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Facebook-Konkurrent "Google+"
Florian:
--- Zitat von: warlord am März 20, 2012, 18:50:27 ---Konkreter zu Suchmaschinen: Wenn Du unter neutral "für alle gleich" verstehst, hast Du sicher recht. Ich verstehe unter neutral aber eher "nicht fremd-beeinflusst". Insofern finde ich eine Gewichtung von Suchresultaten, die meine Vorlieben heranzieht, sogar neutraler, als eine Gewichtung, welche zentral definierte Kriterien oder den Geschmack der Mehrheit heranzieht.
--- Ende Zitat ---
Neutral ist der vermittelte Anschein. Zumindest ist nicht transparent, wie sich das alles zusammensetzt.
Und genau diese Eigenbeeinflussung ist das Problem - kein Fortschritt, sondern ein riesiger Rückschritt für unsere Gesellschaft. Es ist ja nun nicht so, dass das menschliche Gehirn nicht sowieso schon fremde Einflüsse und andere Meinungen erstmal geringschätzt und abwehrt/ignoriert/umbiegt. Und jetzt macht einem die Technik das nicht nur noch viel einfacher, sie zwingt dem Benutzer regelrecht das eigene Gedankenkorsett als einzig richtig auf. Das Hirn wird nicht mal mehr herausgefordert, die Informationen erreichen einen gar nicht mehr, am Ende der Entwicklung selbst wenn man sie wissen wollte!
Das ist, für mich, ein Weg in die Finsternis.
--- Zitat ---Liest man Eure Voten, könnte man fast meinen, Ihr würdet erwarten, dass Google Allwissenheit vermitteln könne.
--- Ende Zitat ---
Aber nein. Ich wüsste nur gerne, warum/ob mir gewisse Suchergebnisse vorenthalten werden und wie sich die Reihung ergibt.
Wenn Wissen einmal nur noch über Suchmaschinen verbreitet wird, ist die Suchmaschine de facto allwissend, insofern sie der exklusive Verbreiter ist. Und völlig unkontrolliert, was sie mit wem warum teilt.
Das ist auch ein Riesenproblem, das nun endlich mal angepackt werden müsste.
--- Zitat --- Ist es nun wirklich gefährlich, wenn bei der Gewichtung der Resultate persönliche Parameter mit einfliessen, so dass mit grösserer Wahrscheinlichkeit das auf Seite 1 landet, das der Suchende eben gesucht hat? Und nicht auf Seite 218, weil die Mehrheit der Suchenden eben etwas anderes gesucht hat? Die Aufgabe einer Suchmaschine ist doch das Finden. Und nicht "bring mich irgendwo hin, wo ich noch nie war".
--- Ende Zitat ---
Es kommt halt immer auf das Wie an. Wenn es transparent und nachvollziehbar geschähe, wenn ich die persönliche Parameter weglassen oder etwa gegen den Durchschnitt der Suchenden austauschen könnte, wäre das schon mal ein Fortschritt.
--- Zitat ---Ein bisschen anders ist es in der Tat, wenn es um redaktionelle Inhalte geht. Eine Auswahl, was geschrieben, was mir vorgesetzt und was letztlich von mir gelesen wird, gab es aber auch da schon seit jeher.
--- Ende Zitat ---
Natürlich. Doch ich kann den Auswähler mehr oder minder selbst auswählen.
Die taz ist z.B. ein anderes Blatt als die FAZ. Und v.a. delegiere ich hier an ausgebildete Fachleute und nicht an einen intransparenten Algorithmus, der zudem auch noch in unbekanntem Ausmass auf mich selbst zugeschnitten wird.
--- Zitat ---Dass Medienkompetenz wichtig ist, da gehe ich absolut einig. Das war aber auch schon immer so und ist unabhängig vom Internet.
--- Ende Zitat ---
Ja, und doch ist sie im Internet jetzt noch viel wichtiger geworden. V.a. die unmerkliche Selektion der Information kann man auf analogem Wege in einer halbwegs freien Gesellschaft nie so total durchführen.
--- Zitat von: warlord am März 20, 2012, 19:47:55 ---Ja, Facebook ist wohl nochmal ein Fall für sich...
Aber selbst da scheint mir Parisers Kritik etwas scheinheilig. Wie er selbst berichtet, bildet Facebook in dem ihm vorgesetzten Newsfeed ja nur sein eigenes Verhalten ab. Er bemüht sich ja zwar, sich auch mal mit anders Denkenden auszutauschen, tut es tatsächlich aber halt doch vorwiegend mit Gleichdenkenden. (Was irgendwie normal ist und ausserhalb von Facebook und Internet ja nicht anders läuft.) Facebook bildet das ab und kriegt das dann vorgeworfen. Ist doch so ein bisschen wie "ich bemühe mich ja, nicht zuviel zu essen, und doch zeigt die dämliche Waage ständig höhere Gewichte."
--- Ende Zitat ---
Nein, es ist wie wenn ich sage: „Ich will abnehmen!“
Aber der Facebook-Vorratsschrank weiß, dass ich das schon oft gesagt habe, aber doch lieber Kartoffelchips esse und bestellt eine Palette davon.
Oder anders gesagt: Sollte der technische Fortschritt nicht auch gesellschaftlichen Fortschritt ermöglichen anstatt uns in unserem eigenen Gedankengebäude zunehmend einzusperren?
Leicht gefordert, schwer umgesetzt. Das ist klar. Aber es wird ja nicht mal versucht, nein, der perfekt ausrechenbare Konsument soll geschaffen werden. Je weniger komplex, desto besser.
FOX:
Google+ läuft wohl nicht so rund:
TV-Werbung als Akt der Verzweiflung?
radneuerfinder:
verschoben zum Thema "facebook":
http://www.apfelinsel.de/forum/index.php/topic,5552.msg79250.html#msg79250
radneuerfinder:
http://www.iphone-ticker.de/rueckzieher-google-erlaubt-fortan-die-freie-namenswahl-68533/
jupin:
Mir persönlich wird Facebook immer lieber sein alo Google+. Ich denke Google+ war und wird nie Konkurrent Facebook sein.
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