Dinge darf niemand tun, klar. Das dies geahndet gehört, auch.

Zitat
Aber weil Du es nicht willst, willst Du verhindern, dass Andere das könnten, wenn sie es möchten? Und dabei soll es gestattet sein, Mittel wie Erpressung, Verleumdung, Rufschädigung, illegale Geschäftsbedingungen, sittenwidrige Verträgen und Ähnliches einzusetzen?

Nein. Ich denke, wir haben uns gründlich missverstanden.
Ich habe die Diskussion in den USA verfolgt, und da kamen auch ganz andere Themen zur Sprache, die einfach unsinnig sind. Da habe ich mich ein bisschen echauffiert.
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