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Laufzeitverlängerung ist erledigt.
FOX:
Die Tagesschau liefert mal eine technische Erklärung
http://www.tagesschau.de/ausland/fukushima174.html
(Gefahr durch Strahlenbelastung - in der Mitte des Artikels)
Und hier eine Übersicht Fragen und Antworten zur Atomkraft
http://www.tagesschau.de/inland/faqatom100.html
Florian:
Voran: Ich meine mit meiner Replik weniger FOX, ich will nur was loswerden.
--- Zitat von: FOX am März 15, 2011, 21:35:30 ---Gute Diskussion muss ich hier mal anmerken!
--- Ende Zitat ---
Großteils… ;)
--- Zitat ---Stimme Terrania auch zu. Man muss aber schon auch bedenken, dass sich der Großteil der Bevölkerung einfach thematisch nicht gut auskennt und sich nicht genügend einarbeitet. Meine Mutter würde nie im Leben drauf kommen im Netz zu recherchieren, obwohl sie bestimmt wüsste wie es geht. Und das ist bestimmt kein Einzelfall.
--- Ende Zitat ---
Das ist mal generell bei jedem Thema so!
Aber wenn die Mehrheit gegen irgendeine „technische Errungenschaft“ oder „unverzichtbare Großprojekte“ ist, wird immer diese Karte gezogen: Ihr habt ja keine Ahnung!
Oder im Polit-Jargon: „Wir müssen das den Leuten besser erklären.“
Ich würde mal sagen, dass der Durchschnittsdeutsche über Atomkraftwerke deutlich mehr weiß als über andere Großtechniken. Das Thema begleitet uns schließlich seit Jahrzehnten. Als Kind bekam man (gibt es das noch?) kostenlos Bastelbögen fürs eigene AKW, jedes Jahr gibt es Demonstrationen, und kaum etwas wurde erst unlängst so heftig diskutiert wie die Laufzeitverlängerung.
Auch wenn man sehr gut informiert ist und das Risiko nüchtern abschätzt kann man zum Schluss kommen, dass Atomenergie nicht vertretbar ist.
Und auf jedem Fall sind wir uns ja wohl einig, dass man das Maximum an sicherem Betrieb anstreben sollte. Wenn nun gesagt wird, Neckarwestheim könne man bei dem Nachrüstungsaufwand nicht mehr wirtschaftlich betreiben - warum brauchte es dann diese Katastrophe, dass es abgeschaltet wurde? Werden jetzt neue Nachrüstungen verlangt, die vorher nicht verlangt wurden? Soweit ich weiß noch nicht. Und warum wurden sie nicht verlangt, wenn sie technisch möglich sind/waren?
Wie kann es sein, dass Mängellisten jahrelang nicht abgearbeitet werden?
Warum kann die Kanzlerin betonen, jetzt hätte alleine die Sicherheit Priorität und man prüfe tabulos? Die einzig logische Folgerung: Bisher war das nicht so!
Leider braucht es immer wieder Katastrophen, um die Wachsamkeit hochzuhalten. Ein menschlicher Makel, freilich, aber bei der Technologie fehl am Platze.
--- Zitat ---Die Masse verlässt sich da auf die Medien und deren Berichte. Wobei diese bei den öf.-rechtlichen m. E. noch recht gut sind. Was ich sagen will: man kann den Durchschnittsbürgen nun nicht vorwerfen, wie sie reagieren. Die Leute haben natürlich erst mal Angst vor einer die "Wolke" die über Europa zieht. "Ist zwar schlimm, was in J. passiert ist, aber erst mal Sorge ich mich um mich und meine Kinder".
--- Ende Zitat ---
Ich denke nicht, dass die Leute Angst haben. Okay, manche schon.
Aber hauptsächlich ist es doch ein großes Interesse. Das es medial ein bisschen viel ist, stimmt. Wie immer.
--- Zitat ---Das man Morgen nicht alle AKWs ausschalten kann, wie von vielen nun gefordert, dürfte sogar den größten Gegnern klar sein.
--- Ende Zitat ---
Aber mit ein paar geht es ja offensichtlich total easy. Vor kurzem wurden sie noch unbedingt gebraucht fürs Hinübergleiten in die neue tolle Nullemissionswelt. Dieses Konzept wurde damals als „weltweit einzigartig“ beworben.
Die Beliebigkeit, mit der solch entscheidende Zukunftsfragen wie unsere Energieversorgung von unserer Politik behandelt werden, ist erschreckend!
mathias:
Warum warum warum? Weil es ums Geld geht. Ein abgeschriebener Atommeiler ist eine Lizenz zum Geldrucken: 1 Million € Gewinn -pro Tag!! Für einige wenige. Eventuell auf Kosten von sehr vieler.
Das Verkehrstotenargument ist lächerlich. Selbstredend ist jeder Verkehrstote einer zu viel. Stell dir einen super-GAU in Deutschland vor oder im benachbarten Ausland - dann ist unser Land im Arsch. Und zwar für sehr lange Zeit. Da helfen dann auch keine Trümmerfrauen was, um einen Neuanfang zu starten. Und natürlich ist der Super-GAU bei uns möglich - in Japan ist es ja auch passiert, OBWOHL nach allen vorangegangen Risikoanalysen ein Erdbeben der Stärke 9 nie hätte eintreten dürfen. Für so eine Risikoanalyse muss man das unmögliche Denken, und das macht dann ein AKW unwirtschaftlich teuer.
Natürlich weiss ich, dass man nicht sofort alle AKWs abschalten kann. Aber ohne feste Vereinbarung diesbezüglich, wird sich nichts ändern.
--- Zitat von: Terrania am März 15, 2011, 17:29:22 ---Alle AKW abschalten, sofort, und ohne Ausnahme. Wenn der Strom dann nicht reicht, bitte die AKW-Gegner als erste nicht mehr beliefern.
--- Ende Zitat ---
Wieso? Eher die AKW Befürworter nicht mehr beliefern. Schließlich hat die Kernenergie alternative Entwickungen verhindert.... Außerdem sollte jeder AKW-Befürworter dazu verdonnert werden, etwas von dem Atommüll mit in seinen Keller zu nehmen...
radneuerfinder:
--- Zitat von: Terrania am März 15, 2011, 17:43:26 ---Meteor auf die Lampe fallen
--- Ende Zitat ---
Womit wir beim Risiko und seiner Bewrtung wären.
Wolfgang Renneberg (ehem. Abteilungsleiter Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium) sagte gerade im TV, daß die Wissenschaft das Restrisiko eines SuperGAUs auf einmal in 100 000 Jahren für eine Anlage berechne. Teile ich das durch die 440 AKWs weltweit komme ich auf einen SuperGAU alle 227 Jahre. Selbstverständlich schwanken die Angaben zum Restrisiko. Hier z.B. alle 33 000 bis 1 000 000 Jahre für ein AKW. Also alle 75 bis 2273 Jahre:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sicherheit_von_Kernkraftwerken#Die_Wahrscheinlichkeit_eines_schweren_Unfalls
Für meinen Geschmack zu hoch. Zur Erinnerung Risiko = Eintrittswahrscheinlichkeit x Schadensausmaß. Und in der Praxis liegen wir ja in der Tendenz eher bei einem "auslegungsüberschreitenden Störfall" (aka SuperGau) alle 30 Jahre.
Die Frage ist für mich:
- sind die bisherigen schweren Zwischenfälle statistische Ausrutscher?
- hat man sich schlicht verrechnet, bzw. war bei der Berücksichtigung der Umstände zu schlampig, oder unerfahren? (war mit einem Erdbeben von 9,0 RichterStärken in Japan wirklich nicht zu rechnen? Bis 8,25 sind die AKWs dort ja angeblich ausgelegt.)
- ist das "es kommt eh anders, als gedacht" mathematisch nicht zu fassen?
fränk:
--- Zitat von: radneuerfinder am März 16, 2011, 01:07:09 ---Teile ich das durch die 440 AKWs weltweit komme ich auf einen SuperGAU alle 227 Jahre.
--- Ende Zitat ---
Ich freue mich schon auf die ersten Pappnasen, die jetzt argumentieren werden:
Es kann nun für über 200 Jahre gar nichts mehr passieren! (dann folgt ein „Experte“ der dies bestätigt und eine Talkshow in der diese neue Erkenntnis für das Wahlvolk „aufbereitet“ wird)
--- Zitat von: radneuerfinder am März 16, 2011, 01:07:09 ---Die Frage ist für mich:
- sind die bisherigen schweren Zwischenfälle statistische Ausrutscher?
--- Ende Zitat ---
Statistik ;D ???
Zu diesem Thema besteht Statistik doch hauptsächlich daraus, Werte im Vorfeld so festzulegen, dass es anschließend passt.
--- Zitat von: radneuerfinder am März 16, 2011, 01:07:09 ---- hat man sich schlicht verrechnet, bzw. war bei der Berücksichtigung der Umstände zu schlampig, oder unerfahren? (war mit einem Erdbeben von 9,0 RichterStärken in Japan wirklich nicht zu rechnen? Bis 8,25 sind die AKWs dort ja angeblich ausgelegt.)
--- Ende Zitat ---
Ein Erdbeben der Stärke 9 ist ein Ereignis, was „einmal in Hundert Jahren eintritt“. Diese Definition hat mir jemand im TV verkündet.
Für ein Beben dieser Stärke ist kein AKW ausgelegt. Ich vermute, weil noch keins 100 Jahre alt ist und es deswegen keinen Zwischenfall geben kann.
--- Zitat von: radneuerfinder am März 16, 2011, 01:07:09 ---- ist das "es kommt eh anders, als gedacht" mathematisch nicht zu fassen?
--- Ende Zitat ---
Es wurde halt alles schön gerechnet.
Die Dinger sollten gebaut werden, die Betreiber sollten Geld damit verdienen und ehemalige Ministerpräsidenten und Wirtschaftsminister brauchten einen Posten bei RWE.
Es ist ein Filz aus Politik und Wirtschaft, der zwar üblich, hier aber viel gefährlicher ist, als bei einem Rathausbau oder einem Stück neue Autobahn.
Wir haben auf der einen Seite die Wirtschaft, die mit den Anlagen Kohle ohne Ende verdienen will und auf der anderen Seite die Politik, die ihren Aufgaben so nachkommt, wie leider all zu oft.
Diese Politik setzt dann Beamte ein, die den Kram kontrollieren.
Nun werden AKWs abgeschaltet und es wird funktionieren.
Es wird so funktionieren, wie es AKW-Gegner schon seit Jahrzehnten vorhersagen.
Die AKW-Befürworter (oder besser: die AKW-Befürworter, die es noch bis vor ein paar Tagen gab), sehen das nun genau so.
Sie sehen es nun ohne neue Erkenntnisse genau so!
Das bedeutet für mich, diese AKW-Befürworter in der Politik haben seit Jahren gelogen. Wissentlich gelogen.
Und dann frage ich mich: Warum haben die seit Jahren gelogen?
Ich komme immer zu der gleichen Antwort: Die werden geschmiert.
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