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Der AppStore und die Verlage
warlord:
--- Zitat von: MacFlieger am Februar 17, 2011, 10:15:00 ---Idealerweise sollte der Store für Apple ein Nullsummenspiel sein. Bei der aktuellen Preisverteilung der Produkte und den konstanten 30% ist das anscheinend auch ein Nullsummenspiel, vorausgesetzt Du unterstellst Apple keine Bilanzfälschung. Daher gibt es eigentlich nur die vier oben genannten Möglichkeiten bei der Preisgestaltung.
--- Ende Zitat ---
Der Store braucht kein Nullszummenspiel zu sein. Ich bin ja nicht Kommunist. Apple darf und soll an seinem Angebot durchaus etwas verdienen. Und von mir aus dürfen sie auch ruhig ihr Ding der Quersubventionierung durchziehen können. Dann sollen sie aber auch dazu stehen, dass in ihrem Store aus diesem Grund halt höherpreisige Produkte teurer sind als anderswo. Wenn das Einkaufserlebnis bei Apple ja besser ist als anderswo, wird man trotzdem seine Kunden finden.
Die Quersubventionieren durchzuziehen und gleichzeitig die dadurch anfallenden Nachteile auch parallelen Verkaufskanälen aufzuzwingen ist in meinen Augen aber ein Drecksgeschäft.
--- Zitat ---Äh, nein. Der Zwischenhändler masst sich an zu sagen, dass der Hersteller über den Kanal des Händlers nicht teurer verkaufen darf, er also auf anderen Kanälen nicht billiger sein darf.
--- Ende Zitat ---
Wo liegt denn der Unterschied zu meiner Aussage? Der Zwischenhändler tut damit so, als sei er nicht Zwischenhändler, sondern eine Art Exklusiv-Agent, der zwar andere Vertriebskanäle zulässt aber diesen identische Preise vorschreibt. Er schwingt sich zu mehr auf, als zu einem Zwischenhändler, wenn er Bedingungen für andere Verkaufskanäle aufzwingt.
--- Zitat ---Den Preis legt der Hersteller immer noch alleine fest.
--- Ende Zitat ---
Ja klar, aber genau das ist doch eben nicht normal. Den Verkaufspreis eines Zwischenhändlers legt der Zwischenhändler fest. Gerne darf er dabei teurer sein, als andere Kanäle, wenn er damit eine Quersubventionierung für andere Angebote betreiben will. Aber seinem Lieferanten die Gestaltung des Widerkaufspreises zu überlassen und ihm dabei aufzuzwingen dafür zu sorgen, dass das Angebot in anderen Kanälen nicht billiger an den Endkunden gelangen kann, ist nicht übliches Verhalten und Vermögen eines Zwischenhändlers.
warlord:
--- Zitat von: MacFlieger am Februar 16, 2011, 18:13:04 ---Bei niedrigpreisigen Apps fallen die Kreditkartenkosten recht hoch, evtl. sogar höher als die Preise selber aus.
--- Ende Zitat ---
Und noch eine Bemerkung zu den hohen Transaktionskosten: Dass Apple da mit den Kreditkartenfirmen nicht Bedingungen hat aushandeln können, die bei Mikrotransaktionen deutlich besser sind, als für kleinere Händler, kann ich nicht wirklich glauben. Wären die Kosten für Mikrotransaktionen für Apple wirklich so hoch, dann wären sie bei der Ausgestaltung ihres Stores ohne Warenkorb und mit Direktkauf der einzelnen Angebote reichlich dämlich gewesen und an den hohen Transaktionskosten massgeblich selber schuld.
MacFlieger:
--- Zitat von: warlord am Februar 17, 2011, 10:54:37 ---Die Quersubventionieren durchzuziehen und gleichzeitig die dadurch anfallenden Nachteile auch parallelen Verkaufskanälen aufzuzwingen ist in meinen Augen aber ein Drecksgeschäft.
--- Ende Zitat ---
Ah, jetzt habe ich es. ;)
Dir geht es nicht um die 30% und ob die viel oder wenig sind, sondern nur um den Passus, dass In-App nicht teurer als wo anders sein darf.
Das ist aber schon etwas völlig anderes als von den Verlagen (absichtlich tendenziös) publiziert wird. Die unterstellen ganz klar: "Apple sahnt unser Geld ab. Frechheit."
Der Passus ist sicher diskussionwürdig, ja.
--- Zitat ---Wo liegt denn der Unterschied zu meiner Aussage? Der Zwischenhändler tut damit so, als sei er nicht Zwischenhändler, sondern eine Art Exklusiv-Agent, der zwar andere Vertriebskanäle zulässt aber diesen identische Preise vorschreibt. Er schwingt sich zu mehr auf, als zu einem Zwischenhändler, wenn er Bedingungen für andere Verkaufskanäle aufzwingt.
--- Ende Zitat ---
Die praktischen Auswirkungen sind identisch, ja. Aber der Mechanismus ist anders herum. Nicht Apple erzwingt Preise auf anderen Kanälen, sondern Apple erzwingt sich eine Minimalgarantie für den eigenen Kanal, die der Hersteller annehmen kann oder nicht.
--- Zitat ---Aber seinem Lieferanten die Gestaltung des Widerkaufspreises zu überlassen und ihm dabei aufzuzwingen dafür zu sorgen, dass das Angebot in anderen Kanälen nicht billiger an den Endkunden gelangen kann, ist nicht übliches Verhalten und Vermögen eines Zwischenhändlers.
--- Ende Zitat ---
Das ist richtig und durchaus diskussionswürdig. Die Kritik der Verlage liegt aber eben ganz woanders.
--- Zitat von: warlord am Februar 17, 2011, 11:09:15 ---Dass Apple da mit den Kreditkartenfirmen nicht Bedingungen hat aushandeln können, die bei Mikrotransaktionen deutlich besser sind, als für kleinere Händler, kann ich nicht wirklich glauben.
--- Ende Zitat ---
Hat das einer behauptet? Wäre auch wirklich schwer zu glauben und unwahrscheinlich. Wie die genauen Konditionen aussehen, weiß niemand, tendenziell werden die Kosten bei niedrigen Beträgen trotzdem relativ höher sein. Und solange Apple mit dem Store keinen Gewinn macht, nehmen sie auch nicht zu viel. Das ist eigentlich der am einfachsten einzusehende Punkt. Die 30% decken die Kosten, jede Absenkung würde bei der aktuellen Preisstruktur Miese machen, bei einer Änderung der 30%-Struktur müssen sich mehr oder weniger Auswirkungen ergeben.
warlord:
Dann einigen wir uns darauf, dass die öffentliche Kommunikation der Verlage nicht sonderlich geschickt ist/war. Und die Bedingungen von Apple nicht besonders fein sind. :)
MacFlieger:
--- Zitat von: warlord am Februar 17, 2011, 11:41:26 ---Dann einigen wir uns darauf, dass die öffentliche Kommunikation der Verlage nicht sonderlich geschickt ist/war.
--- Ende Zitat ---
Nö, ich bezweifele nämlich stark, dass die das so wie Du meinen. Im Gegenteil behaupte ich sogar, dass sie es absichtlich so publizieren und es erreicht ja genau deren Ziel.
--- Zitat ---Und die Bedingungen von Apple nicht besonders fein sind. :)
--- Ende Zitat ---
Das auf jeden Fall. Und viele Sachen im AppStore/MacStore sind deutlich verbesserungswürdig oder schlecht.
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